1 Im 1: N M ■ 1 k - BF L; 1 WK N r W’ holen e 4. emle r. an S.14. Part. [6243 ,24u. njch.!- i.ohne u.erb. iS. 14. oren. tr. 9. )ame, > Mk. , aber Bllt S.42 ‘ii , Ms. i M- lheint. irntag! 6352 Are Heutige Wuwwer umfaßt 12 Seiten. die treten sein. UoMsche Tagesschau. Die Flottenparade zur Weltausstellung. Aus Berlin, 21. August, wird uns geschrieben: Eine offizielle Einladung Deutschlands durch Vereinigten Staaten zur Beteiligung 'an der für die Eröffnung der St. Louis-Weltausstellung geplanten internationalen Flottenparade in den Gewässern vor Newport-Nelvs ist, wie aus Marinekreisen verlautet, bisher noch nicht erfolgt. Man glaubt, daß die Einladung nicht durch Präsident Roosevelt direkt, sondern durch Vermittlung des amerikaniscyen Botschafters in Berlin, bewirkt werden wird. Hinsichtlich der Teilnahme von Mitgliedern der kaiserlichen Familie an dieser Flottenparade Haitz insofern eine andere Auffassung Platzgegriffen, als man nunmehr stark in Zweifel zieht, ab1 der mit zweijährigem Kommando nach Ostasien gehende Prrnz Adalbert von Preußen dem "festlichen Akt beiwohnen wird. Umsomehr rechnet man mit einer Entsendung des Kronprinzen,^ zumal da der Weltausstellungsbesuch des Prinzen von Wales feststeht. Deutschland dürste übrigens auch durch ein Linienschiff neuesten Typs bei der Flottenparade ver- Arutsches Keich. Berlin, 21. Aug. Der Kaiser traf gestern auf dem Truppenüvungspla^ des 1. Armeekorps Alten-Grabow ein und nahm in seinen: Zeltlager Wohnung. Bei der heutigen Uebung waren die Kavaller:ereg:menter zunächst geteilt in eine Division a 1 unter Generalleutnant von Hennigs und eine Dwisiou a unter Generalmajor Langer- donischen Bauden finden täglich Gefechte statt. Seitens der Aufständischen wurde nach einer Konstantinopeler Depesche ein Detachemerrt türkischer Truppen in Starke von zwei Offizieren und 60 Mann gefangen genommen. Das große Dorf Florina wurde von den Aufständischen nach heftigem Widerstande der türkischen Truppen im Sturm genommen. Für den 29. August wird der Ausbruch des allgemeinen Aufstandes in allen Wilajets ange- kündigt. Türkische Truppen hwben das Dorf Gjavati bei Monastir in Brand gesteckt, wobei 40 Frauen und Kinder in den Flammen ihrrn Tod fanden. In Konstantinopel war der ganze Horizont vorgestern nacht blutrot gefärbt und mächtige Feuersaulen loderten zum Himmel empor. Fünf große, in der Nähe von Jniada unb Midia gelegene muselmanische Ortschaften wurden von Bulgaren, die der Ueberzeugung waren, daß die Stunde ihrer Befreiung vom türkischen Joche geschlagen habe, in Brand gesteckt, und vieleMuselmanien umgeb r a ch t. Nach den letzten Behauptungen des maeedonischen Komitees begannen die Operationen der Aufständischen im Adrianopeler Wilajet am 18. d. M. Die Aufständischen drangen in die Küstenstadt Wasiliko ein, zündeten das türkische Viertel an, dynamitierten die Kaserne, das Regier ungs- und Postaebäude und machten mehrere Soldaten nieder. Ein Hafenoffizier und drei Beamte wurden gefangen genommen, das nahe Dorf Poturniak zerstört und die Dörfer Eneada und Sazara wurden angez,rindet. Ein kleines Militärlager bei Klein-Tirnowa wurden zersprengt. Gestern sollen sie bei Adrianopel eine türkische Abteilung von 60 Soldaten und zwei Offizieren gefangen und entwaffnet haben. — Betreffs ver Einnahme von Kruschewo wird gemeldet: Nach mehrtägigen Unterhandlungen eröffneten die Türken am 13./14. August ein Artilleriefeuer. Die Bevölkerung floh in die Wälder. 1200 Aufständische zogen sich zurück. 250 Hauser wurden zerstört und 12Ö Gefangene, Greise und Weiber, nach Monastir abgeführt. In der Bevölkerung von Uesküb herrscht große Aufregung, weil dcke Türken seit einiger Zeit Versammlungen in den Moscheen ab halten. Man befürchtet, daß ein Angriff auf die Christen geplant wird. Der Walt beauftragte die Redifs des Uesküber Wilajets, zu mobilisieren. Wie aus Sofia gemeldet wird, verlangten der russische und östreichische Konsul in Uesküb vom Vali, daß die Offiziere und Nlannschaften des Bataillons, welche unlängst vom Zuge chus auf bulgarische Bahnarbeiter geschossen und vier voniHrren getötet hatten,vor ein Krie gsgericht gestellt würden Der Vali lehnte dieses Verlangen ab, versprach aber, die Angelegenheit dem Generalgouverneur .Hilmi Pascha zu unterbreiten Trotz aller Dementis trifft die bulgarische Militärverwaltung die umfassendsten Vorbereitungen, um für den Eintritt eventueller kriegerischer Ereignisse gerüstet zu sein. Die Einberufungskarten für' die Reservisten liegen bereit. Wie aus Sofia gemeldet wird, hat Fürst Ferdrnand von Bulgarien seine Ankunft für nächste Woche angesagt. Die „Post-"' Mrichtet aus Wien: Die bulgarische Regierung bestellte bei einer hiesigen Firma 15 DäÜlionen Patronen auf schleunige Lieferung. Prinz Georg von Griechenland äußerte hier, er betrachte ferne Mission in Kreta für beendet und beabsichtige sich zurückzuziehen. Es verlautet, die Großumckste wünschten seine Dienste als Kommissar in Maeedonien. Wie aus Belgrad gemeldet wird> fand auch; dort unter dem Vorsitz, des Königs ein außerordentlicher Krregsrat statt. Es wurde die Vorbereitung der Mobilisierung zweier Divi- fioTten beschlossen. Ein russischer Posten in Uniform wurde in Konstantinopel von einem türkischen Soldaten angegriffen, beschimpft und derart mißhandelt, daß er in das Hospital gebracht werden mußte. mann Frhr. v. Erleneamp. Die Regimenter waren zu vier Schwadronen formiert, aus abgegebenen Schwadronen waren neue Regimenter gebildet, sodaß jede Partei drei volle Brigaden hatte. Die Artillerie {teilte das Feld- artillerieregiment Nr. 3 und das erste Garde-Feldartillerie- regiment. Die Regimenter 26 und 66 stellten je ein Bataillon. Bei der Division a war außerdem eine Maschinengewehrabteilung. General v. d. Planitz hatte die Aufgabe gestellt. Nach dieser Uebung vereinigte der Kaiser, der Leibgardehusarenuniform trug, sämtliche Regimenter und führte mit ihnen reglementarische Bewegungen aus. Ein Vorbeimarsch beschloß die Uebung. Um 12 Uhr führte der Kaiser die Standarten in das Lager zurück unter Vorantritt der Kapelle der Leibgardehusaren und nahm im Kasino das Frühstück ein. Gestern abend hatte der Kaiser ebenfalls im Kreise der Offiziere der Kavallerieregimenter gespeist, wobei sämtliche anwesende Musikkorps Zapfenstreich ausführten. — Der Kaiser wird an den Schlußmanövern der Herbstflotte, die sich in der Kieler Föhrde abspielen sollen, teilnehmen. — Der Großherzog von Mecklenburgs Schwerin begibt sich heute abe:rd nach Kopenhagen. Hierdurch nehmen, wie aus Schweden telegraphiert wird, die Gerüchte von einer bevorstehenden Verlobung mit der Prinzessin Thyra von Dänemark feste Gestalt an. — Nach einem Leipziger Telegramm wird der kommandierende General des 19. Armeekorps v. Treitschke nach dem Manöver seinen Abschied nehmen. — Nach der „Voss. Ztg." ist der Plan der Begründung eines deutsch-niederländischen Postverbandes nach einer Brüsseler „Standards-Meldung als gescheitert anzusehen. Auch die Handelskammern in Amsterdam und Rotterdam nahmen jetzt Beschlüsse an, die sich entschieden gegen einen solchen Plan aussprechen. — Die „Nationalztg." meldet, daß der preußische D e l e - giertentag der nationalliberalen Partei am 27. September in Hannover zusammentritt. —Zu einer Bemerkung des „V o r w ä r t s", Hofmarschall v. Trotha und der Burgenbauer und Architekt Bodo Eb- Hardt könnten über den Plan, auf der Fusel P i ch e l s - werd er ein kaiserliches Sch 1 o ß zu erbauen, Auskunft geben, schreibt die „Post": Wir sind von EbharÄtz ermächtigt, zu erklären, daß er die Insel Pichelsweder gar nicht kenne, niemals dort war und auch niemals mit Hof- mars'chall v. Trotha über einen Schloßbau aus dieser Asel oder über ein ähnliches Projekt gesprochen habe. An der ganzen Geschichte sei, was ihn und v. Trotha betreffe, kein wahres Wort. — Der „Vorwärts" teilt mit, daß aus Anlaß seines Artikels über die sogenannte Kaiserinsel am Freitag eine Unter suchu ng der Redaktion und Expedition nach dem betreffenden Manuskript stattgefunden habe, aber nichts gefunden worden sei. Der „Bor- wärts" erklärt, er habe nicht behauptet, daß Architekt Eb- hardt mit dem Hoftnar schall v. Trotha von dem Schloßplan gesprochen habe, sondern nur gesagt, daß Ebhardt um den Schloßplan wisse. Da die anonyme Erklärung der ,hßost" völlig wertlos sei, fordert der „Vorwärts" Ebhardt auf, mit Namen sunterschr ist zu erklären, daß er über den Schloßplan nichts wisse. Er möge auch gleich eine Gegenzeichnung v. Trothas hinzufügen. Der „Vorwärts" sagt, der 'Plan stamme nicht aus GbHardts Haupt, er sei ihm aber vertraulich mitgeteilt worden, mit allen Einzelheiten und Motiven, namentlich auch der Absperrungsangelegercheit. — Reichsschatzminister Freiherr v. Thielmann wird nach, der „Königsb. Hart. Ztg.^ demnächst von seinem Amte zurücktreten. — Die „Neue Pol. Korresp." meldet, die Preußischen Landwirtschastskümmern seien auf Veranlassung des Landwirtschaftsministers gegenwärtig mit der Beratung eines Entwurfes der Novelle zum Reichsviehseuchen- gesetz beschäftigt. Nach bereits erstatteten Gutachten finde der Entwurf, welcher in der kommenden Session dem Reichstage vorgelegt wird, die Zustimmung der Landwirtschafts- kammern. — Zur Fusi on der National sozialen und Freisinnigen bringt die Naumannsche „Hilfe" eine Anzahl Artikel, die zum Teil gegen den Naumannschen Gedanken sind, zum Teil ihn ohne Begeisterung zu verteidigen suchen. Der erste Artikel, unterzeichnet Dr. Ebner, schließt: „Also bas Ergebnis: Um endlich einmal eine „Macht" und eine „Partei" zu werden, verraten wir unsere Vergangenheit, unsere staatssozialistischen und christlichsozialen Ideale und opfern unsere Zukunft. Liberalismus ist eben nie und nimmer Sozialismus. Dann doch lieber die Auflösung der Partei; überlassen wir es jedem Nation al sozialen, wo er als Sauerteig weiter wirken will. Für den, der wahrhaft sozial und national denkt, kann diese Stellung nicht zweifelhaft sein. Dr. Hohmann-Eisenach hat sie bereits in den Worten formuliert : „Wir gehören an die Seite der sich emporringenden Ar beiter mass e"." Halle a. S, 21. Aug. Im Hinblick auf den Besuch des Kaisers hat sich die hiesige Polizeibehörde mit den übrigen großen Polizeidirektionen wegen genauer Ueber- wachung lämtlicher als Anarchisten bekannten Personen in Verbindung gesetzt. M a n n h e i m, 21. Aug. Eine sozia l d e m o k r a^t ische Versammlung nahm eine Resolution an, die das Vize- prä s i d ium im Reichstag unter allen Umständen fordert. Anwesend mären die Abgg. Drees- bach, Eichhorn und Ehrhart. Eichhorn erklärte sich gegen die Resolution. KekauMmachuilg. Der auf Dienstag den 25. d. Mts. fakende Amtstag rnrb hiermit auf Mittwoch de« 26. August L Js. erlegt. Die Großh. Bürgermeistereien wollen dies in geeigneter Leise $ttr allgemeinen Kenntnis bringen. Gießen, den 21. August 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen- ______Dr. Breidert.________________ Bekanntmachung. In der Zeit oom 15. bis 22. August 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 goldener Siegelring, 1 schwarzer Damengürtel und 1 Rodhacke; verloren: 1 silberner Serviettenhalter und 1 dunkelgrüne mit blauem Seideneinsatz versehene Taille. Entlaufen ist: 1 kleiner schwarzer Spitzhund. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 22. August 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Aer NaiKanöravs. An den Flottenbenwnstrationen im Orient wird sich^ Sem Vernehmen nach Deutschland nicht beteiligen. Es beobachtet eine abwartende Haltung, und die Vertretung der deutschen Interessen bleibt bis auf weiteres dem in den Gewässern der Levante stationierten Spezt-alschiff „Lo- retei^' überlassen. Man teilt — wie uns aus Berlin geschrieben wird — in Berliner diplomatischen Kreisen die Auffassung der Wiener Regierung, daß ein unmittelbarer Grund, das Aeußerste zu. befürchten, nicht gegeben sei; im besonderen» rechtfertige noch nichts die Vermutung, eg' könnte über die mazedonische Frage zu Reibungen zwischen den Mächten kommen. Man rechnet indessen mit der Notwendigkeit, weitere deutsche Kriegsschiffe nach dem östlichen Mittelmeer zu entsenden. Es ist anzunehmen, daß für' solchen Fall einige Schnellkreuzer Segelordre erhalten. Ueber den Schutz d-er deutschen Interessen hinaus würde natürlich, auch deren Mission nicht gehen. — Bemerkenswert ist beiläufig die lebhafte Anteilnahme Italiens an den Ereignissen im Orient. Es läßt sich> in der Mittelrneer- politik dem Anschein nach nicht mehr von England ins Schlepptau nehmen, sondern tritt selbsttätig auf den Schauplatz. Das ist ein Zeichen der politischen Erstarkung des uns verbündeten Staates. In diplomatischen Kreisen Konstantinopels wird die Mtsendung der russischen Flotte in die türkischen Gewässer in friedlichem Sinne anfgefatzt. Mctzn .bat Grund zu der Annahme, daß diese Mäßregel, welche der erregten öffentlichen Meinung Rußlands Rechnung trage, den Zweck verfolge, sowohl auf die Türken, als auch auf die Ausländer beruhigend einzuwirken und auf diese Weise die durch die Bandenbewegung beeinträchtigte Resormaktion Oesterreich-Ungarns und Rußlands zu fordern. Einer Erkundigung zufolge ist die Nachricht des „Daily Ehronicle" von der Entsendung eines Teiles des englischen Mittel- meergeschwaders in die Nähe von Saloniki unbegründet. Tie Abordnung eines französischen Geschwaders aber steht fest. Das Verweilen der Flotten Rußlands, Frankreichs und Italiens in fcen ttprkftchen Gewässern hat bereits unzweifelhaft als Dämpfer eing-ewirkt Auf der Pforte hegt man die sichere Erwartung, daß, nachdem her türkische Mini st errat alle Ford er ungen R ußlauds bewilligt hat, die russische Flotte nur jo lange in den tür-- kischen Gewässern bleiben wird, 6i§ die Leiche des Konsuls Rostkowski den Bosporus passiert hat. Dann werde die Flotte nach Sebastopol begleiten. Die russischen Forderungen enthalten außer den maeedonisch^en Forderungen auch solche wegen der russischen Schulen in Syrien und Palästina, ferner betteffs der russischen Postsäcke, sowie der Regelung der Konzession für die Kabellinie Odessa-Konstantinopel. Aus der hohen Pforte verlautet mit Bestimmtheit, daß auch der Sultan diese annahm. Wenn bei dem plötzlichen Erscheinen der russischen Flotte es sich im wesentlichen nur um eine Probe auf ein späteres Exempel handelte, so unterliegt es keinem Zweifel, daß diese Probe' durchaus gelungen ist, aber andererseits dem Mißttauen gegen Rußland und seine Politik neue Nahrung zusührte. Der Sultan ließ dem russischen Geschwäder sofort eine telegraphische Verbindung mit dem Festlande anbieten. Auch ttnrfr behauptet, daß ein türkisches Schiff mit Zigaretten und Früchten für die russischen Mannschaften als Präsent des Sultans sich, nach Jniada begab. Die L e i ch e d e s K o n s u 1 s R o st k o w s k i ist in Saloniki mittelst Separatzuges eingetroffen. Vertreter her Behörden waren zugegen, Militär leistete die Ehrenbezeugungen. Als Hilmi Pascha der Witwe Rostkowskis nut- teilte, der Sultan habe ihr aus seinen Mitteln eine G e ld- entsch ädigung angewiesen, hat sie geantwortet: Ich brauche dieses sluchbedeckte Geld nicht, verwenden Sie es lieber für Ihre zerlumpte, hunger- leidende Armee, damit sie nicht arme Leute plündert. Dieses können Sie auch dem (Sultan mitteilen. Die Aufstandsbewegung in Maeedonien nimmt immer größeren Umfang an. Zwischen türkischen Truppen und mace- Zweites Matt. Amts- Md Anzeigeblatt für den Gchnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. ^ernsprechcmschluß7tt.51. Mr. 196 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem GießenerAnzetger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der Woche betgelegt. Rotationsdruck u. Serif .g der Brüh lftchen / nivers.-Buch-u.Stem- 1 ruckerei (Pietsch Erben) Samstag 22.August 1903 «ezngSpretS, W monatlich 75 viertel- ™ . jährlich Mk. 2L0; durch Jgyirkb Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch W diePostMk.2.—viertel- jährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen J8BL.. für dre Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12 Pj^ auswärts 80 Pfg. Kreis Giessen MU« ” zetgenteilr Hans Beck. Ausland. London, 21. Ang. Salisbury liegt in den 1-etzten Zügen, jeden Augenblick ist der Tod zu erwarten. Paris, 21. Ang. Der Justizmiuister hat im Amtsblatt einen Erlaß veröffentlicht, wonach ein bedeutende Ermäßigung d er G er ich ts ko st e n eingeführt werden soll. Belgrad, 21. Aug. König Peter beginnt mit der Versetzung der an der Verschwörung beteiligt gewesenen Offiziere. Oberst Michailowitsch wurde zum Kommandanten der Drinadivision ernannt. — König Vet er hielt bei dem gestrigen Empfange des Vorstandes der landwirtschaftlichen Vereinigung eine längere mit großem Beifall äufgenommene Rede, in der er ausführte, von nun an werde jede Regierung ihr Hauptaugenmerk auf eine gedeihliche Entwickelung der Volkswirtschast richten. Der Staat werde in dieser wichtigen Aufgäbe die leitende Rolle übernehmen, indem er einen landwirtschaftlich en Unterricht organisieren und größere kulturtechnische Arbeiten aussühren, sowie durch Pflege des Genossenschaftswesens einen billigen landwirtschaftlich en Kredit ermöglichen und staatliche landwirtschaftliche Versia-erungs- a n st a l t e n schaffen werde. Petersburg, 21. Aug. Tie Sitzung der Handels- vertragskonferenz nahm einen lebhaften Verlauf. Tie erste Lesung des ausgearbeiteten Vertragsentwurfs soll am 28.' August stattfinden, wonach eine Unterbrechung der Sitzungen bis Oktober eintritt. Washington, 21. Aug. Ter Ackerbausekretär Wilson erklärte in einer Unterredung, er bedauere den unendlichen Schaden, der den Pflanzern und Fabrikanten durch die Baumwollespekulation zugefügt werde. Eine Erleichterung trete nicht eher ein, als bis der Baumwollcorner beseitigt sei. In kurzem werde mit der Einbringung der neuen Ernte begonnen.________________________________ Aus Stadt und Land. Gießen, 22. August 1903. ** Personalien. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Mitgliede der freiwilligen Fabrirfeuerwehr der Firma H. Müller u. Eo. in Ofsenvach Justus Cramer. — S. K. Hoheit der Großherzog haben den Stationsvorsteher in der Hess.- Preuß. Eisenbahngemeinschaft Friedrich Wilhelm Beck zu Darmstadt wegen geschwächter Gesundheit, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Aus dem Militär-Wochenblatt: Vizeseld- webel v. Weltzien (I Hamburg), zum Lt. d. Res. des 1. Großh. Hess. Ins.- (Leibgarde-) Regts. Nr. 115, — die Assist.- Aerzte d. Res. Dr. Schindewolf (I Darmstadt), Vage- d es (Gießen) zu Oberärzten, — die Unterärzte d. Res. Dr. Gr o edel (Friedberg), Berg st räßer, Vix (I Darmstadt) zu Assist.-Aerzten — befördert. — Dem Stabsund Bats.-Arzt Dr. Friedrichs des 3. Bats. Ins.-Regis, Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 ein Patent seines Dienstgrades verliehen. ** Der Einzug der 118er aus Worms hat gestern recht schlechtes Wetter gehabt. Die frisch und munter sich bewegenden Krieger haben es sich aber bald in ihrem hiesigen Quartier bequem gemacht. Es war interessant und belustigend zu sehen, wie die Ankömmlinge sich ihre neue Behausung von unten bis oben ansahen und wie nachher im Kasernenhof ausgepackt wurde. Alan hatte auch recht wohl Gelegenheit, gegen Abend zu beobachten, wie die Gießener Jungfrauen mit Interesse und wohlwollenden Blicks die strammen „Gelben" anäugten. Bald werden die Fremden nicht mehr fremd sein; nur schade, daß es dann schon so bald schweren Abschieo nehmen heißt. Heute morgen früh gings schon mit klingendem Spiel durch die Straßen der Stadt nach dem Uebungsplatz bei Groß-Rechtenbach. Mcorgen wird übrigens die Musikkapelle des Regiments zu dem von uns schon erwähnten Gartenfest in Braunfels konzertieren. * * Eisenb ahnunfall. Heute vormittag 11 Uhr 10 Minuten wurde der zum Zuge 6469/6784 gehörige Bremser Heinrich Steinberger, stationiert zu Oberlahnstein, welcher sich verbotener Weise in dem aus Gleis 29 stehenden Packwagen aufhielt, infolge-Beisahrens einer Rangierabteilung am rechten Arme stark verletzt. Seine Ue'berftihrung nach der hiesigen Klinik wurde veranlaßt. * * Sturz aus dem Fenster. Heute morgen fiel beim Fensterputzen im 2. Stock eines Hauses in der Frankfurterstraße ein Mädchen aus dem Fenster auf die Straße. Es wurde schwerverletzt in die Klinik verbracht. * * Kirchweihen finden in Wies eck und Allen- d o r f statt. * * Geländeerwerb. Kommerzienrat W. Gail hat in Bieber einen größeren Geländekomplex erworben, um daraus eine Cigarrenfabrik zu errichten. Dies bedeutet für den Ort, wo bisher eine Fabrik nicht bestand- eine erfreuliche Wendung in den Erwerbsverhältnissen wie im Verkehr. Mit der Fabrikation wird sofort begonnen und der-Betrieb bis zur Fertigstellung der Neubauten in den oberen Räumen der Reehmühle eingerichtet. sofort in das Pasteur-Institut in Behandlung begeben ge- rottber und I Tags beim Glase Bier zu freuen. sd. Darmstad t, 22. Aug. (Originaltelegramm des Gieß. Anz.) Stabstrompeter Mikleyd von der Kapelle des Art.-Regis. Nr. 25 wurde zum Großh. Musikdirektor ernannt. — Verhaftet wurde die Witwe Hilker unter dem Verdacht, in ihren Geschäftsräumen am 19. d. M. nachts an vier Stellen Feuer angelegt zu haben, sodaß ein Brand ausbrach, der aber durchs die ^Nachbarschaft bemerkt und alsbald gelöscht wurde, sodaß großer Schäden verhindert wurde. R. B. Darmstadt, 21. August. Herr und Frau Otto Wolfskehl haben aus Anlaß ihrer silbernen Hochzeit dem Hessischen Lehrerinnen-Verein einen Baukostenzuschuß von 10 000 Mark überwiesen. R. B. Darmstadt, 21. August. Wie bereits gemeldet wurde, hat der Groß Herzog das Haupt des Gräflich Erbach-Schönberg'sehen Hauses, den 63jährigen Grafen Gustav, mit dem erblichen Fürstentitel ausgezeichnet. Es geschah das mit der Bestimmung, daß der Fürstentitel dem Chef des Hauses mit dem Prädikat „Durchlaucht" verliehen und auch auf dessen rechtmäßige eheliche Erben beiderlei Geschlechts sich erstrecken soll. Die Verleihung dieses hohen Titels ist eine äußerst seltene Erscheinung in den deutschen Bundesstaaten. Im Großherzogtum Hessen wurden im vorigen Jahrhundert nur zwei solcher Auszeichnungen verliehen, 1840 an die Grafen Jsenburg-Büdingen und 1865 an die Grafen Jsenburg-Büdingen-Wächtersbach. Weder Ludwig IV., noch der jetzt regierende Großherzog haben von dem kraft ihrer landesherrlichen Souveränität ihnen zustehenden Rechte seitdem Gebrauch gemacht. Zunr Anlaß dieser Auszeichnung nahm unser Großherzog das am 18. d. M. stattgehabte 40 jährige Jubiläum der Besitzübernahme der Standes- herrschaft Erbach-Schönberg an den Grafen Gustav. Die Gräflrlch Erbach'sche Familie zerfällt, wie auch schon erwähnt wurde, in drei Zweige. Die populärste Linie ist die jetzt gefürstete Familie, die in Schönberg bei Bensheim an der Bergstraße ihren Wohnsitz hat und in direkten verwandt- hatten. * Unter dem Verdachte des Raubmordes an S ,>e Aeßllsc fcaxV 1 Str könne 1904 Klei sold 1 5 sei * Kerl AM »r1 «»ter aber fr lausen Preise Lereini steigen dient dem Losehändler Levy wurde nach einer Hamburger Depesche in St. Pauli ein Lumpensammler verhaftet, der anfangs August Levy 93obenrummel verkauft hatte und auf den Tag des Mordes wieder bestellt worden war. * Aus den Alpen. Der Chemiker Dahms aus Berlin erlag auf der Zimbaspitze (Bludenz) infolge Ueberan- strengung einem Herzschlag. Seinem Führer sind die Füße erfroren. * Die „Jugend" in Ungarn. Wie aus Arad meldet wird, beabsichtigen dort einige Abonnenten der Münchener „Jugend" die Redaktion cmf Entschädigung anläßlich der Postdebit-Entziehung zu verklagen. Gerichtssaal. Gießen, 21. Aug. Strafkammer. Die,Verhandlung gegen den Fuhrknecht G. wegen fahrlässiger Tötung, über die wir bereits vorgestern berichteten, wurde heute fortgesetzt. Tie Staatsanwaltschaft beantragte gegen den Angeklagten drei Atonale Gefängnis, der Verteidiger Freisprechung. Tas Gericht hielt für erwiesen, daß das Kind nicht unmittelbar in die Räder des Wagens gelaufen, sondern sich etwa acht Meter davor auf die, Straße legte, sodaß es von dem Fuhrmann, wenn er die vom Gesetze verlangte Aufmerksamkeit beim Fahren angewandt hätte, bemerkt werden mußte. Diese Aufmerksamkeit habe er aber außer Acht gelassen, denn es sei ihin durch seinen Beruf als Fuhrmann zur Pflicht gemacht, sein Augenmerk auf die Vorgänge in der Umgebung seines Wagens zu richten. Das Gericht hielt, zumal der Angeklagte noch nichl vorbestraft ist, eine Gefängnisstrafe von einem onat für ausreichend nnd erkannte demgemäß. — Dem Landwirt Heinrich Ai. zu Vockenrod war zur Last gelegt, einen Ackergrenzstein in der Absicht, seinern Nachbar Nachteile zuzufügen, vorsätzlich bei Seite geackert zu haben. Der Angeklagte behauptet, nicht gewußt zu haben, daß es sich um einen Grenzstein handle, er habe auch niemals die Absicht gehabt, dem Besitzer des Nachbarackers Schaden zuzufügen. Das Gericht hielt jedoch durch die Beweisaufnahme dre Behauptungen der Anklage für erwieseii und verurteilte den Beschuldigten zil einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen und daneben zu einer Geldstrafe von 30 Mk. — Der Droschkenkutscher Friedrich Sch. aus Bad-Nauheim verfolgte Berufung gdgen ein Urteil des dortigen Schöffengerichts, welches ihn wegen groben Unfuges zu einer Woche Haft verurteilt hatte. Dem Urteil lag folgender Tatbestand zu Grunde: Ein Nauheimer Rosselenker, der sich guter Kundschaft erfreute, wurde öfters von seinen Konkurrenten gehänselt. Eines Tages sah er die Aufmerksamkeit des Publikums allgemein auf sein friedlich dahinrollendes Gefährt gerichtet. Bei näherem Zusehen bemerkte er zu seinem nicht gelinden Schrecken ein Nachtgeschirr an seiner Droschke prangen. Das Nauheimer Badepublikum soll sich über diesen Aufzug baß entrüstet haben. Infolge alsbaldiger Meldung bei der Polizei gelang es, den Täter zu ermitteln. Der Angeklagte verfolgte gegen das erwähnte Urteil Berufung, weil ihm die zn- erkannte Strafe zu hoch sei, es habe sich nur um einen Scherz gehandelt, wobei er durchaus nicht die Absicht verfolgt habe, dem Angeklagten für die Zukunft sein Gewerbe zu erschweren. Die Staatsanwaltschaft führte aus, daß diese Absichr, aus Konkurrenzneid entsprungen, sehr wohl Vorgelegen habe, und daß ein derartiger ordinärer Streich in Nauheim, als einem von feinem Publikum besuchten Badeort, ganz besonders verwerflich sei. Das Gericht verwarf beim auch bie Berufung des Angeklagten unter Belastung desselben mit ben Kosten zweiter Instanz. Es bleibt somit beim ersten Urteil. — Der Wirt P. und dessen Ehe- srau aus Friedberg standen unter der Anklage der Kuppelei. Die Strafsache wurde bei verschlossenen Türen verhandelt. Das öffentlich verkündete Urteil lautete auf vier Monate Gefängnis gegen ben P., auf welche ein Monat erlittener Untersuchungshaft aufgerechnet wird, unb auf brei Monate Gefängnis gegen dessen Ehefrau. Keer und Ilotte. Berlin, 22. Aug. Tie „Nat.-Ztg." erfuhrt, Prinz Heinrich werde zum Herbst von seiner Stellung als CH ef des ersten Gesch w ad ers en tbund en. Es. stehe aber über; ferne wertere Stellung noch nichts fest.______. _ Kirche und Schule. Landwirtschaftlicher Unterricht in den Volksschulen. Die Versuche, welche gemacht worden sind, Volksschullehrer, welche Lust und Befähigung besitzen,, aus den landwirtschaftlichen Winterschplen in besonderen Kursen für den landwirtschaftlichen Fachunterricht auszw- bilden, berechtigen zu der Erwartung, es werde sich mit der Zeit ermöglichen lassen, dem landwirtschaftlichen Unterricht in dem Lehrplan der Volksschule eine Stelle ein- zuräümen, die er beispielsweise in der Schweiz sich erobert hat zum Segen für den Landbau und zum stützen der von ihm lebenden Bevölkerungskreise. Zur Frage der Zulassung der katholischen Orden in Baden kann der badische Berichterstatter der „Germania" folgende angeblich verbürgte Tatsache mitteilen. Vor einigen Monaten fragte der Fürst eines deutschen Kleinstaates, in dem sich Ordensniederlassungen befinden, den Groß Herzog von Baden unter besonderem Hinweis auf die Wirksamkeit der Benediktiner gesprächsweise: ob die Orden demnächst in Baden zugelassen werden würden. Die Antwort lautete: „So lange ich lebe, n i ch t." ** Ter Lu st mörder Weygand, welcher dieser sind gestern an den Folgen r ft o r b en,, trotzdem sich Tage üt Mainz verhaftet wurde, arbeitete im Jahre 1902 den ganzen Sommer in Finthen als Gärtner und verdiente viel Geld im Pftopfen und Okulieren. Er hatte auch bald ein Verhältnis mit einem Finther Mädchen angcknüpft, doch auf einmal war er verschwunden. Das Mädchen wurde jedenfalls wieder von Weygand benachrichtigt, und, obschon die Mutter gegen das Verhältnis war, verließ das Mädchen die elterliche Wohnung und verdingte sich nach- Mainz. Hier hat Weygand mit einer Kellnerin angebändelt und ist, daun auch in der Witschaft, in der sre bedienstet war, festgenommeu worden. Der Gendarmerie war von dem Aufenthalt des Weygand durch ein anonymes Schreiben Kenntnis gegeben worden. (M. Tgbl.) e. Reiskirchen, 21. August. Am Sonntag den 16. August, dem Erinnerungstage, au dem vor nun 33 Jahren unsere hessische Division zum ersten Male! in den Kamps gegen Frankreich eingreifen mußte, fand die feierliche lieber* reichung der von dem Kaiser denr hiesigen Kriegerverein verliehenen Fahnenschleife statt. Punkt y22 Uhr bewerte sich der Festzug mit verstärkter Musikkapelle, voran eine Anzahl schöner Jungfrauen, geschmückt mit Schärpe und Kranz, nach der Friedenslinde, wo die feierliche Ueber- reichung durch Regierungsrat Dr. Heinrichs in Gegenwart des Bezirksvorsitzenden Bruchhäuser stattfand, d^ach verschiedenen kernigen Reden, gehalten von oben erwähnten Herren sowie von unserem Orts geistlich en, kehrte man in den Ort zurück, um im Saale des Wrrts Gundrum sich des schaftllchen Beziehungen zum Großherzog steht. Man entsinnt sich hier noch lebhaft der Gerüchte, die im Herbst vorigen Jahres, kurz vor der großen Jndienreise des Großherzogs, in den hiesigen Hofkreisen über bie Aufmerksamkeiten umgingen, mit benen Se. königl. Hoheit bie junge, etwa 20 jährige Komtesse Elisabeth bebachte; bieselden verdichteten sich damals sogar zu zahlreichen, in ben Blättern mitgeteilten Verlobungsgerüchten. Offenbach, 21. Aug. Der Besuch des Groß- yerzogs in Offenbach ist nunmehr auf Freitag, den 28. August festgesetzt worden. Mittelst Equipage trifft der Groß- hevzog von Jagdschloß Wolfsgarten etwa um 1 Uhr mittags hier ein und begibt sich zunächst zur Wohnung des Kreisrats v. Hombergk in die Ludwigstraße, wo das Atittag- essen eingenommen wird. Während desselben konzertiert im Garten des Kreisamts die hiesige Feuerwehriapelle. Vor dem Kreisamtsgebäude werden die hiesigen Kriegervereine Ausstellung nehmen, um den Landesherrn zu begrüßen. Der Hauptzweck des Großherzoglichen Bcsuqes ist die Besichtigung von zwei großen hiesigen Fabritaniagen, der Ofsenbacher Celluloidfabrik von Schreiner u. Sievers, Nordring 8, und der Anilin- und Anilinfarbensabrik Kl Oehler, Obermainstraße. Auch ist ein Besuch des gegenwärtig in Wiederherstellung begriffenen alten Isenburger Schlosses geplant. Nach der Besichtigung der Oehierschen Fabrik wird der Landesherr in der Villa des Geh. ^lommerzlenrats Ed. Oehler den Tee einnehmen. Währenddessen wird der unter dem Protektorat des Großhcrzogs stehende Sängerchor des Turnvereins im Garten der Villa Oehler unter Leitung des kgl. Musikdirektors August Glück einige Lieder singen darunter aus ausdrücklichen Wunsch des Großherzogs auch den Preischor „Siegesgesang nach der Varusschlacht" und den Stundenchor von Kienzl „Das Volkslied", mit denen der Sängerchor auf dem Frankfurter Gesangswettstreit sich unvergängliche Lorbeeren geholt hat. Gegen abend erfolgt die Rückfahrt nach Jagdschloß Wolfsgarten. (O. Ztg.) Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Worms hat sich in den letzten Tagen ein liberaler Wahlverein gebildet, der alle Anhänger der demokratischen, freisinnigen unb liberalen Richtung um* fassen soll. Der Verein gilt zunächst für ben Wahlkreis Worms-Heppenheim-Wimpfen. — Am Binger Mäuse - türm würben in ben letzten Wochen umfassenbe Reparaturen vorgenommen, die auch bringenb notwenbig waren. Der obere Teil des Turmes wurde vollstänbig erneuert, an bem Mauerwerk würben erhebliche Verbesserungen vorgenommen. Der Turm erhielt innen unb außen einen neuen Anstrich, unb fyeute, wo bie Arbeiten erlebigt sinb, präsentiert sich der Turm in mobernem — silbergrauen Kleibe!_________ Vermischtes. 'Dresden, 21. Aug. König Georg überwies ben Hinterbliebenen ber Opfer ber Eisenbahnkatastrophe bei Rothenkirchen 1500 Mk. - 21» Aug. Drei Personen, welche vor drei Wochen von einem tollen Hunde gebissen waren, Kunst und Wissenschaft. Berlin, 21. Aug. Der Kaiser sah vor einigen Tagen die Hilssmodelle zu z w e i K a i s e r st a t u e n , die Bildhauer Johannes Götz im Auftrage des Kultusministers für die S a a l b u r g schaffen soll. Es werden Standbilder der römischen Kaiser Hadrian und Alexander Severus, die beide in den Eroberungszügen ber Römer nach Germanien eine Rolle spielten. Tie Statuen^werden überlebensgroß unb finden Aufstellung im Innern der Saalburg vor dem Saeellum, einem Tempel zur Aufbewahrung der Feldzeichen unb Heiligtümer. Wie Funbstücke und vorhandene Postamente beweisen, haben dort ursprünglich solche Figuren gestanden. Gegenwärtig werden provisorische Aiodelle in wirklicher Größe aufgebaut, die der Kaiser demnächst gemeinsam mit Bildhauer Götz in Augenschein nehmen wird, um über bie Wirkung ein klares Bilb zu gewinnen. Die Hilfsmodelle fanden den vollen Beifall des Kaisers. — Professor Alois Schulte in Bonn verzichtete auf die Leitung der Preußischen Historischen Institute in Rom. Er ivird am 1. Oktober in Professor Kehr-Göttingen einen Nachfolger erhalten. u. Schlußkurse. 202.50 211.12 135.75 182.75 179.10 Briefkasten der KedMwnH A«frag„i blcibc». unbcrü-kfichtiqt.) . j^urch Versehen verspätet.) Der dentickie Kronprinz ist Oberleutimnt im 1. Garderegiment z Fuß in bene‘“a8pÄ; Einsendungen wandern'ohne weitere«. Gießen, 22.Aua. Marktbericht. Aus heutigemWocbenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,00—1,10 Mk., Hühnereier 1 Sl. 0—o Vfa. 2 Stck. 14—15 Pfg., Gänseeier 12—13 Pfg., Enteneier8—o'Vfo Käfe vr. Stck. 5—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pfa Lmsenpr.Liter32Pfg., Taubenpr.Paar0,70—0,90Att. Lüllner.-m ßt' 1,20-1,70 Mk., Hähne pr. Stück 0,70-1,10 Mk., EMenpr Stück f^use pr. W- 00-00 Pfg Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- und Rmdslersch pr. Pfund 60—66 Pfg., Schweine- Pfg Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund °0 MS-, .Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Psllud 56-74 Pfg., Kartoffetli pr. 100 Kgr. 6,00-7,00 Mk', WeißkraM ver 00-00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 6,50—7,00 Ack Atilch per Kirschen per Pfd. 3g-40 Pfg./ AepsA per Pfd 0-00 Ptg., in Körben 00-00 Pfg. Trauberr 00-00 Pfa. Arbeiterbewegung. Krimmitscha u, 21. Aug. Zwischen den Uwernehmern und Arbeitern gepflogene Unterhandlungen haben zu keinem Resultat geführt. Gestern abend wurden fünf Versammlungen der Arbeiter abgehalten, von denen vier aufgelöst wurden, weil m ihnen Textilarbeiter-Verbandsbeamte sprechen sollten. Heute sollen 7500 Arbeiter in den Ausstand treten. Handel und VerkestrT" MtksMtNasi. Berliner Börse vonr 21. Nugust 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen) Privat-Diskont 3% Prozent. Anfangs- Oest. Kredit.... 203.75 Deutsche Bank . . . 211.00 Darmstädter Bank . . 135.50 Bochumer Guß . . . 183.00 Harpener Bergbau . . 179.20 Schluß-Tendenz: schwach. — Die Berliner Handelskammer beschloß die Errichtung eines k o l o ni a l w i r t s ch a f t l i ch e n Fachausschusses- um bie Beziehungen zu ben Kolonien wirksamer zu pfleaen Märkte. Sa Der r Arbeit An de S Mägde, Wer, Mer, ranonsL Lohn für äaufmad wärts. 23 33= 1 harten nist oder Lagerart 3 biiusbi 1 Sähe r chen, 4 jK A iit IMG beniisl ^tgeltli . 273 Wxtv Want Kunkstr Kara, Metrie! Men 3j ' ML ! ■ ■■ Die Beerdigung findet Sonntag den 23. August, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 04013 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, daß unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Hm Carl Reinig gestern nachmittag um 1 Uhr in Bad Wildungen nach schwerem Leiden im Alter von 23 Jahren sanft entschlafen ist. Are trauernden «Hinterbliebenen. Gießen (Wescrstraßc 23), Wesel, Deutz, Köln, den 22. August 1903. Champagner und Mousseux, Kognak Cigarren und Cigaretten 6359 Vorzüglicher, bekömmlicher Ausschankwein per V< Liter 25 Pfg. unter Garantie für Reinheit. Warme und kalte Speisen zu jeder Tageszeit. Gothaer Geld-Lotterre Ziehung 2. September und folgende Tage. 12500® Mark k-r. 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Juxplatz reich besetzt, wie Schaukel, Panorama usw. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 634? Karl Somerlad, Gastwirt. Kesselbach Sonntag den 30. und Montag den 31. August: Kirchweihfest. Für gute Speisen und Getränke wird bestens gesorgt. Zu recht zahlreichem Befuch ladet ergebenst ein 6200 Wilh. Meissinger IL Kastl-aus zur Aaöenau. LersP»ermB-Lwck Brnmfels. Sektion des Taunusclubs. Sonntag den 23. August, von nachmittags 4 Uhr ab: es$ in der Linden-Allee des herrschaftl. Gartens. Während desselben: ECmaazert dcr Kapellc des Ius.-Kcgts. Ur. 118. Eintrittspreis 50 Pfg. Der Vorstand. Abends 10.55 Uhr, Zug der Ernstbahn im Anschluß an die letzten Lahnaus-'und abwärts gehenden Züge. 6319 IM neu wirb Wer I mit Sechtel'sSalmiak-Ballseife ge° ■ wascheneStoffjeden Gewebes, ■ vorrätig in Pack, zu 40 Pfg. ■ bei [6212] Gustav Walter. | — Eelegeuhcilstauf. — Große Betten m. kl. unbed. Fehlern, Ober-, Unterbett «.Kissen zus. ll'/r M. Prachtv. Hotelbetten 177, M. Rote Auöstattuugs- betteu 22'/» Al. 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Ä-"' x» MU 0 ' Woch (Art 0" bnM r-tsä- w rotttial? mg, ntl) Leben ei die noch ausgelon turgemdl Zntellige bunten ; die, daß lich,Mli schließt l eigene Ai ohne das lichen Ei! wmnen i sächlich d leidigung die Gesche ^qiuib, b einem Mtz \\\ ersordni Auä Geschwo wird ft anoertti getreu streng in der werden auf das Anderen besonder 'gierte, jd, beit, boll wenn man Mwohnhei vor Auge^ Fragen der geist Ter du glav des ihm machen Geschlvor glauben, lÜnade üt find die ( jcheidnng welche Lt chren 3pr. zu erwari. Unter ihn, Mordanlla lehnung b> M lob nicht belas! gebunden, '8'5 Setz, 1 Lur ■ Tür nicht vom Pr lichex,^' V0N gn?'11 bei t)phi !? N sicher e. sK des cv b.°t ■j N Är Mhtes 3Ti( O.nnz u^i tl°n, geh um S'Seaii ®le&ici)t pen "'iq'iei nVÜnbi'