Nr. 247 Erscheint täglich außer Sonntags, Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kesfischen Landwirt bte Siebener Kamillen- blätter viermal in bei Woche beigelegt Rotationsdruck u. Verlag der v e Ühl'schen Unwers.-Buch- u,Stetn» bnidcret (Pietich Erden) Redaktion, Lruedttwa unb Druckerei: Gcholstratze 7. Adreiie füt Depeschen: «nzctger Gtetzen. Fki^ivrechanichiußAr 51. 153. Jahrgang Zweites Blatt. Mittwoch 21; Oktober 1S03 _ vezagepre»» o monatlich 7b otenel- " . jährlich ML. 2.20, durch k Abhole- u. Zweigstellen «k monatlich 65 Pt., durch w> W M M M die Post Mk.L—menel- 1O W jährl. auSschl. Bettellg. Sy W W $$T W Annahme von Anzeigen M . MM Ml BL _ in die lagesnummet • Jlfl vormittags 10 ilhr. ^eUenpreiS total 12 Ul, Lu-wärrS 20 Pig. Perantworitich tüx den poltt an» aügem. Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MM T/ zeioentetl vane beet. Iie hevtige Yummer umfaßt 10 Seiten. Körrig olcopoid von Wclgie» ist am Dienstag abend, aus Wien kommend, auf dem Ost- bahnhose zu Paris eingetrosfen und wurde vom Polizei- prä fetten Lepine begrüßt. Der König begab sich sofort nach dem Elyseepalasthotel, wo er abstieg. König Leopold macht diese Reisen von einer europnü- scheu Hauptstadt zur anderen, hin und her, wahrlich nicht zu seinem Vergnügen .und auch nicht zum Vergnügen seines Landes und seiner Regierung. Namentlich der belgische Kabinettchef ist keineswegs einverstanden mit allen Handlungen des Königs, mit seinen Kriegsplänen, seinen Reisen, seinen großen privaten Bauprojekten usw. usw. König Leopolds Aufnahme in der Donaustadt war, wie wir schon meldeten, kühl; bei den aller Welt bekannten getrübten Beziehungen zwischen den Häusern Habsburg und Sachsen-Coburg konnte das nicht anders sein. Es scheint dem Besucher auch nicht gelungen zu sein, die Spannung zu beseitigen. Durch Paris, London und Berlin ist die Linie gekennzeichnet, an die die Bestimmungen der Kongo alte seftgelegt sind. In der Bestreitung der Tatsache, daß die vertragsmäßig gewährleistete Handelsfreiheit im Kongobecken durch die belgischen Kon- zessionsgesellschasten schnöde unterdrückt wird, gibt sich die Regierung des Kongostaates zwar erdenkliche Mühe, doch es ist von den verschiedensten einwandfreien Seiten nachgewiesen worden, daß die von der Kongoregierung gegebene Darstellung der Verhältnisse nicht zutrifft. Wie diese tatsächlich liegen, das ist im englischen Unterhaus geführt worden, wo trotz persönlicher Bemühungen König Leopolds, niemand zur Verteidigung des Kongostaates sich erhob. Der König der Belgier als Souverän dieses Staates muß aus jener Parlamentssitzung die Befürchtung entnommen haben, daß die an der Kongofrage interessierten Mächte nunmehr in Verhandlungen zwecks Revision der Kougoakte eintreten werden. Bislang rückten die freundschaftlichen Beziehungen Frankreichs zu Belgien einerseits, das kühle Verhältnis zwischen Deutschland und England andererseits die Möglichkeit einer gemeinsamen Aktion der Großmächte in der Kongofrage in weite Ferne. Das ist anders geworden. König Leopold sah sich deshalb veranlaßt, persönlich ein Rundschreiben an die Regierungen der betreffenden Mächte zu richten, und sein jetziger wiederholter Besuch in Paris, dem, wie bemerkt^ ein solcher in London und Berlin vielleicht folgt, hat wohl den Zweck, den Eindruck des Rundschreibens zu vertiefen und zu sichern. Solange diese Angelegenheit schwebt, hält es König Leopold nicht für ange^eigt, einer dieser drei Diächte ein Gesuch zu unterbreiten, das ihm dringlich zu fein scheint. Es handelt sich um den Schutz der belgischen Interessen in China, Japan und Korea, den selbst zu gewähren die Brüsseler Regierung in Ermangelung einer Kriegsflotte nicht in der Lage ist. König Leopold hat sich infolgedessen, wie verlautet, mit dem Präsidenten Roosevelt in Verbindung gesetzt, um die Gewährung dieses Schutzes durch die Ver. Staaten zu erlangen. Bei der Energie und der Vorliebe des Königs der Belgier für Seefahrten ist es nicht ausgeschlossen, daß er mit seiner Dampfyacht den Atlantic kreuzt und im Weißen Hause persönlich vorstellig wird. Zur Bewunderung nötigt jedenfalls die Elastizität, die der im Greisenalter stehende König der Belgier bei alledem an den Tag legt. Politische Tagesschau. Tie Entschädigung unschuldig Verhafteter. Die hessische Regierun g hat, wie wir meldeten, dem Bundesrat einen Gesetzentwurf unterbreitet, der die Entschädigung unschuldig Verhafteter vorsieht, lieber die Vorgeschichte dieses Entwurfs wird der „Köln. Ztg." geschrieben : Die zweite Kummer der hessischen Stände hatte in ihrer Sitzung am 22. Mai 1901 den Beschluß gefaßt, „Großherzogliche Regierung zu ersuchen, baldmöglichst eine Gesetzesvorlage zu bringen, welche eine feste Entschädigung von, zu Unrecht verhafteten Personen vorsieht". Diesem Ansinnen stand die Großh. Regierung in dem ersten Entwicklungsstadium der Frage ablehnend gegenüber, sie war der Ansicht, es handle sich um ein Gebiet, das die Reichsgesetzgebung in Anspruch nehme, das auch mit reichsgesetzlichen Vorschriften derart zusammenhänge, daß die Landesgesetzgebung wohl nicht eingreifen könne. Die Regierung begründete diese Stellungnahme mit dem Hinweis aus den Erlaß des Reichsgerichts betreffend Entschädigung der Personen, welche ün Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen worden sind, vvm 20. Mai 1896, und im Hinblick auf die Verhandlungen, die am 18. Januar 1900 im Reichstage stattgefunden hatten. Der Gesetzgebungsausschuß der zweiten Kammer war hingegen in Uebereinstimmung mit den betreffenden Ausführungen in dem Reichstage der Ansicht, daß es viel notwendiger uird praktischer sei, eine Ent- schüdiguiraspflicht gegenüber denjenigen anzuerkennen, die unschuldig verhaftet warben, als gegenüber denjenigen, die unschuldig verurteilt waren und mittels des Wieoercms- nahmev er fahrens freigespvochen wurde«. Die Zahl der letzteren würde überhaupt nur sehr beschränkt sein, da sS nur selten vorSomme, daß er« tatsächlich Unsch«ldiger zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werde. Mderesleits aber liege die Gefahr einer zu Unrecht erfolgten Verhaftung außerordentlich nahe. Der Reichstag hat deshalb bereits 1898 einhellig beschlossen, an die Regierung das Ersuchen zu stellen, baldmöglichst einen Gesetzentwurf, betreffend Entschädigung von solchen Personen, die mit Unrecht Untersuchungshaft erlitten, vorzulegeu. Gr hat diesen Beschluß j 1899 unter allseitiger Anerkennung des Bedürfnisses wiederholt. Die Reichsregierung hat seitdem diesem Ersuchen nicht entsprochen, es handelt sick aber nach Ansicht der Kammer nicht um eine Frage, die ausschließlich der Reichsgesetzgebung unterliegt; es sei das Recht eines jeden deutschen Staates, in i)ie)er Richtung gesetzliche Vorschriften zu er- lassen, jedenfalls so lange, als nicht die Reichsgeseügebung dieses Gebiet betreten habe. Die Kammer hielt das Bedürfnis gesetzlichen Einschreitens als vorliegend, insbesondere auch von der Erwägung ausgehend, daß die betreffenden Behörden und Organe vorsichtiger bei Verhaftungen sein werden, wenn eine zu Unrecht angeordnete Verhaftung für den Staat materielle Nachteile erwarten läßt. Es war insbesondere das Verdienst des Abgeordneten der Stadt Gießen, Justizrats Dr. Gut- fleisch, der in ausführlicher Erörterung den Standpunkt der Regierung bekäurpsie, sodaß die Vorschläge des Gesetz- ausschusjes bte Zustimmung des Hauses fanden. Allerdings trat die erste hestische Kammer dem obenerwähnten Beschluß nicht bei, sie richtete vielmehr an die Regierung das Ersuchen, im Bundesrat für tunlichst baldige Vorlage eines entsprechenden Gesetzentwurfs an den Reichstag zu wirken wegen Entschädigung unschuldig Verhafteter. Diesem Beschlüsse gegenüber verharrte die zweite Kammer in ihren früheren Stellung, und die Regierung sah sich veranlaßt, auf Grund des in den Verhandlungen beigebrachten Materials und im Sinne der vorstehend in Kürze mitgeteilten Ansichten, durch das Justizministerium einen Gesetzentwurf ausarbeiten zu lassen, in dem die Wünsche der Landesvertretung unter gewissem Vorbehalten gesetzlich sestgelegit worden sind. Der Entwurf liegt jetzt, wie bemerkt, dem Bundesrat vor und wird hoffentlich von diesem demnächst im Druck veröffentlicht werden. Die hessische Negierung glaubt das Recht einer Veröffentlichung für sich nicht beanspruchen zu dürfen, da ihre Vorlage Bestandteil der Bundesratsakten geworden ist, und hält die Angelegenheit geheim. Eine neue lex tzeintze? Man schreibt uns aus Berlin, 20. Oktober: In der bayerischen Kammer hat der Zentrumsabgeordnete den Prozeß gegen den Totschläger D i p p o l d, den Hauslehrer des Kommerzienrats Koch-Berlin, zum Anlaß eines Rujs nach einer neue Lex Heintze genommen. Die Kinder sollen durch die Gesetzgebung nachdrücklicher gegen Roheits- und andere Verbrechen geschützt werden. Vom Fall Dippold wird wohl noch eingehend im Reichstag die Rede sein, nicht minder von der Art unb Weise, wie die Eltern des getöteten Knaben chre Pflichten wahrgenommen haben. Ader nach unseren Erkundigungen beabsichtigt bie Regierung nicht, mit einer zweiten Lex Heintze an den Reichstag heranzutreten. Die mit dem ersten Entwurf gemachten Erfahrungen sind auch wahrlich zu wenig anerfernd für eine solche Initiative. Der Standptmkt der Regierung ist, zunächst einmal abzuwarten. welche Anregungen und Vorichläge aus den Parteien geltend gemacht werden. Der Schleier wird noch nicht gelüftet. Die neuesten Nummern vom „Reichsanz." und „Nordd. Allg. Ztg." enthalten keinerlei nähere Millellung über die aus Anregung des Reichskanzlers ausgearbeiteten Reichs- finanzresorm-Vorschläge. Das offiziöse W. T. B. erzähll nur von einem gestern abend im Nerchskanzler- palais zu Ehren der bund es staatlichen Vertreter veranstalteten Diner, an welchem die Finanzminister und Gesandten der einzelnen Staaten und deren Vertreter im Bundesrat, die Staatssekretäre v. Posabowsky, Frhr. v. Richthofen und Frbr. v. Stengel teilnahmen. Frhr. v. Stengel, der neue Rerchsschatzsekretär, hat, wie wir gestern nur kurz melden konnten, vor den Vertretern der Bundesstaaten die Finanz- resorm, wie er sie dem Reichstag vorzulegen gedenkt, in längeren Ausführungen erläutert. Mindestens einen Auszug aus dieser Rede kennen zu lernen, würde für die Oeffentlichkeit von Interesse gewesen sein. Wenn, wie es heißt, die Finanzwirtschaf tdesReiche sausganz neue Grund lagen gestellt werden soll, dann kamt nicht früh genug damit begonnen werden, Über diese Ziele Aufklärung zu verbreiten. Der mitunter zu offiziösen Auslassungen benutzte „Berl. Lok.-Anz." bemerkt: „Das so lange zum dlachtell des Reiches Versäumte, die Ausstattung des großen deutschen Bundesstaates mit den für fein freies Dasein nötigen eigenen Mitteln soll jetzt errd- lich nachgeholt werden." Aus diesen Umrissen des Planes läßt sich freilich aus alle möglichen Gestattungen schließen. Beruhigend Hingt aber der Hinweis auf eine neue Ausstattung des Reiches nicht; eine neue Ausstattung kostet neues Geld, und dies muß eben durch neue Steuern aufgebracht werden. Das Beste ist, die Reichsregierung selbst schenkt klaren Wein ein und offenbart den Steuerzahlern, was im Werke ist. Nach Veröffmilichrrug eines Militarromans ist, wie wir meldeten, Leutnant Bilse vom 16. Trainbataillon in Forbach verhaftet worden, weil der Roman ,eine Menge von Geschehnissen erzähll, die bisher m den Schleier der Diskretion oder des Dienstgeheimni^es gehüllt waren, deren handelnde Personen aber jetzt trotz fingierter Namen jeder Iorbacher deutlr'ch erkennt^. Das Buch führt den Tüel: ^AuS einer kleinen Garnison. Em militärisches Zeitbild von Fritz von der Kyrburg" und ist in Braunschweig erschienen. Nach der »Straßb. Post" sind mit Ausnahme eines Rittmeisters und dessen Frau, die sich wie Lichtgestalten in einem Schattenreich ausnehmen, eines Leutnants und allenfalls noch eines Futtermeisters alle Figuren, die in dem Roman vorgesührt werden, Männer wie Frauen, geistig minderwertig, brüchig von Charakter, ohne Ehr- und Psticht- gesühl, stellenweise geradezu verbrechcrhaft. Die Rangliste nennt einen Leutnant Büse beim Lothr. Trainbatcullon Nr. 16 in Forbach, und zwar als zweitjüngsten Offizier. Sein Patent datiert vom 7. Juli 1898; er wird mithin ungefähr sieben Jahre Militär gewesen sein. In diesen sieben Jahren scheint er, infolge ganz besonders ungünstiger Ausnahmeverhältnisse in jener kleinen Garnison allmählich all seine Ideale, feinen Glauben an die Kameradschaft und schließlich an die ganze Menschheit — soweit sie den bunten Rock mit Offiziersachielstücken tragt — verloren zu haben. Tie ganze Darstellung macht den Eindruck der inneren lieb er zeugun g, und überall, so sagt das genannte nationainberale SXatt, scheint die Absicht durchzuschlmmern: Turch rückhaltlose Schilderung der Wirklichkeit will ich bessern! Besonders geht das aus den Schlußworten des vorletzten Kapitels hervor. Da reden Rittmeister König und Leutnant Bleibtreu über die Mängel der kleinen Garnisonen. Auf die Bemerkung des ersteren, daß man in einer kleinen Garnison verbaute, pflichtet der Leutnant bei, indem er noch beifügt, daß man in diese weltvergessenen Nester oft Elemente setze, die man in e.iner anständigen Garnison nicht brauchen kann, aber nicht ganz hinauswerfen möchte. Alle Augenblicke höre man: strafversetzt nach Mörchingen, Lya oder wie die Nester alle heißen. „Sehr richtig!" gab König eifrig zur Antwort. „Wer wo anders etwas verbrochen hat, kommt meist in eine Grenzgarnison, um ihn unschädlich zu machen. Man bedenkt aber nicht, daß diese ost nicht einroani)freien Elemente untereinander mehr Unheil anrichten, als wenn sie zwischen einer mindestens gleich großen Zahl anständiger, tadelloser Kameraden lebten. Fast alle Skandalgeschichten in Ossizier- tors passieren an der Grenze in solchen Nestern, die meist er ft dadurch bekannt werden, weil sie nur auf großen Landkarten stehen. In einer großen Garnison geht man nur ins Kasino, wenn man einen bestimmten Zweck damit verbindet, denn die Langeweile kann man sich hier anders vertreiben, als mit sinnlosem Gesäuse. Und ist einer gar noch hinter den Weibern her, bann ist erst recht, der Teufel los. Sie haben ja hier die schönsten Beispiele: In einer Großstadt bieten sich seinen Gelüsten genug von dieser Sorte an, hier aber fehlen solche Existenzen, man Oer greift sich also an den Frauen der Kameraden. „Aber Offiziere müssen diese kleinen, meist sehr wichtigen Grenzgarntsonen doch auch haben!" warf Meibrren ein. „Gewiß", entgegnete König eifrig, „man soll nur nicht so viele Minderwertige dahin schicken, sondern in erster Linie einwandfreie Offiziere mit anständiger Gesinnung und tadellosem Vorleben. Und das ganz besonders, wenn man diese Grenzgarnisonen als so wichtig bezeichnet, denn leichtsinnige Sumpfhühner werden in der Regel keine brauchbaren Offiziere fein, wenn man im Ernstfälle erhöhte Anforderungen an ihre Leistungsfähigkeit stellt. Aber jeder häll es für eine ganz besondere Strafe ober wenigstens für ein gewaltiges Pech, an die Grenze zu kommen, und schon das verleidet ihm oft die ^anze Lust am Soldateuspiel. Himmel und Hölle werden m Bewegung gesetzt, um ja in einer anständigen Garnison zu bleiben. Der Gardeoffizier oder der aus einem feudalen Regiment verlebt seine ganze Dienstzeit herrlich und in Freuden in einer Großstadt. Warum vertrauert unsereiner seine schönsten Jahre in so einem Drecknest?" Wie wir bei fügen, wird das Vergehen des Leutnants darin erblickt, daß er entgegen einer allgemeinen Bestimmung, die von ihm als einem aktiven Militär beabsichtigte Herausgabe einer öffentlichen Druckschrift nicht angemelbet hat. Es liegt also Ungehorsam in einer Dienstangelegenheit vor. Die Verhaftung erfolgte wegen Fluchtverdachts. Die Penfionsverficherung der Privatangestellten. „Was d?e Invalidenversicherung der Privatbeamten betrifft, so sind diejenigen Pnvatoeamten, die kein größeres Einkommen als 2000 Mk. haben, schon jetzt in das Jnva- lidenversicherungsgesetz zwangsweise inbegriffen, und diejenigen, die über 2000 Mk. Änkommen haben, können sich ^derzeit freiwillig versichern. Ich glaube, damit ist in der Tat dieser Kategorie die Möglichkeit gewährt, ihr künftiges LebensloS zu sichern." Es ist für die Bewegung der Privacbeamlen um eine Pensions- unb Reliktenversorgung kennzeichnend, daß diese Worte des Staatssekretärs des Innern, Grafen Posadowsty, bie noch vor wenigen Monaten ben Standpunkt der Regierung barstellten, jetzt in einer großen Versammlung b er Privatangestellten in Köln einen *31ur m der Entrüstung hervorriefen und geradezu wie ein Hohn empfunden wurden. Kennzeichnend ist, so schreibt die „Köln. Ztg.", diese Stimmung einesteils für die Bewegung selbst, andererseits für die Stellung der Regierung chr gegenüber. Nachdem einmal die Forderung der Pen- sionsversichernng der Privatangestellten, dieses Krrnes des Mlltelstandes, anfgetauckst war, ist das schon so lange latent vorhanden gewesene Streben nach einer Alters- und Familienversorgung, einer Sorge, die in der Tat wie eine dumpfe Last auf den Privatangestellten mit ungewisser Zukunft liegt, in eine lebenskräftige offene Bewegung umgefchlagen, die mit überraschender Schnelligkeit, machtvoll anschwellend, ein nicht mehr zu übersehender Faktor unserer sozialpolitischen Fürsoraebes?rebungen geworden ist. Die Kölner Versammlung, in der wohl loOO Männer chr unbedingtes Einverständnis mit den Bestrebungen erllar- ten, ist ein deutlicher Beweis der Lebenskraft des vorge- steckten Zieles. Anderseits sind jene Worte, lennzeichnend jür die Stellung der Regierung dieser Frage gegenüber, denn ihre am 3. Februar in per sozialpolitijchen Debatte deS Reichstags gesprochenen Worte zeigen, gemessen an der Kölner Versammlung, daß sie damals txi3 Wesen der Belegung nicht genügend erkannt hatte. Dec Weg, den Graf Posadvwsky vorgeschlagen hat, kann nicht zum Ziele führen. Inzwischen wurde die Regierung d-urch bie Macht der Tatsachen, insbesondere durch die großen Versa mmllmgskmrd- gebungcn in Hannover und Aachen, auf einen andern Standpunkt gedrängt. Bereits am 28. F-cbruar gab Graf Posadvwsky zwei Negierungsräten den Auftrag, eine Abordnung der PrivatangesteUten zu empfangen, mit der sie eine eingehende Beratung über die Ziele der Bewegung pflogem Am rrächsteu Tage, am L Aiärz, trat dann der für die Bewegung gewählte große Ausschuß in Tätigkeit, nm eine allgemeine Agitation in Gang zu sehen. Heute bereits hat das Reichsamt des Innern b-ic Kommission aufgefordert, ihm die Unterlagen, vorab in Gestalt der aus- gefüllten Fragebogen, zu verschaffen, auf denen sich ein Gesetzesvorschlag Mfbauen kann. Diese siegreiche Fort- schrittskrast der B-elvegung ist der beste Beweis für die Lebensfähigkeit und Notwendigkeit des erstrebten Zieles. Allerdings haben sich auch die Forderungen und die Ziele der Bewegung grundsätzlich geärrdert unb dadurch ist sie aus dem Stadium einer gewissen Utopie in das der realen Forderungsmöglichkeit erngetreterr. Das ist auch das wesentliche Kennzeia-en der Kölner Versanrmlung, und man wird nicht umhin können, die Forderungen der Privatangestellten lebhaft zu befürworten. Dem Reiche ist allerdings in der derzeitigen Finanzlage ein Zuschuß, der bei einiger Wirksamkeit bie Hiche von etwa 200 Millionen Mark jährlich erreichen würde, schlechterdings unmöglich. Aus diesem Bedenken entsprang wohl auch der anfängliche Widerspruch der Reichsregierung. Die Kölner Versamm- lung stellte sich demgemäß auf den ruhigen, vernünftigen Standpunkt, diese Zuschußleistung, sv freudig sie auch zu begrüßen wäre, fallen zu lassen und sich mit dem Minimum der staatlichen Mitwirkung zu begnügen, die eine Zwangs- versicherung und Staatsaufsicht bezweckt. Diese Forderung steht in der Macht der Negierung und bei der unzweisell>aft verbesserungsbedürftigen sozialen Lage des „Kernes des Mittelstandes" wird es ein dankenswertes Ziel der liberalen Parteien sein, diese Forderungen zu einer gesetzlichen Fesllegung zu führen. Deutsches Reich. Berlin, 20. Okt. Heute hörte der Kaiser die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts, sowie dcS Chefs des Admiralitätsstabes und empfing den neuernanuten badischen Gesandten Grafen von Berckheim. Kiel, 20. Okt. Die „K. N. Nachr." melden die Verhaftung eines mutmaßlichen Anarchisten, eines Ausländers, auf dem Hauptpostamt. Seine Ausweisung ist zu erwarten. Dresden, 20. Okt. Der sächsische Handelskammertag beschloß einstimmig folgende Erklärung: „L In der Erwägung, daß der ersten Ständekammer rm Jndustriestaate Sachsen 27 Vertreter des flachen Landes und der Landwirtschaft angehSren, und daß der Landwirtschaft, bezw. dem Großgrundbesitz kraft Gesetz die Befugnis verliehen ist, aus chrer Mitte Delegierte in diese Körver- schast zu entsenden, während Industrie und Handel «kein Recht auf Sitz "und Stimme in der ersten Kammer haben, häll es der sächsische Handelskammertag für ein Gebot der Gerechtigkeit, daß dem Handel und der Jrrdustrie das Recht auf eine angemessene ständische Vertretung in der ersten Kammer verlrehen wird. TL In der Erwägung, daß die Vertretung von Handel und Industrie insbesondere zu deren Steuerleistung nicht im 'angemessenen Verhältnis steht, häll es der sächsische Handels- kcrmmertag für dringend notwendig, daß eine Abänderung des Wahlrechtes für die zweite Stände- tammer nachMaßgab ederje tzigenBedeutung von Handel und Industrie erfolgt. Der Handelskammertag behäll sich vor, zu den Vorschlägen der Staats- regierung in Betreff der Aenderung des Wahllechtes zur zweiten Kammer der Ständeversammlung Stellung zu nehmen, sobald sie in einer authentischen Form vorlregcn. Wenn, wie vielfach verlautet, die Regierung beabsichtigen sollte, durch solche Aenderungen dem Handel und der Industrie eine berufsständische Vertretung in der zweiten Kammer zu gewährleisten, so erklärt der Han- delskammervertrag, daß durch * eine solche Verfassungsänderung die unter I gestellte Forderung uicht als befriedigt erachtet werden kann. Kirche und Schule. Auf eine Immediateingabe an den Prinz-Regenten Luitpold, in welcher der pfälzische protestantische Pfarrverein über die Ablehnung der in einer früheren Eingabe vorgetragenen Wünsche auf Besserung der materiellen Lage der evangelischen Geistlichkeit Beschwerde führte, ist jetzt wiederum ein ablehnender Bescheid ergangen, der noch zu weiteren Erörterungen Anlaß geben dürste. Die von dem Kultusminister Dr. v. Wehner gezeichnete Antwort schließt nämlich mit folgenden Sätzen: „Ein näheres Eingehen auf die einzelnen in der Immediateingabe am 24. August 1903 aufgestellten — tatsächlich zumeist unrichtigen — Behauptungen erscheint schon mit Rücksicht auf den ungeziemenden Ton und die Tendenz der Eingabe nicht angezeigt. Ausdrücklich aber muß der in der Eingabe gemachte Ausfall gegen den derzeitigen Referenten für die protestantischen kirchlichen Angelegenheiten als ungerechtfertigt und die darin geübte Kritik der in allerhöchstem Auftrage erlassenen Ministerialentschließung vom 13. Juli 1903 Nr. 12 938 als nach Form und Jnhall ungehörig ^zurückgewiesen werdend Kolonialpost. In Deusch-Südwestafrika soll eine deutsche Familie ermordet worden (ent. Ein aus dem Distrikt Grootfontein am 16. September in Windhuk eingetroffener Pater der katholischen Mission hat, wie aus Windhuk geschrieben wird, dorthin die bestimmt lautende Nachricht mitgebracht, daß eine deutsche Familie Paasch sowie zwei fernere Weiße durch Ovambos ertnordet worden seien. In der „Nationalztg." wird das feindliche Vorgehen der Ovambos in Verbindung gebracht mit der beabsichtigten Gründung einer Mrssionsniederlasjung am Okavango, der sich die Eingeborenen widersetzten. — Dec „Nationalztg." wird ferner berichtet, daß drei Leute eines im Distrikt Karibib hausenden Räubers Valprerd alias Blanberg gefangen genommen wurden. Anstand. C h r i st i a n i a, 20. Okt. Der Rücktritt des Ministeriums Bl e h r wird wahrscheinlich Mittwoch erfolgen. In das neue Ministerium Hagerup wird nur Ibsen (ein Solxn des Dichters) als Staatsmiuister in Stockholm übertreten. London, 20. Okt. John Morley unterzog gestern abend in einer großen Versammlung zu Manchester die Zollreform Pläne Chamberlains und die Ver- geltungspolitik Balfours einer überaus scharfen Krllik und sprach sich enlschieoen für die Beibehaltung des Freihandels aus. Er gab weiter zu, daß hinsichtlich der industriellen Stellung Englairds Besorgnisse gehegt werden. Mit der Verhinderung der freien Einfuhr wird aber die nationale Wohlfahrt unterbunden. Newcastle, 20. Oll. Als Chamberlain heute abend hier eintras, um vor einer Versammlung von 5000 Personen zu sprechen, wurde er von einer großen Menschenmenge begeistert begrüßt, es wurde aber auch Zischen gehört. Cl)amberlain stellte in Abrede, daß das bedeutende An- loachsen der Wohlfahrt Großbritanniens dem Freihandel zu verdanken sei. Dec Freihandel möge vielleicht gerade dazu beigetragen haben, daß Großbritannien nicht mehr der wichtigste Mittelpunkt der Industrie sei. Jeden Tag versende England mehr nnb mehr Rohmaterial, tote z. B. Kohle, und führe ftemde Fabrikate ein. Er behauptete iuieber, daß die vorgeschlagenen Zölle keine Verteuerung der Lebe ns mittel im Gefolge haben werden. Fortsetzung des Systems und Ablehnung der Vorschläge der Kolonien, erklärte dec Redner, würde eventuell zur Auslösung des Reiches führen. Rom, 20. Okt. Wie „Messagero" schreibt, habe man in gut unterrichteten Kreisen Grund zu glauben, daß Kaiser Nikolaus im Frühjahr kurze Zeit vor oder nach deut Besuche Loubets hierher kommen werde. Belgrad, 20. Okt. Im Amtsblatt wird offiziell Kö- n i g i n Natalie zur Erbin des Nachlasses des Königs Alexander erklärt. Die gesamte Schuldenlast bc» trägt 2100 000 Franks. Aus Stadt uni) Land. Gießen, den 21. Oktober 1903. ** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am 19. Oktober sand die diesjährige ordenlliche Hauptversammlung im „Hotel Großherzog von Hessen" stall. Der Vorsitzende Prof. Dr. W Sievers berichtete über das Winter- prograinm. In Aussicht genommen sind Vorträge der Herren: Dr. Fritz Sacasin-Basel, über „Celebes und den Malayischen Archipel". (Mll Lichtbildern.) — Dr. Grothe- München, über „Makedonien und Albanien". — Dc. Pas- sarge-Berlin, über „seine Reise am Orinoco in Guayana". — Prof, von Drygalski, über „die deutsche Südpolarexpedi- tton". — Pros. Dr. Heim-Zürich, über „seine Reise in Neu- Seeland". — Pros. Dr. E Sappec-Tübingen, über „seine Untersuchungen an den Vulkanen der Antillen". — Prof. Dr. A Philippson-Bonn, über „Die griechische Inselwelt". — Außerdem sind Heine Fachsitzungen vorgesehen, in denen geographische Themata verhandelt und Diskussionen darüber eröffnet werden sollen, lieber Zeit und Ort der Vorträge wird durch bie Tageszeitungen noch näheres mit- geteilt werden. Die Rechnung für das Jahr 1902/03 wurde geprüft und dem Rechner Kommerzienrat A. Heichelheim Entlastung erteilt Die Gesellschaft hatte insgesamt 337 Mllglieder, sie vereinnahmte Mark 1250 und verausgabte rund Mark 1000. Ein Heiner lleberschuß von etwa 400 Mark hat sich in den letzten Jahren angesammelt Die Gesellschaft wird noch in diesem Herbst mit einem weiteren Band ihrer zwanglosen Publikationen, den Mitteilungen, an die Oesfentlicykeit treten. Der Vorstand wurde durch Zuruf wiedergewählt; Dr. Günther neu in denselben berufen und Pros. Dr. Diermann zum Weiten Vorsitzenden, als Ersatz für den Hingeschiedenen verdienstvollen Inhaber dieser Stelle Generaldirektor Bansa, ernannt. Eine Revision der Satzungen ist in Vorbereitung. Anmeldungen zum Einllitt in die Gesellschaft, die nun schon eine lange Reihe von Jahren überaus reiche Anregungen auf dem weiten Gebiet der Erd- und Völkerkunbe bietet, sind zu richten an die Schriftführer O. Kindt unb A Toepelmann. ** Die Kammermusikaben de der Herren Redner, Heg ar und Trautmann, die sich seit einigen Jahren mit stets steigendem Erfolge als wichtiger Faktor unseres Musillebens bewährt haben, werden auch in diesem Jahre zur Ausführung gelangen. Dem Beispiele des allgemein gesck)ätzten Konzertvereins folgend und damit gleich vielen Wünschen nachkommend, werden die Darbietungen des Sonntags von 5 bis 7 Uhr stattsinden. Wie früher sind auch diesmal wieder drei Abende vorgesehen unb der 8. November 1903, der 17. Januar und 14. Februar 1904 dazu fest bestimmt. Zu den ausführenden drei Herren wird sich jedesmal eine hervorragende Solo kraft aus den Ge- sangskünstlern oder -Künstlerinnen gesellen, da auch dieses Gebiet mit gepflegt werden soll. Der Hauplleil wird selbstredend der Vereinigung zufallen, die, was wir hier nochmals betonen wollen, die Absicht hat, neben den hervor- rageitdsten Werken klassischer Richtung auch die jungen Meister zu Wort kommen zu lassen und deren Schöpfungen durch mustergiltige Wiedergabe vorteilhaft bekannt zu machen. Der erste Wend gehört dem Altmeister Beethoven mit seinem G-dur Trio Nr. 2 und Brahms mit seinem H-dur Trio. Für die weiteren Wende stehen Saint-Saöns E-moll Trio, Richard Sllauß' Sonate in F^-dur, Schumann, G-moll Trio, Sinding, Es-dur Trio, Beethooens C-dnr Trio in Wssicht, ohne daß. damit gesagt werden soll, daß all diese herrlichen Tonschöpfungen zu Gehör gebracht werden können. Ws Konzertlokal ist die Aula der Universität tote in früheren Jahren in Aussicht genommen; die Abonnementspreise, genau wie sonst, 4 Mk. für den Sperrsitz, 3,75 Mk. für einen nicht reservierten Platz. Im Jnseraten- teil ist alles weitere Wisfenswerte enthalten. E. CH. ** Generalleutnant Mootz, dec, wie wir mitteilten, am 17. d. Mts. zu Darmstadt beerdigt wurde, war am 25. Januar 1808 zu Gießen geboren. ** Landschaftliche Verschönerungen von Straßen und Plätzen in dec Stadt wird gewiß jeder Bürger unserer Stadt mit Freude begrüßen, besonders wenn dies auf nicht sehr kostspielige Art mit einfachen VUtteln geschehen kann. Längs des Schisfenbergerweges zwischen Licher- und Bergstraße hatte man geplant, die Böschung, dec Friedhofsmauer entlang, durch Mauenverk nach der Fahrbahn hin zu befestigen. Dieser Abschluß wird jetzt mittels pitorcesker Basalt- blöcfe aus der Gegend von Beuern weit billiger als durch Rtauerwerk hergestellt, wobei besonders vermieden wird, die Straßenstrecke durch eine immer monoton wirtende Mauer zu verunzieren. Um aber der ganzen Anlage auf der doch I langen Sllaßenstrecke Abwechslung zu geben, ist am Treffpunkt der Gutenbergstraße au§ Basaltsteinen eine kunstvolle Grotte errichtet, ähnlich wie jene auf dem neuen Friedhof. An den Wänden der Grotte rieseln spärliche Wasserstrahlen Hemieder, während in der Mitte ein kräftiger Sprudel etwa 3/4 Meter hoch aus dem Gestein hervorschießt. Diese Grottenanlage, in welcher gestern probeweise die angebrachten Waffec- künste spielten, verdiente auch an anderen Stellen in der Stadt, z. B. an dec Anlage, wiederholt zu werden. ♦* Jugendlicher Uebermut. Als heute früh Arbeiter, Schulkinder und andere Leute den Wetzlarerweg beim Winnschen Lagerplatz passieren wollten, machten sie die Wahrnehmung, daß nächtliche Kobolde an dieser Stelle nachts eine seltsame und schlvere Arbeit vollbracht hatten. Ein schwerer Rollwagen war nämlich quer über bie Straße gestellt, sodaß die Passage vollständig gesperrt war, und die meisten Passanten umkehren mußten. Viele Schulkinder wateten durch den Schlamm, um auf der anderen Seite nach dem Bahnübergang zu gelangen. Auch im Seltersweg, in der Nähe des Ne>tau- rauts Royal, war die Passage eines Trottoirs durch die Deichsel eines Wagens gesperrt, sodaß mancher zur Bahn eilende Reisende, um nicht Zeit zu verlieren, den Sprung über die Stange machen mußte. Wir haben hier wahrlich Verkehrshindernisse genug, als daß sie noch durch solche schlechten Scherze vermehrt zu werden brauchten! ** Der hiesige Kriegerverein hat unter seinen Mitgliedern eine Sammlung zum Besten der notleidenden Kameraden in den Überschwemmungsgebieten veranstaltet. Das Ergebnis ist ein sehr erfreuliches, denn es gingen 101 Mk. ein, die an das Präsidium der Kriegerkameradschaft Hassia abgeschickt wurden. Von sämtlichen hessischen Kriegervereinen, soweit sie zum Landesverband gehören, wurden bisjetzt weit über 2000 Mk. für den gleichen Zweck aufgebracht. * * Ein Experimental-Vortragsabend des Gedankenlesers Stuart W Cumberland toiro hier am Donnerstag, den 22. Oktober, im Neuen Saalbau stattfinden. In seiner Begleitung befindet sich Miß Emmy Fey, welche als Spiritistenentlarveriu die Irrlehren des Spirillsmus erklären will. Das Interessanteste des Wends bilden die Enthüllungen und Vorführungen der spiritistischen Experimente des Blumenmediums und anderer, worin bei Fesselung des Mediums Geister zitiert, Klopfgeister, Blumenapporte, das Schreibmedium, der Spuk von Resau u. a. oorgeführt werden, alles unter Kontrolle des Publikums, dem auch erklärt wird, wie alles gemacht wird. Diese Vorträge sind ebenso fesselnd wie lehrreich. Einen Besuch kann man nur empfehlen. * * Vier Iahr eszeiten. Morgen, Donnerstag, den 22. d. M., findet in den Vier Jahreszeiten große Künstler- Vorstellung statt. Aus dem reichhaltigen Programm sind ganz besonders hervorzuheben die Leistungen der Parterre- Akrobaten „Los Original Maravilla". Diese einzig dastehende Produktion aus dem G-ebiete der eleganten höheren Gymnastik übertrifft alles bisher Gesehene, und blldete überall eine Anziehungskraft ersten Ranges. Ferner Auftreten des sächsischen Charakter-, Tanz- und Gesangshumoristen 9iichard Serdel-Lehmann und der beliebten Gesang- und Walzer-Soubretten Frl. Marga Roika und Anny Strauß. Die Leitungen der jungen Damen ernteten überall stürmischen Beifall. Wies düchere ist durch Inserat bekannt gegeben. • • Früher Winter! Nun ist das Thermometer schon die zweite Nacht unter Null gesunken, und zwar nicht nur bei uns in Gießen, sondern, uns vorliegenden Berichten zufolge, wohl in ganz Oberhessen. In der Stadt sieht man morgens alles bereift, und draußen auf den Feldern tragen die Wassergräben dickes Eis. In den Gärten sind Gemüse vielfach erfroren. Kranichscharen sieht man nach dem Süden ziehen. W. Krofdorf, 18. Okt. Unser seit einem Fahr erst bestehender Schützenverein beging am Sonntag sein diesjähriges A b f ch i e ß e n, welches sehr animiert verlief. Buchdrucker Leib erzielte in 10 Schüssen als bester Schütze 108 Ringe. Am Sonntag, den 1. 9iovember, begeht der Verein sein erstes Stiftungsfest mit einer Wendunterhaltung, dem sich ein Ball anschtießen wird. B. Darmstadt, 20. Okt. Fürst DoIg orucki, Generaladjutant des Kaisers von Rußland, ist heute mittag aus Italien hier roieoer eingetroffen und im Hotel „Zur Traube" abgestiegen. — Eines plötzlichen Todes, infolge Schlaganfalles auf der Straße, starb heute vormittag Dc. Zipperec, Chemiker in dem hiesigen Welthause Dierk. Der Verblichene erfreute sich allgemein der größten Hochachtung. Roxheim, 18. Okt. Ein schweres Verbrechen ist vergangene Nacht in unserem Orte verübt worden. Anläßlich eines Streites, den sie mit dem vermutlich in später Abendstunde betrunken nach Hause zurückgekehrten Ehemann und Vater, dem Taglöhner Graber, führten, haben die Ehefrau und der etwa 18 Jahre alte Sohn den Gatten und Vater überwältigt und totgeschlagen. Dem Graber, einem etwa 50 Jahre alten, dem Trünke ergebenen Manne, der seiner Familie vielfach zur Last gefallen ist und ihr häufig schweren Kummer bereitet hat, sollen von Frau und eol)n furchtbare Hielwecletzungen am Kopfe beigebracht worden sein. Der Untersuchungsrichter des Frankenthaler Landgerichts war mit dem Gerichtsarzt heute nachmittag zur Besichtigung des Leichnams hier anwesend. (Worms. Ztg.) Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Erhängt hat sich^ well er nicht zurrt Militär einrüden wollte, der Büsfetier des ,Lwtels Metropole in Wiesbaden. Er hatte bereits einen Koffer nach der Kaserne bringen lassen, soll aber durch die letzten Gerichtsverhandlungen über Soldatenmißhaudlungen derart eingeschüchtert gewesen sein, daß er statt in die Kaferne- auf ftm^immer^ging^^h, sich brhch^^^ tzm urreytticher Reicher. d. Mainz, 20. Oktober. Gesterrr und heute spielte sich vor der Strafkammer ein Prozeß gegen einen Fabrikanten ab, der über ein Vermögen von mehreren Hunderttausenden Mark verfügt, aber aus reiner Habgier sich l’A Jahre lang Unters ch l a g u n g e n nub Diebstähle kleiner Beträge hat zu schulden kommen lassen. Der Ängeschuldigte ist der 56 Jahre alte frühere Bäckermeister Wilheun Fendt aus Hungen, ftüher hier, jetzt in Wiesbaden wohnhaft. Ter Angejchukdigte, der in &eäbabeuxeine Konditorei betreibt und in Koblenz an einem Fabrikunternehrnen beteiligt ist, hatte jahrelang hier eine renommierte Bäckerei und Konditorei. 1901 verkaufte er Haus mit Geschäft für 152 000 Mk. an einen Bäa er meister. Dem Käufer wollte er nun aus „purer Gefälligkeit", bis die Kunden au ben neuen ^m/uuer geivvijni seren, Des sorgens zur Harw gehen, den Austrägern die Brötchen vorzählen und die Gelder entgegennehmen. Dieses Angebot wurde gern akzeptiert, und der Angeschuldigte waltete im Geschäfte wie zurzeit als das Geschäft sein eigenes war. Auf einmal sollte einem jugendlichen Austräger wegen Rückstcurdes von der Ver- l.'äuferin 2 Mk. vom Lohn abgezogen werden. Der Junge Protestierte gegen diesen Abzug und erklärte, Fendt nehmejades Morgens auchGeld aus der Kasse undsteckeesinseineWe st entasche. Die Verkäuferin berichtete dem neuen Inhaber dieses Vorkommnis, und nun wurde Fendt in seinem Tun beobachtet. Es stellte sich heraus, daß der Angeklagte bei den Abrechnungen mit den Austrägern das kleine Geld in die Kasse warf, dagegen 1- u n d 2 - M a r k st ü ck e z w i sch e n d e n F i n g e r n behielt und doch Quittungen dabei schrieb. Auch wurde festgestellt, daß der Angeklagte Geld aus der Kass e stahl. Als ihm sein schmutziges Verhalten vorgehalten wurde, gestand er schließlich seine Taten ein und entschädigte den Bäckermeister mit einem Schuldschein über 400 Mk. Der Angeklagte bat hierauf den Käufer seines Hauses, daß er noch einige Zeit bei ihm morgens tätig sein dürfe, weil sein Wegbleiben chn nach außen sonst kompromittieren würde. Der Bäckermeister war damit einverstanden, jedoch beobachteten er und seine Frau den Angeklagten. Einige . Tage blieb der Angeklagte ehrlich, dann aber sing er wieder an, die Gelder in seine Tasche zu stecken. Nun mußte er aus dem Geschäfte; damit keine Anzeige wegen chn erstattet werde, erhielt der Geschädigte Schuldscheine über 500 und 600 Mk. In einer hiesigen Zeitung wurde kurz über die Unterschlagungen und Diebstähle des reichen Mannes berichtet, worauf von der Staatsanwaltschaft Untersuchjung eingeleitet wurde, die die Richtigkeit der Sache ergab. Nach langer Beweisaufnahme, in der die Unterschlag nngen und Diebstähle sestgestellt wurden, wurden 5 Sachverständige über den Geisteszustand des Angeklagten vernommen und zwar 3, die von der Verteidigung (die Herren Dr. Herzog, Direktor Sioli-Frankfurt und Pros. Thomsen-Bonn) bestellt und 2 (die Herren Kreisarzt Medizinalrat Dr. Balser und Oberarzt Dr. Dannemann- Gießen), die vom Gericht gelad en waren. Der Angeklagte befand sich sechs Wochen in der psychiatrischen Klinik zu Gießen, um aus seinen Geisteszustand geprüft zu werden. Dr. Herzog hatte den Angeklagten kurz vor seiner Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter, am 29. Januar 1902, in seiner Wohnung besucht. Es sei ihm gleich das schweigsame Wesen des Angeklagten aufgefallen. Auf seine Fragen, warum er so verstimmt und unglücklich sei, habe er ihm geantwortet, sein Vermögen sei aus seinem Kassenschrank verschwunden, die Gläubiger stünden vor der Türe und den Fenstern rc., er wolle verhungern. In der Familie habe der Angeklagte als geistesschwach gegolten. Ter Angeklagte sei in einem melancholischen Zustand gewesen, der heute noch bestehe und zurzeit der Begehung der Taten bestanden habe. Er hält den Angeklagten für verhandlungssähig, aber für unzurechnungsfähig. Dr. Balser ist nicht der Ansicht des Vorredners, es könne nicht davon gesprochen werden, daß der Angeklagte seine Taten unter der Verarmungsidee verübt habe. Auch läge keine typische Melancholie vor. Er halte den Llngeklagten für die Zeit der Begehung der Taten für zurechnungsfähig. Dr. Dannemann hat den Angeklagten 6 Wochen in der psychiatrischen Klinik in Gießen beobachtet. Erst nachdem die Taten entdeckt und an gezeigt waren, kam der Angeklagte, was begreiflich sei, in schwere Affektzustände. Die &obaä)t* ung in der Klinik habe keinerlei Zeichen dafür gegeben, daß bei dem Angeklagten seniler Schwachsinn vor- handen sei. Bei der Planmäßigkeit der Ausführungen seiner Unterschlagungen und Diebstähle könne von Unzurechnungsfähigkeit keine Rede sein. Rätselhaft sei nur, daß der Angeklagte, als er beim ersten Male entdeckt, sich nochmals vergangen habe. — Direktor Dr. Sioli von der städtischen Irrenanstalt in Frankfurt hat den Angeklagten am 14. Oktober in Wiesbaden besucht und untersucht. Er hält den Angeklagten für nicht verhandlungsfähig. Als .Arzt halte er es für graus am, -eineit Mann in diesem Zustande vor Gericht zu stellen. Die Verarmungsidee bestehe jetzt noch bei dem Angeklagten, der Verblödungsprozeß bestände noch immer bei dem Manne. Es sei eine ganz merkwürdige Sache, wenn ein Manu, der über ein Vermögen von 300000 Mark verfüge, sich jeden Morgen 1 oder 2 Mk. aneigne, da liege geistiger Schwachsinn vor, der ihn unzurechnungsfähig im Sinne des Gesetzes mache. Professor Thomsen-Bonn gab sein Gutachten dahin ab, daß der Angeklagte vom 21. Januar ab bis zu seiner Einlieferung in die Klinik zu Gießen geisteskrank war. Es sei dies die Fortentwickelung einer Krankheit gewesen, die schon vorher bestanden habe. Er glaubt, daß der Angeklagte bei Verübung seiner Straftaten, nicht als geistig gesund betrachtet werden könne. Oberstaatsanwalt Dr. Schmidt ist nach reiflicher Erwägung zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Angeklate schuldig und zu bestrafen sei. Zurzeit der Taten sei oer Angeklagte vollständig zurechnungsfähig gewesen und mithin strafrechtlich verantwortlich Das Mono Der Unters cytagungen unD Drevsmyle sei reine Habgier. In den sieben Vierteljahren habe der Angeklagte häufig Geld beiseite geschafft, an einem Tage oft mehrere Beträge. Wenn man nur 1 Mk. pro Tag annehme, so ergebe dies für die Zeit 700 Mk. Für einen reichen Mann sei dies zwar ein geringer Betrag, allein es sei w. erwägen, daß der reiche Mann auch zu kleinen Beträgen greise, um sich Taschengeld zu verschaffen, wenn ihm das anderweitig verweigert werde. Auch habe der Angeklagte Griffe in die Kasse getan, wenn man dafür täglich 2 Mk. in Anschlag bringe, so erhöhe sich der unterschlagene und gestohlene Betrag ganz erheblich. Auch läge das Vergehen der Untreue vor, da der Angeklagte als Bevollmächtigter des Bäckermeisters zweifellos anzusehen sei. Mit aller Entschiedenheit müsse sich oas Gericht dahin aussprechen, daß der Angeklagte zurechnungsfähig war, und dann müsse, trotz der entgegenstehenden Gutachten der von der Verteidigung herbeigebrackiten Sachverständigen, Verurteilung eintreten. Ein Freispruch würde in diesem Falle einer Klassenjustiz sehr nahe kommen. Er beantrage sieben Monate Gefängnis und 4000 Mk. Geldstrafe. Die Verteidiger, Dr. Hakerling und Dr. Lichten, plädierten in mehrstündigen Ausführungen auf Freisprechung, da der Angeklagte, nach dem Gutachten dreier Sachverständiger, unzurechnungsfähig im Sinne des Gesetzes feu Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu drei Monaten Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe. In den Urteilsgründen wurde gesagt, daß der Angeklagte bei den Abrechnungen mit den Austrägern einen Teil der Gelder pnd zwar die größten Geldstücke verschwinden ließ, und nur bas kleinere Geld in die Kasse legte. Auch! stehe fest, daß er aus der Kasse Geld gestohlen habe. In idealer Konkurrenz mit der Unterschlagung läge Untreue vor, da der Angeklagte als Bevollmächtigter des Bäckermeisters an- zusehen sei. Die Diebstähle,in welcher Höhe sei nicht ermittelt, seien fortgesetzt verübt woroen. Daß der Angeklagte bei Ausübung der Straftaten zurechnungsfähig gewesen sei, beweise das große Raffinement, wie der Angeklagte fror gegangen sei. Das Gericht hält die Gutachten Der Sachverstandigen Dr. Dannemann unb Dr. Balser für zutreffend und deshalb habe Verurteilung eintreten müssen. Mildernd könne nur in Betracht kommen, daß der Angeklagte nicht vollständig normal sei. Dermijdyte»* * Aus den Bergen. Vier Touristen, die einen Aufstieg aus den Großglockner unternahmen, mußten in eine Schutzhütte flüchten, da sie von einem Schnee sturm überrascht wurden. Als fie sich auf der Rückkehr befanden, erneuerte sich der Sturm mit doppelter Gewalt und die Temperatur sank auf 19 Grad Kälte. In furchtbarem Zustande langten die Touristen im Tale an. Der eine hatte sich den linken Arm und den linken Fuß, ein anderer beide Unterarme erfroren. — Der slowenische SchriftstellerHavlas, ein passionierter Tourist, geriet bei der Besteigung des Kri- van (Hohetatra) mit einem Fuße in ein Bären-Fang- eisen. In dieser Situation mußte er 24 Stunden ausharren, bis er von einem Förster befreit wurde. Er hatte solche Verletzungen erlitten, daß ihm ein Fuß amputiert werden mußte. — Frostwetter und Schneefall dauern im Laibacher Gebiet an. Der Schnee liegt bis in die Täler herab. — In dem Biharer Gebirge (Ungarn) herrscht gleichfalls heftiges Schneetreiben und strenge Kälte. v Gerichtssaal. ' b. Gießen, 20. Okt. Strafkammersitzung. Der Landwirt K. G. von Grünberg wurde wegen leichter Körperverletzung feines Dienstmädchens mit' 3 Dck. Geldstrafe vom Schöffengericht Grünberg bestraft. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wird heute verworfen. — Hierüber erbost, läßt sich der Angeklagte noch eine grobe Ungebühr vor Gericht zu Schulden kommen und erhält hierfür eine Geldstrafe von 25 Mk. — Die Witwe 3)1 M. von Heldenbergen war angeklagt, für die Steuerjahre 1898/99, 1899/1900, 1900/01 und 1901/02 die erforderlichen Einkommensteuererklärungen absichtlich mrterlassen und die ihr spater zwecks Steuerveranlagung amtlich vorgelegten Fragen Über ihre Einkommenverhältnisse wissentlich unrichtig beantwortet zu haben. Das Schöffengericht Friedberg erblickte in dem Verhalten der Angeklagten nur eine fahrlässige Umerlassung der Steuerdeklaration ruid verurteilte sie zu einer Geldstrafe von 80 3JIL Hiergegen legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, und so beschäftigte diese Strafsache heute die Strafkammer mehrere Stunden. Die Angeklagte, die ein Geschäft mit ungefähr 40000 Mk. Jahresumsatz betrieben hatte, gibt auch heute an, nicht gewußt zu haben, daß ein 2600 Mark übersteigendes Einkommen anzeigepflichtig sei. Das Gericht hielt aber auf Grund der eingehenden Beweisaufnahme die Behauptuiigen der Anklage für vollständig erbracht und verurteilte die Angeklagte, die . stall eines Einkommens von 5492 Mk., wie es heute feftgestellt wird, ein erheblich niedrigeres versteuerte, wegen wissentlicher Unterlassung der Steuerdeklaration zu einer Geldstrafe von 1625.60 Mk. Das Verfahren wegen der Unterlaffung der Steuererklärung für das Steuerjahr 1898/99 wird wegen Verjährung eingestellt. — Die Berufung der A. G. in Bruchenbrücken gegen das sie zu 10 Mk. Geldstrafe wegen Beleidigung des A. B. in Buchenbrücken verurteilende Erkenntnis des Schöffengerichts Friedberg wird kostenpflichtig verworfen. Berlin, 20.JD11. Der Wu cherprozeß gegen Rosen stiel und Gen. ist heute auf unbestimmte Zeit vertagt worden, da weitere Zeugen, darunter solche aus Amerika geladen-werden sollen. Handel und Uerkehr. Uolkswirlschafl. KohleuPreiSrechuung. Wir haben gestern erst darauf hin, gewiesen, wie sehr die Kohlenaktien in neuester Zeit an der Börse m die Höhe getrieben werden, u. a. auch, weil fortgesetzt Gerüchte von einer Kohlenverteuerung umgehen. Gleich nachdem der Svndikatsvertrag abgeschlossen war, hieß es, die Kohlenpreise würden hinaufgesetzt. Dies wurde dann wieder dementiert, später aber doch gemeldet, daß vom 1. Oktober ab die Preise für einige Kohlensortcn erhöht seien; Jndustriekohlen seien aber nicht betroffen. Also sind Hausbrandkohlen gemeint. Es wäre sehr ungerechtfertigt, wenn die Kohlenpreise in dieser Richtung in die Höhe getrieben würden, damit in erster Linie die Spekulanten und dann auch die Aktionäre daraus Nutzen ziehen könnten; die Hausbrandkohlen stud gerade teuer genug. w. Gießen, 20. Okt. (Viehmarktbericht.) Auf dem heutigen Viehmarkt standen 1000 Stück Mllchkühe und Fellvieh, sowie 250 Kälber zum Verkauf. Der Handel war überaus floll, obschon außer der Kundschaft aus der Provinz nur Käufer vom Rhein- und Maingau, darunter besonders stark Reflektanten von Wiesbaden und Frankfurt a. M. am Markt waren. Schon der Vormarkt in Milchvieh war überaus gut; die so sehr geschätzte schwarzbunte Ware war wieder am Montag schon abgesetzt. Die Preise für Milchvieh waren infolge des reichlich vorhandenen Futters recht hoch, besonders waren schwere Kühe sehr gesucht; es wurden Dafür außergewöhnliche Preise angelegt. Die Fettviehpreise hielten sich in der alten, guten Höhe. Em Posten junger Mast- stiere, der am Markt war, wurde zu annehmbaren Preisen für Oberhessen angekauft und zwar für Güter, welche mit Brennereibetrieb versehen sind. Der Kälbermarkt wurde durch die Konkurrenz, die zrvischen Frankfurt und Wiesbaden beim Einkauf sich abspielte, ein ganz ausgezeichneter für die Vorläufer, welche be- fonders für bessere Ware jeden Preis erhielten, den sie forderten. Die Nachfrage nach Kälbern war so groß, daß ein doppelt so großer Vorrat zu normalen Preisen hätte untergebracht werden können. Es wurde gehandelt das Stiick Kühe frisch melkend und tragend, besonders schwere Tiere 500—550 Alk., 1. Sorte 450—500 Mk., 2. Sorte 380—420 Mk., 3. Sorte 275—355 Mk. Fette Rinder gingen pro Zentner Schlachtgewicht fort: 1. Qualität 70—72 Mk., 2. Qualität 65—67 Mk. Maststiere wurden verkauft das Stück 270—300 Mk., gleich 35 Mk. per Zentner Lebendgewicht. Die Preise für Kälber stellten sich pro Zentner Schlachtgewicht: Schwere Ware 76—80 Mk., mittlere Tiere 65—70 Mk., leichtere Kälber 58—62 Mk., Der Markt wurde bis auf einen Vorrat älterer ö^^la^^t- kühe, für welche keine Käufer da waren, sehr bald geräumt. Arbeiterbewegung. W ächt er s b a ch, 20. Okt. In der fürstl. Pfenburg'scheh Steingutfabrik zu Schlierbach ist ein Streik der Por- zellanarbeller ausgebrocheii. Etwas über 200 Arbeiter haben die Arheit niedergelegt, ca. 175 Arbeiter arbeiten weiter. 72 Formv- hallen bereits am 26 September ihr Arbeitsverhältnis gelöst. Briefkasten. „Eine Abonnentin." Sie haben recht. Die Einsenderin des gestrigen Artikels zum Falle Dipp old ist die Verfasserin der lehrreichen und verständigen kleinen Schrift »Die geschlechtliche Aufklärung in Schule und Haus", der wir größte Verbrellung in allen Schichten der Gesellschaft wünschen. Neueste Mewuugeu. Königsberg l Pr., 21. Okt. Wie ans All en st ei n berichtet wird, wurde der-Bankier und Brauereibesitzer Otto- mar Dromtra auf der Treibjagd erschossen. Kopenhagen, 21. Okt. Eine Bauersfrau in Elsted ermordete ihre drei schlafenden Kinder im Alter bis zu 5 Jahren, indem sie ihnen mit einem Brotmesser den Hals Durchschnitt. Die Frau war bereits früher einmal geisteskrank. Brüssel, 21. Okt. Unterrichtete Kreise bestätigen den vollen Mißerfolg der Wiener Reise König Leopolds. Die Beziehungen zwischen den beiden Höfen bleiben ebenso kühl wie zuvor. Wien, 21. Okt. Das „Neue Wiener Journ." veröffentlicht die Namensliste derjenigen serbischen Offiziere, welche sich für den Königsmord bezahlen ließen. Nach dieser Liste erhielt Oberstleutnant Naumowitsch, welcher in der Mordnacht getötet wurde, 48000 Francs, Oberst Maschin 30000, OberstleutnantNikitsch 24 000, der frühere Kriegsminister Zolarewitsch 24 000, der Hauptmann K'ottic ,24000, Hauptmann Zivowic 12 000. Die übrigen Offiziere wurden mit 2 bis 5000 Francs abgefertigt. Außerdem erhielt Avakumowitsch 50000 Francs. Die jamtsumme beläuft sich auf 300 000 Francs. New York, 21. Okt. Der Millionär Mackay ist gestorben. Er hinterläßt ein Vermögen von 25 Mill. Dollars, welches er der Harvard-Universität ver- rnacht hat. Telephonischer Kursbericht. w/o Reichs anleihe . . 101.60 3n/o do. . . . 90.35 3V,% Konsole . . . . 10L85 30/q do 90.15 3j/2% Hessen .... 100.25 Oberhessen . . . 100.20 4% Oesterr. Goldrente . . 101.75 41l5% Oesterr. Öilberrente 100.95 4% Ungar. Goldrenie, . . 99.80 4% Italien. Rente . . . 103.55 41/3% Portugiesen . . . 52.70 1% Portugiesen. .... 32.15 1% C. Türken .... 37.25 Türkenlose 137.80 4% Grieoh. MonopoL-Anl. 44.20 41/2% äussere Argentiner 41.20 3% Mexikaner .... 27.25 41/a')/o Chinesen .... 91.80 Electric. Schuckert ... 105.00 Nordd. Lloyd . . . . 103 00 Kreditaktien .... 208.10 Diskonto-Kommandit. . . 191.60 Darmstädter Bank . . . 141.20 Dresdener Bank .... 151.50 Berliner Handelsges. . . 158.30 Oesterr. Staatebahn . . . 141.70 Lombarden .... 16.10 Gotthartibahn .... 190.00 Laurahübte ..... 240.00 Bochum ...... 191.70 Harpener 200.30 Tendenz: fest. Ang. Manus Nachfolger Inh.: R. & M. Imbeuser Damen- und Herren-Modewaren Giessen Marktplatz 9—10. Marktplatz 9—10. Fernsprecher 356. Dame: and Kinder-Paletots sind, wieder eine grosse Anzahl 7928 hervorragende Neuheiten eingetroffen. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen varteustratze 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis Hal die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten nitb Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 biö 6 Uhr geöffnet. ES können eingestellt werden: 7923 3 Pferdeknechte, 1 landwirtschaftlicher Arbeiter, 2 Spengler, 1 Installateur, 1 Schlosser, 1 Schmied, 2 Schrcmer, 2 Küfer, 1 Bäcker, 1 Brödchenträgerin, 1 Schneider, 10 Erdarbeiter, 2 Haus- bnrschen, 1 Kutscher, 1 Köchin, 30 Dienstmädchen gegen hoheri Lohn für hier und auswärts, 1 Stütze der Hausfrau, 2 Kindermädchen für nachmittags, 8 Lauffrauen, 4 Lausmädchen, 2 Waschfrauen. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Bäcker, 1 Schneider. Es suchen Arbeit: 2 Knechte, 1 Taglöhner, 1 Schlosser, 1 Schmied, 2 Buchbinder, 6 Schreiner, 1 Küfer, 1 Holzdreher, 1 Wagner, 1 Schuhmacher, 1 Bäcker, 2 Büglerinnen, 1 Flickerin, 1 Friseur, 2 Installateure, 2 Spengler, 2 Heizer, 2 Hausburfchen, 2 Kutscher, 2 Dienstmädchen, 1 Bureaugehilfe, 1 Kranken- bezm. Wochenpstegerin (auch nach aufwärts). Lehrlinge: 1 Kaufmann. OdlgemäldS'V erkauf Durch besondere Kaufgel§genheit war es mir geboten, IMeisterweräxe der ßelmalerei jetzt lebender Künstler zu eriverben und fcmn diese zu erstaunlich billigen Preisen verkaufen, darunter Gemälde von Prof. <£eou F»aulr»s in Stockholm, Prof. Fk. Nousart in Paris, Prof. A. Aermatlt in Rom, Prof. K. chautier. Hich, H. Stojanow, A. Z»apulcheL in Wien. — Bitte um geneigte Besichtigung. Ausstelluugslokal im Haufe des Herrn Dr. Eaesar, frühere Hirsch--lpotheke, Marktplatz. Ergebenst 7918 Carl Leib sen.9 Maler und Kunsthändler. fnbaber des Ehrendiploms der Münchener Kunstausstellung 1886. Restauration Herbert. Morgen, Donnerstag: 7919 rNetzelfuppe. Bormittags Wellfleisch mit Kraut. Versteigerung. Douucrstag den 22. d. MtS., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Marktplatz 20, zum Adler 1. Möbel aller Art, 2. eine Ladeneinrichtung und Kurzwaren, 05232 3. em großer Posten Schuhwaren u. v. andere gegen bar versteigert werden. Seipel, Gerichtsvollzieher. Gänsebrust Gänseschmalz Gänseleberwurst frisch eingctroffen. 7924 L. Steinhäuser ______Neueubäue 17.______ la. Hamelßeislh empfiehlt Julius Rosenbaum, 05235_________Telephon 319. M fflfironcn 7821|bei Emil Fischbach. Brumataleim bester Frostspannerleim Pergamentpapierftreisen Bindfaden, Pinsel. Adler-Drogerie, Selterswcg 39 ______Otto Schaaf. 7771 Krautfässer 7645 Nrautständer Nraurtöpfe Krauthobel emp stehlt Wilh. Kohlermann Neustadt 12. ?.it iwrluütfcn MWm-Leckus Die bei Großen-Buseck Station der Cberb. Eisenbahn gelegene Leppermühle (Getreidemühle mit 2 Mahlgängen, Kundenmüllerei) nebst großen, massiv erbauten Lekonomiegebäuden, 50 Morgen Acker und 20 Morgen Wiesen, Gärten und Obstbaumanlagen, soll wegen eingetrenen Sterbesälles verkauft werden. Tas Gelände ist zum großen Teile bei der Mühle gelegen und von besterOualität. Kausliebhaber wollen sich alsbald an den unterzeichneten Vormund der minderjährigen Kinder wenden, welcher zu jeder Zeit bereit ist, nähere Auskunft zu erteilen. Das Anwesen kann auf Wunsch ailch mit allem Inventar abgegeben iverdeii. 7808 Großen-Buseck, 16.Oktoberl9O3. __Aut ott Hub er._______ ^auS mit Nebenhaus, Hof, ca. V 2400 qm groß, inmitten der Stadt gelegen, zu jedem Betriebe pass., xtt verkaufen. Nah. durch H. Mallach, BiSmarckstr.14. Zimmerspäne werden wagenweiie geliefert. Näh. Wolfstraße 10. 7757 Hotel-Verkauf. Em das ganze Jahr stottgehen-, des gut bekanntes il empfohlenes Hotel soll w. Uebernahme eines anderen Geschäftes mit Inventar verkauft werden. Bei einem nad)- weislichen Vermögen v. 20—25000 Mk. kann die Uebernahme sofort stattfinden. Näheres auf Anfrage unter D. 1361 durch Haafenstetn & Aogker. A.-H., G,slck. 7914 05211] Sofas, Tische, Schränke und Stühle z. verk. Südanlage 7. Cfcn bester Geschäftslage ist ein -V Hans mit großem Laden, zu jedem Geschäft passend, sofort zu verkaufen. Näh. durch [05224 H. Wallach, Bismarckstr. 14. ^irftnnri 8U verkaufen [05195 LMMtj Lindenplatz 4, ^KMUWW Seiles Luackum Buchelu, fernerCschen-,Ahorn-, Hainbuchen-, Linden- und Alazieusame« kaufen stets [7473 Ferd. Bang 4L Sohu, Samenhandlung il Klenganstalten Marburg a. d. Luhu.__ 5Ö Malter auserlesene Kartoffeln Magnum bonnnL zu kaufen gesucht. Offert, unt. 05187 an d. Exped. 05234] Kleiner, gebr. Ofen zu kaufen gesucht. Neuenbäue 5. ES werden ein Paar noch gute ArbkitsPsttök zu kaufen gesucht. Offerten mit Preis, genauer Beschreibung, Rasse und Alter unter Nr. 05233 an die Exped. d. Bl. erbeten. Bit vermieten 05212] Kleine billige Wohnung zu vermieten Stemstraße 23. 05213] 3-Zimmer-Wohnuug zu vermieten Asterweg 16. 7292] Tie durch den Wegzug des Herrn Pfarrer Scheunemann leer gewordene Wnung, McestrÄ 12, unterer Stock, 8 Zimmer mit all. Zubehör, ist sofort anderweitig zu vermieten. Anfragen wolle man richten an Herrn Pfarrer Euler, Alicestraße 13, oder an den Besitzer des Hauses, Herrn Adami, Südanlage 19._______ Die Parterre-Wohnung meines Hauses, Gutenberg» ftraße 30, ist zum 1. April 1904 evtl. 1. März zu ver- mieteu. [7343] Mylius. Logis, 3, 4 u. 5 Ammer mit Zubehör zu vermieten. 142 L. Huhu, Bleichstraße 16. 6285) In der früher Schüler- scheu Besttzung ist der 2. Stock nebst Zubehör per sofort zu vermieten. Näheres bet der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15. 28731 Eine 4-Zimmerwohnung liebst Zubehör mt_ 2. Stock per osort zu verrli. Steinstr. 67, II. ÜWjiuinfl z» ntmitten. Ditrck) die Versetzung des Herrn Oberstabsarztes Dr. Sck)rade ist desseii seitherige, im dritten Stock gelegene Wohnung (Neuenweg 39 gegenüber dem Schüler'sch en Garten), besteherid aus 7 Zimmern uni) sänitlichem Zubehör, sowie Badeeinrld)lulig, per sofort oder päter zu veruileten. 3520]_______Ehr. Inderthal. 3682] 5-Zimmcrwohuuug per oiorl zu uermieien. Bleichslr. 33, II. Näh. Bruchstr. 4. 3855] Im 9teubau Bismarck- straße 40 sind Parterre u. Beletage, je 5 Zimnier, Badez., 2 Kammern, schöiiem Boderiraum und allem Zubehör per sofort zu vermieten. Ehr. Schmidt, Löberstr. 10, I. Klein-Linden.6168 2 schölte 4-Zimmer-Wohnungeri mit abgejchl. Korridor u. Zubeh. per sofort oder später zu vermieten. Näh. bei Sritz Krüger, Zur Deutschen Eiche, Kl.-Litidert. 6691] Tiefenwcg 9 ist in der Atatisarde ein ZmmieL mit Kabinett zu vertnieten. Näheres bei der Bürgermeisterei, Zimm. Nr.15 6874] Stcphaustr. 43 ist der 3.Stock, bestehend aus 5 Zimmerrl mit Zubehör sofort zu vermieten. Fink, Welßbindermeister. 7062] 2-Zlmniei-w. m. Zubeh. zu vertu.Grünbergerslr. 43. 7166] 2-Zimmer-Wohuung im Hinterhaus zu vermtelett. Emil Lotz, Kirchettplatz. Ecke Brattdplatz u. Landgrafen- straße (Neubau), ist noch eine schotte 3-Zimmerwohnung sogleich zu vermteieit. Daselbst siltd auch noch ztvei Mansardenwohnungen mit je 3Zintmern, abgeschlossertem Korridor zu vermietett. [7242 Birkeustock & Schneider. Moltkestraße 26. 6-Ztmmer- wohntmg ztl vermieten. [7262 7435] Mansardenwohnung, drei schöne grade 3immer mit Küche und Zubehör, daselbst sehr schölte, der Neuzeit entsprechend ctnge- richtete Fünf - Zunmerwohnung mit allem Zubehör, per sofort oder später zu vermieten. Louis Lotz, Bahnhosstr. 22. 7613] Kleines Logis mit Zubehör und Gartenland zu ver- miejeii__________Riegelpfad 30. _ 7743] Kleine Wohnung zu ver- mieten. Marburgerstraße 29. 7793] 2 Zimmer mit allem Zubehör zu verm. Schottstr. 11. 05165] Eine große und kleine Stube an einzelne Person zu vermieten_______Sandgasse 19. 05131] Zwei Zimmer' m. Küche zu vermieten. Südanlage 7. Zwei 2-Zimmerwohmmgen an ruhige Leute zu vermteten. 05075________Seltersweg 8. 3884] Mansarden-Logis, drei Ztmnter und Küche, Wasserleitung und Zubehör per sofort zu verm. L. Feidel, Sonnenstraße. 4228) 5 Zimmer mit Bad, Veranda, Gartenanteil, im Parterre oder 1. Stock, mit allem Zubehör sogleich zu verm. Stephanstr. 11. Südanlage 23 elegante 5 —6- Zimmerwohnung mit Zubehör, Bleichpll, Gas und elektr. Licht, ist per sofort ander- weitig zu vermieten._______(5224 5352] Wohnung v. 2 Zimmern mit Küche, abaeschloffenem Vorplatz und Wasserleitung im Hinterhaus zu vermieten. Christ. Reiber, Bahnhofstr. 63. 6376] Nordaulage 1 schöne 2-Zimmerwohnung, Küche u. Zubehör, per sofort zu vermieten. _________Liebmann Bär. Bleichftratze 6 elegante große Wohnung mit all. Zubehör u. Garten zu vermieten. Näheres Bleichstraße 4._______ 7498] Für Beamt., Geschästäreis., Privatrn. ist e. sehr sch. b-Z.-W. m. a. Zub. alsb. z. v. Bahnhofstr. 59. 7488] 3-Zimmerwohnq., Mans., mit abgeschlossenem Korridor sof. zu vermieten Bahnhofstraße 58. Watttorstratze 73 [7520 modernste 5-Zimmer - Wohnung mit allem Zubehör zu vermietett. 7671] Eine 3-Ztmmerwohnung zu vermieten. Wolkengasse 11. 05101] Kleine Wohnung zu ver- mieten. Tiefenweg 18. 05178) Äroße 3- auch 2-Ztmmer- wohltung, 3. St., mit Zub. sof. zu verm. Näh. Neustadt 14, park. 7810] SUeine Wohnung an ruhige Leute zu verm. Neuen Bäue 6. 7519] Neustadt 15 schöne 3-Zimmer-Wohltung mit Küche und allem Zubehör sofort zu ver- mieten.____________ 7394) ^ch-iie Otanfar-emvo^n. zu vermieten. Bruchstraße 12. 7365] Schöne 4-Zlmmerlvoh- nung im Nebenhaus sofort oder später zu verm. Lttdlvigstr. 14. 6721] Kleine Wohnung per sofort zu vermieten. ___________Ludwigstrafrc 57. 05214] Schön möbl. Zimmer ztt vermieten Asterweg 16. 05210] Möbl. Zim. z. v. Preis 18 Alk. Grünbergerslr. 13, Nbh. 05215] Möbliertes Ztmtner zu vertttieten Wetzsteittstraße 40, pt. 05216] Schön möbl. Zimmer zu vertttteten Stephattstr. 15, II. 05217] Schön möbl. Zimmer sowie unmöbl. Atanjardenzimmer zu vertnieten Brattdgasse 3, I. 7909] 2 gut möbl. Ztnu z. v., sr. Lage, nabe der Aula. Schifsen- bergerweg 16, pt. tt. 2. St., Neub. 052221 Schott mbl. gr. Ztm. mit Schreibtisch z. v. Bahtthoiilr. 5, II. 05219] Ruhiges, möbl. Ztm. tu schön. Lage z. v. Withelmstr.lQ,IV. 05220] Ludwigsplatz 4, III, 2 gut möbl. Zitnnier zu verm. 7920] Schön möbl. Zimmer zu vcrmieten Kirchenplatz 9. 05229] Ems. möbl. Ztm. sof. z. v. Hofmannstr. 14, p., Ecke Franksslr. Fein möbl. Zimmer zu vermieten Alarktplatz 2. [05228 05227] Schön möbl. Zim. nrit Sekretär z. v. Bahnhosstr. 23, I. 05223] Schott möbl. Ztmtner zu vermieten Lttdwtgstr. 40, pt. 05197] Schön möbl. Zimmer zu vermieten. Asterweg 2. ^t»öbliertes Zimmer zu verm. Frattkfurtetllr. 43, ILI. ui;bbliei-te3 Ztmtner zu verm. Bleichstraße 12, H. pt. '»t.'öbliertes Zttnttter zu verttt. 05192 Bleichstraße 13, III. ,|l. bl. Schlaf-u.Wohttzittt.z.vrm. f. 25 Dammstr. 29. 05182 Äcf)ön möbl. Zinttner zu vertu. Ludtvigstr. 28, mittl. St. 05180) Schön ntÖbL Wohn- unb Schlasz. zu v. Lttdtvtgslraße 36. 05173) Ein schönes, möbliertes Zimmer billig zu vermieten. ________Asterweg 19, Neubau. 7729] Schön möbl. Zimmer mit ob. ohne Pension zu verni. Fr. Kühne Wtv., Selterstveg 26. 7825] Möbl. Zimmer zu vernt. Grütibergerstr. 31.__ 05166] 2—3 möbl. Zimmer zu verm.____________Diezstr. 6, III. 7754] Schön möbl. Wohn- u. Schlaiz. zu v. Westatilage 25, I. 1 chön Möbl. Zimmer zu verm. 05103] Marktplatz^7, 111. 7741] Gut möbl.Wohn-u.Schlafz. zu vermietett. jlleuenbäue 3. 7733] Möbl. Zimmer mit sep. Eing. zu v.__Weidengasse 1, II, l. 7633] Möbl. Zintmer m. sep. Eing. zu verm. Ostanlage 31, pt. Küdsih «lödl. ZiNmtl mieten 04601 ] Großer Steinweg 3, part. Möbl. Zimmer zu vermieten. 04333_______Selterstveg 12. 7690] Nloblterte Zimmer zu vermieten Bergstraße 17, part. 5439] 1 unmöbliertes Zimmer z^verm. Grünbergerstr. 32. 7345] Möbliertes Zimmer zu vermieten Löwengaße 22, II. 7573] Schön möbl. Zimmer zu vermieten Diezstraße 13. 7655] Möbliertes Zimmer zu vermieten Neuenweg 60. 05136) 2)1501. Zimmer nt. Kab. u.sep. Erng.z. verm. Riegelpfad 22. 6185) 2 schön möbl. Zimmer, mit ober ohne Pension, zu Vermietern_________Neustadt 45. 7439] Möbliertes Zimmer zu vermieten. Löberstraße 13, part. 7565] Fern möbl. Wohn- u. Schlaf- zimm. zu verm. Liebigstr. 47, pt. -Möblierte MtzNng ß zu verm. Frankinrterstr. 36,1 Tr. 7738] Möbl. Zimmer zu ver- mieteu.______Grünbergerslr. 5, I. 7849) 1 oder 2 gut möblierte Zimmer am oberen Seltersweg sofort zu vermieten. Näheres Marktftr, 27, Laden. 05174) Schön m. Zimmer zu ver- niieten. Seltersweg 60, IN, littks. 05170) Sch. m. Wohn- u. Schlasz. mit sep. Eilig. Marktplatz 6, III. 05177) Kl. m.Z. f. 12^u.l groß. zu vertnieten. Neuenbäue 2. 05048 ] 2 schön möbl. Zimmer zu verm. Bismarckstraße 6, III. 05047] Mobll Zimmer mit Pens. zu vertnieten. Bahnhosstr. 2, HI. 7818) Großer Lager - Keller, trocken, sowie ein Zimmer zu vermieten. Wolkengasse 24. (AHerkstatt zu vermietett. 6271 Bahnhofstraße 33. Nl uhuhidjv Ein mbvl. Zimmer, vlähe ber Universität, mit voller Petision, evetttl. auch blos Aiorgettkassee, gesucht. Offerten mit Preisangabe unter W K 7887 an die Ex- pcbition b. Bl. erbeten. At möblitrtes Zimmer tnit Pension sucht Stitbent für sofort. Off. mit Preisang. unter 7910 an die Expebittoit b. Bl. Student sucht ZiME nahe der neuen Älinike«. Oss. mit Preis unter 7897 an die tzxped. d____ 7889) Für zwei Stubettten ein nttmöbtiertcs Zimmer ev. kleineres mit Kabinett gesucht. Offerten unter K. H. M. 41 postl. Frtebberg i. H.__________________ Für älteren Schüler Zimmer mit Pension in achtbarer Familie per sofort gesucht. Cffevten mit Preisangabe unter Nr. 7845 an bte Expeb. b. Bl. Frostfreier Keller zu mieten gesucht. 7885 I. Weisel, Souneustraße 6. Offene Stellen Für eilten von jebev pratt. Hausfrau gerne gekauften vorzügl. Bedarfsartikel suchen wir ftir Gießen und Umgebung einen kräftigen unb rührigen Vertreter. Hoher Verbienst. 7915 Schußler & Walter, Frautfurt a. M. Vertreter gesucht von größerer Blaudruck- fabrik für beitere Detailkmibschaft m Hessen-Nassau unb augrenzenbe Bezirke. Offerten unter Nr. 7913 an bie Expebition d. Bl. erbeten. Tüchtige Bertretcr von einer leistungsfähigen Fabrik bet Lebenstnittelbranche, welche bei ber Kunbschast in Gießen, Wetzlar unb Urngb. gut eingc- führt ist, gesucht. Nur tüchtige, energische Herren wollen sich rnelben. Hoher Prozentsatz. Off. mit Angabe von Referenzen unt. 7916 an bie Expebition b. Bl. Bureaugeinlfe gesucht. Katz, <922 Rechtsanwalt tt. Notar. Durchaus selbstänbiger Monteur für elektrische Anlagen sof. gesucht. Ingenieur R. Fertsch, 7781_____Seltersweg 77._______ LWighseWnö.Mntclltt für elektrische Licht- unb Kraft- Anlagen sucht 7927 __________Max Weitzbäcker. Ztzattkü- Mb WilkclmAt gesucht. 05230 Wiesenstraße 1. Z Tüchtiger Schneider gesucht. ? Gärtner, Liebigstr. 55. Tüchtiger Schäler gesucht. Schäferei Langgöns. 2)telbungen bei Konr. Wilh. Müller. ____________05115 Zigarre»- 7596 und LLickclmacher gesucht Marburgerstratze 35. 7888) Knecht gesucht. Pferdehändler Fessel ____________in Weilburg.______ 05221] Lanffran oder mädcheu gesucht Ludwigstr. 20, III Wnllfirrtll °.ber Laufmädchc» mU||luu für vormitt, gesucht. 05236] Hosmannstraße 4, II« ^uverlässLaufmädchen ob.-Frau Q sof. gesucht. Liebigstr. 33,1. T87S 2 BereiseriNtt für dauernde Befchäftigung gesucht. Rinn & Cloos, 7844_________Heuchelheim.______ 7786] Ein Mädchen tagsüber gesucht. Neustadt 8. füll Ülterts Mlhen oder alleinstehende Frau in kleinen Haushalt gesucht. 05133 Frau Wilh. Noll, Schützetiftr. 5. Ljaufmädchen od. -Frau gesucht. ________Alicestraße 19, part. Ein tüchtiges, reinl. Mädchen für Küche und Haus sofort oder per 1. November gesucht. [7857 __________Frankfurterstraße 53. 7863] Junges Mädchen sofort gesucht Goethestratze 31, H. Gutempfohlener -rattsmaun in dopp. u. einf. Vuchsübrung,solv. all. übr. Kontorarb. bewandert, sucht per bald od. spät. Stollung. Off. »volle man unter 05147 t. d. Exped. d. Bl. gefl. niederlegen. 05207) Junges Hausmädchen wird s-f-rt gesucht. Nah. durch Frau Hüttendergar, Delter^w. 67. Ein gefetztes Fräulein aus Witter Familie, das in allen häuslichen Arbeiten vollständig erfahren ist, sucht eine Stelle als Stütze der Hausfrau. Nähere Auskunft erteilt Ernst tzhallier ftn., Vlenenweg 9. 7721 05146) Aelteres Fräulein sucht Stelle als Haushälterin alsbald od. später. Einerlei ob Stadt od. Land. Näheres durch Frau Hüttenberger, Seltersweg 67. Vevl'ch reden es sPuzk Anzüge zu verleihen bei o716 Wilh. Karnbach, _________Kauzleiberg 9. Junger Kaufmann jucht guten = Privat-Mittagstisch = in besserem Hause im Mittel der Stadl Off. m. Ang. des Preises unt. 05168 an die Exped. d. Bl. 76871 Dame erteilt billigst gründliche» Klavierunterricht. ______Ludwigstraße 59, 111. (jHer erieUt Nachhtlfe-Unter- -W richt in Deulich? Offerten unt. 05183 an die Exped.__ 3UÜ00 Hilf. zweite Hypothek per 1. Jan. 1904 auszuleihen. Näh. durch [5225 H. Wallach, Bismarckstr. 14. 3—5000 Alk. auf gute 2. Hypothek per 1. November d. Js. gesucht. Ortsger. Taxation 20000 Mark, 1. Hypoth. 10000 2)1ark. Gefl. Offerten erbitte unter A. K. 214 au Haaseusteiu L Bögler» A.- G.» Gietzeu.7925 1000 Mark von gutsituiertem, selbständigen Geschäftsmann, rückzahlbar nach 3 unb 6 Monaten gegen 6 pCt. Zinsen bei Sicherheitsleistung zu leihen gesucht. Offert, von Selbst- barleihern erbitte unter W. C. 7926 an bie Expebition b. Bl. 2000011k von tüchtigem, solventem Geschäftsmann gegen vollste Sicherheit unb gute Verzinsung auf einige Jahre gesucht. Vermittler verbeten. Darleiher wollen Offert. unt. 7912 an die Expeb. richten. fier Jahreszeiten Grüubcrgcrstraße. 05231 MU" Nuri Tag! Donnerstag den 22. Oktober große sensationelle Vorstellung der Künstler-Truppe »Famosa". RieseWüWt-Progriimm. ■ Zum ersten Male in Gießen. Anfang abenbs 8 Uhr. Sperrsitz 1 Mk., L Platz 75 Pfg., II. Platz 50 Pfg., Gallerie 30 Pfg. Alles Nähere durch Plakate^ Donnerstag abend int 05218 Perkeo Grosses Freikoozeri Anfang « Uhr. Stadt-Theater Sietzen. Direktion: Sicingoetter. Kreitag den 23. Oktbr. 1903 4. Freitag-Aboiinem.-Vorstellung. 3um zweiten Male! Novität! Novität! Wmstkr Lmkc. Volksstück in 4 Akten von R. Skowronnek u. Leo W. Stern. Sonntag den 25. Oktbr. 1903 3. Sonntag-Abonneni.-Doil'tellg. Ak Nithchjkit. Geschichtliches Traueripiel in 4 Akten von SUbert Lindner. GGGGSGKSL0 Der Stabtauflage unserer heutigen Ausgabe liegt SäiWy ein Prospekt von August FreeS, Hos- unb Unio.- 7921 Buchhandlung, über Reclams Universunr bei.