GchalyraLe 7. ttbreße für Depefchen» Anzeiger Vietze«. Nrrnlprrchanjchluß Nr. 5L Nr. Ä46 Vrscheiut täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien« blätter viermal bi der Woche beigelegt. Rotationsdruck m. Verlag der Brüh l/fchea Unive^Guch- u.Stebr- drucker« (Ptetich Drdea) Erstes Blatt. 153. Jahrgang Dienstag 20. Oktober 1903 Ä Ä ve-ngepreiS» monalttch7bPi^oiettet- JBä&Bäav V W ▼ jährlich Mk. 2.20, durch Gietzener Anzeiger General-Anzeiger v »SSk Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MWZ V 5etqentetl: Pan4 Beck. Politische Tagesschau. Die erste große Zolldebatte im Reichstag. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt uns urrterm 19. Oktober: Dem Reichstag wird im Dezember eine Vorlage zu- gehen über die Verlängerung des deutsch-englischen Handelsvertragsprovisoriums, das mit dem Ende d. I. abläuft. Die „Kreuzztg." macht den Vorschlag, als Schlußfrist für dieses Provisorium im Gesetz den Tag zu bestimmen, an welchem der neue d eutsche Z olltaris in der einen ober anderen Form in Kraft treteri wird. Daß das Provisorium einmal zum Abschluß gebracht werden muß, ist ebenso naturgemäß wie der Wunsch, es möge ein vertragsloser Zustand zwischen beiden Ländern verhütet werden. 9hnt befindet sich England in einem Stadium zollpolitischer Zerfahrenheit und Zerrissenheit, und es ist nicht abzusehen, wann es in die Lage kommen wird, in Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag mit Deutschland einzutreten Andererseits wird auch Dentschland nicht so bald, wie man erwartet hatte, zum Abschluß vonHandelsverträgen mit anderen Staaten gelangen. Der einstweilige Fortbestand des Meist- begünstigungsverhältnisses zu England liegt also nicht minder im Interesse Deutschlands. Doch gesetzt den Fall, letzteres käme z. B. mit der Schweiz im nächsten Frühjahr zu einem Handelsvertrag auf der Grundlage des neuen Zolltarifs, dann müßte nach der Forderung der „Kreuzztg." uZg um Zug das Meistbegünstigungsverhältnis Deutschlands zu England aufgehoben werden, es würde neuerdings nur wenige Monate bestanden haben. Das wäre zunächst eine Ungerechtigkeit gegen das Insel- reich- und man braucht kein Englandschwärmer zu sein, um zu wünschen, daß Deutschland von einer solchen Politik sich auch der Londoner Regierung gegenüber fernhalte. Dann aber liegt, wie bereits angedeutct, ein vertragsloser Zustand keineswegs im Interesse Deutschlands, mnsoweni- ger, als daraus bei der erregten Stimmung in England schließlich ein Zollkrieg sich entwickeln würde, der das Zustandekommen eines Handelsvertrags erschweren, wenn nicht unwahrscheinlich machen müßte. Nach alledem werden die Verb. Regierungen es wohl ablehnen, den Zolltarif udi der Angelegenheit des deutsch-englischen Hcmvels-Ber- tragsprovisoriums zu verquicken. Es ist vorauszusehen, daß bei Beratung dieser Vorlage im Reichstag eine große, mehrtägige Debatte über deutsche-englische Zoll- und Wirt- schastsvolitik sich entwickeln wird. Der in England aus- gebrochene Kampf zwischen Freihändlern und Schntzzöllnern und besonders das Auftreten Chamberlains fordern diese Debatte geradezu heraus. Das neugewählte Reichs- Parlament wird also rwch vor Weihnachten seine großen Tage haben. Neber die .Bevorzugung der Korpsstudenten" in Preußen hatte sich der Breslauer Professor Fischer ausgesprochen. Jetzt schreiben die „Berl. Pol. Nachr.": Mas die angeblicb-e Bevorzugung der Korpsstudenten im Verwaltungsdienste anlangt, so wird daran zu erinnern sein, daß, wenn in den höheren Verwaltungsstellen, namentlich an der Spitze der Regierungen, sich in größerer Anzahl Männer befinden, die während ihrer Studienzeit einem Korps angehörten, dies doch lediglich den Beweis dafür liefert, daß sie die Eigenschaften, die für eine leitende Verwaltungsstelle notwendig sind, und die sich keineswegs bei allen Verwaltungsbeamten oder Juristen finden, in dem erforderlichen Maße besitzen, und es wird weiter der unwiderlegliche Beweis erbracht, daß diese Eigenschaften nicht unvereinbar sind mit der Angehörigkeit zu einem studentischen Korps während der Studienzeit. Ja, man kann umgekehrt aus der Tatsache, daß sich in den höchsten Stellen des Verwaltungsdienstes eine Reche von Männern befindet, die ftüher solchen Verbindungen angehört haben, den Schluß ziehen, daß die Angehörigkeit zu einem solchen studentischen Korps auf ie Entwicklung der Eigenschaften, deren ein Regierungspräsident oder sonstiger in hoher leitender Regierungsstelle befindlicher Beamter bedarf, aünstig einwirkt. ... Man sollte daher in der liberalen Presse endlich auchören, den ohnehin doch völlig erfolglosen Versuch zu erneuern, aus der Art der Ergänzung des preußischen Verwaltungsdienstes und des Auftückens in demselben Kapital gegen die Regierung schlagen zu wollen. Kirche und Schule. — Nach einer Wiener Depesche der „Voss. Ztg." hat sich der Benediktiner-Mönch Pater Johann Krause vor einigen Tagen aus dem Prager Benediktiner- Kloster heimlich entfernt und ist in Ztvittau zum Protestantismus übergetr eten. — »Es ist> Mein, der die Politik verfolgt, bekannt, wie groß der Einfluß Deutschlands in den letzten Jahren im Orient geworden ist, besonders in wirtschaftlicher Beziehung (Bagdadbahn u. a.). Da ist es selbstverständlich, daß wir als ernste Ausgabe erkennen, dahin, wo deutsche Industrie und deutscher Einfluß immer größere Gebiete erobert, auch das beste zu bringen, nämlich christliche 'Kultur und die Ausbreitung der christlichen Gedankenwelt. — Lebhafter ist diese gerade dort schwierige Arbeit in Angriff genommen worden, seitdem vor ungefähr sieben Jahren die furchtbaren armenischen Greuel laut und ergreifend zur, Hilfe auftiesen. Der unter dem frischen Eindruck jener Ereignisse gegründete „Deutsche Hilfsbund für christliche Liebes- Werke im Orient" hat bis setzt schon Großes geleistet. Eine Reihe von Waisenhäusern (verbunden mit Handwerks- ftätten für die verschiedensten Gewerbe), Krankenhäuser, die allen Konfessionen dienen, u. a. zeugen von seiner Wrrksam- keit. Wünschenswert ist es, wenn diesem Zweig christlicher Liebesarbeit in dem vielumstrittenen Osten wachsendes Interesse und größere Unterstützung bei uns entgegengebracht wird. Es trrfst sich! gut, daß auf der am 21. Oktober in Friedberg stattfindenden Hess. Missionskonferenz Herr Prof. Dr. Lepsius einen Vortrag halten wird über „Weltmission und Weltkultur". Als persönlicher Kenner des Ostens, als Gründer des „Deutschen Hilfsbundes" wird er nicht verfehlen, gerade die Frage der Orientmisjion näher zu beleuchten. Wir machen alle Interessenten auf diesen Vortrag, den zu hören jedem freisteht, aufmeryam. Ragnit (Ostpr.), 18. Okt. Am 1. November wird der älteste im Amte stehende Lehrer im ganzen Deutschen Reiche in den Ruhestand treten. Es ist der 85 Jahre alte Präzentor Kerner in Langwethen. Aus SIM und Kanü. Gießen, 20. Oktober 1903. * * Museum des oberhessischen Geschichts - Vereins. Dem Museum sind seit der letzten Bekanntmachung folgende Geschenke zugegangen: Porträt des Prälaten Dr. Friedrich Simon, Superintendent der Provinz Oberhessen, Ehrenbürger von Gießen, "geb. 1798, gest. 1883. Geh. Justizrat Baist. Alte Vase aus der Kgl. Porzellan- fabrik in Berlin, P. Klotz. Drei Kugeltöpse aus Ton, Fundort Annerod, spätkarolingisch oder spätere Zeit, H. Keßler-Annerod. Urne aus Ton, mit Knochen und Brandrest gefüllt, sowie flache Schüssel zum Schutze über die Urne gestülpt, Hallstattzeit (etwa 800 v. Ehr.), Lehrer Boßler-Klein-Linden. Altes tombakenes Uhrgehäuse, L. Benner. Verziertes romanisches Säulenkapitäl — diente als Wasserstein einer Pumpe in Großen-Buseck, Gemeinde Großen-Buseck. Alte gläserne, porzellanene sowie hölzerne Standgesäße aus der Hofapotheke in Hungen stammend, Apothekenbesitzer Leichtweis-Hungen. Zwei japanische Dolche und Haumesser, Zahnarzt G. W. Koch Zlvei Trachtenbilder aus Lützellinden. Anfang des 17. Jahrh. in Aquarell aus- gesührt, Bierbrauereibesitzer Asprion. Alter Krauthobel, Schutzmann Schäfer. Schmiedeeiserne, gotische Türverzierung aus der Kirche in Burchardsfeu), Pfarrer Röschen Winnerod. Mittelalterliches Gefäß mit Kugelboden, gefunden beim Abbruch des Hauses Ecke Marktstraße und Schulstraße, Apothekenbesitzer Schwieder. Frühere Werkftattein- richtung eines Bürstenmachers. Feine leinene Handarbeit mit der Jahreszahl 1786, Frau F. Winter. Bronzemeißel aus der alteren Bronzezeit (etwa 1500 v. Ehr., nachträglich gesunden auf einem schon im Jahre 1901 ausgegrabenen Hqgel auf dem Trieb, Major v. Schlemmer. Zwei Dachziegel mit der Jahre^ahl 1662 und 1668, gefunden beim Abbruch des Hotel Stern in Nidda, Carl Stein. Zunftsahne der Gießener Weißbinder, Maler pp., Bauunternehmer Gottlieb Nauheimer. Vier Ammoniten (Gruppe ausgestorbener Tintenschnecken) aus dem fränkischen Jura, Kreisamtmann Dr. Äran^bühler. Eine große Anzahl von Photographien, die für das Museum von Bedeutung sind, Photograph Uhl. Verschiedene aus Gießen und Umgegend bezügliche Drucksachen, Schriften und Bücher, Buchdructerei- besitzer O. Kindt. Nachtlicht mit Glas und Blende, Frau Oberstleutnant Naumann-Niainz. Bild, Napoleon I. Rückkehr von Elba, Stabsaxzt Dr. Stroh-Berlin. Gelegentlich des Bahnbaues Lich>—Butzbach wurden in der Gemeinde Muschenheim bei Kastell Arnsburg römische Funde aufgedeckt und dem hies. Museum als Eigentum überwiesen: 1. Eine große Anzahl^ von Gefäßsch^rben aus terra sigillata (darunter zwei mit Stempel) und Ton. 2.^Boden eines Glasgesaßes. 3. Lanzenspitze mit TüUe. 4. Speereisen mit Tülle und wellenförmig geschweiften Rändern. 5. Verschiedene eiserne Werkzeuge und Bandeisen pp. 6. Messer. 7. Vier Hufeisen. 8. Wandverputzftücke mit aufgetragenen Erdfarben. Von unserem langjährigen ungenannten Gönner erhielten wir: Mehrere schöne und eigenartige Tabakspfeifen, Einrichtungen alter Werkstätten aus Gießen, Textilgegenstände, Bilder und Bücher, gußeiserne Ofenplatten. Ein schön geschliffenes Steinbeil aus Kohden bei Nidda. Mit Freude ist zu konstatieren, daß das Interesse für das Museum in der Bevölkerung wächst, nicht allein Sonntags sehen wir hier aus allen Kreisen die Besucher, sondern auch an nicht freien Eintrittstagen ist eine Zunahme der Besichtigung wahrnehmbar. Die umfangreichen, seit drei Wochen dauernden Ausgrabungsarbeiten auf dem Trieb nähern sich nun ihrem Ende. Wir werden über das Ergebnis demnächst ausführlich berichten. * * Aus dem Bureau des Stadttheaters. Da Mittwoch den 21. d. M. der Leib'sche Saal anderweitig in Anspruch genommen ist, so wurde die zweite Volksvorstellung: Geschwister Lemke, Der zerbrochene Krug und Wallensteins Lager auf Mittwoch den 28. Oktober verlegt. * * Ter ärztliche Lan d esver ein für das Großherzogtum Hessen hat die Gründung eines „Schu tz-u n d T r u tz b ü n d n i s s e s" sämtlicher Aerzte zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen gegenüber den Krankenkassen beschlossen. * * Der Vorsitzende des Gießener Lehrervereins, Herr Valentin MüNer, bittet uns, folgende Zeilen zu veröffentlichen: Tie Herausgabe des „Hessischen L e h r e r k a l e n- ders" ist kein Unternehmen des hessischen Landeslehrervereins, sondern ein reines Privatunternehmen der Ver> lagsfirma E. Roth hier. Der Lehrerverein hat daher auch keinen direkten Einfluß auf Ausgestaltung urrd Inhalt der Beilage, und die hessischen Lehrer stehen daher zu dem Werk nur in dem Verhältnis von Musern. Wenn die verschiedenen Bczirksvereine unter ihren Mit-^ gliedern Subskriptionslisten zur Anschaffung in Umlauf bringen, so geschieht das deshalb, weU die Firma E. Roth es verstanden hat, den Kalender in geradezu mustergiltiger Weise für die Zwecke des Volksschullehrers einzurichten. **Der hiesige Kriegerverein wird am 4. November abends 8hz Uhr im neuen Saalbau einen äußerst interessanten Vortragsabend veranstalten, der jedenfalls viele Zuhörer anziehen wird. Der ftühere Hofschauspieler Richard Feld Haus aus Basel wird über das Thema „Der Krieg der Zukunft" sprechen und seinen Vortrag durch zahlreiche Lichtbilder erläutern. Unter diesen nennen wir: Die Taktik mit dem alten Schwarzpulver im Vergleich mit dem rauchlosen, die verschiedenen Hilfsmittel der modernen Kriegführung, die Geschoßwirkungen der modernen Feuerwaffen. Auch wird er eine Anzahl von Marinebildern und eine Kollektion von zum Teil Originalaufnahmen aus dem Burenkrieg ivorführen^ — Herr Feldhaus hat über das gleiche Thema wiederholt in Frankfurt a. M., Darmstadt, Mainz und vielen anderen größeren Städten gesprochen und überall großen Beifall geerntet. Der Vorstand des Kriegervereins beabsichtigt deshalb, den Vortrag nicht nur den Vereinsmitgliedern und ihren Familien, sondern auch den Mitgliedern der übrigen hiesigen Hassiavereine und deren Familien zugänglich zu machen, und wird noch weitere Einladungen ergehen lassen. () Kin zen b ach, 17. Okt. Hier hat man sich entschlossen, für den bevorstehenden Mnter eine Kircheu- heizung einzuführen. Die hierzu erforderliche Kamineinrichtung ist bereits besorgt, und demnächst wird ein uroderner Kirchenofen von Kaiserslauterm beschafft werden. () Krofdorf, 17. Okt. Die Gemeindevertretung zu Dorlar hat beschlossen, das Gehalt ihrer Lehrer auf 1200 Mark sestzusetzen. () Aus dem Biebertal, 18. Okt. Am heutigen Sonntag nachmittag sind die ersten Kraniche über unsere Gegend hinweggezogen. Es waren ungeheure Scharen, wie man sie sonst selten aus ihrem Zuge nach dem fernen Süden beisammen sieht. R. B. Darmstadt, 19. Oktober. Der vor kurzem für die Darmstädter Künstlerkolouie gewonnene Münchener Künstler Paul Haustein ist nunmehr hier eingetrosfen, um seine neue Stellung arrzutreten. Er wird in der Kolonie vorzugsweise die orncunentale Kleinplastik, oie Metallbearbeitung und Keramik vertreten. Auch wird er das Gebiet der Flächenkunst bearbeiten. Um ein Gesamtbild seines seitherigen Schaffens zu geben, wird Herr Haustein demnächst eine kleine Ausstellung seiner Arbeiten im Sow- terrain oes Ernst-Ludwighauses veranstalten. sd. Darmstadt, 18. Okt. Wohl der älteste Offizier unserer Garnison, der Großh. Hess. Generalleutnant ä la suite Joh. Gg. Mootz, wurde gestern unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung aus allen Kreisen im Alter von 96 Jahren zu Grabe getragen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Mainz sprach in einer von der dortigen alldeutschen Ortsgruppe veranstalteten öffentlichen Versanrmlung Generalleutnant z. D v. Liebert über Deutschland als Kolonial- und Weltmacht. — In Alsfeld ist für das diesjährige Mntersemester der Gewerbeschule, welches am 3. November seinen Anfang nimmt, als zweiter technischer Lehrer dipl. Jng, Ernst Hiller aus Dresden gewonnen woü>eu. — In Offenbach beschloß die Stadtverordnetenversammlung, die Schaffung einer Kriminal- abteilung, bestehend aus einem Kriminalkommissar und drei Kriminalschutzleuten, ferner die Anstellung von weiteren 9 Schutzleuten und die Errichtung von vier Polizei- bezirkswachen. Vermischtes. • Halle a. S., 19. Okt. Acht im Provinzial-Zentral^ gefängnis in Halle untergebrachte Verbrecher überrumpelten in der Sonntag-Nacht die Aufseher, erwürgten einen davon, verwundeten zwei andere lebensgefährlich und flüchteten. Ein starkes Aufgebot von Polizei und Militär ist aus der Suche, um die Entwichenen wieder einzufangen. Die Strafgefangenen waren in der Beobachtungsstation in der Abteilung für Irrsinnige untergebracht. Sie verschafften sich Eingang, in einen Raum, in welchem eine Leiter untergebracht war mit deren Hilft sie die Mauer überkletterten. Sie flohen über Giebichenstein in die Dölauer Haide, wo 7 von ihnen am Sonntagmorgen von einer Abteilung Gendarmerie und Militär aufgegriffen wurden. Hierbei erhielt einer der Gefangenen einen Schuß ins Bein. Einer der Entflohenen wurde im Kohlenkeller einer in der Nähe des Gefängniffes belegenen Villa aufgegriffen. Die übrigen in der Zelle inhaftierten Gefangenen waren zurückgeblieben, nachdem sie durch Drohungen seitens der Flüchtlinge eingeschüchteri wurden. * Paris, 17. Okt. Heute verhaftete die Polizei die Wirtschafterin Giriat, die bei der ermordeten Eugenie Fougöre in Stellung war. Die Giriat gestand, ihren Geliebten, einen im Monmartre-Viertel als Messerhelden berüchtigten Menschen, zu dem Raub in Aix les Bains verleitet zu haben. Er sei es auch gewesen, der sie nach Ausführung der Tat in Aix les Bains gefesselt habe. Der Mörder wurde ermittelt und gleichfalls verhaftet. Ferner ist cm Brief der Frau Giriat beschlagnahmt worden, in dem diese einer Freundin das Verbrechen in seinen Einzelheiten haarklein schildert. Die Verhaftung der Giriat erfolgte aus die Anzeige einer Frauensperson hin, die wegen ihres schlechten Lebenswandels sestgenommen worden war und sich erboten t<3 L Wetter 7519 Gerichtssaal. Giessen, den 19. Oktober 1903. 9,2 o C. 1,8u C. 1 1 2 Oktober 1903. Bew. Himmel Hell. Himmel Nebel Höchste Temperatur Niedrigste „ — 'S' 5 - Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. am 18. bis , 18. , 19. 19. Braut "Seide — Zollfrei! — Muster an Jedermann! — Seidenfabrikt. Henneberg, Zurich. Schiffsnachrichten. Norddeut sch er Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 15. Oktober. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampser „Frankfurt", Kapitän P. Albrecht, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heilte 8 Uhr morgens wohlbehalten in Baltimore angekommen. Bremen, 14. Oft (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschraitben'Postdampser „Großer Kurfürst", Kapitän W. Reinikaslen, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 7 Uhr abends wohlbehalten m New-York angekommen. Ned Star Linie. Der Postdampser „Rhynland" der Red Star-Linie, in And werpen, ist laut Telegramm am 13. Oktober wohlbehalten in Philadelphia angekommen. Hamburg-Amerika Lin re. Vertreter in Gießen S. Elsoffer. Marktstraße. , Hamburg, 16. Oft. Der Hamburger Postdampser „Pretoria , Kapitän Schrötter, ist am 15. Oktober, 7 Uhr abends, wohl- behalteu von Hamburg via Boulogne s/M. und Plymouth m New- York angekommen. hatte, die Namen der an der Ermordung der Fongöre beteiligten Personen bekannt zu geben. Außerdem ist eine dritte Verhaftung heute hier erfolgt. Eine Haiissuchung ergab den Beweis der Täterschaft der drei verhafteten Personen. ♦ Ein teuflischer Racheakt ist in Ludwigshafen a. Rh. no^ch. glücklich vereitelt worden. Er war von einem früheren Werksicutenschlosser Jmv aus Schifser- stadt gcplannt, der angiebt, von seinen Vorgesetzten unge- recht behandelt worden zu sein. Im Lokomotiven schuppen de^ Ludwigshafener Rangierbahnhoss standen nudsts 12 GüterzugSmaschinen unter Dampf, um früh die erster: Züge ru fahrcm Gegen halb 2 Uhr kau: von Mundenhcim längs Ser Geleise gehend ein Mann daher, begab sich in den Schuppen, zog dort die Regulatoren auf Fahrt, liest jedoch die Steuerung und Bremse zu und schloß die Chlinderhähne sämtlicher 12 Maschinen. Durch das gewaltige Zischen und Brausen des Danchfes wurden die Nachtwächter noch rechtzeitig ausmertsam gemacht und sahen auch beim Betreten des Raumes noch den Mann, der durchs Fenster gerade in die Hände eines draußen stehenden Maschinenwärters sprang. (£r gab zuerst eine falsche Auskunft; auf_ der Polizeistation wurde jedocy seine Persörckichkeit sestgestellt. Wäre ihm seine Absicht, die Maschine:: zum Fortlausen zu bringen, gelungen, so wären sie mit Ausnahme von einer, die aus direktem Geleise stand, alle nacheinander aus das Loch der Drehscheibe zugefahren. * Ueber die Bierbrauereien und Bier- besteuerung in Hessen veröffentlichen die Mitteilungen der hessischen Zentralstelle für Landesstatiftik eine Tabelle, das Rechnungsjahr 1902 betrefseiw. Danach waren 125 Brauereien im Betriebe gegen 129 im Vorjahr. Im ganzen wurden in diesen Brauereien 1567 134 Hektoliter Bier gebraut; gegen das Vorjahr ergibt sich hiernach e:ne Minderproduktion von 6953 Hektoliter. An Brau steuer sind im Jahre 1902, nach Abzug von 5151 Mk. Steuervergütung für ausgeführtes Bier, 1228 521 ML eingegangen, 30109 Mark weniger als im Vorjahr. Die drei höchsten Steuerbeträge wurden mit 200 980, 89 488 und 880:0 Mk. entrichtet. Auszug aus Lrn Kircheubülheru der Statt Gieße«. Evangelische Gemeinde. Getraute. Lukasgemeinde. Den 6. Okt. Kurt Georg Mädler, Mechaniker in Wetzlar, und Friederike Berninger, Tochter des Werkstättenvorstehers Berninger zu Gießen. — Den 7. Okt. Friedrich Becker, Lehrer zu Gießen, und Johanna Mar:a Frieda Rückert, Tochter des Lehrers Johann Rückert zu Großen-Buseck. — Ten 10. Okt. Johann Gottiried Bohrmann, Bahnwärter zu Gießen, Witwer, und Katharine Margarete Lotz, geb. Eiff. — Karl Hermann Leopold Walther, Kauimann zu Gießen, und Susanne Amalie Branim, Tochter des verstorbenen Mühlenbesttzers Konrad Bramn: -u Groß-Gerau. — I o h a n n e s g e m e i n d e. Ten 26. ^ept. Philipp Briiiinengräber, Spengler zu Gießen, und Juliane Luise Struth, Tochter des verstorbenen Schreiners Werner Struth zu Gießen. — Den 29. Sept. Johann Friedrich Wilhelm Bohlmg, Tapezierer zu Gießen, ein Witwer, und Maria Josefa Pauline Schreiber, Tochter des Webers Karl Schreiber zu Steuikunzendorf. Getaufte. Lukasgemeinde. Den 4. Okt. Den: Tag- löhner Friedrich Schliierle eine Tochter Maria, geboren ben 20. Juli. — De»>i Hilssbremser Wilhelni Jünger ein Sohn Otto, geboren den 25. August. — Dem Hilssbahnwärter Reinhard UniverMs Nachrichten. — Zur Frage des medizinischen Frauenstudiums. Gegen die von Prof. Stieda-Königsberg vorgeschlagene Errichtung gesonderter medizinischer Frauen-Uni- versi täten nimmt die „F r a u e n - R u n d s ch a u" meiner Studie von Dr. 2)!ax Thal, Breslau (1903, Heft 18) entschieden Stellung. Thal kritisiert die zurzeit herrschenden bunten Zustände, in welchen die einzelnen Dozenten von ihrer Befugnis, die Frauen zuzulasfen oder nicht, einen sehr verschiedenen, willkürlichen Gebrauch machen. Der einzig maßgebliche Grund der Zurückweisung ist nach Prof. Stieda die befürchtete Verletzung des Schamgefühls. Thal zeigt nun, daß Stieda, der die Frauen nicht vom medizinischen Sttidium überhaupt, sondern nur vom gemeinschaftlichen Studium mit den männlicheii Äeskulapjüngern ausschließen will, nicht etwa vor derjenigen Schamverletzimg, welche das Medizinstudium als solches für die Studentin bedingt, sondern erst vor der besorgten Verstärkung dieser Schamverletzung durch gemeinsames Studieren der beiden Geschlechter Halt macht. Ohne die hohe sittliche Bedeutung des Schamgefühls zu verkenne^ führt Thal den Nachweis, daß dasselbe nichts Sakrosanktes fei, sondern im prakttfchen Leben überall den ökonomischen und sozialen Bedürfnissen weicheii müsse. So auch hier, wo dessen Berücksichtigung für die Frauen eine ungeheure Erschwerung und Verschlechterung ihrer Studien bedeuten würde. Nicht die Verletzung wahrer Sittlichkeit, sondern die des Herkommens mache im heuttgen Uebergangsznstande die Situation vielfach peinlich, das rechtfertige aber keineswegs die Gründung/ ungesunder „Ghetto-Unrversitäten". — Bei den in Frankfurt abgehaltenen Beratungen der Vertreter der Universitätsverwaltungen der deutschen Bundesstaaten handelt es sich im wesentlichen um das Promo Lions- ro e e n der Universitäten und technischen Hochschulen — Wegeii der Demonstrationen ruthenischer Studertten gegen den Rektor Fialek wurde die Universität in Lemberg heute geschlossen. — Professor Kroelein in Zürich hat, wie vor ihm schon Professor Kocher-Bern, eme Anfrage, ob er die erste klinische Professur an der Universität Wien annahme, ablehnend beantwortet. — Der Rektor der Innsbrucker Universität, Dr.Deme- rius, erklärte einer Abordnung der deutsch-freiheitlichen Studentenschaft in der Frage der Innsbrucker fielen i t a l i e n i s ch e n U n i v e r f i t ä l, er halte den Plan von vorn- herein für undurchführbar; Männer ro:e Eardueei und Lom- broso werden sich kaum zu derartigen Unternehmen herbeilassen, auch würde ihnen die italienische Regierung wohl nicht die Erlaubnis hierzu erteilen. Endlich würde vermutlich die österreichische Behörde ein Wort mitreden. Er glaubt, der Plan habe bloß den Zweck, dem Rufe: „Tutti ä Innsbruck!" Nachdruck zu verleihen Sollte die Angelegenheit wider Erwarten greifbare Gestalt annehmen, dann würde mit Rücksicht auf zu gewärtigende Unruhen sicher die Staatsbehörde eingreifen, und auch die akademische Behörde zur Stelle sein. Es macht sich eine starke Zunahme der italienischen Hörer an der Universität bemerkbar; besonders auffallend sei die Zunahme in der juristischen Fakultät. Bon Graz ist nach Innsbruck die Meldung gekommen, daß viele der dort studierenden Italiener ihr Abgangszeugnis verlangen, um sich nach Innsbruck zu begeben. Eisenbahn-Zeitung. Brüssel, 15. Okt. Auf Veranlassung des Eisenbahn- minrsters seien zwei belgische Ingenieure zwecks Information über die Ergebnisse der Schnellbahn Martenselde- Zossen nach Berlin entsandt worden, da der Bau einer Schnellbahn von Antwerpen nach Brüssel erwogen werde. w a Mit Verbesserungen an der Ausrüstung der Eisenbahnzüge sollen demnächst wieder d:e ver- chiedensren Versuche gemacht werden. So soll von Etsen- iahndirektionen, denen die dazu geeigneten Hetßdampf- lokoMotiven überwiesen sind, erprobt werden, ob es angängig ist, in den Holzleitungen der Wagen getrockneten oder mäßig überhitzten Dampf zur Heizung der Züge während der Fahrt zu verwenden. Zur Erzielung eines ruhigeren Ganges der vier- und sechsachsigen Per- onenwagen soll ein Wagen mit Drehgestellen amerikani- cher Bauart ausgerüstet und die häufiger verwendeten Drehgestellbauarten in Bezug aus das Verhallten der Federnordnungen rechnerisch untersucht werden. Wegen Ausrüstung einer Anzahl drei- und vierachsiger Abteilwagen mit Lustklappen über den Seitenfenstern in ähnlicher Ausführung wie bei den neueren D-Zug-Wagen sollen von der Eisenbahndirektion Berlin bei den bevorstehenden Ausschreibungen von Personenwagen besondere Anträge geteilt werden. Der Ueberzug der Fußböden der Personen- lvagen 4. Klasse soll daraufhin eingehend geprüft werden, ob Ausbesserungen an ihnen ohne Schwierigkeiten ausführbar süw. Die Eisenbahndirektionen sind ermächtigt worden, den Familienangehörigen der aus längeren Fahrten begriffenen Zugbeamten, sowie der innerhalb der Bahnsteigsperre beschäftigten Beamten und Arbeiter der Eisenbahn-, der Post-, der Zoll- und Steuer- usw. Verwaltung wenn sie diesen Nahrungsmittel bringen, das Betreten der Bahnsteige ohne Karte zu gestatten, soweit hierzu ein Bedürfnis vorliegt. zu sagen, und da habe er weitergeraucht. Beleidigt oder bedroht ' habe er niemanden im Zuge; wohl habe er auf dem Bahnhof Gießen einen der Mitreifenden, der nach dem Schaffner gerufen habe, gesagt, er würde ihm mit dem Säbel eins ins Gesicht versetzen. Rieb will von der ganzen Affäre nichts mehr wißen und betrunfen gewesen sein. Genchtsassessor E., als Zeuge vernommen, erklärt, daß Unteroffizier Rieb nicht nur ihn, sondern besonders auch die beiden Damen, in deren Begleitung er sich beiand, durch eine ganze Musterkarte der gemeinsten Schimpfworle beleidigt habe. Auch im Wagen habe dieser, indem er mit der Waffe hantierte, gedroht, ihm damit ins Gesicht zu schlagen, er, E., habe aber diese Drohung doch nicht so ernst genommen und auch nicht geglaubt, daß Rieb Ernst machen würde. Beim Aussteigen in Gießen habe er, um die Namen der beiden Unteroffiziere'sestzustellen, den Schaffner vergeblich angerufen ; dieser habe sich fortgemacht, und er sei darauf von einem ganzen Kreis von Kameraden der Angeklagten umringt worden und nach dem Ausgang des Bahnsteigs zugedrängt worden, wobei er hinterrücks Fußtritte befommen habe. Die beiden Angeklagten hätten ihn, so erklärt Assessor E., auf dem Wege zur Stadt nicht aus den Augen gelassen. Am Selterstor habe er endlich einen Schutzmann getroffen und diesen gebeten, die Namen seiner Verfolger feslzu- jtclleu. Diese hätten sich geweigert, dem Beamten Auskunft zu geben, und erst am Kreuzplatz wurden, weil der dort diensthabende Schutzmann den Stieb gekannt hat, die beiden Unteroffiziere mit Namen festgestellt. Assessor E. erklärte darauf, er wolle den Strafantrag zurücknehmen, ebenso die anderen Beleidigten, und zwar freiwillig. Stach Beratung des Gerichtshofes wurde tue (Halt e U u ii g des Verfahrens verkündet. Der Verhandlungs- leiter ei klärten jedoch : der G e r i ch t s h o f spreche einstimmig sem Bedauern aus, daß die Beleidigten den gestellten Strafantrag zurück genommen hätten. Tas Betragen der beiden Uiiterofflzlere in der Eisenbahn sei so überaus u ii w ü r d i g d e s S t a n d e s, dem sie angehörten, die ausgesprochenen Beleidigungen seien so schwerer Statur gewesen, daß der Gerichtshof nicht iimhin getonnt hätte, im vorliegenden Falle auf sehr harte Strafen zu erfennen. Es müsse nach Lage des Falles nun dem Regiment überlassen bleiben, die beiden Leute im D : s z i p l i n a r- >v e g e zu bestrafen. . k. Gießen, 18. Ott. Wegen Hochstapelei wurde vorgestern der Pharmazeut zuletzt m Großen-Btijeck tätig, vom Sch öffengericht zu drei SJtonaten Gefängnis verurteilt und zu weiterer Aburteilung wegen ähnlicher Vergehen itach Landsberg verbracht. 0 ,. , „ . E. B. Dar m st a d t, 19. Okt. Wegen eines Sittlichkeits- Verbrechens nach § 176 3 des Strafgesetzbuchs stand heute der Apotheker Schlamp m Mainz, 37 Jahre alt, geboren m Stier- ft ein, vor der Strafkammer. Er war beschuldigt, auf der Straße zwischen Stierstein und Oppenheim die Tat begangen zu haben, die ein Gendarm beobachtet haben will und zur Anzeige brachte. Es waren zu der Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkett stattfand, zahlreiche Zeugen geladen. Ter Gerichtshof verurteilte Den Angeklagten, der die Tat entschieden bestritt, unter Annahme mildernder Ümstäiide zu der geringsten, gesetzlich zulässigen Strafe, 6 SJlonate Gefängnis. Der Verteidiger, Rechtsanwall Sleu- schäffer, meldete sofort Slevifiou gegen das Urteil an. Berli n, 18. Okt. In dem Prozeß roeaen Ermordung des Majors August Reisch wurde die Angeklagte M a r i e G 1 editsch wegen Totschlags zu 5 Jahren 6 2)1 o n a t e n Gefängnis verurteilt. . B e r l i n, 19. Okt. Wegen Beleidigung des Geheimrats Komg, Direktor des Vereins der deutschen Zuckerindustrie, wurde heute der Geschäftsführer der Abteilung der Rohrzuckerfabrik, Dr. Hager, im Privatklageverfahren von dem hiesigen Schöffengericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt. — Die lei-Heinze-Männer. In einem Beleidigungs- prozeß in Weiden (bayerische Pfalz) wurde festgestellt, daß der Ex- posittis B. von 2)1 antel bei einer einem fchwerkranken gereichten Kommunion verlangte, daß die beiden Kaiserbilder aus dem Wohnzimmer entfernt würden: wenn er wiederkomme, wolle er sie nicht mehr dann sehen. Auf Befragen erklärte er, daß er die Entfernung der Kaiserbilder deshalb verlangt habe, weil das Kleid auf dem Bild der Kaiserin zu weit ausgeschnitten (!) und f ü r K i n d e r s i 111 i ch k e i k s v e r l e tz e n d (U) gewesen seu Auf den Vorhalt, warum das Bild des Kaisers denn auch mit hinausgenommen werden müßte, gab er die Antwort, daß die beiden Bilder doch zusammen gehörten. Wenderoth eine Tochter Anna Martha, geboren den 27.August.— Dem Schneider Wilhelm Balzer eine Tochter Ottilie, geboren ben 31. August. — Dem Bahnwärter Heinrich Heß eme Tochter Elli, geboren den 22. August. — I o h a n n e s g e m e i n d e. Den 27. Sept. Dem Taglöhner Georg Jakob Reichwem cm Sohn Wil- Helm Martin Georg, geboren den 16. Sept. — Dem Schneider Heinrich Stein ein Sohn Heinrich Lorenz August, geboren den 13. Juli. — Dem Metzger und Wirt Ludwig Martin Weber eme Tochter Elisabeth Susanne Marie, geboren den 3. tsept. Dem Stationsgehilfen Karl Emil Rusag eine Tochter Käthe Wilhelmine Henriette Anna Marie, geboren den 5. Sept. — Dem Großherzogi. Regierungsbaumeister Hermann Heyer ein Sohn Hans Gustav Albert, geboren den 11. August. — Den 4. Okt. Dem Schreiner Albert Donau eine Tochter llucie Luise, geboren den 15. August. — Dem Taglöhner Konrad Döring eine Tochter Luise, geboren den 6. August. — Dem Schreinermeister Heinrich Vollmöller eme Tochter Ernestine Christine, geboren den 21. August. — Dem Schlossermeister Karl Schmidt eine Tochter Marie Katharine 2)iathilde, geboren den 24. August. — Dem Architekt Gustav Hamann ein Sohn Erich Alexander Eugen Otto, geboren den 9. Mai. — Ten 6. Okt. Dem Bierbrauer Edmund Helbing eine Tochter Minna Anna Katharine, geboren den 6. Sept. Beerdigte. Lukasgemeinde. Den 5. Oktober. Luise Auguste Vigelius, Privatin, Tochter des verstorbenen Pfarrers Jakob Vigelius, 75 Jahre alt, starb ben 1. Okt. — Den 12. Okt. Ehristian Wagner, Aiilage-Aufseher, 80 Jahre alt, starb den 10. Oft. — Johannesgemeinde. Den 27. Sept. Friedrich Jakob Lichteiifels, Zentner, 63 Jahre alt, starb den 25. Sept. — Ten 1. Okt. Heinrich Stroh, Großh. Rendant i. P., 76 Jahre alt, starb den 29. Sept. — Ten 10. Okt. Minna Anna Katharine Helbing, Tochter des Bierbraiiers Eduiund Helbing, 4 Woche:: alt, |iarb den 8. Oft. — Ten 13. Oft. Erna Weber, Tochter des Fabrtf- arbeiters Heinrich Weber, 1 Jahr alt, starb den 11. Oft. — Ten 16. Oft. Johannes Ruhl, Universitäts-Pedell, 52 Jahre alt, starb Den 14. Oft. — I m S:echenhaus: Den 8. Oft. 2)larie Münker, geb. Schott, Witwe, 80 Jahre alt', starb den 5. Oft. — Den 13. Oft. Heinrich Kiok, Tuchmacher, 78 Jahre alt, starb ben 10. Oft. Gießen, 18. Oft Kriegsgericht. Am Samstag war der Gerichthof zusammengesetzt aus Kriegsgerichtsrat Dr. H eß- Darrnstadt, Verhandlungsleiter, Major v. W i n t e r b e r g e r, Vorsitzender, Hauptmann Brandenburg und den Oberleutnants Schröder und Dau, Beisitzer. Tie Auflage vertrat in den beiden Fällen, die abzuurteilen waren, Kriegsgerichlsraf Link- Darmstadt. Angeklagt war der zur Ersatzreserve entlassene frühere 117er Hoos aus Darmstadt. Er war beschuldigt, währertd er beim letzten Manöver in Lützellinden in Quartier lag, dem Töchterchen feines Quartiergebers 3 Mk. 70 Pf., die diefes bet einem Einkauf herausbekommen hatte, abgenommen und unterschlagen zu haben. Der Angeklagte bestritt die Tat, deren er aber tn der Beweisaufnahme überführt wurde, weshalb der Gerichtshof auf eine Bestrafung mit 3 Wochen strengem Arrest erkannte. — In der anderen Verhandlung fungierte als Verhandlungsleiter Krregs- gerichtsrat Obenauer-Tarmstadt. Es handelte sich um eine Anklage gegen die Unteroffiziere Gustav Ried und Konr. Schneider von der 7. Kompagnie des 116. Infanterieregiments wegen B e< leibiguna des Gerichtsaffefsors E. in Marburg, des Technikers N. in Gießen und zweier Damen. Vor Eintritt in die Verhandlung erklärte Gerichtsasseffor E. namens der Beteiligten, daß diese bereit seien, den gegen die Unteroffiziere gestellten Strafantrag zurückzunehmen, toenn liefen die bisher erwachsenen Kosten auferlegt würden. Der Verhandlungsleiter erklärte, daß, wen»: der Strafantrag zurückgenommen würde, das Verfahren eingestellt werden müsse, daß aber nach der Militär-Strafprozeßordnung nur die Antragsteller die entstandenen Kosten zu tragen habe»:. Es fei nicht zuläfsig, die Angeklagten von Gerichtswegen — selbst tvenn sie damit einverstanden feien — nut den Kosten zu belasten. Es wurde darauf in die Verhandlung selbst eingetreten. Schneider erklärte, er habe niemanden beleidigt. Von einem Ausflug nach dem Jagdschlößchen Dutenhofen feien er und Rieb, weil der Zug, den sie am Abend zur Rückkehr nach Gießen benutzten, sehr besetzt gewesen fei, vom Schaffner in einen Abteil für Nichtraucher gewiesen worden. Er habe eine Zigarre geraucht und darauf habe ihm ein Passagier in befehlendem Tone zugemutet, die Zigarre ausgehe»: z»: lassen. Rieb habe gejagt, er solle dies nicht tim, es hätte ihm niemand was Heute abend 6 Uhr wurde uns ein prächtiges Mädchen 'geboren. Hermann Will und Frau Gertrud 7878 geb. Balzer. Arbeiterbewegung. Plauen i. V., 19. Oft. In einer öffentlichen Versammlung beschlossen die S ch i f s ch e n st i ck e r, in den Ausstand zu trete»:. Elyde, 19. Oft. Die hiesigen Maschinenbauer sind mifgetorbert worden, unter sich eine Subsfription für die deutschen Me'tallarbeiterverbände zu veranstalten, die m Berlin mit den Metallwarenfabrikanten in Streit geraten sind. Die Aufforderung »st ergangen, um die Unterstützung der Deutschen vor 7 Jahren zu vergelten, als diese den Zufluß von Arbeitern vom Festlande ver- hinderten und 14,500 Pfd. sammetten. „Einen chrnß von meiner Mutter 8 und ich hätte nicht in die Schule fommen^fönnen, weil ich ganz heiser war mtd stark hustete ^ ^So, memt der Lehrer, „mm sag deiner Mutter wieder eiiien Gruß und sag ihr weiter das wäre ?eilie mehr. Seit Fah's achte Sodener Mrueralpastitteu existieren, braucht sich fein Mensch mehr nut Husten O und Heiserfeit u»»d wie die schönen Dinge alle heißen, abzuplagen. Ta fauft man sich fwc 85 Pfg. einfach eine Schachtel Pastillen und die Erkaltung wird schnell O vorüber sein. Das merk dir für die Zukunft und ihr andere»: mcrkt's euch auch, damit die ewigen Schulversaum- nisse wegen Husten und Erkältung einmal em Ende nehmen. 19. 2” 752,7 9,2 5,5 63 ENE. 19. 925 753,8 2,5 5,1 93 NW. 20. 752,7 1,2 4,0 96 N. ee CD go VD - O C* K < 05 Q "5. 6i AS K o M K ty c*> «t. V a s ? ö N ’>£• ÖQ© mir wegen bedenklicher Herz Rauchen wurde ireteresssaDt 926 a — Sprechstunden: 3—9 und 3—4 Uhr, 05081 KWmeiM ckGeißMMe» inKchm dd Tapißem! Tapisserie! an der Kasse zu haben. 7725 zu jedem annehmbaren Preise. 7703 Der Vorstand. Einsicht der Mitglieder offen. 7785 05006 V g 0» 6* und und CD a 5 Ifi öl « K >2 g? Schon seit Jahren haben sich Chemiker und Cigarrenfabrikanten vergeblich bemüht, eine Cigarre herzustellen, die gesundheitlich unschädlich ist, aber gleichzeitig dem Raucher den vollen Genuss belässt. Durch das neueste Patent der Firma Dr. R. Kissling & Co., Bremen, ist jetzt ein Fabrikat geschaffen worden, welches die lange ungelöste Aufgabe brillant erledigt hat. Es ist nunmehr endgültig gelungen, die gesundheitsschädliche Wirkung des Rauchens zu beseitigen, ohne den Geschmack und das Aroma des Tabaks im mindesten zu beeinträchtigen. Dr. Kisslings Sanitäts-Cigarren, Cigaretten und Rauchtabake (K. D. R. P.), die aus den auserlesensten rein überseeischen % c$ — 6. Verschiedenes. Gießen, den 16. Oktober 1903. 7840 Die Vorstände. Nebenwirkung vertrage. Der geschätzte Leser wird ohne Zweifel gerne eine Probe mit dem oben besprochenen Fabrikat machen wollen, wenn er nicht im Interesse seiner Gesundheit dieses fortan stets konsumiert. Ein reichhaltiges Lager der Dr. Kissiinger Sanitätsfabrikata unterhät die Firma J. Möser und ladet diese höflichst zum Besuch ein. Störungen nicht mehr möglich. Ich machte nun mit Ihren Cigarren den Versuch und sah zu meinem Erstaunen, dass ich 6—8 am Tage ohne die geringste üble Heppenheim, am 13. Oktober 1903. Der Vorsitzende des Kuratoriums: » Medizinalrat Dr. Bieberbach. Herr Dr. v. Lauer, Leibarzt Sr. Majestät, der Geh. MecL-Rat Herr Dr. v. Reyher, Dresden, sowie Herr Dr. 0. Domblüth in Frankfurt a. M., Spezialarzt für Nervenkrankheiten, und viele andere mehr, haben Dr. Kisslings Sanitätscigarren in Wort und Schrift aufs wärmste empfohlen, ebenso haben die bedeutendsten medizinischen Zeitschriften des Fabrikat lobend besprochen. So schrieb Herr Hospitalarzt Dr. M.: Ihre Cigarren sind eine wahre Wohltat für solche Personen, welche entweder durch langen fortgesetzten Gebrauch oder Missbrauch des Tabaks so weit gekommen sind, dass sie das Rauchen ganz einstellen müssen infolge der ernsten und bedrohlichen Wirkungen des Nikotins. Dies war Die Rechnung liegt bei dem ersten Vorsitzenden, Herrn A. Dickors, Schanzenstraße 8, vom 17. bis 31. Oktober zur gefl. ■5® a ° e c (5 to Gemäß § 28 der Satzungen beehre ich mich, die aktwen die früher aktiven Vertrauensmänner und ebenso die jetzigen die früheren Mitglieder des Kuratoriums zu der am Montag dem 16. Hiovemver t. Z. ftattfindenden und mittags 12 Nhr beginnenden Achten General-Aersammtung der Vertrauensmänner nach Mainz, Kasino Hof zum Gutenberg, Große Bleiche 29, hiermit ganz ergebenst etnzuladen. Näheres brieflich. Die Versammlung ist öffentlich und Gäste find willkommen. 3 «S Z S >b pvsseldorM9O2-GoIcLMedfiille v.silbeme SraafSmecMo Aachener UI Badeöfen Mn Jvber 75jOOO im Gebravdv «. E. Seng-,