Nv. 29L- Hrschet«, eägltch mißet Sonmags. 4)em «Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siehener Familien, blätter viermal tn bet Woche beiflclegt iÜtotaNonSdruck u. Verlag bet Brüh l'schen Unwers.-Buch- n. Stein- bruderet 1 Pietsch Erden) MedakNon, Lxvebinon und Druckerei: Vchatstrabe 7. llbvelle ttir Depeschenr Anzeiger (Sieben. HrrnIprcchaMchlutzNr 51. 1 ----- H Wi L 1^; b; LM ft' Erstes Blatt General-Anzeiger 153. Jahrgang Montag Ä l. Dezember 19V3 vezngSpreiSr monatlich 75 Pt^ Vie rtel- " jährlich Ml. 2.20; durch Abhole-u. Zweigstellen 8M)natlfd) 65 Ps.; durch bv -Post Mk. 2.— ütertel* jährt auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen üi Oie iageßnuinrnet Dt# pcrrnttiagfl 10 Uhr, ^etlcnprvt*: total 12 'JJU auflrvdrta 20 Psg. ötraeitoetlMdb tüt den poltl and aOgern, ♦ y®TT W * Xctli P ÖHlto. tüt etr Gienen geiaentetl: pan« Beck. Are ofiastatlsche Kriegsgesayr. Das Reuter sche Bureau erfährt, daß man jetzt in bestunterrichteten Kreisen Londons starke Besorgnis wegen chs Ausganges der Situation in Ostasien hege. CS wurden Befürchtungen laut, daß die russische Regierung die Grenze überschritten haben könne, was eine Fortsetzung friedlicher Verhandlungen unmöglich mache. Es könne als gewiß angesehen weroen, daß Japan die Grundsätze, welche in der letzten russischen Note ausgesprochen seien, nicht an nehmen könne, da sie durchaus in Widerspruch zu den Hauptforderungen Japans ständen. Tie Ant- wort Japens auf die Note werde notwendigerweise in diesem Srnn e ab gefaßt sein. Es sei auch bekannt, daß Rußland eine herausfordernde Haltung annehme. Tie Aussichten könnten daher für düsterer angesehen toerden, als bisher, wenn auch nicht gesagt werden tonne, daß die Hilfsquellen der Diplomatie vollständig erschöpft seien. Tas in Tientsin umlaufende Gerücht, Japan habe Rußland ein Ultimatum gestellt, wird als unrichtig bezeichnet. Tie in Peking domizilierten fremden Gesandten halten die Meldung für unwahrscheinlich, erachten aber die Kriegs aus sichten für vermehrt. Die japanische Gesandtschaft in Peking hat die offizielle MitteÜung erhalten, daß die jüngst eingegangene Antwort Rußlands aus die japanischen Forderungen unbefriedigend fet Eine Newyorrer Meldung des Reutecschen Bureaus besagt, die Vertreter Japans hatten vor einigen Tagen mit den dortigen Bankiers Besprechungen wegen einer Anleihe gehabt und dabei kein Hehl daraus gemacht, daß das Geld für Kriegszwecke bestimmt sein könnte. Die Besprechungen hätten aber zu keinem Ergebnis geführt. In der Meldung heißt es weiter, in Bankkreisen sei einstimmig die Ansicht, daß, abgesehen von allen anderen Umständen, die heimischen Finauzbedürsnisse es untunlich machen, dem Auslande irgend eine neue Anleihe zu bewilligen. Schließlich sagt die Meldung, Rußlands ergebnisloses Bemühen, in NewYork sich eine Anleih e zu sichern, mache die auswärtigen Meldungen unglaubhaft, daß Rußland vorhabe, Anleih ^Verhandlungen in Europa anzuknüpfen. Wie ein deutscher Korrespondent aus London erfährt, erhalten die aktiven Offiziere auf britischen Kriegsschiffen in englischen Häsen jetzt keinen Urlaub mehr, da die Mobi- tisationsordre stündlich erwartet wird. Mehrere englische Armeeofsiziere sollen bereits vom Kciegsministerium den Beseht' erhalten haben, unmittelbar nach Japan abzureisen, um, wie es heißt, der japanischen Armee attachjert zu werden. ________________________________________ Volitischk Tagesschau. Die Verlobung des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin. Das Großh. Staatsministerium von Schwerin giebt folgendes Telegramm des Großherzogs bekannt: „Gmunden, 20. Dez. Dem Staatsministerium habe ich die große Freude, die Mitteilung zu machen von meiner heute erfolgten Verlobung mit I. K. Hoh. der Herzogin Alexandra zu Braunschweig u n d L ü n e b u r g, der zweitältesten Tochter der Körnglichen Hoheiten des Herzogs und der Frau Herzogin von Cumberland mit) Herzogs und Herzogin zu Braun- schweig und Lüneburg. Das Staatsministerium beauitrage ich, die Kunde baldmöglichst im Lande zu verbreiten. Ich hege die freudige Zuversicht, daß mein Volk, rote es stets treu zu meinem Hause gehalten hat, warmen Anteil an unserem Glücke nehmen wird. Friedrich Franz." Die Verlobung erfolgte am Sonntag morgen in G°munben in Oberösterreich. Später nahmen die fürstlichen Herrschaften an dem Gottesdienste in der evangelischen Kirche teil. Um Mittag nahmen der Herzog und die Herzogin von Cumberland, sowie das Brautpaar die Glückwünsche zur silbernen Hochzeit, bezw. Verlobung entgegen und empfingen die Generalvertretung von Gmunden, sowie eine Deputation von Frauen und Mädchen Gmundens, welche Huldigungsgaben überreichten, und zahlreiche andere Persönlichkeiten, unter denen sich der Statthalter Graf Kielmansegg und der Statthaltereirat Graf Salburg befanden. Der Herzog und die Herzogin von Cumberland machten namhafte Spenden für Gmunden. Nach dem Empfang fand bei der Königin von Hannover Familiendiner statt, an dem der König von Dänemark, sowie der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin und alle übrigen Fürstlichkeiten tellnahmen. Die Stadt Gmunden ist festlich geschmückt. Der Großherzog Friedrich Franz IV., geboren zu Palermo am 9. April 1882, gelangte am Tage nach seinem 15. Geburtstage auf den mecklenburgischen Thron und übernahm nach vierjähriger Vormundschaft seines Ohemis, des als Präsidenten der deutschen Kolonialgesellschaft wohlbekannten Herzogs Johann Albrecht, die Regierung an seinem 19. Geburtstage. Die Braut, Herzogin Alexandra, ist das dritte Kind der Ehe des Herzogs Ernst August von Cumberland mit der Prinzessin Thyra, einer Tochter des Königs von Dänemark. Prinzessin Alexandra wurde am 29. September 1882 zu Gmunden geboren, ist also kaum ein halbes Jahr jünger als ihr Bräutigam. Ihr Vater, der Herzog von Cumberland, ist ein Sohn des Königs Georg V. von Hannover und bekanntlich Prätendent des Herzogtums Braunschweig. (Der gestrige Tag war der silberne Hochzeitstag des Elternpaares. Eine Abordnung des hannöverschen und braunschweigischen Landvolks überreichte einen Tafelaufsatz, dec aus dein Ergebnis der Sammlungen angeschafft wurde, die in Hannover und Braunschweig veranstaltet wurden. Die geplanten größeren Festlichkeiten wurden vom Herzogspaar dankend abgelehnt.) ______ Gesetzentwurf über die Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft, der bekanntlich in der Thronrede des Reichstages ange- lundigt worden ist und seinen Ursprung im he ssischen Landtage hat, ist anscheinend der „Köln. Ztg." bekannt; sie sagt darüber: Seit langer Zeit als ein dringendes Bedürfnis empfunden, vom Reichstag wiederholl m Anregung gebracht, ist der Erlaß dieses Gesetzes eine Forderung des allgemeinen Rechts- und Mlligkeitsgefühis. Bei der voraussichtlichen Anlehnung an das Reichsgesetz über die Entschädigung der im Wiederaufnahmeverfahren fceigcsproche- nen Personen werden der Regelung dieser Frage besondere juristisch^-technische Schwieriglliten nicht entgegen,reten. Der Entschädigungsanspruch an den Staat für die erlittene Untersuchungshaft ist dem Verhafteten sowie allen Personen, denen gegenüber er gesetzlich unterhaltungspflichtig ist, zu gewahren, wenn sich die Unschuld des Verhafteten ergibt oder festgestellt wird, daß gegen ihn ein begründeter Verdacht nicht Vorgelegen hat. Der Anspruch ist auch zu gewähren, wenn der Schuldbeweis oder der Verdacht zwar bestehen bleibt, aber nur wegen einer so geringfügigen Straftat, daß die Verhängung oder die Verlängerung der Untersuchungshaft nicht gerechtfertigt war. Auszuschlleßen ist der Entschädigungsanspruch, wenn der Verhaftete durch Vorsatz oder grobe Fahcläjjigleit die Verfolgung oder den Erlaß des Haftbefehls herbeigesührt hat. Bei endgiltiger Beendigung des Strafverfahrens prüft das mit der Sache befaßte Gericht, ob die Enftchädigung zu gewähren ist und stellt bejahenden Falles die Verpflichtung der Staatskasse zur Entschädigung durch einen Beschluß fest. Nachträgliche Anträge des Beschuldigten oder seiner unter Halts berechtigten Angehörigen sind mält einer gewissen zeitlichen Beschränkung zuzulassen. Ergeht der Beschluß gleichzeitig mit dem Urteilsjpruche, so ist, wie es im Reichsgesetze geschehen ist, auszusprechen, daß er der ^Anfechtung durch ein Rechtsmittel nicht unterliegt, aber mit bet Aufhebung des Urteils außer Kraft tritt; in den übrigen Fällen ist jedoch den Beteiligten die sofortige Beschwerde nach Maßgabe der Strasprozeßiordnung mi gewahren. Auf Grund des Gerichtsbeschlusses hat der Berechtigte den Entschädigungsanspruch geltend zu machen und zu verfolgen. Der un § 5 des Reichsgesetzes hier gewiesene Weg ist auch für die Durchführung des in Rede stehenden Anspruches durchaus gangbar. Tie Entschädigung zahll derjenige Bundesstaat, in dem das Strafverfahren in erster Instanz anhängig war und, wenn eine Anklage nicht erhoben ist, der Bundesstaat, zu dem das Amtsgericht, das den Haftbefehl erlassen hat, gehört. Eine militärische Kablnetsordre. Tie „Preuß. Korresp." schreibt: Tas „Bert. Tagebl." konstatiert in einer feiner letzten Nummern, daß, wie von uns bereits vor einigen Tagen gemeldet, in der Tat diverse. Gerüchte über eine in Sachen der 'jüngsten militärischen Skandal- ajfären ergangene Kabinettsordre besonderen Inhalts im Umlauf sind. Das „B. T." meint, daß sich die Ordre gegen das Forbacher Militärgericht, weil es die Oeffentlichkeit im Bilse-Prozeß auszuschließen versäumt habe, richten solle. Wit haben hiervon nichts gehört, wollen auch — in Rücksicht aus etwaige militärische Interessen sowohl, als weil wir uns nicht gern unnötig dem neckischen Frage- und Anttvortspiel eines Zeugniszwangsoer,ährens aussetzen wollen — nicht weiter geben, was abweichend von dem „B. T." über den Inhalt der Kabinettsordre erzählt wird. Versichert wird, daß dieser Inhalt in der Armee nicht geringe Aufregung Hervorrufe, und daß eine größere Anzahl! ältester Offiziere — nicht etwa ausschließlich solche höherer Charge — sich auf die Ordre hin veranlaßt glaube, den Abschied nachzusuchen. Es wird ferner versichert, daß die Ordre unter Kautelen ergangen sei, die sonst nur für die sekretesten Angelegenheiten der Landesverteidigung Anwendung finden. So sollen die Abschriften im MUitärkabinett ausschließlich von Stabsoffizieren her- gestellt worden sein: die Exemplare, die ausgegeben worden, waren numeriert, mußten von den Empfängern — den Kommandeuren selbständiger Truppenteile — sofort nach Empfang vor versammeltem Offizierkorps verlesen werden, waren hierauf umgehend zu verschließen, zu versiegeln und schließlich mit der dienstlichen Bescheinigung des mit der Verlesung Biauftragten, daß nach Vorschrift verfahren und keinerlei Abschrift von- der Ordre genommen sei, an das Militärkabinett zurückzuliefern. Aber auch bezüglich dieser Punkte lediglich: relata reserirnus. Der bayerische Landtag hat wieder einen lustigen Tag gehabt. Der Held der Rede war diesmal der bauernbundlerische Abg.. Tr. Gäch. „Von rechts und links", sagt die „Allg. Ztg^", „ftrömten die Abgeordneten herbei, um sich an seinen teils drolligen, teils derben Kraftausdrücken zu ergötzen, selbst die Sozialdemokraten ließen sich anlocken und bealeiteten seine Rede mit donnernden Lachsalven, während im Zentrums grollende Zwischenrufe ertönten und der Präsident wiederholt zur Glocke griff. Tem Parlamentsberichte des Mattes entnehmen wir: Abg-. Tr. Gäch: Es ist der größte Fe dl er, die Vereine immer noch zu vermehren. In den Vereinshäusern lernen die jüngeren Leute das Saufen und noch mehr. Ten Adel von Niederbayern muß ich einer kleinen Beleuchtung unterziehen. (In diesem Augenblick entzünden sich die elektrischen Kronleuchter des Saales. — Heiterkeit.) Ter Adel ist geistig und körperlich im Rückschritt begriffen, auch hat er die Noblesse verloren. Wenn man 25 Jahre Arzt auf dem Lande ist, so lernt man die Herren Pfarrer sehr gut kennen. Vorstände können sie spielen, aber sonst kümmern sie sich sehr wenig um die Armenpflege. Vian sieht daraus, was sie für eine Auffassung von einem Amt haben. Ich habe als Arzt in der Armenpflege schon vieles hergeschenkt und herschenken müssen, der Pfarrer läßt sich aber für seine Provision wohl bezahlen und macht keine Gänge umsonst Und nun zum Tr. Heim. Ich will nicht so heftig werden wie er, denn ich habe keine Lust, mir nach der Sitzung Eisbeutelaufs Kunst und LMeraiur. — In Heft 3 der „Veröffentlichungen des Historischen Vereins zu Dillenburgs hat der dortige Bergfchullehrer und Konservador des Wilhelmsturms in Dillenburg Karl Dönges ,chie Belagerung, Zerstörung und Schleifung von Scylvß und Festung Dillenburg" behandelt. Diese Arbeit ist vornehm dadurch ausgezeichnet, datz der Verfasser über die Vorgänge bei der Einnahme und Einäscherung des Scl^losses durch die Franzosen im Juli 1760 im weiteren Maßstabe alle erreichbaren auch ungedruckten archivalischen Materialien zusammengebracht hat, uiiü der eigentliüsen Darstellung des Vorganges aus den Beständen des preußischen General,tabs- archlvs zu Berlin und des preußischen Staatsarchws zu Wiesbaden, sowie des Archivs im französischen Kriegs- Ministerium zu Paris einen llrkundenanh«Mg beigegeben hat, der % des Heftes füllt und die wesentliche,uno verläßliche quellenkritische Grundlage für den Verfasser bildest Die üelaaerung des Schlosses während des ,lebc,yahrigen Krieges ist eine Episode auf dem westlichen Schauplatz gewesen den Ferdinand von Braunschweig gegen die sran- ^osen zu hallen hat. Dönges schickt zunächst emen kirzen Eieberblick über die Geschichte des Oranierhauses bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts vorauf schildert alsdann das nröficce sür die Franzosen unglüaliche ^.ref,en bei s.üren- K am 7. Januar 1760, um sich alsdann der bre-teren Sckülderunq, der verhängnisvollen Bewgerung un Juli 17b0 Unwesen. Tie drohende Gehorsamsverweigerung der eigenen Truppen, Munitionsmangel und das Brefcheschießen der überlegenen französischen Batterien zwangen den hannöverischen Kommandanten v. Düring zu einer (ehrenvollen) Kapitulation, nachdem fast das ganze Schloß von den Franzosen zu halten hatte. Dönges schickt zunächst einen kurzen den Kotnmandamen das harte Urteil, daß er sich in dieser unvernünftigen Verteidigung eines unhaltbaren Platzes nicht aus sachllch militärischen Gründen, sondern infolge des unheilvollen Einflusses einer Bergdirektorstochter in dem Schlosse verbissen habe, wodurch das Schloß einer nutzlosen Vernichtung anheimgefallen sei, bis 1768 die Regierung sich zur Demolierung entschloß, die alsdann von der Bevölkerung mit wichtigstem Eifer ausgefuhrt worden ist, um nur nicht wieder die Schrecknisse einer Belagerung des Schlosses erleben zu müs,en. So mancherlei aber auch Dönges für den Einfluß die,es weiblichen Elementes bei der Hartnäckigkeit der Verteidigung beibringt, so sind doch gegnerische Urteile über die Schneidigkett des Komman- danren bekannt, die die Annahme ermöglichen, daß neben dem unlauteren Einfluß, den Dönges vor allem betont, doch auch militärischer Ehrgeiz die Triebfeder Dürrngs ge- ntejen sein mag. — Nicht als Festgeschenk für Kinder, wohl aber als Festgabe zum Besten der Kinder sür deren Eltern, darf man Die ausgewählten Vorlejungen von Tr. Karl Groos, Professor der Philosophie an der Universität Gießen bezeichnen, die im Vertag von Reuther u. Reimard, Berlin, erschienen sind. Groos hat sich die Ausgabe gestelll, Eltern und Erziehern Einblicke in ein Spezialgebiet der Seelenlehre zu verschaffen, das den, wie der Verfasser bemerkt, „unerfteulichen" aber schwer zu ersetzenden Namen „Kinder-Psychologie" trägt. Wenn auch, so lesen wir in der „Voss. Ztg.", das Wort „Kinderpsychologie" denk Gießener Philosophen unerfreulich erscheint, so hat er sich doch der Behandlung des Gegenstandes mit vieler 5M- gebung gewidmet. Er gesteht selbst, daß er von denk Zauber befangen ist, der von der Kinderwell aussttahlt, er fühlt mit dieser heiteren Well des Spiels und der Freude, hat Verständnis für das Leid, das sich darunter mischt, wenn auch die Sorge noch fernbleibt, die den Erwachsenen fast niemals verläßt. Tie Kinderpsycholoaie erscheint ihm als liebenswürdigste der Wissenschaften, ccr Wissenschaft von dem Liebsten und Teuersten, was wir haben, was wir hegen und pflegen, eben darum aber auch studieren und verstehen müssen. Für die Gefahren, die mit diesem Studium einer noch jungen Wissenschaft verbunden sind, ist er nicht blind, denn er weiß, daß sich in dieses neuentdeckte Gold land Berusene und Unberufene hinemdrängen und will! mit leeren Stäuben ober, was schlimmer ist, mit gleißenden aber wertlosen Jundstücken heimkehren. Groos hat sich darauf besch-räntt, in einem allgemein«: Teil einiges über das Wesen der Kinderpsychologie und die Lebensbedingungen der Kindheit vorzubringen, um dann tu einem speziellen Teil zur Besprechung ausgewähtter Eiuzelftageu über zugehen. Geyirn zn Leyen. (Sieiterfcü.) Nein, kcy totn vncy tm ^enteil der größten Höflichkeit befleißigen. Was ist der Tr. Heim: Er ist ein königlicher Beamter, er ist Reallehrer, Hält aber das ganze Jahr keine Schule. Er ist auch Auf- sichtsrcrt. Svviet ich weiß, ist es in Bayern den Beamten verboten, ohne Genehmigung der Regierung im Aufiichts- raf einer ^ellschaft zu sitzen. Dr. Heim macht aber rn neuester Zeit auch in Preßgenossensckxlften. Er hat mit- fgelvirkt bei der Vereinigung der Münchener Blätter zur Erlangung der amtlichen Anzeigen. Diese Sache fyat der .Feine Kvhu" Von der „Münch Post" ausaeheckt. (Heiterkeit.) Auch die Geschäftsführer der anderen Blätter sind lauter Juden und Tr. Heim ist der „O b er-K'o hn". (Heiterkeit.) Merkwürdig ist, daß die besten und patriotischsten Münchener Blätter, das Saterland" und dre „Volksztg.", von den amtlichen Anzeigen ausgeschlossen wordeir sind. Tas sozialdemokratische Blatt ist regierungsfähig und die wahren Bauern, die wirklichen Patrioten, übergeht Nian! (Gelächter.) Wenn es so fvrtgeht, dann verliert der Dauer den Glauben an die Monarchie. Abg. Menrminger hat vom Niedergange des Geiwssenschastswesens ge- ^sprochen. Tarin hat er recht. Ich erinnere nur an die ^Unterschlagungen jenes Zentrumsniannes. (Lebhafter Wider- ipruch im Zentrum: Es war kein Zentrumsmann.) Herr -Präsident, diesen Zentrumsmann habe ich vorhin im Auge gehabt, als ich von Spitzbuben sprach (Zuruf aus dem Zentrum: Feigheit, Lügner!) Tas Zentrum scheint in diesem hohen Hause sich alles erlauben zu können. (Große Unruhe im Zentrum) Der Präsident v. Ort er er erhob sich hierauf, um zu erklären, alles werde von ihm ohne Rücksicht auf die Parteiangehörigkeit vernommen, worauf ihm von der Sozialdemokratie zugerufen wurde: „Tas rechte Ohr ist aber das schlechtere." Warenhäuser für Offiziere uud Beamte. Jvt Reichstag hat das Zentrum u. artmund-Emshäfenkanal bei Bevergen bis Hannover, in Verbindung damit ferner die Verbesserung des Dort- mund-Emshäfenkanals, namentlich die Herstellung einer Schleusentreppe neben dem Schiffshebewerk bei Hein- richenburg, und die Kanalisierung der Weser von Bremen aufwärts bis Hameln, sowie der Dau deS Zubringerkanals von d er Weser bis Haupt-Kanal unweit Minden. Von den in Aussicht genommenen Teilstrecken des Unternehmens gehört die Strecke von Bevergen bis Hannover zu der gewöhnlich als Mittellandkanal bezeichneten Verbindung des Tvrt- mund-Emshöfenkanals mit der Weser und der Elbe. Außer dieser wasserwirffchaftlichen Vorlage befindet sich ein Gesetzentwurf über Freihaltung des Ueberschvemmungs- gebietes der Flüsse und Ströme in Vorbereitung. München, 20. Dez. Der Wahlgesetz ausschuß der ersten Kammer hat die R e g i e r u n g s v o r l a g e in zweiter Lesung im wesentlichen nach den Beschlüssen der ersten Lesung mit den Stimmen des Zentraims und der Sozialdemokraten gegen die Stimmen der Liberalen und Bauern- bündler angenommen. Ausland. Stockholm, 20. Dez. Die vorige Regierüng stand im$> fiel mit ihrer Wahlreform, und jetzt hat auch Ministerchef Boström erklärt, daß er sowohl wie die übrigen Minister zurücktreten würden, wenn die Stimmrechtvorlage verworfen wird. Wahrscheinlich werden dem Reichstag mehrere Vorschläge unterbreitet, von denen der eine proportionales Wahlrecht zur Grundlage hat. London, 20.Dez. Der „Stand." meldet aus Ottawa: In Hinsicht auf die bei der Alaskagrenzftage gemachten Erfahrungen erwäge die Regierung die Eröffnung von Verhandlungen über eine Vereinigung von Neufundland mit Kanada und über denAnkaufGrönlands von Dänemark. — Cs verlautet, daß int KinegSamt ein Projekt für einen militärischen Zw angsdienst vorbereitet wird, wonach junge Leute vom 18. bis 22. Jahre dienstpflichtig sind. IM ersten Jahre soll die Dienstzeit zwei Monate, an jedem folgenden Jahr 14 Tage dauern. Man berechnet, daß jährlich 1650 000 Mann unter den Waffen sein würden, von denen 304 000 Mann sich im ersten Ausbildungsjahr befänden. Paris, 19. Dez. „Aktion" veröffentlicht eine Mitteilung des Abg. Hub'bard, worin er die Deutschen und Franzosen ersucht, eine deutsch-französische Liga zu grimden, zu dem Zwecke, die zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen einer Beratung zu unterlverfen. Der Betrag der Mitglied er schäft soll aus 1 Mk. festgesetzt werden. Wien 19. ,Dez. Der Jnfant von Spanien, Dvn Alfonso, richtete an den Kaiser von Rußland die Bitte, die Bewegung gegen das Duell auch in Rußland einleiten zu dürfen. Vorgestern überbrachte der Botschafter Gras Kapnist dem Jnfauten ein Handschreiben, worin der Z a r seine vollste Sympathie für die Bestrebungen des Jnsmcten ausspricht. Aus Stadt und Land. . Gießen, den 21. Dezember 1903. Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrverwalter Dr. Paul Thumm die evangelische Pfarr- stelle zu Zotzenheim, Dekanat Wöllstein, übertragen. — Der Kreisgeometer Johannes Wallmanach I zu Osthofen wurde auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. LU. Dem Assistenten am zoologischen Institut der Landesuniversität, Dr. Dtax Hartmann, wurd- die venia, legendi für das Fach der Zoologie erteilt. Seine Habilitationsschrift handelt über: „Die FortpflanzungS- weisen der Organismen, erläutert an Protozoen, Voloocineen und Dicnemiden" (zugleich Mitteilung über den Generationswechsel der Dicyemiden). • * Die Kindervorstellung im Stadttheater am Samstag mittag war nicht so gut wie sonst besucht. Das war sonderbar und bedauerlich, denn es giebt doch kaum ein Märchen, da§ Kinderherzen so tief bewegt als ^Hänsel und Gretel". Es war denn auch zu bemerken, daß die Spannung und das Interesse der anwesenden Kleinen nicht gering waren, zumal die Hexe sichtbarlich in den Backofen geschoben wurde. Frl. Hell berg und Frl. Groß müller piclten die Nollen der beiden Korbflechterkinder und erreichten, daß die kleinen Zuschauer zum Teil sich auf die Stühle stellten und unverwandt die Vorgänge auf der Bühne verfolgten. Der Schutzengel Hänsels und Gretels wurde von der hohen, lichtumflossenen Gestalt des Frl. Hohl sehr gut dargestellt. Höchstes Interesse erregte natürlich die Hexe im Knusperhäuschen, unter deren etwas buntem Anzug Frau Jenny 'ich verbarg, die auf dem Besen einen Hexentanz aufführte, daß es eine Art hatte. Der kleine Nebenvorgang mit Peter und dem Schulmeister (Herr Pichler und Herr Gronert) verfehlte nicht seine Wirkung. Das Knusperhäuschen im Walde und die Hexenstube mit dem Backofen waren ganz natürlich, nur hingen etwas wenig Lebkuchen und Zuckerwerk am Häuschen, die der Märchendichter, sehr wohl wissend, wie dergleichen auf Kinder wirkt, nicht mit Unrecht verlangt. * * Von dem Auffinden einer Kindesleiche war hier ein Gerücht verbreitet, das nach unserer Information beim Polizeiamt sich als falsch erweist. * * Fahrrad st euer. Wir erinnern an dieser Stelle noch einmal an die Bekanntmachung im letzten Kreisblatt- Nr. 148 vom 16. d. Mts. * * Das Weihnachtsgeschäft hat sich in der vergangenen Woche in unserer Stadt noch überaus günstig entwickelt. Die Geschäfte aller Branchen hatten ganz nette Umsätze zu verzeichnen und deren Inhaber zeigten recht vergnügte Gesichter. Der gestrige letzte Sonntag vor dem Feste trug den Namen des goldenen Sonntag mit Recht nicht nur bezüglich des Treibens auf den Straßen, sondern besonders auch der guten Geschäfte in den Läden, und zwar außer in Marktstraße, Neustadt und Bahnhofstraße, wo durchschnittlich die Landkundschaft überwiegt, auch in den Geschäften, wo meistens die Städter als Käufer anzutreffen sind, gab es gewaltig zu tun. Das trockene Wetter hatte den Kaufleuten gestern wieder von außerhalb, besonders aus den Landstädten der Provinz, viel Kundschaft zugeführt. Hierzu kam auch ein Teil der Stadtkundschaft, welche das schöne Welter benutzte, in die Geschäfte zu gehen, um Einkäufe zu machen. Wenn das Wetter in den wenigen Tagen, welche uns noch vom Feste trennen, anhält, kann das bisher Versäumte von den Ladeninhabern noch reichlich nachgeholt werden. * * In dem Zigarrenfabrikant en C. Klingspor sen. in Gießen verlor, so lesen wir heute in E. Richters „Freis. Ztg.", die Freisinnige Volkspartei einen treuen Anhänger, der aus seiner politischen Gesinnung nie ein Hehl gemacht hat. Eiserner Fleiß und emsige Schaffensfreude, verbunden mit strengstem Rechtlichkeitsgefühl, brachten den Erfolg. In den Zeiten günstiger Konjunktur allen sprungweisen Betriebsvergrößerungen abhold, war er bei schlechter Geschäftslage zeitweise mit großen Opfern bemüht', seiner nach vielen Hunderten zählenden Arbeiterschaft in Gießen und nächster Umgebung sowie in den badischen Filialfabriken das Brot zu erhalten. Das Andenken an diesen trefflichen Mann wird bei allen, die ihn kannten, in hohen Ehren gehalten werden. • * Die Kleinkinder-Vewahranstalt gab ihren kleinen Pfleglingen am gestrigen Sonntag wie alljährlich eine Christbescherung. Mittags um V»4 Uhr wurden die Kinder von den drei sorgenden Schwestern in die Johanneskirche geführt, wo zu beiden Seiten des Altars, auf dem eine hübsche Weihnachtskrippe stand, zwei mit brennenden Kerzen und sonstigem Schmuck versehene große Christbäume aufgestellt waren. Die Kleinen nahmen in langen Reihen vor dem Altar Platz, sangen ihre Weihnachtslieder und sagten aus der biblischen Geschichte die Worte von der Geburt des Heilandes auf, worauf Pfarrer Dr. Naumann in seiner kurzen Predigt erwähnte, daß diesmal 254 Kindern eine Bescherung zuteil werde, die durch die eifrigen Vorarbeiten und die Freigebigkeit der Freunde der Anstalt in bester Weise. zustande gekommen sei. Die eigentliche Bescherung, die Verteilung der Gaben an die Kinder, fand darauf im Beisein der Eltern dev Kleinen in der Kleinkinderschule statt. * • Der Allgemeine Staats-Eisenbahnverein! veranstaltete am 18. ds. Mts. ein Weihnachtsfest im neuen Saalbau. Die Mitglieder des Vereins waren mit ihren Familien zahlreich erschienen und folgten mit regem Interesse^ reichen Beifall spendend, dem Verlauf der Feier. Der Vorsitzende, Eisenbahn-Bauinspektor Schmidt, hielt die Festansprache. Er gedachte der Bestrebungen des Vereins sowie dessen Tätigkeit im verflossenen Jahre und schloß mit einem Hoch auf Se. Maj. den Kaiser und Se. Kgl. Hoh. den Großherzog. Die Vorträgr mehrerer Lieder eines Doppelquartetts, deklamatorische Vorträge, eine Theateraufführung, lebende Bilder, welche sämtlich von Vereinsmitgliedern und den Familienangehörigen zur Ausführung gebracht wurden, gestalteten den Abend äußerst genußreich. Nach Mitternacht schloß sich ein Tänzchen an die Feier, welches die Teilnehmer des Festes bis zum frühen Morgen zusammenhielt. — Die Gießener freiwillige Feuerwehr hatte am Samstag abend in Lonys Vierkeller ihre diesjährige Weihnachtsfeier. Recht zahlreich hatten sich die Mitglieder mit ihren Familien eingefunden; mancher Freund und Förderer der Wehr und mehrere Gäste waren erschienen. Nachdem ein Hoch auf den allerhöchsten Protektor, S. K. H. den Großherzog, ausgebracht worden war und vier Mitglieder der Wehr, die Herren Bellof, Bender, Decher und Vogt, für 15 Jahre lange, ununterbrochene Mitgliedschaft ein schönes Weihnachtsgeschenk von der Stadt^ Gießen erhalten hatten, nämlich ein Ehrendiplom für ihre treuen Dienste, begann die eigentliche Weihnachtsfeier beim strahlenden Kerzenscheine eines hübsch geschmückten Christbaumes. Als das Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht" gesungen war, sand eine Verlosung von allerlei Lierlichen, zum Teil wertvollen Telephonischer Kursbericht. 4'/k 96 Oesterr. Pilberrento 101.10 Tendenz: schwach. Kteinkinder-Aewahranstalt iten Einen größeren Posten besserer aus aus gebe zrr «nd unter Einkauf ab. Uhren, Gold- und Silberwirren. 9441 102.40 91.50 102.00 91.55 10125 99.80 102.80 »Wo 3o/o 3V,o/0 3°/o 8x/2% 216.62 223.62 147.37 192.25 205.— 3% Mexikaner , 4Wo Chinesen . Electric. Schuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandi Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handels»«» Oesterr. Staatsbahn Lombarden . , Gotthardbahn . . Lanrahütte « . . Bochum ...» Harpener . . . 31/1% Oberhessen . 496 Oesterr. Goldrente 496 Ungar. Goldrente • < 40/5 Italien. Bente , . , 4% 96 Portugiesen > . , 30/ Portugiesen. . . . . 196 C. Türken . . . Tiirkenlose...... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4V.96 äussere Argentiner Donnerstag, den 24. Dezember. Nachmittags 3 Uhr: W e i h n a ch t s f e i e r für dre Kinder dem Kindergottesdienst der Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Zu diesen vorstehenden Feiern wird die ganze Gemeinde frnundlichst eingeladen. ... .. . Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. In der Johanueskirche. Mittwoch, den 23. Dezember. Nachmittags 3 V, Uhr: W e i h n a ch t s f e i e r für die Kinder bem Kindergottesdienst der Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. . . 26.00 . . 91.60 . . 106.75 . . 105 70 o . 216.10 . . 198.20 < . 147.00 . . 158.50 . . 165.30 . , 145.80 . . 17.30 . . 194.50 . . 240.00 . . 191.50 . . 203.20 100.20 103.50 63.85 32.65 37.65 140 60 44.35 00.00 Reichs anleihe do. Konsole « do. . . Hessen Nachdem am gestrigen Sonntag die Christbescheruug für die Kinder unserer Anstalt durch Gottesdienst in der voll besetzt Johanueskirche und durch Gabenausteilung in der Kleinkinderschule stattgefunden hat, ist es uns Herzenssache, unseren innigsten Dank Allen auszusprechen, die uns zur Ausführung der Ehrist- bescherung für die 254 Kruder der Anstalt, die höchste bis jetzt erlebte Zahl, freundlichst unterstützt haben. Hauptsächlich danken wir den vielen Wohlthätern, die durch ihre reichen Gaben an Geld, Bekleidungsqegenständen, Kleiderstoffen, Konfekt usw., sowie durch Handarbeit es uns ermöglicht haben, unseren Anstaltskindern und auch deren Angehörigen eine große Freude zu bereiten. Wir teilen nachstehend besonders mit, welche Geldbeträge Gilcutrahn Zeitung. DiepreußischenEisenbahnein nahmen fahren fort, eine Steigerung der Mehr einnahmen gegen das Vorjahr zu zeigen. In den ersten sieben Monaten des.Etatsjahres fc* trug das Mehr nahezu 50 Millionen. Man geht vielleicht nichts weit, wenn man erwartet, es werde schließlich auf u b e ? M i lli 0 nen steige,:.__________ - - ——-- Oest. Kredit. . 216.75 Deutsche Bank . ♦ • 223.50 Darmstädter Bank , • 147.50 Bochumer Guß . • * 191.75 Harpener Bergbau . . 205.10 Tendenz: Fest. Märkte. musikalischen Darbietungen und Ansprachen wurden gehalten und Toaste ausgebracht. Man saß noch lange in angenehmer ( Stimmung beisammen, erfreute sich an humoristischen Vorträgen und Couplets u. s. w., bis die frühe Morgenstunde doch endlich zum Aufbruch mahnte. •• Gießener Würstchen auf dem kaiserl. Jagdschloß Göhrde. Dem Metzgermeister Fritz Schreiner, der im vergangenen Jahre bereits seine „Frankfurter Würstchen" für die Hofjagd nach Letzlingen geliefert hat, war von der kaiserl. Hofküche Berlin auch die Lieferung der Frühstückswürstchen für die letzte Hosjagd zu Göhrde überschrieben worden. •* Der Hessische Fechtverein Waisenschutz, Zweigverein Gießen, hält am 3. Weihnachtsfeiertage, Sonntag den 27. Dezember in Lonys Bierkeller abends 8 Uhr seine diesjährige Weihnachtsfeier mit einer Bescherung für 30 Halbwaise ab, wozu Freunde und Gönner der Vereinsbestrebungen herzlich willkommen sind. Der Vorstand hat schon seit Wochen alles getan, um die Veranstaltung zu einem gemütlichen und abwechselungsreichen Vergnügen für Jung und Alt zu gestalten. Es ist ganz besonders dafür Fürsorge getroffen, daß die Jugend recht nachhaltig an einem vorgesehenen Tänzchen sich beteiligen kann. ** Krofdorf, 20. Dez. Gestern sind von einer Kommission aus Wetzlar der hiesige Bürgermeister Lichten- thäler und dessen 1. Sekretär v. Bülow verhaftet und nach Wetzlar gebracht worden. Es sollen, wie wir hören, falsche Notierungen in amtlichen Schriftstücken sestgestellt worden sein. Friedberg, 19. Dezi. Der Kreis aus schuß ver- fhandelte heute zum zweiten Mule über den Antrag des Bad-Nauheimer Kohlensäure-Werks aus Erteilung einer Konzession für die neue Anlage zur Gewinnung flüssiger Kohlensäure. Ter erste Antrag des W^erts war abgelehnt worden, weil nicht sämtliche Pläne vorgelegt waren. Tas Werk hielt sich dazu nicht für, verpflichtet, weil es sich nicht als eine chemische Fabrik betrachtete. Nachdem durch die Entscheidung des Provinzialausschusses und des Ministeriums des Innern die Vorlegung sämtlicher Pläne auch ohne Rücksicht auf die Frage, vb eine chemische Fabrik vorliege, angeordnet war, konnte heute über die Sache selbst entschieden werden. Tie Verhandlung nahm den ganzen Tag in Anspruch Tie Entscheidung geht dahin: Tie riachgesuchte Genehmigung zum Betrieb einer chemischen Fabrik nach Maßgabe der vorgelegten Pläne wird unter folgenden Bedingungen erteilt: Ten vorhandenen Stollen und Schächten darf nicht mehr mit Kohlensäure gemischte Lust entnommen werden, als die zurzeit vorhandene Maschine mit zwei Zylindern zu heben im stände ist. Tie nähere Feststellung hierüber hat vor Eröffnung des Betriebes durch die Gr. Bergbehörde stattzufinden. An der au fzu stellend en Pumpe sind Meßapparate zur automatischen Feststellung der den Schächten und Stollen entnommenen mit Kohlensäure gemischten Lust anzubringen. Desgleichen ist an der Maschine ein Tachometer anzubringen. Ter Unternehmer hat jederzeit eine Kontrolle der gesamten Umlage durch die Gr. Bergbehörde zu gestatten. Wasser darf den Schächten und Stollen nur zu dem Zwecke und in dem Umfange entnommen werden, als dies zurzeit des Inkrafttretens des Heilqmellenschutzgesetzes der Fall war. Tie Unfallverhütungsvorschriften der Beruss- genossenschaft für chemische Industrie sind bei Errichtung und beim Betriebe der Anlage genau einzuhalten. Die Genehmigung zur Aufstellung eines Dampfkessels wird nach Maßgabe der vorgelegten Pläne und unter den von der Gr. Tampskesselinspek'tion vorgeschlagenen Bedingungen ebenfalls erteilt. Durch Verwendung geeigneten Brennmaterials und sorgsame Bewartung des Dampfkessels ist auf möglichst vollständige Rauchverbrennung hinzuwirken. Dem Anträge auf Gestaltung der baulichen Ausführung nach § 19 a der Gewerbeordnung wird nicht stattgegeben. ! Tie Widerredenden tragen die von ihnen aufgewendeten 'Kosten. Alle übrigen Kosten fallen dem Unternehmer zur Last. __ Damit ist der Antrag der Stadt und der Badeverwaltung, der neuen Anlage die Genehmigung zu versagen, weil man von ihr eine Schädigung des Nauheimer Sprudels befürchtet, abgelehnt. (Frkf. Ztg.) )( Grün berg, 19. Dez. In der heutigen Gemeinderatssitzung wurde der vom Stadtrechner vorgebrachte Voranschlag unbeanstandet genehmigt. Darnach beträgt das '.Gesamtvermögen 653 708 Mk., die Schulden 208 342 Mk., ^bie Einnahmen und Ausgaben decken sich mit 99 362 Mk. i__ Die von Großh. Kreisamt empfohlene Polizeiverordnung zur Vertilgung der Obstbaumschädlinge fand im großen und 'ganzen Zustimmung, obwohl in hiesiger Gemarkung wohl keine Btutlausherde bestehen. — Betreffs Einrichtung einer "Freibank wird sich der Bürgermeister mit dem schon vorhandenen Besitzer einer derartigen Einrichtung, die nur noch nniger Verbesserung bedarf, wegen etwaiger Entschädigung ins Benehmen setzen. — Dem Gesangverein werden auf sein Gesuch die zur Ausschmückung der Stadt für das nächstjährige Lahntalsängerbundesfest benötigten Fichten aus dem Stadtwald bewilligt; desgleichen auch für das Jahr 1903 die „bisher dem Schäfer Schmitt zugestandene Remuneration. — 'Der Burggraben soll mit Obstbäumen bepflanzt, Gras ein- gesät und einem Drahtzaun versehen werden. — Hinsichtlich 'der mangelhaften Petroleum-Straßenbeleuchtung wurde be- antragt, einen Versuch mit dem jetzt so vielfach angewandten Spiritusglühlicht zu machen. Der Beschluß lautete auf probeweise Anbringung zweier solcher Lampen, je eine auf dem Marktplatz und gegenüber dem Schweißputhschen Hause. — Der von der Baukommission eingereichte Bericht über eine Reihe an städtischen Gebäuden vorzunehmender Reparaturen rfand allseitige Zustimmung. Zum Schluß kam noch in geheimer Sitzung ein Darlehen der Spar- und Leihkasse zur -Sprache. — Auf Bemühen des hiesigen Gewerbeoereins hielt heute nachmittag Prof. Chelius-Darmsta dt im Gasthaus zum Hirsch einen Vortrag über „den Boden und die Lage Grünbecgs wie der übrigen hessischen Kur- und Badeorte". Er gab ein recht anschauliches Bild von den geo- lociischen Verhältnissen des Vogelsbergs und der zahlreichen Sool- und Mineralquellen, welche schon viele Orte zur Größe und zum Wohlstand gebracht haben. Auf eine Anfrage, ob nicht auch in Grünberg durch Tiefbohrung Mineral- oder Soolquellen zu erreichen seien, oder wenigstens noch eme stärkere Wasserkraft zum Betrieb des Wasserwerks, riet der fc. Frankfurt a. M., 21. Dez. (Qrig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notterungen der heutigen Fruchtmarktpreise: Weizen Mk. 16.25—00.00, Kurhessischer Mk. 16.50—00.00, La Plata Mk. 17.00—18.00, Kansas Mk. 17.00—18.00, Roggen (hiesiger) Mark 13.25—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.25—15.50, Franken- selber Mk. 16,00—16,25, Hafer Mk. 13.00-13.75, Mais Mk. 12.25-12.75, Weizenmehl 0 Mk. 25.75-26.25, 2. Qualität Mk. 23.7o bis Mk. 24.25, 3. Qualität Mk. 21.75—22.25, Roggenmehl 0 Mk. 2^.00—22.50,1. Qualität Mk. 19.25—20.25, Weizenkleie Mk. 8.75 bis Mk. 9.00, Rogqenkleie Mk. 9.75—10.25, Maiskeime Mk. 10.25 bis Mk. 0.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 00.00—000.0. Alles per 100 Kg. ab hier. m ,,, . s fc. Frankfurt a. M., 21. Dez. (Telegr. Oricp-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Sistierungen der heuttgen Viehmarkt- preise. Rum Verkaufe standen: 489 Ochsen, 177 aus Oestreich, 50 Bullen, 0 aus Oestreich, 112 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 1 aus Oestreich, 518 Kälber, 289 Schafe und Hammel, 1584 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 71—73 Mk., 2 Qual. 66—68 Mk., 3. Qual. 61—64Mk.; Bullen l.Qnal. 65 bis 67 Mk. 2. Qual. 62—64 Mk.; Kühe 1. Qual. 62—64Mk., 2.Qual. 57—59 Mk., 3. Qual. 47—49 Mk, 4. Qual. 44—46 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qual. 82—84Pfg., Schlachtgewicht 48-49 Pf., 2. Qual. 70—73 Pfg., Lebendgewicht 43—46 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 66—68 Pfg., 2 Qual. 52—56 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 54—00 Pfg., Lebendqew. 42 Pfg., 2. Qual. 52-55 Pfg., Lebendgewicht 41—00 Pfg., 3. Qual. 44—46 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Hornvieh gut. Ueberstand unbedeutend. Kleinvieh gut. Kein U e b erst and. ______ Briefkasten der DiedaktiM. R. M. Wehrpsiichtigr, die ibreN Wohnsitz in Europa haben< dürfen ausnahmsweise auch irr Südwestafrika 'hrer Diknstpslich genügen, jedoch nur mit Genehmigung des Kriegsmimsteriums uu- Zustimmung des Oberkommandos der Schutzirupperi. — ^hresnoe».? Frage beantworten wir demnächst. Neueste Mcldnnaeu. BerN«, 21. Tez. Gegen Professor Dr. Moritz Meyer und seine Frau, die in Lehnersdorf wohnten, verhaftet wurden, sind über hundert Strafanzeigen der Staats- anwaltschaft eingercicht worden. Die Verhafteten Haven ich wegen Hochstapelei, Betruges, Unterschlagungen uno Meineides zu verantworten. Professor Meyer ist aip einer früheren, von ihm kompromittierten Stellung: rn der Handels-Redaktion einer hiesigen Zeitung bekannt geworden. Auch in dem Prozesse der Pommerschen HYPo- thekenbank svielte er eine sehr fragwürdige Rolle, war dann Redakteur eines berüchtigten Blattes und zuletzt Mt- weise literarisch für Finanz-Unternehmungen tätig, ohne ich irgendwo behaupten zu können oder ernst genommen zu werden. Ter Grund zu seinen Entgleisungen lag in einer unglücklichen ersten Ehe, in welcher seine Frau durch übertriebeüen Luxus ihn wirtschaftlich ruinierte. Er war bereits moralisch und finanziell völlig niedergebrochen, als er vor zwei Jahren sich aus einem Chantant seine zweite Frau holte. Tiese - sie zählt heute 22 Jahre wahrend Meyer 60 Jahre alt ist — benutzte den Profesiortitel ihres Mannes, um die verschiedenartigsten Schwi.ndeleien und Betrügereien in hiesigen Geschäften zu verüben. Tie in der Wohnung des Ehepaares in der Pariserstraße veranstalteten Gelage erstellten sichj in der Lebewelt großer Beliebtheit. Unter den von dem Ehepaar, das bereits zm: Flucht vorbereitet war, Geschädigten, befanden sstch auch viele kleine Leute. Das Schuldenkonto beläuft sich auf weit mehr als 100 000 Mk. Mit den Meyerschen Eheleuten sind auch deren beide Dienstmädchen verhaftet worden, die mit ihrer Herrin auf vertrautem Fuße lebten. Groß-Heeringen, 21. Dez. Der Schnellzug Nr. 187 Köln-Leipzig ist Sonntag abend 10,45 Uhr auf dein hiesigen Bahnhof auf drei leere Wagen gefahren. Zwei Reisende und der Lokomotivführer wurden leicht verletzt. Ter Schaden ist erheblich London, 21. Tez. Lord Lanyane, der Privatsekretär des Schatzkanzlers, wurde zu 1 Jahre Zuchthaus verurteilt wegen Fälschung zweier Schecks in Höhe von ca. 250 Pfund Sterling. Rom, 21. Dez. Zu dem bekannten Millionen- fund im Vatikan wird noch gemeldet, daß nach dem Bericht des „Giornale jd'Italia" ein Mitarbeiter des Blattech der den Vatikan besuchte und die stühere Wohnung Leos inspizierte, diese vollkommen leer fand. Man versichert, daß nach der Wahl Pius eine Inventur in den Gemächern Leos ausgenommen wurde und diese sofort restauriert wurden. Tie „Tribuna" bleibt dagegen bei ihrer Meldung von dem Million en fund. Prag, 21. Dez Eine pon Wertretevn al''er tschechischen Parteien Oesterreichs besuchte Versammlung sprach ihre- wärmsten Sympathieen für die Macedonier aus und beschlossen, Geld, Kleider und Wäsche für die Aufständischen- zu sammeln. Ein Abgeordneter griff in heftiger Weise Oesterreichs Politik an, die für die Greuel auf dem Balkan verantwortlich gemacht werden müsse. für unsere Ehristbescherung gespendet wurden: durch Frau Rechtsanwalt Grünewald 128 Mk., Frau Johanna Haas 14 Mk., Frau Kommerzienrat Heyligenstaedt 25 Mt., Frau Rechnungsrat Kalbfleisch 124 Mk., Frau Proiessor Leist 85 Mk., Frau Pfarrer Naumann 167 Mk., Frau Luise Ottens 41 Mk., Frau Lina Schmall 6 Mk., Fräulein Luise Wortmarm 64,50 Mk., durch die Schwestern der Anstalt 191 Mk. Außerdem wurden durch die Lehrerinnen, Fräulein Anna Siirger und Elisabeth Weiß, 135 Mk. gespendet, die ihnen von ihren Schülerinnen in der höheren und erweiterten Mädchenschule übergeben worden waren: den aenannten Lehrerinnen, sowie den Mädchen, die so treu und eifrig die Gaben zusammengetragen haben, und auch deren Eltern, sei ein besonders herzlicher Tank ausgesprochen. Möge die unserer Anstalt und deren Kindern wiederum reich lich beiviesene Liebe imd Opferwilligkeit auch fernerhin, Gebern und Empfängern zu Freude und Segen, uns erhalten bleiben! Gießen, den 21. Dezember 1903. Der Vorstand der Kleinkinderbewahranstalt. Dr. Naumann. 9469 sch euren, aver auch von praktischen Gegenständen statt. Die Vortragende von jeder Tiefbohrung ab, wo nicht schon Spuren Kapelle der Feuerwehr unterhielt die Gäste durch ihre der erhofften Quellen vorhanden seien. -- ' ~ - - - R. B. Darmstadt, 20. Dez. Die Sammlung zu der Geburtstag8spende für S. K. Hoheit den Großherzog findet hier in den weitesten Kreisen lebhaften Anklang. Es ind in den drei ersten Tagen allein ca. 4000 Mk. eingegangen, darunter mehrere recht namhafte Summen, doch auch viele kleine und kleinste Beträge. Die letzteren kamen namentlich aus Fabriken rc., wo vielfach fteiwillig Listen aufgelegt worden sind. Man darf darnach hier auf einen schönen Erfolg der Sammlung rechnen. — In dem Hause Grafcn- traße 22 brach Samstag vormittag 11 Uhr in einem ^olonialwarengeschäft Feuer aus, das durch Benzin verursacht war; es zerstörte die Warenvorräte und die Ladeneinrichtung fast vollständig. Der Feuerwehr, die sofort zur Stelle war, gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. — Zwischen Reinheim und Großbieberau überfuhr ein Zug ein Fuhrwerk und zertrümmerte es vollständig. Der Fuhrmann wurde nur leicht verletzt, das Pferd Gerichtssaal. Die Eisener Bluttat kommt demnächst im Prozeß gegen die „Essener Volkszeitung" wegen Beleidigung desKieler O b e r k r i e g s g e r i ch t s vor der Ess euer Strafkammer zur nochmaligen Verhandlung. Der g a n z e P r 0 z e ß H ü ff en er wird aufgerollt werden. Hüffener und mehrere Kieler Ofsizrere sind bereits kommissarisch vernommen. . Berlin, 19. Dez. Wegen schwerer Mißhandlung von Untergebenen in 97 Fällen wurde der U n t e r 0 f f i - zier Linke vom Infanterie-Regiment Nr. 48 zu 1 I a h r 6 Mo- nat-n Gesänqnis und ~ e 9 jE a b a t io n verurteilt. Ter Vertreter der Anklage hatte außer Degradation 10 Monate beantragt. _______ blieb völlig unversehrt. Mainz, 20. Dez. Der vom Papste bestätigte Bischof Kirstein begibt sich am Montag nach München, um vor dem dortigen päpstlichen Nuntius das Glaubensbekenntnis abzulegen. Frankfurt a. M., 20. Dez. Heute vor fünfundzwanzig Jahren ist Karl Gutzkow, der Dichter des „Uriel Acosta" und des „Königsleutnant", der Verfasser der „Ritter vom Geist" und des „Zauberer von Rom" auf dem Frankfurter Friedhof beerdigt worden. Man weiß, daß der Dichter einem tückischen Unglücksfall erlag. Er hatte, um Schlaf zu finden, Chloral genommen und dann beim Zubettgehen das Licht zu nahe an dem Sofa stehen laffen. Sofa und Stühle gerieten in Brand. Von der Rauchentwicklung erwachte Gutzkow, er sprang aus dem Bett, doch ehe er die Türe oder das Fenster erreichen konnte, erstickte ihn der Qualm. Auf dem Boden liegend wurde der Dichter am Morgen des 16. Dez. von feinen Angehörigen entseelt aufgefunden, der Unruhevolle hatte ein Leben voller Kämpfe und Stürme beendet. Die Beerdigung erfolgte vom Sterbehause aus, Gartenstraße 14, in Sachsenhausen. Eine ansehnliche Trauer- verfammlung gab dem toten Dichter das Geleite. Am Grabe sprachen Pfarrer Ehlers, Wilhelm Jordan, Dr. Neubürger, Otto Hörth, P. Zademack, Dr. Presber, Emil Pirazzi und Wilhelm Nolte. Der Theaterchor trug einige Gesänge vor. Am 9. Februvr 1879 veranstaltete dann der Frankfurter Journalisten- und Schriftstellerverein gemeinsam mit der Schiller-Stiftung eine Gedächtnisfeier für Karl Gutzkow in der Loge Karl. Theodor Curti hielt die Gedenkrede. Das Grab Gutzkows ist in diesen Tagen von manchem Verehrer des Dichters aufgesucht worden. Ein Denkmal mit dem Porträt des Poeten erhebt sich seit Langem darüber. Einige frische Kränze bekunden, daß Karl Gutzkow nicht vergessen ist. Handel und Verkehr. Volkswittschast Berliner Börse vom 19. Dezember 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Greßen.) Privat-Diskont 3»/. Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. V Fr» Charlotte Brühl geb. Friebel Aie tieftrauerndcn Kinterölievrnen. Gießen (Neustadt 25), den 20. Dezember 1903. 9462 Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß gestern nachmittag ls/4 Uhr nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere innigst geliebte Gattin, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Die Beerdigung findet Dienstag den 22. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Todes-Anzeige. Statt jeder besonderen Anzeige. sanft in dem Herrn entschlafen ist. Um stilles Beileid bitten ■ W W S BL -K ;X H W K dH: '.'•Ar bi. Freud meine in bei hamu Kan« Beau neue, ichh gehe, Blu tan mad inne mün Wal und des wird sowe Dei ofienem lirche. trug, W Mgen> Kirche < hauS. beiden Konsist Gottes auf de Regim Regim Nr. U vereint genom Vetera des Ni ordre auf di« folgen! gels Zeug, erdin zur man btznc hoch ung und derni b eck Voge tau txä8t ft ein gen, und Es k zubri! brach Ritter zu er einen decken gegen desha zu «ie stehenj Li-Ht Herl °uf d Alkoholfreien Uunsch gesetzlich geschützt, empfiehlt das 9466 Kirchstrasse 2. Kirchstrasse 2. Moderne Rahmen. postlagernd erbeten. 9459 Spiegel und Kunstblätter. Malvorlagen neu eingetroffen. 8937 04333 SelterSweg 12. 11 Ileue Sendung emgefroffen. W Verlag des Gießener Anzeigers Frei ins Baus geliefert 3.10 Ulk. Durch die Poff bezogen 3.40 [Rk. 784 Seiten üexikonformat. lieber 1000 Sliuifrationen. Eleganter, folider Ganzleinen - Prachtband. Heber 2000 erprobte und bewahrte Rezepte, Karzcr KmckMgel HU verkaufen. 06143 W. Leichtwets, Sonnenstr. 18.1 Spezialität: Echte Goldrahmen 8783] Schön möbl. Zimmer zu vermieten Neustadt 19. ^^olster u. Lapezierarbeiten V fertigt gut und billig 106116 Carl Sieh, Westanlage 25, pt. Stadt. Schlachthaus. FreibauS. 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Dez. 1903: Nur einmaliges Gastspiel der Internationalen Tournee „Nachtasyl". Direktion: Melanie Dorny. ^uu^Abonnement! Zum 1. Male: Nachtasyl. Scenen aus der Tiefe de^Lebens m 4 Akten von Alaxim Gorky. Deutsch von August Scholz. Willkommenites Weihnadifsgerdienk! Zum Husnahmepreis von nur 3 mark ffaff 7.50 Ulk. liefern wir den Mblierle Wöhnililg ß zu verm. Franksurterstr. 36,1 Tr. 06158] Möbliertes Zimmer zu vermieten Ludwigstraße 37, III. 05973] Schöne, möbl.Zim. mit ob. ohne Pension z. v. Blsmarckstr. 17. 7454] Franksurterstr. 31 schöner großer Keller und Pferdestall per sofort zu vermieten. Näheres Bahnhofstraße 18. Wilh. Plank. Abonnenten des Stehener Anzeigers rnaffiffde Ehrhardts Srohes Hlluffriertes Kochbuch für don einfachen, bürgerlichen und den feineren OFch. Kechtveröand Gießen-Lahr. (Wohlthätigkeits-Verein.) -lm ersten Weihnachts-Feiertag, abends 7ff. 8ub Nr. 9355 a. b. Exp. d. Bl. Tßtzige Schlosser gesucht. 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