Erstes Blatt 153. Jahrgang Mittwoch 22. Juli 1903 Redaktion. Spedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«. Aernsprrchanschluß Nr, 5L ■n >r con Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. Die in den Gehöften des Konrad Friedrich, Echristian Krauthahn und Karl Stroh I. zu Nreder-Gemünden, Kreis Alsfeld, ausgebrochene Rotlausseuche ist erloschen und die über diese Gehöfte verhängte Sperre wieder ausgehoben worden. Bekanntmachung. Betr.: Schweinerotlauf. Die über das Gehöft des Wilhelm Steul L in Bettenhausen wegen Schweinerotlaus verhängte Gehästsperre wird , hiermit aufgehoben. Gießen, den 21. Juli 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.; Dr. Heinrichs. iilftertM Alltverpev, ssaufhavs guten, 80 IMidrrs. an«, ^chinei!. in9 Der- ch.Off. Jctnb. ix unter 311 d. Ä. Rv. 169 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem GießenerAnzetger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien« blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l ffchen Anweck.-Buch- ».Stein- fdr reisende Damen psternh?118' naiioesstr. 7. BK! 7^ed^ O rertt f Papst Leo XIII. f. Aus dem Sterbezimmer des Papstes. Der Leichnam des Papstes ist noch immer im Sterbe- zimmer aufgebahrt. Außer den Nobelgarden halten beständig die Ehrengeheimkümmerer und Kammeradjntanten des Papstes Wacht. Die Pönitentiare der Peterskirche verrichten im anstoßenden Gemach Gebete. Zahlreiche Personen wurden zur Besichtigung der Leiche und zum Fuß- tuffe in kleinen Gruppen zugelassen, nachdem sie die besondere Erlaubnis des Majordomus erlangten. In alten päpstlichen Gemächern sind die Fenster und Vorhänge geschlossen. Ueberall brennen Wachskerzen in Armleuchtern. Die Leiche wurde um 3 Uhr nach der geheimen Anticamera gebracht, wo sie um 5 Uhr einbalsamiert und mit dem päpstlichen Ornat bekleidet wird. Morgen abend wird sie in die Peterskirche gebracht und dort zwei Tage ausgestellt. Die Umgebung des Vatikans ist vom Kommen und Gehen der Wagen zahlreicher hoher Würdenträger stetig belebt. Im Zimmer des Papstes werden durch Atönche aus dem Orden der konventualen Minoriten, die sich vierstündlich ablösen, fortdauernd Totengebete gesprochen. Um 5 Uhr nachmittags nahm Lapponi, unterstützt von vier Aerzten des Vatikans, die Einbalsamierung der Leiche des Papstes vor, die mehrere Stunden erforderte. Nach der Vorschrift wurden die Praecordien und die inneren Teile der Brust und des Leibes her aus genommen und in einem Kristallgefäß versiegelt, um im unterirdischen Gewölbe der Peterskirche gesondert beigesetzt zu werden. Mit den Vorbereitungen für die Ausstellung des Leichnams des Papstes in der Kapelle del Sacramento in der Peterskirche ist begonnen worden. Der Kardinalkümmerer genehmigte die Maßnahmen, die der Polizeikommissar zur Aufrechterhaltung der Ordnung während des Vorbeipassie- rens der Volksmenge getroffen hat. Die Kirche wird in zwei Teile geteilt, in einem Teile werden die Trauerfeier- lichteiten veranstaltet, während der andere für den Durchgang der Menge freigehalten wird. Die Kardinale. Heute morgen war an den Kirchentüren eine Kundgebung des Generalvikars Kardinal Respighi angeschlagen, in der der römischen Bevölkerung der Tod des Papstes angezeigt und die 'Abhaltung der religiösen Feierlichkeiten, angeordnet wird. Bis zur Wiederbesetzung des päpstlichen Stuhles werden täglich abends von 8 Üis 9 Uhr die Glocken geläutet. „Giornale d'Jtalia" zufolge wies die Regierung die Eisenbahnverwalttmg an, den zmn Konklave nach Rom kommenden Kardinalen alles Entgegenkommen zu gewähren und den ausländischen Kardinalen von der Grenze ab reservierte Wagen oder, wenn sie es wünschen, Salonwagen zur Verfügung zu stellen. Die Bronzetür des Vatikans ist noch geschlossen. — Die Börse ist heute in Rom geschlossen. Heute nwrgen traten die in Rom weilenden und die aus Italien herbeigeeilten Kardinale — alle Hum Zeichen der Trauer in Veilchen färben em Gewände — rn der Sala bei Consistoro des Vatikans zur ersten Versammlung zur Vorbereitung des Konklave zusammen. Die Beratungen waren geheim. Es verlautet, daß mit großer Mehrheit beschlossen worden sei, das Konklave in Rom abzuhalten. Es nehmen daran voraussichtlich alle Kardinale mit Ausnahme des Erzbischofs von Sydney, des Kardinals Moran, der durch weite Entfernung verhindert ist, teil. NaH der Versammlung empsiugen die Kardinale im gleichen Lwale die Botschafter von Oesterreich-Ungarn, Frankreich, Spanien und Portugal, die das Beileid ihrer Regierungen ausdrückten. Im Vatikan ist eine große Zahl von Beileidstelegrammen von Souveränen, Staatsoberhäuptern und anderen Sürstlichkeiten, von geistlichen Würdenträgern, katholischen Vereuren und Instituten aus allen Teilen der Welt eiw- geganben.^ste ^u|amntenl=un^ der Kardinale dauerte bis halb 1 Uhr. Während derselben wurde der Fischerring des verstorbenen Papstes und dessen Siegel zerbrochen. Um 4 Uhr wird das Papst-Kollegium die Beileidsbezeugungen des diplomatischen Korps entgegennehmen. Der „Dribuna" zu- solge öffnet Kardinal Oreglia heute abend das Testament M Verstorbenen. tv r V , Infolge der Beschlüsse der Kardrnalversammlung begannen die Bauarbeiten im Vatikan zur Vorbereitung des Konklave. Im Damasushofe werden alle Zugänge vermauert. Im Vatikan werden etwa 65 Wohnräume von je zwei bis drei Zimmern für die Kardinäle mit ihren Sekretären und Konklavisten hergerichtet. Die Mahlzeiten nehmen die Kardinäle gemeinschaftlich ein. In der Sala Durale und in der Paulinischen Kapelle wurden Altäre zum Messelefen für sie hergerichtet. Die Wahlhandlung erfolgt den morgen- und Abendsitzungen in der Sixtinischen Kapelle, an deren Wänden Sitze für die Kardinäle errichtet W A BezugSpretsr V W monatlich75Ps., viertel- Eichener Anzeiger« u Sm-ial-Aq-Ig« * t=™: Amts- und MzetzeblÄt str den Kreis Gießen M4Z —————— ---------------------------- zeigenteil: Han- Beck. und zum Genuß verhilft. Ihr Leib war Gemeingut, ihre । Vergangenheit stadtbekannt, von beiden Eltern her belastet — dem: der Vater starb im Belgrader Irrenhaus, die Mutter war eine Trinkerin; jeder wußte: eine hitzige Dirne. Auch Alexander wußte es; der verstorbene Kaufmann Konara, der verstorbene Publizist Sima Popowitsch wußten es; viele Belgrader, die noch heute leben, aus eigener Erfahrung. Sie hatte ihren ersten Mann entehrt und ins Grab gebracht. Als sie eine Schwangerschaft heuchelte, um einen französischen Eisenbahningenieur zur Heirat zu zwingen, kaufte sich, der Mann kurz und brutal mit 500 Frs. von ihr los. Als Belgrader Bürger diesen Vorgang dem König erzählt und ihn kniefällig gebeten hatten, Draga nicht zu heiraten, rief endlich einer: ,^err, sie ist auch mit mir gegangen", und nannte den Preis. Aber Alexander war an sie gewöhnt, und überzeugt, daß er nur bei ihr glücklich werden könne. Als Milan und der Ministerpräsident im Ausland weilten als Freiwerber für den König um eine europäische Prinzessin, fand er den Mut, seine Verlobung zu proklamieren. Das Kabmett demissionierte. Milan aber schrieb an seinen Sohn: „Nicht ein Musikfeldwebel, geschweige denn der kleinste Offizier der Armee, die ich zu befehlen hatte, durfte jo heiraten, wie Euer Majestät heiraten wollen. Ich lege meinen Offiziersdegen Ew. Majestät zu Küßen." Vor der Verlobung aber hatte sich folgendes begeben: Milan warnte den Sohn vor der wahnwitzigen Heirat mit einer Dirne; der Sohn schien ihm dankbar dafür. Da feuerte plötzlich der Mörder Knezewitsch seine Schüsse auf Milan. Milan wurde nur leicht gestreift, sein Adjutant schwer verwundet. Aber der Mörder Knezewitsch lächelte noch auf der Richtstätte, weil er die Begnadigung erwartete; er wurde von dem Peleton rasch getroffen, der Präfekt Andjelitsch, der um die Sache wußte, erdrosselt aufgesunden. Auf seinem Totenbette sagte Milan: „Das letzte Attentat auf mich war das Werk dessen, den ich in meinem Leben allein innig geliebt habe, es war das Werk meines einzigen Sohnes, für den ich vergessen habe, daß ich König gewesen bin und dem ich, in Reih und Glied tretend, diente. Das Attentat des Knezewitsch war von Alexander und seiner Draga vorbereitet." Ein Vorspiel zum Belgrader Königsmord. Ueber Vorgänge, die sia) etwa 14 Tage vor dem Königsmord im Konak zu Belgrad selbst abgespielt haben, kommen jetzt erst Tatsaa;en an das Tageslicht, die eines gewissen Interesses nicht entbehren. Für den 28. Mai war am Hofe ein kleines Familien- diner angesagt, zu dem die Brüder und die Schwestern der Wnigin Draga mit noch zwei intimen Freunden eingeladen waren. Das Menu zu diesem Diner war, wie dies öster zu geschehen pflegte, vom König Alexander persmrlich zusammen gestellt und von ihm dem königlichen Küchenchef übergeben worden. In dem Menu war von dem Könige auch die Bereitung einer Gänseleberpastet e befohlen, mit deren Herstellung der von früher her damit vertraute Küchen geHilfe namens Wefseli, sich zu befassen hatte. Dem Küchenchef, einem Deutschen, siel es auf, daß der Gehilfe an diesem Abend mit der Zubereitung der Pastete sich auffallend lange zu schaffen gemacht hatte. Zu seinem Entsetzen sah er auf dem Tische, auf dem Wesseli kulinarisch manipulierte, eine Papierdüte in der Form, wie sie in'den Apotheken für pulverisierte Medikamente verabfolgt wird. Der Mchenchef faßte sofort den jungen Mann Bei der Hand und fuhr ihn scharf an mit der Frage, was er da treibe. Wesseli, vor Schrecken erbleichend, leugnete anfänglich, daß er irgend etwas Böses vor hätte. Sofort wurde der Generaladjutant Lazar Petrv- vitsch von bem Vorfälle verständigt, und er eilte in die Küche, wo er sofort der noch nicht fertigen Pastete ein Stück entnahm und.dieses einemsHünde vorwarf, der nach etwa zehn Minuten verendete. Hierauf vom Generaladjutanten schärfer inquiriert, gestaiid Wesseli, daß er die Pastete mit Gift versetzt habe, um die Königin zu töten. Petrovitsch machte kurzen Prozeß, führte den jungen Mann in das Souterrain des alten Konaks und ließ ihn dort von drei Gendarmen nieder- schießen. In derselben Nacht wurde der Tote in aller Stille nach dem Friedhöfe überführt und beerdigt, ohne daß sein in Belgrad domilizierender Vater auch nur ein Sterbenswörtchen von dem ganzen Vorfälle erfahren hat. Also schon am 28. Mai sollten König Alexander und 'Königin Draga samt ihrer Verwandtschaft und den ein- eingeladenen Gästen aus der Reihe der Lebenden gestrichen werden. Und daß dies niasi auf eine spontane Eingebung eines 19 jährigen Burschen'erfolgt wäre, ist durch die nachfolgenden Ereignisse zur Evidenz bewiesen. Bon serbischer Seite wurde seinerzeit der Vergift- ungsversuch dementiert und nur zugegeben, daß ein Küchenjunge wegen einer Liebesaffäre „Selbstmord" verübt habe. Ist Peter I. ein kluger Mann oder nicht? Diese Frage muß sich jedem aufdrängen, wenn er sieht, wie der neue Herrscher die L)c.ör d e r des Kö n i g s p a a r e s belohnt, sie in die besten Stellung>en ernsetzt, und das im schärfsten Gegensatz zu den Wünschen und selbst Vorstellungen der zivilisierten Welt. Betrachtet man diel Angelegenheit aber genauer, so wird man sich sagen müssen, daß Peter Karageorgiewitsch doch richtig handelt. Einem Zweisel kann es woyl nicht mehr unterliegen, daß er mit den V e r s ch lv ö r e r n seinerzeit u n t e r e i n e r D c cke gesteckt hat, Und es wäre daher für ihn sehr gefährlich, ihnen den verdienten Lohn vorzueuthalten, dann aber veruht auch eine Stellung aus dem Einfluß der Aufrührer. Wenn er nun gewissermaßen das Ausland durch seilt Vorgehen brüskiert, so lverden ihm doch teilte ernstlichen Nachteile daraus erwachsen, denn keine Macht scheint Lusi zu Haven, für die „Ueberzeugung" ihrer Herrscher einzutreten, andererseits ge- weröeu. Die LardinäLe treten in das Konklave am 3L Fuü abends etn und halten am 1 August morgens die erste Mchlverfammlung aß. Der Kaiser trab der Reichs Anzeiger. Dom Deutschen Kaiser ist nachstehendes Telegramm an Kardinal Oreglia auß Molde eingetroffen: Schmerzlich bewegt durch die soeben erhaltene Trauernachricht, sende ich dem hohen Kardinalkollegium den Ausdruck aufrichtiger Antellnahme au dem schweren Verlust, welchen die römisch-katholische Kirche durch den Heimgang des Papstes Leo XI1L erlitten hat. Ich werde dem erhabenen Greise, der mir ein persönlicher Freund war und dessen so außerordentliche Gaben des Herzens und des Geistes ich noch bei meiner letzten Anwesenheit in Rom erst vor wenigen Wochen erneut bewundern mußte, ein treues An- benfen bewahren. Wilhelm L R. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Ein friedliebender Kirchenfürst, ein warmherziger Freund der Armen und Unterdrückten, ein feinsinniger Gelehrter ist mit Leo XIII. dahin gegangen, dessen Name weit über den Kreis der katholischen Kirche hinaus mit dem Gefühl aufrichtiger Hoch- schätzung genannt wird. Unser Kaiser verehrte in dem Entschlafenen einen persönlichen Freund. Die wiederholten Besuche des Kaisers legten für das gute Verhältnis zwischen den Beiden ein beredtes Zeugnis ab. Beim Antritt des Pontisikates ging Leo der Ruf voran, daß er bestrebt sein werde, ein Friedenspapst zu sein. Diesen Ruf hat er dem Deutschen Reiche gegenüber in richtiger Erkenntnis der wahren Interessen, sowohl der Kirche wie der Staatsgewalt, gerechtfertigt. Unter seiner tätigen Mitwirkung gelang es den Kulturkampf beizulegen und einen Modus vivendi mit der katholischen Kirche zu sinden, der sich bis heute bewährte. Schon vor 18 Jahren übertrug ihm das Vertrauen der deutschen Regierung das Amt eines Schiedsrichters im Karolinenstreit mit Spanien. Wenn heute unter regem Anteil der katholischen Bevölkerung am Ausbau des Deutschen Reiches weitergearbeitet werden kann, so ist dies nicht zum wenigsten der staatsmännischen Einsicht Leos zu danken, oer auch nach der Beilegung des Kulturkampfes wiederholl und noch im letzten Lebensjahre ein offenes Verständnis für die staatlichen Bedürf- nifie Deutschlands zeigte. Unter den vielen Päpsten, die in der deutschen Geschichte eine Rolle spielten, wird Leo XIII. eine der sympathischsten Erscheinungen bleiben. Ikon Seröieus Aergangenyeit uni) Zukunst. „Alaxandar." Der bekannte russische Schriftsteller Wladimir Koro- lenko, dessen neueste Novelle „Wie der Wald rauscht" neulich im Jnselverlage zu Leipzig erschien, erzählt' in der „Rußk. Wedomosti", er habe im Jahre 1889 Jalta besucht und dort auch mehrfach die Königin Natalie von Serbien mit ihrem Sohne Alexander gesehen. Bei einer Besichtigung der Ausgrabungen im alten Chersones wurden die Touristen von einem Klosterbruder, der ihnen als Führer diente, gebeten, ihre Namen in das Freurdenbuch eintragen zu wollen. Als Korolenko in dem Buche blätterte, erblickte er plötzlich die Unterschrift „Natalla". Dicht unter derselben aber stand, in großen, von unbeholfener Kinderhand hingemalten Lettern zu lesen „Alaxandaö^. Die ungefügen Buchstaben, die merkwürdige Sympathie für den Buchstaben a — alles das verfehlte nicht, auf die Touristengesellschaft eine erh eiter ende Wirkung auszuüben. Selbst der erirste Mönch könnte sich eines Lächelns nicht erwehren. „Zu jener Zell", so fährt Korolenko fort, „wär Mexander 13 Jahre alt Ein Knabe aus mittlerer kleinbürgerlicher Familie wäre bereits in der dritten Klasse des Gynurasiums gewesen und Halle den ziemlich komplizierten Kursus des Gymnasialunterrichts zu bewalligen gehabt. Der serbische Prinz hatte die neun Buchstaben, aus denen sein Name bestand, noch nicht fest inne ! .... Und das war im Jahre 1889. Bier Jahre später aber verhaftete Alexander die Regenten, erllärte sich für voll- M)rig und überirahm die Herrschaft über ein ganzes Land mit Millionen von Einwohnern, mit all ihren Bestrebungen, Ansichten, Beschäftigungen, Bedürfnissen und Jtiter- essen... In verschiederren Artikeln, die den: Arrdettken des unglücklichen Königs geividmet waren, lese ich nun, daß er eine „vorzügliche Bildung" genossen habe.' Es entsteht nun die interessante Frage: Was nennt man eine vorzügliche Bildung? Im Jahre 1889 — schlechte Schreib- kenullcisse, im Jahre 1893 — ein Staatsstreich! Da' blieb wohl für eine Vervollkommnung der Bildung kaum viel Zell Übrig. Es konnte nicht mehr gelernt werden, man mußte regieren, d. h. sich grober Schmeichelei mcd der groben Beeinflussung durch Hofpollliker und Favoriten unterordnen, das Spielzeug in ihren Händen sein, Staatsstreiche inszenieren, au dem. bunten Wechselspiel der Hof- intriguen telluehmen, Minister entfernen und heraltziehen, M'oslliptionslisten aufstellen .... Die vier Jahre, die vergangen waren, selldenr der Kllabe Alexander im Frem- deÄuch des Klosters seine Kritzelei hingemalt Halle, Lountelt höchstens feine Handschrift ein wenig fester machen, und seine Vorliebe für den Buchstaben a in seinem Namen ein wenig abkühlen..." Dragas und Alexanders Mordanschlag auf König Milan. Im neuesten Hefte der „Zutun ft" schreibt der frühere serbische Ministerpräsidertt Dr. Vladan Georgowitsch, dessen Artikel, „Die Frauen der Obrenowllsch" kurz vor dmn . Belgrader Umsturz Aufsehen erregt hatte, Über den letzten Obrenowilsch. Er niiniur die Belgrader Vorgänge in Schutz; Alexanders Verblendung mußte so enden. Georgowitsch, : der von der Rllnisterpräfidentschafr zurücktrat uni) ins Ausland ging, als der König Draga heiratete, erzählt, wie sie zur Herrschaft gelaugte uni) die allmächtige Maitre sie wurde. „Sre wußte, wie man den durch üble Laiiue der Natur voll । den Frauen fern gehaltenen Männern den Schmerz erspart , Ni "d dunklen Öiernieberi aichenbür- Heschasls- Kapital r denkbar i. Malet evmtl. c Ar. bv38 >eee ntich im 1 rr., links. ehr Bügeln ;aiie 18, pi. gl u. frans, er günstigen hr. Lehrerin, Island war. ! 6rp. b. $L verein aus das so schön verlaufene Fahnenweihfest zurück- worden. KolMsche Tagesschau. Die Anarchisten blicken. . ...... Darmstadt, 22. Juli. Die „Darm,tadter Privilegierte Schützen-Gesellschaft" hat vor wenigen Wochen ihr von volles und praktisches Heim eingcweiht inte will nun den Schützen aus nah und fern, die sich vom 26. bis 29. Juli zum großen Preisschicßen hier einfinden werden, Gelegenheit geben, die großen und vorzüglich eingerichteten Schießanlagen zu bewundern. Eine uon Gerichtsaccessist Kalbhenn verfaßte Festschrift erzählt manches Wissenswerthe aus der Vergangenheit der Schützengilde, deren Geschichte bis m das Ionen diese WcksichMosigketten gc^eu die fremden Staaten den Serben sclir, die sich einbilden, man bade vor ihnen. Augst. Als wichtigster Punkt ist jedoch in Betracht zu ziehen, daß der König sich erst populär machen muß, bevor er überharrpt rrgend ctnute aus eigene ^>urd übernehmen rann, und deshalb ahmt er, wie wir schon rntttellten, den Kalifen Harun al Raschid Mich. ausstellung festgesetzt. Frankfurt, 21. Juli. Die tm neuen Schauspiel h a ri s für Unterbringung der Dekorationen vorgesehenen Räume haben sich, wie das Hochbauamt berichtet, im Verhältnis zu den neuen Anschaffungen und den ails dem alten Haus herüberzunehmenden älteren Beständen als unzulänglich erwiesen. Intendant Claar hat seine früher aiisgesprochene Ansicht, mehr gerollte Dekorationen verwenden zu wollen — sie beanspruchen weniger Raum als die ausgesteiften — später modifizieren muhen, weil an die plastische Wirkung der Dekorationen stets gesteigerte Anforderungen gestellt werden, welche die Verwend- ilng geschlossener und ausgcsteister Dekorationen in großem I Umfang unentbehrlich machen. Die Dekorationen, für deren I Unterbringung es an Raum fehlt, sind z. Z. in einem gemieteten Schuppen in größerer Entfernung vom Theater untergebracht, woraus neben den Kosten der Miete noch Mehrkosten und Erschwerniffe des Betriebs erwachsen. 9iun wurde festgesteNt, daß die im Schauspielhaus selbst vorhandenen lager' und Betriebsräume unvorteilhaft ausgenutzt find und durch einige bauliche Veränderungen ergänzt und besser benutzbar hergestcllt werden können. Ferner ist auf dem Hof ausreichender Platz für ein Magazin vorhanden, auch kann der Hof zur Gewinnung weiterer Unterstandsräume überdacht werden. Dauernde Abhilfe ist aber damit nicht geschaffen. In der Magistratsvorlage heißt es, es sei leider nicht anzu- nehmen, daß dang dem Bedarf an Dekorations-Magazm- räuinen vollständig genügt sein werde; vielmehr „wird 'zweifellos ein Bestand von Dekorationen übrig bleiben, der Schauspielhaus und in dessen Zubehör keinen Platz findet, «sondern zu seiner Unterbringung Vorsorge auf einem vorn Schauspielhaus abgelegenen Grundstück erfordert" Demgemäß ersucht der Magistrat die Stadtverordneten: 1. 32 000 Mk. für Magazin und Ueberdachung zu bewilligen und 2. das Hochbauamt in Gemeinschaft mit der Stadtkämmerei mit weiterer Vorlage für die danach noch nötig bleibende Erweiterung der Dekorations-Magazinräume zu beauftragen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den ^Nachbarstaaten. Aus Wetzlar wird berichtet: ^.er deutsche Generalkonsul in Neapel hat dem hiesigen Burgcr- ■ meisteramt für das städtische Archiv den Sondcrabdruck eines i Vortrags übersandt, den Professor Zumpini der der lrnt- hülluna zweier an den Ausenthalt Goethes in Neapel erinnernder Gedenktafeln gehalten hat. Der Vortrag behandelt- auch sehr eingehend die Beziehungen Goethes zu Wetzlar. Vermischtes. * Kiel 21. Juli. Heute früh fand ein Säbelduell Zwischen dem Assessor Schütz und Dr. $ et er 1 e n , P1rß Tondern statt. Schütz erlitt eine erhebliche Verlegung an d'er Brust. Die Ursache des Zwei- Kampfes ist in politischen Differenzen anläßlich der Reichs- *119* Danzrg,^21. Juli. Leutnant v. Puttkametr vom 2. Leibhusaren-Regiment, der beim vorgestrigen Rennen des westpreußischen Reiter-Vereins bei Zoppot mit dem Pferde gestürzt ist, ist heute früh im Stadtlazarett seinen schweren Verletzungen erlegen. | * Betreffs Unterstützung bedürftiger §a. milien, welche durch das Hochwasser in Schlesien betroffen wurden, traf der Vaterländische (Z-rauenvereiN, entsprechend den Erfahrungen bei früheren Ueberichwemm- ungen, Vorsorge. Die Tätigkeit ist gemäß der Anordnung der"Kaiserin alsbald nach den ersten Ereignisfen organisiert worden. Geldspenden werden entweder an den Haupt vor- stand des Vaterländischen Frauenvereins in Berlin oder an den Provinzialverband in Breslau erbeten. ,tie ,,-berl. Korr." schreibt: In dem vom preuß. Minister des Innern bereisten Hochwassergebiet wird sich die vom HM unsrer mit den örtlichen Instanzen besprochene Hilfsaktion ur dreifacher Richtung zu bewegen haben. Zunächst handelt es sich um die Linderung der augenblicklichen Not. Dazu wird hoffentlich das Ergebnis der Sammlungen, dre großer Opferfreudigkeit begegnen, ebenso genügen, wie zur Bestreitung der unmittelbaren Kosten. der Aufräumung und 1 Desinfektion. Letztere namentlich ist von weittragender Bedeutung, da erfahrungsgemäß Epidemien die Folgeerschem- ' una derartiger Wasserkatastrophen sind. Sodann handelt es , sich um die Feststellung des Schadens nach Umfang und ' Wert, namentlich soweit wenig Bemittelte von Verlusten ______.-.^-' getroffen oder einzelnen die Ernährungsquelle zerstört ist. Besonders gute Leistungen Die Feststellungsart durch die zuständigen Verwaltungv- Arankreichs neuer „Verbündeter". MS der Krieg mit den Bereinigten Staaten ausbrach, Hef em spanischer General: ,/Man gebe mir einen em ter* haken, und ich verwichte die „Jova". Die Jova war das aesürchtetste arnerikanische Kriegsschiff. Was dre Uitci> baten ihrer Generäle locrt sind, hat die Natron erfahren, vor welcher einst ,chie Welt zitterte". Was deur gegen- über eine wirkliche Flotte wert ist, sollte Alfons XIII. durch ' den Besuch der 27 französischen Kriegsschiffe denionstriert werden Ob dem spanischen B o l k der Unterschied zwischen der französischen Flotte und seinen 7 Schiffen zum Bewußb- sein tarn, scheint allerdings zweifelhaft. Em Schriftsteller bemerkt: „Bei dem Spanier wird das Erkenne ^ich selbst durch das Vermindere Dich selbst ersetzt." Die saurer können nicht sehen, daß man einem Aridereri den ^or^ug, giebt. Das scht sie in Verzweiflung. Mit dwsem Eharakter- zug rechnete die französische Regierring nach dem^ Besuch König Eduards in Portugal. Und darum fiel der Flotten besuch so glänzend aus, weck Deleasss den Spanwr al» den Grandseigiieur kennt, der seine Emkunfte verloren, aber seine Prätentionen gerettet hat! . Spanien hat das Schicksal feiner geographischen ^ige. 63 sollte der Wächter Europas über dem Eingang zum Mittelmeer urid über Afrika seiir. Aber weder tampffähig, I noch eigenttich bündnisfahig ist das Reich Karl» V. Es Dorf sich höchstens „ehrlich mißbrauchen lassen — urid ivafür wird Frantteich schon sorgen. Em Spanier hat seinen Landsleuten mit Recht vorgeworfen, dag sie Mar trrege-i rischen Geist, aber kemen mllttärrscheri Geist besaßen, daß jede ernstliche Orgalnsation ihnen antipathisch ]cl ^pa- iuen bat für seine 120000 Mann 540 Generale — gegen 300 Generäle in der französischen Armee. Von einem ^modernen, geordneten, gut disziplierten Heerwesen ist ^pa^ Ttien weit entfernt Wie füllte das auch möglich fein in einem Lande, das nach einem Ausdruck „allen Anschein, aber keine Wirklichkeit einer juristisch konstituierten Nation fteii&t"* wo man die Jnsttz noch mehr, als die Verbrecher,! fölTtet-üi einem Wbe, Ls mite- 1Ö0000 Beamten 70 000 äukwsbeamte, aber unter 19 Millionen Einwohnern 13 Ittllionen Lesens- und Schreibens-Unkuridige zählt und das den Schullehrern 8 Millionen Pesetas — schuldet, sodaß diese den echt spanischen Gedanken Loyolas von der belliaen Bettelei" nicht selten in emer ungeahnten Weifte die Praxis überttagen müssen. Die Spanier sind von! einem boshaften Engländer als die Bekenner der einzigen Religion ohne Dissidenten, namlrch der Faulheit, bezeichnet worden. 414000 ländliche Besitzungen sind in gerichtlicher Verwaltung, es gibt mehrere Millionen Berufslose; die Aus- bemtung der Madrider Stadtverwaltung durch viele sausende von Bettlern hat durch tljre llnverschäntthert Weltruf erlangt. Von der höheren Jugend behauptet man, datz sie nur einen Grundsatz, das Strebertum um Ruhe- vosten, kenne, deren Spanien eme sehr erkleckliche Zahl aufweist. Der Arbeiter, der den fünften Dell scmes Ern- ko mmeus an Verzehrssteuer bezahlt, spart nicht. Trotzdem besitzt Spanien in seinem ständigen Geburtenüberschuß in dem irrdustrielleu Genie der Katalonen, du das ganze unspauische Aiotw erfanden, „Weniger Gerarych als Pistung", in den Handelsleuten Asturiens Aiaternal für einen modernen Staat. Aber es bedarf noch mefjr der Initiative, des -tatkräftigen Handelus, statt der großen Worte, das Voll muß lernen, der Regierung ber den Wahlen, statt durch Rebellion, Widerstand zu leisten; die Reaierungskunst muß aus dem Wechselspiel zwischen Par- rechäupttrugeu ^zu einer Politll sich erheben, dre mehr auf die Nutzbarmachung des brachliegenden Fonds innerer Schätze, als auf Abenteuer, auf Draquixoterinen, außerhalb Spaniens sich richtet. Für Spanien ist die Verbindung mtt Frankreich kein Glück. Es wird dadurch zu einer llcber- spannuug seiner Atittel und seines ohnehin ntcht geringen Selbstbewußtseius fcerteilet. Zum Gluck für Spanien hat einstweilen der sparsame Villaverde das Ruder in die Hand bekommen. Das neue Ministerium ist endglltig folgendermaßen zusammengesetzt: Vlllaverde, Präsidium; San Bernardo, Auswärtiges; Santos Guzman, Justiz; Martitegui, Krieg; Eobian, Aiarine; Besada, Finanzen; Garcia Alix, Inneres; Butz allal. Unterricht; Gasjet, Ackerbau. Das neue Ministerium | leistete am Montag den Eid. Ausgenommen Villaverde,' Gasset und Garcia Mix sind alte Dtinister homines novi. Villaverde hat Vertreter aller konservativen Fraktionen ausgewählt. 9tach der „Voss. Ztg." hegt inan großes Vertrauen in sein Können und Tatkraft für die wirtschaftliche Wiedergeburt des Landes. Wie man noch aus Pari^, meldet, dürfte die gemeinsame Aktion Fran treichs und Spaniens in der marokkanischen Frage alsbald beginnen. * Die Kronprinzessin von Griechenland durch einen Betrunkenen attackiert, lieberem aufregendes Erlebnis der Kronprinzessin Sophie von Griechenland wird aus Athen berichtet: In dein ^ommer- theater des Hafens von Phaleron gastiert zur Zett eint geturnt. c orrf. , r v ** Die Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes beabsichtigt, eine Büchersamfnlung zu veranstalten zu Gunsten der Deutschen in den Ostniarken und im Auslände. Diese Absicht ist der allgemeinen Unter,tützimg wert im Interesse der Erhaltung des Deutschtums, und es I märe erfreulich, wenn diese Bemühiingen in weitesten Kreisen Beachtung fänden. Es empfiehlt sich, namentlich ältere Jahrgänge von guten deutschen Zeitschriften und etwaige Dubletten in Privatbibliotheken dem Verbände, bezw. depen Beauftragten, dem Oberlehrer Fuchs, Bismarckstr.' 36, zu diesem Zwecke zur Verfügung zu stellen. ** Das Geschenk aus Amerika. Ern hiesiger ! Geschäftsmann erhielt vor Wochen aus Newyork ein in englischer Sprache abgefaßtes Schreiben, von desien Inhalt, da er selbst nicht englisch versteht, er weiter Nichte begriff, als daß cs sich um Ananas handelt, welche von ienseits des Ozeans unterwegs seien. Der Entpfanger deste Schreibens glaubte nicht anders, als daß es sich um ein oon Amerikanern öfters schon ausgeführtes Manöver drehte, daß man nämlich eine größere Sendung züchte nach < Denlschland sendet und nach deren Anknnft von einem beut» , fdieit Hafenplatz aus den Weiterverfcuid auch ohne Bestellung ' ! an Firmen besorgt in der Annahnre, daß die;e Verlvendung si für die Ware hatten und daher die Sendung auch aeeeptteren l würden. So langten eines Tages die Ananas per ailgut auch hier afn und sollten gegen 5.50 Mk. Fracht auch ausgehändigt werden. Der Adressat verweigerte aber, weil er die Ware nicht bestellt habe, die Annahme. Die Elftn- I bahnbehörde nahm, da es sich nm leicht verderbliche Waren handelte, eine Versteigerung der verlveigerten Ananas vor und erlöste dafür von einem Konkurrenten des eigentlichen Adressaten des Gutes ganze 3 Mk., ein Preis, wofür die Ware rein geschenkt war. Einige Wochen ftpäter empfing unser Geschäftsmann abermals einen Brief aus Newyork, I der aber in deutscher Sprache abgefaßt war und in welchem I et tjoi; einem Freunde, der drüben wellt, die Nittteilung I erhält, daß jener ihm mit einer Kiste Ananas, die er aus I Amerika nach Bremen gesandt und für welche er auch die I Schiffsfracht bezahlt habe, einmal eine Freude habe machen wollen Ter Amerikaner knüpfte daran die Hoffnung, daß sein Gießener Freund die Sendung wohl längst erhalten und zu Einmachungen verwandt hätte. Der Amerikaner erhielt daraus die Weisung, daß, wenn er wieder einmal Ananas nach Gießen senden wolle, er es schlauer ansangen und vorher schreiben solle, ehe die Früchte hier anlangten. Was mag der Amerikaner gedacht haben, als er von der Annahmeverweigerung hörte? 8 Freienseen, 21. Juli. Ter hiesige Gesangverein Ariederkranz" feierte gestern und vorgestern das Fest! seiner Fahnenweihe. Das ununterbrochene Regenwetter am Samstag schien das Gelingen des Festes in Frage zu stellen. Um so freudiger war man am Sonntag überrascht, als der Himmel sich llärte und Sonnenschein und leichter Wind I schnell die Wege trocknete. In reichem Festesschmuck prangte der Ort, Guirlanden überspcuinten die Straßen und Ehrenpforten grüßten an ihren Eingängen. Der Festplab, Prach- na unter blühenden Linden gelegen, mit wundervoller Aussicht in die reizende Umgebung, eignete sich vorzüglich zur Abhaltung eines solchen Festes. Im stattlichen Festzuge schritten 20 Vereine, daruuier 16 Gesangvereine, und drei Musikkapellen. Die Gesangvereine Ulrichstein und Sellnrod waren mtt eigenen Musikkapellen erschienen. Auf dem Festplatze begrüßte der Präsident des Gesangvereins, Herr V^ lp nach dem Gesänge deö Vereins die Gesangvereine und Festgäste mtt herzlichen Worten. Psarrer Rö sch en hier hielt hierauf die Weihereoe. Unter poettfeher Anspruchs überreichte Fräulein Jmmel die neue, sehr Fahne. I Mit einem begeistert auf genommenen 5) och auf Kaiser und ! Großherzog, ausgebracht vorn Vorsteher des Gefangvcreins, EffiÄA Ln erschallten die Vorträge der ein- ! Leinen Gesangvereine, die alle Zeugnis ab legten von fleißiger des Männeraesanges. Besonders gute Leistungen «Die Festftellungsarr ourcy oie Iboten b« G^anavereine von Grünberg, Laubach unb Ulrid)» Lrgane ist für alle Teile der Provinz nach gleichen Grunb- ' stein Rafck und präzise wickelte sich der Gezang der vielen sätzen vereinbart. Erft nach Eingang dieser Berichte wird es Vereine ab ^aß^nz und Volksbelustigung rechtzeitig bc? Regierung möglich sein zu der Frage der Staats-und emtreten konnten Mit aller Befriedigung kann der Gesang- Kommunalhilfe definitiv Stellung zu nehmen. Endlich wer- augenblicklich nicht ein lückenloses Programm dafür aufgestellt werden. Daß hier in erster Lime möglichst ausgedehnte und gründliche Flußreguliernngen und Schaffung euies den Fortschritten der modernen Wasierbau-Technik entjprechem den Eindeichungssystems in Frage kommen, versteht sich! 16. Jahrhundert zurückführt. Die ältesten Aufzeichnnngeu stammen aus dem Jahre 1573. Damals nahm die ^gemamo Schicßgesellschast zu Darmbstadt", 3 „Fähnlem" (zu 20 Mann) stark, an einem allgemeinen „Glückschießen" teil, das v£?err Georg, Landgrav zu Hessen, Grav zu Katzenelnbogen, Dietz, Ziaenhain und Nidda" veranstaltete. Eine mächtige Ehrenscheibe war da vom Landgrafen nach eigenem Entwürfe gestiftet, Jo vom Nagelt bis an die Ecke anderthalb ehlen groß gewesen", und außerdem als 1. Preis em Ochse, jo 12 Gulden gekostet." Auch Heuer wird Großherzog Ernst Ludwig dem Feste beiwohnen. Wiesbaden, 21. Juli. Unter dem Vorsitz des Oelono» Imierats Dahleni sand heute mittag im Beisein des Reichs- ! loumiissars für die Weltausstellung in St. Louis 1904, Geh. Oberregierungsrat Lewald, eine Konferenz von Wein- händlern und Produzenten statt, um die Art und Weise der Beschickung der deutschen Weinbauausstellung auf der Weltausstellung festzusetzen. Anwesend waren ungefähr 50 Herren aus allen weinbautreibenden Gegenden des deutschen Reiches. Nach längerer Debatte wurden die Be- ftimmungen für die Teilnahme an der deutschen Sammel- Hcer und Flotte. Das Ritterkreilz erster Klaffe des Großh. Heff. Verdienstordens Philipps des Großmütigen wurde dem Major Praol, aggregiert dem 2. Oberelsäss. Jnfanterie-Regiment Nr. 17 , und dem Niaior I l s e m a n n beim Stabe des Husarenregiments König Huiiibert von Italien (1. Kurhefsischen) Nr. 13; der Steril zuni Kouiturkreuz des Großh. Sächs. Hausordens dem Generalmajor von Wachter, Generaladjutant S. K. H. des Großherzogs von Heffen; das Rüterkrenz erster Abteilung desselben Ordens: dem Major z. D. Freiherrn von Hou- wald, Bezirksosfizier beim Landlvehrbezirk Mainz, und dem Hauptmann Freiherrn Schäffer von Bernstein, Flügeladjutanten S. K. H. des Großherzogs von Heffen ver- liehen. Aus Stadl und Kand. Gießen, 22, Juli 1903. "Landwirtschaftliche Ausstellung Gießen. Auf der landw. Llusstellung im September d. I. siiidet auch eine Konkurrenz in Mollereiprodnlten statt und zwcrr in folgenden Klassen: Klasse 1: Süßrahmbutter, Klasse 2: Sauerrahmbutter, Klasse 3: Bauernbutter, Klasse 4: Käse, Klasse 5: Andere Molkereiprodukte. Die Einsindnng der betr. Produkte hat bis zum 5. September, nachdem eine ordnungsmäßige Anmeldung vorausgegangen ist, zu erfolgen. | Sie werden hiernach am 8. September durch 2 Preisgerichte voll Sachverständigen beurteilt und prämiiert. ^Mntliche Produkte" werden alsdann unter Beifügung der äuerkannten Preise in einer besonderen Abteilung auf der Ausstellung ausgestellt. Als Preise kommen zur Vergebung: 1 ^-leger- ehrenpreis, 1 Staatsmedallle, Medaillen und Diplome. ** Deutsches Turnfest in Nürnberg, ^urner C. MÜ11 er vom Turnverein Gießen erzielte bei dem Einzel- wettturnen 52 Punkte, und die Gan-Aiufterriege hat gut in Chicago scheinen, sofern man der internationalen Sensationspresse trauen darf, chre verbrecherischen Pläne zur Anstiftung von Attentaten auf euroMsche Staatsoberhäupter wieder aufgenommen zu haben, nacksdem sett der Ermordung des Präsidenten McKinley nichts von der lichtscheuen Tätigkeit jener Gesellschaften mehr verlautet hat. Jetzt sollen Vorberettungen zu einem Anschlag aufden Teutsch en Kaiser durch die Wachsamkeit der Polizei in Chicago entdeckt worden sein. Einem Berliner Sensationsblatte wird wenigstens aus Newyork gemeldet: Ter Polizeipräsident in Chicago bestätigt, daß er die Nachricht von einem Anarchistenkomplott gegen den Deutschen Kaiser nach Berlin gekabelt habe. Tie näheren Details sollen erst nach Beendigung der llntersuchuntz veröffentlicht werden. । Die Londoner „Central News" verbreiten ferner ein Tete- oramm des „Ncewyork Herald" aus Chicago, wonach die dortigen Polizeibehörden die angeblich von amerikanischen Anarchisten in Kopenhagen geplante Verschwörung und die, „y fyrtüenÄ eines Komplottes zur Ermordung des Deutschen! dem hiesigen Architekten Prof. Olbrich neuerbautes geschmack- Kaisers bestätigen. Der Chicagoer Polizeidire'ktor' -------in,n ni,n ben S'Neill teilte mit, vor einigen Wochen seien vier Anarchisten, zwetMänner un d z w ei Fr aue n,. von einem amerikanischen Hasen nach Schweden gereist, mit der erklärten Absicht, oen Deutschen Kaiser wahrend seines Besuches b ei König Os kar zu ermo r d en; bie Kopenhagener Polizei sei amtlich ^avon informiert französische Qperettengesellschaft, deren Vorstellungen viel besucht werden. Auch der Hof wohnt ihnen gern bei, die einzige Loge des Theaters ist für die königliche Familie reserviert. Als vor einigen Tagen das kronprinzliche Paar ohne irgendwelche Begleitung in dieser Loge Platz genommen hatte, öffnete sich plötzlich deren Tür, ein Mann, seiner Kleidung nach ein Athener Kleinbürger, drang ein und trat, während er verworrene Schimpfworte ausstieß, mit zum Schlage erhobenem Arm und g e- ö all ter Faust auf die Prinzessin zu. Kronprinz Konstantin erhob sich, packte den Unbekannten, warf ihn — der Prinz ist als sehr kräftig bekannt — zunächst gegen die Wand der Loge und stieß ihn dann zur Tür hinaus. Altes dies spielte sich so schnell ab, daß es den Polizeibeamten, die zur königlichen Loge eilten, nicht mehr möglich war, einzugreisen. Sie konnten lediglich den vom Kronprinzen die Treppe Hinabgestoßenen aufsangen. Der großen Aufregung, die sich des Publikums bemächtigt hatte, machte der Prinz dadurch ein Ende, daß er seinen Platz an der Seiteseiner Gemahlin wieder einnahm und durch eine Geste die Menge einlud, ihr Interesse den Vorgängen auf der Bühne von neuem zuzuwenden. Die Vorstellung wurde fortgesetzt; das prinzliche Paar wohnte ihr bis zu Ende bei. Der verhaftete Angreifer der Kronprinzessin wurde inMischen zur Polizeiwache gebracht. Dort wurde erkannt, daß.man es mit einem Trunkenen zu tun hatte, dem der griechische Landwein zu Kopf gestiegen war. Man behielt chn in Hast. Als er am anderen Morgen Auskunft über sein Tun geben sollte, konnte er sich an das Vorgefallene in keiner Weise erinnern. Entsetzt beteuerte er, es könne chm nicht eingefallen sein, der Prinzessin Böses antun zu wollen, liebe er sie doch nrehr als leine Schwester und seine Kinder. Das kronprinzliche Paar wurde von diesem Ergebnis der Vernehmung des Missetäters, eines Schlossers Kavalaris aus Athen, in Kenntnis gesetzt und ließ darauf den Polizeidirektor bitten, den Arrestanten, ohne dem Vorfall weitere Folge zu geben, auf freien Fuß zu setzen. Diesem Wunsche wurde Rechnung getragen. Gerichtssaal. -l- Gießen, 22. Juli. Strafkammer. Die gestrige Strafkammer-Verhandlung unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Dr. Schäfer Halle vier Strafsälle zum Gegenstand. Die Ehefrau des Konrad W. zu Gießen mar angeklagt, den Taglöhner Euler daselbst dadurch widerrechtlich in seiner Wohnung eingesperrl zu haben, daß sie die Küchenlüre, durch welche Euler mußte, um seine Wohnung zu verlassen, von außen verriegelte mit den Worten ^der mag mal drin bleiben". Euler mußte, um zur Arbeit zu gelangen, erst Nachbarsleute herbeirufen, die chn aus seiner Zwangslage befreiten. Die Beweisaufnahme, die im übrigen diesen Tatbestand ergab, hat nicht zur Genüge dargetan, daß die Angeklagte die Täterin war, zumal Euler als Zeuge selbst angab, sie nur an ihrem Kleide — • ruie es übrigens Frauen aus dem Volke gewöhnlich tragen — erkannt zu haben. Die Angeklagte wurde daher mangels Beweises unter Belastung der Staatskasse mit den Kosten freigesprochen. — Der Maurergeselle Adam M. aus Alten- Buseck hatte gegen ein Urteil des Großh. Schöffengerichts Gießen, welches ihn zu 30 Mk. Geldstrafe wegen Körperverletzung und zu 8 Mk. wegen Bedrohung verurteilte, Berufung eingelegt. Es wurde festgestellt, daß 2)1. im Februar auf der Badenburger Mühle bei Wieseck während der Mittagspause mit einem bejahrten Arbeiter, Philipp Moos V., der seine Kaffeekanne nicht gleich herausfand und hieran dem M. die Schuld beimaß, in Wortwechsel geriet und schließlich den Moos zu Boden warf. Er rief diesem noch zu; „Wenn wir eben beim Wasser wären, würfe ich Dich hinein." der keine namhaften Verletzungen erlitten hat, blieb infolge dieses Vorfalles mehrere Tage von der Arbeitsstelle fern. Das Urteil des Berufungsgerichtes lautete auf zehn Mark Geldstrafe unter Belastung des Angeklagten mit den Kosten des Verfahrens, im übrigen auf Freisprechung, indem es in dem genannten Ausruf des M. eine Bedrohung nicht erblickte. — Dem Viehschweizer Ernst Sch. aus Sonneberg waren zwei Diebstähle und zwei Fälle von Sachbeschädigung zur Last gelegt. Der Angeklagte hat als Schweizer bei einem Pächter in Okarben die seiner Pflege unterstellten Kühe stets roh und rück- sichtslos behandelt. Insbesondere trat er einer dem Pächter gehörigen Kuh, als sie im Augenblick nicht gefügig war, mit solcher Heftigkeit gegen das Euter, daß sie von da ab fast keine Milch mehr gab und von dem Pächter mit großem Schaden verkauft werden mußte. In dem anderen unter Anklage stehenden Falle stieß er einer Kuh mit dem Fuße gegen ein Bein, wodurch sie so schwer verletzt wurde, daß sie der Pächter auf Anraten des behandelnden Tierarztes, da eine Heilung langwierig oder ausgeschlossen sei, zum Schlachten mit etwa 400 Mk. Schaden verkaufte. Der Angeklagte ist ein zu Rohheit besonders geneigter Mensch, was feine Vorstrafen — zweimal wegen Sachbefchädigüng zu 3 Wochen bezw. 3 Monaten — beweisen, wie auch zu den gegenroürtig verhandelten Straftaten kein anderes Motiv ersichtlich ist. — Die beiden Diebstähle, begangen an etlichen, seinen Mitknechten ge- hörrgen Gegenständen, als Uhr, Hose, Stiefel, Hosenträger, gab der Angeklagte ohne weiteres zu. Er wurde deshalb wegen Sachbeschädigung in zwei Fällen, einmal in Jdeal- konkurrenz mit Tierquälerei (weil hier die Mißhandlung in ärgerniserregender Weise vorgenommen ward) und wegen Diebstahls in zwei Fällen zu einer Gesamtgefängnisstrafe von neun Monaten und in die Kosten des Verfahres verurteilt. — Das Gericht trat sodann in eine längere Verhandlung gegen den gelverblosen Julius R. aus Bleicheubach wegen Einbruchsdiebstahls, Betrugs und Diebstahls. Er soll in der Zeit von Anfang Januar bis Anfang März zu Bleichenbach der Minna Leopold crrun 32 Flaschen Wein während ihrer Abwesenheit vom Orte aus dem Keller gestohlen haben, zu dem er sich mittelst falscher Schlüssel oder dergl. Eingang verschaffte. Es wird ihm ferner zur Last gelegt, daß er etwa um dieselbe Zeit zu Gießen die Eheleute Andreas Dinkel nach und nach um den Betrag von 104,80 Mk., und die Eheleute Franz Schild um einen geringeren Betrag betrogen, und endlich eine dem Andreas Dinkel gehörige Uhr unterschlagen habe. Der Angeklagte ist der Sohn eines verstorbenen Pfarrers. Er selbst hat höhere Schulen besucht, es jedoch nicht bis zum Reifezeugnis gebracht. Später geriet er auf verbrecherische Bahnen; er ist wegen Meineids vom Schwurgericht Gießen im Jahre 1900 mit zwei Jahren Zuchthaus und außerdem wegen Betrugs vorbestraft: Auf Grund der heutigen Beweisaufnahme wurde bezl. des Diebstahls folgendes festgestellt: Die Minna Leopold zu Bleichenbach, in deren Hause der Angeklagte früher viel, zuletzt aber wegen zwischen ihnen entstandener Streitigkeiten nicht mehr verkehrte, hatte ihren Wohnort für längere Zeit verlassen. Als sie nach Hause zurückkehrte, boten sich ihr gleich Anzeichen dafür, daß in ihrem Hause etwas vorgegangen fei. Aus der Haustüre, die sich schwerer wie gewöhnlich aufschloß, waren mit Kreide drei Kreuze gemalt. Der &ang war schmutzig und überall lagen Streichhölzer umher. Auf dem Boden ließ sich eine Fußspur feststellen. Die erschrockene Frau öffnete, nichts gutes ahnend, den Keller, der so verschlossen war, wie sie ihn verlassen hatte, und mußte entdecken, daß ihr sämtlicher Weinvorrat, bestehend aus etwa zweiunddreißig Flaschen, fehlte. Im Garten lagen eine Anzahl leerer Flaschen. Nach erhobener Anzeige richtete sich der Verdacht gegen den Angeklagten aus folgenden Gründen: Es war verschiedentlich ausgefallen, daß er sehr häufig, auch abends und sogar bei schmutzigstem Wetter, einen Weg benutzte, der zwischen Gärten über eine niedrige Mauer hinweg nad) dem Leopoldschen Hause und deni Friedhof führt. Auf gelegentliches Fragen emes Anwohners nach dem Grunde dieser seltsamen Spaziergänge erklärte der Angeklagte, das ginge ihn nichts an. In der Verhandlung giebt er hierfür Erklärungen; er habe den Weg stets benutzt, um zu Zwecken der' Andacht ungestört auf den Friedhof zii gelangen, wo feine Eltern begraben seien. Weiter kommt verdächtig vor, daß der Angeklagte um dieselbe Zeit einmal eine ganze Hand voll Streichhölzer sich bei einer bekannten Frau holte, wenn man erwägt, daß in dem Hallsgange ebensolche gefunden wurden. Der Angeklagte erklärte dies aber damit, er sei ein starker Raucher gewesen und habe stets viel Streichhölzer benötigt. Endlich ist es ausgefallen, daß er zu dieser Zeit einmal äußerte, er erwarte eine Weinsendung uud daß er damals häufig, auch schon morgens, betrunken war, obwohl er Mittel zu Getränken nicht besaß. Das Gericht hielt nach der Urteilsbegründung diese Tatsachen für äußerst belastend, jedoch nicht für hinreichend, die Täterschaft des Angeklagten zu beweisen, es kam daher zu einer Freisprechung bezgl. des Tiebstähls. Dagegen lagen die Betrügereien des Angeklagten klar auf der Hand. Er wußte sich dadurch Kredit zu verschaffen, indem er den Leuten vorspiegelte, er habe eine schöne Zimmereineinrichtung, über die er frei verfügen könne, obwohl sie schon gepfändet war; er habe Geld bei feinem Bruber, einem Ingenieur, liegen, obwohl dieses erdichtet war und er wußte, daß er nicht in der Lage sein werde, das Geld zurückzuzahlen. Bezüglich der dem Angeklagten weiter zur Last gelegten Unterschlagung wurde festgestellt, daß er von Andreas Dinkel eine Uhr leihweise erhalten hat. Auf Wunsch des Angeklagten wurde ihm auch erlaubt, die Uhr zu verkaufen bezw. zu versetzen. Dieser verkaufte sie nun an den Wirt Carle zi: Gießen unter Vorbehalt eines an eine achttägige Frist gebundenen Rückkaufsrechtes. Er hat jedoch weder die Uhr dem Dinkel zurückerworben noch den Erlös für dieselbe diesem erstattet. Tas Gericht hielt den Tatbestand der Unterschlagung, unter welchem Gesichtspunkte die Handlung angeklagt war, hier für nicht vorliegend, und sprach daher den Angeklagten insoweit frei. Hiermit wurde die Sitzung geschloffen. Hanau, 20. Juli. Ein Nachspiel zur Reichstagswahl brachte hter eine Gerichtsverhandlung. Eil: früherer Diamantschleifer, jetziger Bierhändler war wegen groben Unfuges angeklagt, weil er am Tage vor der Reichstagswahl abends auf offener Straße den hier nicht Niißziiverstehenden Ausruf „Haut den Lueas!" wiederholt laut ausgestoßen hatte. Bekanntlich ist der Kandidat der vereinigten nationalen Parteien für den Wahlkreis Hanau- Gelnhausen-Orb Amtsrichter Lueas-Gelnhausen (nationalliberal) m der Stichwahl gegen den Sozialisten Hoch gewählt. Tas Schöffengericht nahm groben Unfug für festgestellt an und öerurteilte den Angeklagten zu 3 Tagen Haftstrafe. Berlin, 21. Juli. Im Pommernbankprozesse zog sich der Gerichtshof heute nach Beendigung der Plaidoyers zu einer halbstündigen Beratung zurück. Der Vorsitzende verkündete darnach den Gerichtsbeschluß, dahingehend: Nachdem die Frage der Schätzungen noch nicht zu einem abschließenden Urteil gelangt ist und die Anklagebehauptungen durch die Sachlage eine Erschütterung erlitten haben, beschließt der Gerichtshof, die Verhandlung zu vertagen imö die Akten der Staatsanwaltschaft zur weiteren Erhebung der Schätzungsfrage zuzustellen. Nach Erledigung dessen wird das Gericht die Sachverständigen ernennen, welche nach der Instruktion des Gerichts die Abschätzung der beanstandeten Pfandgrundstücke vornehmen sollen. Der gegen die Angeklagten Schultz und Romeick erlassene' Haftbefehl wird aufgehoben. Leipzig, 21. Juli. Das Todesurteil gegen ben Matrosen Kohler, der bekanntlich die Bluttat auf der,^Loreley" begangen hat, ist heute vom Reichsgericht bestätigt worden. Sammle, Velvets, Elten & Keussen, Krefeld. bewährteste Nahrung für _ / ' kemUMMmg 6er MWnUinMe. Bei der am 16. Ium fortgesetzten Ergänzungswahl sind weiter als Gemeinde-Vertreter, und zwar auf 5 Jahre, gewählt worden die Herren Balthasar Bierau, Glasermeister, und Ludwig Neuenhagen, Amtsrichter. Gießen, den 22. Juli 1903. 5720 Der Kirchenvorstand der Matthäusgemeinde. Schlosser. W'" g Zur Beiss empfehle mein grosses Lager in Handkoffern, Reisekoffern, Handtaschen, Umhänge- und Anhängetäschchen, Schirm- und Plaidhüllen, Rucksäcken, Toiletterollen etc. Äuegust Kissinger1 6650 Seltersweg 19. Seltersweg 19. ,n nnn _ Zum Stoppelnpflugen empfehlen | Patent-N »rinal-Stalil-PIIn;» 2- und mehrscharig mit hochgebogenem Gründet Verstopfen vollständig ausgeschlossen. ■ Auch mit staubdichten Radnaben für l&jSäfegff ,/;? z Oelschmierung. Erstklassiges Fabrikat , Ph. Mayfarth & Co., - Frankfurt a. 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Mts., vorm. UV, Uhr, bei der unterzeichneten Behörde enrzurcichen, woselbst auch deren Eröffnung um die angegebene Zeit in Geaenwart der etwa erschienenen Bieter statt- sindet. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 20. Juli 1903. Hrotzh. Kutturinspektion Hießen. W iß mann.____5708 Prima Einmachkirschen rl Pfund 30 Pfg. vor dem Hotel Lenz. (03441) Ebel. I Versteigerung. I Donnerstag den 23. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Neuenweg 28 — im Löwen — 1. HauS- und Küchengeräte aller Art, 2. eine größere Partie Schuhwaren, 3. drei Warenschränke und eine Ladentheke, 4. zwei Ballen Kaffee u. v. A. gegen Barzahlung versteigert werden. Gießen, den 21. Juli 1903. 5719 Seipel, Gerichtsvollzieher. FaselMen-Versteigernng. Freitag den 24. Juli l. Js., nachmittags 3V2 Uhr, soll ein der Gemeinde Treis a. d. Lda. gehöriger fetter Bulle in dem Hofe bei dem Ochsenstall öffentlich meistbietend versteigert werden. Großherzogl. Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. 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