A dl M Mittwoch SS. April 1903 153. Jahrgang Zweites Blatt. Fle heutige Dummer umfaßt 12 Seiten. ftckrtü^! ott Ausland teil Deutsches Keich. Wahl-Bewegung. (Eine 8kTtraueii£'indnneioer.amin[ung der Zentrurns- partei in Alzey beschloß, wie die „Wormser Ztg." meldet, zur Reichstagswahl kür Bingen-Alzey den Gutsbesitzer 3. Senf tot in Gabshcirn aufzustellen. In dieser Woche »st in Bingen eine allgemeine Verttauensrnänneroersamm* lnng, in welcher der Kanoidcll eridgillig ernannt wird. Wahlkreis Alsfeld-Lauterbach-Schotten. Die Nationalliberalen beschlossen mit den Frei- sinnigen gemeinsam vorzugehen. Als Kandidat wurde der Kreisrat Dr. Wallau tn Lauterbach borge- sehen. Der Kcuididat der Deutschfozialen Rrfornipartei und des Hess. Bauernbundes ist der seitherige Abg. Binde- wa l d, der auch die Unter(tüfoung des Bundes der Landwirte gefunden hat. Im Wahlkreis Dillenburg-Herborn wurde in einer DertrauenSmänneroersammlung des Bauernbundes vom vorigen Sonntag beschlossen, den seitherigen national* literalen Abg. Amtsrichter Hofmann in Rennerod nicht mehr zu unterstützen, sondern in der Person des Guts- befttzers v. Levetzow eüun eigenen Kandidaten aufzu- ftellen. Berlin, 21. April. Ter Kaiser machte heute vormittag einen Besuch beim Reichskanzler Grafen Bülow. __ Das Jubiläum des öOiährigen B e |t e b e n 51 cuw» > ------- ~ = ■; „ m -> V Garde-Tr ain-Dataillons ist heute in Gegen-1 malige Leutnant Deisel mit xregius Aus dem Aeichslag. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeit« schreibt xntrriu 2L April r Die 6d»ice|türme ber letzten Lage haben auch Me Reihen der Parlamentarier gelichtet. Sin gerechter Krittler wird das Moment der Verkehrsstörungen jedenfalls 1 zur Beructsiä^iguna anempsehlen, wenn er feststellt, daß oer IHeid^tag in der heutigen ersten Sitzung nach den Osterferien mäßig besetzt war. Graf Ballestrem, der würdige Präsident, hatte zwar auch 33 Stunden auf der sä^lesttä-en Lisenbahnstrebte eingeschneit gelegen, doch er ■ war heute pünktlich zur Stelle. Graf Bülow, der heiteren Sinnes aus Sorrent Zurückgekehrte, zeigte sich dagegen dem hohen Hause nicht. Wollte er damit zum Ausdruck bringen, dag die Regierung der Wahlreglementsnovclle keine außerordentliche Bedeutung beilegt, wie dies gestern abend die offiziöse „Nordd. Allg. Ztg." tat, als sie die Parteien ersuchte, wegen dieser Vorlage sich nicht in parlamentanfdx Unkosten zu stürzen? Genug, nur Graf Posadowsky war am Regierungstisch erschienen, und er beeilte sich» auf eine — wohl vereinbarte — Anfrage des Abg. Grober (Ztr.) zu bemerken, daß der Bundesrat einer nut einmaligen Lesung der Vorlage im Reicl)stag zu* stimme. Abg. Gamp (Sip.) alaudte, das Mißvergnügen der Rechten markieren zu müßen, indem er Herrn Gröber bat, den Antrag auf einmalige Lesung einstweilen zurück- au|teilen. Bei der Abstimmung erhob sich indessen auch der größte Teil der Konservativen zu Gunsten des Antrags Gröber, ivas auf der Linken nicht geringe Heiterkeit hervorrief. Abg. Gröber begründete in kurzen, martiaen Worten die zustimmende Haltung de- Zentrums zu den vorgefchiagenen Aenderungen des Wahlreglements: Ein- führung von SfoiierTAiunien und von WahikouvertS. Abg. Himburg (ton|j gab sich ordentlick-e Mühe, die Unzwea- Mäßigkeit der neuen Be^iimmungen darzutun. Namentlich der ^lolierraum, daS „Wal)lllo,et", erregt ihm Bedenken. Die Wähler würden sich ungebührlich lange in diesem Raume aufhalten können, eS würde zu unwürdigen Szenen kommen upv. Herr Htniburg erzielte mit seiner über* ängstlichen auffaifung vorwiegend einen Helle ikeitSer folg i man nahm auo) dre Ankündigung nicht tragisch, dag bre große Mehr hell der Konservativen gegen die Vorlage stimmen werde. Mg. Gamp äußerte sich namens der Reiu-spartei in ähiitichern Sinne. Die Unvolllointnenheit auch der neuen Bestimmungen wurde übrigens in der Diüluis.on zugegeben, so von den Abgg. Bassermann (nl.), Blos ^Soz.), uno Rick>ter (fr. Bp.). Doch angesichts der 'jLOiiueniugleit, die unleugbare Sicherung deS Wahlgeheimnis >eS, bat durch die Vorrage geboten wird, möglichst bald gesetzlich fesrzulegen, verzichtete man auf Einbringung von Abanderungsantragen. Gras PosadowSly, von Abg. Richter angeregt, erörterte in seiner prazi(en Weise die staatsceck>t- liche und waylprattijd-e Seite der Vorlage, darauf hinweisend, daß der Reiü-stag die neuen Be.iimmungen nur an nehmen ober adlehnen, mdX aber Lenderungen daran vornehmen könne. "Nach der Rede des Staatssekretärs war das Interesse an der Sache erschöpf Abg. Dr. Pachnicke «fr. Vg.) bemühte sich es durch eine Rede zu beleben, bie manche tressetide Bemertung über die Stellung der Konservativen zum Reichstagswahlreck)t überhaupt enthielt. Gegen den Satz: „Wer den Schutz des Wahlrechts nicht wi.l, will auch das Wahlrecht nicht" wird sich kaum etwas einweuden lassen. Abg. Konrad Haußmann (Sudd. Vp.) erzwang ,ich mit seiner wuchtigen Rhetorik wenig* slens jeiuucuig die Aufmerksamlell der Veriammlung. Gr begrüßte die Einbringung der Vorlage als einen Erfolg ber politischen Rrvral und verwies auf die mit dem Isolierraum in Württemberg gemachten günstigen Erfahrungen. Nicht eine Beschwerde sei der WahlprufungS- !ümmii|.on des wurUembergischcn Landtags zugegangen. «Hört! yort!) Aehnlid-eS teilte Abg. Geck (soz.) aus feiner badiscl-en Heimat mit Abg. Frhr. v. Hodenberg (Welse^ empfiehlt in einer — später angenommenen Resolution — bie 'uiischasfung von Wahrurnen lli Bries lasten,orm mit entsprerrZenvem Spall sür den Einwurs der KvuvertS, um bie namentlich auf drin Lande vielfach höchst primitiven und unzulänglichen Wahlgefäße, wie Suppen schuf, ein, Zi- garrcnh|teii, durch angemejiene zu ersetzen. Zu einer Art Ehrenrettung der von Herrn Geck mit einer Spitze gegen bie Konservativen gerügten Bezeichnung „Ktoseiraum" erhob sich arsdann kein geringerer als Grat Ballestrem. Gr stellte zu allseitigem Ergötzen fest, daß der Ausdruck seines Wis.eiis zum ersten Mare in Australien parlamen* taujä) vflL|u/io)jener Raum) gebraucht worden ser. Wegen des Gebrauches dieser Bezeichnung tonne ajo nicht g^grn ein Rrirglleb des deutschen Reichstags ern Vorwurf erhoben werden. (Sehr richtig! rechts.) Es sprachen noch die Vertreter der kleineren Fraktionen. Der Welfe v. Lxhccle- Wunstorf hiell sür angezeigt, bei dieser Gelegenheit feiner Schlisuall nach Wiederherstellung des Königreichs Haiinover Ausdruck zu geben, was ihm eine schaffe Zurechtweisung seitens des Präsidenten erntrug. Dann wurde die Tts- tuision geschtosseu und die Vorrage un Einzelnen und in per Gcsamrabirrmmung angenommen. Auch zwei Konservative, dre Abgg. Hennrng und Will, stimmten dasur, wor- über die Lmke mit Bravorufen quitterte. Der Jsvllerraum ist also beschlossene Sache. Madrid, 21. April. Tie Truppen des Sultans wer- den demnächst in Tanger eingeschifft, wodurch die Möglich- eines Konfliktes mit Spanien beseitigt wird. Tetuan ist von Insurgenten belagert Die Europäer flüchten, da bie Eroberung der Stadt wahrscheinlich ist Angesichts der Lage erbat der spanische Konsul die Ent* sendung von Schiffen. — Nachrichten aus Merilla besagen, der Prätendent stehe bei der fZestung Shellan, 15 Kilometer von Melilla. Nach einer Depesche auö Tetuan baten die dort ansc.sftgen Europäer um Entsendung eines Dampfers, der sie an Bord nehmen kann, weil sie befürchten, daß Tetuan bald in der Gewalt der Aufständischen sei,n werde. Rom, 21. April. Ter König nahm heute das Entlass u n g s g e s u ch deS Ministers des Ausivärtigen, P r i- netti, an und verlieh im das Großkreuz des Mauritius- unb Lazarusordens, sowie den Rang eines Marquis. Tie Blätter besräiigen, daß Morin zum Minister des Auswärtigen ernannt werden solle. Be ttolo soll das Portefeuille der Marine erhalten. — Der deutsche Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich luden die Königin von Portugal zu einer Fahrt nach Capri ein, und begaoen sich mit der Königin an Bord des „Saphir" heute dorthin. — Havriel Stxnob ve.ojientllcht im „Giornclle d Italia einen Skief, wo.in er die Fabel zurücr.oeift, daß der ehe- Kron Prinz werde Un Laufe des Sommers einen Besuch in Karlsruhe machen, um dort der Prinzessin Alex» andra von Cumberland zu begegnen. Tiefe Meld* ung ist gegenstandslos, sowohl den ta7,Ll)lichen Umständen nach wie auch namentlich mit Beziehung auf die Tendenz, ür eine angeblich geplante Verbindung zwischen dem Kron* prinzen uno der Prinzessin von Cumberland Stimmung zu machen. Ebenso falsch ist die aus Gmunden datierte An* gäbe des „^annoo. Anz.", daß der Kaiser für b$n Herbst >cs Jahres einen Besuch am Hose des Herzogs von Cumber- and beabsichtige uiid voraussichtlich als Iagdgast des Herzogs mehrere Tage in Gmunden verweilen werde." — Gegenüber anderweitigen Mitteilungen, wonach in kaufmännischen Kreisen Kairo- über eine Zurücksetzung bei den Einladungen für das F e st m a h l z u E h r e n der de utschen Prinzen Aer g er aus dem Generalkonsulat herrsche, versichert die „Post" aus Gruiid aenauer Mit- teilungen, daß die Deschwerbe durchaus unbegründet sei. Rach dem Diner in intimem Kreise habe ein größerer Ein* -sang stattgesunden, zu welchem auch verschiedene Vertreter Der Kaufmannschaft geladen gewesen seien. — Tie vielbetpvochene amerikaliische Panzer* chisfexkursion iiach den europäischen Gewässern unterbleibt iiach einer Newyorker Depesche des „Bert. Taacbl.", well sich von dem gesamten Geschivader nur drei Iahczeuge als diensttüchtig erwiesen haben. — Die „Berl. jborr." meldet: Avi 21. Aprll erscheint zum ersten Male die vom Statistischen Amt herauSzugebenbc arbeiterstotistische Zellschrift „R e i ch S a r b e i t s b l a 11". Das Blatt erftrittt ,ich gemäß der Denkschrift zum Reichs- haushaltsetal von 1302 auf alle mit den Perhällnissen Der arbeitenden Klassen -»usammenhängenbcn G.bieie, wird die soziale Gesetzgebung des In- und Auslandes verfolgen und besonders die Bewegung des Arbellsniorktes berück- ichllgen. — lieber die Audienz des Zentrumsabg. v. S a v i g n y beim Pa p st berichtet noch die „Germ.", letzterer habe Den Wunsch geäußert, daß da- Aentrum doS hohe Gut der Einigkell stets bewahren möge. Auch habe dec Papst seine besondere Freude über den bevorftcheiiden Besuch des deutschen Kaiser- ausgesprochen. — lieber den Austritt ein es sozialdemokratischen Agitators aus der Partxi lesen wir in den ,^Leipz. N. N": Ter früher in TreSden für bie Sozial- benwlralie äußerst tätige Agitator und Redakteur der ,Sächs. Arb.-Ztg." Franz Fricke wird in diesen Tagen eine „Enthüllung-^voschüce über die Dresdener Sozial- Demokratie im Druck erscheinen lassen. Nr. 93 • rfftetBt tiflTl# au&et 6onntag<. Trm toteben er A njetget werden im fBetblel mit dem Beflißt« taibmlrt bie •Ubtütr lamillee* blälitr viermal tn bet Woche bttqelegL Roiationibrud a. Verlag bet Brühl 'lchen Untoetl.-Buch- u-Sletn- b ruderet (tiiedd) Itrben) Ktbattxon, •nxDtrw« unö Druckerei: eeuer — eine alte Zehntscheuer — stand in Hellen Flammen. An eine Rettung des Gebäudes war nicht zu beulen. Die bald erschienene Feuerwehr mußte sich auf den Schutz der 'Nachbargebäude beschränken, der auch, obgleich das benachbarte Wohithaus des Fleischbeschauers Runk schon Feuer gefangen batte, völlig gelang. Die Entstehungsursack)e des Brandes ist unbekannt, es wird aber allgemein Brandstiftung vermutet. — In das hiesige Haftlokal ist von der Gendarmerie vorgestern ein junger Mensch eingeliefert worden, welcher in dringendem Verbäckst steht, d^n seinerzeit am Laubacher Stadtwald ausgebrochenen Walobcand angelegt zu haben. Darmst. adt, 22. April. Frau Phil. SNerz aus New- Hork, z. Z. in Groß-Bieberau weilenb, wurde am Montag im Neuen Palais von ber Prinzessin Heinrich von Preußen in bejonberer Audienz empfangen, bei welck-er Ihre Kgl. Hoheit für das Ihrem Hohen Gemahl bei seiner Amerikareise im Namen der deutschen Damen in Newport für sie gespendete unb überreichte Kissen ihren Dank aussprach. R. B Darmstadt, 21. April. Der Finanzausschuß ber zweiten Kammer, ber heute vormittag feine erste Sitzung naa; ben Osterferien ab hielt, hat nicht weniger als zwölf verfchiebene Sacken erlebigt Dem ersten und wichtigsten Beratungsgegenstand bildete ber von der Gvoßh. Diegierung mit dem Reiche Vereinbarte Vertrag über die Auflösung ber beiden Witwen- und Waisen lassen für Offiziere und Unteroffiziere des ehemaligen hessischen Kontingents, an denen zurzeit noch 112 Offiziere unb etwa 25 Unteroffiziere beteiligt sind. Der Vertrag geht bahin, daß bas vorhandene Vermögen, das etwa 600- bis 700 000 Mark beträgt, zu drei Fünftel an Hessen und zu zwei Fünftel an das Reich übergehen soll. Infolge desVorbehalts Lei Abschluß ber Militärksnvention, daß die Ka,sen unter hessischer Verwaltung bleiben sollten, hatten sich im Laufe der Jahre eine Reche differentieller Fragen ergeben, die heute im Ausschuß ^Berichterstatter Dr. Gut fleisch) zu sehr eingehenden Erörterungen Veranlassung gaben. Der Ausschuß beschloß barnad), bem Hause die Genehmigung des Vertrages mit bem Reiche vorzuschlagen. — Eine längere Debatte riefen auch bic Anträge Dr. Frenay und Ulrich bezüglich der Fabrikinspektoren hervor. Der erstere wünscht eine allgemeine Vermehrung ber Aufsichtsbeamten, der letztere speziell die Hinzuziehung von Arbeitern zur Kontrolle. Alan neigte im Ausschuß ber Ansicht zu, daß die Inspektion ber jetzigen 5 Beamten sehr gut funktioniere und eine Vermehrung derselben kaum erforderlich sei. uine andere Frage fei es, ob nicht durch das am 1. ^anuat 1004 nt Kraft tretende Gesetz über den gewerblichen n in ber- schütz eine umfangreiche Tätigkeit und damit eine Vermehrung des Kontrollpersonals erforderlich werde, Es wird wahrscheinlich der Regierung anheimgegeben werden, eine Regierungsvorlage in Vorschlag zu bringen, falls sich das Bedürfnis nach einer Vermehrung der Jnspektronsbeainten Herausstellen sollte. Ein weiterer Antrag ber Abgg. Ko re LI unb Gen., den Staatsb ea mt en anstatt ber jetzigen festen Diäten in Zukunst mir noch die wirklichen, rechnungsmäßigen Unkosten zu vergüten, wurde von der Mehrheit des Ausschusses abgelehnt. Ferner wurde ein Antrag von Bewohnern aus Wörrstadt auf Gewährung einer Entschädigung wegen Laubentziehung aus Anlaß der letztjährigen Reblausmaßregeln abgelehnt. Dem von ber Regierung beantragten Verkauf von Domanialgrunb- stücken stimmte ber Ausschuß zu, ebenso ber Nachtrags- forderuna für Bad Salzhausen, wogegen er in Rücksicht auf Die augenblicklicl>e Finanzlage die Gesuche mehrerer Beamten late gori en um Gehaltserhöhung ablehnte. In der morgen statt find enden Sitzung sollen neben der Forderung der Kosten für den Neubau des Darmstädter Hoftheaters nrcf) die Gesuche der Domanialforstwarte, der Kreisamts- bteuer, der Straßenmeister und Hochbauaufseher re. zur Beratung kommen. Sprendlingen, 20. April. Die Begnadigung unseres Bürgermeisters erfolgte zur großen Freude der Einwohnerschaft! Er wurde unter Erlaffung der Gefängnisstrafe in eine Strafe von 200 Mk. genommen. (W. Ztg.) —? Mainz, 2L April. MU den Reftaurativns- arbeiten an dem kurfürstlichen Schlosse hier, welches schon seit Jahresfrist eingerüstet ist, hat man nun endlich tatsächlich begonnen unb zwar mit Aufwendung zahlreicher Arbeitskräfte. An der Rhainfassade des linken Flügels bes Schlosses sind viele Steinhauer tätig, um zunächst die zahlreichen schadbaften Stellen an den Gisimsen und Tür- und Fensterumrahmungen auszumeiseln, in welche alsdann neue Stücke eingefügt werden. Besonders mühsam unb zeitraubend hierbei sind die Arbellen an den prachtvollen Erkern des Schlosses. deren feine und reiche Zeichnung eine sehr sorgsame Bearbeitung erheischen. In dem rückseitigen Scylvtzhof hat man mehrere Bauhütten errichtet, in welchen zahlreiüe Steinmetzen damit beschäftigt sind, die in die schadhaften Stellen einzufügenden Steine zuzuhauen. Für die gesamte Restauration des Schlosses, zu deren Kosten betanntlid) das deutsche Reich, der hessische Staat und die Stadt Mainz Beiträge leisten, sind zwölf Jahre vorgesehen. — An der neuen Rheinüberbrückung für die Bahnlinien Mainz-Wiesbaden und Mainz- Bischofsheim ist die Fahrbahn über die zweite diesseitige Stromoffnung jetzt fertiggeftellt worden, so daß man von dem linken Ryeinufer den zweiten Strompfeller schon festen Fußes erreichen kann. Das vollständig vorbereitete Material für die Ueberbogung dieser Brückenstrecke ist bereits auf bie Fahrbahn gesck-asft und harren die einzelnen Teile ihrer Montierung. In dem Rheinarm zwischen bem Kasteler Ufer und ber Petersaue ragt bie erste Ueberbogung auch schon weit heraus und dürfte binnen wenigen Wochen wohl ganz vollendet sein. Wenn keine unvorhergesehene Ereignisse eintreten, so wird mll bem Schluß der diesjährigen Bausatson bie Brücke, soweit sie über ben Strom führt, unzweifelhaft ganz vollendet fein. Nach Vollendung der eben in Arbeit befindlichen zwei lleberbogungen bleibt in dem rechten unb Unten Stromarm nur je die Ueberbogung einer Stromöffnung übrig, welche Ar bell, nach bem bisherigen Verlauf ber Bauarbeiten an bem Brückenbau zu schließen, sich in drei bis vier SDionaten leicht bewerkstelligen lassen. tc. Frankfurt a. 2JL, 21. April. Der Kommis Alexander Zorn dahier wurde wegen Entführung der minderjährigen Tochter eines KaffiererS von der Strafkammer zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Dem Hilfsarbeiter im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Spezial- und Oeko- nomiekommissar Brase auS Wetzlar ist der Charakter als Oekonomierat verliehen roorben. — Am Samstag fand im Hotel Pfeiffer zu Marburg unter bem Vorsitz des Oberbürgermeisters Müller-Kassel eine Sitzung des Vorstandes des .Hessischen StädtetageS" statt, in welcher beschloßen wurde, bie diesjährige Hauptversammlung am 5. und 6. Juni in Bad Orb abzuhalten. Vermischtes. • Berlin, 21. April. DaS Blumenmedium Frau Anna Rothe ist zur Verbüßung der ihr zuerkannten Strafe von ll/j Jahren Gefängnis nach dem Zentralgefängnis für Frauen in CottbuS übergeführt worden. • New-Port, 21. April. AuS Havanna wird gemeldet: Der deutscheKonsul veranlaßte die Verhaftung des SantoS VaSquez, der angeschuldigt ist, mittels betrügerischer Waarenmanipulationen Frankfurter, Pariser und Londoner Firmen um eine halbe Million betrogen zu haben. * Der Alkoholverbrauch in Europa. Arn meisten Alkohol verbraucht Dänemark mit 8,85 Liter pro Kopf. An ziveiter Stelle steht Deutschland mit fast dem gleichen Quantum, nämlich 8,26 Liter. Dann folgt in ziemlich weitem Abstande die Schweiz mit 6 Liter pro Kopf. Verhältnismäßig günstig scheint Frankreich mit 4,8 Liter zu stehen. Aber dies ist nur Schein. In den nordischen Ländern kann der Alkoholgenuß zum Teil auf Rechnung des rauhen und kalten KlimaS gesetzt werden. In dem milden Klima Frankreichs fällt aber die Ausrede fort, der Alkohol sei zur Winterszeit als Belebungsmittel unerläßlich und von diesem Standpunkt aus muß bie französische Ziffer sogar verhältnismäßig hoch gefunden werden. Mit großer und bewundernswerter Energie nimmt man den Kampf gegen die Trunksucht jetzt in England auf, wo sie freilich zum Nationallaster geworden ist. Ein neues Gesetz bestraft Trunkenhell an und für sich. Bei zweimaligem Rückfall wird der Bestrafte von der Polizei photographiert und sein Blld an alle Wirte verteilt, denen damit ber Verkauf von Spirituosen an den Betreffenden untersagt wird. Ferner gllt Trunksucht in Zukunft als unanfechtbarer Scheidungsgrund. Eisenbahn-Zeitung. — D i e P r e u ß i s ch - H e s s i s che E is e n b a h n - Gern e i n s ck a s t erreichte im März eine Geiamteinnahme von Mk. 115 460 000 (mehr Mk. 5 646 000) und im Eiaisjahre 1902,03 wurden vereinnahmt Mk. 1 892 305 000 (mehr Mk. 39 980 000). Vnivtrlltüts-Uachrichtea. et Darmstadt, 21. Avril. Tie hiesige Burschenschaft .Germania" trägt seit einigen lagen wieder die bei ihrer Gründung nn Jahre 1879 eingeführte bunfelroie Sammetmütze. — Wie quS Darmftadt mttgeteilt wird, hat der derzeitige Rektor der Technischen Hochschule, Geh. Baurat Proiefsor Piarr, den Antrag erhalten, die an der Technischen Hochschule in Wien errichtete Professur für Wasserkrastmajchineu zu übernehmen. Infolge der kürzlich von den Landständen zur Einrichtung von Maschinenbau-Laboratorien gewährten Mittel wurde es jedoch Prof. P'arr ermöglicht, sich für (ein Bleiben in Darinstadt zu entschließen. — Aus Heidelberg wird geschrieben: Geh. öofrat Tr. Karlowa laßt bekannt machen, dag er seine beiden Vorlesungen: „Deutsches bürgerliches Rechtund ,DaS Sachenrecht des Bürgert. Gesetzbuches" krankheitshalber nicht halten werde. An seiner Stelle werden die Professoren Dr. H i s und Asio11er diese Vorlesungen übernehmen. — Aus Bonn wird gemeldet: Ter o. Projeffor der Rechte, Landgerichtsrat Dr. C o s a ck, hat den an ihn ergangenen Antrag, die Stelle des OberlandeSgerichts- präsidenlen am Hanseatischen Oberlandesgericht zu übernehmen, abgelehnt. Ter Prrvatdotent Tr. Radermacher, Assistent am philologischen Seminar, ist als a. o. Professor nach Greifswald berufen und tritt feine neue Stellung bereits im laufenden Sommersemester an. — Am 23. April feiert der o. Honorar-Professor in der evangelisch-theologischen Fakultät der Uulversität Breslau, ®eneralfuperintenbent a. D„ Ur. theol et pbil. Erdmann, das 50 jährige Jubiläum feiner akademischen Lehrtätigkeit Dr. Erdmann ist 1821 geboren. — Ter in Rom lebende Publizist Tr. Maximilian E1 a a r, Sohn des Frankfurter Schauspiel-Intendanten Emil Claar, wurde zum Profehor für deutsche Sprache an der Universität Rom ernannt — AuS Bonn vom 2u. ds. wird geschrieben : Geh. Ober-Med.-Rat Prof. Tr. Veit ist g e ft o r b e n. Frankfurt, 21. April. Die Vorlesungen der Handels- Akademie nahmen heute ihren Anfang. Von auswärtigen Dozenten finden wir mit Vorlesungen verzeichnet: Prof. Tr. B i e r- m a n n-Gießen (Grundzüge des Zivilprozeßrechtö. Samstag von 10 bis 12 Uhr, Beginn am 25. April), Prof. Dr. Kühnemanu-Bonn (Schillers Leben und Werke, Samstag von 5 bis 7 Uhr, Beginn am 2. Mai), Geh. Bau rat Prof. Berndt-Darmstadt (Einiührung m die Technik, Freitag von 5 bis 7 Uhr, Beginn am 24. April). Stuttgart, 21. April. Die Finanzkomnufsion der Abgeordnetenkammer beschäftigte sich heute mit der Frage eines homöopatischen Lehrstuhls an der Universität Tübingen. Tie Redner sprachen sich sämtlich dafür aus, ein Beschluß wurde jedoch nicht gefaßt. Bezüglich der Berufung von roürttembergifdjen Lehrkräften in der medizinischen Fakultät wurde die auifaUenbe Tatsache festgestellt, daß von 88 Asfistenz-Aerzten an den Tübinger Kliniken nur 12 Württemberger und 26 Nichtwürttemberger sind. In manchen Kliniken können Württemberger überhaupt nicht ankommen. Kandel und Kcrlichr. UolKswirlstjafl. Projektiertes Hochofenwerk in Wetzlar. Aus Wetzlar wird geschrieben: »Die Gewerkschaft Earolus II., die jetzt die Anlage eines Hochofenwerks plant und zu diesem Zwecke Kapital heranzuziehen sucht, will entgegen der Behauptung, daß ihre Grube keine zur Roheisen-Erzeugung geeigneten Erze produziere, glauben machen, ihre Grube sei stets ununterbrochen jahraus jahrein in Betrieb gewesen und fördere auch manganfauren Brauneisenstein. Wie es hiermit bestellt ist, läßt sich daran erkennen, daß bie Grube 1894 7010 tz 1898 3617 t, 1899 5337 t und 1900 4300 t Erze förderte. Für 1001 wurde eine Förderung überhaupt nicht aus- geroiefen, in 1902 beschränkte sie sich auf 95 t. Und das nennt sie ununterbrochenen Betrieb 1 Tie vou der Gewerkschaft geplanten beiden Hochöfen würden jährlich etwa 160 000 t Erze gebrauchen, welchem Bedarf gegenüber die eigene Produktion der Grube gar feine Rolle spielt." Nordstern, LcbenSverstchcrungö-Akt.-Gcs. zu Berlin. In der Generalversammlung wurde die oorgejchlagene Gewinnverteilung genehmigt, wonach außer der Zahlung von 1800 Alk. gleich 4 pEt. Zinsen auf volldezahlte Aktien noch 282 150 Alk. an die Aktionäre gleich 171 Alk. für die Aktie, 1 263 840 Alk. an bie am Gewinn beteiligten Versicherten nnb 81893 Alk. ber Gewinnreserve zu überweisen sind. Im ersten Quartal 1903 ist nach Mitteilung ber Verwaltung eine Steigerung bes VersicherungsbestaubeS um mehr als 4 Millionen Alk. erzielt roorben, In ber Generalversammlung beS Norbstern, Unfall- unb AlterS-Versicherung S-Aktien- Gesellschast rourbe ebenfalls einstimmig vorgeschlagen, nach bem Statut zulässige M a x i m a 1 d i v i b e n b e von 10 Prozent ber Einzahlung gleich 90 Mk. pro Aktie an die Aktionäre unb bie Ueberroeifung von 12 684 Alk. zur Kapitalreserve, welche bamit ben statulgemäßen Betrag von 875 000 Alk. erreicht hat, vo« 755- Alk. zur Risiko-Reserve unb von 31 640 Alk. an die am Gewinn beteiligten Versicherten genehmigt. Türkische Tabakregie-Gesellschaft. Tie Einnahmen bet Türkischen Tabakregie-Gesellfchatt betrugen im Monat März 19,1 gegen 17,8 Dilll. Piaster im gleichen Vor;ahrsmonat. Berlin, 21. April. Heute fanb hier bie Errichtung einet Deutsch-Ehinefischen Eisenbahn-Gesellschaft mit beschrankter Haftung statt, welche bie Ausführung von chmesifchen Siaatsbahnen, deren Finanzierung die Teuifch-Astatifche Bank und die mit ihr verbundenen Banken und Bankhäuser^ übernehmen werden, mm Zweck hat. Tie Gesellschaft hat em Stammkapital von 10 Mill. Alk., von dem zunächst 25 pEt. embezahlt wurden. Gesellschafter sind folgende, in chinesischen Geschäften bereits wiederholt gemeinsam tätig gewesene Firmen: TiSkonto-Gesellschaft. Deutsche Bank, S. Bleichröder, Deutsch-Asiatische Bank, Berliner Handelsgesellschaft, Bank für Handel und Jiidustne, Dresdner Bank, Robert Warschauer u. Eo., Nationalbank für Deutschland, A. Schaaffhausenscher Bankverein, Born u. Buffe, sämtlich in Berlin, Jakob S. H. Stem-Franfurt a. Al., Norddeutsche Bank in Hamburg, L. BehrenS Söhne-Hamburg, Sal Oppenheim jr. u.Eo. Köln. Zum Vorsitzenden der Gesellschaner wurde Geh. Kommerzienrat Frentzel gewählt. Zu Gesellschaftssührern wurden ernannt Er- cellenz Ficher und Baurat Gadedertz, zu Stellvertretern Alicha- lowsky, Rheders und Erich. Hamburg, 21. April. Tie Deutsche Leoantelinie beschloß m ihrer heutigen Generalversammlung eine Dividende von drei Prozent. Wegen prinzipieller Meinungsverschieden- heU mit dem Vorstand erklärte die 'Diajorität de» AufsichisralS unter warmen Worten der Anerkennung für Direktor Koihe ihr Aiandat niederzulegen. Die Generalversammlung sprach last einstimmig den Wunsch aus, daß es gelingen möge, die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Verwaltung unb dem Vorstand zu beseitigen und beide der Gesellschaft zu erhalten. Breme», 21. April. In ber in Norbenham abgehaltenen Sitzung bes Aufsichtsrais ber Deutsch-Atlantischen Te legraphen-Gefellschaft rourbe ber Abschluß für bas We- schäftsiahr 1902 oorgelegt. Derselbe ergiebt nach Dotierung bes Kabel-Amortisations- unb EmeuerungsfonbS mit 247 929 Alk. und nach Abschreibungen auf Kabeloorrat, Apparate Werkzeuge unb Mobilien in Höhe von 39 1000 Alk. einen Ueberschuß von 1 491113 Mark einschließlich des Vortrages aus dem vorigen Jahr m Höhe von 185 425 Aik. Ter am 14. Mai stattfindenben Generalversammlung der Aktionäre soll vorgeschlagen werden eine Dividende von 5 Prozent auf das Aktienkapital verteilen unb ben noch Deckung ber vertraglichen statutengemäßen Tanttömen verbleibende Saldo von 343 796,75 Akk. auf das neue Jahr vorzutragen. Gerichlssaal. fc. Frankfurt a. M., 21. April. (OberkriegS- gertcht des 18. Armeekorps.) Tas Kriegsgericht der 25. Division in Tarmslctdt hat den schon dreimal wegen unerlaubter Entfernung bestraften Gardisten Heinrich Hau von der 9. Komp. 115. Jnf.^Rcgts. (Tarm stadt» in seiner Sitzung vom 12. März wegen Fahnenflucht, Diebstayls in wiederholtem Rückfälle und Betrug- zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Hau, der aus Schotten gebürtig ist, war erst am 16. Januar d. I. von der Festung zurückgekehrr, wo er 6 Monate wegen unerlaubter Entfernung abgemacht hatte, und schon am 18. Januar ging er wieder durch Am 20. Januar wurde er in einem Coups 4. Klasse bei Remagen ab gefaßt, acs er ohne Fahrkarte auf die Luxemburgische Grenze losdampfte. Vor dem Kriegsgericht, rc[p. in der Voruntersuchung gab er an, er habe von Mainz bis Bingerbrück eine Fahrkarte gehabt. Diese habe er aber einem Reifenden im Wartesaal 4. 5llasfc gestohlen. Daraufhin ib ‘ "Wtbe « 9 v6on ä.-«5 unb «r werde. Bonn Z4,,°lttt MÄal de« Gericht . Erichs. LMrr «Mligfiii ?'che .%t2S;bvS8" ^ngen bttVoVx 6,en- iantL Dnn 0" delz. itiäinet: fyoftJT'00» MrechL^Biev- ■tol^Dil5Qm,lQ6 von öonbbisfe^Sr Tannsladt Begmn FÄ-gJS ». ^NwLtzin^ em Aelchiub Zr^rsL -Lrr^ :r9« überhaupt nichts $flksinirt|UjüfL 1 Wetzlar. Äu; i^ai itolu§ 1L, bie jegt bu ju bielem Zwecke Kapital Wlung, dah chre^rude probujiere, glauben Hen jahraus jahrein in ianfouren ÄrauneijenUein. m erkennen, batz die Ärube t unb 19U0 tiöu t üut ing überbaust nicht aus- 95 t. Und das nennt sie er Gewetsichasi geplanten 160 000 t Lrze gebrauchen, Produktion der lärubc gar >-Akt.-Gef. zu Berlin. Zr rgeichlagene Äewtnnver:! .• lhlung von 1800 9)lt -le t wch 282150 Ml. an »teilt- 263 840 M. an die omtit- 33 M. bet Vewumrejerve il 1903 ist nach Ältteüung BersichenmgsbestanbeS um den, Zn der Weneraloev- ll/ers-Äersicherungs-Lkuen- oorgejchlagen, nach dem de von 10 Vrozeni an die Äktwnäre und bi-: ritalrejerve, welche damit W. erreicht hat. von ibo M an btt am Gewinn iH. Die Einnahmen bet rügen i>n Monat März 194 wriahrsmonal. > biet bie Errichtung einet nd Banlhäujer übernehmen mit Hal em Siammtapual 25 Kl. einbezahll wurden, ben ®e|d)äiien bereit» wieta cmen: ch°Asiati!che M l unb Induline, ationalbank iur $eu-:;; fl)L, 9lorbbt|l,Vi liier rourW^m »AK- etttf^SfieiVte^e yefccess ymmlun; i^^enmnr el»ti(n 5bem Soxftanb zu iltuiifl,un । echten- nbaehaUenen „iLrlen»«” “9e, i<- tiäfää* 7- Lftunfl 'a abgelna^ rS-s-Ks S'K» 180] Zu vecmieten freundlich« 5-Zimmerwohnung mit Zubehör. 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StyrfL Fn den gestern stattgefundenen twL den Eazialdcmokratcn einberufenen acht massenhaft be» suchten Arbeiter-Versammlungen wurde gegen die Regierungs-Vorlage unb die auS dem neuen A)lldarif drohende LebcnLverteuerung Stellung genommen. Wellen kündigten die sozialdentokratischen Abgeordneten an, daß sie sich entsä)!ossen halten, am nächsten Tienstag gegen die Beratung der neuen Geschäftsordnung ün Parlluuent struktion zu machen. L. Saloniki, 22. April. Am 19. April abend« fant ein heftiger Kampf in dem bewaldeten Gebirge zwischen OSmanche unb Etrumnizza statt. Mehrere in aller Eile entsandte Truppenabteilungen umzingelten die Räuber, die in der Stärke von ea. 300 Mann waren. Der Kampf dauerte mehrere Stunden. Tie Räuber entkamen in® Gebirge. Sie hatten 50 Tote und 70 Verw u n d ete, während bie Truppen 7 Tote unb 10 Verw unbete hatten. Sibi-bel-AbbeS (Departement Dran), 21. April. Tie Araberslämmc auS der Sahara erklärten den Helligen Krieg. New-York, 22. April. In den neuesten blutigen Kämpfen rn San Domingo blieben die Ausständigen Sieger. Der Minister dc8 Innern Cordova wurde getötet. Ter Präsident Vasquez ist adern,als flüchtig. Die Meldungen geben feine Regierung verloren. üntrbe er auch wegen Diebstahl- verurteilt, obmohl die angestellten Ermittelungen nichts ergeben hatten, was die ----- Nachträglich aber legte Hau "l er den Richtern Blaue Dogge, gut gezogen, 2*/i Jahre alt, zu verkaufen (01878 Stephanstraße 39, Part. Neueste WelSuugrn. Qriginaldrahtmeldungen bc® Gietzener Anzeigers. Berlin, 22. April. Der Kaiser fuhr heute früh um S Uhr nach Gotha. Berlin, 22. April. Der Superior und vier PatreS 6e® Pariser Sacrs coeur-Klosters erNärten einem Kommissar, baß sie sich ber AuSweisungSordre wibersetzen würben. Berlin, 22. April. Da® Programm für ben Besuch Kaiser Wilhelms in Rom ist nach ben bort vorliegen- . 26^6 . 93.10 . 101.60 . 104 10 . 211.80 . 189.00 . 140.50 . 149.20 . 15750 . 146.90 . 13.10 . 190.80 . 22125 . 185L0 . 184.75 Häiitmings - ÄusVerHauf 2 Bahnhofstraße 2 20 Prozent Rabatt 20 kür sämtliche Sachen ber Weiß-, «oll- unb «urzwaren- H Hannoversche Gummi-Kamm-Co. Akt.-Ges. Hannover-Limmer Klager von eisernen TragbalHtti Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute unb morgen: 3372 Hqleevkilch f>4 Kfg. ßaldülisch 45 pfg. Tinoxa einz.best. Schutzmittel geg. Mottenfraß, Pack 20 Pfg., empfiehlt Adler-Drogerie Seltersweg 39. Otto Schaaf. 3367 1531 Kamillen-Wohnung im 2. Stock mit allem Zubehör zu vermieten. Asterweg 6. Näheres Asterweg 2. 158] Schöne 5-Zimmerwobnung Bad, Koch- u. Brenngas u. all. Zub. ver sofort zu verm. Hledlgstr. 68. LMiljesheriny ^LPfd.is Pfennl^i ^öerall erhäli' Größte Auswahl in nur In.Cstisk- n. Salatfartoffeln darunter gelbe Mäuschen, empfiehlt 932 J. 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Eine ganze Än- yibl Bieh kam in den Flammen um. Der Schaden ist groß. ©leimig, 22. April. Der „Oberschles. Wanderer" meldet: In emem Nachbardorfe wurden unter großen Schnee- massen 4 erfrorene Personen aufgefunben. Nürnberg, 22. April. Gestern würbe im hiesigen Stabttheater als erster bayerischer Bühne ,Maria von MagbalaE aufgeführt. Das Publikum war tief ergriffen von ber wunderbaren Schönhell ber Dichtung unb erging sich in stürmischen BeifallS-Kunbgebungen, namentlich auch nach bem vierten, von ber Zensur anberroeitig beanftanbeten Akte. Glasgow, 22. April. Die Idee eines Schiedsgerichts zwischen Frankreich und England zur Beseitigung sämtlicher Konflikte zwischen den beiden Nationen macht immer größere Fortschritte. Gestern fand eine Versammlung der Geschäftsleute und Industriellen statt, worin beschlossen wurde, alles daran zu setzen, um eine dauernde Verständigung zwischen den beiden Völkern zu eitle, 22. April. 1500 von 3700 Arbeitern, welche zur Erledigung der Hafenarbeiten erforderlich waren, haben die Arbeit wieder ausgenommen, die Wortführer jedoch nicht, da fortwährend Todesdrohungen von den Streb- lenden gegen sie ausgestoßen werden Rom, 22. April.. Die D e m r's s io n B a c c ellr s wurde vom Könige nicht angenommen. — Der neue Minister des Aeußern, Morin, äußerte, daß er die gleiche Pvlilrk wie Brinetti einchalten werde und insbesondere in der alba- nesischen Frage mit Oesterreich und Rußland in stetem Kontakt bleiben werde. Rom, 22. April. Im Gebiet von Ferrara sind 20000 fianbarbeiter beschäftigungslos. Unerhörte Notstänbe werben befürchtet. Die Gemeinbekassen sinb durch wochenlange Spenden geleert. Albert’s 3368 Prof. Tr. Wagner's Universal- Gartendüuger, Chilifalpeter, Horumchl, Kuochcumchl. Zimmerpflanzen-Nährsalz empfiehlt Adler-Drogerie Seltersweq 89. Otto Schaaf. Wochen erkannt. Pretoria, 21. Aprü. Fünf Soldaten, welche der Ermordung eines Lameraden bei dem jüngsten militärischen Aus stände angellagt waren, wurden heute vom höchsten Gerichtshöfe zum Tode verurteilt, fünf -rudere ft ei gesprochen. Freisprechung einer Sinde-mördertn. Die Diener Geschwomen haben ein Urteil gefallt, daS wie eine Demonsttation aussieht. Angellagt war das 25 jährige Dienstmädchen Anna Losak, die am 15. November v. Z. ihr neugeborenes Lind ermordet hatte. AIS sie das Kind geboren hatte, tötete sie es durch Erwürgen und versteckte bu Lerche in einen Kofter. Als sie zehn Tage später er» krankte und eine ärztlrcbe Untersuchuna sich nicht mehr vermeiden ließ, wurde die Tat entdeckt, und die fieicbe deS Kindes gefunden. Anna Kosak legte ein volles Geständnis ab. Sie verantwortete sich damit, daß ihr in bem furchtbaren Moment der heimlichen Geburt der Gedanke zu Kops gestiegen sei, daß der Vater des Kindes ein verheirateter Mann fei, und die Furchr vor den Vorwürfen ihrer Eltern und vor der Schande sie schließlich dazu getrieben habe, das Kind zu töten. Dazu kam noch daß fie für bie Verpflegung ihres lebenden Kindes zwei Drittel ihres Lohnes bezahlen mußte, und nicht ein sah, wie sie daS Neugeborene erhalten könnte. Nach ganz kurzer Beratung verlangten bie Geschwomen die Stellung einer Zusatzftage aus „Sinnesverwirrung", die der Gerichtshof in Hinsicht auf das Beweisverfahren ablehnte. Nach ebenso kurzer neuerlicher Beratung beantworteten die Geschwomen bie Hauptfrage mit 9 Stimmen Nein unb 3 Ja, woraus der Präsident den Freispruch verkündete und die sofortige Enthaftung der Angeklagten anordnete. Telephonischer Kursbericht« Frankfurt ea. H.e 22. April 19u3. 3l/,% Oberbessen . . . 101.20 496 Ocsterr. 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