Dienstag LI.April 1003 153. Jahrgang Y-rstes Blatt. Nr. «3 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen UbirfU tüi teuelrten: InalitrAtnldiliiiKf 61. anbei Sonntage. Dem Siebener Anzeiger werden im Wechiel mit dein Be|Rfd)eR fonfralrt dir •Ubener Kamille«* blätter viermal in der Woche beifldegL Hoiationeörucf il 8erlag bei Biühl 'Id)en Univert.Buch- u.Stein« biudccci(tiian« «u tilg. 1< c i u n i id v c 111 cb *üt den polu und allgein. Teil 11. Witiko, nie ,etabt und l!anbJ und Wend)i«hiar Vluauft wo t) tüi den iln- Aeiaentetl van« B eck. J>a» Akl-i auf ben Fame- „Sparltasse". Gießen, 21. April. Hamburg, da- bereit» 1778 eine Lasse errichtete, die al» erste mit dem Namen Sparkasse (Er>parniSkassch belegt wurde, marschiert auch letzt wieder an erster Stelle in Beseitigung der sich durch Privatbetriebe den «Lparlasien gegenüber ergebenen Mißstände. Der Hamburger Senat hat Hut aus Anregung der Bürgerschaft einen Gesetzentwurf vor- gelegt, der die mißbräud)liche Berivenoung des Ausdrucks „Sparkasse" beseitigen wül. Ta sich bei uns in neuerer ÄcU ähniiä-e Mißstände gezeugt haben, dürfte eS für weite -reise van Jntecesje Jein, den Wortlaut deS fcaglicl-ou EiiNvurfeS und serue Begründung kennen &u lernen. Der (fcntwun lautet: S L ©er in öffentlirfjen Bekanntmachungen oder in anderer für einen gröberen LretS von Personen bestimmten Kundgebungen ein Unternehmen, welche» nicht eine Sparkasse im Sinne dieses Gesetzes ist, al» Sparkasse bezeichnet odet zur Kennzeichnung des Geschäftsbetriebes eine» svlck-en Unternehmens sonstige Ausdrücke verwendet, welche den Anschein eines S p a r k a s s e b e t r ie b e s heroorzurusen geeignet sind, wird mit Geldstrafe bis zu Cintausendfünshundert SJlart bestraft. § 2. Unter Sparkasse im Sinne diese» Gesetze» ist eine Anstalt zu verstehen, deren Zweck ausschließlich auf die Entgegennahme und zinstragende Belegung von Geldeinlagen gerichtet und mu der Absicht der Erzielung eines dem Uruer- nchmeu verbleibeitdeu Gewinnes nicht verIrunden ist, 8 3. Diese» Gesetz tritt sechd Jttmate nach seiner Bcrkündig- nng in Straft Au» der sehr umfangreichen Begründung heben wir 6a» folgende hervor: in der letzten Zeit ist häufig die Beobachtung gemacht worden, daß Geldinstitute, vorzugsweise Banken und Bankiers, sich in osienUichcn Vuilüiibigungcn zur Ent- gegennahme, Bcnvaltung und Verzinsung von Geldern unter der Bezeichnung „Spareinlagen", „n affen gut« habe n" oder unter Vertvendung ähnlicher, auf einen Sparlajsenbctricb hiiideutender Ausdrücke erboten haben. Ta die in solä-en Bekanntmachungen in Aussicht gestellten Verzinsung»- und Audzahiungsdedingungen in der Siegel gunutgere sind, als svllx von den bestehenden gemein- nutzigen Sparlassen gewährt werden können, so haben nach den gemadjicn Erfahrungen dteienigen Ureise der Bc- vöileruiig, welche früher ihre Ersparnisse diesen gemeinnützigen Sparkassen auznoertrauen pflegten, es in neuerer Zeil nicht selten vorgezogen, ihre Ersparnisse bei jenen anderen Geldinstituten zu belegen. Tte Deputation für handel und Schifjahrt hat ui Uebereinstimmung mit der Handeisluinmer schon vor längerer Zeit auf diese Ersd-ein- ung hingewiesen und die Notwendigkeit gesetzgeberischer Maßnahmen betont, denn die fraglichen Ankündigungen führten daS Publikum zu dem irrigen Glauben, die genannten Geldinstitute feien auf derselben Grundlage aus- gebaut, wie die Sparkassen im eigentlichen Sinne. Tas sei aber nicht der Fall. Wenn ti> auch an einer gesetzlichen Begriffsbestimmung deL Ausdruckes „Sparkasse" seyle, so verstehe man nach bem Spracl/g.brauä>e h.erunter eine Anstalt, welche den ausschließlichen Ztveck versolge, den kleineren und kleinsten Kapitalbesitzern eine sichere zinstragende Belegung ihrer Ersparnisse zu ermöglichen. Die auf dem Prinzip der Gemeinnützigkeit beruhenden Sparkassen, welche die cui- aesammelten Einlagen üi sicl-eren Werten anlegten und den Zinsfuß so fest setzten, daß der Ucbersck>uß nur die Ber- wallungö'cslen decke uitd eine die Sicherheit erhoucnde Juld- lage schasse, bäten den Einlegern eine Gewähr dafür, daß ihre Ansprüche auf Skückgewährung re. jederzeit befriedigt werden tonnten. Diese Gewähr bestehe aber nicht in gleid^m Maße, wenn die Anstalt, der die Ersparnisse anvertraut seien, auch Geldgeschäfte anderer Art betreibe, jodaß da» Vermögen der Anstalt auch für die aus diesen anbertocüen Geschäften hervorgehendcn Verbindlichkeiten in Anspruch genommen werden könne. Die Einleger bei solchen Banken hätten also im Falle eine» Konkurses des Unternehmen» nicht etwa Anspruch auf eine vorzugsweise Befriedigung, wie dies die Hypothekenbanken nach gesetzlicher Bestimmung den Psandbriefglänlngern in Ansehung der al» Unterlage für die Pfandbriefe dienenden Hypotheken zustehe, sondern müßten an dem Verluste wie alle übrigen Gläubiger teilnehmen. ES sei nicht Ausgabe der Gesetzgebung, auf dav Publikum bestimmend einzuwirken, wie und wo eS seine Ersparnisse anlegen solle, aber die Gesetz- gelang könne auch lischt untätig zusehen, wenn fortgesetzt i>un privater Seite auf die Entschließungen zahlreicher Per- sollen durch einen, die rechtliche Natur ikr für Qkhbelcgungen gewährten Sicherheit beeinilassenden Irrtum hingewirkt werbe. Möge auch in vielen Füllen da» Geldinstitut, von welchem die Aufforderung zur Geldbclegung auSgehe, sich mit Necht bc» Auses völliger Zuverlässigkeit erfreuen, so dürfe doch da» Publikum, an Wclä-eS sich oie Ausiorderung ridjie, nicht darüber im unklaren bleiben, daß bie Sick-erhea der Anlagen nid>t wie bei ben eigentlichen Sparkassen in bet eigenartigen tilatur bc» Gesd)äitsbetriebes und namentlich in ber Fernhal tung von allen spekula- liven Gesd)äfteu, fonberu wesentlich in dem den Leitern de» Unternehmens und ihren geschäftlichen Prinzipien und Erfahrungen entgegengebrachten persönlichen Vertrauen ihre Grmidlage habe. Tie Gesetzgebung tonne sich niemals dagegen richten, daß Gelder bei Anstalten jener Art belegt Werden und daß zu solchen Gcldbeieguligeii öffentlich aufgjacbcrt werde, nwhl ober dagegen, daß ui die,en Aufforderungen Ausdrucke verwandt Werden, Welche bei einem Teile de» Publikums irrtümliche Vorstellungen über die Eigenschaft und den Ge- schäslsbetrieb dc» llnternchmenS und Verweck-Slungen mit den einen ganz anderen Zweck versolgenden Sparkassen her- oorzurufen geeignet seien. In einer Landesgesetzgebung, welche sich in diese Grenzen halte, könne kein unzulässiger Eingriff in die von der Gewerbeordnung, also reick-sgesetz- lich, gewährleisteten Gewerbefreiheit gesunden werden. Auf die Begründung in dieser Beziehung werden wir in einem späteren Artikel weiter eingehen. Politische Tagesschau. Teutsch-sianjosische Liga. (Eine in München auftauchende .deutsch-französische 2iga* proklamiert folgende Ziele: 1) mit allen ehrenhaften Mitteln danach zu streben, da» gute Einvernehmen zwischen Frankreich und Deutschland wieder herzusiellen, zunächst dadurch, daß 2) die elsa ß-l ot hringische Frage möglichst bald und möglichst befriedigend gelüst wird. Ta» dieser Frage stellt bie Liga zunächst nur zur Diskussion. AuS den Ansichten ihrer Thtgheber hat sich em festes Programm bisher nicht herauskristallisiert. Folgende Lösungen werden be- zeichnet als besonders zu erwägen, ohiie baß damit andere auSgeschlosten oder die genannten aufgedrängt werden sollen! tu Anerkennung deS «taiu» quo (für Frankreich unannehmbar); o. Rückgabe an Frankreich (für Deutschland unannehmbar): o. Neutrallsie.ung (für Deutschland ein Verlust, für Frankreich kein Gewinn); d. Teilung nach der Sprack)grenze (d. h. deutschsprechendes Gebiet an Deutschland, französiichsprechendes Gebiet an Frankreich) und Entschädigung DeulschlandS durch Abtretung einer französischen Kolonie, Insel oder Inselgruppe an Deutschland. Traurig genug, daß sich in Deutschland noch Leute finden, die da» Bestehen einer »elsaß-lothringischen Frage* überhaupt anerkennen und sich über ihre »Lösung* den Kopf zu zerbrechen für nötig hallen. DaS Unternehmen mag ja ganz gut gemeint sein, zu besten Förderung aber, zu der auch wir ausgefordert worden, ernpsinden wir lein Bedürfnis. Daß wir em möglichst guicd Einvernehmen zwischen Frankreich und dem Deutschen Netche wünschen, ist selbstverständlich. Die Verschuldung btt ländlichen Grundstücke, die kürzlich von dem preußisl>en statisti.aien Bureau nach- gcwiesen würbe, giebt ein ungemein ernstes Bild. In ben sechs Jahren lüLv—IllOO ist bie hi)polhrkarische Verschuldung de» länblid)en Grundbesitzes um etwa 2 Milliarden Mark gewachsen. Der Ueberschuß ber Hypolheken-Liw tragungen über bie Löschungen betrug im Jahre 1895 rund 25U Mill. Mark uiid stica bis zum Jahre PJOO auf rund 400 Mill. Mark. In ben sechs Jahren ^1 also durchschnitt- lich bie Zunahme ber hypothekarischen Verschulbung 330 Mill. Mark betragen. In ben neun Jahren von 18o6—94 ist bie hypothekarische Verschuldung nur um U/s Milliarbe gewachsen, also im Jahresdurchschnitt nur um 166 Mill. Mark. Daraus folgt, baß bie Zunahme ber ländlichen Verschuldung ui ben sechs Jahren von 1893—1900 ungefähr ooppelt so stark war, alS in ben neun Jahren vorher. Die „Grenzlwten" dahaupten, die Siatistik sei ungenügend und ungeeignet und gebe ein falsches Bild. Heer und Flotte. _ AuS dem Militürwochenblatt. v. Trott», gen. Treydcn, Major und 9lbjutant der Großh. Hest. (26.) Division, als BatS.-Lommandeur in daS FörngS-Inf.-Regt. (6. Lothr.) Nr. 145 versetzt. v. Amelunxen, Hauptm. und Lomp.-Ehes im Füs.-Negt. Königin (SchleSwig-polstein) Nr. 86, zum Adjutanten der Großh. Hess. (25.) Dio. — ernannt v. Schmidt, Rom. der 25. Lao.-Btig. (Großh. Lest.), Frhr. v. Ledebur, beauftragt mit der Führung der 50. Inf.-Brig. (2. Großh. Hest.) unter Ernennung zum Kommandeur derselben — zu General - Majoren befördert, v. Wachter, Gen.-Major und Gen.-Adjutant deS Großherzog» von Hessen und bei Nhein Rönigl. Hoheit, ein Patent seine» Dienstgrades verliehen. John v. Frcyend, Cberfilt. beim Stabe deS 1. Großh. Hest. Inf.-(Leibgarde-)Negt». 9lr. 115, unter Ernennung zum Kommandeur des Inf.-NegtS. Prmz Niontz von Anhalt-Dessau (5. Pomm.) ätr. 42 — zum Cberficn befördert. v. Fischer-Treuenfeld, Major und BatS.-Kom. im Inf.-Regt. von der Goltz (7. Pomm.) s)lt. 54, unter Versetzung zum Stabe deS 1. Großh. Hest. Inf.-(Leibgarde-)9iegts. Nr. 115 — zum Oberstleutnant befördert. Babst, Major, aggreg. dem Ins-Leibregt Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, unter Versetzung in daS 4. ülllagdeb. Jnf.-Negt. Nr. 67 — zum BatS.-Lonimandeur ernannt Die Hauptleute und Komp.-Ehefs Frhr. Treusch 0. Buttlar-BrandenfelS im Großh. Hest. Jnf.-(Leib- garde-)Negt Nr. 115, Heuer im Jnf.-Negt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hest.) 9ir. 116, v. DÜcker, v. Obernitz im 4. Großh. Hess. Jnf.-Negt (Prinz Karl) Nr. 118 — zu überzähl. Majoren befördert Koettschau, Hauptm. im Jnf.-Negt Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hest.) 9tr. 116 — zum Komp.-Ehef ernannt Die Oberlid. 0. Dibtman im 1. Großh. Hest. Jnf.-(Lctbgarde-)Negt 91 r. 116, LuciuS im 4. Großh. Hess. Jnf.-Negt (Prinz Karl) 9lr. 118 — unter Beförderung zu Hauptleuten zu Kompagnie-EhesS ernannt. Tie Oberltö. Nu del off im Jnf.-Negt Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hest.) 9lr. 116, dieser unter Versetzung in das Jnf.-Negt Prinz Älontz von Anhalt-Destau (5. Pomm.) FcuiUclon. KB. Darmstadt, 20. April. Hoftheater. Tie neue Oper Karl Goldmarks „Götz von Ber l i chin g e n", die, Wie fü;on gcmeldct, gestern abend bei ihrer Erstaufführung einen dura/schlagcnöen Erfolg erzielte, ist das vierte bra- maiijdx Buhnenwerk deS Schöpfers so vieler bekannter Lrchesterwerke. In Tarmstab't haben wir von ihm nur fein „Heimchen am Herd" kennen gelernt, „3)^1111" unb Die „Äcnigin von Saba" blieben für bie Hvfbühne bisher versck>lvfsen. Ten Komponisken hat, wie zu seinem erst- genannten Lerke, auch zu bem neuen Opus em echt beutscher ütuff, bas niitielaliciLax 'Jiitterium, Veranlassung gegeben. Tas von Lillner hergcstellte L.bretto schließt sich eng an Goethes Meisterwerk an, aber bie ©runbbebingungen für das Trama sind boch wesentlich anderer Art, als die für bie Oper, und da der Texlbearbeiter in erster Linie daraus bedacht war, die Hauptfzenen des Dramas aud) in der Oper mit großer Gewissenhaftigkeit festzuliattcn, so hat fid) ber im übrigen sehr prägnante Ausbau des Musikdramas dock) mehr episodenhaft gestaltet; es geht dem Werk der aroße, rem dramatische Zug verloren, ^tan theatiallsch ist ^ie Wirkung der Szene über den Verrat Weislmgens und der Bauernaufstand, sowie das Vehmgericgt zu Bamoerg, m enen sich die Musik zu ho^er, kraftvoller L-chönheit erhebt. Die Komposition ist überhaupt sehr reich an uiuiikacischen Effekten, besonders ergreiftua s.nd bie lynick-en Momente, wohltuend und erquiaenu zugleich die zahlreichen, nwpil- artig ausgeprägten Lrck)e,.er0ilder. Tie L|xr war unter Herrn be vaauS kunstiernscher Leitung aerabeju mu|ter- aiittg einstudiert und von Herrn Valdeck höchst efiektvoll inszeniL.Lt. Tie Titelrolle sang Herr Weber markig u-d Nangvoll, während die Adelheid in Frau Kaschowska eine sehr temperamentvolle Vertreterin sand, die namentlich das Tämonisd>e der Partie zu höck)ster Wirkung brachte. Ganz prad)tig war Frl. Aödiger als Gcvrg und aud) die Tarnen Tollt (Elsbeth) und D e n n e r 9 (Maria- waren gut am Platze, ebenjo wie bie Herren Ließ (Weisungen), Wolf (Franz), Gräffner (Sikkingen) u. a. Tie Be- gcifterung des Publikums steigerte sic.) von Alt zu Akt, und itürmijdxc App.aus und vielmaliger Hervorrus begrüßte den 71jahrigeii Komponisten, als birfelbe endlich im iiieifi der hauptatteure auf der Bühne erschien. „Götz von Ber- lichingcii" wirb zweifellos auch im rnusikalisu-en Gewanbe |einen «.iegeSzug über die deutsd-en Bühnen unternehmen. Weingartners Trilogie „Orestes", die in Frankfurt a. M. zur Erstaufführung gelangte, war überaus stimmungsvoll inszeniert. Ter »ton.ponist wie der Dirigent fanden starken Be.fall, besonders im zweiten Teil. Lei diesem und un letzten folgten wiederholte Hervorrufe und starke Lymp von Königsberg einen Versuch, den Karfreitag zu bau..en, vor- I leg-n taffen, b»r in br 1 Achten" er Ges.llschaft veröffentlicht ist. Mit Hilfe genauer Reck-nunaen, die für ihn im Königl. Astronomisd-en Recheninstitut in Berlin angeftellt sind, hat er auf folgendem Wege den Todestag Jesu Auoet» lässig Datiert Jesus ist an einem Freitag gekreuzigt (Aiatth. 27, 62; 28. 1. Mark. 15, 42. Luk. 23, 54. J^h. 19, 31.) Jesus ist nach Johannes am 14. Nisan (Frühlingsmonat) nach den anderen drei Evangelien am 15. Nisan gekreuzigt Tas Jahr fehlt Pllatus war Landpfleger von 26 bis 36; Ostern 36 war er schon abgesetzt Nun fiel aber ber 15. Nisan in dieser Zeit überhaupt nicht auf einen Freitag, ber 14. aber in den Jahren 30 und 33 und zwar auf ben 6. bezw. 3. April. Es bleibt daher die Wahl zwischen 6. Avril 30 und dem 3. April 33. Zur Entscheidung in dieser Wahl helfen andere Tarierungen bei Lukas und Johannes. „Tas angenehme Jahr des Herrn", die öffentliche Wirkfamkeit Jesu beginnt nach Lukas im unmittelbaren Anschluß an Das Auftreten des Täufers, dieser aber trat auf im fünfzehnten Jahre des Tiberius, als Pontius Pilatus Judäa verwaltete, und m Galiläa Herodes Tetrarch war, fein Bruder Philippus aber Tettarch war über Jturäa ufw., unb Lysanias Tetrarch über Abilena, unter dem Hohenpriester Annas und Kaiphas (Luk. 3, 1). Das ist die ZeU zwifchen dem 19. August 28 und dem 18. August 29. Jo- lannes läßt beim ersten Auftreten Jesu bie Juden zu ihm sagen (2, 20): In 46 Jahren wuroe dieser Tempel aufgebaut usw. T-as führt auf das Jahr 27/28. Ta nun Jesus bei Lukas ein Jahr, bei Johannes zwei (oder drei- Jahre wirkt, so haben Mbe Evangelien als Todesjahr das Jahr 3u ongenomme t Annak ?t ihre Le,.aiigung dadurch, daß gerade in diesem Jahre dec Todestag ein Zreitag ist. Pvof.ssor Achelis sckstießt daher, daß ber j. April 30 der wahre Karfreitag fei. 5>ve Pelkehrsp? ungen, Es zer- Gcgcn Lchuupfeu hilft Forma«. 1258 ttolonialpost. Berlin, 20. April. Wie mitgeteilt wurde, starb am 6. Februar in Marua infolge einer Schußwunde, die durch einen vergifteten Pfeil verursacht war, der Oberleutnant Josef Graf Fugger von Glätt von der Kameruner Schlitztruppe. Eben eingetroffene weitere Nachrichten besagen, daß Graf Fugger ermordet worden ist. Graf Fugger war auf einem Marsch nach Diloa begriffen, um den dort stationierten Oberleutnant von Bülow zu besuchen und seinen Bezirk zu bereisen. Dicht bei Blfara am Mayo-Kebbt hatte er ein unbedeutendes Gefecht mit Leuten aus einem Heidenstamm, die zum Angriff geschritten waren, er war jedoch glücklich und ohne weitere Störung nach Marua gekommen. Als er dort vor seinem Zelte saß, gab ein vorübergehender Heidenneger aus der Umgebung Maruas auf Graf Fugger einen Pfeilschuß ab; der Pfeil drang 8 Zentuneter tief in die rechte Wade, und da er vergiftet war, so erfolgte der Tod in einer halben Stunde, um 1 Uhr mittags an jenem Tage. Bor seinem Tode ermahnte Graf Fugger den ihn begleitenden Unteroffizier, die Angelegenheit nicht zu einer ^politischen" (?) zu machen; er, so äußerte der Sterbende, halte die Tat für nur aus dem Kopfe dieses Stammes entsprungen. — Wahrscheinlich wollte Graf Fugger vor iraenb einem großen Rachezuge warnen, Nr. 42, Ziegler im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 — zu überzähl. Hauptleuten befördert. L eßn er, Oberlt. im 4. Großh. Heff. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, als Lehrer zurMilitär-Turnansialt, v. Selasinsky, Leutnant im 9. Rhein. Jnf.-Regt. 9ir. 160, in das Jnf.- Leibregiment Großherzogin (3. Großh. Heff.) Nr. 117 — versetzt, v. Bernuth, Obersllt., beauftragt mit der Führung des 1. Großh. Heff. Trag.-Regts. (Garde.-Trag.- Regts.) Nr. 23 — zum Kommandeur dieses Regiments ernannt. Rogalla v. Bieberstein, Oberlt. in der Eskadr. Jäger zu Pferde Nr. 17, in das 2. Großh. Drag.-Regt. (Leib-Drag.-Regt.) Nr. 24 — versetzt. Scholtz, Oberst, beauftr. mit der Führung der 25. Feld.-Art.-Brig. (Großh. Heff.) — zum Kommandeur dieser Brigade ernannt. Dingel dein, Oberst in der 4. Jng.-Jnsp. und Inspekteur der 6. Festungs-Jnsp., — zum Chef des Stabs der Gen.- Jnspektion des Ingen.- und Pion.-Korps und der Festungen ernannt. Arbcilrrdrwcgung. Shenandoah, 20. April. Tie Philadelphia and Reading Loal and Iran Co. verhängt heule über alle ihre Kohlenarbe 11 e r tm Bezirk Shenandoah die Aussperrung. Ten Ar- beilern ist am SamSlag angekündigl worden, daß fie sich als entlassen ansehcn konnten, wenn fie Samstags nicht volle 9 Siunden Arbeiteten. Ta sie trotzdem am Samstag nicht die verlangie Arbeitszeit innehielten, wurde ihnen heute, als sie sich zur Arbeit meldeten, bedeutet, daß für fie keine Arbeit da sei. Teil entgleist sind. Zwei Me nschen sind im Schnee- türm umgekommen. In Dresden wurde ein Mann rurch einen einstürzenden Baum erferlagen. Auf der Strecke Amstetten-Laichingen ist ein Zug un- weit der Station Nellingen in Württemberg ebenfalls eingeschneit und stecken geblieben. In Wien mußte zu schnellerer Instandsetzung der zerstörten Telegrapl-en- und Telephonleitungen M-ckttär heran- gezogen werden. ~ . In Venedig wütete am 19. d. M. ein Orkan, der in den Lagunen und im Hafen großen Schaden anrichtete. Viele Schisse sind gekentert, deren Insassen ertranken. Ganz Lberitalien und die Romagna haben Orkan und Schneefälle bei fette Grad Frost. Der Schaden ist sehr groß. Nach Depeschen aus Monastir und anderen Orten der europäischen Türkei herrschen auch dort Schneefall und Stürme. trümmert. Tie Strecke Werneuchen-Wriezen ist wegen Schneeverwehungen gesperrt. Die Tauer der Betriebsstörung ist noch nicht zu übersehen. In Cottbus fällt seit 30 Stunden ununterbrotzen Schnee. Der Telephon- und Bahnverkehr ist unterbrocl-en. Von Görlitz, Breslau, Posen und Frankfurt a. O. ist seit vorgestern lein Zug angelommen. Die Züge nach Berlin, Leipzig und Dresden konnten wegen Personal- und Maiu.)inenmangets nur vereinzelt abgelassen werden. Der Güterverkehr i|t vollständig eingestellt. Der Schnee liegt aus der Strecke CotlduS-Gorlitz einen Meter hoch. Infolge Schneeverivehnngen sind jeimr noch zahlreiche Eisenbahn- strecken in Schlesien gesperrt. Tie Rettungsstation ^att)ocst der deutschen Gesellschaft zur 'Rettung Schiffbruch.gcr telegraphiert: Ain 2ü. April wurden von dem hier gestrandeten schweb.s^en Schuner „Emma", Kapitän Mötter, nid Petroleum von Kopenhagen nach Carlshamm bestimmt, drei Personen durch das Rettungsboot der Station geiettet. — Bei Bornholm ist ein russischer Schuner gesunkeii. Zn Posen waren gestern bis 61/3 Uhr abends keine 6er feit vorgestern abend sättigen Posten aus Berlin, Breslau und Stettin eingetrofsen. Ter Verkehr miet) au^en slockl ganz. Der Sturm hat sich etwas gelegt, der Schneefall halt an. , , . Auch in Stettin wütet seit Samstag em heftiger Schneesturm, der große Verwüstuiigen aiig.richtet hat. inne große Anzahl Gelange mit Telepi-ondra.chen wurden vom iLturm aus den Dächern umgeworsen. Alle Telchihonver- binduiigen sind uiiterbrochen. Tie elektrisä/e Straßenbahn hat den Betrieb eingestellt, und nur wenige Eisenbahn- fircden sind befahrbar. Im Gesoige des Schniesturms trat Sturmflut ein, wodurch der Wasserstau!) eine Hohe von über einen Meter über das Mittel erreicht hat, was feil Jahrzehnten nicht vorgelommen ist. Tie Feuerwehr wurde requiriert, um die überfluteten Keller am Bottwerk aus- zupumpen. In den Anlagen wurden starke Baume entwurzelt. Ter Schaden ist enorm. Ter Schneesturm bauen mit unveränderter Heftigkeit fort In Breslau dauert der Schneesturm fort -ter Stralienbahnverkehr ist teilweise unterbroä-en. Der Bahnbetrieb eingesteckt Die Telephonleitungen sind zum großen Teil zerstört Ter Schaden ist sehr groß. Tie Eul e n g e b i r g s b a h n hat den Verkehr an- gestellt, da alle Nlaschineu unterwegs fesisitzen und zum Behälter mit Pumpvorrichtung gratis zur Verfügung geteilt worden; jedoch sind die Kaufleute nicht verbunden, tels Abnehmer des Oels zu sein. Die Verkäufer sind Der- lichtet, nicht mehr als 20 Pfennig für bad Liier zu nehmen. An bestimmten Tagen kommt der Oelwagen durch die Dörfer. Tie Firma Kaufmann beabsichtigt, für den Transport fünf Pferde einzustellen. n Marburg, 20. April. Ein von der Polizei ___, . 1 g t e r Mann verkroch sich heute abend in einen Schornstein. Um den Flüchtling festnehmen zu können, brach man vom Tache des Nebenhau,es aus eine Wand durch und zog ihn dann, sckpvarz wie ein Neger, heraus. Naä)dem der sich verzweifett Wehrende dann noch ein Treppengeländer umgerissen und mit zwei Polizeibeamten in die Tiefe gekürzt war, gelang es schließlich, ihn zu bändigen und inS Gefängnis zu bringen. Frankfurt, 20. April. Der durch Schopenhauer, die Notabilitäten der Bundesversammlung und eine lange Reihe europäischer Regenten zu internationalem Ruf gelangte, mehr als 100jährige Hotel „Englischer Hof" wird vom Roßmarkt nach der Saiserstrage, Ecke Dahiihofplatz, verlegt, wo der Eigentümer des Hotels, Architekt I. E. Junior, mit eineyi Kostenaufwand von mehr als einer Million einen monumentalen Hotelpaiaft für den „Eng- Aus Hlüöt uni) £anü. Gießen, 21. April 1903. ♦* Personalien. S. K. H. der Gvoßhcr^og haben dem Großh. Oberamtsrichter Geh. Justizrat Karl Langer- mann zu Gießen aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zum Ritterkreuz 1. Kl ässe des Verdienstordens Philipps des Gvoßmütigcn verliehen. — Tem Oberleutnant Freiherrn v. M a s s e n b a ch im 2. Großh- Dragoner-Regiment Nr. 24 wurde das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — In den Ruhestand wurde versetzt der Expeditor in der Hessisch-Preußischen Eiseirb-Hngeniiinschaft Wi.h.lm Hum. m e l in Darmstadt. — Ernannt wurden der Pedell an dem Gymnasium zu Bensheim Wilhelm Seiffert zu Bensheim zum Amtsdiener bei der Saline und Badeanstalt Bad- Nauheim und der Jean Gerber aus Oppenheim zum Kanzleigehilfen bei der Wein- und Lbstbauschule in Oppenheim. w „ ** Druckfehler im Poststempel. Aus unserem Leserkreise werden uns $roei Postkarten vorgelegt, die eine in Eöln a. Rh. nach Gieren aus gegeben, wobei der in Cöln benutzte Poststempel zur Entwenung der Marke die Jahreszahl 04 zeigt. Die zweite eine Stadtposlkarte, in Gießen aufgegeben, zeigt ebenfalls denselben Druckfehler. Der Adressat der Stadtpostrarte hat sofort nach Empfang die Karte mit einer zweiten 2 Psg.-Marke beklebt und diese auf» Neue dem Briefkasten übermittelt. Der für diese Marke angewendete Entwertungsstempel zeigt aber die richtige Jahreszahl 1903. w. Wißmar, 20. Avrck. In erfreulicher Weise ist für den östlichen Teil der Bürgermeisterei Krofdorf, für die 7 Ortschaften der ehemaligen Bürgermeisterei Launsbach, nunmehr Wißmar vom Königl. Bezirks-KommandoWetzlar zum Kontrolort gewählt worden. Bisher wurden die Kontrolversammlungen stets zu Krofdorf abaehalten, wohin aber die Gestellungspflichtigen aus Salzböden und Oden- Hausen allemal einen weiten Weg hatten. Wißmar hingegen, welches zu gleicher Zeit Bahnstation hat, ist wegen seiner Lage im Mittelpunkt entschieden besser gewählt. Die Frühjahrs-Kontrolversammlung wird Dienstag den 28. April 11.45 Uhr am hiesigen Bahnhof abgehallen. w. Kinzenbach, 20. April. Die Firma A Müller Witwe, welche, wie wir schon berichteten, feit 25 Iobren hier eine Dampfziegelei betreibt, hielt am Samstagabend bei Gastwirt L. Peusch für ihre Arbeiter und deren Familien eine hübsche Gedenkfeier ab. Sowohl die Familie Müller als auch alle Arbeiter nahmen an dieser Festlichkeit teil Der Arbeiter G. Leukel überreiche der Arbeitgeberin im Namen der Arbeiter eine schöne Gedenktafel. Bei einem opulenten Mahl, an dem nahezu 100 Personen Anteil nahmen und bei Konzert und Tanz schwanden die Stunden, die allen Teilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben werden, rasch dahin. (!) Lich, 20. April. Sicherem Vernehmen nach wird zu der Unterklasse der hiesigen Präparandenschule eine Parallelklasse errichtet. ~ , ? Hartmannshain, 20. April. In 6—8 Wochen werden die Arbeiten an unserer Quellwasserleitun g beendigt fein und dann steht unsere Gemeinde mit modernen Einrichtungen an der Spitze der Vogelsberger Dörfer. — Ter Schnee liegt hier und in dem höchst gelegenen Dorfe Herchenl>ain ziemlich hoch In letzterem Orte sind Schneewehen von I1/3 Meter Höhe. (!) Mücke, 20. April. Nicht geringes Aufsehen erregt das Verschwinden des Direktors der „Oberhessischn Holzindusttie", Bamberger, auf Mücke. Er ist seit etwa 14 Tagen nach unbekanntem Aufenthaltsort berrcift Wie aus sicherer Quelle verlautet, sind bis jetzt keine erheblick)en Unterschlagungen entdeckt worden. Private Schulden mögen der Beweggrund der Flucht des Direktors Bamberger gewesen fein. Er bezog übrigens für Mücke einen recht bemerkenswerten Gehalt, nämlich 4000 Mark Besoldung, freie Wohnung, freies Licht und freien Brand. Bamberger, der früher in Alsfeld ein Geschäft betrieb, war dort schon einmal fallit geworden. Er war ein in allen Fächern sehr gewandter Mann von sehr einnehmendem Wesen und genoß volles Vertrauen. Allerdings hatte der Aufsichtsrat der Holzindusttie in letzterer Zeit bemerkt, daß Bamberger Die Geschäfte nicht mehr pünktlich führte und deshalb einen Ersah für ihn bereits in Erwägung gezogen. X. Flensungen, 20. April. Der Ziegenbock, der rerschwundene und wiedergefundcne, muß noch einmal in Die Spalten Der Zeitung 00 seines ruhmreichen Endes. Er wurde geschlachtet, von einem Feldwebel zu G.eßen gekauft und in Der Kaserne zu Gießen verspeist. Wahrlich, auf ihn konnten alle Geißböcke — neidisch werden. (?) Stockhausen bei Flensungen, 20. April. Bei der D ü r g e r m e i st e r w a h l unterlag Der seitherige Bürgermeister Faust seinem Gegenkandrdaten Suppes mit nur einer Summe weniger. Man spricht von einer möglichen Neuwahl. -y. Elpenrod, 20. April. Ein gespensterhaftes Vorkommnis beschäftigt die Gemüter unserer Einwohnerschaft. Ein hresrger Metzgermerster und Gastwirt betrat uackfis gegen zwei Uhr ferne Hofraite. Ta hörte er plötzlich die Orgel in der Krrche fielen, die sich auf einem stellen Hügel ui nächster Mhe bei genannten Hofraite befindet. llmivenben und Fersengeld geben ob dcS unheim- ttcllen Vortommmsses mar bei unfere.ii Metzgermeister einS. Wir würden acken ernstes an eine Vision denken, wenn nicht auch die Frau des Metzgermeisters das nächtliche Sprel gehört hätte. § Schotten, 20. April. Tie Generalagentur der D e u t s ch - A m e r i kani scheu Petroleum ge Seilschaft in Mannheim hat der Firma S. Kaufmann «ühne h.er den Vertrieb ihres Oeles für den Kreis Schotten und angrenzende Geb.ete übertragen. Fast in jedem Dorfe haben sich Abnehmer gefunben, und eS sind den Leuten besondere ve r die das Unwetter mit seinem Schueetteiben namentlich im östlichen Deutschland verursacht hat, sind viel größer, als man anfangs annahm. Ein Anschlag der Eisenbahndirektion Berlin macht bekannt, day wegen Schneeverwehungen sämtliche Strecken der Direktion Kattowitz auf unbestimmte Zeit gesperrt sind. Die Züge aus der Richtung Posen-Schlesien haben unbestimmte Verspätungen. Die Strecke nach Königsberg in der Neumark ist toegen starker Schneeverwehungen nicht zu befahren. Auf dem Stettiner Bahnhofe in Berlin kommen die Fernzüge mit fünf- bis sechsstündiger Verspätung an. Wo alle Züge stecken, weiß die Eisenbahnverwaltung im einzelnen noch nicht. Auf der schlesischen Bahn liegt ein Teck in dem stark durchschnittenen G.lande zwischen Frankfurt a. O. und Rosengarten. Die tiefen Einschnitte dort waren bis an den stckuid voll Schnee geweht. Jetzt ist diese Sttecke wieder befahrbar. An vielen Stellen find Telegraphenstangen umgeworsen oder die Leckungen unter der Last der Schneemafien geriffen. Aus den Berliner Bahnhöfen sammeln sich Hunderte von Menschen, die auf Züge warten. In Berlin litt unter den Betriebsstörungen gestern morgen in erster Linie die Milchversorgung. Die Straßenbahnwagen schoben sich oft auf die nassen Schneemassen, welche die Geleis.' bedeckten, hinauf und faßen fest. Eine Reihe von Unfällen wird gemeldet, bei Denen zahlreiche Personen Verletzungen erlitten. Als Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Rittmeister im Garde-Kürasfierregiment, fick auf bet Fahrt von Schwerin nach Berlin in Der Mhe von Döberitz befanD, fuhr Das Automobil, in dem sich der Herzog mit feinem Diener und feinem Chauffeur befand, in Die Krone eines durch den Sturm quer über die Chaussee geworfenen Baumes. wurde jedoch niemand verletzt, der Wagen allerdings tischen Hof" aufführt. Die Heber) leDeümg erfolgt am 1. August, das neue Haus wird nicht nur das eleganteste Hotel Frankfurts, sondern des Kontinents. Für Ausstattung und Innendekoration werden sehr bedeutende Mittel crufgewandt. Auszug aus m ^irdjrnbiidjrrn brr staut (birtjrn. Evangelische Gemeinde. Getraute. Rtanhäusgemeinde. Ten 12. April. Wilhelm neun, Rüfer zu Gießen und Emilie Wilhelmine Stahrgang, Tochter des Schneiders Georg Stahrgang zu Gießen. Tenielden. Wilhelm Wil, Friseur zu Gießen und Cmltc Helene Dieirich Tochter des Schuhmachers Johannes Dietrich zu Gießen. Getaufte. AtaHhäusgemeinde. Teti 5. April. Dem Kaufmann Louis Schußler ein Sohn, Karl Jakob 6num, geb. den 12. Februar. Ten 10. April. Tem Glaser Wilhelm Kreß em Sohn, Eduard Karl Wilhelm, geb. den 22. Dezember. Ten 12. April. Dem Taglöhner vemrich Oswald ein Sohn, Hans Otto, geb. den 19. März. Denselben. Dem Fabrikarbeiter Jakob Kari Philipp eine Tochter, Marie Elisabeth, geb. den 8. Februar. Ten- elben. Dem Dachdecker Adolf Thtelmann eine Tochter, Wilhelmine Eharlotte Alarie, geb. den 26. März. Tenjelbeti. Dem Ponasststent August Fink eine Tochter, Elfriede Marie Karola Johanna, geb. den 16. März. Denselben. Tem Schneider Heinrich Gerdes eine Tochter, Anna Katharine Eleonore, geb. den 12. Februar. Ten- selben. Dem Schreiner Heinrich Hillgärtner eine Tochter, Eltsabethe Johanna, geb. den 24. Januar. Ten 13. April. Tem Lehrer an der höheren Mädchenschule Ferdinand Eorvutus ein Sohn, Walter Friedrich Ludwig, geb. den 20. März. Denselben. Dem Kausmann Jakob Althaus eine Tochter, Lilli Henriette Wilhelmte, geb. den 19. März. Denselben. Dem Lehrer Marlin Adam Fischer eine Tochter, Elisabeth ^Margarete Susanne, geb. den 19. März. Denselben. Tem Taglöhner Andreas Krug em Sohn, Karl, geb. den 29. Oktober. Den 14. April. Tem Laglöhner Friedrich Wenzel ein Sohn, Karl Friedrich Volbrecht, geb. den 17. Jan. Marku S- gemeinde. Ten 11. April. Tem Kausmann Robert Hoffe eine Tochter, Margarete Marie Johanna, geb. den 8. Januar. Ten 12. April. Tem Friseur Friedrich Hermann Schnecko ernt Tochter, Regina Gertrude, geb. den 22. Dezember. Denselben. Tem Bäckermeister Louis Karl Albert Engelhardt eine Tochter, Lmllie Atar- garete Louise, geb. den 26. März. Denselben. Tem Fuhrmann Friedrich Rathes ein Sohn, Heinrich, geb. den 17. Februar. Denselben. Tem Bierbrauer Johann Weber eine Tochter, Anna Martha, geb. den 2. Februar. Ten 13. April. Dem Schlosser Jakob Stgts- mund eine Tochter, Karoline Christine Wilhelmine, geb. den L Jan. Denselben. Tem Schreiner Emil Anton Henrich em Sohn, Karl, geb. den 22. Dezember. Tenselben. Dem Bildhauer Franz Winkler eine Tochter, Hertha Eltsabethe Lina Auguste Katharine, geb. den 28. Febr. Lukasgemetnde. Den 10. April. Tem Werkmeister Karl Anton Schmidt ein Sohn, Karl Herbert, geb. den 14. März. Den 12. April. Dem Diener Heinrich Katbsiersch em Sohn, Georg, geb. den 8. Febr. Denselben. Dem "Mechaniker August Bauer em Sohn, Franz Philipp August Hans, geb. den 5. Februar. Denselben. Tem Fuhrimternehmer August Marr ein Sohn, August Georg Heinrich, geb. 27. Februar. Denselben. Dem "Metzgermeister Karl Plank em Sohn, Ehristian Heinrich Ludwig, geb." den 14. Februar. Tenselben. Tem Packer Fritz Leuning em Sohn, Peter Heinrich Friedrich, geboren den 9. Tezember 1902. Den 13. April. Tem Lberknecht Eberhardt Schäser em Cohn, August, geboren den 16. März. Tenselben. Tem Sattler Franz Seidl eine Tochter, Irma Elise, geb. den 24. Februar. Denselben. Dem Photograph Karl Borst eine Tochter, Therese Julie Martha Kunigunde, geb. den 6. März. Denselben. Dem Fahrkartenausgeber Ludwig Wilhelm Pabst ein Sohn, Adolf Franz Alax Ludwig Wilhelm, geb. den 21. Februar. Tenselben. Tem Schneider Ludwig Becker em Sohn, Arthur Jean Friedrich, geb. den 19. Januar. Denselben. Tem Tapezier Wilhelm Nees ein Sohn, Heinrich Wilhelm, geb. den 24. März. Den lö. April. Tem Dr. med. Theophil Reinewald eine Tochter, Dorothea Thekla Karoline Mathilde Aitna, geb. den 24. Januar. Johanne sa em rinde. Den 5. April, Dem Taglöhner Augiist Rausch ein sohn, Wilhelm, geb. den 1L Dezember 1902. Denseldeit. Dem Kaufmann ,Geotb Ritzel eine Tochter, Erna Johanna Karola, geb. den 4. März, -reit 9. April. Dem Weißbindermeister Karl Nikolaus ein Sohn, Willy, geb. den 25. Februar. Ten 10. April. Dem Schuhmachermeister Heinrich Ast em Sohn, Hans Eugen, geboren den 80. Jaw Den 12. April. Dem Taglöhner Balthasar Jung eine Tochter, Emma Lina, geb. den 23. März. Denselben. Tem Uhrmacher Georg August Koch eine Tochter, Emilie Johanna Theodore, geb. den 4. Jaii. Denselben. Dem Fabrikarbeiter Philipp Hahn eine Tochter, Luise, geb. den 10. Tezember 1902. Ten 18. April. Tem Mechaniker am Physikalischen Institut Karl Habeney eine Tochter, Luge Eharlotte, geboren den 12. Tezember 1902. Denselben. Tem 'Maler Adam Dürr eine Tochter, Dorothea Franziska, geboren den 22. 'März. Beerdigte. Matthäus gemeinde. Ten 10. April. Wilhelmme Weber, geb. Haas, Eheirau des Werkmeisters Friedrich Weber, 27 Jahre alt, starb den 8. April. Lukasgemeinde. Den 13. April. Amalie Bücking, geb. Groos, Witwe des Landrichters KarlBückmg, 78Jahre alt, starb den 10. April. JohanneS- g em ein de. Ten 10. April. Alane Köhler, geb. Scherst, Eheirau des GlajermeifierS Theodor Kohler zu Alsfeld, 28 Jahre alt, starb den 9. April. Liscnlnihn-Zciluiig. Berlin, 20. April. Heute begannen im Reich4eisenbahna>M die Beratungen der am Eisenbahnwesen beteiligten Bundesregierungen über den im Amte ausgestellten Entwurf einer Eisendahndau^ und Betriedsorduung, in der die Bestimmungen und bisherigen Normen für den Bau und die Auslastung von Haupietseubahnen, die Betriebsordnung für Haupt- eijenbahnen und die Bahnordnung für Nebeneisenbahnen vereinigt wer den sollen. Au den Verhandlungen nahmen :i2 Kommissare teil. o cn o -r £ -o <5 e± £ d CS CD W 77*0 X ’S . s -t ££ gcfi •*— o aü b .2.3 3 o s ‘e «s» WT c So c o5 g S O L Ä O M . ao 5 j? =*~ ^«9* o •«— o ti-rt »O- = *3 a o i_ tr o'S' CXX» ’S" U-S QD*° t- cu äi H I *L ZD .. ^.2 — o 3 Q * I \ A fr *■ (S) o vC'^tZ <*> £>ä L £ o s: «3. «p cs 3 M ti) S X7 S S -2 cs c a r-. u £ o £ §L .5 e aC- c S S c X -0 -s =1# s *.E o e t >e* a(i) "In m E2 S & cn 0 CD E 3- 55 s ■ c « -— c M £ o P 2 >b >— >0 ’S « Z eg a . C E W W • E^-'j a -50^2 3 5 O 55 x> _ £ •« 3 . oj > a$f d 3 o X « 'S* HI cs; 5 £ 1 :< ZG *• ’S - ** !R^= 5 ®±! •- e<. .2 = öd «» -Ä 3 g 53B = g>Sl^SS5|"' ssZ-Z =S 8^ 8-ZLZ «=> s. ä'" tisä=ä-°3a s”ä ~ i= SB’ 5ru«8-ss- —-'0?§^-sK £5#s#b5s1*8 ögÄS’«"-«* Luppeuspargel Ltangcnspargek Wachsbohnen Junge Erbsen . Gemüse-Erbsen ff. Erbsen . la. Ltangcnspargcl Pflaumen . Kirschen, rot Mirabellen Reineclauden Birne« Melange . Aepfel, rot Wallnüsfe . Brombeeren Preiselbeeren Heidelbeeren 3329 Lchnittspargel mit Kopsen 1 , 0.55 . 2 , 1.15 1 , 0.65 . 2 , 0.70 . 2 , 0.60 . 2 , 0.75 . 2 , 0.90 . 2 . 0.85 . 2 , 1.25 . 2 , 0.90 per Piund 0.55 2 Pjd.-D. 0.95 . 2 , 0.85 . 2 . 0.70 Gebrüder Berclux ®fi Bahnhofstraße 27. Lindenplatz 12. 0.65 bis 1.50 Äk. . 2 Psd-T. 1.80 , 1 , 0.70 , . 2 , 0.65 , 1 , 0.40 , . 2 , 0.85 , 1 , 0.45 , . 2 , 0.75 , . 1 . 0.45 , ;6emüse-and Ost-Konserven [ la. Schnittbohnen 2 Psd.-Toie 80. 85. 50 Pfg. uppen Bekanntmachung. Nachdem innerhalb der gesetzlichen Frist Beschiverden gegen die am 14. März 1903 vorgenommene Wahl der Beisitzer des (tie- werbegerichtS (Sieben nicht erhoben worden sind, bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß als Beisitzer gewählt sind: L Arbeitgeber. 1. Beil, Louis, Schremermeister 2. Berg, Karl, Schuhmachermeister 8. Blerau, Balch., Glasermeister 4. Emmelius, Louis, Fabrikant 5. Faber, G, A., Spenglermeister 6. Pennings, Fr., Bäctermeister 7. Krumm, Eduard Raufmann 8. Leib, Heinrich, Schneidermeister 9. Müller, Ludwia, Bäckermeister 10. Birr, Ludwig, Metzgermeister 11. «Lchmidt, Otto, Uhrmacher 12. Wum, Heinrich, Bauunternehmer sämtlich von Gießen. II. Arbeiter. 1. Baum, Heinrich, Glaser in Gießen. 2. Bock, August, Drechsler in Gießen. g. Tech, Karl, Eigarreumacher in Wiekeck. 4. Tiehl, Johannes, Schneider in Gießen. 5. Toll, Ernst, Schmied tn Gießen. 6. Hensel, Adolf, Schriftsetzer in Gießen. 7. Holtderg, Gustav, Brauer in Gießen. 8. Jakobi, Gabriel, Brauer in Gießen. 9. Krüger, Gustav, Metalldreher in Gießen. 10. taucht, Wilhelm, Maurer m Gleiberg. 11. Mäunche, Heinrich, Schreiner in Gtegen. 12. Schäfer, Jol)s., Lackierer in Steinbach. Gießen, den 18. April 1903. 3302 Ter Oberbürgermeister. I. 93.: Georgi, Beigeordneter. Zchulranzen in großer Allswahl empfiehlt zu billigen Preisen Friedrich Kahne Wwe., 2961 Scltersweg 26. Ailanz am 31. Dezember 1902. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1901 217 Während 1902 gingen zu...... 23^ 3320 240 Aktiva. v4L £ Passiva. iAL ej Kasia-Konto 1495.52 Mitglieder-Konto 2250.— Waren-Konto 12644.91 Kreditoren 4180.72 Inventar-Konto 172.05 Reservefonds 1885.33 Debitoren 2620.03 Betriebsrücklage Aufgenommene 2727.45 Kapitalien 2648.— * Kapital-Konto 324101 16932.61 16932.51 , , „ ab...... 17 Daher Stand der Mitglieder Ende 1902 . 223 LrMirtsch. Konsiim-Lmiii zu Wlttzknborii-Ltciiibcrg. Eingetr. Genosiensch. mit unbeschr. Haftpflicht. Hirz. Schaefer. Leicht. Giessener Freiw. Feuerwehr. Lkdklltliche Hoiipt-VerMmliillg findet am Montag dem 27. April, abcndS 8*/, Uhr, bei Hauptmann Wigandt mit folgender Tages-Ordnung flau, wozu wir die Kameradeii hiermit emladen. L Jahresbericht. 2. Rechnungsablage für 1902/3 und Entlastung des Rechners für 1901/3. 3. Voranschlag für 1903/4. 4. Neuwahl des Vorstandes. 5. Etwaige Anträge gemäß § 12 der Statuten. 3281 Ja Aaisor«, 3>leeßaniufl. Tas Kommando. Zum Jahrmarkt. 8314 Aswaivs Harte», neben Poilanb aas Weimar. 1000 Mark gefllndln hat diefenige praktt'che Frau, welche Hoffmann s Gcsund- heits-Siadcu-Haartamm — Triumph — trägt, da dieser Haarnadeln und Band entbehrlich macht, sowie den Kopfschmerz be* feiiigt und das Ausfallen der Haare verhindert. Frisur wird gezeigt. Aswalds Harten, ueöen Holland aus Weimar. Kalk- nni) Mamsmerke, Dampsziegelei Aug. tiabrlel jr., (Siegen, eie Mafien Fabrturrion. Bahuanjchlüge. Werke: Abendstern. sparsam wirtschaftet, wer 3224 wsi M ist und bleibt die Krone aller Waschmittel! W1 ft Ueberall erhältlich, Alleiniger Fabrikant: Joh'n Vormbaum, DÜMeeldort-ReiRholE. plngroN-Verkant durch fawt sämtliche Grownimen einnrhl. Branchen. ~4Wi ä 10 Pfg. für 2 Teller nahrhafter Suppe verwendet. Jedermalm angelegentlichst empfohlen von Fr. Leo Sacht», 0. Herber, Seltersweg 58. w. ,-T^ - V 1 ii st | w Jfflrl & M A W f i'/V- M'. M I t Ärtuju für dir Neusl C D fiarotiv von ']) ^uhriv ü A 8om ^tragen !'"«, He in tU| P'i'ilälra' . Lv-tbii)l 'm w > I K‘Sr tcj Nnig.,61' ^‘len !< „k" $ol8, ooniuie °°dN« l 8Mt ti Tlii biCtbi bei schlva fvllit. mclbcti Lnniesl anßeor Berlin baß Seit a Halten Liier L LaW, un) oe; Siänfun felijami e^juuiac &nlabinv aiibciiii Begrüß bas amt Bureau au| ben Loubet toifie somchc ßeflJiui laOuiig laßt s.c toceber machen, bei ber Werben, -lchung zur Sei Besuch i mußten btrn gei so kann Tas «nnerikan der bie , jungen । d» Hot!