Zweites Blatt. Dienstag SV. Oktober 1903 153. Jahrgang Nr. 346 Wrfftetnt täglich anker Sonntags. Dem Giehener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giegerrer Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Berkay der Brühl 'schen Nntvers.-Buch- u.Stein- bruckrret (Pietsch ürben) Redaktion. Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7, Adresse für Depescheni Anzeiger Gießen. Nerniprrchanscbiuß 9h:. 51. d O monaiUch7bPl'oittiel- Gietzener Anzemer s General-Anzeiger w w den poltt ant aügem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MDZ —zeigenteU: Han» Beck. Aie Yevtige Kummer umfaßt 8 Seite«. Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. Bei einem Schwein der Heinrich Weigel Witwe m Gladenbach b. Br. (Kreis Biedenkopf) ist die Rotlauf- feuche in Fonn von Backsteinblattern amtlich sestgestellt worden. 'Es ist Gehöftssperre angeordnet. Bei einem Schwein des Landwirts Bernhard Achenbach zu Allendorf b. Gl. (Kreis Biedenkopf) ist die Notlaufseuche amtlich sestgestellt worden. Es ist Gehöftssperre angeordnet. Bei einem Schwein der Frau Heinrich Nühl II. Wtw. n Naunheim (Kreis Biedenkopf) ist die Notlaufseuche in Fornr von Backsteinblattern amtlich sestgestellt worden. Es ist Gehöftssperre angeordnet. Zum Iall Aippold schreibt uns eine Gießener Dame: Ter Fall Dippold ist so ungeheurer Art und glücklicherweise so vereinzelt, daß er kaum geeignet wäre, zum Ausgangspunkt einer prinzipiellen Betrachtung gemacht zu werden, wenn nicht in ihm ein fürchterliches Aäemento enthalten wäre für alle die, die nod> mit veralteten Vor- und Werturteilen Aufgabe und Handhabung der elterlichen Erziehung betrachten und betreiben. Ein ver- brecherischer Bube mordet ein schuldloses Kind und vergiftet den Seelenfrieden der unglücklichen Eltern. Eine Mutter, die nach den Bekundungen einwandfreier Beobachter (siehe Beiblatt des „Gieß. Anz." vom 17. Oktober) nicht leichtfertig und gewissenlos, sondern voll innigster Liebe und Zärtlichkeit selbst für die nach ihrer Ansicht verderbten Kinder zu sein scheint, wird zur leichten Beute eines schändlichen Betrügers, nur weil sie, in den Banden ererbter Vorurteile befangen, nicht wagt, ein unbedingtes Vertrauensverhältnis zwischen sich und ihren Kindern zu errichten. Ein Verhältnis, das ihr gestattet hätte,auch scheinbar unsagbare Dinge in der rechten Weise zur Sprache zu bringen und bis hinab zu den letzten und geheimsten Regungen die Vertraute ihrer Mnder zu sein. Vergegenwärtigen wir uns einen Augenblick den Gang der Dinge. Einer Mutter, die sich bis dahin ihrer frischen und natürlichen, wenn auch nicht übermäßig begabten Kncr- ben erfreut hat, spricht mau von geheimen, in dem gegebenen Alter und unter den vorliegenden Begleitumständen geradezu unglaublichen Lastern. Außerdem muß sie sich durch das veränderte Aussehen, den sichtlichen Verfall und die erschreckende Llbnahme des Körpergewichtes ernstlich beunruhigt fühlen. Aber tut nun diese Frau das Nächstliegende? Sie, die noch nicht gezögert hätte, ihre Kinder im Falle einer ansteckenden oder ekelerregenden Krankheit zu pflegen, schaudert zurück vor dem Eingehen aus die von ihr geglaubte psychische Verderbtheit. „Ich habe mich so entsetzlich geschämt", sagt sie vor Gericht aus. Entsetzlich geschämt wohl auch zur Zeit des Berliner Weihnachtsaufenthalts und unter ihren Augen einen tüchtigen Arzt zu Rate zu ziehen. Weil eine Mutter sich „entsetzlich schämt, muß ein blühendes junges Leben zu Grunde gehen! O über dieses gewohnheitsmäßige Ver- schleierungs- und Vertuschungssystem in den Dingen des Sexuallebens! Es würde zu weit führen, hier im einzelnen den Wust verrotteter und pseudo-sittlicher Vorstellungen zu bekämpfen, die allmählich dahin geführt haben, aus dem heiligen Wunder der Generation ein sündhaftes Zerrbild zu machen. Auch fehlt es nicht an Schriften, die in dankenswerter Weise und im Namen der wahren Sittlichkeit, der Volksgesundheit und LebensschÜnheit gegen die Heuchelei, die Beschränktheit und den Unverstand zu Felde ziehen, die nirgends üppiger und verderbenbringender emporgewuchert sind, als gerade hier. Nur das eine soll aus diesem erschütternden Fall,heraus bewiesen werden, daß Vater und Mutter schwerem Vorwurf sich aussetzen und daß sie die volle Verantwortung dafür trifft, wenn sie es versäumen, die psychische und sexuelle Entwicklung ihrer Kinder mit der gleichen Sorgfalt zu überwachen, die sie dem körperlichen und geistigen Gedeihen der Kinder zuwenden. Und diese Sorgfalt darf nicht Halt machen bei der Konstatierung einer etwaigen unliebsamen Tatsache, auf dem Gebiete des Geschlechtslebens, die Eltern dürfen sich nicht damit begnügen, den Lehrer oder den Arzt mit der Ueberwachsung und Bekämpfung sexueller Unarten oder Anomalien zu beauftragen: sowie es kein näheres Verhältnis giebt, als das zwischen Eltern und Kind, darf es zwischen beiden auch nichts geben, das nicht in geeigneter Form ausgesprochen werden könnte. Das legt den Eltern eine schwerste Aufgabe auf, zu deren Lösung es unendlicher Zartheit, Festigkeit und persönlicher Reinheit bedarf. Aber die Liebe, die die selbstloseste auf Erden ist, die der Eltern und insbesondere der Mutter zu ihrem Kinde, jene erhabene Liebe, die alles duldet und alles trägt, wird und muß auch hier die rechten Wege finden und das rechte Wort. Und dann werden die Menschen, die solches wollen und tun, selbst besser werden und an der Größe ihrer Aufgabe zu einem reineren und schöneren Menschentum emporwachsen, für das es nichts Dienschliches giebt, dessen es sich „entsetzlich zu schämen" hatte. H> F- • • Von anderer Seite wird uns noch folgendes geschrieben: Mit Liecht lvill das am 1. Januar 1904 in Kraft tretende Kinderschutzgesetz das ärmere Kindvor Heber* bürduug mit körperlicher Arbeit bewahren. Woher kommt es aber, daß die Fraae der tatsächlichen geistigen lleberbürdung der Kinder höherer Stände nicht in dem Maße öffentlich dargestellt wird, wie es notwendig wäre? Wehe dem Kinde, welches von den Eltern für eine höhere Bildung bestimmt wird und etwa nur mittelmäßig begabt ist. <£rft schleift man es in die Vorschule, wo es in drei Jahren lehrt; dann tritt fremdsprachlicher Unterricht auf und am Horizont der Kindheit geht die Sonne unter, aber der Nachhllflehrer erscheint Tag für Tag als Schreckgespenst. Ist es doch ein offenes Geheimnis, daß mehr als 50 Prozent aller Gymnasiasten nicht ohne Nachhilfe arbeiten. Wo bleibt denn eigentlich noch etwas fteie Zeit für den Sextaner bis Quartaner, und ein Tertianer ist doch schließlich wahrlich auch noch ein Kind! Und die Eltern — ja, der Junge muß arbeiten, arbeiten, ob auch, die Nerven zu Grunde gebrich tet werden. Will es zuletzt nicht mehr gehen, so übergiebt man das Wesen einem Institut oder bestellt ihm einen besonderen Erzieher. Daß die Erziehung eine Kunst ist, die besonders erlernt werden muß, das haben die meisten Eltern höherer Stände noch nicht vollständig begriffen. Heber Erziehungsaufgaben zu sprechen, findet man immer noch absurd. Man hat „Besseres" zu tun. Unterrichten kann zur Not mancher Student, aber Erzieher sein, d. h. planmäßig nach bestimmten Grundsätzen das Individuum charakterbildend beeinflussen, das überträgt man nicht dem Juristen, Mediziner oder überhaupt jemandem, der „ja doch studiert hat"', sondern eben Leuten vom Fach. Führt der Fall Dippold dahin, das Wesen der Erziehung der Kinder höherer Stande mehr, tiefer zu erfassen, dann trägt er gute Früchte. DoMische Tagesschau. Die Berliner Fiuanzministerkonferenz. Die Verhandlungen der zur Erörterung der Finanz- fragen in Berlin eingetroffenen bundesstaatlichen Vertreter begannen unter dem Vorsitze des Reichskanzlers am Montags In der einleitenden Ansprache drückte Graf Bülow seine Genugtuung über das bereitwillige Eingehen der Bundesregierungen auf die Einladung zu den Besprechungen aus. Er wies aus die ungünstige Lage der Reichssinanzen hin, die einen weiteren Aufschub der als-unabweisbar erkannten Reform nicht tunlich erscheinen lasse. Er unterbreitete zur Neuregelung der Fänanzbeziehungen zwischen dem Reich und den Einzelstaaten zur näheren Prüfung. Die Vorschläge wurden sodann durch den Reichsschatzsekretär eingehend begründet. Frecherr v. Stengel wird als Stellvertreter des Reichskanzlers in Reichsfinanzangelegenheiten den Vorsitz bei den Beratungen führen, sofern der Reichskanzler persönlich durch andere Amtsgeschäfte verhindert ist. Soweit die offiziöse Mtiz des W. T.-B Als gerade vor zehn Jahren in Frankfurt a. Vt. die Finan^minister der Bundesstaaten sich versammelten, um einerseits über die Deckung der Militärvorlage, andererseits über die zur ^Durchführung der Reich sfiuanzreform erforderlichen Mittel zu beraten, war Dr. v. Miquel die führende Persönlichkeit. Graf Eavrioi nahm an der Veranstaltung nicht teil, wohl in der Zuversicht, der kluge Miquel werde die gestellte Ausgabe bestens zu lösen wissen, dem Reich neue Steuerquellen zu eröffnen, llnd diese Erwartung täuschte nicht. Miquel hatte sich mit so viel Projekten vorgesehen, daß die Heiterkeit der Konferenzteilnehmer ob dieser gesetzgeberischen Fruchtbarkeit erregt wurde. Es war, gewissermaßen zum Aussuchen, „alles da", was Geld einbringen tonnte; Miquel verschmähte auch die Heinen Steuerpläne nicht. Sein Geist beschäftigte sich ebenso liebevoll mit der Tabakfabrikatsteuer wie mit dem Frachtbriefstempel. Alle mitgebrachten Projekte zusammen abgeworfen. Die Konferenz machte es milde und begnügte J»allen schätzungsweise einen Ertrag Vvn 200—300 Millionen ich mit 100 Millionen. „Weitgehende Uebereinstimmung!" ieß Miquel durch den offiziösen Telegraph verkünden. Auch bei der diesmaligen Finanzminister-Könserenz bandelt es sich um dieselben Ansprüche wie vor zehn Jahren, um militärische Forderungen und um die Reichsfinanzreform. Offiziös spricht man diskret von der „'Erörterung der Finanzftagen". Aber am Ende kommt es doch immer darauf hinaus, daß Geld herbeigeschafst werden soll. Hoffentlich wiederholt sich nicht auch der Vorgang der Präsentierung einer Hnn d er t m i l l i o n e n- Rechnung. Die Zeiten sind nicht danach. Düsteren Befürchtungen gibt sich die „Voss. Ztg." hin; sie schreibt: „Niemand würde es wundernehmen, wenn aus den Verhandlungen der Beschluß einer wesentlichen Erhöhung der Tabakabgaben hervorginge". Wir unsererseits glauben eher an die Möglichkeit einen Biersteuererhöhung. Doch es hat keinen Zweck, mit der Stange im Nebel herumzufahren. Graf Bülow wird wohl baU) Näheres über die Beschlüsse der Konferenz der Oesfentlichkeit milleilen lassen. Aber, was es auch ist, worauf sich die Finairzminifter einigen: eine neuedirekte Steuer erscheint ga n z und gar a u s s i chll s l o s im Reichstag. Ans diesem Gebiet ist alM abgegrast, versicherte neulich ein Zentrumsblatt. Dem Programm der Firlanz- minifter stellt die Reichstagsmehrh^it das ihrige entgegen, und auf oieser Liste befindet sich insbesondere die Reichs- e r b s ch a s t s st e u e r. Nach ben Pariser Festtagen. Der russische Muriner ües Aeußern Graf Lamsdorff wird in den nächsten Tagen in Parrs eintrefsen, um mit Delcas so, dem französischen Ministerkollege^l, über die ostasi arische Frage zu konferieren. So meldet uns heute D.-B. Hd. Das sieht wie ein schleuniger Ernüchterungsversuch Rußlands nach den ftan- zösisch^italienischen Festtagen aus. Graf Lamsdorff wird wissen wollen was, in PariL mit der italiernschen Diplomatie während des Königsbesuchs erörtert, mehr noch, was vereinbart worden ist, und ob die Vereinbarungen nicht den russischen Interessen zuwiderlaufen. Nebenbei dürfte Delcajss auch> noch ein bischen über die Annäh er * un g an England interviewt werden, die russischerseits größtes Mißllauen in die Ergebenheit des verbündeten Frankreichs geweckt haben dürste. Der T o a st, den der Kö n i g v o n I t a l i e n am Sonm tag in Paris «a'nsbrachte, hat nach einer Wiener Meldung durch! die darin enthaltene Erinnerung an den gemeinsamen Kampf Italiens und Frankreichs gegen Oesterreich in Wien sehr unangenehm berührt. Das Neue Wiener Tageblatt meint, der Trinkspruch! sei mehr vom südländischen Temperament als von politischer Einsicht getragen gewesen. Den Völkern müsse vor solchen Garantien des Friedens nachgerade bange werden. — Und ein Mailänder Blatt behauptet, die Königsreise nach Paris hätte in Berlin und Wien verstimmt, da sie ein Sieg der Demokratie über die Diplomatie der Zentralmächte wäre. Ter König von Italien richtete von Modane, der ersten italienischen Grenzstation, au den Präsidenten Lo u- bet ein Telegramm, in dem er seinen und der Königin Tank für den ihnen bereiteten Empfang ausspricht. Das Andenken daran werde tief in ihren Herzen eingegraben! bleiben und werde sich in ihiien Herzen mit den wärmsten Wünschen für die Wohlfahrt Frankreichs verbinden. Präsident Loubet gab in seiner Antwort dem Gefühle des Glückes Ausdruck, das er darüber empfunden habe, das Königspaar empfangeil zu können; er sprach dem Könige seine Wünsche für die Wohlfahrt Italiens aus und versicherte ihn seiner aufrichtigen Freundschaft. Der Königin übermittelte ie>r ehrerbietige Grüße. Das italienische Königspaar wird übrigens innerhalb eines Monats Frankreich passieren. Am 15. November begibt sich das Königspaar nach Cherbourg, wo es sich, an Bord der Jacht „Viktoria anö Albert" nach England einschifst. Die Jacht wird von mehreren englischen Kriegsschiffen begleitet werden und am 16. November in Portsmouth eintreffen. Hier wird das Königspaar vom Prinzen von Wales empfangen werden und sich mittete Spezialzuges direkt nach Schloß Mndsor begeben. Am 19. dtovember begibt sich König Viktor Emanuel! mit seiner Gemahlin zu kurzem Aufenthalt nach London, um an dem Festessen, das chm zu Ehren vom Lordmahor veranstaltet wird, teilzunehmen. Der Aufenthalt des Königspaares in England wird sich^ auf vier Tage bemessen. Deutsches Deich. Berlin, 19. Okt. Mit der Ansprache religiösen Inhalts, die der Kaiser gestern aus Anlaß der Konfirmation zweier seiner Söhne gehalten hat, beschäftigen sich die Blätter nur wenig, weil es sich um ein höchst persönliches Bekenntnis ohne direkte Beziehung auf staatliche Gesetzgebung und Verwaltung handelt. Beachtenswert ist immerhin, daß die katholische „Germania" mit der Ansprache zufrieden ist, well sie durchweg von einem christlichen Geist durchweht fei, der in allen christlich ge- smnten Kreisen und nicht nur bei gläubigen Protestanten, sondern auch bei den Katholiken freudiger Zustimmung gewiß sein dürfe. „Nur eine Stelle dieser kaiserlichen Kundgebung (so fährt die „Germania" fort) mag in katholischen Kreisen zunächst ein gewisses Befremden erregen, der Passus nämlich, in dem eine Andeutung an die Heiligen- Verehrung gefunden werden kann. Der Kaiser gibt in diesem Passus offenbar einer irrigen Anschauung über die Heiligen-Verehrung in der katholischen Kirche Ausdruck, wie sie in protestantischen Kreisen leider allzuviel verbreitet ist. Wenn der Kacser sagt: Der einzige Retter und Helfer ist der Heiland, so ist das auch die tatholische Lehre. Was die Heiligen-Verehrung anbettifst, so können an dieser Stelle selbstverständlich darauf nicht ausführlich eingehen, sondern müssen uns auf den kurzen Hinweis beschranken, daß die tatholische Kirche selbst einen großen Unterschied macht zwischeic'Gottesverehrung und Heiligen-Verehrung. Die katholische Kirche m-cht die Verehrung oder Anrufung der Heiligen auch nicht zur sttengen Pflicht, sie erklärt nur, daß dieselbe nützlich und heilsam sei, und hier tritt der Gegensatz zu der Auffassung des Kaisers allerdings hervor. Im übrigen ist oie Heiligen-Verehrung im Urchristentum gerade so geübt worden, wie sie noch s^etzt in der katholischen Kirche geübt wird. Die Anrufung der Heiligen ijt selbst im Urchristen- tum nicht als eine „Nebensache" betrachtet worden. Im heutigen Protestantismus scheint das allerdings zum großen Tell der Fall zu jein. Dafür hat em moderner Heroenku ltus weite Kreise des deutsckien Volkes ersaßt." — Der Reichstags abgeordnete für den ostpr. Wahl- kreis Goldap-Takerhmen-Stallupönen, Rittergutsbesitzer v Sperber- Kleschowen., ist g e st o r b e n. — Die Nation al sozial en organisieren sich wieder selbständig, soweit sie nicht der Freisinnigen Vereinigung beigetreten ffnd. Bekanntlich haben die Dissidenten schon auf dem nationalsozialen Parteitag in Göttingen den Vereinen und Landesorgzanisatiouen der nation-alsozialen Partei empfohlen, sich in ihrer Selbständigkeit zu erhalten und uniereinanber enge Fühlung zu suchen. Jetzt versendet ein „vorbereitendes Komitee" ein Flugblatt, welches die bifjentierenben Vereine ausfordert, sich zu einem Verband zusamnienzuschließen und eine Zentralstelle zu begründen. Es heißt in Dem Flugblatt: „Der Führer den Männern der „Staatsb. Ztg. bewilligte Schonungsrente von 50 Proz. auf 25 Proz. herab- Ausland für Europa." L . , . v . später zu empfangen, bezeichnete der Zar als ab sur d. Er werde nie russischen Offizieren zumuten, Kameraden von Bluthunden, diesen Körttgsmördem, die Hand zu reichen. Sofia, 19. Okt. Die Minister Geschoss und Daner, welche eine Agitationsreise für die Wahlen unternommen haben, wurden gestern auf dem Bahnhöfe von Zagor von Stambulowisten angegriffen, wobei Danew leicht vergeh alten!" — Die Ernennung MerrydelVals zum Staats- (etretär des päpstlichen Stuhles wird amtlich be- amts ernannt. — Aus dem Militär-Wochenblatt. Graf von er gemäß § 88 Abs. 3 des Gewerbeunfallversicherungs- gesetzes beim Schiedsgericht Antrag auf Zubilligung einer Rente, zu welchem Zwecke er ein Zeugnis des prakt Arztes Dr. Kipper zu Gießen vorlegte, wonach er um 10 Prozent erwerbsbeeinträchtigt sein sollte. Der Antrag wurde vom Gericht als'iunbegründet verworfen, da nach, dem von dem Kreisarzt Dr. Köninger festgestellten Befunde nicht anzunehmen fei, daß feit Oktober 1896 in dem Zustand und uno der darauf beruhenden Erwerbsunfähigkeit des Werner eine wesentliche durch die Folgen des Unsaus verursachte Verschlimmerung eingetreten i)t. — Der Aroerter Jakob Walboth zu Garbenteich hatte sich infolge eines Unfalles eine Kopfwunde, die bald verheilt war, zugezogen; ferner waren ihm sechs Zähne verloren gegangen, die er sich vor Ablauf der ersten 13 Wochen nach dem Unfall und ohne Anfrage bei der Ziegeleiberufsgenvssenschaft durch neue ersetzen ließ. Gegen den ihm lediglich eine Rente bewilligenden Bescheid verfolgte er Berufung und verlangte außer einer höheren Rente Ersah der Kosten für die sechs neuen Zähne. Das Gericht erachtete die Berufung für unbegründet, da eine wesentlich höhere Erwerbsbeschränktheit als von der Beklagten angenommen nicht vorliege, und letztere nicht verpflichtet sei, die Kosten der vom Klager ohne ihr Zutun beschafften Zähne zu zahlen. Indessen erklärte das Gericht die Berufsgenossenschaft für verpflichtet, die zur Erleichterung der Folgen der Verletzung erforderlichen Hilfsmittel vom Beginn der 14. Woche nach Eintritt des Unfalles zu gewähren (§ 9 des G.-U.-V.-Ges.i. *♦ Folgenden Liebesbrief eines ^Vogelsberger Mädchens" können wir durch die Güte eines anonymen Freundes unseres Blattes unseren Lesern im Wortlaut zum besten geben. Der Bries lautet: Lieber Heinrich! Paris, 19. Okt. „Figaro" kürzt die bevorstehende Sendung eines vom König Eduard verfaßten Buches au die Souveräne und Staatschefs an, welches die Eindrücke von seinen jüngsten B e s u ch e r n i n P a r i s,! Lissabon, Malta usw. behandelt. Eine kleine Anzahl des illustrierten Werkes wird in den Handel kommen. — Wie die „Aktion" versichert, hat die vom KriegsMi- nister seit Atonalen ein geleitete Untersuchung der Akten der Drehsus-Affäxe mehrere neue Fälschungen zu tage gefördert, welche eine Revision des Urteilt? von Rennes rechtfertigen würden. , Rom, 19. Okt. Die offiziöse „Capitale" sucht letzt auch versteckt den Botschafter Relidow für den Echec des Jarenbesuches verantwortlich zu machen. Dos Blatt schließt: Die italienische Presse muß aufhoren, über den verfehlten Besuch des Zaren zu berichten, das sei der russischen Polizei oder phantastischen Jntriguem Oesterreichs und Deutschlands zuzuschreiben. — Wie in hiesigen politischien Kreisen verlautet, wird der italienische Botschafter in Petersburg neue Instruktionen erholten, welche den Besuch des Zaren in Rom im nach ft en Frühjahr ermöglichen. — Franzosenfreun dliche Kundgebungen ereigneten sich gestern in Rom. Nachdem ein Zug von Demonstranten vor der französischen Botschaft angelangt war, begab sich der Präsident des Festkomitees, Professor de Gubernasis, mit etwa 50 Personen in das und bestürmte den Vertreter Frankreichs, Legationssekretär de Fontarce, sich der Menge vom Balkon aus zu zeigen. De Fontaree ließ sich dazu bewegen, weigerte sich aber, zu sprechen, indem er sagte: ,^Vom Balkon der französischen Botschaft werden weder von mir rroch von anderen Reden letzt wurde. , _____ _____ Peking, 18. Oktober. Es stellt sich heraus, daß es Waldersee, Hauptmann im Generalstabe der Großh. Hess- sich bei dem angeblichenSprenganschlag gegen die )en (25.) Sioifion, zum Major befördert. — v. der Osten, aressfgRs« ää sjä'sä Mühe verursachte, brachten sie einen Tell des Gestohleiien zum Tragen der Uniform des Großh. Hess. Tram-Bataillons zur Explosion und liefen dann fort. Nr. 18 zur Disposition gestellt. . !■■■■—------g? ** Uebers allen wurde der 18 Jahre alte Weißbinder Wom antisewilischen Farteitage. Weller von Klein-Linden abends zwischen Gießen und Klein- Die deutsch-soziale Reformpartei hat chren Parteitag Linden in der Nähe des Eisenbahn-Viadukts. Ein Unbekannter soeben ch Berlin abgehalten. Die EröffnunAsitzung mit drei Hunden versetzte dem W. einen Schlag gegen die leitete Äbg. Böckler. Er erinnerte an die vor einigen Stirne, worauf die Hunde über ihn herfielen. W. brach be- Tagen erfolgte Ablehnung des Gnadengesuches wußtlos zusammen. Als er wieder zu sich kam, war der der Leiter der „Staatsbürgerzeitung", Bruhn unbekannte verschwunden. W. trug eine Wunde an der und 'Dr. Böttcher, die wegen ihrer Besprechung der Tätig- @tirn unb Bißwunden cm Armen und Beinen davon. An- teit der Behörden in der Konitzer Angelegenheit . ft t zu s chweren Gefängnisstrafen verurteilt worden o J J ‘ n m7nrrh nrn Auffübruna dieses seien; die Zurücüveisung zeige deutlich, wie mächtig die! p r??0.tta®0 1 1 (vegner seien, und daß der Antisemit auf kein e bekannrlich in Preußen seltsamer Weise verbotenen Dramas Gnade zu r echn en habe. Schließlich ab er werd e von Paul Heyse — nur der Universität Göttingen | noch derTagkommen,andemBolkundFürsten letzthin die Aufführung gestattet worden — ist gestern vom die Augen aufgingen. (Lebhafter Beifall.) I Vorstand des Theateroereins beschlossen. Da alle Dekorationen Maler Bindewald-Berlin führte aus, daß man I üon einer ersten Firma neu gemalt werden müssen, so kann weiter kämpfen würde, auch wenn die Fürsten es nicht woll- bie Vorstellung frühestens Mitte November statlfinden. Wegen ten. Die Fürsten könnten auch nichts wollen, wenn das bcr bur(^ biese Neubeschaffungen entstehenden großen Kosten Volk nicht hinter ihnen stehe. wird weaen der Schwierigkeit, bei der bisher nur kleinen Zim^m er^an^-Dresden"" al? SktooSnber W von Aufführungen des Dranias einen geeigneten Gast einem Bericht über die Reichstagswaylen und oie Tätigk:'ii 5" erhalten, von der Heranziehung eines solchen wahr- der Parteileitung. Auch er gedachte einleitend der M- scheinlich Abstand genommen werden niüssen. lehnung des (Äiadengesuchs der Leiter der „Staatsb. Ztg.". ** Schiedsgericht für Arbeiter versicher- Es müsse alle nationalgesinnten Männer tief betrüben, daßl ung. Die Sektion 6 der Lagereiberufsgen-ossenschaft zu Ich denke daß dich mein schreiben bei guter Gesundheit antrist Als Es mich verläßt. Da Ich gehört habe, Daß Du Ihm Lazerret gelegen hast. So möchte Ich gerne wissen ob Du wider “lieber Heinerich denk an jene Worte die wir in Bersrot mit einander gesprochen haben. Kein Tag und keine Stunde veracht ich denk an Deine süße Worle. Lieber Hemerich ich möchte gern eine Stunde bei dir seur aber ich gan nicht dazu gelangen. Lieber Heinerich die Zeit wird mir sehr lang daß ich mmtlich mit dir sprechen kann so wrl ich es mit Tinte und Feder und in gegangen, die großen ^dcurken find geblieben, geblieben ist das heilige Feuer der vergangenen Tage, es soll unv nickst verglimmen. Alle Gleichgesinnten rufen wir zu uns; wir wollen uns nicht zerstreuen wie Spreu, nur wollen zusammenblechen." Unterzeichnet ist das Flugblatt von einem vorbereitenden Komitee von zwölf Mitgliedern aus Frankfurt a. M., Mühlhausen t Tl)., Karlsruhe, Kessel» stadt, Hechewerg, Hormberg, Butzbachs Marburg, Gießen, Obmann ist der Pfarrer Erwin Gros in Esch im Taunus, gu dem Komitee gehört unter anderen auch £>err Wenck, ^rxiXjer Leiter des nationalsozialen Blattes in M arbur g, dem Wahlkreise Gerlachs. . or, — Noch einer Meldung der „Post" soll vor der Ahorn- Mee in Charlottenburg als Abschluß ber Blsmarckstraße, bie als großeHeerstraßebis nachDöberi tz weiter geführt werden wird, ein großer Tr iump h bo g en orrichtet werden, dessen Kosten auf e i n e M i l l i o n M a r k veranschlagt sind. . Stuttgart, 19. Okt. Nach dem „StaatSauz." w,rd dermrächst eine neue Prüsungsordnu»g erlaffen, Matche bie erste Prüsung sur den höheren Justrz-, Verwalt- unas- und Füianzdienst in eine gemeinsame erste höhere Iustizdienstprüsung vereinigt. Zur Zulassung berechtigt auch das Reifezeugnis eines Realgymnasiums. den Männern der .Staatsb. Ma.", die aus den lautersten Mainz hatte die dem Heinrich Fischer zu Gießen wegen der Motiven gehandelt hätten, nicht derselben Gnade teilhaftig Folgen eines am 30. Juni 190^ erlittenen Betriebsunfalls gewordenes eien, wie dem zil Zuchthaus verurteilten mein- bewilligte Schonungsrente von 50Proz^^auf 2o eidigen Moritz Levy. (Stürmische Zustimmung und Pfui- gesetzt. Die, hiergegen von den Recksts anw alten öustizrat rufe i Auch der Jude M e hri n g, der die katholische Kirche Dr. Gutfleisch, Engisch und Arnold zu G. eingelegte Bein schwerster Weise beleidigt hatte, sei kurz vorher begnadigt rufung wurde von dem Gericht aU worden. Also den Juden sei etwas gewährt, was man den da es auf Grund des voni den ärztlichen Sachverständigen Antisemiten versage. (Hört, hört!) Wir billigen Ausschreit- konstatierten objektiven ^efuiides zu der Ueberzeu^rng kam, ungen gegen Juden nicht, wir suchen vielmehr, so weit an daß seit der letzten Nentenfestsetzung in dem durch die Un- uns ist derartigen Diiigen entgegenzuwirken, indem wir eine sallsolgen bedingten Zustand und der dcw« » Referent damit, daß ber Abg. Kohler niemals tm h|3roäent zugesprochen. Auf erhobene Berufung erhöhte das Reichstage sichrednerisch betätigthabe. Hin- Gericht nach Anhörung des Privatdozenten Dr. Bötticher gegen seien die Walsterfolge der Partei im deutschen Osten von hier die Rente auf 75 Proz. der Vollrente. — Die Minna ein Lichtblick, hier, wo nichts zu verlieren, aber alles zu ge- Günther zu Klein-Karben, jetzt zu Bockenheim, bezog zuletzt winnen sei, habe man Bruhn iuti) Böckler durchgebracht, wegen ber Folgen eines durch einen Unfall verursachten ' Insgesamt seien bei den letzten Wahlen 261269 Stimmen tuberkulösen Fußleidens von ber Nahrungsmittelberufsge- Ifiir antisemitische Kanbidaten abgegeben worden. (Stür- nossenschaft eine Rente von 50Proz., bie die Genossenschaft ! Mischer Beifall.) Der Antisemitismus sei also nicht banke- deshalb einstellte, weil das Leiden nach dem ärztlichen Gut- rotte r werde seinen Weg vielmchr weitergchen und hoffe, achten des Dr. Bötticher ausgeheilt sei. Die weiter auf- sckwn bei den preuß. Landtagswahlen wieder Erfolge zu getretenen tuberkulösen Erscheinungen ständen mit dem Un- errieten fall in keinem ursächlichen Zusammenhang. Auf die von $ Aba. Böckler behauptete, er vertrete den ver- der Mutter ber p. Günther verfolgte Berufung kam das i übet st en Wahlkreis im beutschen Reichstage (Schlochri- Gericht jeboch> zu anberer Ansicht unb verurteilte die Be- Flatow). In manchen Städten sei dort jeder fünfte «Mensch russgenossenschaft zur Weiterzahlung der Rente von 50 Proz. ein Jude und unter diesen Umständen trete das Judentum — Der Bierfahrer ^zohs. Schmidt zu Butzbach, war tm im Osten denn auch mit maßloser Ueberhebung und Un- Rov. 1902 infolge Scheuwerdens der Pferde vom Wagen Verschämtheit auf. In St eg er s sei plötzlich ein Schlach- geschleudert worden. Wegen der folgen des hrerber zuge- teroeftlle Levy aufgetaucht, der angeblich direkt von War- zogenen Bruches des rechten Unterichenkels und.mehr- schau kann Natürlich habe sich bie durch den Winterschen fachen Bruches des linken Armes hatte bie Brauerei- und unb burch andere unaufgeklärte Knabenmorde der letzten Mälzereiberufsgenossenscyaft eine Rente von 35 Proz. der •3eit erregte Bevölkerung gefragt: Was will der Schlach- Vollrente gewährt. Das Gericht erhöhte aitt bie ^^ufmig leraeselle Levy aus Warschau hier? (Sehr richtig!) Tat- bes Schmidt und nach nochmaliger Unterfuchung durch Dr. fache sei ja, baß bei all biesen rätselhaften Kinber- Bötticher bie Rente aus 50 Proz. — Die ^nvalideuver- jchl ächt er eien kurz vorher ftembe Juben in der be- sicherungsanstalt Gr. .Hessen hatte den August Frank zu trefsenben Stabt bemerkt worben seien. Wer könne es Langenbergheim mit femem Antrag auf Gewährung ber deii Leuten also verdenken, wenn sie um ihrer Kinder willen Invalidenrente deshalb abgewiefen, weil er noch nicht er- ängstlich wurden? (Lebhafter Beifall.) Jedenfalls dürfe werbsunsähig im Sinne des ^nvalibenversicherungsgesetzes er sauen, daß kein Aiittsemit bei der ganzen Sache be- sei. Das Gericht erachtete jedoch diese Annahme nach den teiliat sei. weiter angestellten Erhebungen, insbesondere nach den Aus- Landtaasaüg. Hirsche! erklärte, daß die Niederlage sagen des Pächters Müller zu Hof-Marieichorn nicht für zu- der Antisemiten bei den Reichstagswahlen durch die an ti- treffend und verurteilte die Versicherungsanstalt zur Zahl- agrarische Strömung mit verschuldet sei, der auch ung der gesetzlichen 2*^^nrenie. — Die ^"^Aenver- die Führer des Bundes bcr Landwirte zum Opfer fielen, sicherungssache der Kath. Elisab. Leithauser zu Ulfa war Mit großer Betrübnis habe man in Hessen vernommen, von dem Reichsversicherungsamt in Terlm zur nochmaligen daß an die Nat?o'nalsozialen, Verhandlung an das^.Säfiedsg^icht zu^ worde^ bieie .Spottaeburt aus Dreck und P et r o l e u m" da die Leithauser m der Zett vom 18. Aprtl 1898 bis 18 Aprll gesallen sei diese „elende Gesellschaft" dürfe den Kreis 1900 im Älnschlusse an die durch, Beiftagsmarken belegte aui kettieii Fall behalten. Beschästigungszeit vielleicht noch m sieben Lachen krank Ko ck er-Hoyerswerda bemerkt demgegenüber, daß es uno erwerbsunfähig gewesen sein könne. Nach den noch- der Partei nicht förd erlich sein köstne, sich gewisser- mals angestellten Ermittelungen kam das Gericht zu der maßen als eine Filiale des Bundes der Land- Ueberzeugung, daß bie Leithaus er nrcht, wre früher von der wirte aufzuspielen. Man habe den ganzen deutschen Dellagten angenommen worden war, sett Dezember 190 , KBS. KMÄtfÄSTM 19. ort Ae Anhänger des ermordeten Kömgs bemängelte Redakteur Kammer es daß die ««tisemitischen w^teren ®ninb be§ persönlichen Alexander von Serbien letteten eine Sammlung ein, um die Abgeordneten zu wenig diab au rm Reichs tag e f ^^ ^ erachtete. — In der Sache Kosten für ein Al ex and erd e n km a l auf ungarr>chem machten e^" eü" 53;Cäug^ auf <5oV Htuguft Mäher gegen "die FleischereiberuDgenossenschaft ° -Än^ Mtemlchteter Seite wird versicherst daß der datenmißhandlungen und die Lieferungsvergebungen an öS Kaiserabgelehuthat, in Angelegenheit der K o n g o - die Handwerker ein entschiedenes Vorgehen. Auch die Werner Besuch Ieinerlei Aenderu,ng herbeigeführä \ redakteur Zrmmermann-Dresden gewählt.__________ (SSK ÄK Ä — Das „N. Wien. ^>ourn. erftchrt von hochgestellter — —- — — feitiat • durch das Fehlen des kleinen Fingers war Werner Seite, daß ber Zar neuerbrngs über t>ie Vorgänge »I Aus HlaM und Land. IN seiner ^Arbeitsfähigkeit nicht mehr ^beschränkt. Damals c... Oberlandesgerichtsrat Dr. Ernst Werke m Darmstadt zum richterlichen Mitgliede des Landesversicherungsamts für bie Dauer des von ihm dermalen bekleideten Hauptamts und den Landgerichtsrat Ludwig Lang in Darmstadt zum stellvertretenden richterlichen Mitgliede des Landesversicherungsamts für die Dauer des von ihm zur Zett bekleideten Haupt- Sefad®ffeSaÄSels Man verlange Muster von der Fabrik und Handlung: , von Elten L, Keussen, Krefeld. - anschließen. u. Für besseres Schuhzeug Schlußkurse. 208.00 217.12 141.— 189.75 198.75 Oest. Kredit. Deutsche Bank . Darmstädter Bank Bochumer Guß . Wiesbaden aufgetreten ist, wird sie jetzt in Mainz in „Jephtas Tochter" und „Liebelei" austreten. — In Gernsheim wurde am Samstag vor den Augen der Mutter das 3 ^jährige Söhnchen der Glasermeister Gg. Müllerschen Eheleute überfahren. Die Frau ging spazieren, als dem vorauslausenden Jungen der Kreisel aus der Hand siel und unter ein vorbeifahrendes Fuhrwerk rollte. Das Kind lief dem Kreisel nach und ehe die hinzueilende Mutter es verhindern konnte, ging das Hinterrad eines angehängten Wagens dem Kleinen über den Kops. Das Kind war sofort tot »ent. Anfangs- . 207.00 . 216.40 . 141.40 . 190.75 Neueste Meldungen. Originaldrahtmclduttgen des Gießener Anzeigers. Stuttgart, 20. Okt. Im Hostheater erlebte das Schauspiel „Junker Kai" von Holger Drachmann seine Uraufführung. Die dramatisch schwächliche, aber große lyrische Schönheiten aufweisende Dichtung bestemdete An» :ang§, erregte dann aber wachsendes Jnterefle. London, 19. Okt. „Daily Mail" läßt sich aus Chicago kabeln: 6 Räuber übersielen gestern abend die Stadt Bernick, die etwa 100 englische Meilen von Chicago entfernt liegt, terrorisierten die gesamte Einwohnerschaft, plünderten die Bank und konnten sich dann nut ihrer Beute in Sicherheit bringen. Sie trafen spät abends in einem mit 2 schnellen Pferden bespannten Wagen in der Stadt ein, fuhren bei der Bank vor, sprangen ab und brachen die Türen aus. 2 Mann blieben als Wache auf der Straße, während die 4 anderen den Panzerschrank mit Dynamit sprengten und 30 000 Doll, mitnahmen. Die Explosion brachte die ganze Stadt in Bewegung. Eine Schar Bürger eilte unter der Anführung des Polizeidirektors nach dem Schauplatz der Explosion. Man hatte aber vergessen, Waffen mitzubringen, und so konnten die Räuber mit ihren Gewehren die Menge in Schach halten und einen Rückzug antreten. Sie luden ihre Beute auf den Wagen und fuhren davon, ohne daß sich jemand an sie heranwagte. Später machten sich bewaffnete Abteilungen zu ihrer Verfolgung auf, holten sie aber nicht mehr ein. Von den Räubern fehlt jede Spur. Paris, 20. Okt. Blättermeldungen zufolge ist eirrAd^ miral, deffen Name mit Rücksicht aus die Familie nicht genannt wird, plötzlich irrsinnig geworden. Er kaufte in einem Warenhause für 25 000 Franks Darnen-Unterkleider, deren Abnahme seine Familie verweigert. Rom, 20. Okt. Die Blätter konstatteren übereinsttmmend den enormen Eindruck, den die Ernennung Merry del Vals zum Staatssekretär auf die Kurie gemacht hat. Die Tribuna meint, er sei gewählt worden, weil der Papst einen unparteischen Berater wünscht, der weder Pro- noch Anti-Rampollianer sei. Der Papst entschloß sich zur Wahl Merry bei Vals erst, nachdem er zuvor mehrere andere Kardinäle befragt hatte. Da aber keiner das Amt übernehmen wollte, bestätigte er den erst 3 8 Jahre alten Merry del Val. Für deffen Verhältnis zu Deutschland dürste es bezeichnend sein, daß er der Sohn jenes spanischen Diplomaten ist, der eifrig Spaniens Beitritt zum Dreibunde betrieb. Bei dem ersten Konsistorium werden außer Merry del Val ailch die Bischöfe von Padua, Bonevent und Viterbo und der Majordomus des Vatikans den roten Hut erhalten. aus Chevreaux-, Box-Calf, Kalbleder rc. ist das Allerbeste „Higrin" denn es erzeugt ohne Mühe prächtigeB Glanz Konservier: und erhall das Leder weich! Einfachste Behandluna! Zu Haden in Dosen ä 10 Pfg. und größer in den meisten Geschäften. 7491 Fabrikant: Carl Gentner in Göppingen. Alses-Schule für Irauen-Mdung und -ßrwerö. Die Alice-Schule in Gießen wird am Sonntag den 25. Oktober, um 11 Mr pünktlich in der Turnhalle der Stadtknabenschule an der Nordanlage die Feier ihres 25jährigen Bestehens begehen und ladet hierzu die Mitglieder des Alice-Vereins und alle ihre jetzigen und früheren Schülerinnen freundlichst em. Der Zutritt ist nur gegen Vorzeigung einer Emtrsttskatte gestattet, die am Freitag und Samstag für die Mitglieder desAllce- Vereins in der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 14, für die Schülerinnen in der Alicefchule ausgegeben werden. Der Eingang i|t nur von der Nordanlage aus. Nach Schluß der Feier wird die Ausstellung weiblicher Handarbeiten in der Alicefchule eröffnet. 7894 Vermischtes. * Berlin, 19. Okt. Wie der „Vorwärts" berichtet, ist das am Leben gebliebene Opfer des Hauslehrers Dipp old, Joachim Koch, von seinen Eltern in einer Pen- ion zu Steglitz untergebracht worden. (Haben denn die Eltern das Kind nicht zu sich nehmen können? Findet sich ür den kleinen Knaben kein Raum in dem Paläste des Bankdirektors an der Tiergartenstraße zu Berlin? D. Red. d. Gieß. Anz.). * Neunkirchen, 19. Okt. Bei dem Brande eines Wohnhauses kamen drei Kinder einer Arbeiterfamilie in den Flammen um. * München, 19. Okt. Die beiden Söhne des Bürgermeisters Gatter aus Grafbrunn wurden wegen Mordes an einem Pferdehändler verhaftet. * London, 19. Okt. Im August verschwand hier auf geheimnisvolle Weise, ein Fräulein Dr. Hickmann. Gestern wurde die stark verweste Leiche im Richmondpark bei London von Kastanien suchenden Knaben gefunden. Der Körper war nicht mehr rekognoszierbar. Doch läßt ein bei der Toten gefundenes Medaillon und ein Ambulanzkreuz keinen Zweifel an der Identität der Toten. Die Leiche ist stark verstümmelt, jedoch wahrscheinlich von Ratten. Die Untersuchung von Fräulein Hickmann hat ergeben, daß sie wahrscheinlich Selbstmord durch Auffchneiden des Halses verübt hat. Die Medaille hatte Fräulein Hickmann vor einem Jahre als ersten Preis für Schwimmen erhalten. • Jassy, 19. Okt. Der unter der Anklage des Mißbrauches der Amtsgewatt und wegen Unregelmäßigkeiten seines Postens enthobene Polizeiches Botec hat sich erschossen. * Groß feuer. In der deutsch-amerikanischen Werkzeugmaschinenfabrik von Krebs in Halle a. S. hat ein Großfeuer bedeutenden Schaden angerichtet. Das Modelllager und eine Anzahl fertiger Maschinen wurden vernichtet. * Lebensmüde. In München hat sich Oberst Zorn, Kommandeur des Kadettenkorps, aus Schwermut er» schossen. — In Karlsruhe hat sich der General der Artillerie a. D. Wilhelm v. Gemmingen in seiner Wohnung erschossen. Das Motto dürste in Krankheit zu suchen sein. Vor einigen Tagen nahm sich sein Bruder gleichfalls das Leben. — Auf dem Friedhof zu Karlsruhe erschoß sich bei der Beerdigung eines Architekten ein Bauer aus Hagsfeld aus unbekannten Gründen. * Der Vesuv ist in eine neue Eruptionsepoche eingetreten, er zeigt große Rauchwolken. Von Zett zu Zei erfolgen Gas- und Dampfexplosionen. * Bei einem Erdbeben in Chorasam (Persien) wurden 13 Dörfer zerstört, 250 Menschen getötet. 5000 Personen sind obdachlos. • Sturm und Kälte. Am Sonntag wütete bei wolkenlosem Wetter ein furchtbarer Sturm auf der Nordsee und ebenso in Oberitalien. — Unweit Kuxhaven strandete Sonntag nacht ein unbekanntes Segelschiff. Acht Mann der Besatzung ertranken, — Auf den ober- italienischen Seen und aus den Lagunen vonVenedig kenterten viele Fahrzeuge und mehrere Menschen fanden den Tod. In Turin richtete der Sturm an den Häusern und Gärten großen Schaden an. Aus dem adri a tisch en Meere scheiterte bei Chioggia der Schoner „Vincenzina", wobei sechs Personen ertranken. Eine Barke mit 4 Zollwächtern wurde bei Venedig von den Wellen verschlungen. — Nach einer Wiener Depesche ist in den österreichischen Alpen ein jäher Wettersturz eingetreten. Aussig und Innsbruck melden Schneefall im Tal. Kunst und Wissenschaft. __ Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, bestätigt es sich, daß der diesjährige litterarische Nobelpreis zwischen Björnson und Ibsen geteilt werden soll. Für den chemischen Preis ist der schwedische Professor Arrhenrus, für den medizinischen Zinsen vorgeschlagen. Gerichtssaal. Gießen, 16. Ott. Heute verhandelte die Strafkammer gegen den Kaufmann R. W. aus Frankfurt o. Dä wegen Betrugs. Der Angeklagte war bis Ende 1897 Mitinhaber der hier bestehenden Eisenfirma Heimer u Co. Anfano 1898 etablierte er mit einem Kapital von 50000 Mk. die Acetylew-APparate-Fabrir Gießen. Die Firma geriet Mitte März 1902 in Konkurs. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, daß er seinen ehemaligen Sozius Heimer zu bestimmen gewußt haoe, eine Anzayl Wechsel zu girieren, die er diesem gegenüber als Kimden-Wechsel bezeichnet hat, die aber sich hinterher als sogenannte Reitwechsel erwreserr. Der Angeklagte hat ferner Heimer zu bewegen gewußt, wechselmäßig für größere Summen Bürgschaft zu leisten, und zwar durch falsche Vorspiegelung, daß eine Firma in Nossen bereit sei, sich mit einer Einlage von 40000 Mk. an der Apparate-Fabrik zu beteiligen. Das Urteil gegen W. lautete auf ein Jahr Gefängnis. Der Verurteilte wurde sofort in Hast genommen. Berlin, 19. Ott. Ein sensationeller Wucherprozeß begann heute vor der 10 Sttafkammer des Landgerichts L Die Anklage richtet sich gegen 10 Personen, die beschuldigt sind, sich mehr oder weniger in wucherischer Weise an der Ausbeutung geldbedürstiger Lebemänner beteiligt zu haben, wobei die verschiedenen Fäden in den meisten Fällen in der Hand des Hauptangeklagten Ros en stiel, eines wegen Wuchers und Bettuges vorbestraften Agenten znsammen- liefen. Der interessanteste Teil der Anklage, bei dem es sich um Urkundenfälschung und versuchten Betrug handelt, betrifft den Grafen Franz Larisch-M önnich, der einer reichen Adelsfamilie entstammt. Arbeiterbewegung. Paris, 19.Okt. Das Referendum hat gestern inArmentteres und Houplies stattgefunden. In den meisten Stinimlokalen fungierten Lehrer und Professoren als Vorsitzende. Die Abstimmung erfolgte mit größter Ruhe. Auch Frauen nahmen daran teil. In Armentieres wurden 5074 Stimmen für und 1099 gegen die Fortsetzung des Streikes abgegeben; in Houplies 2152 für und 196 gegen die Weiterführmng des Ausstandes, ^vamit ist dessen Fortdauer gesichert. In Dünkirchen stimmten von 400 Berechtigten nur 140. Von diesen waren 73 gegen und 67 für die Wiederaufnahme der Arbeit. — Alle Hafenarbeiter-Verbände müssen sich nunmehr statutengemäß den streikenden DockarbeUern treten. (D. Tgbl.) r. Mainz, 20. Okt. (Eigener Drahtbericht.) In Hochheim hat man einen Reblausherd von bedeutendem Umfang entdeckt. 6 Morgen Weinberge sind bereits gesperrt. Frankfurt a. Ml, 19. Ott. Die Ant iduell-Liga hatte gestern eine Besprechung wegen Errichtung euter Ortsgruppe der Liga in Frankfurt a. M. für die Provinz Hessen-Nassau und das Fürstentum Waldeck. Der Vorsitzende Karl Fürst zu Löwenstein sprach zunächst über Zweck und Ziele der Liga. Zum Schuh der Ehre, d. h. des guten Namens und Ruhms eines Menschen erftrebt die Liga in erster Linie eine Einwirkung auf die Strafgesetzgebung, sowie ferner die Einsetzung privater Ehrengerichte. Bisher sind acht Ortsgruppen in Deutschland errichtet worden. In der Diskussion sprach man sich allgemein für die Gründung einer hiesigen Ortsgruppe der Liga aus. den Vorstand wurden gewählt: Graf Bo th m er-Wiesbaden erster Vorsitzender, Oberlandesgerichtsrat Lossen zweiter Vorsitzender, Rechtsanwalt Dr. Strohe Sekretär. Im Laufe der Debatte kr^t Oberbürger m elfter Dr. Antoni-Fulda der Ansicht ent> gegen, daß die Liga fast nur aus Katholiken bestehe. Da^ fei nicht der Fall, die. Mitglieder des Aktionskomitees feien lux- Hälfte Katholiken, zur Hälfte Protestan- te n. Aus der Mitte der Versammlung wurde besonders dem Wunsch Ausdruck verliehen, noch auf eine größere Agitation zu Gunsten der Liga in nicht katholischen Kreisen be- dackt zu sein. Die Liga sieht vor einen Ehrenrat, ein Ehren- aeriajt und als Berufungsinstanz einen großen Eyrenrat. Kleine Mitteilungen aus 5) essen und den Nachbarstaaten. Nachdem Frau Agnes Sorma in Papier schreiben btt. Lide Heinerich mei einszicher gebaute ist nur : zu dir, ich Träume alle Nacht von Dir. Lieber Heinerich Rosen unb Vergißmeinicht sinb jetzt nicht mehr zusinben, sonst würb ich noch meiner Pflicht, Einen Blumen- kränz dir wänden. „ r, , So lang soll unser liebschaft wahren, bis die Raben warben 1 weiß. Unb die Dornen nicht mehr stechen bann soll unsere Lied- । schäft brechen. Vtel tausenmal gegrüßt ’ Balbige von Deiner Dich liebenben ' Antwort. , । **Jubiläum der Alice-Schule. Unsere gestrige ■ Notiz können wir heute dahin ergänzen, daß die Feier am . (Sonntag, den 2 5. Oktober, pünktlich um 11 Ubr der Turnhalle der Stadtknabenschule an der Nordanlage stattsinden wird. I. Kgl. Hohett Hoheit die Prinzessin Ludwig von Battenberg, die ätteste Tochter 'bei verewigten Großherzogin Alice, wird mit dem Schnellzug um 10 Uhr hier ankommen. Die Feier wird eingeteitet unb geschlossen durch Gesang des akademischen Gesangvereins die Hauptnummer des Programms bildet ein Vortag ’üfeer die Geschichte des Alice-Vereins. Die näheren Bestimmungen über die Teilnahme der Mitglieder des Alice- Vereins und die ehemaligen Schülerinnen an der Feier sind im heutigen Anzeigenteil enthalten. An die Feier schließt sich die Eröffnung einer allgemein zugänglichen Ausstellung weiblicher Handarbeiten im Lokal der Alice-Schule auf Oswalds Berg an. b. Reiskirchen, 19. Okt. Gestern abend brachte der Gesangverein Harmonie seinem scheidenden Mitglied, Herrn Nöder, einen Fackelzug mit Ständchen. Der Verein sang einige Lieder am Hause des allgemein beliebten Herrn und versammelte sich dann, einer Einladung seines Mitgliedes folgend, im Vereinslokal, bei Herrn F. Gundrum. Hier wechselten Ansprachen und musikalische Vorträge der Herren Bürstlein und Momberger mit Gesängen ab und spät erst trennten sich die Teilnehmer, so daß mancher auf seinem Heimweg von der nützlichen Einrichtung der Straßenlaternen, die leider schon um 12 Uhr ausgelöscht werden, nichts mehr profitieren konnte. )( Grünberg, 19. Okt. Das H. Linkersche Ehepaar beging gestern die Feier der silbernen Hochzeit. — Die hiesige Wollweberei von G. Allmendinger hat einen stattlichen Neubau erstellt, in welchem eine mechanisch Weberei mit Motorbetrieb eingerichtet worden ist und demnächst in Betrieb gesetzt wird. — Dieser Tage wurde hier ein alter Mann, welcher in der Stadt gebettelt hatte, abends in ziemlich bewußtlosem Zustande aufgefunden und in das nächstgelegene Haus verbracht. Ohne wieder zum Bewußtsein gekommen zu sein, verschied der auf» gefundene Fremde. Die bei dem Toten befindlichen Papiere lauten auf Jakob Thoma aus Lorsch bei Bensheim a. d. B., 67 Jahre alt. R. B. Darmstadt, 19. Ott. Ter Zar empfing gestern vormittag bei seiner Anwesenhett in Darmstadt gleich nach Beendigung des in der russischen Kavelle stattgehabten Gottesdienstes den russischen Minister des Auswärtigen, Grasen Lamsdorff, in längerer Audienz. — Prinz und Prinzessin Heinr ich von Preußen sind bereits heut nach- mittag gegen 5 Uhr wieder in Jagdschloß Wolfsgarten ein- getroffen. — Am Samstag nachmittag statteten Prinz, Andreas von Griechenland unb Gemahlin dem griechischen Kronprinzenpaar einen Besuch ab unb kehrten am Abend Mittels Automobils nach Darmstadt zurück. — Ter heutige Polizeibericht waitz gleich auf einmal von drei ernsten Messer stecherein zu berichten; ein Wirt wurde au dem Sopya von seinen Gästen überfallen und erhielt eine klaffende Wunde am Hinterkopf, ferner wurde ein Dragoner in der Anuastraße derart in den Unterleib gestochen, daß er sofort ins Garnisonlazarett geschafft werden mußte, unb endlich hat ein Taglöhner in der Attstadt seinen Kollegen durch einen Messerstich gefährlich verletzt. Derselbe Polizeibericht meldet dann noch einen Einbruchsdiebstahl in das Bureau des Friedhossverwatters unb einen Entendiebstahl, ferner die Auffindung der Leiche Schneiders, den Selbstmordversuch einer Frau und zwei Anzeigen wegen Urkunbeusalschung, Bettmg unb Unterschlagung. Das ist boch! ein bischen viel auf einmal aus der Kriminalstatistt? einer Stabt mit 75000 Einwohnern! Darmstadt, 19. Okt. P e ch hatte bei seinen Versuchen, sich wieder zu verheiraten, ein hiesiger Witwer. Er verlobte sich vor ca. einem Vietteljahr mit feiner Haushälterin, doch entfernte sie sich, ehe der Hochzeitstag kam, ans der Wohnung ihres zukünftigen Gatten auf Nimmerwiedersehen. Dies entmutigte jedoch den Heiratslustigen nicht und es sollte am verflossenen Samstag mit einer neuerdings Auserwählten fröhliche Hochzeit gefeiert werden. Am Vormittag wurde der glückliche Bräutigam von ferner Zukünftigen in die Stadt geschickt, um Einkäufe zu besorgen unb als er wieder nach seiner Wohnung kam, war die Treulose verschwunden, wohin, unbekannt. Die beiderseitigen Verwandten, welche von auswätts zur Hochzeitsfeier herbei- geeUt waren, mußten wieder mißgestimmt die Heimreise an- Sandel und Verkehr. Volkswirlschast. Berliner Börse vom 19. Oktober 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Drskont 3% Prozr ' Harpener Bergbau . . 198.30 Schluß-Tendenz: Schwächer. Konstantinopel. 19. Okt. Die Einnahmen der Türkischen Tabacksregre-Gesellfchaft betrugen im September 19900000 Piaster gegen 19 200 000 Piaster im Vorjahr. Berlin, 19. Okt. Die Zentrale für Spiritusverwettung setztt den Verkaufspreis von Sprit für De^emberlieferung auf M. öl, für Ianuar-September-Lieferung aus Mk. 52,50 fest. 7883 Grün berg, den 19. Oktober 1903 7396) Schöne Manfardemvohn. zu vermieten. Bruchstraße 12. 7871 H FralijöW! 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