IQ rtzerßcherung. renommierte fetter» itzS'AMeu.tzejell- lchtigt, ihre Agenkur i Lwgcgevd neu Tas bestehende Semit übertragen. > irb aus eine Person!^ >cht nur das betreffend erhält, vielmehr in. ist, dasselbe aui ’ner Beziehungen und weiter auszudehnen, nter i. S. 50 an i * Wer, f.< rs.K. ertonn. 18576 imdlicheu 8660 erteilt 8131 Stammler ilhel-ftrase L Ifl Ä (hienmarft. ttellenvermittelungs- ür Pnoal il Holeipey. sich den geehrten Herr» beste. Es stnden Haus- "O »planen ; 8tl;orenb, auf W Nowact & So1® sä?s- ben-Em- «•'“S&l'Oj'lA (। j, SwuU SK- ;»»si "’m Sift Nr. S73 Vrschetn« tägltch nutzer Sonntags. Dem Geetzener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem kesflschen Landwirt die Siegener Familien» dlülter otermal in der Woche detgelegt. VioiationSdruck u. Verlag der VrÜhl'schen Untverl^Buch- u. Stein» bruderet (Pietsch Erben) Redaktion, Srpedinon und Druckerei: Gchnlstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«. Hrrnlprechanlchluß Nr. 61. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Freitag 2«. November lVvA MW M» jtebL WßF M monalUch 7b PI., viertel» aMv V MGM M ▼ führ,Ich Ml. »Lv. durch Gietzener Anzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Die heutige Hlummer mnfaßt 10 Seite«. HctreideMe. Man schreibit uns von sehr geschätzter Seite: Es ist ein unter den Landwirten weit verbreiteter Irrtum, daß der Einfuhrzoll eine erhebliche Preissteigerung des Getreides hervorbringe. Der Einfuhrzoll kann höchstens den Import etwas beschränken und dadurch eine kleine Preissteigerung für das im Jnlande erzeugte Getreide bewirken. Diese Steigerung kann aber naturgemäß in (Deutschland zurzeit nur etwa um den achten Teil des Zolles erfolgen, — denn sieben Achtel allcK im Lande verbrauchten Getreides zu Brot und zu Viehfutter wie zu Bier und Branntwein erzeugt jetzt der deutsche Ackerboden selbst, und nur ein Achtel lvird jetzt im Durchschnitt importiert. Auch würde bei weiterem Steigen des Preises sofort mehr Boden in Deutschland zum Getreidebau verwandt werden, und damit wieder dann der Preis sinken. Es ist also nicht notwendig, daß die Landwirte den „Schutzzoll" mit so großer Energie verlangen, — er Hilst ihnen erstaunlich! wenig und schafft ihnen viele politische Gegner für ihre Bestrebungen. Ein zweites ist die Frage nach der Verteuerung des Brotes. Aus einem Pfund Korn backt man mitZuhilfenahme des nötigen Wassers in der Regel auch ein Pfund Brot. Es steckt aber in einem Pfund Brot etwa nur ein Drittel Ge- treidewert, zwei Drittel fallen auf Handel, Müller, Bäcker, Kohlen und Handarbeit. Wie gering ist also die vermcint- lidji den Landwirten zu gute kommende Preissteigerung des Brotes! In den Städten mit Oktroi ist der geringste Oktroisatz für das Kilo schon höher, als die durch den Einfuhrzoll erfolgende etwaige Steigerung des Brotpreises. Wenn die Landwirte also von ihren Gegnern als Brob- verteurer im Ernst und in Witzblättern bezeichnet und be- tampft werden, so geschieht dies nur, weil das Publikum in seiner Musse keine Klarheit hat oder auch nicht haben will für das Interesse des AckerAmanneZ. Ter Getreidezoll ist aber eine der brillantesten Finanz- Einnahmen des Reiches. Er schützt uns vor neuen Steuern, welche ja denjenigen Staatsbürger am schwersten treffen, dessen Mnkommen auf Heller» und Pfennig berechnet werden kann, den kleinen Beamten, Lehrer usw. — denn deren Einkommen genügt meistens nur zum Leben, und einem ost recht dürftigen. Und nun noch eines: Wer zahlt denn den Einfuhrzoll? In England wurden bei der eben stattgefundenen Einführung des Getreidezolles sofort von den Händlern alle LieferungS- verträge mit Argentinien und den Vereinigten Staaten dahin abgeschlossen, daß die amerikanischen Lieferanten den Zoll trügen, — und sie haben es ohne weiteres getan — so bereitwillig, daß sogar nach! der Einführuna des Zolles das Getreide (der Weizen) im Preise in England herabging. Ist also wohl ein reeller Grund vorhanden, sich gegen den Einfuhrzoll auf Getreide so mächtig zu sträuben, wie ein großer Teil der Bevölkerung es tut? H^itälienischHöuigspaar in England. London, 19. Nov. Der König und die Königin von Italien reisten um IO1/2 Uhr von Windsor nach London ab. Gegen 11 Uhr trafen die Majestäten in London ein und begaben sich, in den im Festschmuck prangenden Straßen von einer zahlreichen Menge lebhaft begrüßt, nach der Guild-Halt, wo es vom Lordmahor empfangen wurde. An den Empfang chboß sich ein Festmahl. Ter Lordmayor brachte einen Trinkspruch auf den König Viktor Emanuel und )ie Königin Helene aus und auf Italien, die Heimat der Musik, Poesie und Kunst. Der König erwiderte mit einem Trinkspruch auf den Lordmayor und die Vertreter der Stadt London. Er dankte zunächst für die ihm gebotene glänzende Gastfreundschaft und dankte dem Prinzen von Wales und anderen Festteilnehmern für ihr Erscheinen. Er gab sodann seiner tiefen Dankbarkeit für den herzlichen Empfang Ausdruck, den ihm die Einwohnerschaft Londons bereitete. Diese verstehe die Botschaft aufri ch tiger Zuneigung, welche er, der König, dem Volke Englands und feinem vielgeliebten Herrscher bringe. Diese Gefühle, fuhr der König fort, bestehen seit alter Zeit zwischen den beiden Ländern. Es sind unruhige Zeiten gewesen, als mein erlauchter Großvater hier ernst geredet hat, vor 50 Jahren, als die italienische Nation den Kampf für ihre Einheit und Unabhängigkeit einleitete. Die teilnehmende Unterstützung, welche sie in jenen Tagen der Prüfung bei der fteien englischen Nation gefunden, hat eine Ueberlie- ferung des gegenseitigen Vertrauens geschaffen, welche seither nicht aufgehört hat, gute Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu knüpfen. Mir leben jetzt unter der glücklichen Herrschaft eines inter- nationalenFriedens. Italien und England sind beide ein tätiger und entschiedener Faktor dieses Friedens geworden. Ich habe die Gewißheit, daß die beiden Nationen immer vereint auf dem Wege des Fortschritts und der Zivilisation nrarschieren werden. Iü dieser Gesinnung erhebe ich mein Glas und trinke auf den Lordntayor und die ausgezeichneten Vertreter der City von London. Auf der italienischen Botschaft nahmen der König und die Königin von Italien Adressen der italienischen Kolonie entgegen. Au der Vereinigung der Oxford- und Regentstreet überreichten die Mayors von Holborn, Paddington und Marylebone Adressen, für die König Viktor Emanuel in englischer Sprache dankte. Die Oxfvrdstreet bot einen glänzenden Anblick dar. Berittene Gardesoldaten bildeten Spalier. Alle Fenster waren von Zustl)auern dicht besetzt. Dem Festmahl in der Guild hall wohnte auch Premierminister Balfour bei. Ter König und die Königin von Italien trafen um 41/2 Uhr nachmittags wieder auf Schloß Windsor ein. Die Universität Oxford hat den König von Italien zum Dr. des Zivilrechtes ernannt. Kurz nach der Rückkehr nach London hatte der italienische Minister des Aeußern, Tittoni, eine Besprechung mit Lord Lansd 0 wne. Kurz vor 8 Uhr wurde Tittoni von König Eduard in Audienz empfangen. Im Schlosse fand Hestern abend Diner im engen Kreise statt, an dem die italienischen und englischen Majestäten und die Mitglieder der königlichen Familie teilnahmen. Später war Theatervorstellung, wobei ein Lustspiel David Garricks ausgefuhrt wurde. Den Abend beschloß ein Souper, zu dem 200 Gäste Einladungen erhalten hatten. Kolonialpost. Berlin ,19. Nov. Wie der kaiserliche Generalkonsul in Kapstadt unter dem Gestrigen meldet, besagen die letzten von der Grenze eingegangenen Depeschen, daß das Haupt- ager der Band elzwarts in den Karasbergen von den deutschen Truppen umzingelt sei, die übrigen Stämme ich ruhig verhalten und Warmbad noch in den Händen der Deutsch en sei. Nolitische Tagesschau. Degiun der Reichstagsverhandluugen. Die Frage, wann der Reichstag zusammentritt, laßt sich auch heute noch nicht beantworten. Nicht als ob es sich darum handelte, diesen Zeitpunkt möglichst lange unbekannt zu lasten, sondern weil wirklich bis zur Stunde das Datum noch nicht mit Sicherheit feststeht. Man weiß nur, daß die Berufung bald nach dem 1. Dezember erfolgen wird. Der älschlicherweise als Anfangstermin bezeichnete 25. Nov. ist nie in Frage gekommen. Nur ein Scherz soll es sein, wenn in der agrarischen Presse behauptet worden ist, die Regierung suche den Beginn der Verhandlungen zu verzögern, um eine Debatte über das Handelsprovisiorimn mit England zu erschweren. Für die sachgemäße Erörterung dieser Frage wird unter allen Ilmständen, wenn auch der Reichstag ein paar Tage später zusammentreten sollte, Zeit genug zur Verfügung stehen, und die Regierung denkt garnicht daran, der Aussprache darüber aus dem Wege zu gehen, so wenig sie auch von den Nutzen einer in manchen Blättern anscheinend erwarteten Haupt- und Staatsaktion durchdrungen sein mag. Aber eine ruhige, sachliche Auseinandersetzung kann vielleicht Gutes wirken, sofern die Redner nicht, wenn auch unfreiwilliger und unbeabsichtigter Weise, statt der deutschen Ausfuhrinteresten die Ziele der britischen Reichszollpolitik fördern sollten. Diese Möglichkeit liegt immerhin nahe. Im übrigen dürfte der Reichstag in seiner Mehrheit den Gegenstand in demselben Sinne behandeln, wie die Verbündeten Regierungen, nämlich mit der Absicht, die handelspolitische Verständigung zwischen Deutschland und England zu erleichtern und mit den dazu geeigneten Argumenten. Zur Einführung von Schiffayr1savga0eu.i Man schreibt uns aus Berlin, 19. November: „ Es ist noch rechtzeitig! Alarm geschlagen worden ift Bezug auf den Plan der Einführung von Schiffahrts-Abgaben auf den natürlicben Wasserstraßen Deutschlands. Der Plan erschien zunächst so wenig glaublich, weil er nicht nur eine enorme Beeinträchtigung deutscher wirtschaftlicher Interessen herbeiführen, sondern auch, weil er die neuen handelspolitischen Verständigungen mit dem Ausland erschweren würde — daß ein Dementi der „Nationallib. Korr. '"williges Gehör sand. Die „Nat.-Ztg." aber erhielt bei ihren Erkundigungen die Bestätigung, daß in der Tat solche Absichten gehegt wurden. Zur Gewißheit wurde die Vermutung, als die „Bert. Pol. Nachr.", wohL gestützt auf amtliches Material, die Frage der Schiffahrtsabgaben zu untersuchen begannen. Heute nun haben die Aeltesten der Kaufmannschaft von Berlin den Beschluß gefaßt, den deutschen Handelstag zu ersuchen, die Angelegenheit so schnell wie möglich in eine eingehende Be- Tie Inschrift: „ rp . Hier ruhen 20 Mann vom Hess. Grenadierregiment (von Titfurch), gefallen im siegreichen Ansturm geaen die Franzosen am 7. Llpril 1759. DemAndenken der Stammtruppen gewidmet vom ^sflü^rkorps des Füsiller- regiments von Gersdorf (KurhessischeA) Nr. 80 am 7. Huer durch den hohen Kögelsberg. Original-Artikel des „Gießener Anzeigers". IV. (Schluß.) April 1903. . „ r m r8 Diese hessischen Truppen, die hier hoch oben im Vogelsberg die Franzosen aus dem Schloß Ulrichstein vertrieben, gehörten wahrscheinlich der Armee des Herzogs von Braunschweig an, der die unentschiedene Schlacht von Bergen bei Frankfurt a. M. gegen den .Herzog von Broglie wenige Tage später, am 13. April 1759, schlug. ,, Ter alte Wartturm, der Bergftied, soll um 1-00 gebaut sein. Tie Entstehung dieses festen Platzes reicht wahrscheinlich noch viel weiter zurück. — Wir können uns schwer trennen von dem herrlichen Aussichtspunkt und den geschichtlichen Erinnerungen, die die Inichriften rufen. Aber unser Weg ist noch weit und der Mend soll uns heute noch im Lahntal finden. Tie Staatsstraße nach Lauterbach benutzend, erreichen wir Rebgeshain. Ueberall im Felde werden noch Mrtoffeln ausgemacht, hinter dichten Hecken suchen die Kartoftetzraber SckMtz um das Frühstück zu verzehren. W blas eisig über die Felder. Ein Mann aus ^ebgeshain fuhrt uns bereitwillig durch das Dors und zeigt uns von der • nächsten Anhöhe den Weg quer über die Berge nach Eichel- Hain Zum Dank gehen wir bereitwillrgst auf die über das Wohin urL Woher ein. Wir passieren dann wieder Aus dem Schjloßberge wehte ein scharfer Wrnd. alten Grundmauern sind so viel wie nötig bloßgelegt, um den Grundriß des ehemaligen Schlosses deutlich erkennen zu können. Für die Erhaltung dieser Grundmauern ist seitens der Regierung viel geschehen. Gleich am Eingang in die Burgmauern befindet sich ein Grabdenkmal mit der kahle Höhen, nasse Talgründe und Fichtenhochwälder, in denen es windstill, warm und trotz des Hellen TageS fast dämmerig ist. — Immer wieder treffen wir auf den Feldern Kartoffelausmacher; da steht auf dem Acker Hafer, der immer noch nicht reif ist. Vielfaich ftihren die Frauen die Gespanne und den Pflug, welcher eine besonders tiefe Furche aufwirft. Ich rede die jungen, kräftigen und resoluten Frauen an und frage, wo habt ihr denn erire Mannsleute, da ihr selbst pflügt? „Tie sind nit daheim", erwiderte die Eine, „die sind draus, die müsse Geld verdiene bei die Maurer un so!" Ich ftage, was der Acker getragen hat und was er im nächsten Jahre tragen soll und wieder erfolgt prompt die Antwort: „Hie war Korn, un uffs Jahr kimmt hier Gerfcht (Gerste) hin." — Der Acker war stark verqueckt, das wissen die Leute ganz gut, darum spannen sie vier Tiere vor den Pflug und ackern tief. Aber helfen wird's nicht viel, der alte Pflug wendet die Furchen schlecht, „un ufss Jahr" werden sich zu ungunsten der Ernte die Gerscht mit den Quecken um die Vorherrschaft streiten. Es ist ein Glück, daß im hohen Vogelsberg so viele Flächen, die landwirtschaftlich nicht mehr mit Vorteil benutzt werden kürmen, endlich aufgeforstet werden. Es wird immer mehr an Händen fehlen, die übrig bleibenden Aecker und Wiesen richtig zu bewirtschaften. Die besten Arbeitskräfte wandern im zeitigen Frühjahr ab, nicht selten ohne den Weg in ihre H>eimatdörfer zurückzufinden. Andere kehren mit mehr oder weniger gefülltem Beutel im Vorwinter zurück, um den Winter mit der Familie hier oben zu verleben. — Den größeren Bauern feW es an Arbeitskräften, um ordnungsmäßig und rechtzeitig die Felder zu bestellen, zu ernten und zu säen. Noch, heute, Ende Oktober, wird im hohen Vogelsberg Roggen nefäet, das bedeutet schlechte Aussichten für die kommende Ernte, wenn der Himmel nicht ganz besonders Dämme aufzuhalten. Aus den sich bildenden Teichev könnten weite Flächen durch einfachsten Hangbau bewässert werden. Auf solchen Flächen wüchse dann die vierfache Futtermenge urrd in den Teichen prächtige Karpfen. , Der Menschen sind oben zu wenige, um die weiten Flächen lohnend bewirtschaflen zu können. Man muß sich aus die besten Flächen beschränken, sie womöglich meliorieren und alles übrige aufforsten. Die Flächen sind auch zu arm durch den Jahrhunderte lang betriebenen Raubbau, um noch, lohnende Ernten zu liefern. Eine andere Beobachtung drängt sich uns bei der Wanderung fortgesetzt auf: Im hohen Vogelsberg ist das reine Vogelsberger Vieh nur vereinzelt anzutreffen. Das meiste Gespannvieh, das meiste auf der Weide ^gehende Vieh ist kein Vogelsberger Vieh, es ist auch kein Simmenthaler Vieh, mit diesem hat es nur noch die Farbe gemein. Wenn Simmentaler Vieh in Oberhessen degeneriert, dann ist das wohl der Fall im hohen Vogelsberg, da, wo diese anspruchsvolle Viehrasse nicht hingehört, weil der Kleinbauer wenigstens die Tiere dieser Rasse nicht ausreichend ernähren kann, weder auf der Weide noch im Stall. Es mag etwas anders sein bei größeren Bauern, die das .Hauptgewicht auf die Stallfütterung legen, Kraftfutter zukaufen und nur vorzugsweise für die jungen Tiere ausgedehnten Weidegang benutzen. — Ein Kleinbauer, der zwei noch sehr junge Tiere von der Farbe der Simmenthaler vor dem mäßig beladenen Wagen gespannt hatte und nur mit Mühe das Gespann auf dem steinigen, holprigen Bergwege vorwärts brachte, antwortete auf meine Frage, warum er denn hier hoch o6eit im Vogelsberge keine Vogelsberger Rinder züchte: ach, deS wolle mer ja, aber da ziehen sie immer Simmenthaler und die haben so weichie Füße, daß man sie immer beschlagen lassen muß. Er antwortete vielleicht nur um zu antworten, jedenfalls ist er mitschuldig, wenn die Vogelsberger Rinder aus dem hohen Vvbelsberg verschwinden und einer Zücht- ung Platz machen, die sich den Vogelsbergern gegenüber als minderwertig erweist. Das sogenannte Simmentaler Vieh der Kleinbauern auf dem hohen Vogelsberg ist meist ein minderwertiges Vrodukt. Zu dieser Einsicht werden die Vogelsberger Bauern auch! einmal wieder kommen. Die Umkehr zu der altheimi- lieber Eichelhain suchen wir auf unwegsamen Ps-chen immer guer durch. Langenl)ain Ml erreichen. Ue-beraN stoßt man auf Wiesen und WeideflLchen, die mit leichter Ehe und geringen Kosten zu höheren Erträgen zu brmgen waren, wenn einheitlich Borgegangen würde. In zahllosen ^aaen kleinen Bächen und Rinnen stürzt überall das Wasser zu wieder Tale. Mit ost ganz geringen Kosten wäre das Wasserfurche arheituny zu nehmen. Mit Recht faßte die Köders chaft daA Vorhaben, das anscheinend auch fcfyon innerhalb der Reichs- rogierunZ erörtert werde, als eine drohende Gefahr für die allgemeinen wirtsä/aftlichen Interessen Deutsch- tands aus. Demzufolge ist es Sache aller unserer Handelskammern, sowie der Vereinigungen für Handel und Industrie, in erster Reihe natürlich auch der Schifffahrts-Interessenten, die Ab wehr aktiv n zu unterstützen. Es kommt ja nicht allein die keineswegs unerhebliche Abgabe-Gebühr in Betracht; vor allem bilden die mit solchen .Abgaben verknüpften Rachweisungen, die behördlichen Kontrollmaßregeln re. eine Belästigung uni) dadurch eine Beeinträchtigung von Handel und Industrie. Aus welche Weise Preußen zu seinen Schisfszollplänen angeregt wurde, erzählt die ,Lönigsb. Hart. Ztg.", der übrigens die erste Alarmierung der Oeffentlichteit in dieser Sache zu danken ist, folgendermaßen: Der Hamburger Senat beabsichtige, die Kosten der projektierten Korrektur der Unterelbe durch Schisfahrtsabgaben zu decken. Bereits sei versucht worden, maßgebende Hamburger Personen für den Plan zu gewinnen. Für die Weser seien die Abgaben durch den Bremer Senat bereits beschlossen, und dadurch sei Preußen „ermutigt" worden. Eine eigenartige Ironie des Geschickes, daß gerade aus zwei Hansestädten, Mittelpunkten des Welthandels, eine derart verhängnisvolle, wenn auch ungewollte, Anregung gegeben worden ist! Die Dinge scheinen bereits weiter gediehen zu sein, als es noch vor kurzem den Anschein hatte; denn, wäre der Plan erst im Stadimn der Erwägungen, dann würden, wie erwähnt, die „Berl. Pol. Rachr." nicht bereits mit Einzelheiten die Begründung dazu gegeben haben. Sonderbar: die großen Kanalpläne harren noch immer der Ausführung — aber dies Projekt wird mit allergrößtem Eifer, „mit Dampf" betrieben. Oder soll vielleicht die Abgab en erhebung ein Zugeständnis, einen Ausgleich darstellen dafür, daß die Konservativen im preußischen Landtag sich dazu verstehen, den östlichen Dell des Diittellandkcurals gütigst zu bewilligen? Das hieße aber doch ein Pferd vor den Wagen und eins hinter den Wagen spannen. Mit solchen Preis würde die Teilstrecke des Mrttellandkanals allzu teuer bezahlt, abgesehen davon, daß überhaupt der Wert eines halben Mittellandkanals sehr bestritten wird. 9. Sitzung der Großh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug. Greß en, 18. November 1903. Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch Vorsitzender, Kommerzienrat Hochelheim, Dürbeck, Grünewald, Ihring, Katz, Moll, Nowack, Rohr, Schmoll, Wallach, sowie der Syndikus Dr. Knipper. 1. Aus dem Geschäftsberichte ist folgendes mitzuteilen : a. Aus Anlaß des Hinscheidensder Prinzessin Elisabeth von Hessen hat die Kammer Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzoge schriftllchihr Beileid ausgesprochen. b. Entsprechend einer Anregung das Großh. Ministeriums des Innern haben sich die hessischen Handels kammern in mehreren Konferenzen über eine möglichst einheitliche Ausgestaltung chrer Jahresberichte geeinigt und beschlossen, dem hessischen Handelskammertag einen dahingehenden Antrag zu unterbreiten. c. Tie erste Konferenz von Vertretern dar hessischen Handelskammern und den Lellern der Kau sm. Fortbildungsschulen hat am 22. Oktober in Frankfurt a. M stattgefunden. Es wurde beschlossen, jährliche Erhebungen über den Stand des Kau,manui- schen Unterrichts wesens im Großherzogtum zu veranstalten und in einer weiteren Konferenz im Januar 1904 den Lehrplan des kaufmännischen Unterrichts und die Frage der Disziplinarmittel zu behandeln. d. Der Handelskammer zu Cassel ist auf ihr Ersuchen ein Bericht über den Stand des kaufmännischen Fort- bildungsschulwesens in dem Kammerbezirke übersandt worden. e. Mehrfach geäußerten Wünschen entsprechend hat die Kammer den Lllrschluß der Güterabfertigungsstelle in Langgöns an das Fernsprechnetz beantragt. f. Für den Sommersahrplan 1904 hat die Kammer u. a. folgende Aenderungen in Vorschlag gebracht: Herstellung einer besseren Verbindung Fraukfurta.M. - Gieße n-Alsfeldin den späteren Nachmittagsstunden; Herstellung einer Frühzugverbindung Gießen-Gelnhausen-Elm durch Zusammenschluß der Züge 504 Gießen-Gelnhausen und 213 Frankfurt a. M-Elm; Herstellung einer Verbindung Elm-Geln- Hausen-Gießen in den Abeirdslltnden durch Zusammenschluß der Züge 204 Bebra-Frankfurt a. M. uni) 509 Gelnhausen-Gießen; Wiedereinlegung des im vergangenen Sommer an Sonn- und Festtagen gefahrenen Spätzuges Gießen-Lich-Hu n gen ; Anschluß des Zuges 776 Cassel-Fr an k- furt (Gießen ab 2.17 nachmittags) an den Schnellzug Frankfurt a. M-München; Anhalten des Schnellzuges 71 Frankfurt a. M.-Cassel (Gießen ab 9.16 morgens) in Lollar, Späterlegung des Zuges 1114 Lo llar-Wss tz- lar (Lollar ab 6.06 nachmittags) zur Erleichterung desArbeiterverkehrs; Umwandlung des Werktagszuges 1043 Lon- dors-Lollar (Lollar an 9.11 abends) in einen täglich verkehrenden Zug. g. Bereits im vorigen Jahre hatte die Handelskammer int Interesse der privaten Bankfirmen eine Aeuderung der Vorschiristen über die Annahme von Wechseln als Sicherheit für Zoll- und Steuerkredite beantragt. Nach einer Mitteilung des Großh. Hauptsteueramts Gießen sind jetzt vom Großh Finanzministerium tn teilweiser Abänderung der seitherigen Vorschiristen folgende Bestimmungen erlassen worden, die sofort in Wirksamkeit getreten sind: „Von Wechseln dürfen als Sicherheit für laufenden Gefällekredit angenommen werden: 1) Sichtwechsel, die von dem Kreditnehmer aus eine von unserer Abteilung für Steuerwesen als genügend sichernd anerkannte Bankfirma ausgestellt und von dieser akzeptiert sind; 2) aus Sicht lautende gezogene Wechsel, aus denen neben dem Kreditnehmer noch zwei als zahlungsfähig bekannte Personen oder Firmen haften. Die Wechsel sind auf das die Stundung be- wllligende Harrptst euer amt mit dem Vermerk „nicht an Ordre" auszustellen (Ziffer 1) oder zu indossieren (Ziffer 2). Die Frist für ihre Vorzeigung zur Zahlung (Art. 31 der Wechselordnung) darf nicht über fünf Jahre hinaus bemessen werden." h Der Präsident des Reichisbankoirektoriums Dr. Koch feierte am 2. November sein 50jähriges Di en st- jubiläum. Die Kammer hat aus diesem Anlaß an ihn ein Glückwunschschreiben gerichtet. 2. Wahl der Vertreter im Bezirks-Eisen- Lahnrat Frankfurt a. M Für die Jahre 1904—06 wurden von der Kammer ihre sellherigcn Vertreter im Bezirks-Eisenbahnrat zu Frankfurt a M., die Herren Kommerzienrat F. C. B. Ko ch und Kommerzienrat S. Heichelheim, letzterer als Stellvertreter, wieder gewählt. 3. Gewichtsberechnung bei der Fracht für Stückgut. Nach den Bestimmungen des Eisenbahn-Gütertarifs wird bei Sendungen über 2u Kgr. das Gewicht so berechnet, daß je angefangene 10 Kgr. für voll gelten. Hierdurch wird bei Versendungen auf weite Entfernungen und bei geringwertigen Waren die Fracht oft außerordentlich verteuert. Die Kammer beschloß, nochmals für eine Abänderung der jetzt üblichen Gewichtsberechnung bei der Fracht für Stückgut einzutreten und in Abänderung chres früheren Antrages, die Abrundung auf 5 Kgr. nach oben zu befürworten. 4. Detarifierung von denaturiertem Spiritus. Während Spiritus, der mit dem allgemeinen Denaturierungsmittel denaturiert wird, feit dem 1. Juli 1900 nach den Sätzen des Speziallarifs LLL verfrachtet wird, unterliegt Spiritus, der zur Denaturierung mit besonderen Tenaturierungsmitteln bestimmt ist, noch immer den Sätzen der allgemeinen Wagenladungsklasse. Hierdurch Werdern diejenigen Industriezweige, die nur Spiritus verwenden können, der mit besonderen Denaturierungsmitteln denaturiert ist, wie die Essig- und Lackinduftrie, ungünstiger gestellt, als andere Industrien, die den mit dem gewöhnlichen Denaturierungsmittel denaturierten Spiritus verwenden. Die Kammer beschloß daher, einen von der Handelskammer Offenbach gestellten Antrag, auch den mit besonderen Denaturierungsmitteln zu denaturierenden Spiritus in den Spezialtarif IH. zu versetzen, int Interesse der Essig- und Lackindustrie ihres Bezirkes zu unterstützen. 5. Tarifierung von Papier. Nach dem Eisenbahn-Gütertarif unterliegt Papier im allgemeinen den Sätzen der allgemeinen Wagenordtmngsllasse, doch, werden bestimmte nach Verwendungs- und Herstellungsart benannte Papiere zu den niedrigeren Frachtsätzen des Spezialtarifs I verfrachtet. Die Fassung der Position ,Papiere" in Spezialtarif I hat jedoch zu mancherlei Unklarheiten bei der Abfertigung Anlaß gegeben, sodaß die Eisenbo.hn-Direk.ion in Kattowitz eine andere Fassung vorgcsHtagen hat. Da auch diese Fassung unter ähnlichen Unklarheiten leidet, so hat der Verein deutscher Papi er fabrl kanten beantragt, Papiere in Kisten, d. h die wertvolleren Sorten, nach den Sätzen der allgemeinen Wagenladungsklasse, Papiere und Pappen, anders verpackt, d. h. die geringwertigen Sorten, nach den Sätzen des Spezialtarifs I zu verfrachten. Die Handelskammer beschloß nach den Gutachten der interessierten Firmen ihres Bezirkes den Antrag bi9 Vereins deutscher Papierfabrikanten bei der ständigen Tartftontmission zu befürworten. 6. Behandlung von Retourwaren. Es führt ost zu Benachteiligungen der Exportfirmen, daß für Waren, deren Annahme der ausländische Empfänger aus irgend einem Grunde abgelehnt hat, bei der Rücksendung nach dem Jnlande, der Zoll vom Auslande nicht zurückvergütet wird. Ta in der Schweiz bereits seit längerer Zeit eine Zollrückvergütung unter gewissen Voraussetzungen stattfindet und dieses Verfahren bei ben Exportfirmen Anerkennung gesunden hat, so beschloß die Kammer dafür einzutreteu, daß bei der Regelung der internationalen Handelsbeziehungen auch die Zollrückvergütung für Retourwaren möglichst überall eingeführt werde. 7. Regelung des Veredelungsverkehrs. Die Handelskammer zu Krefeld hatte an den Deutschen Handelstag das Ersuchen gerichtet, dahin zu wirken, daß das Recht der Bewilligung des zollfreien autonomen Veredelungsverkehrs der Zuständigkeit einer Reichsbehörde überwiesen werde. Zurzeit steht das Recht der Bewilligung des zollfreien autonomen Veredelungsverkehrs den einzelnen Bundesstaaten zu; dadurch ist aber die Möglichkeit gegeben, daß in den verschiedenen Bundesstaaten von einander abweichende Entscheidungen über Anträge auf Bewilligung des zollfreien Veredelungsverkehrs getroffen werden, woourch die Industrie des einen Staates gegenüber derjenigen des andern benachteiligt werden kann. Obwohl im hiesigen Kammerbezirk wegen der großen Entsern- ung von der Grenze ein Veredelungsverkehr nach dem Auslande nicht stattfindet, so erflärte sich die Kammer doch aus prinzipiellen Gründen für eine einheitliche Regelung des Veredelungsverkehrs int ganzen Deutschen Reiche. 8. Verhältnis der Apotheken zu den Kranken kass en. Der Apothekerverein für das Groß Herzogtum Hessen hatte der Handelskammer eine Eingabe übersandt, tn der sie ersucht wird, bei der Landesregierung und dem Bundesrat für eine Abänderung der Krankenkassengesetzgebung zu Gunsten der Apotheken einzutreten. Es wurden von dem Verein folgende Forderungen aufgestellt: Ausschließlicher Bezug der vom Arzte für Kassenmitglieder verordneten Arzneimittel aus den Apotheken, Verbot der Verabfolgung von Arzneimitteln an die Kassenmitglieder durch die Kassenvorstünde und Kassenangestellte, freie Apothekenwahl bei Gewährung gleich günstiger Lieferungsbedingungen durch sämillcye oder die Mehrzahl ber Apotheken eines Ortes ^oder desselben Kassenbezirkes, Verbot unangemessener Rabattforderungen der Krankenkassen, Nachweisung der für Arzneien im engeren Sinne an die Apotheken gezahlten Summen in den Jahresberichten der Krankenkassen. Die Kammer war der Ansicht, daß diese Vorschläge viel zu weitgehende Eingriffe in das freie Vertragsrecht bedeuten würden, als daß chre Durchführung befürwortet werden könne. Gegenüber den Rabattforderungen der Krankeukassen könne nur der frei- toillige Zusammenschluß der Apotheker, wie er auch jetzt in Oberhesjeu besteht, tu Frage kommen. 9. Eingäuge: a) Verzeichnis von Sachverständigen aus Industrie und Handel, zusammengestellt vom Deutschen Handelstag; b) Verkehrsstatistiken der Eisenbahn-Direktionsbezirke Frankfurt a. M. und Mainz; c) Erklärung der Handelskammer Mainz gegen die Wiedereinführung von Schiffahrts-Abgaben auf den natürlichen Wasserstraßen (vgl. unsere heutige „Polit. Tagesschau". D. Red.); d) Bericht der Vereinigung von Handelskammern des niederrheinisch-westfälischen Jndustriebezirks aus den Erlaß bes preußischen Müüsters für Handel und Gewerbe bett. Ausscheiden der Apotheken aus der Handelskammer-Organisation; e) Denkschrift des Verbaicdes Der in Deutschland ar* beitenden Un fall-Ver s icherun gs-Ge s ells ch asten, betr. den Gesetzentwurf über den Versicherungs-Vertrag; f) Bericht über die am 8. August 1903 abgehaltene Berschen Zucht des Vogelsberger Rindes ist dann aber mühsam und auch kostspielig. Die Bauern müssen das Zuchtmaterial aus den tieferliegenden Tälern, den Abhängen des Vogelsberges wieder heraufholen. Turch^ Langenhain fließt ein munterer Bach. Eine Dorfschöne hockt am Ufer und spült Wäsche. Wir fragen nach dem nächsten Weg. Statt Antwort zu geben, macht das Mädchen ein dummes Gesicht und lacht. Ich frage zum zweitenmale langsam und deutlich: da platzt fte heraus: „Nix Deitsch ich Pollack". Jetzt geht mir ein Licht auf. Lau gen Hain er Bauern von der Leurenot gepackt, verschreiben sichl Dienstmädchen aus Galizien. Aus Galizien mit der Bahn in Bummelzügen nach Herbstein. Von dort werden sie mit dem Wagen abgeholt unD in den Dienst gestellt. Baid nehmen sie die oberhessrsche Tracht an, aber rncht so rasch die Sprache und auf eine Frage erhält man bann die Antwort: Nix Deitsch^ ich Pollack! Was das allcS tostet, auch welche Ueberwindung, ein polnisches Dienstmädchen, mit dem man sich nur durch Zeichen verständigen kann, in die Hausgenoj j enschaft auf zunehmen,werd en unjere Bauern selbst am besten fühlen. Aber eine belfere Illustration zur Leute- not aus dem Lande kann es wohl nicht geben: Polnisch- Galizische Dienstmädchen im Dienste von Bauern in Langen- bain am Fuße des Taufsteins! Und nun weiter ohne Weg und Steg über den Taufstein auf den Hohenrodskopf. Ein LMidwirt, der mit Weib und Kinb auf seinem Acker schasst, zeigt uns den Weg, und als er feinen Dank von uns hat, inoem wir gewissenhaft über unsere Personen Auskunft geben, erneuern wir eine alte Bekanntschaft. In den und Den Jahren, so sagte er, diente er in der 4. Kompagnie unter Dem Herrn Hauptmann H. un ad)y da sein Sie wohl Der und der? Und clls er das auch weiß, da wird noch ein langer Schwatz gehalten über die Zeit und die Menschen von damals und wie so manches anders geworden ist und wie alt man Dabei geworden ist! Wir kommen endlich! los. Die Wegenrarkierung ist ausgezeichnet, bis wir vor ben geschlossenen Oberwald kommen. Aus einer Waldwiese finden wir die letzte Wegemarkierung, 250 Schritte weiter, am Waldrcmde ist feine Markierung zu finden. Wir suchen den Waldrand ab auf große Strecken, vergeblich, die Markierung hört hier auf. Aufs Geratewohl steigen wir durch den Wald auswärts, scheinbare Wege verlieren sich^ im Hochwalde. Aber wir sind guten Mutes, höchstens machen wir einen Heinen Umweg, aber wir werden nicht wieder, wie in vergangener Nacht, im Kreise herum- lausen. Endlich sind wir aus der Höhe, der Waldboden ist fast eben, wir finden Schneisen, aus denen wir rascher vorwärts kommen. Da sehen wir uns gegenseitig stumm fragend an: Sind wir in vergangener Nacht gerade hier herumgespukt? Richtig dort Üt die abgesperrte Schneise, die ausgebaut wird. Da liegt Der von mir in vergangener Nacht ausgerissene und zur Seite geworfene Pfahl, wir probieren unsere Schuhe in die ans dem weichen Boden Zurück gelassen en Spuren. Alles stimmt, und nun wissen wir den Weg zur Oberwaldschneise trotz der auch hier fehlenden Markierung. Wie wär s, wenn der V H-K. auf der Ober- waldstraße etwas Farbe sparte und dieselbe verwendete da, wo sich im dichten Walde Schneisen kreuzen? Wenigstens aus dieser Seite des Oberwaldes, im Innern D.gelben haben wir den gänzlichen Mangel der Markierung am yellen Tage sehr übel empfunden. An den Kreuzungspunkten, von Denen oft fünf Wege aus gehen, wäre höchstens ein Richtungszeichen nach der Oberwaldftraße nötig, bann kann sich auch der Fremdling wieder zu Vllmschen zurück- finden. Mr erreichten die Oberwaldstratze, bann den Hohen- rodskops, und wie mundete dort nach langem Marsche von Ulrichstein über Rebgesham, Eichelhain, Langenhain quer durch den OberwalD das Schweinefleisch, Weißkraut und Kartoffeln aus einer rasch durchwärmten Konservebüchse. Mit Der Verpflegung auf Dem Hohenrvdskops kann man durchaus zufrieden jein. Es schmeckt da oben tm Herbstwind noch besser als unten im Lahntal. Nach einer Rast von einer Stunde fliegen wir hinunter nach Bräungeshain, vorbei an dem alten und neuen Fried- Hos mit dem Fundament Der allen Kapelle, Jo alt vielleicht wie die deutsche Gesastchte. Ueber Michelbach erreiei^en wir Schotten und haben noch Zeit genug, noch einmal einzukehren bei dem rnndlichieu, beweglichen und heiteren Gast- Halter, ehe uns der Zchg über "Nidda wieder heimwärts fährt. .Meisterbilder fürs deutsche Haus" heraus- qegeben vom Kunstwort XV. Folge, Blatt 85—90. Verlag von Georg D. W. Eallwey, München. Preis jedes Blattes 25 Psa. — Diese „Meifterbilder" erfreuen sich einer stets wachsenden Beuebt- heil. Hierzu trägt die gute Auswahl und Ausführung ebensoviel oei, wie die kurzen, gediegenen Begleitworte, Die Der Kunstwart den Bildern mit auf den Weg gibt. Sind die Bilder imstande, „wirklichen Geschmack im Hause zu verbreiten", so ist es der Text, der aus richtiges Kunstverständnis hinarbeitet. Die XV. Folge enthält Blatt 85. Millet, Kuh bei der Tränke. 86. Hobbema, Haar- leemer Holz. 87. Holbein d. Aeltere, Die Heiligen Barbara und Elisabeth. 88. Moretto, Die heilige Iustina. 89. Dürer, Apokalyptische Reiter. 90. Temers, Versuchung des heiligen Antonius. — Das erste Heft einer neuen Zeitschrift, der „Süddeutschen Monatshefte", gelangt soeben zur Ausgabe. Darin beginnt Pfarrer Dr. Friedrich N a u m a n n mit groß angelegten Erörterungen über den „d e u t s ch e n S ü d e n." Der wlssenschastliche TeU enthält einen Aussatz aus der Feder des Führers der jungen Zoologenschllle, Dr. Hans Driesch, der die Zukunftsaufgaben der experimentellen Zoologie darlegl. Ihm folgt: Proseklor Dr. Eugen Albrecht, der als erster unter den zeitgenössischen Atediziliern den Versuch macht, ein gebildetes Laienpublikum in die neuesten Ergebnisse der Pathologie einzuführen. Seinem Ailssatze schließen sich Aphorismen des Profesiors an der Atünchener Universität, August Pauly, an. ^Der künstlerische Teil bringt an erster Stelle ben Beginn einer Selbstbiagrahie des berühmten Meisters Hans Thoma in Karlsruhe. Dann einen Aufsatz von Dr. Paul Marsop, der für München als Kunststadt emtritt und einen ersten Beitrag von Dr. Josef Hosmiller über das Deutsche Theater unserer Zeit, der unsere Theaterzilstände, Autoren, Direktoren und Publikum einer vernichtenden Kritik unterzieht. Der belletristische Teil enthält eine in Franken spielende humoristische Erzal)tung vo« Wühelm Weigand, betitelt „Der MessiaSzüchter". Nach einer Auswahl der schönsten Gedichte von Marlin Greif macht die erste Veröffentlichung Der neueften Komposition von Hans Psttzner, eines Liedes für eine Singslimnre mit Klavierbegleitung, ben Beschluß. (Jahres-Abonnement 12 Mk., Verlag der ,Süddeutschen Monatshefte", Ilünchen, Königm- straße 59.) vor Ausserordentlich bekömmlich Trocken und leicht der geschäftsführende Ausschuß versammeln, um einen Bericht entgegenzunehmen über das, was bisher für das geplante Fest geschehen ist. § Butzbach, 20. Nov. Gestern fand im Gerichtsgebäude die Auswahl der nächstes Jahr bei hiesigem Schöffengericht als Haupt- und Ersatzschösfen mitwirkenden Personen, (otoie der als Geschworenen in Vorschlag zu bringenden Gerrchts- eingesessenen statt. — Kommenden Sonntag hält Obstbautechniker John aus Friedberg einen instruktiven Vortrag, verbunden mit Verlosung von Obstbäumen an die Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe, im goldenen Löwen VernrisehreA. * Gleiwitz, 19. Nov. Aus der neuen Abwehrgrube des Konkordiaschachtes in Mikullschütz stürzten ein Häuer und ein Anschläger in einen 50 Meter tiefen Schacht. Dw Anschläger blieb tot, der Häuer wurde lebensgefährlich verleht^ ^^^nport, 19. Nov. Der Torpedobootzerstörer „Falcon" stieß im Kanal mit einem Fischerboot zusammen, wodurch letzteres zum Sinken gebracht wurde. Tie ganze Mannschaft soll ertrunken sein, während von der Besatzung des „Falcon" ein Mann umkam. * Budapest, 19. Nov. Im Ministerium des Innern ist man einer großen Defraudation auf die Spur gekommen. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Festgestellt ist nur, daß der Hilfsämter-Direktor Kadar zum Schaden des Ministeriums einen Betrag von 104000 Kronen unterschlagen hat. Kadar ist heute verhaftet worden. Mainz, A. Laste, hat sein gesamtes Vermögen, nach Abzug einer Legate, der Stadt Mainz hinterlassen, außerdem erhält die Stadt Mainz auch eine reiche Sammlung von Gemälden und besonders Kupferstichen, die bereits der verstorbene Stadtbaumeister Laste um die Mitte des vorigen Jahrhunders, in eifriger Weise gesammelt hatte. Frankfurt a. M., 19. Nov. Auf eine Eingabe des Gewerkschafts-Kartells um Maßnahmen gegen die bevor- rehende Arbeitslosigkeit erklärte der Oberbürgermeister in der heutigen Stadtoerordnetensitzung, besondere Maßnahmen seien nicht erforderlich, aber Erhebungen seitens der Aeinter seien im Gange. Daraus ersuchten die Stadtverordneten den Magistrat, ihnen vom Ergebnis dieser Er- hebungen Mitteilung zu machen. __. zu Butzbach , , „ „, g. Darmstadt, 18. Nov. Der Vorstand des Hess. Zentralverbandes für Errichtung billiger Wohnungen hielt gestern hier unter dem Vorsitze des Freiherrn v. Heyl-Worms eine Sitzung ab. Aus dem von dem Generalsekretär erstatteten Tätigkeitsberichte geht hervor, daß der Verein mit Behörden und Privaten in sehr lebhaftem Verkehr steht und daß insbesondere von dem reichhaltigen Materiale des Vereins cm Bauplänen, Muster- tatuten 2C. von vielen Seiten Gebrauch gemacht toorden ist. Gemeinnützige Bauvereine wurden in den letzten 6 Monaten neu begründet in Butzbach, Nidda, Rüsselsheim, Groß-Stein- heim und Bensheim, in mehreren anderen Gemeinden sind Verhandlungen wegen Gründung solcher Vereine im Gange, ebenso haben mehrere Gemeinden (Haßloch Leusel, Erbes- Büdesheim) die Aufnahme der gemeinnützigen Bautätigkeit beschlossen. An Mitgliedern sind dem Vereine neu beigetreten 15, darunter mehrere Gemeinden, Krankenkassen und Handelskammern. Der Bericht gab zu eingehenden Erörterungen — insbesondere über die Geldbeschaffung für die gemeinnützigen Bauvereine — Veranlassung. Der von einer Kommission vorberatene Entwurf zu einem Musterstatut für Baugenossenschaften fand Annahme. Dann wurde beschlossen, an die Gemeinden ein Rundschreiben zu richten zwecks Einleitung einer zielbewußten Bodenpolitik. Es soll darin her vor gehoben werden, wie wichtig es für die Gemeinden und zur Hebung der Wohnungsverhältnisse der minderbemittelten Klassen ist, wenn die Gemeinden bestrebt sind, sich rechtzeitig in den Besitz eines Teiles d.s,enigen Geländes zu setzen, welches bei fortschreitender Entwicklung der Gemeinden als Bauland in Betracht kommt. Dem für das Großherzogtum zu gründenden Revisionsverbande der Baugenossenschaften soll zur Bestreitung der Kosten der Revisionen von dem Zentralverein ein Zuschuß gewährt werden, weil es erwünscht ist, daß die Geschästsleitung des Zentralvereins stets in enger Beziehung zu der Leitung des genannten Verbandes bleibt. (!) Darmstadt, 18. Nov. Die Staatsprüfung für Schulamtsaspiranten und -Aspirantinnen sand vorige Woche hier unter Leitung des Oberschulrats Scheuermann und im Beisein der Seminardirektvren Jakobi-Tarm- stadt, Geiger-Bensheim, Karg-Alzey und des Seminar-Professors Drt Frenzel-Friedberg statt. 19 Lehrer und fünf Lehrerinnen legten die Prüfung ab. Mainz, 19. Nov. Der in Frankfurt a. M. verstorbene Rechtsanwalt und Notar Adolph L a s k e, der Sohn des einigen Jahren verstorbenen Stadtbaumeisters der Stadt fammlung der Delegierten der Dem Verein „Merkur" in Nürnberg angeschlvssenen Vereine; g) Vorschriften für die Ausfuhr von Zucker nach den Vereinigten Staaten von Amerika; h) Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mitteilungen zugegangen über zweifelhafte Firmen in Smyrna über den Amerikanischen Tabaktrust, Syndikatsbestrebungen im belgischen Kaffeehandel, die ALationate Industrieausstellung in Osula (Japan), Bestrebungen östreichischer Papiersabrikanten in China, Anlage einer elektrischen Straßenbahn in Bloemfontein, Handelsbeziehungen des Kolumbi- schen Departements Kauka, Beteiligung deutschen Kapitals an dem Bergbau Mexikos, Automobilausstellung in Paris. Die Eingänge können während der üblichen Geschäftszeit auf dem Bureau der Handelskammer eingesehen werden. Aus Stad! und Kaud. Gießen, 20. November 1903. *♦ Vortrag. Man schreibt uns: Professor Staudinger aus Darmstadt wird Dienstag, den 24. d. M, hier sprechen über „Die Bodenreform als ethisches Kulturproblem". Staudinger ist bekannt als Sozialethiker und Verfasser eines sehr beachtenswerten Buches über „Ethik und Politik". Ort und Zeit des Vortrages, von dem wir m.s bei der Bedeutung des Redners viel versprechen dürfen, werden im Anzeigetell noch genauer bekannt gemacht werden. ** Gesangswettstreit in Gießen 1904. Die Mitgliedschaft zum Ehrenausschuß für den vom Maschinenbauer-Gesangverein Gießen in Vorbereitung befindlichen nächstjährigen Gesangswettstreit haben folgende Herren an- aeiwmmen: Brauereibesitzer Asprion, Provinzialdirektor Dr. Breidert, Brauereibesi^er Bichler, Rektor Professor Dr. A. Brauns, Professor Dr. Biermann, Professor Dr. Boström, Musikalienhändler Challier, Beigeordneter Curschmann, Brauereibesitzer Denninghoff, Kommerzienrat Emmelius, Brauereibesitzer Förtsch, Professor Dr. Fromme, Monteur Friedrich Kommerzienrat Gail, Kommerzienrat Georgi, Professor Dr. Gasfkch Regimentskommandeur Oberst von Graevenitz, Rechtsanwalt Grünewald, Stadtverordneter DH. Haubach Oberpostpraktikant Gustav Haubach, Kommerzien rat Heyligenstaedt, Kommerzienrat Heichelheim, Prokurist Karl Heil, Polizeiamtmann Hechler, Weinhändler Fritz Helm, Dr. E. Heuser, Stadtverordneter Huhn, Stadtverordneter Jaun, Stadtverordneter Keller, Stadtverordneter Kirch, Hauptmann a D. Kramer, Professor Dr. Krüger, Landgerichtspräsident Kullmann, Direktor Lemmö, Direktor Karl Loos, Prokurist Fr. Atay, Oberbürgermeister Mecum, Pro- fejjor Dr. Oncken, Stadtverordneter Pirr, Gymnasialdirektor Pros. Dr. Schädel, Landgerichtsrat Dr. Schäfer, Postdirektor Schäfer, Stadtverordneter Schaffstaedt, Landgerichtsrat Schmeckenbecher, Fabrikant Schirmer, Fabrikant Schuchardt, Professor Dr. Stamm, Professor Dr. Walter, Bauunternehmer Winn, Bankier A. Zobel, Buchdruckereibesitzer Lauge. Professor Dr. v. Wagner. Morgen, Samstag abend 8i/2 llhr, wird sich im Hotel Schütz der Ehreuausschuß und kupferberg GOLD tfvpftRßi CO e Sd © U o ja S s Q £ <5 3 8 CO o CO O <8 8 ifflL CJ 8 8 o o 8 8 & 8 iSD. o «a ‘E 8 'c 5-> & 8 ixa Z o - !-> r-S 2> e-. 8 5-> S 5- §6^ 8 83 ^8 cd m s «st o* g 8 ° Cw U3 u _ o "tc (tu 05 e c 'S S gX-” »s? *= ä « -ö § -J5 S> CO tQ Z 8-8 w w K s w © G 2 CO o <8 8 VD Q 2 83 tr 8 c* 8 ^3 •*"* E ZK 2 rr ‘ -eg. .5 .LR p- ® 8 8 Jz> o O jq ug» R Z -SÄ . <5 «Kl G u SM ö*? 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