FreitagÄ». Mai 1803 153. Jahrgang Zweites Blatt. $)U heutige 'Nummer umfaßt 10 Seiten. m Marburg zum Reichstags^ sozialdemokratischen Kandidaten gestimmt. hat. Der hiesige demokratische abend abgehaltenen Generalhaben die Sozialdemokraten, blatt* mitteilt, Dr. MichelS kandidaten proklamiert. -k- Mainz, 21. Mai. Hohen lohe-O eh - Amt als Sanbrat Tie Balkan-Unruhen. Aus Konstantinopel wird dem „Berl. Tagebl." gemeldet: Tie Türken fahren mit ihren Rüstungen fort. E- werden nicht nur fortwährend Truppen nach Anatolien und Mace- donien geworfen, sondern man setzt auch die Neuformationen der Kavallerie fort. Vorläufig werden fünf Regimenter gebildet; im Armeekorps von Adriauopel wurden Kolonialpost. Nach einer Mitteilung der „Köln. Ztg." hat aus Samoa eine starke Einwanderung von großen und kleinen deutschen Kapitalisten slattgefunden. Volilische Tagesschau. Berlin und München. Schon seit einiger Zeit ist wieder von allerlei ,Un- ftimmigkeiten* zwischen Berlin und München die Rede. Man erinnert sich, daß kürzlich etwas unvermittelt der oer- fassungSmavige BundesratSauSschuß für auswärtige Angelegenheiten, in welchem Bayern den Vorsitz zu führen hat, in die öffentliche Debatte gezogen wurde. Jetzt kommt das.Würzb. Journ.* mit folgender Sensationsmeldung über Friktionen zwischen der bayerischen und der Reichsregierung: .Für das eigemlid) selbstverständliche Zugeständnis der von dem bayerischen Minister des Aeußeren Freiherrn v. Podewlts, nicht ohne sich vorher der Zusiunmung maügebender Politiker aus dem Zentrum versichert zu haben, ausgestellten Forderung des eventuellen stelloertreienden Vorsitzes im Bundesräte und der In- wirkiamkeittretuug der veriasfuugsinäbigen Institution des diplo- malifchen Ausschusses mit Bayerns Vorsitz fordert Preus; en angeblich die Besetzung der Ko mm andost eilen deS zweiten und drittenArmeekorpS durch preußische Generäle unter gleichzeitigem Austausch einer größeren Anzahl Offiziere aller Grade in zeitweiliger Abkommandierung i 1» Württemberg. Ferner habe die bayerische Armee die neue Einheitsuniform — zunächst die graue Litewka — gleichmäßig einzuführen. Uebec diese Kompensationsforderung, so erzählt das Würzburger Blatt weiter, kursiere eine sehr drastische Aeußerung deS ackss höchste verblüfften Prinz- regenten. DaS Tollste leistet sich aber daS Blatt mit dem Satze: .Höhere Militärs sind der Meinung, daß schließlich der Schutz Oesterreich-UngarnS angerufen würde, da sich der Regent unmöglich der Hoheitsrechte begeben könne.* Auch die beschleunigte Rückkehr dcS Prinz- reflenten von Wien nach München wird mit diesen „Fnk- • men* in Verbindung gebracht. Man glaubt, sich in einem Tollhause zu befinden, wenn man in einem deutschen Blatte eine Intervention Oesterreichs in deutschen Bundesangelegen- Heiken angekündigt sieht. Aber auch sonst atmet der Artikel * . Gehässigkeit, als daß man ihn ernsthaft nehmen könnte. Vermutlich dürsten sich einige ,Unstimmigkeiten* zwischen Berlin und München, so weit sie wirklich bestehen sollten, bei dem bevorstehenden Besuche deS bayerischen Ministerpräsidenten v. PodewUS in Berlin in aller Freundschaft auS- gleichen. Ausland. London, 20. Mai. In einer gestern hier ab gehaltenen Zionistenversammlung wurde mitgeteilt, daß die englische Regierung sich mit der Absicht trägt, ein Gesetz gegen, die Einwanderung von Fremden zu erlassen, daS sich speziell gegen die Juden richten soll. — Ter Königvon Italien und Präsident L o u b etk werden noch im Lause des Juli den Besuch des Königs erwidern. — Tas Unterhaus eröffnete gestern abend die Debatte über den Congostaat. Tie Abgg. Herbert und Samoel, Sir Charles Wilke, sowie die Unterhausmitglieder Qtorfe und Emmott sprachen über die Greueltaten, welche von congostaatlichen Beamten begangen worden sind. Siel beklagten sich außerdem darüber, daß der Congostaat den Berliner Vertrag umgangen habe, indem derselbe Handelsmonopole gegründet habe, wodurch der englische Handel lahmgelegt worden sei. Lord Cranbome ertiärtc un Siameit der Regierung, es werde eine Enquete veranstaltet werden, um festzustellen, ob der Congostaat gegen den Artikel 5 des Berliner Vertrages gefehlt habe. Nach einer längeren? Tebatte, worin auch Lord Fitzmorise das Wort ergriff, erklärte Lord Balfour, er verlange von der Kammer nicht eine unbedingte und verfrühte Verurteilung einer fremden Regierung, solange nicht eine Enquete erwiesen habe, ob die Entschuldigungen begründet seien oder nicht Hierauf nahm das Unterhaus die Resolution Herbert-Samoel wegen Einleitung einer Enquete an. (Also die Herren Engländer haben Lust, den Congostaat in ihre unergründliche Tasche zu stecken, wahrscheinlich nur aus Gründen edelster Menschlichkeit! T. Red. d. Gieß. An-.) Utrecht, 20. Mai. Ter frühere Präsident Krüger ist heute abend, von Mentone kommend, hier eingetroffen und nach Hilversum weitergereist, wo er Aufenthalt nimmt. Krüger sicht sehr gesund und rüstig aus. Paris, 21. Mai. In der gestrigen Deputierten- kämm er wurden nach einer langen Rede des Ministerpräsidenten Combes über die Kongregationen 10 Tagesordnungen eingebracht, bei deren Beratung es zwischen den Abgeordneten Berteaux und Borguet zu einem Handgemenge kam, fobay die beiden Gegner von Saaldienern getrennt werden mußten. Abg. Iublart ersuchte die Kammer, sich vor allem über die Frage der Trennung zwischen Kirche und Staat auszusprechen und brachte in diesem Sinne einen Antrag ein. Terfelbe fordert die Vorbereitung der Trennung ohne Verbindlichkeit und ohne Tadel für die Regierung. Ter Ministerpräsident erflärte, er beglückwünsche sich zu allem, was zur Beibehaltung bet jetzigen Majorität führen könne. Tie Regierung habe keinen Grund, sich dem Anträge zu widersetzen. Ter Antrag Iublcrrt wurde jedoch abgelehnt. Schließlich nahm die Kammer die Tagesordnung Etienne an, die von der Regierung gebilligt wird und worin die Kammer die Erklärung der Regierung billigt, auf ihre weitere Festigkett vertraut in der Ahndung der liebertretungen pes Klerus sowie der Inkraftsetzung der Gesetze für die Freiheit der verschiedenen Kulte. Alle weitergehenden Zusatzanträge wurden abgelehnt. Vigo ,21. Mai. Tas deutsche erste Geschwader ist gestern mittag hier eingelaufen. Tas Fort erwiderte den Salut. Ter Militäcgouoemeur, der Marinepräfekt und der deutsche Konsul begaben sich an Bord des Admiralschiffes zur Begrüßung des Prinzen Heinrich. Eine nach Tausenden zahlende Zuschauermenge fand sich auf dem £.uai' ein. Prinz Heinrich begab sich mit seinem Adjutanten an Land und stottere dem Bürgermeister und dem Gouverneur einen Besuch ab. Tie militärischen Ehren erwies eine Kompagnie Infanterie. Ter Prinz fährt von hier direkt nach Madrid und wird am 27. Mai nach hier zurückkehren. Tas deutsche Geschwader verläßt am 29. Mai den Hafen. Rom, 20. Mai. Die heutige Kammersitzung begann mit einer Posse, da dec Republik mb v.iribal- ümeroberft Gattoruo, der polii. ernst genommen wird, über das Dem tu) en des deutschen Reichskanzlers Bülow, den Ministerpräsidenten Zanardelli zu einem modus vi- Grafen Onola einzutreten. Im Wahlkreis AlSfeld-Lauterbach-Sch o tten wie das , Offenbacher Abend- Verein hat in seiner gestern Versammlung beschlvffen, bei der bevorstehenden Reichstagswahl von der Aufstellung eines eigenen Kandidaten abzusehen und für den sozialdemokratischen Kandidaten Dr. David einzutteten. Bei der Wahl zu dem hessischen Landtag hat bekanntlich die demokratische Pattei hier auch für die beiden monculicd7dP1^ vierteljährlich Alk. 2.20; durch Adhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.L.—vienel- jäbrL auSfcht. Bcücllg. Annahme von Anzeigen für die Lagesnummer bis Dormtttagi 10 Uhr. Zeilen preis, lokal ll’DU au»wärt» 20 thg. Heer und Flotte. Berlin, 20. Mai. Der am 18. April dS. IS. zum Generalleutnant befördette Oberquattiermeister v. Goßler ist, wie die »Kreuz-Ztg.* berichtet, zum Kommandeur der 11. Division in BreSlau an Stelle deS zur Disposition gestellten Generalleutnants v. Ende gestellt worden. Statt seiner wurde der bisherige Kommandeur der 2. Garde-Jn- fanterie-Brigade, Generalmajor v. Scheffer, Oberquattiermeister. Für diesen hat der Generalmajor von der Armee, d. 6trau5, der frühere Kommandeur des 2. Gardcregi- mentS zu Fuß, die 2. Garde-Jnfanterie-Brigade erhalten. Ferner ist der Major Prinz Heinrich XXX. Reuß vom Leib - Grenadier-Regiment ,König Friedrich Wilhelm 111.* (1. brandend.) Nr. 8 in Frankfurt a. d. O. nach FlenSburg in das Füsilierregiment „König* (schlesw.-holst.) Nr. 86 versetzt worden. Aus dem Militär-Wochenblatt, v. Claer, Major im Generalstabe der Großh. Hess. (25.) Div., in den großen Generalstab, Gr. v. Waldersee, Hauptrn. im großen Generalstabe, in den Generalslab der Großh. Hess. (25.) Div. versetzt. — v. Lengerke, Hauptrn. im im 4. Lothring. Inf.-Regt. Nr. 136, unter Versetzung zum Inf.-Leibregt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117 zum Überzahl. Major befördert. — Friederichs, Lt. der Res. des 4. Großh. Hess^Ins.-Regts. (Prinz Carl) Nr. 118 auf ein Jahr zur Dienstleistung zum 4. Hannov. Inf.-Regt. Nr. 164 kommandiert. — Frhr. H aller v. Haller st ein, 2t im 2. Großh. Hess. Drag.-Regt (Leib-Drag.-Regt) Nr. 24, zum Lberlt, Fr hr. v. Weiter sh ausen, Oberlt im 2. Großh. Hess. Feldart-Regt. Nr. 61, zum Hauptrn. und Battt.-Chef befördert — Frhr. v. Dincklage, Hauptrn. und Battt.-Chef im 2. Großh. Hess. Feldart-Regt. Str. 61, in das 3. Garde-Feldart-Regt, Reichert, Hauptmann und Adjutant der 10. Feldart-Bria., als Battt.-Che in das 2. Großh. Hess. Feldart-Regt ftr. 61 versetzt — Hetzker, Lt im Großh. Hess. Train-Bat 9tr. 18, zum Oberlt, die Fähnriche: Brandenburg im Feldart. Negt von Peucker (1. Schles.) Nr. 6, unter Versetzung in das 2. Großh. Hess. Feldart-Regt Nr. 61, Frhr. v. Malaper t, gen. Neufooille, v. Löhneysen, Gr. zu Sayn-Dittgenstein-Derleburg im 1. Großh. Hess. Inf. (Leibgarde-) Regt Nr. 115, v. B o e l tz i g, im Inf.- Regt Kaiser Wllhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Leo im 4. Großh. Hess. Inf.-Regt (Prinz Carl) Nr. 118, zu Lts. befördert — Dr. H all w ach s, Assist-Arzt der Landw. 1. Aufgeb. (I Darmstadt), zum Oberarzt befördert — Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben nahm nach einer Newyorker Depesche an einem Festmahl teil, welches der Großindustrielle Jaeot Schiff ihm zu Ehren veranstaltet hatte. Dessau, 2L Mat Dieser Tage wurde einer Gast- wrrtSwitwe ein Schwein im Gewichte von 220 bis 240 Pfund für den Preis von sage und schreibe 48 Mark an geboten, mit der Begründung, „in unseren, etwas abgelegenen Ort kommt gar kein Fleischer". Der Preis ver» leht sich natürlich für das ganze Schwein. Hannover, 20. Mat Der „Hannov. Anz." meldet: Tie zahlreichen politischen und persönlichen Freunde von Tr. Karl Peters unter Führung des Abg. von Kardorff haben an den Kaiser ein Schriftstück gerichtet, in welchem sie die gegen Dr. Peters wegen dessen Amtsführung in Südwestaftila erhobenen Anschuldigungen zu entkräften suchen, und bitten, daß das gegen Dr. Peters seinerzeit gefällte Urteil aufgehoben und oie Wiederaufnahme des Verfahrens eingelcitet werde. Das Schriftstück ttägt die Unterschrift vieler Kolonialpolitiker und höchstgestellter Persönlich leiten. ES liegt bereits seit einigen Tagen im Zwilkabinett des Käfters. Wahlbewegung. Friedberg, 21. Mai. Eme VettrauenSmänner- versammlung des Bauernbundes im Wahlkreise Fried- berg-Blldingen hat nach der ,D. Volksmacht beschlossen, für die Wiederwahl des settherlgen nationalliberalen Abg. Nr. 118 «-»chetnt täglich y Ler Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die «iehener .famllien* blätter viermal in der Woche betgclcgL Rotationsdruck u. Verlag der Brü h i'f chen Unwert.-Buch- u.6tein- drucke ce, (Pietsch Erden) V ' Non, Lrveditw« und Druckerei: Gchalftrabe 7. Adresse für Depeschen: «uzetger Dießen. FerntperchanIchtußAr 5L »ie Reserven einberufen. Tie Nachrichten auS Makedonien lauten trister denn je. Tie türkischen Soldaten uni) Saptihs wetteifern an Grausamkeiten gegen die Bewohner, odaß sogar verschiedene Konsuln beün Generalinspektor der Armee protestierten. Fast überall find die Gefängnisse über* üllt Tie Art der Bildung des bulgarischen Kabinetts überraschte nach einer Meldung des Wiener Lorr.-Bur., folgert aber, daß die Zusammensetzung des Ministeriums eine konsequente Führung der Politik gewährleistet, die auch den Ge- ahren der makedonischen Bewegung ausweiche. Die neuesten vertrauenswürdigen, aber noch der Bestätigung bedürfenden Nachrichten besagen, daß der Befehl zum Truppen- oormarsch gegen den noch in Opposition befindlichen ieil der Albanesen, welcher sich gegen die Höhen von Koprio-nik zurückgezogen hat, rüa'guugig gemacht sei, weil diese Älbo liefen das Kloster Tetschaui besetzt halten und dasselbe, falls die Truppen vorrücken, zu zerstören drohen. Taher gingen, wie verlautet, die Truppen nach dem Lager in Babait-Loces oder Tebabat Aurua. Die Unterbrechung in dem Vorgehen der Truppen soll der Rest der albauesftchen Opposition benutzen, um bei den noch schwankenden Stammen Verstärkungen anzuwenden. Nachdem die oppositionellen Albanesen die Höhen von Foprionik besetzt hallen und das dort befindliche Kloster Tetschaeri in die Luft zu sprengen drohen, erhiellen die türkischen Truppen Befehl, die Operationen gegen die Albanesen einstweilen zu sistieren und nach Tebabat zurückzukehren. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger w Amlr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Teil: v. «iltko. für .Stadt und tianb* und .Genchtvfaaf. Auaust Dötzi füi den An- zeiqentetl: Pan« Beck. Deutsches Reich. Berlin, 21. Mai. Das Kaiserpaar ist gestern in Wildparkstation eingettoffen. Zum Empfang waren der Kronprinz, Prinz Joachim und 1>ie Prinzesim Viktoria Luise am Bahnhof erschienen. Das Kaiserpaar begab sich alsbald mit den Prinzen und der Prinzessin nach dem „Neuen Palais". — Aus der Rückfahrt von Urville nach Wildpark hörte der Kaiser die Vorträge des stellvertretenden Kriegsministers von Einem, des Chefs bei Militär- kabinctts Okafcn Hülsen-Häseler und des Chefs des Marinekabinetts von Senden-Bibran. Auf Station Wildpark nahm der Kaiser die Abmeldung des bisherigen groß- bri« an Nischen Militar-Attachees Oberst Waters entgegen. — Sjeute abend ist der Kaiser,nach Pröckelwitz abgereist. - Am gcsttigen Geburtstage des Zaren er- schienen in der russischen Botschaft Reichskanzler Graf Bülow, sowie sämtliche Botschafter der hier anwesenden Gesandten, um ihre Karten abzugeben. — Tie „Nordd. Alla. Ztg." schreibt: In einem hiesigen Blatte ist ausgeführt worden, der gegenwärtige Oberpräsident von Schlesien habe die Interessen der Provinz nicht genügend vertreten und die Staatsregierung über die unerfreuliche Entwickelung der Verhaltnifte m Oberschlesien im Unklaren gelassen. Wir halten uns für verpslichtet, hiergegen hervorzuheben, daß kaum sur eine Provinz des preußischen Staates so mel geschehen ist, al» für die Provinz Schlesien während der Amtszeit!des gegenwärtigen Oberpräsidenten. ö"Ut den b evorst eh enden R u ck tritt bc-= Herzoqs von Trachenberg ist lediglich der in seinem Abschiedsgesuch angegebene Grund eines schweren und sich allmählich vettchlimmemden Augen- ^idens^maßge^nd^^ veröffentlicht die Verleihung bei Luisenordens mit der Jahreszahl 1813/14 an bte Großherzogin von Sachsen-Weimar., — Dr. jur. Prinz Hugo zu . rin qen, der vor einiger Zeit sem Amt als des Kreises Rosenberg (Schlehen) medergelegt hatte, um sich der kaufmännisch en Laufba hn zu widmen, ist jetzt, nachdem er zunächst bei der Deut- chen Bank als Volontär gearbeitet und dmui m Amerittl tüte kaufmännische Bildung vervollständigt hat, Geschafts- tübrer einer Gesellschaft mit be,chrankter Haftung geworben, der „Deutschen Oelbesprengungswerke", die er mit dem Kaufmann Leonard Schade van Westrum gegründet ha7 T« Zw-ck der G-s-Nschast, deren Derwögen 30)000 Wrt beträgt, ist die Anrveutung der Erstndung und der CLudrechtc eines Patentes, der Bcrtaus ran Lizenzen und die Beteiligung an ähnlichen Unternehmungen, ^er Prinz, geboren 1864, Lderleumant ä la lutic der Armee, rst der füngste Bruder des Fürsten Chr.stean Kraft zu H°hcnl-h-. i^eiirinaen ÄerzogS von Ujejt, ernea der größten Grund, bei der en DeuWand, Aiitgliedes des Renchstag-z und in Sportkrcisen als Präsident des Unron-Kluds bekannt, dem auch Prinz Hugo zu ovenlvhe<,ehrnngen ^ahre hin, durch als Mitglied dessen technischer Kommtsiwn angehort dchen, kochen kann und xbeit erfahren i|t, "^>cheu, Mott ukuv~ k" Sewandl, Ql6 ?ELabeaofu: ^iuverlai U. foson Af wlgsvlatz 4, tj/ Hauskleider an« °>"chldurch [02499 tehersroji? '"affigr grau~ uurgensvonöUhr XW Stuben nach- Wlfe gegen guie «einen haushalt jQfl£bieS^pL[4i2ö !8 Mädchen chen kann u. paus- r auf 1.3uli gejucht, )anlage 14, pari. W Mm "beit, fofort gejucht. Bloeilner, Äftratze 2. i Wellek iberroeit rpachün. lten belieben er 9k. 4002 an hu QL S,DhintereilQi'ielL AlWLS Sß TTrW a fifilin. einiKrl. iucht-teile joverLhub^auD. ©ieBenVjL-lJ Ähll e Verkauferi« au§ nilie gejucht. [3873 M,Celterswegl8. ravcs Mädchen, iom Lande, kann [o- Schtllersttaße 14. idchen, , kochen k. u. yau' mt, z. 1. Hunt nach [ud)L Cfjeaen imt d)en ju achten an Don öufioi 41.. tüchtige Sortitimi Arbeit gesucht, t die Cxp. 1^718 verrdi mit dem Vatikan zu bewegen, anfragte, imb int ter Heiterkeit des Hauses von dem Unterstaatssekretär Ronchetti abgetan wurde. Zum Schluß wurde die Kammer der Schauplatz aufregender Skandale. Ferri hatte seine Uebernahme der Direktion des „Avanti" mit groben Angriffen gegen den Marineminister Bettolo begonnen, dem er vorwarf, Aktien von Stahlwerken jedesmal, wenn er Minister war, in die Höhe getrieben zu haben. Santitri (kons.) interpellierte, um Bettolo Anlaß zu geben, sich zu rechtfertigen. Die Mehrheit der Kammer wurde durch die Verteidigungsrede Bet- tolos befriedigt. Ferri, der fortwährend den Minister unterbrach, und dann replizierend immer gemeiner an* griff, wurde von der Mehrheit und dem Minister unter ungeheurem Lärm der Kammer ein elender Lügner genannt. Als Ferri, jeden Halt verlierend, sich in Hitzreden überbot, erklärte Bettolo: „Abg. Ferri, Sie sind ein verächtliches Wesen." Die Kammer bereitete Bettolo eine neue Ovation. Die Erregung der Kammer gegen Ferri ist ungeheuer, weil er, entgegen den hier üblichen Ansichten, sich nicht duelliert, trotzdem aber stets mit Worten dre Kampflust anderer reizt. Bei der Beratung des Kriegsbudgets bringt Ciccotti und andere Sozialisten eine Tagesordnung ein, in der die Regierung aufgefordert wird, eine neue Heeresorganisation, die mehr der wirtschaftlichen Lage entspräche, einzuführen. Diese Tagesordnung wurde abgelehnt. Wien, 20. Mai. Der Zoll ausschuß nahm unverändert die Tarifklassen für Instrumente und Uhren an. Referent Urban erklärte eine Herabsetzung der Eisen- zölle, solange Deutschland seine Eisenzolle nicht herabsetzt, für nicht empfehlenswert und hält die Positionen für Seilenkörper und Drahtseile für zu niedrig. Er beantragt die Annahme der übrigen Positionen des Entwurfs. Wien, 20. Mai. Der Senat der Universität richtete an den Un terri ch tsmin i st er die Bitte, den geplanten Zoll auf gebundene Bücher zu verhindern. Fiume, 21. Mai. Auf der Bahnstrecke zwischen Plase und Fiume kam es nachts zwischen mehreren tausend Bauern, welche die Bahnhöfe demolieren wollten und die Schienen aufrissen und dem Militär zu bluti- aen Zusammenstößen. Mehrere Soldaten wurden durch Steinwürfe und zahlreiche Bauern durch Bajonettstiche und Schüsse schwer verletzt. Petersburg, 20. Mai. Ueber die Ermordung des Gouverneurs von Ufa werden Einzelheiten telegraphiert: Das Attentat aui Bogdanowitsch fand im Stadtpark von Ufa statt, der anläßlich des Zaren-Geburtstages viel Publikum aufwies. Dem Gouverneur traten in einer Seitenallee des Parkes mehrere Personen entgegen, von denen eine ihm nach einer Verbeugung ein versiegeltes Paket überreichte. Im selben Moment feuerten die beiden andern Schüsse gegen Brust und Rücken des Gouverneurs, der von neun Äugeln getroffen augenblicklich leblos zu- sannnensank. Ein Wächter, der Augenzeuge des Attentats war, wollte anfänglich zu Hilfe eilen, doch unterließ er es aus Furcht vor den rasch aufeinander folgenden Schüssen. Die Mörder entflohen. Das Attentat ist als Folge der März-Unruhen in Slatoust zu betrachten, die von Bogdanowitsch mit Waffengewalt unterdrückt wurden. Peking, 21. Mai. Die britische Regierung zeigt sich geneigt, die Zahlung der Entschädigungssumme während neun Jahren auf der Silberbasis entgegenzunehmen, unter der Voraussetzung, daß die Zahlung nach .diesem Zeiträume auf der Goldbasis erfolgen solle. Dabei wird die Frage offen gelassen, ob China schließlich den Unterschied zu zahlen haben totrb. Die britische Regierung bemüht sich, die anderen Mächte zu veranlassen, sich dem vorstehenden Plane anzuschließen, unterbreitete China aber noch keine Vorschläge über den Gegenstand. Pretoria, 21. Mai. Bei der Eröffnung der gesetzgebenden Versammlung von Transvaal berichtete der Gouverneur Sir Arthur Lawley über die Verzögerung in der Entwickelung des Minenbetriebes, die auf den Mangel an -Arbeitskräften zurückzuführen sei. Die Regierung sei nicht gewillt, die Rolle eines Parteigängers zu übernehmen. Ihre Pflicht sei, die Bürger entscheiden zu lassen. Mangels statistischer Angaben könne er den Prozentsatz der beschcif- tigtcn Eingeborenen nicht mitteilen. Die Mißernte durfte die Eröffnung von Lebensmittetlagern zum Verkauf an Eingeborene nötig machen. Ottawa, 20. Mai. Die Regierung wird die Zeit, innerhalb welcher in Deuts chland vor dem 16. April gekaufte Waren ohne Zuschlagszoll in Kanada eingeführt werden dürfen, bis zum 30. September ausdehnen. Aus Stadt und Land. Gießen, 20. Mai 1903. • * Pers önalnach richten. Aus Darmstadt wird uns telephoniert: S. K. H. der Großherzog haben unter dem 20. d. M. den Oberlehrer Aug. Klein von der Augustinerschule in Friedberg auf sein Ansuchen auS dem Staatsdienste entlasten. — Der Gefangenwärter Heinr. Balser in Gießen ist zum Gefangenaufseher mit Wirkung vom 21. d. Mts. ernannt worden. • • Personalien. S. Maj. der Kaiser hat dem Eisenbahnbremser a. D. Johann ©paar zu Gießen das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. "Französische Vorträge und Rezitationen. Wie schon angegeben, findet der zweite, mit Lichtbildern verbundene Vortrag heute abend 81/* Uhr statt. Lektor Goetschy wird über Paris, insbesondere über das Ausstellungsviertel des Quartier latin und die Cit6 sprechen. Tie zweite Rezitation am 29. d. Mts. wird folgendes Programm haben: I. G. de Maupassant — Le petit füt. — 2. Claretie — Boum-Boum. — 3. Theuriet — Les aapins. — 4. Copp6e — La veil!6e. ** Der Verein zur Förderung eines Saal- baucs hielt am Mittwoch seine Generalversammlung unter dem Vorsitz des Geheimrats Prof. Dr. Spengel ab. Rach der Rcchnunasablagc wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Der Verein besitzt ein Vermögen von ungefähr 18 000 Mk. Rach den Verbandlungen, die geführt wurden, soll daß Ab- kommen mit Universitätsmusikdircktor Srauhnann bezüglich der Kammermusikabende auch zukünftig fortdauern. Nächstes Jahr ist eine größere Veranstaltung geplant; die nähere Beschlußfastung darüber soll später erfolgen. Der Frage des Saal bau es und Theaterbaues selbst soll in diesem Jahre näher getreten werden. Der Vorstand wurde wieder gewählt. Anstelle zweier aus dem Ausschuß ausgeschiedener Herren (Geheimrat v. Bechthold und Stadtbaurat Schmandt) sollen zwei andere Mitglieder gewählt werden, deren Einverständnis vorher eingeholt werden soll. 0 Eine Himmelfahrtsfeier im Walde. Mit dem Himmelfahrtsfeste ist wieder die Zeit der Waldpartien gekommen. Zu solchen gern besuchten Punkten gilt schon von Alters her die im „Waldgirmeser Wald", unweit Hof „Bubenrod" gelegene „bide Eiche". Man gelangt zu derselben von Gießen kommend, indem man durch denKinzen- bacher Wald nach der Grube Morgenstern geht, von wo aus die Eiche in etwa einer Viertelstunde zur erreichen ist. Seit einer Reihe von Jahren hat es Pfarrer Waldmann aus Dorlar unternommen, am Himmelfahrtstage unter jenem altehrwürdigen Eichbaum eine Versammlung abzuhalten, welche diesmal wie nie zuvor überaus zahlreich besucht war. Es wurden von mehreren anwesenden Geistlichen Ansprachen gehalten und Gesänge vorgetragen, zum teil unter Musikbegleitung des Rodheimer Posaunenchors. * * Besitzwechsel. Der Wirt Weller in Annerod verkaufte an einen Wirt in Ufingen seine beiden Wirtschaften, die alte Wirtschaft im Dorf und die neue am Fuße der Platte füt zusammen 28 000 Mk. 4~ Fellingshausen, 21. Mai. Das unter dem 20. Juni vor. IS. von der Ortspolizeibehörde zu Rodheim, Bieber und Fellingshausen erlastene Verbot betreffs deS Wirtshausbesuches von jungen Mädchen hat bereits für zwei hiesige Wirte eine Verkürzung der Feierabendstunde nach sich gezogen. Bekanntlich dürfen die Wirte in diesen drei Gemeinden selbst Mädchen über 16 Jahren in ihrem Lokale nicht mehr dulden, wie ihnen überhaupt auch untersagt ist, geistige Getränke an diese zu verabreichen. Rur in Begleitung der Eltern, des Vormundes oder eines erwachsenen Verwandten, sowie bei etwaigen Festlichkeiten ist den Mädchen der Wirtshausbesuch gestattet. (Dieses Verbot ist doch wohl unhaltbar. „Mädchen über 16 Jahren" ist doch wohl ein sehr weiter Begriff. Alte Jungfern von 95 Jahren können unter Umständen auch darunter verstanden werden! Und wenn Gießener Damen einen Ausflug nach einem dieser Orte unternehmen und in einer Wirtschaft ein GlaS Milch sich erbitten, dann sind die Wirte nicht berechtigt, diesen Wunsch zu erfüllen? Liegen denn die drei Orte nicht in Preußen, sondern in Finland? Wir werden wohl demnächst wieder von der Sache hören. D. Red.) § Butzbach, 21. Mai. Der 16jährige Lehrling eines hiesigen Hufschmiedes verunglückte beim Beschlagen eines Pferdes dadurch, daß er, als das Tier störrig wurde, zurücksprang, stürzte und sich dabei einen Beinbruch zuzog. § Hausen b. Butzbach, 21. Mai. Von herrlichem Mai- wetter begünstigt, fand am Himmelfahrtstage das herkömmliche HauSbergfest unter zahlreicher Beteiligung der Butzbacher Einwohner statt. Die volkstümliche Feier endigte mit Tanzvergnügen in unserem idyllischen Walddörflein und verlief sehr schön. D Friedb erg, 21. Mai. Neberfahren und sofort getötet wurde vorige Nacht auf dem Güterbahnhof Frankfurt der von hier gebürtige Rangierer Karl Geier. G. stürzte beim Rangieren unter den Wagen und sein Körper wurde mitten durchgefahren. Ter Verunglückte ist in Massenheim wohnhaft, etwa 40 Iahte alt und hinterläßt fünf noch unmündige Kinder. — Ein schwerer Unfall ereignete sich Dienstag in dem hiesigen Drogengeschäft Baumeister. Ter 20jährige Kommis Vogel kochte eine Farben- mischung, die plötzlich explodierte, wobei sich Vogel schwere Brandwunden an den Händen und im Gesicht zuzog. Das Haar ist vollständig weg und die Augen wurden verletzt. — An Blutvergiftun g ist vergangene Nacht der Ende der 40er Jahre stehende Kohlenhändler I. Betz, eine allgemein beliebte Persönlichkeit, gestorben. B. hatte am Bein einen Hautauswuchs, den er aufkratzte, worauf Blutvergiftung ein trat; nach nur viertägigem Krankenlager starb er. () Unter-Schmitten, b. Nidda, 20. Mai. Von einem herben Schicksalsschlage wurde heute abend die Familie des Fabrikarbeiters Wilhelm Klaus betroffen, indem das ^weijährigeSöhnchen, nachdem es seine Mutter an oen Dorfbrunnen begleitet hatte, eine halbe Stunde spater als Leiche aus dem an der Ortsstraße hinziehenden Mühlgraben der Ruppel'schen Mühle heraus- zezogen wurde. Unbegreiflich ist, daß dieser Mühlgraben, )er sich der ganzen Ortsstraße entlang zieht und in dem chon mehrfach kleine Kinder und ältere Leute dem Er- ttinken nahe waren, nicht schon längst mit einer Einfriedigung versehen worden ist. Hoffentlich giebt der vorliegende Unglücksfall Anlaß dazu. )( Bleichend ach, 21. Mai. Ein Waldbrand bedrohte heute mittag unfern Gemeindewald. In einem 30 jährigen Tannenbestand brach das Feuer aus. Vom Dorf aus wurde der Ausbruch des Feuers alsbald bemerkt und es konnte der Brand durch die schnellstens ausgerückte Einwohnerschaft gedämpft werden. Jedenfalls ist der Brand durch ein leichtsinnig weggeworfenes Streichholz verursacht worden. sh. Schlitz, 21. Mai. Vergangene Woche ereignete sich hier in der großen mechanischen Weberei der Firma Gg. Langheinrich ein bedauernswerter Unglücksfall. Ter Schlichtmeister Hanney wurde von einem Kammrad am Aermel gefaßt und die Hand und der Unterarm wurden zerquetscht und abgerissen. In dem gräflichen Hospital, wohin der Unglückliche sofort gebracht wurde, mußte ihm noch die Hälfte des Oberarmes abgenommen werden, weil der Knochen über dem Ellenbogen auch zersplittert war. Nun befindet er sich auf dem Wege der Besserung. Besonders zu bedauern ist seine Frau mit noch zwei unmündigen Kindern. ? Mainz, 21. Mai. Den noch immer streikenden Maurern haben sich jetzt auch die Zimmerleute angeschloffen. Dieselben verlangten von den Meistern einen Zuschlag von 5 Pfennigen per Stunde zu den bisherigen Löhnen, was abgelehnt wurde. Ebenso lehnten die Meister darauf eine Erhöhung des Stundenlohnes um 3 Pfennige ab, was die Gesellen nunmehr mit Niederlegung der Arbeit beantwortet haben. Da durch den Maurerstreik die Baugewerbe im allgemeinen sehr beeinträchtigt sind, wirkt der Streik der 3inimci!cute vorerst nicht besonders beeinflußend auf die begonnenen Bauten. — Für die Erbauung eines neuen JusiizgebäudeS hier, ist von dem heffiichen Justizministerium für in Deutschland ansässige Architekten ein Preis- au reiben erlassen und vier Preise ausgesetzt worden, und zwar einer zu 5000 Mk., einer zu 4000 Mk. und zwei zu je 2500 Nck. Termin ist der 1. Oktober 1903. Mainz, 10. Mai. Der bei feinen Stiefeltern auf dem Kästrich wohnende 20jähr. Lackierer e auerroein hat gestern Abend in seiner Wohnung einen Schuß auf sich abgegeben, der seinen Tod zur Folge hatte. In einem zurück» gelassenen Schreiben fühtte der junge Mann seine Tat auf Schwermut zurück. — Am Sonntag Morgen machten zwei hieiige junge Leute mit zwei Mädchen eine Maikur, die sie auf den Hechtsheimer Weg fühtte. Unterwegs kamen ihnen vier Burschen von hier entgegen, darunter der 23jähr. Gütt- ler Gustav Rheinbay. Die Vier sielen sofort über die beiden jungen Leute her und mißhandelten sie so lange bis sie die Flucht ergriffen. Dann packte der Rheinbay das eine Mädchen und verging sich schwer an ihm. Er wurde gestern verhaftet und wird demnächst seinen Lohn vor dem Schwurgettcht erhalten. AßmannShausen, 20. Mai. Heute vormittag liefen zum ersten Male die Dampfer der Köln-Düffeldorfer Gesellschaft an der neuen Landungsbrücke hier an. Der Tag wurde von der Gemeinde festlich begangen. Jeder Dampfer wurde mit Böllerschüssen begrüßt. Die Stadt war beflaggt. Nachmittags vereinigte sich die Gemeindeoettrettmg mit zahlreichen Bürgern der Stadt zu einem Festessen im Kurhaus. Das Anlegen der Dampfer ist für unser Städtchen von der größten Bedeutung. Wiesbaden, 21. Mai. E§ liegt der Verdacht vor. daß dem bei Biebrich auf einer Automobilfahtt getöteten Ingenieur Albert, Sohn deS Kommerzienrats Albert, nach dem verhängnisvollen Sturz 40000Mk. geraubt worden sind. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung in der Angelegenheit angeordnet. Frankfurt a. M., 20. Mai. Heute morgen nach acht Uhr gab es im Garten an her Börse, wo soeben elektrische Leitungen gelegt werden, aufregende Szenen Ter Arbeiter Kreß, der aus dem Kreise Fulda stammt und hier in der Vogelsbergerstraße wohnt, sprach dort mit einem Landsmann, dem Parlier Schäfer, hier in der Niedenau wohnhaft. Plötzlich zog Kreß einen Revolver und feuerte zweimal auf Schäfer. Dieser hatte aber die Absicht gemerkt und sofort die Hand des Kreß uiuHam- mert, beide Schüsse gingen dadurch fehl. Es entjpann sich nun ein Ringen zwischen Schäfer und Kreß, wobei Schäfer eine Verletzung an der Hand davontrug, dem Kreß aber von Seite der übrigen Arbeiter eine schwere Tracht Prügel zuteil wurde. Schließlich schritt die Polizei ein, die den Kreß festnahm. Man fand nicht weniger als drei Revolver bei ihm. Ter Grund zu seiner Untat ist nicht recht klar; man sagt, Kreß habe früher einmal einen Wortwechsel mit Schäfer gehabt. Uebrigens ist K. g e i st i g n i ch t n o r m a l, er soll schon einmal im Irrenhaus gewesen fein. Heute morgen kam er mit einer Droschke an die Arbeitsstätte gefahren. Mit dieser Troschke, die er hatte warten lassen, wurde er nach dem Polizeirevier gebracht. (Kl. Pr.) [ ] Marburg, 21. Mai. Heute mittag, kurz nach 12 Uhr, schüttete eine in Weidenhausen wohnende Frau ihrem HauSwitt, weil er ihr Kind mißhandelt habe, zunächst eine scharfe Säure ins Gesicht und brachte ihm dann mit einem Handbeil mehrere schwere Verletzungen an Kopf und Nacken bei. Marburg, 19. Mai. Am nächsten Sonntag feiern die Jungfrauen-Vereine Oberhessens in Marburg ihr diesmaliges Bundesfest. Ansprachen werden halten die Herren Pfarrer Sardemann-Caffel, Heermann und Fliedner-Marburg. — Die Gesamtzahl der Studierenden deS diesmaligen SammersemesterS beträgt 1304. Vermischtes. "Hannover, 21. Mai. Tie En tm ündi gung des Prinzen Prosper»Arenberg ist von dem Amts- gettcht auf Grund des § 6 Abs. 1 des B. G. B. am 25. März ausgesprochen worden. Nach dem gleichzeitigen Urteil mehrerer Aerzte ist beim Prinzen unzweifelhaft Geisteskrankheit festgestellt. * Danzig, 21. Mai. Gegen Mittag entgleiste auf der Strecke Schmerrtau-Skurz der Nebenbahn Stargard- Schmentau ein Arbeiterzug. Vom Zug- und Arbeiterpersonal wurden drei Mann getötet und 14 mehr ober weniger schwer verletzt. Unter den Schwerverletzten befindet sich der Bahnmeister Quitsch. Ter Materialschaden ist groß. 13 Wagen sind zertrümmert. Die Strecke ist gesperrt. * Oldenburg, 21. Mai. Rittmeister v. d. Gröben vom Tragonerregiment Nr. 19 erlitt auf dem Exerzierplatz, als das Regiment kurz nach 9 Uhr angetreten war, einen Herzschlag, und sank tot vom Pferde. ♦ München, 21. Mai. In dem Prozeß eines Industriellen gegen eine Frau wegen Erpressung hatte deren Anwalt den Jndusttiellen in der Gerichtsverhandlung scharf mitgenommen. Rechtsanwalt und Industrieller waren Reserveoffiziere. Ter Industrielle forderte den Rechts» anwalt. Dieser legte die Sache dem Ehrenrate vor, und der Ehrenrat entschied, der Anwalt brauche sich nicht zu duellieren. Nun ist der Rechtsanwalt mit schlichtem Abschied als Reserveoffizier entlassen worden und zwar deshalb, weil er einen Offizier (eben jenen Industriellen) in der Gerichtssitzung angegriffen hat. * London, 21. Mai. ,Lchbin der PrinzHam- let von Dänemark" stellte sich ein wohlgekleideter Mann, der lebten Sonntag in der Polizeistation Gerald Road cintrat, dem wachthabenden Polizeibeamten vor. Und dann überreichte er ernst und feierlich dem überraschten Wächter der Ordnung einige silberne Leuchter, vier Ordensdekorationen und noch einige wertvolle Kleinigkeiten und setzte hinzu: „Ich habe meines Vaters Geist in Eaton Square gesehen. Er war oben und sagte zu mir: Komm herauf! Dann bin ich eine Leiter hinaufgestiegen und oben den Balken entlang gegangen, und er sprach zu mir: Tritt ein! Ich dttickte auf die Tür und trat ins Haus und er sagte: Nimm diese Tinge", hier wies der Prinz auf die dem Polizisten eingehändigten Gegenstände „sie sind dein". Hier machte der hohe Fremdling eine Pause, und der Wachthabende, der sich mittlerweile von seiner ersten Ueberraschung erholt hatte, trug nun seinen Teil Zur Unterhaltung bei und stellte die nüchterne Frage: „Verstehe ich Sie recht? Sind Sie in das Haus eingebrochen und haben diese Gegenstände gestohlen?" Ter Prinz schien einigermaßen betreten, erwiderte aber: „Nein, keineswegs, mein Vater hat sie mir geschenkt." Dann führte er den Polizisten nach Eaton Square und zu dem Hause, das der Abgeordnete Sir Robert Reid bewohnt. Dort war bcieits ein anderer Polizist beschäftigt, den Tatbestand Einbruchs aufzunehmen. Im Fenster das Salons war ein großes Loch ersichtlich, und die Gegenstände, Orden, silberne Leuchter usw., mit denen der Fremdling in der Polizeistatton erschienen war, stammten auS diesem Gemach und dem Ankleidezimmer Sir Robert Reids. Zwei Häuser weiter war ein HauS unter Reparatur, und dort hatte der Prinz von Dänemark sich die Leiter geholt, um zu seines Vaters Geilt auf den Balkon zu steigen. Die Polizisten nahmen iyn unter der Anschuldigung des Einbruchs ui Gewahrsam, und gestern erschien er vor dem Polizcigericht zu vorläufiger Vernehmung. Er wurde indessen nicht nur als Prinz Hamlet, sondern inkognito als Wilhelm »ringel, seiner Rationalität nach Deutscher und seines Zeichens Schauspieler, vorgeführt. Namen und Stand waren einem Passe entnommen, den er bei sich führte. Er selbst gab keine weitere Erklärung ab, und nach der Fest- stelluna deS Tatbestandes wurde die weitere Vernehmung vorläufig vertagt. Es scheint fast, als ob der Mann wie sein Vorbild, der hochselige Prmz Hamlet von Dänemark, etwas übergeschnappt wäre. • Madrid, 21. Mai. Bei der Touristenfahrt Paris- Madrid rannte das Automobil Nr. 46 in der Nähe der französisch-spanischen Grenze gegen einen Baum. Ein Insasse erlitt einen Beinbruch, seine vier Gefährten andere Verletzungen. 'Rom, 21. Mai. Heute nachmittag veranstalteten die sozialistischen und demokratischen Vereine, im Ganzen 7000 Personen, emen Trauerzug zum Protest gegen die Ermordung des Matrosen Angelo im römischen Gefängnis. Ohne Musik und Banner zogen die Teilnehmer, die viele Kränze trugen, zum Kirchhofe, vor welchem Ferri und andere Sozialisten Reden hielten. Die Ordnung wurde nicht gestört. • Eine Familientragödie. Wie aus Budapest telegraphiert wird, tötete in Alt-Ofen ein, wie er meinte, grundlos entlassener Arbeüer seine siebenjährige Tochter, . erroun bde ferne Frau und machte dann seinem Leben ein Ende. • Ein neuer Titel ist der eines „Ehrcnschrift- teiterS". Wie aus Ingolstadt berichtet wird, traf dort von dem General der Infanterie, Generaladjutanten des Kaisers, Chef des reitenden Feldjägerkorps, v. Werder, ein Schreiben ein, in dem der Wallmeister Peters zum Ehrenschriftleiter der Zeitschrift „Tie Zivilversorgung" ernannt wird. • Humordes Auslandes. Ein alter Minister kam nach 40jähriger Abwesenheit wieder einmal in seine Universitätsstadt und ließ sich das alte, liebgewordene Uni- versitätsgebüude zeigen. „Ach, dieselben alten Gänge!" rief er entzückt beim Eintritt aus. „Ach, dieselben alten Gänge!" Man öffnete einen Hörsaal. „Und dieselben alten Hörsäle!" Beim Verlassen des Hauses begegnete ihm ein junger Student^ Arm in Arm mit einer jungen Tarne. „Derselbe alte Brauch!" sagte er gerührt, „derselbe alte Brauch!" Der Sttu- dent trat auf ihn zu. „Entschuldigen Sie, mein Herr! Diese Tarne ist meine Schwester." Da glitt ein Lächeln Über das Antlitz des alten Herrn: „Ach, und dieselbe alte Entschuldigung!" • Graf Haeseler und Herr v. Lentze, die Kommandeure des 16. (lothringischen) und 17. (westpreußischen) Armeekorps, waren in Offizierkreisen gefürchtet. Bezeichnend für das Maß von Pflichterfüllung, das sie von ihren Untergebenen verlangten, ist folgendes Sprüchlein, das früher in Offizierskreisen umlief: .Gott schütz' unS vor der Grenze, Vor Haeseler und Lentze; Die Herren — na, man kennt fe!* Die unermüdliche Fürsorge für das Wohl ihrer Untergebenen hat den beiden Generalen aber ebensoviel Liebe wie Respekt erworben. Unioersttäts-Nalyrichtrn. Bonn, 21. Mai. Gestern fand im festlich geschmückten Senatssaal der Universität die feierliche Immatrikulation des Herzogs KarlEduard oonSachsen-Kobu rg-G o t h a statt. Der Herzog, der Husarenuniform trug, erschien in Begleitung deS Prinzen Eilet Friedrich. Hebet bie Verbreitung des Korps studentums iu den oberen Verwaltungsstellen bringen die Akademischen Monatshefte einen zweiten Artikel: Ter Präsident des Reichsgerichts, v. Oehschläger, ist Ehrenmitglied und Atter Herr der Königsberger Ballia. Von .Korpsburschen" wirken ferner am Reichsgericht 1 Senatspräsident, 26 Reichsgcrichtsräle, 2 Reichsanwälle und 4 Rechtsanwälte. Tie neu ernannten 6 preußischen Regierungspräsidenten sind sämtlich Korpsstudenten. Auch das bayerische Kultusministerium wird von einem Alten Herrn der Münchener Jsana geleitet. 5)em Verbände alter Korpsstudenten, der nur einen kleinen Teil der Alten Herren umfaßt, haben sich ferner angeschlossen: 3 Oberlandesgerichlspräsidenten, 7 Senatspräsidenten, 29 Landgerichtspräsidenlen, 1 Amtsgerichtspräsident, 51 Oberlandesgerichtsräte, 46 ^andgerichlsdirekloren, 8 Generalstabsärzte, 7 Generaloberärzle, 10 Generalärzte, 46 Oberstabsärzte, 8 Generale der Infanterie, 8 GeneraUeutliants, 1 Generalmajor, 11 Obersten, 24 Oberstleutnants. Gerichtssaal. — Das Marinekriegsgericht in Sebastopol verurteilte die Marineoffiziere Fridowski und Stapanow zu drei Monaten bezw. drei Wochen Arrest, weil sie durch Unterlassung von Vorsichtsmaßregeln den Tod von 10 Matrosen durch Ertrinken verschuldeten. Handel und Verkehr. DMüivirtschaft. — Liebigs Extract of Meat Company, Ltd. Nach dem jetzt oorliegeiiden Jahresbericht war der Absatz an Extrakt im letzten Jahre durchaus befriedigend; die Viehpreise sind etwas zuruckge- gangen, andrerseits wurde ein etwas höherer Verkaufspreis erzielt. Die Wechselkurse in Argentinien waren sehr hoch und es foimten daher 430 000 Pfd. St. Gold dorthin gewinnbringend verschifft werden. Zwecks Ausdehnung sollen bedeutende Areale in Argentinien und Paraguay (nahezu 300 000 Acres) angekauft werden, von denen em Teil gepachtet ist, auch werden zwecks Erwerbung weiterer Fabrikanlagen provisorische Verträge geschlossen. Die noch in Reserve befindlichen 50 000 5 prozentigen Kumulatw-Vorzugs- aktien A 5 Pfd. St. sollen nunmehr ausgegeben werden, um die Durchführung der Vergrößerungen zu ermöglichen. Die 20 Pfd. St.-Stammaktien werden, ruie bereits erwähnt, in solche zu 5 Pfd. St. zerlegt. Ter Gewinnsaldo stellt sich auf 158 903 Pfd. 3t., daraus wurde eme Jntenmsdwidende von 5 pCt. verteilt, jetzt werden weitere 15 pEt. angekündigt, die Jahresdioidende stellt sich auf 20 pEt. Nach den üblichen Abschreibungen und Rückstellungen bleibt ein Vortrag von 18 128 Pid. St. Märkte. H i m m e l f a h r t m a r k t. Ter alte, bei den Landbewohnern jet Gegend o beliebte Hinunelfahrtinarlt, welcher bet günstigem Wetter am Mittwoch dieser Woche stattfand, hatte reiches Leben in die Neustadt, die Mattstraße und den oberen Teil der Bahnhofstraße 2C. gebracht. Ter Markt ging flott und ebenso waren die Gäben wo die Landknndschast besonders zu kamen pücgt, zeitweise sogar übermUt. Trotzdem behaupten die Geschäftsleute, baß der früher so gute Himmelfahrtsmarkt als Geschäftstag ersten Ranges erheblich nachgelassen habe. W. eiefcra, 81. Mai. viebmarktbericht. Der Ochsenmarkt am Mittwoch hatte einen Vorrat von 70—80 Stück Fahr- oieh. Für die guten Qualitäten, die am Markte waren, fanden sich feine Käufer, sodaß diese Ware unverkauft den Markt verlassen mußte. Mittlere und leichtere Paare wurden allerdings zu gedrückten Preisen nach Oberhesien verkauft. Die wenigen Stiere am Markt fanden willige Nehmer. Gehandelt wurden pro Paar Fahrochsen 2. Qualität zwischen 700—800 TIL, l»/^-2jährige Stiere 500— 600 Alk. Ter Schweinemarkt hatte emen Auftrieb von 1300 Stück. Infolge des AuSbrucheS der Seuche im Kreise Friedberg wurden bte Verkäufer aus jener Gegend mit ihrem Vieh zum Markte nicht zugelassen, sodaß die Händler au8 Nassau (Bottehorn) allein den Markt beherrschten und diesen Umstand benutzten, um recht hohe Preise zu enielen. TieS hatte zur Folge, daß Die zahlreich gekommenen Käufer ihren Bedarf nur teilweise deckten und damit den Markt stark überftänbig machten. Gehandelt wurden Ferkel, 6—8 Wochen all, 40—60 Mk., Springer, 15—20 Wochen all, 75—100 ffllL, Einlegeschweine 140—160 Akk. pro Paar. Einzelne schwere Paare wurden noch höher bezahlt. — Nächster Markt am 16. und 17. Juni ds. Js. Am zweiten Ularfllage auch Krämermarkt. Sport. Die Rennen des Himmelfahrtstages haben, soweit die drei großen Rennen von Hamburg, Dresden und Müncheii in Betracht kommen, fast genau den Erwartungen entsprochen, die man im allgemeinen aus ihren Ausgang gesetzt hatte. In der Hansastadt ist daS Amsinck-Memorial an den Weuibcrg'schen Favoriten ri!a§- kictt, gesteuert von Hill, gefallen. Prince-Melton, dein die zweite Chance zugesprochen war, endete dagegen im geschlagenen Felde. — Tas Ehrenpreis-Handicap des großen Dresdener Event brachte ein gleiches Resultat. ,$atricier' kam als Erster an, während .Wickel" nicht auf einen Platz gelangen konnte. Ter Sieger wurde von H. Brown gesteuert, der in Barblcu im Preis von Pillnitz noch einen Sieger ritt. — In der bayrischen Residenz holte sich wie das Kieme Journal meldet, E. Martin, der Seibert'sche Stall- 'Jockey, einen gleichen Triumph. Auch er ritt zwei Sieger, nämlich „Blumenmädchen" im Preise von Taglfing und im Preise der Stadt^München „Secession". — Auf der Westender Traber-Bahn gelangte gestern das deutsche Trabe-Terby zum Austrag. „Rittersporn" gewann in überlegener Weise, gefolgt von „Domnau" als Zweitem unb „Mistletoe" als Drittem. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Exaudi, Sonntag, den 24. Mai. Kollekte für di e evangelischen Glaubensgenossen im Auslande. Gottesdienst. Iu der Gtadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmiert en der MarkuS- gemeinde. Vormittags 9/i Uhr: Kinderkirche der Matthäus- gemeinde. Pfarrer Schlosser. Montag, den 2 5. Mai. Abends 8 Uhr im Konfirmandensaal: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Am 1. Pfingstseiertag: Vormittag 11 Uhr: Gemeinschaftliche Kmderkirche für Matthäus- und Markusgerneinde. A m 2. P f i n g ft f e i c r t a g e. Beichte und hell. Abendmahl für die Matthäus- und Markus- gemeinde gemeinsam im Hauptgotlesdienst. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In Der Johauucskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten au§ der Lukasaemeinde. Vormittags 9*//Uhr: Pfarrer Tr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: KindergoUesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 8/48 Uhr im Konfirmandensaale der Johanneskirche: Festabend des Jünglingsvereins. Tie Hauplansprache wird Herr Pfarrer Schwabe aus'diödgen halten. Tie Vereins- Mitglieder werden einzeln und gemeinsam Gedichte unb Gespräche oortragen. Zur Teilnahme wird freundlichst eingeladen. Am 1. Pfingstseiertag: Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Jo- hannesgemeinde im Hauptgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Am selben Tage wird eine Kollekte für die hessische Luther- ftiftung erhoben werden. Katholische Gemeinde. Samstag, den 23. 2)1 a i 1903. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 24. Mai. 6. Sonntag nach Ostern. Vormittags von 6 */, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Anstellung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ um 9 V, Uhr: Hochamt m. Predigt. Nachmittags um 2 */, Uhr: Christenlehre, Darauf Andacht. Dienstag und Freitag abend 61/, Uhr ist Mai-Andacht. Gottesdienst in der Synagoge, Südantage. Israelitische Seligionsqemeinde. Samstag, den 23. 2)1 a i 1903. Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Schrifterklämng. Sabbathausgang 9,10 Uhr. HottesdienK der israelitischen Deligionsgesellschast. Sabbathfeier am 23. Mai 1903. Freitagabend 7.45 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. Predigt. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 9.05 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr, nachmittags 6.30 Uhr, abends 9.05 Uhr. Eisenbahn-Zeitung. Für Reisende. Am 1. Mai ist eine sehr wichtige Verbesserung in den internationalen Verbindungen über Ostende zwischen London einerseits, München und Wien andererseits, eingetreten. Die Reisenden, welche vorder von London um 1.30 nachm. ab fuhren, trafen in München am folgenden Tage um 8.49 abends und in Wien am zweit- olgenden Tage um 6.45 morgens ein; jetzt können die- elben von ersterer Station um .00 abends abfahren und inbet dann die Ankunft am folgenden Tage um 11.17 abends bezw. am zweitsolgendcn iage um 7.20 früh statt. Tie Tauer der Fahrt demn ... zwischen London und München um 5 Stunden und zwischen London und Wien um 7 Blunden verringert. $lnifHr Meldungen. Qrigiualdrabtmeldungen des Gießener Llnzeiger». Mainz, 22. Mai. Tcr zu 15 Jahren Zuchthäuser urteilte Hauptmann Hermann Heinrich Härmens i)ai eingestanden, mit dem noch flüchtigen Karl Cäsar Schröder aus Hamburg und feiner Maittefse Reu- b e r t in der Zeit von 1898 bis 1901 3 0 0 bis 400 Diebstähle auSgeführt zu haben. Gestohlen wurden Werb- papiere, Gold- und Silbersachen, sowie Lcguimaiion-- papierc. London, 22. Mai. Tie Times meldet an» Kopenhagen, Ibsen liege im TodeSkampse. London, 21. Mai. Asquith hielt in Doncaster ebn Rede, in der er sich gegen die Finanzvorschläge Chamberlains nunibtc, und aussührte: Dieselben seien der erste Schuß in dem Feldzüge, welcher von der liberalen Partei mit ungeteilter Gegnerschaft aufgenonunen werde. Alsdann brachte Redner B-micismatcrial gegen die Finanzvorschläge vor und betonte, ihre Wirkung würde, wenn sie zustande kämen, England weitere Hindernisse auf den Marl len bereiten, während ein aitdcres Ergebnis ein Vergeliungslampf der ganzen Welt wäre. L. London, 22. Mai. Tie amerikanischen Juden sind, laut einer Washingtoner Meldung des „Taily Expreß", empört über die Erklärung des russischen Botschafters Grafen Cassim, bei den Unruhen in Kischinew fei nicht der Russe dem Juden, sondern der Bauer dem Geldverleiher gegenüber getreten. An den Staatssekretär Hay wurden zahlreiche Briese acrichtet, in welchen die Regierung aufgefordert wurde, dem Grasen Cassini seine Aisse zuzusteUen. Die Sammlungen zu dem Hilfsfonds für die Geplünderten in Kischinew haben bis jetzt eine halbe Million Dollars ergeben. London, 22. Mai. Wie die „Times^ ans Tokio meldet, umfaßt das neue japanische Flottenbau- Programm drei Schlachtschiffe, drei Panzerkreuzer erster und zwei Kreuzer zweiter Klasse. London, 22. Riai. Tie „XimcsJ" meldet aus Peking vom 20. Mai: Die chinesische Regierung ist durch beunruhigende dkachrichten über eine antidynastische Erhebung in der Provinz Juennan in Aufregung versetzt. Es gingen heute im Palaste Meldungen ein, daß Linanfu von den Aufftändischen eingeschlofsen sei. Der französische Generalkonsul in Juennan berichtet, die Lage sei ernst. Die telegraphische Verbindung mit der französischen Grenze ist unterbrochen. In einem weiteren Telegramm der „Times" aus Shanghai heißt es, der Präsekt von Linanfu sei von den Ausständischen ermordet. Neivyork, 22. Mai. Eine Explosion fand in den Zenttalwertstätten statt, glücklicherweise zu einer Zeit, als die Mehrzahl der Arbeiter das Frül-ftück einnahmen. AchtLeichen sind unter den Trümmern einer Werkstatt gesunden worden und man befurchtet, daß noch mehr Leichen unter denselben begraben liegen. Ein Italiener wurde getötet, als er gegenüber einer Werkstatt die Straße passierte. Schisssnachrichten. In Gießen vertreten durch Carl Loos, KircheTwlatz Norddeutscher Lloyd. Bremen,20. Ami. (Per transatlantifchen Telearapb.) Der Toppelfchrauben-Postdampfer „Chemmtz", Kapitän I. Jantzen vom Slorbbeutfchen Lloyd in Bremen, ist gestern 6 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Ter Doppelschranben-Postdampfer .BarbaroffaE, 5kapitän F. Mentz vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 6 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt a. 22. Mai 1908. 3 */e% Reiohsanleihe . . 102.04 30/g do. ... 92.00 3*/,% Konsole .... 102.01 3% do......92.02 3*/i% Heesen .... 101.01 81/, % Oberhessen . . . 100.00 4% Oesterr. Goldrente . . 103.05 4% % Oesterr. Silberrente 100.08 4% Ungar. Goldrente , . 102.25 4°/o Italien. Rente , . . 103.07 4*/, % Portugiesen . . . 50.08 3°/, Portugiesen. .... 32.05 1% C. TOrken .... 32.06 Türkenlose......130.06 4% Griech. Monopol.-AnL 44.65 4V,X äussere Argentiner —.— 8% Mexikaner .... 26.09 4VsVo Chinesen .... 92.09 Electric. Bob ackert . . . 95.04 Nordd. Lloyd . . . . 103 05 Kreditaktien.....211.00 Diskonto-Kommandit. . . 187.05 Darmstädter Bank . . . 138.03 Dresdener Bank .... 128.05 Berliner Handelsgee. . . 155.04 Oesterr. btaatebahn . . . 146.08 Lombarden ..... 14.19 Gotthardbahn.....190.05 Laurabütte......219.00 Bochum.......179.— Harpener......182.05 Tendenz: geteilt. Die Lose der 2. Nendorfer WohttätigkeilS-Lotterie werden sehr gerne gekauft. Es ist dies auch wohl erklärlich, da diese Lotterie nicht nur einen sehr edlen Zweck verfolgt, sondern auch die günstigste 1 Mark-Lotterie mit nur Geldgewinnen ist, welche auf dem Markte ist. Tie Ziehung findet bereits am 20. Juni d. Js. sicher statt; wer sich an dteser Lotterie beteiligen will, der tue dies bald, da die Lose bereits beiräumen und bei der ersten Ziehung einige Zeit vor Ziehung vollständig ausverkausl waren. — So lange der Vorrat reicht, sind solche beim General-Tebit I. Stürmer, Straßburg t. Elf., Langestraße 107 und den inserierten Los- verkaufLstellen zu haben. Näheres ist aus den Inseraten zu ersehen. Verdingung. Die nachstehenden UnterhallungSarbeilen an städtischen Gebäuden sollen Samstag den 30. Mai d. I., vorm. 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. a) Weißbinderarbeit: Gebäude auf dem alten Friedhof, Altes ArrcsihauS. b) Pflasterarbeit: Forsthaus Hochwatt. Arbeitsbeschreibung unb Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum obengenannten Zeitpunkt bei uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 22. Mai 1903. Städtisches Hochbauamt. I- V.: Gerbel. 4146 Adblch-Miitrrilil-NkißcigNMg Lamstag Den 23. Mai, von nachmittags 4 Nhr ab, im Hotel Einhorn, Eingang Wetzfteingasse. Fenster, Thüren, Treppen, Ziegel, Lambris, 3 eiserne Gossensteine, gutes Eichcn-'LLcrt- und Brennholz usw. 02495 W. Schepp. ••••••o«®eeeee skrrren 4082 Eonrad Häuser. |3317 Die trauernde» Hinterbliebenen. Gießen, den 22. Mai 1903. re. billig ft. 3552 "—7? Gießen, Darmstadt, den 22. Mai 1903. 4147 Kalk- unö Marmamerke, Dmpsjiegelei Aug. Gabriel Jr., Gietzen 676 Mafsen-Fabrikation. Bahnanschlüsse. Werke: Abeudstern. 4150 rSobirenSiel Strohliüte 4151 Bekannt billige Preise. eeeeeee*»eeeee Neu anfgenommen: Kinderhüte 4032 ■ Seifenpulver Ein heller Feinstes Genre. Größte Auswahl. Gediegeue Ausführung. 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