Nr. 195 ®rf»rint täglt» außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Eichener Zamilien. blätter viermal tu der Woche deigelegt. NotationSdruck u. Verlag der Br ühl'schen Untver^Buch-ußotein- druck ere» (Pietsch Erben) Me-aMoa. Expedttton und Druckerei: Gchnlstratze 7. Adresse für Depeschenr tzk Zeiger Gieße», rrns^rechanschluß Nr. 51. WM— Erstes Matt. Freitag ÄL. August 1903 153 Jahrgang Bezugspreis; V d monatlich 7bPf„ viertel- Gietzener Anzeiger u ««nml.Äjdger ' S Amts- und Anzcheblatt für den Kreis Sichen MZ —----------- ------------------------------- zeigenteU: Han« Beck. KeKanntmachung. Wegen Vornahme von SLraßenarbeiLen wird der Schilfenbergerweg, zwischen Licher- und Bergstraße, von an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 20. August 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Heschrvadereutssndungen «ach dem Hrient. Gießen, 21. August. Aus die Tatsache daß ein russisches Geschwader nach dem :Wt abgegangen ist, sind gestern die Meldungen emge- lanf u, daß auch England dem Befehlshaber seines Mittelmeergeschwaders die Anweisung erteilt habe, Schiffe nach dem Lande der Unruhen zu entsenden, und daß ebenso das italienische Geschwader sich in Port Augusta konzentriere, um sich vorzubereiten, nach dem Orient abzudampfen. Italien hat merkwürdigerweise schon mehrfach in der letzten Zeit in erster Linie die Initiative ergriffen, um bei der Türkei Gewährleistung des Schutzes der fremden Konsuln zu erreichen. Tie Entsendung des russischen Geschwaders hat übrigens in der englischen Presse teilten Beifall gefunden. Sie sei, so behauptete man, durchaus ungeeignet, den Frieden auf der Balkanhalbinsel zu sicheret. Und diese Behauptung ist auch gar nicht ungerechtfertigt. Interessant sind die Ausführungen der „DaH Graphic": „Nichts kann mehr geeignet sein, den Fanatismus der türkischen Bevölkerung einerseits herauszufordern und andererseits die bulgarischen Revolutionäre zu ermutigen. Tie Möglichkeit übler Folgen ^könnte vielleicht abgeschtvächt werden, wenn diese Maßnahme sich gegen Bulgarien unp die Türkei gleichzeitig richtete. Das scheint aber nicht die Absicht zu sein. Wir verstehen diesen russischen Schachzug um so weniger, da er keiner Macht mehr darauf ankommen kann, für die Beunruhigung des nahen Ostens zu sorgen und weitere Verwicklungen zu vermeiden, als Rußland. Es hat im fernen Osten glle Hände voll zlu tun, sodaß es nur wünschen kann, daß die Unruhen im Balkan baldigst aufhören. Und doch ist es gerade Rußland, welches den Schritt tut, der am meisten geeignet ersch-eirrt, die Krisis zu ver- längern. Die revolutionäre Bewegung wird durch das drohende Erscheinen russischer Schiffe vor dem Bosporus gewaltig gestärkt werden, und man darf nicht vergesse^ daß jede neue Entwickelung der revolutionären Tätigkeit Bulgarien näher an den Rand des Krieges bringt. $ein Mensch kann sagen, was dann die Folge sein wird. Griechen, Serben und Rumänen rüsten bereits, um dem Türken zu helfen, den bulgarischen Ehrgeiz in seine Schran- zu weisen, und wenn erst diese Kräfte losgelassen sino, so wird es für die Großmächte unmöglich sein, ganz unbeteiligt zu bleiben." I»iliI Illi IHMWU'.'WWKKgfflMgJMBfi Die „Morniug Post" spricht direkt drohend ihr Mißfallen ans, indem sie sagt: „Mr. Balfour hat wiederholt im .Hause der Gemeinen erklärt, daß die englische Politik dahingehe, das gemeinsame Vorgehen Rußlands mti)i Oesterreichs in Macedonien zu unterstützen und wir glauben, daß dies auch die Politik der übrigen Signatarmächte des Berliner Vertrages ist. Aber die Mächte haben sich niemals jm geringsten geneigt gezeigt, die getrennte und einseitige Intervention einer der beiden Machte gutzuheißen." Aber auch in Oesterreich zeigt man sich befremdet durch die russische Maßnahme und äußert Besorgnisse. Die „Neue Freie Presse" schreibt, indem sie auf die übertriebenen Forderungen hinweist, die Rußland schon von der Türkei erzwungen hat: Der russische Minister des Aeußern Graf Lamsdorff hat zwar an den russischen Agenten in Sofia eine geharnischte Mahnung gerichtet, worin er den Bulgaren und den Mäce- doniern bedeutet, daß die russische Politik trotz der energischen Einwirkung Rußlcurds in Konstantinopel nicht als Aenderung des friedlichen Programms des Petersburger Kabinetts aufgefaßt werden dürfe; gleichwohl hat Rußland eine Division der Schwarze Meerflotte nach den türkischen Gewässern, und zwar in einem Augenblicke abgesendet, da die Pforte alle Bedingungen des Zaren erfüllt und volle Sühne für die Ermordung Rostkowskis geboten hat. Welchen Zweck kann unter solchen Umständen die Entsendung einer russischen Schiffsdivision haben? Glaubt man in Petersburg, dadurch den albanesischen Tschausch Ali oder Hassan oder Mehemed, der auf Hunderte von Kilometern von der Meeresküste in einer Seehöhe von 500—600 Metern in Monastir oder Mitrowitza sich befindet, einschüchtern oder beeinflussen zu können? Durch den Bosporus fahren, um dort Anker zu werfen und beit Iildiz Kiosk mit schweren Geschützen zu bedrohen, daran kann man in Rußland aus Rücksicht für den Sultan und Europa nicht denken, denn mehr als eine Macht würde eine solche Verletzung des Pariser Vertrages mit der Entsendung einer Eskcw-re durch die Dardanellen zum Schutze des Sultans beantworten Auf die Türkei, auf Regierung und Volk dürfte das Erscheinen der russischen Kriegsflagge mit dem Andreaskreuz entweder gar keinen oder einen für die Sache des Friedens ungünstigen Eindruck Hervorrufen. Auf die Bulgaren und die macedonischen Komitees wird es jedoch ermunternd wirken. Diese werden sich nicht an die beschwichtigenden und mahnenden Worte des Grafen Lamsdorff, sondern an die Tatsache halten, daß Rußland seine Seestreitkräfte gegen die Türkei in Bewegung setzt, und darin einen Beweis erblicken, daß der „weiße Zar", wenn er auch weit ist, seine schützende Hand noch immer über seine slawischen Kinder hält. Der bulgarische Freiwillige und der macedonische Bauer werden darin einen Wink erblicken, in dem Kampfe für die Freiheit des Doppelkreuzes gegen die Herrschaft des Halbmondes auszuharren, und Boris Sarafow und seine I Genossen werden dafür sorgen, daß diese Auffassung der jüngsten Maßregel der Petersburger Regierung sich immer mehr verbreitet und in den Gemütern festsetzt. Diese Meinung der „N. Fr. Pr." dürfte Recht behalten Tie Flotteudemonstrationen im Orient waren, nur um die Konsuln zu schützen, schwerlich angebracht. Sicher ist, daß die erste Maßnahme Rußlands, Zanchi wenn es nur aus dem angegebenen Grunde seine Flagge an der ptacedvnischen Küste zeigen wollte, Mißtrauen und unerwünschte Folgerungen mit sich bringen müßte. Und so wird man denn nicht fehl gehen, wenn man in der Entsendung eines Teils des englischen Mittelmeergeschwaders nach Saloniki nur eine Antwort auf die Mfahrt der russischen Schwarze Meer- Flotte nach den türkischen Gewässern erblickt. NsMsche Tagesschau. Zu den Wahlrechts-Bestrebungen des Dr. Giesebrecht hatte der „Vorwärts" bie „Köln. Zjtg." beschuldigt, gegen diese Bestrebungen des Herrn abfällig geschrieben zu haben, indessen sie in der Einzeichnungsliste des Tr. Giesebrecht mit einem Betrage von 150 Mk. verzeichnet sei. Heute, Freitag, finden wir in der „Köln. Ztg." die Antwort. Sie schreibe, daß die einzige Geldsendung an Herrn Dr. Giesebrecht, die ihre Bücher verzeichneten, ein erheblich niedriger als die' angeführte Summe bemessenes Honorar sei für einen Aufsatz aus dem Jahre 1898. Dr. Giesebrecht habe freilich in einem Schreiben vom 9. Oktober 1898 mitgeteilt, daß er dieses Honorar „zur Weiterführung seiner Sache üei> wenden" wolle, aber dieser Verwendungszweck hätte für sie, die „Köln. Zhg.", kein Grund sein können, ihm die Bezahlung einer Arbeit zu verweigern. Sozialdemokratischer Vorsitz im Reichstag. In einer Versammlung der S t u t t g a r te r Sozialdemokraten, welche sich mit der Tagesordnung des Dresdener Parteitages beschäftigte, tarn es ilber die Frage der Ueber- nahme der Vizepräsidentenstelle im Reichstag durch die Sozialdemokratie zu lebhafter AuseinandersGung, die darum interessant, weil sie, besonders im Hinblick auf die amüsante Gegenüberstellung des Kaisers und des Königs von Württemberg, die Stellungnahme der Genosien zum „höfischen Zeremoniell" in neuem Lichte erscheinen läßt. Ter Referent, Schriftsteller Heymann, erklärte gar, die ganze Angelegenheit sei eine Sache des Gefühls (!), nicht der sachlic^n Erwägung. Was das republikanische Prinzip betreffe, das der Annahme der Vizepräsidentenstelle und dem Besuch bei Hof angeblich entgegenstehe, so habe er von namhaften wurttembergrschen Parteigenossen mehrfach sagen hören, wenn es sich um Württemberg handeln würde, so ließ sich darüber reden, aber da es Kaiser Wilhelm II. fei, der in Betracht komme, so sei ein Besuch unmöglich. Die Entscheidung der Frage sei eine Sache der Reichstägsftak- Darmstädter Aenkmatsschmerzen. R. B. D a r m st a d t, 19. Aug. Es hat bekanntlich jede Stadt ihr Schmerzenskind, die eine dies, die andere das--in manchen städtischen Gemeinwesen soll es deren sogar gleich mehrere beiein- andergeben, die chren respektiven Eltern und sonstigen Anverwandten mitunter recht unangenehme Stunden bereiten., Auch unser Darmstadt darf in dieser Hinsicht natürlich nicht Zurückbleiben, im Gegenteil, es hat jetzt zu den mancherlei Eisenbahn- und Straßenbahn-Schmerzen noch einen neuen hinzubekommen, den Denkmalsschmerz. Es klingt unglaublich, aber es ist wahr: Es herrscht in Tarmstadt eine ganz entsetzliche Denkmalsnot. Das Wort „Not" aber nicht mit „Mangel" oder einem ähnlichen Maneowort übersetzt, sondern wie man es bei Wassers- oder Hungersnot anzuwenden Pflegt, mit Ueber- fluß. Man kann die Klage hier jetzt überall hören, wir haben zu viel Denkmäler oder wenigstens Denkmalsprojekte; man weiß wirklich nicht mehr, wohin damit. Es fehlt uns Residenzlern ja bei Leibe nicht an Luft und Lstcht und freiem Raum, aber desto mehr an geeigneten, dem /Charakter des Erinnerungs- oder Dankeszeichens angemessenen Plätzen. Am fühlbarsten tritt diese Denkmalsnot bei unserm Landeskriegerdenkmial hervor, das die Siegesgöttin Viktoria zeigt, die einem sterbenden und einem siegreich vorwärts stürmenden Krieger Kränze überreicht. Das Denkmal gab sich einst so malerisch, so *ganz seinem Sinn und Zweck entsprechend, als es noch üt der Umrahmung des alten Zeughauses mit seinem hochinteressanten Giebeldach erschien. Jetzt ist dasselbe verschwunden, an seine Stelle das neue Landesmuseum mit seinen beiden modernen Flügelbauten getreten, und da paßt, darüber ist sich alles einig, die herrliche Symbolik auf Pen großen Krieg von 1870/71 nicht mehr hin; sie würde einfach erdrückr werden von den mächtigen Marmorquadern und großäugigen Fenstern des neuen Kunstpalastes. Aber die schwierige Frage ist: Wohin mit dem Denkmal? Es weiter aus den Paradeplatz hinüber zu rücken, ist schon Leshalb nicht statthaft, weil es danrt mit dem prächtigen Schaapersc,en Reiterstandbild Großherzog Ludwig IV. in Konflikt geraten würde; es geht doch beim besten Willen nicht an, die Siegesgöttin dazu verurteilt werden jjoll, von nun ab direkt die Kehrseite von Roß und Reiter zu betrachten, die einzige, aber auch nicht gerade sehr glückliche Löstung wiro ;ein, daß man das Kriegerdenk- mial vor das >/vftheaLer stellt, so daß sie den Blick auf das gegenüberliegende alte Rcsidenzschloß richtet. — Ganz dicht; bei diesem Denkmal befinden sich übrigens noch zwei Pest, 24. Juli 1853. Richard Waqner. In Nummer 2 September 1853, findet sich dieses inzwischen längst in 13. Die letzte große Sorge, die in neuester Zeit auf diesem Gebiete für die Stadt hervortritt, betrifft ein Liebig- Denkmal. Schon bei Oer Jubelfeier am 12. Mai hatte es in weiten Kreisen recht peinlich berührt, daß sich die Residenzstadt noch immer mit der mehr als bescheidenen und dabei unschönen Büste ihres großen Sohnes am Platz vor den Bahnhösen begnügen mußte. Aber sie war nun einmal da und etwas Besseres so leicht nicht zu beschaffen. Jetzt beginnt nun aber allmählich ihr letztes Stündlein zu schlagen, sie muß dem leider noch immer nicht definitiv bestimmten Bahnhofserweiterungsbau weichen. Daß man die simple Büste nicht in einer anderen städtischen Anlage wieder von neuem aufstellen kann, gilt allgemein als selbstverständlich, und es sind auch schon die interessierten Kreise zunächst in vertraulicher Wei,e dem Gedanken nähergetreten, dem großen Darmstädter Chemiker eine neue, seiner würdige Erinnerungsstätte zu bereiten. Verdient hat er sie jedenfalls, und so wird sich auch hier gewiß das alte Sprichwort bewähren: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg". von Helds „Theatra'ia", erschienen am größten nmcht unseren Stadtvätern ohne Frage das Bismarck-Denkmal. Man ist schon vvr einer Reihe von Jahren darin einig gewesen, daß dem Wiedererrichter des deutschen Kaiserreiches, dem Schmied der deutschen Einheit., auch in der hessischen Residenz ein würdiges Denkmal gebühre. Es wurde sofort ein Fonds von za. 40 000 Mark zusannnengebracht und Prof. Habich mit der Anfertigung von Entwürfen beauftragt. Er fertigte deren drei und zwar Blismarck als Rolandfigur an Stelle des alten Marktbrunnens, dann Bismarck mit einer Brunnenanlage verbunden für den Ludwigsplatz, und endlich Bismarck im Mittelpunkt eines großen Monumentaldenkmals, das auf der Kraftsruhe, zwischen Heerdtweg und Martinspfad im Freien gelegen, den Ort für ein alljährlich stattfinOeildes großes patriotisches Volksfest bieten sollte. Der letztere Gedanke sand in weiteren Kreisen lebhaften Beifall, und der Ausschuß der Studentenschaft ging in seiner Begeisterung dafür sogar soweit, daß er sich verbindlich machte, für za. 10 000 Mark zwei mächtige Kandelaber für ein solches Denkmal zu stiften, auf denen an den Festabenden Freuden- jeuer weithin leuchten sollten. Aber alle diese schönen Projekte sind bis jetzt eben — Projekte geblieben. Es wäre Vergessenheit geratene Scherzgedicht Wagners zuerst abgedruckt. — Ein Scherzgedicht Richard Wagners. Vor 50 Jahren — im Juli 1853 — wandte sich Tichatschek brieflich an Richard Wagner mit der Bitte, dem Direktor des Rostocker Stadttheaters, Hünerfürst, den „Lohengrin" um mäßiges Honorar zur Aufführung zu überlassen. Nur sein (Ttchatscheks) Gastspiel ermögliche die schwierige und kostspielige Inszenierung der neuen Oper in Rostock. Direktor Hünerfürst sei beim besten Willen außer Stande, ein hohes Honorar zu zahlen. Als Antwort aus sein Schreiben erhielt der berühmte Tenorist folgendes humoristische Gedicht: Dem Fürst der Hühner und der Hähne, Dem Ritter edler Singe-Schwäne, Geb' ich als Rohstoff Lohengrin Zur Aufführung in Rostock hin. Nicht grab verwöhnt durch Honorar, Ein ariner Teufel immerdar; Zu Deutschlands Ehr' sei mir bezahlt, Was auf der Leinwand nicht vermalt. Ich thu's für meinen Tichatschek, Darum die Pflöck' zurück ich steck, Sonst sagt' ich, weil's grad hier geschah' Wohl: Bassama teremtete! weitere S^udbilder Lanbgraf Philipp der Großmütige, I wirklich an der Zeit, daß hier auch bald einmal zu Daten der treue Beschützer Luthers auf dem Reichstag zu Worms geschritten würde. und sein Sohn Georg I. Auch ihnen wird man bei. der! Neuordnung der Dinge zwischen Museum und Hoftheater die nötige Beachtung schenken und ihren wohlverdienten Platz an der Sonne gönnen müssen. Einer, der zuerst nicht recht zur Ruhe kommen konnte, ist der Genius, der das Goethe-Denkmal im daneben liegenden Herrengarten ziert. Es schien anfangs, als ob er sich in seinem ungenierten Adamskostüm wohl daran gefaßt machen müßte, statt in* dem herrlichen Naturpark in irgend einer staubigen Museums ecke sein stilles Dasein zu verbringen. Aber die Gemüter haben sich allmählich beruhigt, man freut sich auch in den strenger denkenden höheren Töchterkreisen mehr und mehr an der schönen idealen Jünglingsgestalt und hat sie sogar zur Zielscheibe des Witzes gemachjt. Als vor Jahren das schöne Denkmal für Kaiser Wilhelm I. in Wiesbaden enthüllt wurde, der den Wick nach oben wendet und die rechte Hand flach etwas vorstreckt, legte ihm der Volkswitz sogleich die Worte in den Mund: „Kinder, ick jlobe, et jibt Regen!" Der Genius unseres Goethedenkmals aber stützt den rechten Arm auf die Hüfte; den linken Arm streckt er nach vorn, wobei er mit dem Zeigefinger nach unten weist, just dahin, wo am Sockel Goethes Bronzemedaille angebracht ist. Er soll dabei der ihn bewundernden Menge die Worte zurufen: „Seht Ihr Leute,bet bin ick!" Doch wir wollten ja nicht von den Freuden erzählen, die wir mit unseren Denkmälern erleben, sondern nur von den Schmerzen, die sie uns bereiten. Die Hon. Weder die Versammlung noch der Parteitag ser das ijceiijnetc Forum, zu entscheiden. Tie Angelegenheit gehöre nichr aus die Tagesordnung des Parteitages, und er sei dafür, über sie zur Tagesordnung überzugehen, falls sie angeregt werde. Klara Zetkin widersprach sehr erregt der Ausfassung, daß die Entscheidung der Reichstagsfraktion überlassen lverden solle. Tie Reichstagsabgeordneten seien oftmals nicht die tüchtigsten Parteigenossen. Der Besuch bei Hofe würde eilte Erniedrigung der Partei sein. ALg. Hildeuürandt erklärt die große Erregung über die Sache für deplaziert. Zn der sozialdemokratischen Arbeiterschaft rege sich kein Mensch darüber aus. Man müsse den Sih im Präsidium reklamieren. Aber ehe nicht die Stellung der anderen Parteien bekannt sei, könne man keine endgültigen Beschlüsse jassen. Darum könne man allein der Reichstags- fraktion die Entscheidung überlassen. Nachdem iwd) mehrere andere Redner Klara Zetkin scharf entgenet hatten, wurde eine von Klara Zettln beantragte Resolution angenommen, ui der es jür selbstverständlich erklärt wird, daß die sozialdenrokratlsche Reichstagsfrattion den Posten eines Vizepräsidenten fordert und alle mit diesem Amt nach der Verfassung und Geschäftsordnung verbundenen Verpflichtungen aus sich nimmt, dagegen die ihr von den bürgerlichen Parteien angesonnenen Bedingungen der lleber- 11ahme des höfischen Zeremoniells entschieden ablehnt. Deutsches Keich. Rostock, 20. Aug. Der Erogherzog sandte an den Kaiser gestern folgendes Telegramm: Anläßlich der heutigen lOOjährigen Gedenkfeier des Malmöer Vertrages und der in diesem Jahre erfolgten Aufhebung desselben bitte ich Eure Majestät, den Ausdruck unserer aller aufrichtigen Freude enrgegenzunehmen darüber, daß die Stadt und Herrschaft Wismar durch die Wiedervereinigung mit Mecklenburg auch dem deutschen Reiche als unzertrennliches Glied wieder eingereiht ist. — Der Kaiser erwiderte: An der Gedenkfeier anläßlich der endgültigen Wiedervereinigung der alten deutschen Stadt Wismar mit Mecklenburg und dem neu erstandenen deutschen Reiche, von der Dein freundliches Telegramm von heute redet, nehme ich warmen Anteil. Möge die Stadt immer fester Wurzel fassen im- heimischen Boden und zugleich Alraft schöpfen zum Blühen und Gedeihen, zum Segen für die Bürger, für das Land Mecklenburg und für das gesamte deursche Vaterland. Köln, 20. Aug. Pius X. hegt die Absicht, die Dekanatssprengel Aachen und Gl atz, sowie den DelegaLionSbezirk Berlin von dem Verbände Köln, Prag und Breslau loszulösen. Der Vatikan wird in dieser Angelegenheit demnächst mit der preußischen Regierung in Verhandlungen ein treten. Wilhelmshöhe, 20. Aug. Der Kaiser ist heute vormittag um 11% Uhr nach dem Truppenübungsplatz in Altenarabow ob gereift. — Laut ,Aeichsanzeiger" ist der bisher zur Verfügung stehende Gesandte von Reichenau zum Gesandten in Chile ernannt worden. — Im Zusammenhang mit der Beratung des Kinder- schntzgesetzes ersuchte der Reichstag den Reichskanzler, m Erhebungen über den Umfang und die Art der Lohnbe^ ^chäftigung von Kindern im Haushalt, in der Landwirtschaft rud deren Nebenbetrieben mit den Landesregierungen in Verbindung zu treten und die Erhebungen dem Reichstag mitzuteilen. Wie die „Tägl. Rundschau" hört, seien die Erhebungen eingeleitet. — Der Staatssekretär des Auswärti gen Amtes, Freiherr v. Richthofen, der sich auf Urlaub befindet, wurde vom Großherzog von Gaden, als dieser erfuhr, daß der Staatssekretär in der Nähe weile, zu einem Besuch eingeladen. Gei dieser Gelegenheit unterhielt sich Freiherr v. Richthofen mit dem Großherzog über den gegenwärtigen Stand der auswärtigen Politik. Tas Gerücht, wonach auch die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes zur Sprache gekommen sein soll, klingt indessen sehr unwahrscheinlich Für den Grohherzog von Baden hat sicherlich kein Anlaß zur Erörterung des -Themas vorgelegen und noch weniger hat der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Grund gehabt, diese Angelegenheit zu berühren. und Klotre. Berlin, 20. Aug. Nach ocm „Militärwochenblatt" ist Generalmajor von Sch ick fuß und Neu dorff zum Ches des Generalstabes des Gardekorps, Oberst v. Sali sch unter Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur der 5. Jnfanteriebrigade ernannt worden. Ausland. London, 20. Aug. Ter Widerstand gegen das neue Schulgesetz macht der Regierung große Unannehmlichkeiten. In Shesield wurden 40 Personen die Möbel verkauft, weil sie die neue Steuer nicht bezahlt hatten. Ein Pfarrer aus der Umgegend kaufte die Möbel bei der Auktion und gab sie den Betreffenden zurück. In Bristol werden nächste Woche 300 Personen vor Gericht zu erscheinen haben, weil sie gleichfalls die Steuer nicht zahlen wollen. Auch gegen diese wird man alsdann mit der Pfändung vorgehen. — Nach dem gestern abend 10 Uhr veröffentlichten Krankheitsbericht ist das Befinden Salisburys hoffnungslos. — Der „Standard" veröffentlicht eine Unterredung mit oem hiesigen japanischen Gesandten Hayas hi, worin dieser äußerte: Nicht nur ich, sondern auch meine Regierung weisen alle Kriegsschreckens-Geschichten von uns. Wenn wir einige Meinungsverschiedenheiten mit anderen Nationen haben, so bedeutet das nicht, daß Feindschaft zwischen uns besteht. Gewisse Berichte möchten uns glauben machen, daß Rußland Schlimmes im Sinne führt. In Wirklichkeit ist Rußland bemüht, versöhnlich zu fein. Japan ist in gleichem Sinne bemüht. Ein Krieg würde keinem zum Vorteil gereichen. Jedenfalls wird Japan aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten Rußlands mit der Türkei keinen Vorteil zu ziehen suchen, um aus Rußlands Rückzug aus der Mandschurei zu dringen. Haag, 20. Aug. In der Streitfrage zwischen Venezuela und den Mächten über das Vorzugsrecht auf 30 Prozent der venezolanischen Zoll einnahmen ernannte der r u s s i s ch e K a i s e r folgende Schiedsrichter : Professor Matzen von der Universität Kopenhagen, den russischen Justizminiüer Murawjew und Dr. Lardy, den schweizerischen Gesandten in Paris, sämtlich Mitglieder des ständigen internationalen Schiedsgerichtshofes. Ter Schiedsspruch soll binnen vier Monaten nach der ersten Zusammenkunft des Schiedsgerichts gefällt werden, welches am 1. September statt find en wird. Paris, 20. Aug. Ter französische Gesandte beim Vatikan äußerte sich in einer an seine Regierung gerichteten Rote über das Verhalten des neuen Papstes gegenüber Frankreich dahin, daß Pius X. sich hüten werde, der französischen Republik den Krieg zu erklären, jedoch könne er sehr wohl ein Gegner Frankreichs in Bezug aus dessen Schutzrechte über die Christen im Orient, ebenso wie in auswärtigen politischen Fragen werden. — Mehrere Generalräte sprachen sich über den Abschluß der Vertragsbestimmuiigen über das Schiedsgericht zwischen den Mächten aus, welche ldie Haager K onvention unterzeichnet haben. Einige Generalräte traten für den Abschluß eines Handels-Freundschaftsvertrages mit England ein. — Der Marineminister verehelichte sich heute vor dem Standesamt des ersten Arrondissements mit der Lehrerin Denise. Der Ministerpräsident war Trauzeuge. Wien, 20. August. Die dortigen Blätter halten fortgesetzt daran fest, daß sowohl der seit einer Woche ver- chollene russische Konsul in Ueskueb, Mandelstamm, als auch der russische General-Konsul in Saloniki, Giers, ermordet worden sei. Lemberg, 20. August. Der Kardinal Erzbischof Puzyna hat an die Geistlichkeit seines Sprengels ein Schreiben gerichtet, worin diesen verboten wird, den deutschen Reichstags-Abgeordneten Korfanty kirchlich zu trauen. Korfanty isl nach Przemysl gereist, um in dieser Angelegenheit mit dem dortigen Bischof Rücksprache zu nehmen. Belgrad, 20. Aug. In Hofkreisen verlautet, der Zar habe den Wunsch ausgesprochen, daß wenigstens der jüngere Sohn des Königs seine militärischen Studien in Rußland beende, falls es nicht angehe, daß der Kronprinz nach Rußland zurückkchre. — Heute sand ein außerordentlicher Kriegsrat unter Vorsitz des Königs Peter statt. Er beschloß die Vorbereitung der Mo blisierung der Morawa- und Jaitschar- Division. Die projektierte Reise des Königs dürste unterbleiben. Sofia, 20. Aug. Die „Agence Telegraphie Bulgare" erklärt das Gerücht von der Mobilisierung eines Teiles der bulgarischen Armee für unbegründet. Auistand in Mazedonien. Das russische Geschwader lief am Mittwoch in die Bucht von Jniada, etwa 80 Kilometer nördlich der Bosporusmünöung ein. Meldungen aus Monastir besagen, die türkischen Truppen hätten von Hilmi Pascha den Auftrag bekommen, sämtliche christlichen Dörfer, in denen keine männlichen Einwohner angetroffen werden, in Brand zu stecken. So wurden in den letzten Tagen die Dörfer Buff, Rakowo, Opsimi, Bituschi, Prelöpau, Donja Jgra, Gornja Jgra und viele andere ausgeplündert und niedergebrannt. Frauen und Kinder irren obdachlos umher. Diese Maßregel sei getroffen, um den Insurgenten die^Ver- chaffung von Lebensmitteln zu erschweren. — Der Stab der Revolution versandte an die Konsuln in Monastir Beschwerden wegen Zerstörung vieler bulgarischerDörfer und drohte mit Gegenmaßregeln. Im Bezirk Ochrida sollen lö Dörfer zerstört und die Bevölterung niedergemetzelt worden sein. — Aus Saloniki wird vom Mittwochabend gemeldet: Eine starke bulgarische Bande tauchte im Gebirge Pissoder auf und überfiel das Dorf Erminseeo. Türkische Truppen trafen rasch ein und umzingelten die Insurgenten. Der Kampf begann im Gebirge und wurde im Dors sort- gefttzr. Aus Stadl und Land. Gießen, 21. August 1903. — Aus dem Militär-Wochenblatt. Hagenberg, Hauptmann z. D., Bezirksoffizier beim Landw.-Bezirk Brandenburg a. H., zum Landw.-Bezirk Friedberg versetzt. — Ziegler, Hauptmann im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, unter Versetzung in das Jnf.-Regt. Herzog von Holstein (Holstein.) Nr. 85, zum Komp.-Chef ernannt. — v. Pentz, Lt. von der Unteroff.-Schule in Potsdam, in das Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Rr. 116, Simon, Lt. im 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, zur Unteroff.-Schule in Weißenfels, Stamm (Otto), Lt. im Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, zur Unteroff.-Vorschule in Jülich, Frhr. v. Vissing, Lt. im 2. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61, in das 1. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23 versetzt. — Künkler, Oberlt. im 4. Großh. Hess. Jnf.- Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, zum zweiten Offizier des Train- depots des IV. Armeekorps ernannt. — Die Fähnriche Schellenberg im Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, Fresenius, Hartmann, im 2. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61, v. Plonski, im 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, Hesse, Schäfer, im 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, Fitzau, im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, v. Moritz, im 1. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps) zu Lts. befördert. **Das4. Großh. HessischeJnfanterie-Negi- meu t Nr. 118 ist heute vorm. 11 Uhr hier eingetroffen und hat in unseren beiden Kasernen Quartier bezogen. Die Fahnen wurden in die Zeughauskaserne gebracht. Der Aufenthalt dauert bis zum 9. September. Das Regiment wird sein Regimentsexerzieren bei Groß-Rechtenbach, Lützellinden und Münchholzhausen abhalten. Gefechtsschießen mit scharfer Munition findet im selben Gelände vom 28. August ab statt. Auch das Exerzieren der 49. Jnfanteriebrigade ist in der erwähnten Gegend. ** Ein Gartenfest in Braunfels. Der Verschönerungsverein Braunfels macht bekannt, daß in Braunfels Sonntag den 23. August ein Gartenfest in der schönen Lindenallee des Herrschaftlichen Gartens veranstaltet wird, um einerseits den Bewohnern und auswärtigen Freunden des Städtchens ein Vergnügen zu bieten, andererseits aber auch Mittel zur Erbauung eines Aussichtsturmes zu gewinnen. Zu den auswärtigen Freunden zählt der Verein auch das Gießener Publikum. Bei den Unterhaltungen, wie auch bei der Bedienung der Gäste werden, wie hervorgehoben wird, junge Damen aus Braunfels in dankenswerter Weise tätig sein. Während des Festes wird die Kapelle des 118. Regiments aus Worms konzertieren. (!) Ober-Mörlen, 20. Aug. Verschwunden ist feit 10 Tagen der 34 Jahre alte Landwirt Sche i b e l. Trotz sofortiger Nachforschung hat man noch keinen Anhalt über sein Verbleiben, sodaß man einen Unfall befürchtet. An einen Selbstmord glaubt man nicht, da Sch ein sehr tüchtiger, fleißiger Mensch war. Sch. ist noch unverheiratet. Mainz, 20. Aug. Der Kaiser trifft, über Alzey kommend, am Montag morgen um 8 Uhr am Bahnwärterhäuschen der Castell scheu Wagensabrik ein. Daselbst besteigt er ein bereit gehaltenes Pfero, um sich sofort zur Truppenschau au'i den großen Sano zu begeben. In die Stadt begibt sich, der Kaiser nach Beendigung der Uebung über die Waldstraße, Bingerstraße und Großen Bleiche nach dem Großh. Palais. Mainz, 20. Aug. Wie geschickt bei der Verhaftung )es Mörders Weygand die keuleioung des Gendarmen durchgeführt war, dafür spricht ein Vorfall, der ihm auf dem Heimwege passierte. Als er an einer Schutzmannspatrouille Vorüberging, fing er an zu fingen, um die Probe aufs Exenipet zu machen. Schon haue einer der Schutzleute den „Stromer" gepackt, um iyn z*a verhaften, als dieser in ein lautes Lachen aus brach. Nun erst sahen sich die o eiben Schutzleute den „Stromer" genauer an und erkannten ihren Kollegen von der Gendarmerie. Dein geschickten Beamten dürste die für die Ergreifung des Mörders ausgesetzte Be- 'ohnung von 2U00 Mk. zufallen. Offenbach a. M., 2u. Aug. Ein Liebesdrama l)at sich gestern abend in der Nape der Offenbacher Schleuse abgespielt. Am Fechenheim er Mainufer hatte sie./ schon den Nachmittag über ein jungcö, gutgetleidetes Lttoespaar aufgeh alten und die Aufmerifamieit des Schleusenwärters ,owie eines Schäfers, der dort feine Herde .neidete,. errege. Plötzftck) bei Einbruch der Dunkelheit, etwa um 3/i8 Uhr, bemerkte man, wie sich die beiden in das Wasser ^ätzten. Ta sofort Hülfe zur Stelle war, gelang es bald, zunächst den jungen Mann zu retten; dagegen dauerte die Bergung des Mädchens, welches bereits etwas abftits Zerrieben war, einige Minuten länger. Leider erwiesen sich die Versuche, sie ins Leben zurüazuruf^n, als vergeblich. Tie Leiche des etwa 23jährigen Mädchens wurde auf ben Oberräder Friedhof verbracht. Nach Papieren, die bei ihr vor gesund en wurden, scheint die Ertrunkene ans Berlin zu stammen. Der gerettete junge Mann, der gleichfalls erst 23 Jahre alt ist, wurde nach Frankfurt verbracht. (Ossb. Ztg. Vermischtes. * Berlin, 20. Aug. Mit Lewy, dem flüchtigen Prokuristen der Firma Kempner machten einige Fir men der Berliner Börse direkt Geschäfte. Der Börfenvorstand beschloß, Vie betreffenden Firmen dem Ehrengericht wegen weiterer Verfolgung der Angelegenheit anzuzeigen. * Hamburg, 20. Aug. Aus dem Dampfer „Potz an g", der am 13. August von Shanghai noch Hankau abging, ist die Cholera a u s g e b r o ch n. Ter Kapitän, der erste Steuermann, der erste Maschinist und der chinesische Lootse sind der Krankheit bereits erlegen. Ter zweite Offizier und der dritte Steuermann wurden cholerakrank in das Hospital von Kinkiang gebracht. * Metz, 20. Aug. In Gorze, von wo die Stadr Metz ihr Wasser durch die Wa;serleitung bezieht, ist eine Typhus-Epidemie ausgebrochem * Rom, 20. Aug. Polizeikommissar Berduzeio wurde verhaftet, weil er drei Arbeiter, als Polizisten verkleidet, zu einem Fuhrwerkst)esitzer gesandt hatte, um beih demselben eine Haussuchung vorzunehmen, wobei sie in seinem Auftrage einen größeren Geldbetrag entwendeten. * W i c n, 20. Aug. In Waidhofen badeten die beiden Töchter des Fregatientapitäns Baron V o e cf m a n n und die bei diesen zu Besuch weilende englische Bankierstochter Bertin Bawford im Mbsflusse. Frl. Mizzi Boeckmann stieg auf einen Felsblock, glitt aus und stürzte ins Wasser. Frl. Bawford sprang sofort nach. Frl. Boeckmann umklammerte den 5Ms der Engländerin, worauf beide ertranken. Bisher wurde nur die Engländerin aufgefunden. * Meran, 20. Aug. Gestern ist abermals in den Tiroler Alpen ein starker W e 11 e r st u r z mit Schneefall und empfindlicher Kälte cingetreten. — Aus den verschiedensten Teilen der Schweiz treffen Nachrichten von Hochwassers chüden ein. In Amrisweiler im Thurgau unterspülten die Fluten die Fundaniente eines Hauses und brachten es zuni Einsturz; unter den Trümmern fanden zwei Personen den Tod. Zur Bewältigung des über die Ufer getretenen Dürenbaches im Kanton St. Gallen mußten durch Notsignale Hilssmannschasten requiriert werden. * Krakau, 21. Aug. Bei der Kreditgenossenschaft der Handwerker und Industriellen kamen große D es ra u d ationen vor; bisher wurden solche in Höhe von 2 0 000 Kronen ermittelt. Drei Personen wurden verhaftet. *Zn dem Unglücksfall in der Schönbrunner Menagerie schreibt die „Neue Freie Presse": Der Unfall trug sich in der Einfriedigung der Snndabüffel zu, die unter dein Namen Ker ad an bekannt sind.. Sie wurden im Jahre 1899 als Kälber angekauft und in der Schönbrunner Menagerie aufgezogen; die Familie besteht gegenwärtig aus zwei Stieren, einer Kuh mit) einem Kalb. Bösartig waren die Tiere niemals, vielmehr zu dick herausgefüttert, was um so sichtbarer ist, als sie kaum behaart sind und ihre rosafarbene Haut unverhüllt zutage tritt. Sie wurden am vorigen Samstag in Gegenwart des Tierarztes gewaschen, der beim Aiidlick deS großen Stieres den Ausruf tat: „Ja, wenn Du Tir Deiner Stärke bewußt wärst!" Diese furchtbare Kraft hat das Tier nur allzubald erprobt. Es ist höchst wahrscheinlich, daß die Sache mit einem Schlage begann, den der Wärter Völkel dem Büffel versetzte, weil er ihm im Wege war. De Büffel senktre den Kopf und ging langsam auf den Wärter los; das hätte dieser nun abwarten und jedenfalls die Angen fest auf daS Tier richten sollen, bann hätte es nichts weiteres gewagt. Er wich aber zurück gegen die Einfriedigung, die aus Eisenbahnschienen gemacht ist, und rief unaufhörlich den Büffel beim Namen. Der Büffel versetzte ihm nun mit den Hörnern einen Stotz, der Völkel rasenden Schmerz verursacht haben mag; er hat dann den Stier entweder bei den Hörnern gepackt oder, wenn er sein Werkzeug noch hatte, nad) ihm geschlagen; dann wandte er sich, zur Flucht. Das war der Augenblick, wo ihm der Büffel ein Horn in den Leib stieß, ein armdickes Horn; die Leiche zeigte, daß das Horn in den Rücken eindrang und beim Bauch herauskam. Am Horn schleifte der Büffel den Mann, drückte ihn in eine Ecke und bearbeitete ihn dort mit Husen und Hörnern, bis alle Eingeweide heraustraten. Wie der Büffel zustieß und über welche Kraft er gebietet, beweist am besten der Umstand, daß er mit einem einzigen Stoß eine Eisen- schiene der Einfriedigung um mehrere Zoll aus der geraden Linie verbogen hat. Als der Mann tot war, lieg das Tier ab von ihm und drei Wärter konnten ungefährdet ein^ treten und die verstümmelte Leiche herausaol.'n, wobei ihnen der Stier ruhig zusah. Nachmittags ließ er sich das Menschenblut und die Fleischteile vom Kep, und Horn ruhig abwaschen; die grausige Arbeit w".rde u?n Wärtern so schwer, daß jetzt noch Teilchen von tv.i Eingeweiden des armen Völkel an den Stieryornern Lieben Ler^ Stier hat sich auch während des übrigen Teils des Abends ganz Paar, je nach Qualität; nur wenige Tiere blieben unverkauft.'Der fchrift unterbreitet nächste Schrnememarft ioll am 24. Spntmnhnr ! cyrisi umiLDUiiti. In derselben nächste Schweinemarkl soll am 24. September statifinden. der dem russischen Ge - der l' -TRiiktiart u. 4L., 21. August Für die RedakNon: 3. B. August Götz. wird gegen das jetzige und die Uebergriffe der gebeten, das Land von russischen Stationsschiffes ,3 schwader entgegengefahren. Ein Teil der eng = der Besika-Ba: am 3Va% 3°/o 3V,°/o 3% 3 7a% . 101.10 . 90.15 . 101.20 . 90.20 . 100.60 . 99.20 . 102.80 100.30 . 100.55 . 103.20 . 49.25 . 30.65 . 34 90 . 128.40 44.00 41.20 Reichsanleihe do. Koasois . do . . Hessen § Butzbach, 20. August. Infolge der günstigen Witterung war der heutige S ch w e x n e m a r f i gut befahren und besucht. Es kosteten: Ferkel 40—70 Mk., Einlegeschweine 80—120 Alk. das 3% Mexikaner . . 4V2V0 Chinesen . . Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Baak . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurabütte .... Bochum ..... Harpener .... Tendenz: ruhig Eingänge der Dardanellen Anker zu werfen. Konstantinopel, 20. Aug. Der russische Marine- attachee, Kapitän zur See Biergel, ist an Bord des Dessau, 21. August. Die Konservativen und Nationalliberalen haben es abgelehnt, für die * Konstantinopel, 20. Ang. Die Nachrichten von der E r m 0 r d u n g des russischen Konsularagenten M a n - d e lst arn in Monastir, sowie von dem Verschwinden des russischen Generalkon;uls in Salonik, Gier s, ebenso wie Die Meldungen, daß der Bahn verte h r Linie Uesküb- Salonit eingestellt und daß ein ganzer Zug dieser Linie in die Luft gesprengt sei, sind vollkommen aus der Luftgegriffen. L. Newyork, 21. August. Präsident Roosevelt wurde aufgefordert, über die angebliche Mitschuld des Staatssekretärs des Innern, Hitchcock, an den großen Betrügereien gegen die landbesitzenden Indianer eine Untersuchung einzuleiten. Den Indianern waren, wie bereits gemeldet, die ihnen gehörenden Ländereien unter nichtigen Vorwänden abgenommen und Spekulationsgesellschaften überlassen worden. Der Wert der Ländereien wurde auf 700 Millionen Doll, geschätzt. Ottawa, 20. Aug. Kanada unterhandelt mit Japan über einen Handelsvertrag. ruhig verhalten. Erzherzogin Marie Valerie und Erzherzoge Franz Salvator erschienen nachmittags in der Menagerie, voll Bedauern um den armen Menschen, der fein junges Leben auf so schreckliche Art eingebüßt hat. Völkel war 26 Jahre alt und-stammte aus Ungarn; seit November stand er im Dienst der kaiserlichen Menagerie, wo er als sehr brav und verläßlich die Anerkennung seiner Vorgesetzten fand. Der Kaiser hat ein Begräbnis auf seine Kosten angeordnet. Mozeß Kumvert. Gestern, Donnerstag, naijm Labori seine Verteidigungsrede wieder auf. Er unterzieht den Ursprung der ganzen Angelegenheit einer Prüfung und bemüht fiel), darzulegen, daß weder Therese noch Frederic Humbert das Testament erfunden haben, von dem schon seit der Jugend Ttzeresens in der Familie Daurignae bie Rede gerne,in sei. Labort weist jede Teilnahme Gustav Humberts an den den Angeklagten zur Last gelegten Falschjungen, Betrügereien 2c. zurück und erinnert an das Urtext von 1886, welches den Prozeß gegen die Crawfords für gültig erklärte, uno art die Ehrenhaftigkeit des Anwaltes Durier, welchem damals die Vertretung oblag. Er folgert daraus, daß die Crawfords, die auch, Parmentier gesehen zu haben erklärt, wirklich existieren. — Labori greift dann die Aussagen mehrerer Zeugen an, insbesondere die des Polizeipräfetten Lepine, dem er zu große Lebhaftigkeit und Heftigkeit vorwirst. Des weiteren behauptet er neuerdings das Vorhandensein des Vermögens der Humberts, welches ihnen ermöglichte, die Rente Viagere ins Leben zu rufen. Die Geschästsgebahrung dieser Gesellschaft sei ernst gewesen. Es warf einen monatlichen Gewinn von 100 000 Franks ab, dies würde den Humberts ermöglicht haben, die Gläubiger zu befriedigen, wenn nicht die Klage Cattanis sie ruiniert hätte. Die Fortsetzung des Plaidoyers wird auf Freitag vertagt. Regierungssystem, gegen die Willkür Behörden protestiert, und der König diesem Zustande zu befreien. K 0 n st a n t i n 0 p e l, 21. Aug. lischen Flotte erhielt Befehl, m Neueste Meldungen. Orrgiualdrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Berlin, 21. Aug. Auf der Berliner Untergrundbahn kam eS gestern nachmittag in dem von Treptow nach Stralau-Rummels bürg führenden Tunnel zu einer Betriebsstörung. Während der Fahrt erlosch plötzlich das elektrische Licht im Wagen und dieser selbst blieb stehen. Die Leitungsstange des Wagens war aus noch nicht aufgeklärter Ursache gebrochen. Zwei der Beamten eilten zu Fuß durch den Tunnel nach Stralau-Iiummelsburg, wo sie einen Wagen reklamierten, der den im Tunnel steckenden Wagen samt Passagieren nach, Stralau brachte. Dank der Besonnenheit sowohl der Passagiere als des Betriebs-Personals verlief die Betriebsstörung in aller Ruhe. L. Berlin, 21. Aug. Der „Vorwärts" erklärt heute, alles, was man noch über die „K a i s e r i n s e l" zu erfahren wünsche, könne ;man von dem Hofmarschall des Kaisers, v Trotha und dem Bürgend au er des Kaisers, dem Restaurator der Hohenkönigsburg, EbHardt, hören. Breslau, 21. Aug. Aus Ratibor wird starkes Steigen der Oder gemeldet. Auch die Glatzer Neiße steigt. Schraders cinzutreten. Sie stellen einen eigenen Kandidaten auf. Sofia, 21. August. Die Zeitung „Newnik" will wissen, Rumänien habe in einer Note an die Großmächte seine Ansprüche auf Mazedonien kundgegeben und mobilisiere die Grenzbesatzungen von Krahowa und Galatz, mit denen 31/a% Oborhessen . . 4% Oesterr. Goldrente . 4Hz-6 Oesterr. Silberrente 4-6 Ungar. Goldrente , 4% Italien. Rente . . 4V,-6 Portugiesen . . 3°/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . . Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4x/,% äussere Argentiner Gerichtssaal. sä. Darmstadt, 20. Aug. Ueber die Fleischbeschau aus dem Lande lieferte die heutige Verhandlung in der Strafkammer gegen den Viehhändler Isaak Mayer III. und dessen Söhne Seeligmann Mayer und E. Gustav Mayer, sämllich vom Reichelsheim t O., ein sehr interessantes Kapitel: Am 7. März ds. Js. kaufte der Gustav Mayer von dem Landwirt H. Götz in Ober- Kleingumpen i. O. einen 15 Monat alten Fasel, von dem er wußte, daß ihn der Kreistierarzt Dr. Erbenich für tuberkulös erklärt haltet zum Preise von 40 Mk. Nach fünf Tagen verkaufte er das Tier mit Hilfe seines Vaters und Bruders, sowie des Maklers Carlsberg aus Fr.-Crumbach an den Dornmüller Germann bei Bremsbach, tauschte dafür ein Stück fettes Vieh im Werte von 300 Mk. cm und zahlte 120 Mk. heraus. Von Verwandten darauf aufmerksam gemacht, daß das Vieh krank sei, veranlaßte der zwar unerfahrene, aber doch schon mißtrauisch gewesene Germann die Viehhändler' das Tier zurückzunehmen, was diese alsbald anstandslos taten und dem G. noch 165 Mk. herauszahlten. Sie verkauften den Fasel nun an die Metzger Himmelhaber und Lutz in Bremsbach für HO Mk. als Schlachttier. Bei der alsbald vorgenommenen Schlachtung fanden die Metzger nun keinerlei Krankheitserschein- migen, außer einem unbedeutenden „Beschlag" an dem linken Zwerchfell. Der Fleischbeschauer Trinkaus (72 Jahre alt) erklärte in seiner ersten Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter, daß die Lunge klar und gesund gewesen sei, mußte aber, in die Enge getrieben, zugeben, daß er in der Eile überhaupt nicht danach gesehen habe. Heule behauptet er, daß dies damals allerdings während seiner langen Praxis zum ersten Riale vorgekommen sei. — Es wird hier von dem Sachverständigen Dr. Erbenich mit Recht darauf hingewiesen, daß er absolut feinen Gesundheitsschein auszustellen habe, ehe er die edleren Teile, insbesondere die Lunge, an der sich am bestimmtesten derartige Krankheiten feststellen lassen, gesehen habe. In der Verhandlung stehen sich nun die Aussagen des Kreistierarztes Dr. Erbenich und der Metzger, sowie des Fleischbeschauers gegenüber, und da aus der Aussage des Sachverständigen, der das Tier nur in lebendem Zustande gesehen, nicht mit absoluter Sicherheit hervorging, daß das Tier wirklich tuberkulös war, mußte der Gerichtshof zu Gunsten der Angeklagten entscheiden und sie freisprechen, erklärte aber in dem Urteil ausdrücklich, daß die Angeklagten eine offene und ehrliche Handlungsweise nicht betätigt hätten, sonst hätten sie von der Erklärung des Kreistierarztes, daß das Tier krank war, bei dem ersten Weiterverkauf entsprechenden Gebrauch machen muffen. Dresden, 19. Aug. Wegen Beleidigung des Königs Georg wurde der Redakteur der hiesigen „Sächsffchen Arbeiterzeitung^ und des „Volkssreundes" Nitzsche zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Beleidigung wurde in einem Artikel gefunden mit der Ueberschrift: „Was König Georg zum Ausfall der Wahl gesagt oder nicht gesagt hat". 1903. . 26.55 . 92.10 . 94.40 . 101.70 . 203.30 . 186.10 . 135.80 . 146.30 . 152.30 , 140.10 . 16.40 . 190.50 . 225.30 . 182.20 . 179.20 Schiffsnachrichten. Norddeut sch er Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. B r e rn e n, 20. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Cassel", Kapitän H. Jacobs, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 8 Uhr vormittags wohlbehalten in Baltimore angekommen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 11. (Sonntag nach Trinitatis, den 23. A u q u st. Gottesdienst. I» der Stadtkirche. Vormittags 3 Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus Matthausgemeinde. Vormittags 9*/2 Uhr: Pfarrer Scheunemann. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neukonftrmierten aus ^ohannesgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrer Euler. Nächstfolgenden Sonntag, den 30. August: Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgememde im Haupt- gottesdienft. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Genreinde erbeten. Arbeiterbewegung. Mcinnh e t m, 20. August. Fabrikinspektor Bittmann ans Karlsruhe hat dem Ersuchen der streikenden L a n z' s ch e n Arbeiter Folge geleistet und ist dort eingetroffen, um zwischen den Arbeitern und der Fabrikleitung zu vermitteln. c§ eventuell die bulgarische Grenze überschreiten wolle. Sofia, 21. Aug. Die Ausstands-Bewegung in Makedonien nimmt immer größeren Umfang an. In den verschiedenen Bezirken wurden 22 O r t s cha ft en zerstör t nnd die Bevölkerung niedergemacht. Mehrere andere Dörfer stehen in Flammen. Zwischen türkischen Truppen,und maeedonischen Banden finden täglich Gefechte statt. Von den Aufständischen wurde ein Detachement türkischer Truppe n in Stärke von zwei Offizieren und 60 Mann gefangen genommen. Tas große Dorf Florina wurde bon_ den Aufständischen nach heftigem Widerstande der türkischen Truppen im Sturm genommen. Belgrad, 21. Aug. Dem König wurde eine mit 1700 Unterschriften angesehener Bürger versehene Bitt- Landwirtschaft. _.ri △ W-tzlar, 21. Aug. Im Oktober d. Js. beabsichtigt der L2bst- und Gartenbauverein für den Kreis Wetzlar in Aßlar eine Obstausstellung und in Wetzlar einen Obstmarkt abzuhalten. Die Obsternteausstchten haben sich aber derart verschlechrerr, daß der Verein sich veranlaßt sieht, beide Veranstaltungen bis Derbst 1904 zu verschieben. Märkte. Kunst und Wissenschaft. Wien, 28. Aug. Der. 9. internationale Geologen- Kongreß ist heute in Gegenwart von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden im hiesigen Universitätsgebäude feierlich eröffnet worden. Von deutschen Gelehrten waren an- Bagrat Lredner-Leipzig, Geheimrat Freiherr v. Richthofen-Berlin, Geheimer Bergrat Schmeißer-Berlin, Pro- fessor Zirkel-Leipzig. Katholische Gemeinde. Samstag, den 22. A u g u ft 1903. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 23. August. 12. Sonntag nach P f i n g st e n. Vormittags von 6 73 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. * um 7 Uhr; Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. w um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ V um 9 7, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 27, Uhr: Andacht. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge, Südantage. Samstag, d e n 22. A u g u ft 1903. Vorabend 7.15 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 8.20 Uhr.____________ Ornii-fr V5bis Mk. 18.- p.Met.IN Os aD[en färben. Franko u. schon Ui MM I WÜlUU verzollt in§ £)aus geliefert. Reiche i Musterauswahl unmgehend. Sei- Kandidatur | den-Fabrik Henneberg, Zürich. 34 Konkursverfahren. Ueber das Vermögen des Landwirts Peter Christian Hudeler von Grüningen wird heute am 20. August 1903 vormittags 9Ä/2 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Gast- und Landwirt Wilhelm Arnold zu Grüningen wird zum Konkursverwalter ernannt Konkursforderungen sind bis zum 3. Oktober 1903 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132,137 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände — auf den 15. September 1903, vormittags 9 Uhr — und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Mittwoch den 14. Oktober 1903, vormittags 9 Uhr — vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben ober zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Beftiedig- ung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 20. September 1903 Anzeige! zu machen. 6332 Großherzogliches Amtsgericht zu Lich. Stabt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: 6237 Kiihfikisch 48 M SchNkMstejsch 50 W. veissttivitterösen empfiehlt 03877 G. Walter, Mäusb. 13. Tel. 386. Arbeitsvergebung Die für bauliche Herstellungen im vorrn. Hause Bourgeois , Kirchenplatz Nr. 18, erforderlichen Maurer-, Zimmer- und Weißbinderarbeiteu sollen Mittwoch den 26. August, vormittags 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbesehreibung und Bedingungen liegen während der Amtsstunden auf unserer Schreibstube (Zimmer Nr. 3) zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens zu obengenanntem Zeitpunkt an uns einzureichen. 6307 Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 19. August 1903. Städtisches Hochbauamt I. A.: Altvater. Prima geräucherte Mhimil in bekannter Güte per Paar 25, 30 und 35 Pfg. empfiehlt 6183 Friedrich Schreiner Metzgermeister, Seltersweg 65. Siebener Anzeiger, Brühffdie Druckerei Auf 1358 B3 I KchtMtkll 5980 m I Kulmbacher Bier Zahnbürsten sowie Frisier- u. Kleiderbürsten unter Garantie der größten Halt barfeit empfiehlt billigst (5588 15. Tichy, Selteroweg 43, Ecke der Goethestraße. Molster- u. Tapezicrarbeiten 'P übernimmt [03921 Carl Reh, Westanlage 25, pt. ßanf-Couperfs mit Firma Mark 2.60 per üaufend. wichsen die meisten Mädchen die Schuhe nur mit Krebs-Wichse, $ w Sv w $weil sie den schönsten Glanz giebt. Ziviebeikuchen Dienstags, Donnerstags und Samstags von morgens 9 Uhr an zu haben bei 5179 Mer Schoniber Walltorstraße 51. Iußöoden- t9M Anstrich. 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