Nr. IS • rl^etnt tägfi* außei cunniagS. dem tfXefeeiier Anzeiger cvcrbtn nn Wechsel mit dein kesfischen Landwirt bit Lietzener Familien- Malier viermal in der Woche bciflelcQL 0U>iaiion<3örucf u. Per» lag dei Brüh l'schen Umoers.-Buch- u. Siem- brudcrei lPielsch Erben) PUOufnon, Espedit»»» und Trudeiet. Ochulfteatze f. Ubiclle tüi Tepescheni Anzeiger Siede». FernipirchaiUctiliitzAr 51 Zweites Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag <42. Jannar 1908 MMM AMMt General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Beß«gsp»slsi mona 111*76(51. etntafa Ehrlich Ölt drv, durch Abhote- *L HroeigfltÜai monatlich 66 (if.; durch diePostM.it.- viertel jährt. au-schl. vestellg, Bnaabatt von Lnzeige» ffii bl« tage»iuinima bli oouniliagi 10 Uhr. Zerlenprei». lokal 18 au-iväctt 80 Psg. v« rani «Vocttich. 5t den »olib h. allgerx dl. V W.Nko, Kh , Stabt und L'an6* «ml .ÄrrrchtSsaal' i Hoti 931 ato, füi den Ilm getqenietl. fcanl Cedt Z>le ycutige Mmmer umfaßt 12 Sclten und Herrn Grafen v. Ballestrem fei wem den llkürakt des $ so unerhörter, Valitische Tages schau. Kaiserworte im Reichstage. Z>cr 6tat im Reichstag, m es möge hoher Kammer, in Nebereinftimmunq mit Großh. Regierung, noch gefallen, recht bald eine gesetzliche B- fiimwung zu treffen, durch weich'' den K^eiSstraßenmeisteru lie Wos>^at-n b^T unwiderrnflichen Wnstellung>, wie sie allen hessischen Beamten zuteil geworden sind, in sinn- S>emäßer Anwendung de? ^tikels 36 W Kunftstraßen-Ge- setzes zugebilliat und denselben die Rechte der unwiderruflichen Anstellung verliehen werden, und zwar so, dass die Kreitzstrasimmeister nicht mefrr von dem guten Wollen der einzelnen Krei^v-rtretunken abl^n^en." Di-' Vorstefluna kft unterzeichnet von den .Zerren Rahn, Grnßh. Hochbau- oufseb-r in Gießen, und Braun, Kreisstraßenmeister in Alsfeld. ferner liegt der Bericht de9 Zweiten Ausschusses Wer den Antrag der Mag. M.nitban und Gmossen, betreffend die strafrechtliche Verfolgung, von Veranstaltungen trügerischer Ausverkäufe vor. Da die Regn'erung bereit« im Mä>-^ v I. die Sta^^anwalts^aften. KreiSamter und Vosiznbeh^den ganz im Sänne her Antragsteller mit ausfnhrliche^ Weisung versehen hat, kann der Wntrag für erledigt erklärt werden. Die Regierungsvorlage, betreffend Entwurf erneS Gesetzes, blte Entmündigung wegen Derschwen« düng oder wegen Trunksucht, füllt nach etnstim- miger Ansicht deS Ausschusses eine Lücke auS. Die Mitwirkung der Armenverbande wird als im öffentlichen Interesse liegend, anerkannt. Der Ausschuß erachtet die Begründung deS Entwurfs für durchaus richtig und ausreichend, weödalb er den Antrag flelTt: Hohe Turmer wolle den einzigen Artikel, ebenso die Ueberschvift, die EingangK» und Schlußworte des Gesetzentwurfs a n nehmen. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 21. Januar: Tie gestrige erregte Auseinandersetzung über den Fall Krupp hat den Reichstag an den Brennpunkt deS öffentlichen Interesses gerückt. Man verspricht sich von der heutigen Sitzung bewegte Szenen und „reißt" sich demgemäß um Tribünenkarten. Einer der ersten im Saale war Abg. Richter (Freis. Dolksp.1, auf den sich die Erwartungen konzentrierten. Er leitete — gegen seine Gewohnheit — den Tag ein, und Mar kritisierte er zunächst die finanzielle Seite deS Etats, speziell die „nichts weniger al? sparsame" Ausstattung des Marineetats, an dem der Bundesrat offenbar keine Abstriche vorgenommen habe. Der „Rufer im Streit" war gut disponiert: kraftvoll hallte seine Stimme durch den Raum, die noch etwas unruhige Hörerschaft yir Aufmerksamkeit rwinaend. Der Reichskanzler war noch Parlamentarisches ans Hessen. Außer der in unserem heutigen ersten Blatte bereits eingehend behandelten Eingabe deS Gießener Oberbürger. meisterS liegt heute eine ganze Anzahl weiterer Drucksachen der Zweiten Sammer vor. Ein Antrag der Abgg Köhler-Langsdorf und Genossen, betrifft die zweifellos sehr nötige Sam melausgabe sämtlicher zur Zeit im Großherzogtum giftigen Gesetze, Verordnungen ufUx ES teHrb hier u. a. auSgeführt: ES mag zugegeben werden, daß die gesamte Verfassung-- und Verwaltung S g e se tz g e bu n g deS Landes zur Zett sich in einem Zustand befindet, von dem anzunehmen ist, daß er in naher Zeit sich gründlich ändern werde, dennoch wird die Großherzogliche Negierung nicht der Pflicht enthoben, die gedachte gründliche Arbeit einmal vvrzunchmen: denn auch ihr kann eS nicht verborgen sein, daß ein Zustand wie der gegenwärtige, wo Hunderte von Gesetzen und Verordnungen unter einen Dust von allerlei nicht mehr gil- tigen untermischt sind, die gesamte Verwaltung erschwert und Irrtümer im Gefolge haben muß. Ein Gleiches aber trifft zu in Bezug aller Ministerialausschreiben und kreis- amtlichen Verfügungen. Auch dort „erben sich Gesetz und Rechte wie eine ewige Krankheit" in den Registraturen recte Makulaturen der KreiSämter, Gerichte, Bürgermeistereien usw. fort und oft weiß kein Mensch, was Rechtens sei- ES würde darum von höchstem Vorteil sein, wenn seitens der zuständigen Stellen mindestens allzehn- löhrig eine summarische Uebersicht und Zusammenstellung des Gilttgen in neuem Wortlaut gegeben, das alte als außer Kraft gesetzt und daS neue als rechtsbestän- bfg erllärt würde. Es wird daher beantragt: die Zweite Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen: 1. alsbald eine Kommission zu berufen, und mit der Aufgabe zu betrauen, sämtliche zur Zeit ailtigen Gesetze und Verordnungen jeder Art nach Sinn und Wortlaut aus den Gesetzsammlungen auszuscheiben und zu veröffentlichen; 2 sämtliche Behörden (einschließlich die Großherzoglichen Ministerien) zu beauftragen, in Zeitabständen von zehn Zähren aus den vorliegenden Ausschreiben, Entscheidungen, Verfügungen usw. daS noch giltige auszuscheiden und unter Ungiltigerklärung des alten daS noch rechts- beständige al- giltig neu herauszugeben. Weiter sind von Wichtigkeit die Berichte deS Dritten Der „Rationallib. Korr." zufolge schien die Entscheidung des Grafen Ballestrem dem Abg. v. Bollm ar gegenüber, die eine peinliche Szene am Dienstag im Reichs^ :age hervorrief, im ganzen Hause das äußerste Be- r emden zu erregen. Derselben Empfindung gibt fast die gesamte Presse Ausdruck. Der „Vorwärts" veröffentlicht an der Spitze seiner heutigen Ausgabe in Fettdruck folgende Erklär ungr In der heutigen Sitzung des deutschen Reichstage- tff :utd) den Ersten Präsidenten, Herrn Grafen v. Ballestrem, ein die durch die Verfassung garantierte Redefreiheit der Abgeordneten vernichtender Gewaltakt verübt worden, gegen den wir im Ramon und Auftrag der sozialdemokratischen Fraktion hiermit öffentlich Protest erheben, nachdem der Redner, Parteigenosse v. Vollmar, vergeblich versucht hat, in der Sitzung fein Recht zu wahren. Vollmar beabsichtigte im Laufe seiner Etatsrede die verletzenden Weußerungen zur Sprache zu bringen, die der Kaiser in seinen bekannten Reden nt Essen und Breslau im Dezember v. I. gegen die deutsche Sozialdemokratie geschleudert hat. Das zu tun, hatte Vollmar nach den bisherigen durch den Präsidenten cywuoerr hat. Das zu tun, Tigen durch den Präsidenten . lbst im Reichstage eingebürgerten Regeln volles Recht. Der Präsident Herr Graf von Ballestrem hat in den Sitzungen des Reichstages vom 21. Januar 1899, ferner vom 21. Juni 1899 und endlich vom 12. Dezember 1899 ausdrücklich erklärt, daß ec eine Be- wechung kaiserlicher Reden in angemessener Weife, sobald te authentisch, z. B. durch den Reichsanzeiger, bekannt geworden seien, Massen werde. Obwohl nun die Reden in Essen und in Breslau im Reichsan.^iger veröffentlicht worden sind, und obwohl Abgeordneter v. Vollmar auf Einwendung des Präsidenten Herrn Grafen v. Vallestremi ausdrücklich erllärt hatte, er werde den Fall Krupp, mit tem jene Reden in Verbindung stehen, mit keinem Worte erwähnen, sondern sich ausschließlich auf uie Kritik der gegen die sozial mokcausche Partei gerichtet en Bcschuk- ränken, ließ der Präsident diese Aufmerksamkeit zwingend. Der Reichskanzler war noch nicht zur Stelle, doch sein Vertreter, Graf PofadvwSky, brachte die hauptsächlichen Bemängelungen oeS Redners ftngS zu Papier, sodaß Graf Bülow das Mr Gegenrede erforderliche Material später vorfand. Mit herber Kritik bedachte Richter ferner den Ko lon ialeta t, speziell die kolonialen Eisenbahnbauten (Südwest- und Ostafrika), was den Kolonialdirektor Tr. Stuebel veranlaßte, in der Nähe des Redners Platz zu nehmen und dessen satirische Pointen M notieren. Um diese Zeit erschien Graf Bülow im Saal. Zum Militäretat bemerkte Richter, an eine Erhöhung der MilitZrpensionen dürfe man bei der gegenwärtigen Finanzlage überhaupt nicht denk.m. Der preußische Kriegsminister v. Goßlersah sich interpelliert in Sachen der Krefelder „Tanz-Husaren" (Verlegung beS Regiments von Düsseldorf nach Krefeld); auch an die Adresse des Schatz- sekretärs waren einige „Aufrichtigkeiten" gerichtet. Das den Reichskanzler betrifft, so vermißte Richter bei ihm den „Mut der eigenen Meinung" in der Diätenfrage. Unter allseitiger Spannung wendete sich der Redner zur Erörterung der Möglichkeit parlamentarischer Kritik an kaiserlichen Reden und der Verantwortlichkeit des Reichskanzlers für daS Swinemünder Kaisertelegramm. dessen Gegenzeichnung durch den Reichskanzler bei der Veröffentlichung nach Richters Meinung verfassungsmäßig hätte erfolgen müssen. „Die Regierung hat hier dem Zentrum ein Geschenk gemacht, wie eS sonst nur der Sozialdemokratie zu teil wird — das bekannte Schweineglück!" (Große Hei ter kett.) „Tie Herren Minister sind freilich in keiner beneidenswerten Läge. Zu keiner Zeit muß es schwerer gewesen sein, Minister zu sein, alD gegenwärtig. Wenn es mit der Käbinettsregierung so weiter geht, wie bisher, dann laufen die Minister Gefahr, zu Handlangern zu werden, was Fürst Bismarck nie gewesen ist." . . . Lebhafter Beifall der Linken begleitete diese scharf pointierten Sätze, mit denen Richter seine fast zweistündige Rede schloß. Graf Bülow hielt eine unmittelbare Entgegnung nicht für angezeigt: er tauschte mit seinem Nachbar Gras Posadowskv einige Worte aus und lehnte sich dann sinnend in den Sessel zurück. Im Parkett rüstete man jetzt geräuschvoll zum Aufbruch zur „Kaffeepause", sodaß ein beträchtlicher Teil der Etatsrede des Abg. v. Karborff (Rp.) den Hörern verloren Ausschusses über die angefochtenen K'ammerwah- le n. Tie Wahlen der Äbgg. Dr. Gutfleisch, St öp- ter, Weidner, Neinhart, Reh, Möllinger, Pennrich, Schönberger, Tr. David, Haas, Braun, Lang, Hauck, Seelinaer, Ioutz und Schmalbach werden vom Ausschüsse sämtlich für giltig erllärt. lieber die Stellungnahme des Ausschusses Mr Darmstädter Wahl liegt bisher Fein Entscheid vor. Sine Vorstellung des Allgemeinen Teutschen Vereins für Schulgesundheitspflege wünscht die Anstellung von Schulärzten. Bekanntlich existieren bereits in den meisten Städten unseres Landes Schulärzte, und da die Regierung auch die Anstellung von Schulärzten bei den Landgemeinden seit längerer Zeit plant, können wir unS ein näheres Eingehen auf diese Frage heute ersparen. Eine Vorstellung der H o ch b a u a u f s e h e r lkretS straßenmeister geht auf die anderweitige Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse hinaus. ES heißt darin u. a.: „Die Geringerdotierung unserer Gehalte gegenüber denjenigen der Kreisamtsbureauvorsteher (ganz ohne Prüfung) Und der Gerichtsschreiber um 1300Mk int Höchstgehalt, gerade 50 Prozent unseres Gehaltes, erscheint unseres Erachtens burch nichts gerechtfertigt, auch dann nicht, wenn man geneigt sein sollte, die Vorbildung genannter Beamten um ein Geringes höher anzuschlagen, als die unserige. Im Ans- schußberichte ist hervorgehoben, daß unsere Vorbildung nicht derjenigen der Gerichtsschreibcr entspreche und in dem Aus- jchußberichte zu dem Gesuche der Hilfsgerichtsschreiber usw. ift darauf hingewiesen, daß die Vorbildung der G-richts- schreiber hinter derjenigen der Finanzbeamten zurückstände und doch sind die beiden Kategorien im Gehalte einander gleichgestellt" Ihr Wntrag lautet: „Hohe Kammer wolle in Nebereinstimmung mit Großh. StaatSreaierung wohl- geneioteft beschließen, daß auch 1. unsere Gehalte von 2000 bis 2700 Mk.. auf 2000 bis 3000 Mk. erhöht werden, 2. und baß eine, den erhöhten Anforderungen entsprechende Prüfungsordnung baldmöglichst herausgegehpn werden möge. Gleichzeitig verb'uden wir mit diesem Gesnche die Bitte, ^3«! Hakttmg deS Grasen Dallestrem, nicht im mindesten e, dem Sprecher ins Wort zu fallen. DaS Merkwürdige an den gestrigen Vorgängen ist, daß die Regierung selbst auf eine Kritik der Ereignisse gefaßt war, daß Gras Mllow mit einer Entgegnung gerüstet gewesen sein soll, die zweifellos in manchem Punkt eine Klärung der beklagenswerten Angelegenheit h?rbeigeführt haben würde. Selbst im Zentrum find die Meinungen geteilt, ob Graf BallestremS Auffassung zweckmäßig und berechtigtwar. Ein Eingehen auf die gegen Krupp aerichteten Verdächtigungen ließ sich gewiß durch den Präsidenten verhindern — Herr v. Dollmar selbst erklärte, diese Seite der Sache nicht berühren zu wollen —; durch daA Verbot der Erörterung der kaiserlichen Kundgebungen setzte ^ch ^ber Graf Ballestrem in Widerspruch yt seiner eigene«; Abg. Liebermann v. Sonnenderg sieht eine endlose Reihe von Wahlprotesten voran-, wenn die New» Wahlen auf Grund des gesicherten WahsgeheimnisieS sich abspielen. Die Abänderung des Wahlgesetzes hätte früher erfolgeir müssen, damit bei Ersatzwahlen (Äsahrungen hätten gesammelt werden könnerr. Sarkastisch meinte der Redner dann, Graf Bülliw habe in bedeutendem Maße, toaS ein Staatsmann nicht entbehren könne, nämlich Glück. Beim Zolltarif sei es ihm in der Person des Herrn Singer ge- nafy.CStihmtffye Heiterkeit.) Sehr drastisch gestaltete sich die „Abrechnung" v. Liebermanns mit dem Abg. v. Kardorff wegen dessen „übereiltem" Austritt aus dem „Bund der Landwirte"; doch dem greifen Reichsparteiker war die Sache nichts weniger als spaßhaft, ergrimmt meldete er sich zum Wort. „ES ist heute eine verkehrte Welt. Von den Abgeord^ neten verlangt man, daß sie schweigen, von den Gene* rafen, daß sie reden sollen" — so ließ sich Abg. v. Lieber* mann im weiteren Verlauf seiner kurzweiligen Rede, in der es auch an Seitenhieben auf England und an Reminiszenzen an den Berliner Aufenthalt der Durengenerale nicht fehlte, vernehmen. Tann erhob sich Graf Bülow. ES galt einer Berücksichtigung der int Verlauf der Debatte erhobenen hauptsächlichen Einwendungen, vor allem der seitens deS Abg. Richter erhobenen. Der Kanzler hielt energisch den Schild über die Person deS Kaisers, kür dessen groß und stark angelegte Individualität und reiche Begabung er Worte höchster Anerkennung fand. „Was man auch vom Kaiser sagen möge — ein Philister ist er nicht!" (Allseitige Heiterkeit.) Mit W zügllcher Satire wandte sich Graf Bülow dann zu der vom vTbg. v. Liebermann übernommenen Bemängelung de- konservativen Führer- v. Kröcher, daß die Regierung negen- taS Ausland zu „liebmswürdig", also fchw ä ch- llch, verfahre, daß man den festen Tritt der schönen deut* scheu Kürassierstiefel vermisse. „Grobheit ist nicht Würde, Kratzbürstiakeit nicht Festigkeit. Die politischen Geschäfte brauchen nicht notwendig inschkechter Ma nier erledigt zu werden. Wenn man immer nur mit der Faust auf den Tisch schlagen will, dann könnte mancher leitender Staatsmann werden." Bei dieser Abkanzelung, die von energischem Niederstoßen der Hand auf daS Pull begleitet war, blickten die Herren auf der Rechten einigerma^n sauer wein. Sie werden dem Grafen Bülow die Antwort kaum chuldig bleiben: es ist möglich, daß Dbg. v. .Kröcher, den Graf Bülow mit feiner Ironie seinen verehrten Freund" nannte, sie morgen erteilt. Erwähnt sei schließlich noch, daß der Reichskanzler auch über den Nichternpfang der Durengenerale durch den Kaiser Auskunft gab. ging. Tas hohe Aller des Führers der „Botschafterpartei" — er steht im 76. Lebensjahre — machte sich heute bemerk» bar; er sprach leise und in abgerissenen Sätzen. Tie vor Weihnachten angekündigte Auseinandersetzung mit dem „Bund der Landwirte" — aus dem Herr v. Kardorff bekanntlich mit „hörbarem Ruck" aus-geschieden ist —, siel ziemlich matt aus. Abg. Tr. Certet (kons.), der leitende Redakteur der „Teutschen Tagesztg.", quittierte mit behaglichem Lächeln über die Kardorff'schen „Angriffe". Auf einen gemäßigten Ton gestimmt war auch die Etatsrede des Abg. Schrader (freis. Vgg.). Er hatte zwar dies und jene- an den Reichsausgaben ouszusetzen, kleidete aber feine Kritik nicht in schroffe Formen. Taß das neue Dienstgebäude für das Reichsmarineamt in der teuersten Gegend Berlins, in der Bellevuestraße, errichtet werden soll, totber- trebü ifüudj Herrn Schrader, dessen Fraktion sonst geneigt ist, die Marineforderungen mit Wohlwollen zu behandeln. Ta das Zentrum ebenfalls widerstrebt, wird die Marinc- verwaltrng sich nach einem weniger teuren Bauplatz für )a§ neue Tienstgebaude umsehen müssen. Dbg. Schrader hatte am Dundesratstisch drei besonders aufmerksame Zuhörer: den Reichskanzler, den Reichsschatzsekretär und den wurttembergischen Gesandten Frhrm v. Varnbüler. Graf Bülow lächelte still vor sich hin, als der Redner erklärte, er könne dem Kanzler etwas Angenehmes jagen, nämlich ihm Tank abstatten für die verhetßene Sicherung de § Wahlgeheimnisses. Das Herr Schrader über ba5 Zollkompromiy, bie mit Besorgnis M erwartenden neuen Handelsverträge sagte, über die von ihm kepttsch beurteilten Arbeiter-Kundgebungen zum Fall lru p P usw., bas war ersichtlich bem Reichskanzler weit iger erfreulich. Sehr eifrig stimmte bie äußerste Linke Bemerkungen über Eingriffe in die Redefrei hell der Abgeordneten zu. digungen be6 Kaisers besch: Bizepräsident Büsing führte den Vorsitz während Kritik nicht zu. Dieser Wil dieser Ausführungen, und er machte, im Gegensatz zu der Grafen v. Ballstrem ist um mbe, her polt ,ut bett t ch t yi Part» luerbt*ii die Worte Bülows Uber die Bezteünngen Lettljchland-) mib FrmikrelcliS lebhaft besprachen und nicht ohne (Akiiugtiuuifl laininenttert. Man bringt sie init dein gegenwärtigen Aiitfenlhccll de» Kronprinzen in Petersburg In Zusammenhang und Non einer dein Minlstnrlnm des Wlistein nahepehrnben &cllc lvirb behanplet, bast auch uon russischer Seite besrtebtgende Erklcirnnge» schon dor dtcseni Besnu- nach Pari» gelangt seien. Ordnung sand, dost sowohl in ber gestrigen alS in der heutigen Sltziinlg de» Reicb-tageS daS SwtnemÜnder Tele- ficomm des Kaisers an den PrtnLregenten von Boyern, das tm NeichSanzetger ntckit verössentltcdt worden Ist, In der gründlichsten Weise erörtert wurde, insbesondere auch Lurch den Zentrumsabgeordneten Dr. Lchäbler. Da die Geschäftsordnung de» Reichstage» keinen Weg bietet, diesen nur bei Kenntnis der E^lielmge schichte de- Falle» Krupp verständlichen Gewaltakt de» Präsidenten Herrn Grafen v. Ballestrern, tm ReiclMage setbt,t zur Erörterung zu brtnaen, so wenden wir uns an die OesfenUlchkeit. Wir überlassen dem deutschen Volke, über dtesev durch den Präsl- denten des Reichstages aus dte Redefrell)-clt der Mgeord- neten verübte Vitttentat das Urteil zu sullen. Berit», den 20. Januar 1903. Im tarnen und Auftrage der sozial- deinakrutisthen Fraktion des tx'utschen ucetchStageS. Der FrakilonSvvrstanv: Bebel, Meister. Psanntuch, ^cnger. Die wli t c » ä*e 11 u n ö" ist der Ansicht, dast die Dl» n »tag-Rede des RelchSkanzlerl Q> r u f c u Bülo ia im bleiti-Stage ohne Zivelfel zu den bcdcut- samsten poittischen Uundgebungen der teuren Zell gehöre. Hohe Beachtung verdienten u. a. auch olc Klarlegungen de» (grasen Bulolv über sein Verhältnis zum Monarchen, und zioar durch dte Geschlclitchkeil, mit der sie diese» heikle Thema behandelten. Den Erklärungen dcS Kanzlers, dte er zu den Anlcägen wegen des sogenannten Schutzes des W u y l n e h c t m n > s s e S abgegeben, t'anne sie, dte „Kreuzzlg", nicht uneingeschränkt -ust tm mc n. Sie glaube ntchl, daN dte Mlnahine b-et nngekündtgten Borlage bedeutsame praktiscl)e Folgen haben werde. Die geheime Wabl let scholl durch da» bisherige Wohlreatcment ausreichend gesichert. Unctnneschrünkteü Lob müsse aber dem Teile der Rede de» Reichskanzlers gelotdmet werden, der von den Beziehungen Deutschland» zum AuSlande handele. Dasselbe Matt nicht bezüglich des Verhaltens des Präfl- t eil leii Grafen Ö a l I e ft t c in gegenüber dem Aba. v. Boll- mar der Auffassung Ausdruck, dast Graf Ballestrem sich mit dem gegen Herrn v. Bollmar gerichteten Verbot in hiiifl des Präsidenten zu dec Besprechung deS Swlne- müuder ^elegrammet. und derjenigen der Krupv-An- Selegenhett lasse sich schwer rechtfertigen. Line Er» rterung de» Swincimünder Falles luare aber auch besser unterblieben. Wnu besten würde eS setn, lucmt der Reichstag zu seiner srüheren Stellung znrürlkebre, lucini die loyal denkenden Mitglieder sich der Kritik kaiserlicher Knnd- gebunuen, die nicht aiS seierltche S-laatSukl Ionen erscheinen, enihlelten. Die „Post" ist der Ansicht, dast mit dem Verhalten de» Präsidenten Grasen Bal le st rem bet guten Dache, die diese kaiserlichen Reden wirksam sördern sollten, kein Dienst geleistet sei, wett dte Soziatbemokraten Gelegen- bclt hatten, sich über Beschränkung der pa r l a m e n - t a r i s ch e n R e d e f r e t h e i t und u n g l e t ch m ä st i g e B e- handluna gegenüber dem Zentrum zu beklagen. Auch dte Art, wie der Reichskanzler in seiner Rede dte Widerspruch geletzt habe mit den Grundsätzen, die er früher aufaestellt habe. Auch der Versuch, diesen Wider- sviuch durch Hkrvorkchruna neuer Unterschiede bet kaiserlichen Kundnebunaen zu lösen, scheine nicht geglückt äh sein. Jedenfalls lasse sich einem Teile der öffentlich bekannt gegebenen Arngernngen, die der Kaiser an den Heimgang Krupp» und an bi sen unerhörte Verdächtigung durch die soztaloemokratische Pc esse geknüpft bube, der politische Lharakler nicht al^prechen. Dte ungleichartige Dtcl- Person des Kaiser» mehrtach zu berühren für ai fniiben habe, kann die „Post" al» itnwandSsret unsede n. WuS dte angekündigtc Sicherung des Wahi- g e h e i m n t s s e S aiUange, so könne es. angestchtS de» sozial- demokratttchen TerroclvinnS nur erwünscht sein, lucini das Wahlgeheimnis noch besser al- jetzt gewahrt werde. lieber die Dtenötaa-Rede des Grasep Bülow liegen au» ft r a n f r e l ch nur inhaltlose Aeusterungen dc r natio- n al Ulli dien „Patrie" und ,^ibertü" vor, welche über oie „kutserliche Alpprodulion" der lcanzöslschen Dozialtsten Mille- roiib inib JaiicoS spotten. In parlamentartschen Kreisen Freundlichkeiten deü Auvlande». Mau schreibt uns au» Berlin, 21. I c,imar: LS scheint doch, dast die Aeusteruugeu des Grafen Bü- 11> in im 'nlch-tag übe: deutsu,-englif dien Be ■ ziehuuge n einige Wirkung im Lande geran Haden. Lin Blatt tu le. die imeS" kann natürlich dem hochfahrenden und fchttlmelsu rüden Ton Denlsclstand gegenüber nicht gcinz^ lich entsagen. Doch richtet sich folgende L^emerkung ber „Times" durch ihre Lache rl ich kett: „Wir sind nicht sicher, dast diese Wbfeijt von seiner früheren Art ein Beweis für dte tmpontereude Mü chttgke.it 'Dut schlank in der tnicr- nationalen Politik ist". . . . Inzwischen haben unsere Offiziösen noch alle tyüibc voll zu tun, englische und oincil- kan Ische L ü ge n m e 1 d u n a e n, die speziell doü Norgei)<'n Deutschland» gegen Venezuela zu diskreditieren bestimmt sind, aus ihre» Unwert zurückznsühreu. Auster der „Köln. Zig." sieht sich soeben auch die „Rordd. Mg. Ztg." veranlasg, seslzustelle», dast „einige englische Mütter sort- aesetzt unwahre Rachrtcliten" zu beu Vorgängen in Venezuela bringen. Dir neueste Leistung dieser Act ist, dast England und Italien bet Weigerung ! enlsthlandS selbständig die Blockade ansheben würden. „Die Meldung ist unsinnig", schreibt kurz und kcäflla da» Organ unserer Regierung, und es war kaum noch die Hinzusügnttg erforderlich, dast die Dloctade-Frage von den drei beteiligten Mächten durch- au» gletchinttnig belwndeli wird. Deutsches Deich. Berlin, Dt. Jan. Gestern sand beim Kaiser und ber Kaiserin fta mili entafel statt. Nachmittag» begaben sich die Nlalestüten nach der Kaiser Wilhelm-GedüchtniSkirche und hörten dem Orgeispiel Prof. Dr. Reimann» zu. ßnr Ilbendtafel waren Prinz Heinrich, Prinz imb Prinzessin Maz von Baden und Prinz Friedrich Shirt von Hessen ge- laden. — Der Kaiser haiie heciie im ^keichSkanzler-Palai» eine lflesprechttng mit dem Grasen Bülaiv und hörte später im Schlast den Vortrag des steUvertretenden ^'hefs des AiviikablnettS. — Wie gemeldet wird, ist für den Monat Mai eine oon Kromerhaoen aiiSgehende zweitägige Vk a r d l a n d s a h rt mit dem Lloyddampfer Kaiser Wilhelm IL geplant, woran außer dem Kaiser auch die Kaiserin teilnimmt. — lieber die Reiseplüne deS Kronprinzen und de» Punzen Eitel Friedrich erfährt, wie ein Telegramm aus London meldet, Daily Telegraph, dast der Bestich der Prinzen in Afrika sich bi» Khartum ausdehnen werde. Später soll noch eine Reise mit der sibirischen Bahn nach K i a u - T s ch o u in Frage kommen. (?) — Im .Deutsche n öieichS-A nzeig er und kgl. preust. btaatS-Anzeiger* Nr. 16 vom 19. Januar 1908 steht auf der ersten Seite wörtlich zu lesen was folgt: Dachten. Da» Befinden ®ehter Majestät de» König» war gestern, »vte „Vß. 1. B." meldet, nach einer gut und ohne Huslenansälle oerbrachte» Rächt recht gcct. Ihre Könlatiche Hoheit dte K r o » p r t n z e s s t n hat sich am Damvtag von Weid noch Mentone begebe», wo die Antuiist gestern vormittag erfolgte. Die Strastbtcrger Post bemerkt dazu: ES ist so schwer, zu der zivetlen Hälfte dieser amtlichen Dlitieihmg einen Kommentar zu schreiben, io dast wir unL auf die bloste Wiedergabe der Rleldling beschräilken, indem wir eö als ungewlst hlnstellen, ob gänzliche WeltunkenntniS, naive Harmlosigkeit oder etwa eine beflimmte Tendenz da das Wort geführt haben. — Bei bei» Reichskanzler fand heute ein parlamentarischer Abend statt, zcc dein cliva 600 Personen erschienen wacen. Sehr zahlreich fanden sich Wsttglieder dcü Reiel)StageS und de» LaicdtageS ein, ferner die meisten BlindeSratsbeoollmächtigten, die Minister, die Staatssekretäre mit ihren Beamten, Vertreter der Generalität, Künstler, Schcistlleller lind die Eelehrtenivett. Der Reichskanzler bc* grüstte die Lüste, unterstützt von den Geheimräten v. Lonrad lind Hammann. In ailgeregtem Gespräch veriueiltcn die Geladenen bis z»l später Stunde. — Die Petitionskom Mission deS Reichstages fastie heute den Beschlust, dle Petition des Textilarbeiter- oerbaildeS betv. Ecuführling des zehilstündigen Tlluximal- arbeltütageü und Errlchtlmg von Arbeiterkammern zum Teil dem Reichskanzler zur Erwägung, zum Teil zilr Berücksichtigung zu überweisen. — Em Verbot polnischen Sprachunterrichts in Berlin »st durch das Köuigttche Provinzialichulkollegium erfolgt. " -....................... ' .......1 ...... ' Ausland. Brüssel, 21. Jan. 4;tc beibe» Söhne Louis Bothas stild fchlver erkrankt. Parts, 21. Jan. Der KomiuifstonSbericht über das Budget des MiutsterlumS bc« Aicugcru, welcher moraeu zur Bertellitiig gelaiigl, sprtcht Be f r t e d t g u » g boiübet au», dast Frankreich sich von den jüugsteil Ereiauisseu in Veneznela fern geb alten habe. BczügUch Marokko» schlägt der Belicht eine tulernattouale Vc'rstäudi- ßinifl vor, bind) lvelche die Neutralität von Tanger unb seine Ligeuschast als Freihafen erklärt loird. Was beu gegenwärtige» Stand der Dinge, in Armenien und Makedonien aulange, sollten die Mächte In kräftigerer Weise al- bisher Mei ber ottomairischen Regierung vorstellig werden und iiöttgensalls ihren Forberiliigeii bind) Gcwalt Nachdrucl verleihen. Hlnsid)ltid) des franzosisdi-slamesischen Abkommens meint ber Bericht, blc Vorteile, bte basselbe mit sld) bringe, würben zweifelhafter Natur sein. Madrid, 21. Jan. Die Rebellion in Marokko dehnt sich immer weiter aus. Nachrichten aus Merrakersh besagen, dast anch dort eine Panik herrsche, da alle Ka,- b 1)1 en der Umgegend in Aiusreanng seien, namentlich die gc'sährlichen Rhclniuükabhlcn. Wer kann, flüchtet nach der Küste. Die Behörden garantieren nicht mehr für die Sicherheit, da die Stadt ohne Garnison und jedem lieber fall ausgesetzt ist. Wien, 21. Jan. Die Regierung hat dem Wgeord- ncteiihaiise heute einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem tlc Licenzgebühren, die angcr dem o 11 bei der Einfuhr 0 o n Tabak und T a b a kf a b r i ka t e n in Oelter- reicl) zu zahle» sind, eine Erhöhung erfahren. Dieselben betragen pro Kilogramm Zigareiten 30, Zigarren 26 und sonstige Tabak abritäie foluie für Rohtabak 20 Kronen. — Die „Pol. Storr." bezeichnet die Gerüchte, dast ein etwaiges Erscheinen dcü ä st r e i ch i s ch - n n g a r i s ch e n G e- s ch iv a d c r s im östlichen Teile beö M Ittel mc creS mit beii ans dem Balkan schwebenden Fragen in Zusammenhang stehe, alS völlig grundlos. Die Möglichkeit einer llebungSfahrt des östreich-uiiaarischen. GZchwaverS nach den genannteu O^ivässcru sei feit Mvnaien in Aussicht ge- nommen. Politische Umstände spieUen dadci keine Wolle. Petersburg, 21. Jan. Heute vormittag führte der Grostsürst-Thronsolger die Leibkompagnie deS Pccobra- srhenoklPhen Leibgarde-Äicglmenis, bereu. Ches er ist, im letaitdieust dem Generalteutnant v. Molike und den übrigen Herren vom (Kesolge deS deut s d) e n Kron - prinze n vor. Hieraus wurde daS Hospital und die Kirche deS Regiments bcsid-ligt. Im Anschluß hieran saub das Frühstück im Sbaslno statt. Während desselben, hielt der Kommandeur deS Regiments, Geucvak Ofseroiv-, eine Rede auf den beuischen Kronpciuzeu, in der er sein Bebauern ans- sprach, daß der Kronprinz nicht, anweseub sein könne, ^chliestllch toasteten General O>serow und G^'ncraUentnant v. Mollke ans t re n c M a in erab s cha s t im o Fre »inb- srhaf t zlv i s ch r ii der deuts rh en und der r n s s i - | ii) e ii A v m e c. Heute nbenh fano m der deutschen Botschaft ein Tiner statt. Der Kaiser, die Kaiserin imb der Gcostfürst- Thionfolger speisten h.ute abend beim deutschen Kronprinzen in dessen Gemächern im WlnterpalaiS Aus lullt uul> R. B. Darmstadt, 21. Ian. Der gestrigen gemein- schasttid)k» Sitzung dcr deutschen Kol onia lgesel tschäft und de» HandetSvereinS, in welcher Generalkonsul E. v. Hesie-Wartegg einen höchst interessanten Vortrag über das Thema ,9ln den Fürsten Höfen von Indien" hielt, wohnte ii. a. auch Staatamlinster Exz. Rothe bei. Der Redner schilderte auf Grund seiner eigenen, zum Teil sehr wimder- baren Erlebnisse in Indien da» luxuriöse Leben in den insgesamt 470 indischen Fücstenhöse» und gab den Zuhörern auch cm feflelnbc» ©ilb über die wahrhaft wunberbare Pracht, die nod) den spaltenlangen Berichten der englischen Blätter bei de» jüngsten Krömingssccertlchkeiten in Delhi entfaltet worden ist. Der überaus zahlreich befuchte Vorlcag wurde auch diuch eine vortreffliche Auswahl großer Photographien ber hervorragendsten Bauwerke Indiens illustriert. Frankfurt a. M. 21. Ian. Unter dem Verdacht, Reservisten von militärischen Hebungen befreit zu haben, wurde hier derDczirkSfeldwebel Nuhn verhaftet, aber oorläusig wieder auf freien Fuß gefetzt. Die Untersuchung dauert fort. Frankfurt, 21. Jan. Der Fuhrunternehmer Theodor Klotzbach, ber Ehemann der in ihrer Wohnung Friedberger Landstraße tot aufgefundenen Frau Margarete Klotz- bad), wurde, >pie bereits kurz gemeldet, gestern in der Schäfer- gasse verhaftet. Der Polizeibericht meldet, daß nach den an der Leiche Vorgefundenen Wunden die Frau vermutlich emc8 gewaltsamen Todes gestorben ist. Dieser Verdacht wird durch die heute in der Wohnung vorgenommene gerichtliche Aufnahme fast zur Gewißheit. In der Küche entdeckte man Bliitslecke unb ein blutiges Stück Holz. Wahrscheinlich ist die Unglückliche von ihrem Diaim mit diesem Hotz in der Küche erschlagen worden. Er hat dann, so glaubt man, die Leiche enltlcibet, in« Zimmer getragen und ins Bett gelegt. Vor dem Bett entdeckte man die Reste einer Blutlache, llcberall aber ist das Blut weggewaschen worden. Unsere gestrige Dkeldung, daß auch ein Knecht von Ktotzbach zur Hast gebracht wurde, bestätigt sich. Dieser Knecht soll erzählt haben, daß Klotzbach Älachts um 8 Uhr ihm Vsttteilung gemacht habe, seine Frau liege steif und falt in der Küche. Es heißt übrigens jetzt, daß die Frau früher nicht gut beleumundet war; sie soll Kellnerin in verrufenen Kneipen gewesen sei». Die Polizei neigt der Annahme zu, daß kein Viord, sondern Totschlag vorliegt. Homburg, 21. Jan. Die Bohrungen am neu entdeckten Landgrafenbrunnen im hiesigen Kurpark sind niinmehr bis zur projektierten Tiefe von 100 Pietern gediehen. Hier ist man jedoch aus eine für Wasser undurchlässige Letlcschicht gestoßen, iiifolgeocssen ist cme Weiterbohrung um 60 Meter notwendig geworden. Die Stadlverordiieten haben zu diesem Zweck eine Kreditecgänzung von 7000 *1)11. bewilligt, m der Erwartung, bei 160 Meter Tiefe gleich bei dem m der Nähe gelegenen Soolsprudel die relativ größte Wasser- nicnge zu erreichen. ,, ..... , , , , , Kirche und Schule. Wie dle Deutsche Zlg. ivisjcu will, wird da» neune|d)affcne Amt eines G e n e r a lt » s p e k t o r» o e r Reform schulen, oer Begiuiider der er|tcn Reiormschule. Direktor Dr. Reinhardt vom Goethü-Ghuinasium in Frankfurt a. M., nn Nebenamt übernehincii. Kirchliche Auch richten. HoUe:wcrttst in Oer §ijuaguflt, ^uüuulage. Israelitische NeUglonsgemklnde. D a in s t a g, den 24. Jnnnar Itiuä. Vorabend 4.46 U h r. Rlorgcns 9 Uhr. Feier des Geburtslage» Sr. Majestät de» Deutschen Kaiser», Nad)iiiitlags 3.30 Uhr. SabbalhauSgang vcho Uhr. Hottrsdirnst der israrlitischen Krligtonstzksrllfchast. Sabbathseier a m 24 Januar 1908. Feier dcv Geburtstages Sr. Majestät des Deutschen Kaiser». Freitagabeno 4.40 Uhr. Sauiocag Vornutlag b.3o Uhr. Predigt. Nachmittags 8.30 Uhr. Savvathnuvgang 6JX) Uhr. Wochc'ngotiesdit'nst: AlorgenS 7,00 tlhi, abend» 4.80 llhr, Kanöet uns ^erlceyr. KotN-wirilchaii. Darmstadt, 21. Jan. In der konsltluierenden Sc^ung der a n d c t i» k a in in e r wurden Banldlrckior E. Parcu» -nm Voo- sisieiidcii, Geheimer Konuner-ienrat Dr. L. Merck -nm -weiten Vor- jitzende» und Herr Koinmcr-ienrat Jacobi -um stellvertretenden -weilen Aorsltzenden gemühtl. Märkte. Limburg a. d. t., 21. Jan. yruchtmarkt. Durch- (d)niU6pvel|e pr. Älalter. Roter Weizen 18.81 Atk., Weißer Weizen 1)0.00 'JJtr., Korli 1040 M., Genie 8.Ü7 Alk., Haler 6.90 'JJif., Erbsen 0.00 Mk., Kartoßeln 0.00 All. Telephomscner Kursbericht. l'rieiikluri u. Mi., 22. Juuawr itfuS 3*/«% Roiobeftnlelho . , 102.90 ß»/0 do. ... 92.10 ÖV.O/o Konnole .... 102.70 d»/„ do ..... 92.20 ö‘/ie/n HcHeon . , , . 101.35 OborhoBHen , , . 100 50 4% OoHterr. Goldrento . . 108.15 4'/t^ Ouetorr. bllbcrronto 101.55 496 U uff ui*. Uoldrmto, . , 102.05 40/ Itnl.on Fout» . . . 103.40 Portugioe-.n . . . —.— °l Portngionun.....81.90 1)( C. Türken ....-- lÜrkenloBü ...... 181.40 4'7, Urleoh. Monopol -Anl. 45.75 4*/. % kuHner« Aryontlnor — «7u Mexikaner .... 24.80 4Ä'L $oli* n,Qn * n»l diesem N'nl.ch ist 01 bQnn- öet 9?“91n« ’«ÄS;*» if unbtolt l ,lu"ä»'- C'enw *U.: :t2u,na^,e». m L Ehrungen ob neuen!. lm öligen Rutporf «fütffiafier unburdi»«, ötabtoerorbneten Haden w “n.’00U SM. * 1 W bei bem «i He uLan° größte Lbafsn- ^ule. SAf neugettnfa, » ott vtelotm tbuien ^TuellorDr. Ann Hard, Ourt a. 3)1, un 'Jkbeuanu Todes-Anzelg-e Gestern mittag gegen 2 Uhr verschied mein lieber Gatte, unser guter Vater, Grossvater, Schwiegervater, Schwager und Onk~l Herr Georg Moll, Friedhofsgäitner nach kurzem Krankenlager im Alter von 63 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Noll, geb. Schenk. Giessen, den 22. Januar 1903. Die Beerdigung findet Samstag den 24. d. Mts., nachmittags */t4 Uhr, vom Sterbehanse, Licherstrasse 13, aus statt Schiffenbergerweg 60 3-Zimmerwohnung a: Näheres Bismarcks 737 werben. frist 14 Tage. 736 i 1/iobL .'jim- pCr jofort gesucht. Safe Stoyal» mer mit fe- aratem Eiugana. Offert, ir. 0302 an die Expedition Zigarrenfabrikant B. Büttner be- paratem wohnt, per 1. Aprll zu »trm. [1S5 Nr. 0302 unter ebition d. Bl. ju verm. 1497 !straße 32, IJ. Mt zchtzt. Suche sofort: 3 Knechts, 1 Schweizcrlehrling, 1 Bäckerlehrling. 0808 st. DorhS, Steinstr. 67. Gießen, d. 21. Jan. 1903. Städtisches Hochbauamt. I. V.: Gerbet. Gießen, den 21. Januar 1903. Großh. Ortsgerichl Gießen. Gros. Megelpfad 88, H., L Stock eine 2-Zimmerwohnnng u. ebenso Schtffenbergerweg 60, 3. Sll, eine 3- ---- 129] Südanlage 4 tft der HL Stock mit oder ohne Stallung zu vermieten.__________________ Verdingung. Die bei Vornahme baulicher Veränderungen im Gebäude des alten Arresthauses in der Sandgasse erforderlichen Maurer», B-eißbinder» und Schreinerarbeiten sowie die Ausführung einer elektrischen Klingelanlage daselbst sollen Mittwoch, d. 28. Jan. d. I. vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserem Bureau, Zimmer Nr. 3 — Schreibstube — zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzurelchen. — Zuschlags- JVestanlage 51 2 Stockwerke, seither von Herrn Exklaven -u verm. 1190] Kreuzplatz 6. Putzfrau gesucht. 0288 Liebigstraße 64, pari. Stabt. 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