Erstes Blatt ISA Jahrgang Montag LV.JultlSvA Nr. 167 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem GießenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien' blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh loschen Univers^Buch-u.Stem- drückerei (Pietsch Erben) ,Redaktion. Spedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprrchanschlußNr.51. ÄW ä Ä Bezugspreis, JwW ” fSy JBk W d monatlich75Pf., viertel- SießenerAnzmer 'J eatml-ageigtr " *•’ S31 3mts= und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WtzZ ---- ** zeigenteil'. HanS Beck. Bekanntmachung. BeLr.: Bläschenausschlag zu Burkhardsfelden. Nachdem der BläschermrrSjchlag in Burkhardsfelden erloschen ist, werden die angeordneten Schrrtzmaßre^ür hiermit wieder aufgehoben. Gießen, den 17. Juli 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen- ,________________I. V.: Dr. Heinrichs._______ Bekanntmachung. Betr.: Schweinepest zu Eberstadt. Die bisher noch über das Gehöfte des Schweinehändlers Karl Düringer zu Utphe verhängte Gehöstsperre wird aufgehoben. Gießen, den 17, Juli 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ,______________I. V.: Dr. Heinrichs. __________ Kekanntmachnng. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Schanzenstraße von heute ab bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 20. Juli 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Mlitische Tagesschau. Der preußische Handelsminister über das Handwerk. Handelsminister Möller hielt beim Besuche der Handelskammer zu Osnabrück eine Rede und hob hervor, der Handwerker von heute habe es nicht nötig, Pessimismus obwalten zu lassen. Wenn das Handwerksgesetz auch noch nicht diejenigen Hoffnungen erfüllt habe, welche man darein setze, so dürfe doch nicht vergessen werden, daß es sich um eine Neueinrichtung handle, die erst ausreifen müsse. Was die Industrie anlange, so könnten die an sie verloren gegangenen Gebiete nicht wieder erobert werden. Indes könne man stolz darauf sein, eine solche Industrie zu haben, weil man durch diese der Konkurrenz des Auslandes, vor allem Amerika und England, nur erfolgreich die Spitze bieten könne. Im übrigen müsse der Handwerker rechnen lernen, um seine Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen. Er müffe auf genossenschaftlichem Gebiete vorwärts kommen und sich die Errungenschaften der modernen Technik zu nutze machen. Die Erwerbsverhältnisse müßten entsprechend den modernen Formen abgeändert werden. Er betrachte die Organisation der Handwerkskammern als einen Sieg für das Handwerk. Die preußische Staatsregierung habe nach wie vor das regste Interesse für das Handwerk. Er habe drei Kommissionen zu Studienzwecken entsandt, nach Oesterreich, Süddeutschland und England. Im nächsten Jahre werde solche nach den Vereinigten Staaten gehen. In einer zweiten Rede betonte der Minister, man müsse mit der Tatsache rechnen und sich damit absinden, daß die großkapitalistische Bewegung eine so große Rolle spiele und das Handwerk gegen dieselbe ; schwer zu kämpfen habe, ebenso daß die Industrie von jener beherrscht werde. Man dürfe aber nicht verzagen, sondern müsse mutig vorwärts streben. Zur Reform des bayerifchen Laudtagswahlgesetzes, zu der ein sozialdemokratischer Antrag vom 29. September 1899 den Anstoß gab, wird, was für uns in Hessen von besonderem Interesse ist, bemerkt: „Die Entscheidung über den Entwurf wird noch gute Weile haben, denn es ist mehr als fraglich, ob er die erforderliche Zweidrittelmehrheit auf sich vereinigen wird. Die grundsätzlichen Gesichtspunkte wurden von der Klbgeordneten- f(immer im Mai v. I. unter Zustimmung der Regierung festgelegt und es läßt sich danach jetzt schon annehmen, daß sich der Kampf um die Vorlage wesentlich auf dem Gebiete der Wahlkreiseinteilung abspielen und in der Frage gipfeln wird, ob der Landwirtschaft vor den Städten, wie es das Zentrum will, der Mehrheitsbestand in der Kammer gesetzlich gesichert werden soll. Landwirtschaft heißt eben in Bayern mehr noch als anderswo Zentrum. Da aber unzweifelhaft feststeht, daß das Land in der Bevölkerungszahl weit weniger gewachsen ist als die Städte, so wird es sich zunächst darum handeln, ob die auf die Volksvermehrung gegründete Mehraufstellung von vier Abgeordneten (163 statt 159), die ausschließlich den Städten zugute kommmen müßte, durch Korrigierung der Wahlkreise zu Gunsten des flachen Landes kompensiert werden soll oder nicht. Wird hierin nicht insoweit eine Einigung erzielt, daß die Vorlage oder eine Abänderung derselben die Zweidrittelmehrheit erzielt, so bleibt eben im Wesentlichen alles beim Alten". Unter den preußischen Kleinbauern, so schreibt jetzt auch die „Köln. Ztg.", hat bei der letzten Reichstagswahl eine nicht unbeträchtliche Zahl sozialdemokratische Stinunen abgegeben. Die „Köln. Ztg." qlaubt den Grund hierfür in Folgendem zu finden: „Der Kleinbauer wird kopfscheu und unzufrieden durch die vielen gesetzlichen Steuerungen, Verordnungen und Verwaltungs- maßregeln der Behörden, für die ihm das Verständnis nicht so raich cmsgeht. Der Bauer wird dadurch verärgert, unzufrieden, und gibt diesen Unmut durch Abgabe eines sozialdemokratischen Stimmzettels kund, um der Regierung zu zeigen, daß der Bauer unzufrieden sei. Man zwingt z. B.ore Bauern durch Kreisftatut, eine bestimmte Viehraffe, „Vogelsberger" zu halten und nicht ,Mmmenthaler", indem die Gemeinden keine andern Deckstiere als Vogelsberger halten dürfen. Ein Hauptgrund zu dem Mißmut der Bauern liefert auch die von den Behörden mit großem Eifer betriebene Zusammenlegung der Grundstücke, die Konsolidierung, die gewiß wirtschaftliche Vorteile bietet. Der Bauer wittert aber einen Pferdefuß dahinter. In den von Kleinbauern bewohnten Landesteilen hat das fränkische Erbrecht Geltung, wonach die Hinterlassenschaft der Eltern zu gleichen Teilen auf die Kinder übergeht, während in andern Gegenden, z. B. in einem großen Teile von Westfalen, das Anerbenrecht eingeführt ist. Der Kleinbauer betrachtet nun vielfach die Konsolidierung als den ersten Schritt zu der Einführung des Änerbenrechts, uno dagegen sträubt er sich." Deutsches Reich. Berlin, 19. Juli. Man meldet aus M o l d e: Gestern abend lief der Weite von der Nordlandreise zurück- kehrende Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie, „Prinzessin Viktoria Luise", Molde an. .Wie aus der „Auguste Viktoria" hatte auch dieser Dampfer ein zahlreiches Kontingent Amerikaner, nahezu die Hälfte aller Passagiere, an Bord. Nach der kaiserlichen Abend täfel, zu welcher Admiral Hollmann und der Kapitän der „Prinzessin Viktoria Luise" Einladungen erhalten hatten, wurde sämtlichen Passagieren die Besichtigung der „Hohenzollern" gestattet. Heute früh um 2 Uhr trat der Hamburger Dampfer die Heimreise an. — Die deutsche Seemacht in Ost-Asien wird nach einer Kieler Meldung in diesem Jahre um drei Kriegsfahrzeuge verstärkt werden. — Ein Pendant zu Bebels Erbschaft winkt seinem Genossen v. Vollmar. Einstweilen hat er das Erbe freilich noch nicht in der Tasche. Es handelt sich, wie wir der „Staatsbürgerztg." entnehmen, um einen Rentner in München, der sein Haus im Werte von 95000 Mk. und ferner, aber zunächst bis zum Ableben eines Neffen ohne Zinsengenuß, ein Kapital von 52000 Mk. Herrn v. Vollmar zur freien Verwendung für sozialdemokratische Zwecke hinterlassen wollte. Mer die Schwestern des Verstorbenen machen gegen das Testament die Unvollständigkeit feiner Datierung geltend. München, 19. Juli. Merkwürdige Tinge hört man über die Beziehungen hiesiger prinzlicher Palais zu der antisemitischen, d. h. christlich-sozialen Bewegung. Von einem dieser Palais wird erzählt, daß es einen in neuester Zeit im Vordergrund stehenden antisemitischen Streiter materiell unterstützte. Von einem anderen Palais — und hier soll die Dame des Hauses die treibende Kraft sein — erzählt man sich, daß sie versucht habe, die östreichisch-christtich-sozialen Parteiführer vor den Reichstagswahlen hierherzuziehen, um den hiesigen Christlich-Sozialen auf die Beine^ zu helfen. Die Dame soll geglaubt haben, damit den Sozialdemokraten Abbruch tun zu können. s Kirche und Schule. — Der Professor am Kadettenhaus in Karlsruhe, Qr. phil. et jur. Thomm, ist zum Direktor des Kaiser Wilhelms-Gymnasiums in Montabaur gewählt worden. Dr. Thomm hat als angestellter Philologe in seinen Mußestunden noch die Rechte studiert, den juristischen Doktor und den Referendar gemacht, ein Unikum, soviel wir wissen, unter Juristen und Philologen. __________________________ Ausland. London, 19. Juli. Der Z ar hat nach einer Washingtoner Meldung des „Daily Telegraph" das Ersuchen des Präsidenten Roosevelt, drei Schiedsrichter zur Entscheidung der schwebenden Streitpunkte der venezolanischen Frage zu ernennen, dahin beantwortet, daß er diesem Ersuchen entsprechen wolle, vorher jedoch amtliche Aeußer- ungen Deutschlands, Englands und Italiener zur Sache wünsche. Madrid, 19. Juli. Ministerpräsident Silvela hielt eine Rede, in der er darauf hinwies, daß Spanien und Frankreich gemeinsam bestrebt seien, den Statusquo in Marokko aufrecht zu erhalten. Er betonte die Notwendigkeit bedeutender See- und Landstreitkräfte für Spanien und sprach den Wunsch aus, ein vollkommenes Freundschaftsverhältnis mit dem stammverwandten Frankreich herzustellen. „Imperial" sagt in Besprechung dieser Rede, dieselbe sei als Erklärung eines bestehenden französisch-spanischen Bündnisverhältnisses auszufassen. — Im Ministerrat stellten nach Prüfung der Marineforderungen alle Minister dem Ministerpräsidenten Silvela ihre Portefeuilles zur Verfügung. Silvela begab sich darauf sofort ins Palais und unterbreitete dem König die Demission des Gesamtkabinetts. Den Auftrag zur Neubildung pes Kabinetts lehnte er ab, worauf der König den Kammerpräsidenten Villaverde zu sich berief. — Villaverde nahm den Auftrag, ein neues Kabinett zu bilden, au.. Er unterbreitete heute abend dem Könige folgende Ministerliste: Graf San Bernardo Auswärtiges, Buganel Justiz, Besada Finanzen, General Martitegni Krieg, Estram Marine, Garcia Alix Inneres, Osma Unterricht, Gasset Ackerbau. Der König genehmigte die Liste und übertrug Villaverde den Vorsitz. Kntyüllungsfeier des Kriegerdenkmals. t. Friedberg , 10. Juli. Am Samstagabend stellten sich der Veteranen- und Militärverein und andere Teilnehmer, darunter die Techniker am Mainzertor auf Und marschierten nach der städtischen Seewiese, wo der Vorsitzende Donaes eine Begrüßungs- rtzde hielt. Er dankte der Stadt Friedberg, den Frauen und Jungfrauen, den Studierenden der Gewerbeakademie und den Vereinen für ihre Unterstützung zum Gelingen des Festes und zur Herstellung des nun vollendeten Denkmals. Mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß er, worauf sich bei Konzert der Kapelle der Thüringischen Ulanen Nr. 6 zu ftanau und Volksbelustigungen ein munteres Treiben auf dem Festplatz entwickelte. Lebhaften Beisall fanden die vom Turnverein durch Turnwart Hain aufgestellten Pyramiden. ZumAppelldes 1. hessischenGarde-Jäger* Bataillons in Steinhäußers Biergarten waren Jäger aus allen Teilen Hessens und anderen Bundesstaaten zu- sammengeströmt. Sie wurden in den vier einzelnen Kompagnien aufgestellt; man zählte 320 Jäger. Die Freude des Wiedersehens lag auf den Gesichtern der wackeren Krieger und geradezu rührend waren oft die Erkennungsszenen der meistens ergrauten Männer, die sich teilweise seit dem Feldzuge, also in 33 Jahren, nicht wiedergesehen hatten. Von ehemaligen Offizieren waren anwesend Oberst a. D. Be cker- Darmstadt, Oberst S tr e mn i e tzn y - Elberfeld und Oberstleutnant Cra m o l i n i - Darmstadt. Um 103/4 Uhr begrüßte BürgeRneister Stahl die Jäger namens ihrer ehemaligen Garnisonstadt und hieß sie herzlich willkommen, sie gleichzeitig zur Denkmalenthüllung für ihre gefallenen Kameraden einladend. Oberst a. D. Becker hielt dann einen interessanten Vortrag über „Die Bedeutung des Kampfes des 1. Hess. Jäger-Bataillons bei Gravelotte am 18. August 1870." An der Hand einer Karte gab er ein llares Bild über den Verlauf der Schlacht. Den hessischen Jägern gebühre das Verdienst, an dem glänzenden Siege mit zäher Ausdauer und Tapferkeit mitgewirkt zu haben. Am 25. Juli 1870 rückte das Bataillon von Friedberg aus über Worms durch die Pfalz, über Saarbrücken, überschritt die französische Grenze bei Spichern und traf am 16. und 17. August bei Metz ein, um am 18. an der Schlacht bei Gravelotte teilzunehmen. Er schildert dann das Eingreifen der Jäger, den Tod des Kommandanten Major Llautenberg, nach dessen Tod Hauptmann Stock und nach dessen Verwundung Hauptmann Daudistel den Befehl übernahm und das Bataillon ins Gefecht führte. Das Verdienst der Hess. Jager war, daß sie durch ihren mptigen Angriff die französischen Reserven von St. Privat fernhielten. Das Jäger-Bataillon verlor 10 Offiziere und 287 Mann. Das Bcckaillon nahm dann an der Zernierung von Metz und an den Kämpfen um Orleans teil. Den letzten Schuß gab es in Brisson bei Orleans am 29. Januar ab. Es folgte in 13 Schlachten und Gefechten. Im Juni zogen die Jäger in Darmstadt ein. Oberst a. D. Becker fordert die Jäger auf, allezeit treu zu Kaiser und Reich zu stehen. Dann dankte er der Stadt Friedberg, der ehemaligen Garnison, für ihre Anhänglichkeit an die Krieger und brachte ein Hoch auf sie aus. Für den eindrucksvollen Vortrag dankte namens der Jäger der ehemalige Jägeroffizier Oberstleutnant Cramolini. Zur Enthüllung des Kriegerdenkmals wurde um 2y4 Uhr am Mainzertor der Festzug aufgestellt. Wohl nie hat Friedberg eine so stattliche Zahl von Vereinen gesehen. Nahezu 60 Vereine mit ccu 2000 Mitgliedern nahmen am Festzuge teil, die zumteil aus weiter Ferne erschienen waren: Offenbach, Mainz, Frankfurt, Jäger-Ver- emrgung Darmstadt, Vilbel, Worms, Büdingen, Nidda, Gießen rc. Kurz vor 3 Uhr nahm der nicht enden wollende Festzug um das Denkmal Aufstellung. Die Feier wurde eröffnet durch den von der Kapelle Mann gespielten Choral „Lobet den Herrn, den mächtigen Wnig der Ehren". Oberstleutnant Mootz hielt die Begrüßungsrede. Er dankte in erster Linie den Kriegern von 1870/71 und besonders den Jägern für ihr Erscheinen zur Enthüllung des Denkmals für die gefallenen am denkwürdigen Tage der Kriegs-Er- llärung, am 19. Juli 1870. Er dankte für die Opferwilligkeit der Stadt und der Bürger, des Veteranen- und Militär- verems, sowie allen, die sich um das Denkmal verdient gemacht haben, besonders auch dem Künstler und den Meisten, die das Denkinal zustande brachten. Unter brausendem Hurrah aus Kaiser und Großherzog fiel die Sülle von dem Kriegerdenkmal. Der Grundgedanke, den dieses zum Ausdruck bringt, ist die Dankbarkeit gegen die tapferen Krieger. Vor dem Denkmal kniet ein junger Soldat im Sturmanzug und schmückt den Denkstein der Gefallenen. Auf dem Denkmal thront der deutsche ReichsMer, der die erbeuteten Siegeszeichen verteidigt und den Angriff von Westen abwehrt. Rechts und links sind die Bildnisse von Wilhelm I. und Ludwig IV. angebracht, während die Rückseite das eiserne Kreuz und die Namen der gefallend Friedberger trägt. Nach der Festrede sangen die vereinigten Gesangvereine von Friedberg-Fauerbach unter Taubstummenlehrer Schneider das Weihelied: „Das neue deutsche Reich" von A. Neff. Der Erbauer des Denkmals, Architekt Hartig-Aachen übergab dann das Denkmal an den Veteranen- und Militärverein. Der Vorsitzende Dönges gab in begeisterten Worten ein Bild von der Geschichte des Denkmalsbaues, welches gelegentlich einer Ge- dächtliisfeier für Ludwig IV. am 13. März 1898 beschlossen wurde nach dem Grundsatz: „Vergiß, mein Volk, die tiruen Toten nicht." Er übergab namens des Denkmalsausschusses und des Veteranen- und Militärvereins das Denkmal dem Bürgermeister der Stadt Friedberg und schloß mit dem Wunsche: Möge das Vaterland und fein erhabener Be- schützer allezeit solche Rcänner haben, wie die Krieger von 1870/71. Das walte Gott! Wrgermeister Stahl übernahm das Denkmal namens der Stadl und versprach, es wie ein Kleinod zu behüten, worauf er einen Kranz für die gefallenen Krieger niederlegte. Kränze wurden ferner niedergelegt von dem Präsidenten der „Hassia", Oberstleutnant Cramolini, und den Vereinen: Offenbach Main^. hielt eine Rechtsanwalt Kaufmann Stimmung. oas TUL LLIUIL I ' r r---- ° 1 scharfe Ecken aber, die zur früheren Einfahrt zu passieren unterlegen sind. w. Herborn, 19. Juli. Am heutigen Sonntag feiert die hiesige „Sang erv er einigun g" das seltene Fest ihres 75jährigen Bestehens, verbunden mit dem 9. Gesangwettstreit des nassauischen Sängerbundes. Gegründet 1828, zu einer Zeit, als der deutsche Männcrgesang noch in den Kinderschuhen steckte, hat der „Singverein" — das war der ursprüngliche Name — trotz der Ungunst der Zeiten, die den Bestrebungen des Männer gesangs nicht immer günstig waren, stets dazu beigetragen, die Pflege des Gesangs zu verbreiten und zu vervollkommnen. Daß dies von Sr. Majestät dem Kaiser durch Stiftung eines Ehrenpreises anerrannt wurde, gereicht der Sängervereinigung zu hoher Ehre. Sich und ihre Lieder bet allen Gelegenheiten in den Dienst des Guten und Schönen zu stellen, errang ihr die Sympathie der gesamten Einwohnerschaft; dies zeigte sich wiederholt, wenn die Sänger, stolz um ihre Jahne geschart, von heißem Gesangstournier zurückkehrten. Freudig begrüßte man es hier allgemein, daß die Frauen und Jungfrauen hiesiger Stadt dein Verein in dankbarer Würdigung seiner Verdienste eine treffliche Jahne an seinem Ehrentage überreichten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. Juli 1903. •* S. K. H. der Großherzog von Hessen mit Prinzessin Elisabeth sind gestern am 19. Juli mit Schnellzug 77 nachmittags 5 Uhr 44 Minuten in Gießen angekommen und mit Sonderzug nach Lich zum Besuch der dortigen fürstlichen Familie weiter gefahren. (Vergl. unseren Bericht aus Lich). ** Personalien. Ernannt wurde der Gerichtsschreiber- gehilfe Otto Bin ding, Groß-Gerau, zum Hilssgerichts- schreiber bei dem Amtsgericht Mainz. — Der Regierungsassessor Dr. Hans Siegfried Schneider aus Finkenbach wurde zum Mitglied einer Eisenbahndirektion in der Hess. Preuß. Eisenbahngemeinschast ernannt. — Das Mitglied des Vorstandes der Landes-Hypothekenbank, Dr. F. Fresenius aus Butzbach, wurde zum Direktor der Landes-Hypothekenbank ernannt. "Theater- und Saalbau. Auf die morgen, Dienstag, den 21., abends 81/, Uhr im Gesellschaftsverein (Sonnenstraße) stattfindende außerordentliche Generalversammlung des Konzert-Saalbau- und Theatervereins (s. I Anzeigenteil) sei auch an dieser Stelle nochmals hingewiesen. Alle Personen, welche sich für die Sache interessieren, sind in I der Versammlung willkommen, auch wenn sie nicht Mitglieder eines der drei Vereine sind. Besonders erwünscht ist die Teilnahme der Mitglieder der städtischen Verwaltung. Das in der Versammlung zu erstattende Referat wird durch die Vorlage zahlreicher Pläne bereits ausgeführter Bauten be=| gleitet werden. " Wildes Rössel. In der Wagengasse entsprang heute morgen ein Pferd mit einem Metzgerwagen. Letzteren verlor es an der Ecke der Schulstraße. Am Kaiserhof wurde der Durchbrenner aujgehalten, worauf er reumütig zu feinem Wagen zurücklief. Festplatze. . „r r, r, ** Das Schützenfest brachte eine ungezahlte Menschenmenge auf die Beine. Es wurde am Samstag diirch einen Festkommers im Reuen Saalbau eröffnet, der x/29 Uhr beginnen sollte. Bis 9 Uhr hatte sich der Saalbau ziemlich gefüllt. Besonders eine Anzahl Vereine waren der Em- ladimg gefolgt. Beim Kommerse führte den Vorsitz Ober- Schützenmeister Brück. Er begrüßte die Erschienenen und gab der Musik das Zeichen zur Eröffnung des Kommerses, worauf unsere Militärkapelle mit ihrem ersten Stück einsetzte, stebn. Ter Vorsitzende dankte namens des Vereins für die Jahnenschleise, die den Verein allezeit zu uiiverbruch^ lieber Treue zu Fürst und Vaterland anspornen werde Er schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzig. Sodann hielt Pfarrer Helwig' die Festrede über das Kaiserwort: 'Welch eine Wendung durch Gottes Fugung - Sern Hoch aalt den deutschen Kriegervereineii. Der Vorsitzende des Bezirks Gießen, Feldwebel Bruchhäuser, wies auf btc Bedeutung des heutigen Tags, als den Erinnerungstag der französischen Kriegserklärung hin, forderte die jungen Kameraden zum Beitritt in die Kriegervereme auf und sprach auf das deutsche Vaterland. Der Gesangverein Konkordia überreichte dem Kriegerverein eine Standarte. >vas Fest nahm einen schönen Verlauf. § Leihgestern, 20. Juli. Mit dem 19. d. M^hak !sich yier ein Turnverein unter dem Namen »Freie ! Turnerschaft" im Gasthaus zum Löwen gegründet. Der Verein hält sich jeder Partei fern und ist bestrebt, stets einen freien Sinn unter den Mitgliedern zu erwecken. Präsident tichen Worten des Tankes von feiten des hohen Herrn ver- tteß der Zug wieder das Schloß. Bad-Nauheim, 20. Juli. Dienstag den 21. Juki, nachmittags und abends findet Konzert der Kurkapeüe statt. Abends 8 Uhr: Soiree der Diseuse Olga Wohlbrück aus Berlin. /\ Beienheim b. Friedberg, 19. Juli. Der Blitz schlug Freitag abend in das Wohnhaus des Schuhmachers Kültsch. Der etwa 25jährige Mann war gerade an seiner Arbeit. Der Blitzstrahl traf sein rechtes Bem, schlitzte die Hose vollständig auf, lähmte das Bem und verbrannte es stark. K. befindet sich in ärztlicher Behandlung. Darmstadt, 19. Juli. Zu den hiesigen Landtagswahlen stellen jetzt nach der Ungiltigkeitserklärung der Mandate der Herren Langenbach und Sang und nachdem der Vorstand der Freisinnigen Partei ein Zusammengehen mit den Sozialdemokraten, die nur unter dieser Bedingung die Freisinnigen unterstützen wollten, abgelehnt hat, ^die Sozialdemokraten eigene Kandidaten aufi Sie arbeiten bereits daran, ihren Genossen das hessische Staatsbürgerrecht zu verschaffen. Bei der Reichstagswahl hatten in der Stadt die bürgerlichen Parteien vor den Sozialdemokraten einen großen Vorsprung. Auf der anderen Seite hält man die Freisinnigen für zu schwach, um aus eigener Kraft siegen zu können. Infolgedessen sind die Aussichten der Nationalliberalen, beide Mandate in der Ersatzwahl zurückzuerobern, recht günstig, zumal sie 1902 bekanntlich mit nur zwei Stimmen p-ratiffurt, Darmstadt, Vilbel, Friedberg, ferner von der Ge- werbeakademie, den Verbindungen: ^Emna, Scicntta, Askania. Teutonia, Arminia, Rhencmia und Thurmgra^ Mrt dem Choral: „Nun danket alle Gott toar der F-estakt beendet. Der Zug setzte sich nach der städtischen in Beweauna, voraus der Festausschuß, der ^dadtvorstand und die ^Jäger" M| einem CHor der Gesangvererne begann die Volksfeier bei Tanz und Konzert. Vesonders leb haft ging es aus dem JuLPlatz zu, wo ein elektrisches Karnsjcll Vera und Tal"^ Schießbuden, Panoramas u. r gl. iick befanden Der qroße Festplatz mit seinen geräumigen Hallen w^ ßrstAllein. alle Mste zu fassen. - Die gesamte Sterbt brannte in schönstem Festschmuck, ^cr herrliche Fcf tag wird der Stadt Friedberg und besonders den Hess'W>1 Jägern noch lange in angenehmer Erimierung^llilem^ 6 Oktober v I erfolgte bereits die Grundsteinlegung der Anstalt -ln »äuse d. I. ist die innere Ausstattung deS Gebäudes erfolgt, sodaß mit Beginn deS Herbstes die Schule fÜr ne oSednb19. ‘St1 3?TÄm Festesschmuck prangte heute unser Dors Es fand das B e^zrr ks>f c:st es KriegerbczirksGießen hier statt,, womit bet me)tge Lricgcrverein sein MjährrgeS Stiftung-^ s mb fein Lüfähriges Fahnenfubrlau m veroano. ars Fcstplatz ivm der schöne Wiesengrund am Philofophenwald ansgewählt. Nachdem zwischen 12 und 1 Mr d eFestg st 10. Jeutschcs Turnfest. N ü r n b e r g, 18. Juli. Seit 51Z2 Uhr früh ziehen vom Zentralbahiihos, wo sie in der heute dem Verkehr übergebenen neuen Vahnhofhalll bearüßt werden, die deutschen Turner in schier ununterbrochenen Zügen in die festlich geschmückte ^tadt. ^Veson-1 >>ers beaeistert wurden die Deutfch-Oesterreicher, sowie du Hamburger mit dem Bundesbanner empfangen und dieses zunächst den Prunksaal des Rathauses, in b ^•efiballc verbracht. Die Anmelbungeu zum xvest sindans 99 000 gestiegen. ' Die Stadt wimmelt auch von sonstigen Fremden; bas Wetter ist etwas trübe Eröffnunasreter ging tn der statt uv er- Mtteii Festhalle programmmäßig vor sich. Es war ein ^hebend^ Augenblick, als auf der mit der Statue der Kania und der Jahnbüste geschmückten Buhne die Abordnung der Hamburger Turnerschast mtt dem Vundev- baimer erschien, um es dem Festort Nürnberg zu über-1 «eben Der Magistratsrat Forster widmete als Vorsitzendet des Festausschusses den Anwesenden .das erste „Mt Heil . Rearerungspräsident Frhr. von Welser sprach als Ehren- vorsiüender des Festes und wünschte einen echt turner- ttckln Verlauf Der erste Bürgermeister Geheimrat Tr. von Schuh übernahm das von Professor Hahn-Hamburg überreichte Bundesbanner. Der Vorsitzende der deutschen Tmmerschast Dr. Götz bankte ber Feststabt Mit einem beJ aeisterten „Gut Heil!". Frauen unb ^zungsrau^i von Nürnberg überreichten ein Ehrenbaub für das ^oniiet, unb Prof Rühl-Stettin bankte für biese Ehrung, rz-nedcich auv Puerto Aleare (Brasilien) bat unter bewegtem nationalem Gelöbnis, die mitgebrachte F-ahne des dortigen ^urnvet- eins zu weihen. Ter Festpräsibent Gotz-Lerpzig vollzog die Weihe namens der Turnerschast. Gener al ^urgi-Rom! überbrachte die Glückwünsche der italienischen -Turnerschast und als Geschenk eine Med aille. Diese italienische goldene Erinnerungmedaille ist die Gegenleistung für ba~ von der Vertretung der deutschen Turnerschast bei deren Anwesenheit in Rom im Jahre 189a der italienischen Turnerschaft gewidmete Fahuenbanb. Kaiser Withelm und bem Prunzregenten Luitpold wurden treudcutschc Grüße gesandt. Die Versammlung sang darauf stehend „Teuischland, Deutschland über alle--. Zum Treikamps liegen 1800, zum Sechskamps rund 2000 Anmeldungen vor. Seit 8 Uhr regnet es. An dem Fest zu g nahmen über 30 000 Personen teil. Er setzte sich gegen 12 Uhr mittags in Bewegung, der Vorbeimarsch dauerte vier Stunden. Belgien, Holland, Rußland, Schweden, Italien, Spanien, Norbamenta und Brasilien waren gut, von ber beutschen Turner)d)Qft Payern, Oesterreich, bie Schwaben, Berlin, Breslau, Stettin, Köln, Frankfurt a. M. besonders stark vertreten. Von den kostümierten Gruppen sind erwähnenswert. Turnen ber Griechen, Nürnberger Blütezeit, ^ahns Zett, Wohlfahrtsbienst ber Turner, Nürnbergtsche mittelalterliche Volksbelustigungen, bann 26 in Wichs erschienene akabe- mische Turnvereine. 40 uniformierte Musikkorps unb tau* jenbe Banner unb Mzeichen waren im Zuge. Die Färbung der stark bifferierenben Turnerttachten^ gab bem weise ftel Regen, eine breiviertelstünbige Stockung bes Zugs beeinttächttgte bie (Stimmung bes Zugs ein wenig. Tas Gnbe bes von unaufhörlichem Jubel der Volksmenge be- gleichteten Zuges langte um 6 Uhr auf bem Festplatze an. Trotz der ermüdenden VersMung des Festzuges nahmen an den allgemeinen Stabübungen um < Uhr abends ca. 8000 Turner teil. Die Hebungen wurden exakt ausgeführt unb boten ein großartiges Bilb. Später führten 1200 Sachsen Stabübungen vor. Ter Dauerlauf aus bem Turnen ber Bayern würbe verschoben. ist Hch. Kraps. - unsere MUitartapeue nm iyrem tipwi cui|v-gtv, । g. Lich, 20. Juli. Se. Kgl. Hoheit ber (Äioßherzog und einem Schützenmarjch von Herrn Krause komponiert. Einzelnei Ihre Großhcrzogl. Hoheit Prinzessin Nis°beth neb,t Gefolge Schüsse, die abgegeben wurden, brachten die schützenmäßigc trafen gestern per Extras ^^ Uhr hicr crm 3um Chnp- -1 - "t Kaufmann dielt eine längere I sanae waren anwesend ^urchlaucht der Fürst, die Ve aanaenhe ber Schützen- städtischen Behörden, Geistliche, Lehrer pp Nach kurzer s die ürcrgangenycii oir aa)uQl.n | bestiegen die hohen Herrschaften die bereit, festliche.. -2-grn. Ein Viererzug führte dre Allerhöchsten Herrschaften durch die Reihen bra I.palrer- ** Das Festprogramm für dieLaudwirt- ft liebe Ausstellung aus bem Trieb dorn 1(1—13. Sevtember lautet: 1. Tag: Donnerstag, 10. Sept.: Emtritts- vreis 1 Mk Mittags 12 Uhr: Feierliche Eröffnung ber Ausstellung' auf dem Msstellunasplatze. Nachmittags 2 Uhr: bestellen in der Festhalle. Von 12 Uhr mittags an. A>r- beiten der Preisrichter. Von nachmittags 4 Uhr an: Konzert auf dem Festplatze. Älbeubs: Konzert auf dem Fest- platze unb Volksbelustigung unb Tanz auf bem Vergnug- ungsplatze. — 2. Tag: Freitag, ben 11. September. ^Ein- trittsvreis 1 Mk. Acorgens 8 Uhr: Eröffnung der llur. < uusg^lvul/ll.. vuuujwhu enr^rTfnuhpn,» stellung: Vormittags 10i/2 Uhr: Wanderversammlung des empfangen waren, unb ber Festzug in Oberhessischen Bienenzuchtvereins im Saale ber Germania ftr^e aufgestellt war, bewegte sich um 21/2 statt (auf dem Festpsatze). Von 8 Uhr vormittags an: Arbeiten Zug burch bie mit Tannenbaumen seschmuckten der Preisrichter. Von nachmittags 4 Uhr an: ftonjert.Laagen. Die Vereine des Bezirks -waren Abends: Volksbelustigung und geselliges Beisammensein aufbeg in Friedberg weilenden Bet er an en vereis ^ßen voll^ dem Festplatze. 3. Tag: Samstag, 12. Sept.: EmtMtspreis ^hlig erschienen; im ganzen beteiligten sich 34 Ve e1 c äo Pfg Vormittags 8 Uhr: Eröffnung der Aufstellung. I anlj Festzuge. Die Begrüßungsrede hielt ber ^orsttzenbe Vormittags 11 Uhr: Preisverteilung mit Vorführung ber ^riegervereins. Darnach überreichte Regierungsrctt Tr. prämiierten Rinder, Pferbe unb Ziegen im gropen Nmg Magner-Gießen bie vom Kaiser anläßlich des 30. Stift- vor der Festhalle. Nachmittags 1 Uhr: Festessen Ehren I ungLfestes dem Verein verlieheneFahnensch.lerfe mit der Preisrichter in ber Festhalle. Nachmittags 4 Uh^- Fahnennagel als ein Zeichen .aiserlicher unb eine Generalversammlung bes Verbanbes ber Herbbuchgeiell- ^ah^ung. auch in Zukunft treu Stirer unb ä schuften für das Vogelsberger Rinb im Schutzeuhause. Bons - -------- ---------? iiachmittags 4 Uhr an: Konzert unb Volksbelustigung unb Tanz auf dem Festplatze. — 4. Tag: Sonntag, ben 13. Sep- Itember: Eintrittspreis 50 Pfg. Vormittags 8 Uhr: Ev- I Öffnung der Ausstellung. Vormittags 10 Uhr: Vorführung ber prämiierten Rinder, Pferde unb Ziegen, .(^or mit tags 11 Uhr: Gemeinsamer Frühschoppen in ber ^esthalle. Von nachmittags 4 Uhr ab: Konzert und Volksbelustigung und Tanz. Nach Eintritt der Dunkelheit: Großes Feuerwerk aus dem Festplatze. — Montag, 14. Sept.: Pferde- und Zuchtviehmarkt. — Dienstag, 15. Sept.: Verlosung auf dem scheinen veranlasien wird. ** Ziegenzucht. Wie uns mitgeteilt wird, hält am 8. August ds. Js. der Erste Gießener Ziegenzuchtverein eine Lokalschau mit Prämiierung auf dem hiesigen städtischen Viehmarktplatze ab. Gleichzeitig wirb beabsichtigt, einen Kreis- ziegenzuchtoerein Gießen zu gründen, wozu sich nach- i mittags Herren zu einer Versammlung aus dem Lenz'schen Felsenkeller einfinden werden, und Oekonomierat Leithiger von Alsfeld einen Vortrag zu halten sich bereit erklärt hat. (:) Heuchelheim, 19. Juli. Der Verein „Kinder- freund" beschloß in seiner im Mai v. I. abgehaltenen Generalversammlung, den Bau einer Kleinkinder schule vorzunehmen. Die Begründung einer solchen Bewahransla. : 1 für die lieben Kleinen ist für unseren im Aufblühen begriffe» I nen Ort zu einem dringenden Bedürfnis geworden. Jn- ! zwischen wurde ein geeigneter Bauplatz erworben und am Festrede, in der er auf „ _ r Vereinigung in Gießen zurückging und dazu aufforderte, man I "fürstlichen Wagen, solle die Tendenzen der alten Gilde, die Reichstreue und Eerhöchsten Herrschaften du-^- -- .. echt deutsches Wesen, auch ferner hochhalten. -^abei ^.^^bcn Schulsugend und Vereine nach dem Schlosse hin, verwies er auf die Fahnen, die von der Tribüne herunter- nid t ol)ne unterwegs durch eine kleine Straußspenbenn lunaen, die beiden alten und die schmucke neue. Nach kurzer nufgehatten zu sein. Ein kleines hübsches Mädchen war gf w* js ars,*sÄ der Trefsersreude die scheibe tn die Hohe halt. Der Vor- cu>^ 9 @taj)t bcn P^-x berührt, in sitzende nahm das Geschenk dankend entgegen. Darauf sprach L . cin unß erreich t in anmutigen Sttitoen durch Wiese Herr Pirr für die Turnerschast mit markigen Worten, m -tf än)iM)Cll Bäumen und Bänken, leicht und rasch den Gesangverein „Liedcrkranz" sprach Herr Frutlg. Sehrsürstliche Schloß; Straßenpflaster und gefährlich aroßen Beifall fanden die Liedervorträze des Bauer' sehen scharfe Ecken aber, die zur früheren Einfahrt zu pasperen Gesangvereins unter Kapellmeister Polster. Gemeinsame waren, sind jetzt glücklich vermieden. >ver Übend fand Qieber und bie Musik unseres Regimentes hielten die Festes- bie getreuen Licher wieder am Schloß, um dem Landey Sn noch sehr lange zusammen hoffentlich n.cht ganz so Vater und der reizenden kwinen Pinnzes m dw fi^durch lange, bis am nächsten Morgen der Weckruf zum ^est durch ihr freun i-cs ruiwn^ ein Stündchen zu bringen, die Stadt ertönte. Es herrschte gestern, am Sonntag, wahrend I 'sahman die Stadtväter, die Vereine und jon- des Morgens schon ein festliches Treiben m den Straßen, o «'2 ein Musikkorps spielte Marschweisen. Am die vielfach mit Fahnen geschmückt waren. Das mcifte UjV-re angelangt, ivurde Aufitellung genommen; Ge- Interesse fand gegen 3 Uhr der Festzug, der sich durch mnavereine ließen ihre Lieder ertönen, und ^ttstsdechant die Hauptstraßen der Stadt nach dem Festplatz bewegte, ^^agcl Höfs er sprack, Worte der Begrüßung, der Freude Wobl niemand blieb da zu Hause sitzen. Und obgleich unb des Dankes für den hohen Besuch und der Ehrfurcht der Festvlatz" draußen bem Schützenhaus nicht eigentlich und Ergebenheit an Se. Kgl. Hoheit den Großherzog und Anziehungspunkt des größten Teils der Bevölkerung Gietzens. Das Gewoge auf dem Wege dahin dauerte bis in die Nacht hinein. Der Zugang zum Festplatz war zwar sehr schmal, aber das wäre doch kein Grund gewesen, dem Lokal-Redakteur des Gieß. Anz., der sich behufs Berichterstattung bas Leben und Treiben drinnen anjehen wollte, beinahe den Eintritt zu verweigern. Nachdem ihm von einem Herrn des gestrengen Festausschusses gesagt worden war, daß das Komitee die Ausgabe von Eintrittskarten (auch von den sonst üblichen Einladungsschreiben) für die Presse ausdrücklich nicht verfügt habe, was bekanntlich sonst schon gutem Brauche gemäß im Interesse der Oeffentlichkeit für schicklich erachtet wird, und er dann selbstverständlich bereitwillig fernen kleinen Tribut bezahlt hatte, beobachtete er einige Minuten später den Einzug des Festzuges und bie frohe Niederlassung, die nach kurzer Begrüßungsrede des Oberschützenmeisters erfolgte. Schon mittags war ber Trubel groß, ber sich am Abend zu gewaltigem 9lndrang steigerte. Um »den Durst zu löschen, fehlte nichts, und das Zusammensein war schiedlich, friedlich (erst gegen 2 Uhr nachts wurde,, was um diese Zeit nie Wunder nimmt, etwas „ausgesochten"). Abends spielte bis zu vorgerückter Stunde die Regimentskapelle zum Tanze aus. Heute, lam Montag, soll das Fest fortgesetzt werden. •* Ein wirkliches Waldfest im Waldesruh und Waldesdunkel feierte am Samstag abend der ^Sänger- kranz". Die spärlich erschienenen Mitglieder waren bis in die späte Nacht hinein äußerst vergnügt. Am kommenden Donnerstag soll eine Nachfeier auf T ext ors Terässe abgehalten werden, die hoffentlich auch die Mitglieder, die sonst mehr oder weniger die Zurückgezogenheit lieben, zum Er- Vermischtes. * Essen a. R., 18. Juli. Der Schlossermeister Baronsky wurde heute von drei Burschen in der Nacht angerempelt und ohne jede Veranlassung erschossen. * Brände. In der Nähe der russischen Stadt Nischni- nowgorod verbrannte der zweistöckige Dampser „Peter P., der von Rybinsk (Samara) mit über 200 Passagieren und 7000 Pud Fracht nach der Messe ging. Der Dampfer war von der Gesellschaft Nadeshda gepachtet. Die Zahl der Opfer ist noch nicht sestgestellt; bisher sind gegen fünfzig Vermißte angemeldet. — Nach einer Depesche aus Samara beträgt der durch de^Vrand in dem Handelsdorfe Pokrows- Loi angerichtete «ZHaden 8 Millionen Rubel, nach einer anderen Meldung sogar 15 Millionen. Nur vier Millionen sind durch Versicherung gedeckt. Elf Barken mit 2*/2 Mill. Pud Weizen sind verbrannt. Mehrere große Wolgafirmen erlitten bedeutende Verluste. Universitäts-Nachrichten. Gießen, 20. Juli. Der a.-o. Pros, der Landwirtschaft in Königsberg i. Pr., Dr. Paul Gisevins, hat einen Ruf nach Gießen erhalten an Stelle von Professor Dr. Friedrich Albert, der bekanntlich im Herbst als Ordinarius nach Königsberg übersiedelt. Gisevius, geb. 1858, wirkte seit 1886 als landwirtschaftlicher Wanoerlehrer und als Lehrer an der Landwirtschaftsschule in Dahme und übernahm am 15. Mai 1898 die durch Berufung des Professors Dr. Rörig in das Reichsgesundheitsamt in Berlin erledigte a.-o. Professur und Leitung des landwirtschaftlich-physiologischen Laboratoriums und des landwirtschaftlich-botanischen Gartens in Köiügsberg. Zum Prorektor der Universität Erlangen wurde für das kommende Jahr Prof. Allfeld von der juristischen Fakultät gewählt. Gerichtssaal. Berlin, 18. Juli. Der Konitzer Mord wirft immer noch seine Schatten in die Gerichtssäle. Gestern gelangte vor dem Schöffengericht des Landgerichts I eine Beleidigungsklage zur Verhandlung, welche von dem Kaufmann Hermann Lewinski, dem Tempeldiener Noszek und der Fleischermeister-Ehefrau Pauline Levy, sämtlich zu Könitz, dem Fleischermeister I. Eisenstädt zu Prechlau und dem Fleischermeister Eisenstädt zu Schlochau gegen den früheren Redakteur der „Staatsb.-Ztg.", jetzigen Abgeordneten für den Kreis Schlochau, Otto Böckler, angestrengt worden war. Die fünf Kläger sind derzeit im Prozeß Maasloff als Zeugen vernommen worden. Ihr Auftreten und ihre Aussagen wurden in einem Artikel unter der Ueberschrift „Der Blutmord in Könitz", der am L Februar 1901 in der „Staatsbürgerztg." erschien, in einer Weise kritisiert, daß die Klagenden darin den Vorwurf, des wisserttlichen Meineides erblickten. Der Vertreter der Kläger, Rechtsanwalt Sommerfeld, beantragte unter Hinweis darauf, daß in gleichen Fällen frühere Angeklagte zu Freiheitsstrafen verurteilt worden seien, auch gegen den Beklagten Böckler eine Gefängnisstrafe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Ulrich, trat für eine gelinde Strafe ein, die er damit begründete, daß die Wogen der Erregung über den heute noch unaufgeklärten Winter'schen Mord zu damaliger Zeit besonders hochgingen. Der Gerichtshof trug diesem Umstande Rechnung und verurteilte den Beklagten zu einer Geld-, strafe von 300 Mk. Den Klägern wurde die Publikationsbefugnis in der „Staatsbürgerztg.", dem ,23ert. Tagbl." und im „Konitzer Tgbl." zugesprochen. Berlin, 18. Juli. Im Pommernbankprozeß plai- dierte heute Justizrat Dr. Sello, der die Belastungspunkte gegen die Angeklagten Bohl und Hahnel zu wiederlegen sucht. Potsdam, 18. Juli. Wegen Nichtgrüßens eines Fähnrichs wurde vom Kriegsgericht ein zu einer Hebung ein- berufener Reservist vom 4. Garde-Feldart.-Regt. zu vier Monaten Festung verurteilt. Die hohe Strafe wurde deshalb ausgesprochen, weil der Artillerist zu semer Rechtfertigung behauptet hatte, er habe den Fähnrich, der bei seinem Regiment stehe, vorschriftsmäßig gegrüßt, derselbe sei aber angetrunken gewesen und habe dadurch die Ehrenbezeugung übersehen. In der Verhandlung hat nun der Fähnrich Zeugen dafür gestellt, daß er nüchtern gewesen ist. Sein Vorgehen gegen den Reservisten wurde vom Kriegsgericht belobt. Breslau, 19. Juli. In dem Beleidigungsprozeß des Malers Carlo Böcklin in Florenz gegen den hiesigen Universitätsprof. Dr. Richard M u t h e r ist der Verhandlungstermin auf den 26. September vor dem hiesigen Schöffengericht anberaumt worden. Zeugen werden nicht geladen, dagegen werden in der Verhandlung die Aussagen von 10 kommissarisch vernommenen Zeugen und Sachverständigen verlesen werdenr Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 17. Juli 1903. (Mitgeteilt von der Bant für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 3 Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Deft Kredit . . 208.70 Deiltsche Bank . . . 210.70 210.70 Darmstädter Bank . • 136.50 136.75 Bochumer Guß . . ♦ 174.75 175.10 Harpener Bergbau . . 181.80 182.15 Schluß-Tendenz: fest. Märkte. Grünberg, 18. Juli. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.50 bis —Mk., Korn 15.00, bis 00.00 Mk., Gerste 00.00 bis 00.00 Hafer 14.00 bis 00.00 Mk., Erbsen 18.00—00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mark, Samen 23.00-00 Mk., Kartoffeln 10.00 bis 12.00 Mk. 1 fc. Frankfurt a. M., 20. Juli. (Orig.-Telegr. des „Gießern Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 16.75—17.00, Kurhessischer Ätt. 16.75—17.00, La Plata DL 16.50-17.50, Kansas Mk. 16.50—17.50, Roggen (hiesiger) Mark 14.25—14.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 00.00—00.00, Franken- sielder Mk. 00,00—00.00, Hafer Mk. 14.25—15.00, Mais Wik. 12.25—12.75, Weizenmehl 0 Mk. 25.75—26.25, 2. Qualität Mk. 23.75 bis Mk. 24.25, 3. Qualttät Alk. 21.75—22.25, Roggenmehl 0 Mk. 22.75—23,25, L Qualität Mk. 20.25—22.25, Weizenkleie Mk. 9.00 bis DL 9.25, Roggenkleie DL 9.75—10.25, Maiskeime Mk. 10.25 bis Mk. 10.50, Franken, Pfälzer, Ried DL 00.00—000.0. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 20. Juli. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 439 Ochsen, 167 aus Oestreich, 78 Bullen, 8 aus Oestreich, 965 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Oestreich, 226 Kälber, 133 Schafe und Hämmel, 1164 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 68—71 Mk., 2. Qual. 64—66 DL, 3. Qual. 59—62 DL; Bullen l.Qual. 61 bis 63 Mk., 2. Qual. 57—59 Mk.; Kühe 1. Qual. 62—63 Mk., 2. Qual. 58—59 Mk., 3. Qual. 50—51 Mk, 4. Qual. 47—49 Mk., 5. Qual. 00—00 AL Kälber: 1. Qualität80—81 Pfg., Lebendgewicht 48—49 Pf., 2. Qiial. 69—71 Pfg., Lebendgewicht 40—43 Pfg., Schlachtgewicht 55—60 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 41—42 Pfg., 2. Qual. 66—68 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 56—57 Pfg., Lebendgew. 43 Pfg., 2. Qual. 00—55 Pfg., Lebendgewicht 42—00 Pfg., 3. Qual. 48—50 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gut, bei Kleinvieh schleppend. Ueberstand. Sport. * G i e ß en, 20. Juli. Trotz ungünstiger Witterung fand am 18. Juli nachm. 5 Uhr zwischen dem Fußballklub G. N. II (Realgymnasium) und der 2. Mannschaft des Gymnasiasten-Fuß- ballklubs ein Wettspiel statt, wobei die Realgymiiasiasten 1 Goal errangen. Ein einiges Zusammenhalten der Parteien und ein unparteiischer Schiedsrichter verherrlichten das Spiel. Am nächsten Samstag wird ein Revanchespiel stattfinden. Neueste Mrtöuugen. Origiualdrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Berlin, 20. Juli. Der 35jährige Doktor der Chemie Nikolaus Schwan aus der Steglitzerstraße 40 hat sich mit Blausäure vergiftet. .,Keit April lebt er in Berlin. Vorher war er in einer Fabrik in Frankfurt a. M. tätig. Gr war von dem Wahn befallen, erblich belastet zu sein in Bezug auf seinen Geisteszustand, da seine Mutter und eine andere Verwandte einem Nervenleiden anheim ge- faNen sind. In Berlin wollte er bei einem ihm bekannten Arzt Heilung suchen, zweifelte aber an dem Erfolge. Am Samstagabend verließ er in sehr gedrückter Stimmung fehle Wohnung. Einige Stunden später nahm er im Schloßpark zu Charlottenburg aus einem Fläschchen die giftige Lösung. Sein Vater war Bürgermeister in'Hessen. Hannover, 20. Juli. Einen neuen Welt-Rekord stellte Salzmann auf der neuen Radrennbahn auf. Vom 3. bis 20. Kilometer, die er in 15 Minuten 31 x/5 Sekunden zurücklegte, schlug er alle bisherigen Weltrekords. Stettin, 20. Juli. Der auf einer Rückfahrt von einer; Extrafahrt nach Giebenow begriffene, gutbesetzte Dampfer „Terra" ist'gestern abend 1/210 Uhr aus der Oder von dem Poelitzer Tourendampser ,Fzugo" angerannt, worden. ,Lugo" fuhr der „Terra" in voller Fahrt in den Bug und brachte ihr ein großes Leck bei, sodaß die Kajüte der „Terra" sich sofort mit Wasser füllte und die Passagiere sich nur mit Mühe retten konnten. Der Kapitän der „Terra" ließ sein Schiff nach dem Zusammenstoß sofort rückwärts gehen und dann mit voller Kraft auf die Wiesen auflaufen um dadurch das Sinken zu vermeiden. Die Passagiere sprangen teilweise auf den ,Hugo", teils wurden sie von Booten aus Frauendorf und von einem vorüberkommenden Dampfer ausgenommen. Ob Menschenleben zu beklagen sind, ließ sich, nicht feststellen; es wird aber allgemein angenommen. Danzig, 20. Juli. Der Herrenreiter Leutnant von Puttkamer vom 2. Leib - Husaren-Regiment stürzte während des Rennens des westpreußischen'Reiter-Vereins in Zoppot beim Nehmen einer Hürde so unglücklich, daß er eine schwere Brust- und Kopfverletzung davontrug. Er wurde in hoffnungslosem Zustande von der Bahn geschafft. Glogau, 20. Juli. In Saabor wurde durch einen Dammbruch die ganze Milziger Niederung überflutet. Um weiteres Unheil zu verhüten, mußte die Schleuse, welche erst vor wenigen Jahren unter großen Kosten erbaut wurde, zerstört werden. Die ganze weite Niederung gleicht einem See. Von Glogau wurde ein Pionier-Kommando erbeten. Im Kreise Brieg sind 4800 Hektar Felder überschwemmt und ihre Bestände völlig, vernichtet. London, 20. Juli. Reuters Bureau meldet aus Peking vom 19. ds.: Hiesige diplomatische Kreise sind der Ansicht, daß die Versprechungen Rußlands, die Häfen der Mandschurei zu öffnen, wenig dazu beitragen werden, die Hauptschwierigkeiten der Lage abzuschwächen, nämlich die wachsende Gefahr eines Krieges zwischen Rußland und Japan. Es werde klar, daß Rußland zum Kampfe mit Japan bereit wäre, wenn es die Gewißheit hätte, daß keine andere Macht auf Japans Seite treten würde. Es sei fest überzeugt, daß es Japan leicht befteger; würde. Die Japaner andererseits glaubten, daß die russische Politik auf den Versuch ausgehe, England und die Vereinigten Staaten günstig zu stimmen und Japan zu reizen, daß es mit den Feindseligkeiten beginne. Paris, 2b. Juli. Aus St. Vio wird gemeldet: Die Gerichtsbehörden begaben sich nach Gerardmer und verhafteten den Pfarrer der dortigen Gemeinde wegen Sittlichkeits-Verbrechen, die er beim Religionsunterricht begangen hatte. Die Gendarmen mußten den Verhafteten vor der Wut der Menge schützen, die ihn lynchen wollte. Paris, 20. Juli. Bei Laimay ereignete sich ein schweres Automobil-Unglück. Der Führer des Fahrzeuges verlor die Herrschaft über dasselbe. Das Automobil rannte gegen eine Mauer. Ein in dem Gefährt befindliches Kind wurde auf der Stelle getötet, eine Frau wurde schwer verletzt, zwei weitere Insassen trugen leichte Verletzungen davon. Madrid, 20. Juli. Ein Güterzug stieß bei der Station Gergal mit einem Personenzug zusammen. Viele Personen wurden verletzt. Eine Anzahl Passagiere erlitten Verletzungen durch vorzeitiges Abspringen. Einige Wagen wurden zertrümmert. Der angerichtete Schaden ist bedeutend. Pokohama, 19. Juli. Der russische Gesandte in Soeul legte in einer Audienz beim Kaiser von Korea am 17. Juli gegen die von England beantragte Oeffnung des Hafens Wiju Widerspruch ein. New-Port, 20. Juli. Nach einem Bericht des Korrespondenten der „Tribüne" ist der amerikanische „Board of Foreign Missions" von dem Bestehen einer Verschwörung in Kenntnis gesetzt worden, welche die Ermordung des Fürsten Ferdinand von Bulgarien bezweckt. Der Fürst soll von dieser Verschwörung volle Kenntnis haben, sei jedoch machtlos, sie zu unterdrücken. Die Verschwörung sei so weit verbreitet, daß der Fürst sich gezwungen sieht, sich in seinem Palast zu verbarrikadieren. Die Häupter der Verschwörung hätten ihren Hauptsitz in Belgrad. Sobald das allgemeine Signal gegeben werde, solle sich das ganze Volk gegen den Fürsten erheben. Die Krankheit des Papstes. Rom, 19. Juli. Der dritten Ausgabe der „Tribuna" zufolge begab sich Kardinal Vannutelli um 9 Uhr abends in das Gemach des Papstes, was bedeuten toürbe, daß der Papst im Sterben liegt. Abends 10,15 Uhr aus dem Vatikan kommende Kardinäle teilten mit, daß Kardinal Vives sich in das Gemach des Papstes begeben habe, um an Stelle des Beichtvaters Pifferi zu treten, der alt und taub sei. Der Papst habe die Reliquien geküßt und mit Anstrengung das Zeichen des Kreuzes gemacht. Rom, 19. Juli, 11 Uhr abends. Um 10 Uhr hatte der Papst das Bewußtsein völlig verloren. Erliegt jetzt in tiefem, todes ähnlich en Schlafe. Rom, 20. Juli. In diplomatischen Kreisen herrscht das Gerücht, der Pa pst sei schon gegen 9 Uhr abends gestorben. Man erinnert daran, daß auch der Tod Pius IX. 20 Stunden lang geheim gehalten wurde. Rom, 20. Juli, 11 Uhr vorm. Der T 0 deskampf des Papstes steht bevor. Die Katastrophe kann jeden Augenblick eintreten. Rom, 20. Juli, 1/2IO Uhr vorm. Der schlafähnliche Zustand des Paktes dauert fort Man wird ihn durch Einspritzungen mit Coffein, Alkohol und Kampfer entgegen wirken. — Von 9 Uhr morgens wird gemeldet: Die Abnahme der Kräfte schreitet fort. Maz^oni traf soeben im Vatikan ein. Kardinal Oreglra wird den Vattkan nicht mehr verlassen. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. II.. 20. Juli 1903. 378o/o Reichsanleihe . . 102.35 30/0 do. ... 91.30 3V,% Konsols .... 102.15 30/g do......91.30 372% Hessen .... 101.25 3% 56 Oberhessen . . . 100.00 4% Oesterr. Goldrente . . 103.00 476% Oesterr. Silberrente 101.10 4% Ungar. Goldrente . . 101.80 4% Italien. Rente . . . 102.20 4%-6 Portugiesen . . . 49.35 8% Portugiesen.....31.00 1% C. Türken .... 3400 Türkenlose......130.40 4% Griech. Monopol .-Anl. 44.00 41/, % äussere Argentiner —.— 30/0 Mexikaner .... 27.10 4%% Chinesen .... 92.45 Electric. Schuckert ... 90.50 Nordd. Lloyd . . . . 99.80 Kreditaktien..... 208.60 Diskonto-Konnnandit. . , 187.60 Darmstädter Bank . . . 137.00 Dresdener Bank .... 147.50 Berliner Handelsges. . . 154.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.50 Lombarden ..... 18.10 Gotthardbahn ..... 192.00 Laurahütte......218.00 Bochum . ...... 177.00 Harpener......182.70 Tendenz: fest. Haarkrankheiten. schreibt am 22. Februar 02: -__Oberrneyers Herba-Seife hat mir in zwei Fällen von chronischem Ekzem (Hautausschlag sowie Haarausfall) des Kopfes und des Gesichts bei Kindern sehr gute Dienste geleistet, auch verschwand das lästige Jucken sofort bei der Kur. Z. h. in all. Apotheken, Drogerien und Pars. 1262 Nicht in Gsrvatds (Sarhn $um Markt sondern im neu renovierten Saale »es hm« weher, zum Pfau in der Neustadt 03468 Man heute an nur kurze Zeit: Grosser Emaillewaaren-Verkauf. Zu regem Einkauf ladet ein C. V^lland, Sächsischer Bazar. 5666 Giessen, den 18. Juli 1903. 5669 Grüningen, den 20. Juli 1903. WrauPinustnschlttz it 5660 besorgt 03442) Ordentliches Mädchen gesucht.Goethestraße 29. 03445) Schottischer Schäferhund zu verkaufen Große Mühlgasse 10. 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