Freitag, 20. März 1903 153. Fahrn. »rieftet lügllch mii Hirt nahmt M Somdagt. Fi .Htetze SOTimtHbianer*1 werden dem ».„einer v erma wöchentlich de,qelegt. Der ,$t|Ud)t tckodwt' — erlchemi monatlich einmal Giehener Anzeiger verantwoeMch Wr ber ifl||MWf tMi ß. Äiut»; hh den Irx^ymtetl. H» Be* Äotanontt'rud unb veriay der f*r8b1 *>*■ Unt»ctfudt*»cudtie< (TwtVt txhwi bw|A General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen. schon vor vier Wochen von dieser Bank auS miSgeführt habe, bafc | wir in Konstantinopel keinen ausschließlichen Einfluß anffreben, und Der Dreibund erleichtert die Aufrechterhaltung der wirihschaftlicken so und naä dein SSrc Nun bar ber Herr Abgeordnete eiberr von .Hertling tvesen irt. was ich vor einem ~nbr? oder schon länge irrt' weiter erinnert an bcft Sam al” bin* euerung rutschen Setrungen, drc eigen:!. Bier geiagt ist mir selb': i "7iT auf- •' '?• Pro- Si • erste t.tö dem hervorgegangen sind. Was nun Venezuela selbst angeht. vkoll zur Beilegung der Streitigkeiten die in bcm II? ge sie Ilten Forderungen als angenommen zu betr*.^ rokoll thcilt die deutschen Reklamationen in 3 5/.* Klasse betrifft die Reklamationen von Reichsangcl - schenbaß immer mebr »unebmen "3n der Dene-uel^ ^krion selbst scheint da? Bedenkliche in der Endlich hat Freiherr v. .Bertling auch den Orient jnt Sprache gebracht und zwar diesmal nickt den entkernten äußersten, sondern den uns näher liegenden Theil. Ich entsinne mich, daß ich licken politischen Konstellation beruhte, sondern auf bauernden Interessen der drei verbündeten Reiche. Denn ich die Natur des Dreibundes in zwei Dorten definiren soll, so würde ich sagen, daß er der inneren und äußeren Entwickelung der durch ihn verbündeten Reiche keine anderen Sckranken auferlegt, als diejenigen, welche durch die Rücksicht mtf die Aufrechterhaltung deS Status quo und somit des Friedens geboten find. Durch diesen seinen auf die Dauer berccknk'ten en europäischen Frieden so weit gewährleistet, wie dieS möglich ist. Herr v Hertling bat aber mick von der wohlbekannten Antwort gesprochen, welche der ftanzöfiscke Minister deS Aenßeren in der De- butirtenfammer auf eine Interpellation über die Erneuerung be« Dreibund« gegeben bat. Menn Herr Deleasse in dieser Antwort damals anerkannt hat. daß durck den Dreibimd Italien mckt ge« zwunacn werden könnte, sich an einem Angriff gegen Frankreich zu betbeiligen, so hat mein verehrter Kollege jedenfalls nur sage« wollen, daß der Dreibund eben defensiven Charakter trägt, ein FriedenSbündniß ist, von dem Niemand fick eine« ungerechten An- qriffg zu geh)artigen bat. Da« ist in Deutschland fett Langem bekannt; wir können uns aber nur darüber freuen, wenn auch bet unseren Nachbarn unb speziell in Frankreich die Ansicht burcfibringt von bcm friedlichen Charakter des Dreibundes, daß bet Dreibund nur dem mitteleuropäischen Status quo und dem Frieden dient unb nur ein Bollwerk ist gegen solche Tendenzen, die beide gefährden. guten Beziehungen zwischen den Reichen und giebt die Möglichkeit, fick auch über handelspolitische Absichten und Dünsche vertrauensvoll zu verständigen. Aber davon konnte keine Rede fein, daß die Erneuerung deS Dreibundes erlauft ist mit irgend welchen zoll- pofittschen Zugeständnissen lSebr gut! rechts.) Ich konstatire daS mit Genugthuung, ganz besonders gegenüber einer Aeutzerung, die em von mir sehr geschabtes Mitglied dieses hohen Hauses, der Herr Abg. Dr. Haste, vorgestern in einer Wähler Versammlung gethan bat. (Heiterkeit.) Heute Morgen habe ich in den ^Leipziger Neuesten Nackrickren" gelesen, daß er in einer Dählerverfammlung neben sehr vielen Hübschen Sacken (Heiterkeit) folgende Behauptung den amerikanischen Stationen befindlichen Kriegsschiffe hat geführt *4 *™>' «s^i-V^welcke l"-finderS vhantasievalle Mit- totben können. Wir Hnb-n °°n d-r F-rdrrnnn d-r Riick-riintknni n Ä m». der floftm. -bens° wir und Italien. °b ^knon selbst ichetnt bas Bedenkliche in btt italienischer Seite die deutschen Zölle auf Gemüfe u. s. w. preis- Anrunmg bcr norbam.-rtkannchen 'Regierung zu liegen. Unser An gegeben Ich konstatire also. daß davon gar nickt die Rebe ge- ,'ck-en Amerika gegenüber bat dadurch entschi-d-n gelitten Erschwert - - c. - - — tvirb die Situation durch das sonderbare Auftreten unseres Ver- i ich habe damals eingehend die Gründe dargelegt, auß denen es meines EracktenS falsch sein würbe, wenn wir in KonstantinopÄ einen solckcu Einfluß anfneben wollten. ES ist unb bleibt ein Fun- dapientalgrundsatz der deutschen Polittk. daß wir keine aktive I Orientpolitik treiben, unb baß wir in Orient» und Balkan fragen für Niemand die .Kastanien auS dem Feuer holen, lLebhafter Beifall.) Aber gerade weil wir in Konstantinopel keine besondere Vormachtstellung awtreben, gerade deshalb beruht unser Derhältniß zur Türkei auf solider Bm'iS. Die Grundlage ist daS Vertrauen der Pforte auf die Lovalität unserer volttik, ist ihre Bewunderung für daS deutsche Heer und die gute Meinung, welche sie mit Recht von bcr Recllttät ber beuHcben Industrie, wie ber beätschen Finanz hat. WaS nun Mazedonien angebt. so steht Deutschland jeder Maßnahme in Makedonien imb für Mazedonien svmvathisck gegenüber, welche auf eine thatsächliche Besserung der dorttaen Verhältnisse binzielt, ohne den europäischen Besitzstand der Türkei und bee Fricbcn zu gefährden. Der russisch-österreichische ReformvorschlaU ! scheint mir in sehr glücklicher Weise diese beiden Ziele zu kombintten. 1 In Makedonien würde meines EracktenS ein Fortwursteln ohne | ökonomische Reformen ebenso aefährlick sein, wie gewaltsame Ab- änderungSversuche. Ich halte die mazedonischen Zustände für ber* f besscrunosbedürftig, aber auch für verbesierungS'ähig. Deutschland begegnet sich in dem mitticktigen Beitteben, auf dem Boden der be- , stehenden polittschen Machtvollkommenheiten für Ruhe unb Suber* , Heit im Orient zu sorgen, durchaus mit jenen beiden Mächten Ruß» I land unb Oesterreich, die diese Frage dankenSwerther Weise in Me Hand genommen haben. Fch refümire mich also dahin, daß^ch gegenüber ber Sachlage festhalte an der bewährten deutschen Politik, daß wir an Orientfragen unb Balkanangelegenheiten fein direktes Fnrerelle haben, daß' aber unsere deutsche Mitwirkung niemals । fehlen soll, wo es sich um die Erhaltung deS allgemeinen Frieden» . handelt. (Beifall.) 3bg. Dr Hasse chandclt hat, das ist noch heute absolut zutreffend. Ich habe zwei Erlasse des Fürsten Bismarck vor mir, die ich über diese Punkte mit Erlaubnis; bcs Herrn Präsidenten verlesen möchte, weil sic auch historisch von Interesse sind. Der eine ist ein Er Beurthcilung der hatte der damalige kaiserliche Gcnc- abcr zahlreiche Ausnahmen zugelassen. Eine so absolute, radikale und doktrinäre Ablehnung, wie sic bei Abgeorbnetc Hasse f.rbert, wäre auch dem Fürsten Bismarck nicht congenial gewesen. Insbesondere hat der Fürst Bismarck in zwei Fällen — daß ich nicht auf alle Fälle cingchc, werden Sic verstehen — Ausnahmen gemacht. Es mären zwei Diplomaten, zwei ausgezeichnete Deutsche. Der Eine war der langjährige Botschafter in Petersburg, General v. Schweinitz, einer der ausgezeichnetsten Diplomaten, die Dcutsch- laud je besessen hat, unb der '21 obere war ber Botschafter in Mabrid, zu leisten. Gneist, der zwar im Üttingen auf einer ganz anderen Linie der Begabung ttcyt, als Bunscn, gehört doch auch zu den Rednern, unb fein Gewicht im Reichstage bciteht nicht in seinem politischen Hrtbcil, sonbcrn in seinen positiven Kcniirnisien unb feinen orarorv schcn Leistungen. Wir sehen gewiß mit Bedauern bic Lagt, in welche bas bcutsche Element in Ungarn gebracht wirb, aber wir können uns desselben dort ebenso wenig annchmcu, wie in den ruHUcben Lstseeprovitizen, in den letzteren nicht, weil wir durch unsere Befur wortnug bic Sache nur verschlimmern würden: in Ungarn nicht, 1 weil wir auf bic Stärkung unb dic Einhcitlichlcit des ungaruchcn Reiches einen so hohen politischen Werth legen, ^daß Misere Gemüthsbcdürfnisic dagegen zurücktretcn müssen, xic polittfche Tinge hat uns zu bet llebetjcugung geführt, baß im Gebiete ber Stefausktone die magiiarischcn uub die deutschen Interessen untrennbar sind. Tastelbe fann man von den slaoischcu und ungarischen nicht sagen. Im muß es deshalb mehr für eine voreilige ivie für eine frontvmännifdv 'Jluffaffung halten, wenn man in Ungarn meine, zu gleichmäßiger Behandlung aller nicht rnagyari- schcn Nationalitäten verpflichtet zu sein, und dic Tcunchen mit den Slaven unb Wallachen in dieselbe Kategorie stellt. Magvaren unb schuß überwiesen worden wäre konnte hätte im Einvernehmen mit einem Regicrungskommissar gegen unseren Vertreter in Washington gerichtet worden, unb zwar gegen Acnßerungen, die er zu fremden Journalisten gemacht haben soll. Ich habe bereits in der „Rordd. Allg. Ztg." erklärt, daß der Freiherr Speck von Stemburg die ihm in den Mund gelegten Aeußerungen nicht gethan hat, daß er insbesondere nicht gesagt hat, Anschauungen des Fürsten Bismarck seien anriquirt, unb ebenso wenig: er betrachte cs als seine Aufgabe, den Jnteresien anderer Länder ebenso zu dienen, wie den Interessen des eigenen Landes. Jetzt meldet er mir amtlich, er habe in Wirtlichkeit lediglich und ausschließlich mit Entschiedenheit betont, daß Deutschland bei seinem Vorgehen in der venezolanischen Angelegenheit nicht die Absicht habe, Landbesch zu erwerben. Die Venezuela-Angelegenheit, habe er weiter gesagt, sei für Deutschland eine Geschaftssache — ungefähr dasselbe also, was ich heute gesagt habe — die Einziehung einer Schuld. Deutschland gehe, wie in allen anderen Fragen ber internationalen Politik, fo auch in ber Venezuela-Angelegenheit offen unb ehrlich zu Werke. Sie ersehen daraus, daß der Freiherr von Stcrnburg von den Journalisten, die ihn interviewten, that- fächlich mißverstanden worden ist, und ich möchte bitten, gegen einen Vertreter Deutschlands auf einem fo wichtigen Posten, wie dem in Washington, nicht Angriffe zu richten, dic sich bei näherer Beleuchtung als nicht zutreffend erweisen. Es ist auch davon gesprochen worden, daß Frecherr von Sternburg mit einer Amerikanerin verhcirathct sei. Meine Herren, bic Gesuche unserer Diplomaten um Genehmigung zur Vermählung mit Ausländerinnen sind zu verschiedenen Zeiten verschieden behandelt worden. Das ist ziemlich natürlich. Ich glaube nicht, daß sich derartige Fälle über einen Leisten schlagen lassen. Ich glaube nicht, daß sich in dieser Beziehung eine f„r alle Zeiten und für alle Fälle giltige, prinzipielle Regelung aufstcllen läßt. Richtig ist, daß cs Zeiten gegeben hat, wo ber Grunbsatz, baß ber deutsche Diplomat, wenn überhaupt (Heiterkeit), so nur mir einer Inländerin verhcirathct sein dürfe, schärfer acccntuirt wurde, am schärfsten ist er während der Rcichs- kanzlcrschaft des Grafen v. Caprivi betont loorbcn. Ter Fürst Bismarck hat nur den Grundsatz aufgestellt, daß der Diplomat iich im sich der Aufgabe unterzogen, den Entwurf neu feftzujtcllcn. Das Ergebnis; haue bic Zustimmung ber Majorität des genannten Aus- schusjcs gefunden und würde schon in der allcrtiächsten Zeit Gegen stand ber Berat Yung im Plenum deS HauseS sein. ^Aus der Milte der an ber Frage in hohem Grade interch'men Sicbcnbürgischen Sachsen wären prokitirenbe Stimmen laut geworden, bic auch in Deutschlanb gehört seien und bei dem Berliner Schulvcrcin in Erklärung ihr akutes Echo gesunden hätten. Als er, cura Mitte Februar dem Kultusminister v. Tre- roic Gneist u. s w., auf deren Urthcil er viel halte, daran be theiligt hätten — Randbemerkung des Fürsten Bismarck. Pro- fefsorcn — das mildert eher den Eindruck'. (Große Heiterkeit.) — Im Laufe des Gespräches hätte Herr v. Thiclau wiederholt, was er politisch von ber Sache bäcfrte, bann aber auch nicht verhehlt, daß, wenn er o"ch den Publikationen bc5 Berliner Schulvcreins eine praktische t’ebetrtung nicht zuschriebc, er cs hoch nicht über- rafchcnd finden könnte, wenn in Deutschland unb namentlich in Kreisen, Iro man auf ba-5 Wirken bcun'chcr Geisteskräfte mit Recht stolz sein bürste, Schritte, bic in ihrer Konsequenz doch zum linier-- gange eines Fleckchens deutscher Kultur führen müßten, empfindlich berührten. Je milder man in Budapest bic Sache behandle, je weniger fei nach seiner Meinung ein nachhaltiger Eindruck in Deutschland zu besorgen Gelegentlich hätte er, ber kaiserliche Generalkonsul, bemerkt, ob es vom ungarischeii Standpunkt aus nicht Zweifeln be* gegnen würde, das deutsche Element Siebcnbürgeiis gegenüber bem Vordringen von Slawen und Rumänen itoch mehr zu sckiwächen, au - statt cs als dllliirtc ;u stärken. Dies Argument sei jcboch auf den Einwand gestoßen, baß alle Nationalitäten mit dem gleichen Maß gemessen werden müßten. - Randbemerkung des Fürsten Bismarck: ..Das ist nicht mehr Politik, sondern Krcisriristcrei.' — lieber brr Wirkung im Laufe der Jahre könnte ein Zweifel kaum bestehen und cS läge eine für jeden Deutschen tiefergreifenbe Tragik in ber Entwickelung des Schicksals des Siebenbürger Lachfenstammes, der feine Eigenart fo lange Zeit hindurch zu wahren gewußt hatte. Das Hohe Regierung und Parlament mit strenger Konsequenz an der Durchführung ber magyarischen Staatsidec auf dem Gebiete bei Schulwesens fcfthaücn werden würde, darüber dürfe man sich einer Täuschung nicht hingeben Dic verschiedensten, und darunter sonst sehr nüchtern uriheilende Politiker, seien in diesem Punkt einig und tonnte bic beinahe drohenbe Sprache des Berliner Vereins — Randbemerkung des Fürsten Bismarcks: „Der unb drohen!" — nur die Wirkung einer beschleunigten, vielleicht sogar verschärften Durchführung haben. Gezeichnet v. Thielau. Darauf richtete ber Reichskanzler Fürst Bismarck unter dem 2. März an den kaiserlichen Generalkonsul in Pest v Thielau folgenden Erlaß: „Euer Hochwohlgeboren gefälligen Bericht vom 22. vorigen Monats habe ich erhalten und bin mit bet Art einher - standen, wie Sie gegen den Minister v. Trcfort Ihre persönliche Ansicht über bic ungarische Schulfragc ausgesprochen haben. Ich ersuche Sie, wenn sich wieder eine Gelegenheit zur Besprechung dieses Gegenstandes mit Herrn v. Trcfort bietet sich nicht ausdrücklich auf einen erhaltenen Auftrag zu berufen, aber doch erkennen zu lassen, daß Sic über unsere Auffassungen informrrt sind, und mutz zu Einzelheiten das Nachstehende auSsprcchen: Dic ungarische Regierung darf dcn Kundgebungen des SchulvereinS feine politische Be Deutung beilegen unb das Gewicht desselben nicht überschätzen Ich kenne dic tietrcffeiibcn Veröffentlichungen heute nicht ün Teri unb auch meine Kollegen haben von der Schrift des Prof. Hcintze, bic vor einem Jahre im ungarischen Reichstage böses Blut gemacht hat, amtlich keine Kenntniß genommen. Die mancherlei ben Behörden zugegangcncn Zuschriften sind ohne Bescheid gelassen worden. — Randbemerkung des Fürsten Bismarck: Schon im Erlaß vorn 3. Februar 1882 an Prinz Rcuß: „Wie denn auch alle seit Jahren in Druckschriften unb Eingaben von Privatpersonen uns zugegangencn Klagen unbeantwortet geblieben sind." — In einem Verein kann ein Professor mehr reden, als zcbn Minister beranitoorten könne« (Heiterkeit), und auch die ungarische Regierung hat mit Abgeordneten zu thun, die sich nicht durch bas StaatSiiucresic biszipliniren lassen. Ter Namc von Bunsen würbe dem Herrn Minister keinen Eindruck gemacht haben, wenn er aus dem Parlamentsalmanach ersehen hätte, daß der genannte Abgeordnete als Schriftführer bei Hilfsvercins für Ostpreußen Mitglied deS Ausschusses der Viktoria- Stiftung, stellvertretender Vorsitzender der Kaiser Wilhelm-Stiftung, Vorstandsmitglied des Berliner .Hilfsoereinö für bic Armen, AuS- schutzinitglied der Afrikanischen Gesellschaft, Verwaltungsrath deS Berliner Asyloereins, erster Vicepräsibent deS deutschen Fischerei- Vereins, Vorsitzender bcs Ccntralvercins für Flußschifffahrt, sowie I ber Rabattsparanstalt bezeichnet wirb, wobei noch bic Ehrenmitglied- fchaft des Cobbcnklub:- unb bas Rcichstagsmanbat vergessen sind. I (Stürmische Heiterkeit.) Auch eine begabtere Persönlichkeit würde nicht im Stande sein, nach allen diesen Richtungen hin Vertretbar ei Außerdem müsse der Staat verlangen, daß, wer ' “ ber Staatssprache sich erthcilte nicht blos' den Confens, sondern speziell bei bet Ertheilung bcs Consenfes an den General von Schweinitz fügte er Bemerkungen ber Art hinzu: „bic Versagung eines Consenscs an den Grafen von Schweinitz zur Verheiratung mit einer Amerikanerin würde eine äußerst ungünstige Rückwirkung ausüben auf unsere mit Sorgfalt gepflegten Beziehungen mit ben Vereinigten Staaten von Nordamerika." Es seien dort brühen genügend Strömungen vorhanden, die uns feindlich gegenüberftünben und dic eine solche Vcr sagung entsprechend auszuimtzcn versuchen wurden. Ich glaube daher, denselben Grundsatz können wir auf unseren gegenwärtigen Vertreter in Washington antoenben. Dann hat der Abg. Oertel noch den Schatten Bismarcks herausbeschworen, unb dic bekannten Kürassierstiefel. Darauf mochte ich erwidern, daß Fürst Bismarck bic Kürassierstiesel nur anzog, wo es ihm nöthig unb nützlich erschien, daß er aber auch sehr vorsichtig fein konnte und sich sehr Wohl auf das Einlenken verstand. Das hat er in der Samoastreitigkeit und in der Karolinenfragc gezeigt. Speziell die Beziehungen zu Amerika sind vom Fürsten Bismarck auf da§ Sorgfältigste gepflegt worden. Daß aber heute, wo die überseeischen Interessen ein viel größeres Gewicht haben, als in den siebziger und achtziger Jahren, ein gutes Vcrhältniß zu Amerika mindestens ebenso wichtig ist, wie zur Zeit des Fürsten Bismarck, wird von keiner Seite bcsttitten werden. Ich kann nicht schließen, ohne daß ich meinem Bedauern Aus druck gebe über dic Art und Weise, wie sich der Abg. Hasse ausgesprochen hat über einen Staat, über ein Volk, bas uns seit vielen Jahren ein zuverlässiger Verbündeter ist. Ich habe schon früher dargelcgt, daß wir uns in die inneren Verhältnisse anderer Staaten cinzurnischen unb bieselben mit einer solchen Herbheit zu fritifiren, wie bics eben ber Abg. Hasse gethan hat, Weber ein Recht noch ein Interesse haben. (Beifall.) Wir haben nicht das Recht dazu, weil wir cs uns auch nicht gefallen lassen, sondern uns auf das Ernsthafteste verbitten würden, wenn Andere in unsere inneren Verhältnisse sich eimnischen würden. (Beifalls Wir haben aber auch lein Interesse daran, weil wir dadurch Gefahr laufen, die Unterstützung von Persönlichkeiten unb Kreisen in jenen Ländern zu verlieren, auf die bisher die deutsche Politik rechnen kann, ohne daß dic Lage unserer Staminesgenossen dadurch irgendwie verbessert würde. Für unsere Rcichsangchörigen müssen unb werden wir cintrctcn, wann und wo ihnen Unrecht gefrischt; das haben wir eben in Venezuela gezeigt. Aber für unsere Volksgenossen, die von uns völkerrechilich getrennt find, können wir nicht diplomalisri) intcrveniren. Tas ist ein alter Grundsatz der deutschen Politit', dcn Fürst Bismarck aufgestellt hat und von dem keiner feiner Nachfolger ab weichen wird. Meine Herren, gerade weil wir wünsthcn müssen, daß das ungarische magyarische Volk innerhalb des Rahmens der österrcichisch-ungari- schcn Monarchie eine möglichst gewichtige Stellung in der Welt einnimmt, deshalb wünschen wir, daß cs sich nicht absvcrrt gegen Deun'chc sind in Ungarn auf einander angewiesen, keine von beiden NatiAialitäicn aber auf bic Slaven. An letzteren wird Ungarn bei fetner balbinfclariig von ben Slavenmast'cn umringten Lage knien lieberen Anhalt gegen panslavisrische llcbcrfluihung finden. Vielleicht werden Eure Excellcnz, inbem Sie vergessen, datz H«rr v. Trcfort den Grundsatz ber gleichmäßigen Behandlung pcofla« mirt hat, und inbem Sic diesen Grundsatz auf Rechnung Anderer setzen, an Denen cs ja nicht fehlen wird, Gelegcnheil finden, den Herrn Minister davon zu unterhalten, daß wir auch unsere Noth mit ben Doktrinären haben, welche den vielgestaltigen lebendigen Organismus des Staates in mechanische Regeln Zwängen^ wollen und daß wir solche Verkennung bcS polinschen BedurfnipcS und solche Verleugnung polinsckien Sinnes als Sitcirnducrei zu bezeichnen pflegen. Zum Schluß wollen Ew. Excellcnz Dem Herrn Kultusminister bic Versicherung wiederholen, daß wir un5 nach wie vor jeder Kr.»5k ber Maßnahmen ber ungarischen Regierung, auch wenn bicfelvcn der öffentlichen Meinung bei uns mchr gefielen, enthalten wurden, wie wir Uns auch durch mißfällige Urthcile, welche dort über uns laut würden, in ber objektiven BeurtHeilung Ein auS bicfern gebildetes Sub- m dem Wahnsinn liegt Methode. 2lbg. Dr. Ccrtcl (konf.): Der Reichskanzler Hai den Dreibund doch wohl zu optimistisch aufgefaßt, ich will nur Hessen, baß feine optimistischen Hoffnungen in Erfüllung gehen. Es kommt vor Allem barauf an, baß der Dreibund unverändert geblieben ist, und | daß wir ihn durch keine zollpolitischen Zugeständnisse erkauft haben. | Denn die Befürchtung, daß cs dori) solche Zugeständnisse gegeben j hat, wird von weiten Streifen des Volkes gethcilt. Denken Sic nur daran, wie bic Regierung beim Zolltarif die Interessen ber beukschcn Gärtnerei prcisgegcben hat. Bei den Handelsverträgen werden wir dafür sorgen müssen, baß dieser wichtige Zweig ber deutschen Volkswirthschaft nicht vernachlässigt wirb. Qcsterrciri) unb Italien haben ein größeres Interesse an dem Dreibund, als wir. Dasselbe gilt von den Handelsverträgen. Jri) hoffe, baß der Reichskanzler bei dcn Handelsverträgen dicS nicht vergessen wird. In der Orientfragc stimme ich dem Kanzler unumwunden zu; ich hoffe, wir werden auch spater keine Rolle im Balkan spielen wollen. Jri; hoffe aber auch, daß wir nicht durch fragwürdige Verkchrsunter- nehmungcn in Zukunft baS Mißtrauen Rußlands erwecken. Aus Venezuela find wir leidliri; weg gekommen, unnöthig war das Vorgehen gegen Venezuela nicht, denn es handcltc sich dori; um mehr, als um die Forderungen der Disconw-Gcsellschaft. Ob wir für bic Zukunft Vortheile haben werden, erscheint mir jedoch sehr zweifelhaft. Kenner der Verhältnisse haben mich versichert, daß der deutsche Handel sehr leiden werde, weil Deutschland sich mit der Disconto- Gcsellschaft identifizirt hat. Ich bitte ben Reichskanzler, dafür zu sorgen, daß diese Befürchtung nicht eintritt. Das Zusammengehen mit England billige ich; in Bezug auf Energie des Vorgehens kann Deutschlmid noch viel von ben Vettern jenseits bes Kanals lernen. Wenn man sich der Angriffe deS englischen Parlaments gegen Deittschland erinnert, mutz man aber bock; sagen, baß es bort mehr Achivi delirantes giebt, als im Reichstag. Wir müssen deshalb die Leute an uns herankommen lasten, und ihnen nicht mit zu viel Liebenswürdigkeit entgegenkommen. Dies gilt besonders aud) von Amerika. Von dem Gesmidkcn Speck von Stcrnburg habe ich mir diel versprochen, schon weil er Sachse ist. (Heiterkeit.)^ Nun soll der Herr aber gesagt haben, er fühle sich verpflichtet, mich bic Jnteresien Amerikas zu vertreten. Tas Ivar für einen Diplomaten ein sehr thörichtcr Satz. Er hat nur die Jnteresien feines Landes zu wahren, darum schicken wir ihn hinüber. Auch darf ein Diplomat nicht so viel reden, wenn auch das Reden heute bei uns beliebt ist. Besonders gefährlich ist es, in einem solchen Milieu zu reden, wie Frhr. v. Speck; denn dic siebente Großmacht, die er um sich versammelt, das find gewiß ganz famose Herren, aber sie haben die Fähigkeit, nicht nur zwischen ben Zeilen zu lesen, sondern auch, wenn ul) so sagen darf, zwischen den Zahnen zu hören. Die beste Lösung wäre, wenn erklärt würde, bic Rebe bcs Herrn von Stemburg ist mißversianben. (Heiterkeit.) Die alten Grunbsätze ber Diplomatie müssen befolgt werben, sie bürfen mcht aniiquiren. Schon äußerlich zeigt fiel) ja ein Unterschieb zwischen i der mobernen unb ber alten Diplomatie; ich erinnere an bic Küras- fttrfticfcl unb an bic Husarenstiefcl. (Heiterkeit.) Bestehen bleiben mutz aber der alte Grunbsatz, baß politische Frcundschafien unter leinen Umslänbcn erkauft werben bürfen burch wirthschaftliche Zu QcftänbmHc. (Beifall rechts.) Reichskanzler Graf v. Bülow: Meine Herren, wenn ich bei ber Verkeilung ber Censuren burch ben Abg. Oertel noch leidlich gut weggekommen bin, fo hat dagegen der Abg. Hasie gegen mich und bic von mir geleitete auswärtige Politik eine Reihe scharfer Vorwürfe erhoben. Ter Abg. Hasie ist zunächst der Ansicht, baß wir von Venezuela mehr hätten erreichen können, baß wir in bieser Beziehung mehr hätten hcrausschlagen sollen. Dem Abg. Haye, genügt nidjt bic materielle Genugthuung, welche uns Venezuela zu leisten sich bereits erklärt hat. Er verlangt von Venezuela auch nod) eine ticfonbcrc Sühne. Ich möchte wissen, welche Sühne eigentlich dem Abg. Hasie noch vorschwebt? Wünscht er, baß ich dem General de Lastto das Verlangen unterbreite, erroa nun auch einen Sühne-1 prinzcn zu schicken? (Hetterkeit.) Ich gestehe, daß ich an dem chinesischen Sühneprinzcn genug gehabt habe. (Stürmische Heiter- | leit.) Im Uebrigen bin ich der Ansicht, baß cs barauf ankoinmi, daß Venezuela un5 gegenüber feine materiellen Verpflichtungen erfüllt. Wenn ber Abg. Hasie soviel an bem auszujetzen hatte, was wir von Venezuela erlangt haben, so vergißt er toicbcr einmal, baß man in ber Politik mit ben gegebenen Verhältnissen rechnen muß, er vergißt, baß dic Vcrhältnisie in Wirklichkeit oft anders liegen, wie sic vor der Kritik und namentlich vor der retrospctlivcu Kritik crfriictncn. Man hat an die Verhandlungen im englischen Par lament erinnert. Dort hat ein hervorragender englischer Staatsmann, Lord Roseberry, geäußert: Bei dem Ausgange ber Vcnezucla- Angelcgenheit hätte Cnglanb 5500 Pfunb Sterling bekommen, Dcutschlanb aber 68 000 Pfund, also ungefähr zwölfmal soviel. Diese Summe repräsentire das Vcrhältniß des Vortheils, weldien England bei einem Zusammengehen mit Teutsriiland, unb zwar in ber letzten Zeit immer gehabt habe; Lorb Roseberry fügte hinzu, genau so läge cS bei allen Abmachungen, welche England in ben letzten Jahren mit Dcutschlanb gehabt hätte. Id) glaube, baß biefe Abwägung von Lorb Roseberry anthmetisri) unb poutisdi unzutref fenb ist. (Sehr richtig!) Ich glaube, daß sowohl bei ber Venezuela Aktion, als bet allen ben Aktionen, wo wir in letzter Zeit mit Eng lanb zusarnntcngcgangen sind, Sicht unb Schatten gleichmäßig ber theilt gewesen ist. Sie können aber daraus cvjehen, wie bas Wort, baß Niemanb Prophet ist im eigenen Vaterlanbc, ganz besonders für bic Minister gilt. Hüben unb brüben sdiießt bie Kritik über bas Ziel hinaus und vorbei. Dir haben nach meiner Ucberzeugung von Venezuela im Großen unb Ganzen basjenige, iva§ nach Sage ber Dinge zu sri;affen war, erreicht, was wir vov Anfang an angesrrevt unb verlangt haben. Mehr zu verlangen unb burchsetzen zu wollen, wäre nadi meiner Kenntniß ber Verhältnisse, meiner Kciintniß ber Verhältnisse in Venezuela, wie nach meiner BcurtheUung ber internationalen Berhältnisie, ein Fehler gewesen. Der Avg. Freiherr von Hertling hat vorhin in s. inen Ausführungen mit fRcdir barauf hingewiescn. baß selbst in Teutschlanb unser Vorgcl)cn gegen Vene zuela verschieden bcurthcilt worden sei, und ebenso von ben ?cut zum Lchrantte zugelasien werben soll, mächtig erzeige Herr von Trcfort wäre über dic Erklärung, welche inzwischen von .Herrn von Bunsen und Genosien abgegeben wäre, namentlich deshalb betroffen, weil sich auch hervorragende Gclchrre ihrer Rattonalität hcrbeirufcn mußten. Tie ungarisaic Regierung würde ein Mißverstehen ikncr Absiristen scbr beklagen Hieraus hätte er, ber Generalkonsul, dem Herrn Minister erwidcik, daß er zu diploma. sichen Verhandlungen nicht berufen, jedoch bereit sein würde, cersoulich und bcrtraulidi, wenn es gewünscht wurde, ihm feine Mitwirmng zu tcihen. AuS ber früheren Haltung ber, kaiserlichen Regierung Dürfte Sc. Erecllenz wohl entnehmen, baß .k, baß ungarische Nntcrthanen eine« Ton an» ob sie bic Hilfe des bcurfdicn Rciclic" zum Schutze bet Beziehungen zwiscken 2rr (3 -ann fiugel für seine Frau fernen Schritt getban bat. n Vrenb utsch- land nur zur Ehre gereicht. Wenn diese- fiulrurwcrk auch noch temen Ertrag abwirft, so sollte man c3 um so mehr bcrmeiDen, Die SebneidigkeitSdrang deS ----- - - - - - ._ - s. Stelle gern gesehen wird Jeder fiommanbeur will gern einen ErDtn nour le meritc bekommen. Meine Freunde wollen den Frted-n nut I aller Delt. wir wollen unsere allgemeinen HandelSbeziehunacn < bessern? wir sind also D ltvolitiker lange vor dem Rctch-kan^ler I gewestn Tie Deltpolirik de- Graftn Bülow har unS aber nur Schad.-n gebracht. Durch Prinzenreiftn, Hofzeremomen und Auf- dringlichfeiten kann man keine Deltvolittk machen. In den bereinigten Staaten lackt man über unS. bat aber keinen R',vckt brr un5 Dan muß ebenso sehr liebenswürdige Aittdringlick! t gegen einen mächtigen Staat, al- Sdmeibiplcit gegen einen schwachen vermeiden Mit Recht hat die Dudgetkommistion die hohen Tepeschen' kosten bemängelt, die von den deutschen Stenerzablem ge-ahlt wer den müssen. Möge der Staatssekretär hier fürAbhilfe sorgen, auch einer sehr hohen Stelle gegenüber, bei der wohl tue 1&auDf*uIb liegt Ferner muß ich mich beklagen über da- Ueberbanbnebmen be-5 russischen Polizei- und SpitzelthumS. Die Ucbergriffc der russischen Polizei nehmen einen erschrckkenden Umfang an. Redner fuhrt eine An-abl von Fällen an, u. A. die Verlafrung der Frau Äugel, die auch im Vorjahr schon besprochen wurde. Tie 'traii wurde nach Ruk-land geschleppt, ohne zu ahnen weShakb. ein ahnl'cheS schist''! pasfirte einer Frau Buchbolz, «egen solche Nebergriffe der russischen Polizei, gegen solche barbarischen Zustände muß die Regierung doch deutsche Unterthemen schützen. All da- wäre aber nicht inogli... wenn nickt die russische Regierung bei unS überall Polize,dcvar.e- mcntS hätte (Sörtl hört!), und Spitzel be,oldetc Eö nt an-rhort. daß unsere Regierung so etwas unterstützt, am schlimmsten aber ist c-5 daß unsere Universitäten sich herabgetourb-gt Haben zu Liebedienern der russischen Polizei. Redner bespricht hierauf ausführlich die Ausweisungen russischer Studenten auS Berlin. Tarmstadt usw.. die nur ausgewiesen seien, weil sie Die ruiülcve Polizei für verdächtig erklärt hätte. Die 'chlimmsicn Zeiten der ^emaciogenriecherei scheinen wieder aufzutauchen. Allerdings waren damals die Proscsioren gegen die Polizei, heute unter,tutzen sie dieselbe. Ich frage deshalb den Reichskanzler, ob all d,e,e eamen zurück,uführcn sind auf Abmachungen der deutschen und nm'1 men Regierung. In Mhslowitz hat man sogar einzelne Leute, darunter auch einen Studenten fialazew. direkt der russischen Polizei auS geliefert, obgleich für die Auslieferung nicht der leiseste ge,ctzlichc Grund vorhanden war. Tie »Nordd. Mg. Ztg." bat venucht. den Fall damit zu entschuldigen, daß der Student ein Anarchist war. aber das war durchaus nicht der Fall. Aben selbst wenn e3 sich um Anarchisten gehandelt hätte, so waren doch internationale Abmachungen gegen die Anarchisten, ohne den Reichstag zu Tragen, eine flagrante Verletzung der Rechte des Reichstags Esten Alles tbun. um unser deutsche- Reich wieder zur Ehre und Wurde zurückzuführen. (Beifall bei den Soz.) Staatssekretär Frhr von Richthofen: Ausweisungen 'allen ni . bas Refion der Einzelstaaten, wenn daher darüber Beschwerden ; vorzubringen sind, gehören sie in das preußische Abgeordnetenhaus. In dem einen Fall handelt es sich um einen Rusten, m dem andern . um einen Schweizer. Hier wären nur die Vertreter t>er betreffen- dcn Staaten zuständig. Mir ist aber weder vom rumschen. noch vom österreichischen Boft'chafter irgend eine Schädigung Bon Staatsangehörigen gemeldet worden. (Gelächter bei den Soz.s -ann also über diese Fälle keine Auskunft geben. Degen de^ ^alle^ de^ Studenten fialazew habe ich mich an den Minister de^ Innern gewandt, um den Sachverhalt Narzustellen. Ter Studeitt wurde auf der Grenze als mittelloser Einwanderer festgehalten. Bei Der Durchsuchung fand man bei ihm 104 Schriften mindestens verback tigen Inhalts. (Sachen bei den Soz.s Er erklärte, daß er im russischen Verein zu Eharlottenburg Vorträge halten wollte. i_xt Polizeibehörden sind ja leicht geneigt, Verdacht zu sckovfcn. Lae sahen sich den Inhalt der Schriften an, und es fanden nck bann folgende Stellen: „Im Mur crtränlen mir die angestammten Throne . . . Schreckliche Rache den heutigen Henkern! (Zurufe bei den Soz.f Jedenfalls hielten die preußischen Behörden den Fall für vollständig ausreichend, um fialajew ans dem preutzttcken Gebiet auszuweisen, wozu ihnen ja VaS Recht zustand. M&0- Bebel: Auslieferung!j Eine Auslieferung hat nickt stattge funben. (Abg. Bebel : Doch!) Der Anttag auf Auslieferung war ja von der russischen Regierung gar nickt gestellt. Eine weitere AuSftmft zu geben, bin ich nicht in der Lage. Im uebrigen hat ja auch die Reichsregierung ein allgemeines Jntereste an dem Treiben der Aliarckisten, und sie steht in dieser Beziehung natur- gemäß mir der russischen und anderen Regierungen in SBerbmiunfi. Tie russische Regierung bat den Wunsch ausgewrochein dast es 'hr ermöglicht würde, über das Treiben und Thun der nmnckcn Anar- chiktcn Auskunft zu erhalten. Wir haben ihr das sehr gern gestattet (hört! hon! links); wir stehen dock bamit nicht vereinzelt ba, in Paris befindet sich ein vollständiges Büreau zur Heber» Botschafter war aus sicherer Quelle gar = ^16-iU Lrlvr ><*, r.mf MI«« r lh, fminr rt'd'i misten, ob nicht einmal die Zeit komme I bas beutil SRri». bitün»: bon d-b naHmiat.Wrden •R/trtri mni oder aus einem anderen Grunde. Nickt bloß in Si X Kni »if»en yLrmif hat der Reichskanzler an den Bottckafter von särutl^Sien folqenben Crtni. «eri»tei: IhiS bem abfdtnfi. M^etolefienen beruhe be. 1a.ferbd.en Bell»-,irr- in «etJtoura w°2en Cure Urteilen! naher entnehmen, m melrtler ®nfe Andrasiv sich dort ausgesprochen haben ,oll. Eure Krcellenz werden gleich mir nicht ohne Ueberrafckung von diesen Leuperungen fiennnuß nehmen, deren eigentliche Veranla,ung ick mir Smit Sicherheit klar macken kann. Im Allgemeinen habe ick bi« jetzt angenommen und balte Mich nock dw Ue^rz^gung fest bah die von den Deutschland feindlichen Parteien in Ceftt. reick ^ewehnbettSmäßm kolportwen Besorgnisie umern Absich^ 1L h,; hem Grafen Andrastv entweder nie vorhanden geweicn Lr und vollständig beseittgt feiern Daß d°S den.che Reich und die Bevölkerungen der Länder, welcke durch Rat'onalitm und geschichtliche Erinnenmgen verbunden sind, auch nach Auflösung früheren Deutschen Bundes fortsahren. sich m ^wollender »qc;fe für einander zu mtercsiiren, ist uattrlich. — w glauben aber unsererseits diese Beziehungen seit 1866 nicht ander» als zur'Besestigung unserer Freundick«ft mit Cefterreicb llnparr imb 5” Lrderung des inneren Friedens und der guten nachbarlichen 8eziebungen be» befreundeten Nackbarre^ckeS . A Auck wird man sich in Dien und Pest '^^"l'ck der Ansic^ ver^ iAfirhen dast die Macht und die Einheit deS beut)»cn Reickeu. diirck^diese Verschmelzung mit den thatsäcklich seit 406 fahren KfletSÄ^n Erblonden eher verlieren als «totfmen würde Ungerecht Ware es ferner, wenn solche «cufci nmaen gegen un:- nur aus einem gewissen Mißbehagen über Se % Oesterreich Ungarn vorhandenen, mit dessen VerfasiungS- mid Nationalttätsftagen eng zusammenhangend.n ^wier'bkettcn oder au» der Neigung hciDorgegangen toaren, für dw eigenen t-orgen Andere verantwortlich zu machen 66 ist natürlich, daß Graf Andrasiv zunächst als Ungar empfindet und urtheilt. So maa es denn vielleicht vergessen sein, wie wft fast geflisientlich jede Gelegenheit ergrifsen haben, untere -nmvatbie für den berechtigten Einfluß der ungarisch^ Hallte der Monarchie an den Tag zu legen. Sind aber dennoch, imd nlbst bei dem ®taai5mann, welchem Kaiser 'tranz Joseph d,c o.erste Leitung übertragen hat. Zweifel über unsere Politik entstanden, so kann ick dieselben bei einem Ungarn hörfritenS auf die Frage ber Siebenbürgen Sachsen zurückführen. Der Verlust der her gebrachten Selbständigkeit der Täcksen m siebenbtwgen hat in Werteren Kreisen Aufsehen erregt Wir W * niemals auck mir durck die leiseste Regung dem 5er backt Nahrung gegeben, als wollten wir irgendwo über frembe Unterthancn deutscher Abstammung irgend emc Art von Intervention oder ^ckutzi-eckt beaniprudicn wackung der Anarchisten mit einem Beamten an der =toe?b!,*n (Sh "u<6 b«» -Prrgekn unfnrr «mne. b,font*r» bei bm' bn So» „.m.jnfam, ?nterrffc ba, ’%onlbtr" flnlae. k-utf-bimbi flni.btn isi Mbur» ktaW Srgimin.-.-o g-oc-.b-r brr flnarrt-nrrn baten rnadw bafnotbbl Ä Tian tann die «enfe nut erfMten »nr» einen s'rriöen , »- """ --- flommarbcur». der bekanntlich an hoher die Fall? stu-fl i—d ^nck'oli .. la^rcS weo-n politischer Veroeden in Rußland in Untenudning# haft genem-cn - s Rußland auSgewiesen. Ihre Abschiebung erfc! - tm '? • - - • d »rar würd' gegen sie vorgegangen, weil sie vor Ze'." n er'., t barte, daß sie Erreugnisie der nihilistischen Vreue adem r Ma-h na- Rußland gebracht hatte. Denn ein Beamter der Botschaft stck bief-r -tau angenommen und ihr den Rath ert'-ih har. f:e soll? die DaHrbeit sagen, um schneller frei zu kommen, so as.wbe id Kescher Landtag. R. B. Darmstadt, 19. März. Am Ministertisch. Staatsnünister Rothe, die Ministerialräte Dr. Best, Weder, Braun. Präsident »aa? eröffnet btc Sitzung um 10i* Uhr. Aus Vorschlag des Präsidenten beschließt das Haus, ine iü3 erster Gegenstand auf der Tagesordnung stehende Regierungsvorlage, den Entwurf eines Gesetzes, betr. btc Ausführung des Reichsgesetzes über die Sch la chlore h- nnd Fleischbeschau von der Tagesordnung abzu- setzen, da der Bericht des Ausschusses zu spät ui die ^ändc der Mitglieder gelangt ist. Die Regierungsvorlage, das Minrsterhotel bett., in welcher ein Betrag von 3600 Mark für die Ausstattung der neuen Bureauräume des erweiterten Ministerhotelv verlangt wird, nimmt das HauS ohne Debatte an Tie Regierungsvorlage, betr. die Position B b b der Besoldungsordnung „Räte bei d c n P r o v i n zi aT- 1- rektion en", nach welcher die bisher geringeren Gehalte der Räte bei den Provinzialdircktionen mit den Gehalten der in Betracht kommenden Äreisbeamten (Rr. 10) gleichgestellt werden sollen (Berichterstatter Dr. Gutfleischi, wird ebenfalls ohne Debatte angenommen. Auf Antrag des Berichterstatters Dr. F r c.n a y werden sodann die Vorstellungen des Oberbürgermeisters Mecum und der Haiidelslamuiern Friedberg und Büdingen vorläufig zurück gestellt. Die Vorstellung des Oberlehrers Baumann zu Worms um anderweitige Regelung seines Pensivnsgehalts wird nach kurzer Rlotioierung des Standpunktes des Ausschusses durch den Referenten, 2lbg. Schlenger^ auf dessen Antrag für erledigt erklärt. Qhne Debatte nimmt das Haus darauf die Regierungsvorlage über die Entmündigung wegen Verschwendung oder wegen Trunksucht an, ebenso den Gesetzentwurf über die Vormerkung „streitig" in den Grundbüchern der Provinz Rheinhessen. Der Ausschuß kann, wie der Referent, Abg. Dr. David, in seinen, gedruckten Bericht aussuhrt, die dem Gesetzentwurf zu virunbe liegende 'e^dsicht nur billigen Es handelt fia) darum, tue Aichtherubernahme der Vormerkung „streitig" bei Anlegung der neuen Grund- büaier der Provinz Rheinhessen überall da zu ermog- lia-en und zu erleichtern, wo bie. Vormerkung tatsächlich längst gegen,landslos geworden ist Bei Beraiung des Antrags Molthan und Gen., die strafrechtliche Verfolgung von Veranstaltungen betrügerischer Ausverkäufe entspinnt itüi eine kurze Debatte Abg. Molthan weist in der Begründung des An- ttags darauf hin, daß die Zahl der Schwindelausverkaufc stetig zunchme, und damit dem reellen Handel fortgesetzt eine ganz empfindliche Schädigung zugefügt werde. Tic Regierung möge angesichts dieser Zustande die Beamten der Staatsanwaltschaft und der Polizeibehörde anweisen, die trügerischen Ausverkäufe im öffentlichen Interesse von Amtswegen zu verfolgen. Der Mißbrauch im Ausverkaufs- wesen habe sich seit den. Erlaß des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb nicht verringert, sondern eher noch vermehrt, wozu auch nicht unwesentlich die Entscheidung des Reichsgerichts beitrug, nach »velcher der Nachschub von Waren bis zu einem gewissen Teil als zulässig erachtet worden ist. £ ~ , Das Justizministerium hat dem ziveiten Ausfchutz, der sich mit der Prüfung dieses Anttages eingehend befaßte, den Bescheid zugehen lassen, daß bereits im März v. v>- die Großh. Staatsanwaltjchafien, Kceisämter und Polizeibehörden ganz im Sinne der Antragsteller mit ausführlicher Weisung versehen worden sind. In der heutigen Debatte sagt „ Justizminister Dr. Dittmar zu, baß die Regierung auch die heute vorgebrachten Aeußerungen in Erwägung ziehen werde. Weiter teilt der Zusttzministcr ein Rund schreiben des Generalstaatsanwalts mit, durch welches der Begriff des Nachschubes erläutert und die Mitwirlung des Gerichtsvollziehers bei Ausverkäufen, sowie die Anzeige- pflicht bei nicht reell veranstalteten Ausverkäufen naher bestimmt wird. „ . , , c „ Abg. Langenbach (fr.) äußert 'verschiedene Bedenken. c , Abg Molthan spricht dem Justizminister feinen Dank aus und versichert, bie kaufmännischen Verbände würden gewiß gern bereit sein, gesetzliche Maßnahmen zur Verhütung dieser Auswüchse im Geschäftsleben zu unterstützen. _ Der Antrag wird darauf angenommen. Ter Anttag der Abgg. o. Brentano und Gen., betr. die Entschädigung unschuldig Verhafteter wird darauf vom Abg. Molthan kurz begründet. Justizminister Dr. Dittmar wei,t auf feine frühere Erklärung hin. daß die Regierung die Sache beim Bundesrat anhängig gemaüit habe und ab war len müsse, wie sich der Ausschus; des Bunuesrats zu der Frage edier reichs- gesetzliaien Regelung dieser Materie jtcUcn werde. Im übrigen bewerte er zur Beruhigung der zerren Antragsteller, daß die Großh. Regierung auch jetzt schon in allen Fällen, in denen cdic Entschä. ' )*•' t-0t erscheine, eine genaue Prüfung eintreten lasse. Ein ma rieller Schade entstehe also dadurch, daß man die defr tive Regelung der Sache ruhig abwarte, für niemand. Das Haus genehmigt daraus den Ausschußanttag, Großh. Regierung zu ersuchen, baldmöglichst eine Gesetzesvorlage zu machen, welche eine feste Entschädigung von zu Unrecht verhafteten Personen vorsieht. Abg. Seelinger (nL) berichtet darauf über rote Vorstellung des Bahnwärters Bensheimer in Darm,tadt, betr. die Erhöhung feiner Pension. Das Haus beschließ, die Regierung zu ersuchen, dem Petenten eine jährliche Unterstützung aus Staatsmitteln zu gewähren. lieber bie Vorstellung des Oberbürgermeisters Meeuw von Gießen in Betreff der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und bie biesbezüglickie Vorst llung der Handelskammer zu Friedberg und Büdingen referiert nun Abg. Dr. F"nay. Seit Jahren habe sich gegen die Bestimmung des 8-2, deS Polizeistrafgesetzbuchs in der Bevölkerung Widerspruch erhoben, und eine große Agitation geltend gemacht, und fetzt, nachdem die vielfachen Wünsche auch von feiten der 3utei> effenten laut geworden, daß die Schaufenster an Sonn- und Feiertagen offen gehalten werden möchten, hoffe er, daß sich auch die Großh. Regierung dieser Anregung nicht langer verschließen werde. Tie Meinung, daß die Regierung der Sache nicht abgeneigt fei, und daß sie nur deshalb ,etzt nicht besonders vorgehen wolle, weil sie die Ablicht hege, eine durchgreifende Reviswn der Verwaltungsgcsetze vorzunehmen und dabei auch diese Materie neu zu regeln, könne er nicht teilen. Man solle besser nicht bis dahm warten, fvndern gleich jetzt zugreisen und eine Vorlage machen; man habe ja astck' früher schon Gesetze gemacht, um einzelne Bestimm- unaen abzuändern. Wie die beiden Handelskammern, so habe auch die Bürgermeisterei Mainz in einer noch nicht gedruckt vorliegenden Eingabe an die Oandstände sich für die Aush.bung des S 227, Absatz I, ausgesprochen. Für die Heineren Staate möge fa das Bedürfnis nach Ofsenhaltung der Auslagen nicht fo groß sein, wie für die größeren Stäbtc, namentlich auch im Hinblick auf Frankfurt, Wies- haben V, wo bas Of«Inhalten längst gestattet fei. Ter Ausguß beantrage beshalb, daß die Regierung schnell eingreifen und eine Vorlage bringen möge, durch welche der Absatz I des 8 227 aufgehoben werde. Staatsmiiiisier Rothe erklärt, die Regierung werde die Anregung in wohlwollende «.rwägung ziehen. Eine Abänderung im Sinne der Vorstellung sei am besten bet der bevorstehenden Remsivn des ^ol^z-istrasgesetzbuchs zu bewerkstelligen. Abg. Sang bespricht die diesbezügliche Eingabe des Darmstadter Detaillistenvereins: im Falle einer G.nchmig- ung des Offenhaltens der Sd-aufenster müsse doch dafür gesorgt werden, daß die Sonntagsruhe keine Störung erleide. Abg. Mvlthan bemerkt, es sei wirklich sehr an der Zeit, daß die Regierung den fortgesetzten Wünschen des Kaufmannsstandes in dieser Hinsicht Rechnung trage. Jetzt würden alle die Städte, die nahe der preußischen Grenze lägen, wie Mainz, Tnrmstadt, (vreßen, durch die Bestimmung des § 227 schwer geschädigt. Er sei auch dagegen, daß man, wie es die Darmstädter Detaillisten wünschen, die Auslagen zu beleuchten verbieten solle. Abg. Ulrich meint, die Offenbacher Geschäftsleute hätten gar kein Interesse an einer Lsfenhaltung ihrer Schaufenster an Sonn- und Feiertagen. Sie hätten erklärt, wenn wir eine derarttge Wanderung zulassen, so durchbrechen wir damit die Prinzipien der Sonntagsruhe. Man dürfe deshalb nicht so kurzer Hand die Beseitigung des 8 227 verlangen, sondern zum mindesten darauf bedacht sein, bestimmte Kautelen zu schaffen, damit nicht den betreffenden Laden- bediensteten durch das Oefsnen und Schließen der Fensterläden der ganze Sonntag verdorben toctix*. Wg. Reinhart tritt mit warmen Worten für die Anregung der Gießener Vorstellung ein. In Preußen habe man in vielen Teilen das-Offenhalten der Schaufenster gestattet, und was in dieser Hinsicht in Preußen möglich sei, müsse man doch auch in Hessen fertig bringen können. Auch die Wormser Geschäftsleute und die Worm?erHandelskammer unterstützten das Gesuch. Weshalb man in Darmstadt gegen die Beleuchtung der Schaufenster fei, verstehe er nicht: ohne Beleuchtung habe doch das Ossenhalten kaum einen Zweck, namenrlich um die Weihnachtszeit nicht, wo es schon fo früh dunkel sei. Er bitte die Regierung, die Sache nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern recht bald im Sinne des Gießener Gesuchs einen Gesetzentwurf vorzulegen. Nach einigen weiteren Bemerkungen der Abgg. Langenbach, Weidner, der ausführt, daß bei der ländlichen Bevölkerung das Bedürfnis der Lfsenhaltung der Auslagen nicht so groß sei, wie bei den Städtern, er stehe aber dem Vorschlag doch sympathisch gegenüber, und Braun, der die Offenhaltung gerade im Interesse derLand- bevölkerung für wünschenswert erhärt, wird der Ausschuß- antrag angenommen. Das Haus saßt darauf noch über eine Reihe „zur vorläufigen Beratung im Plenum^ bestimmten Vorlagen Beschluß, die zumeist den zuständigen Ausschüssen überwiesen werden. Sodann werden noch verschiedene Anfragen beantwortet, darunter allein eine des Abg. Köhler. Auf dessen Anfrage über oas Vorgehen der Staatsbryörden gegen oie Ausbreitung des anstehenden Schcidekatarrhs umer dem Rindvieh erklärt Staatsminister Rothe, es seien sofort nach dem Auftreten der Krankheit die erforderlichen Maßregeln getroficn worden, und uiefelbcn hätten auch einen Erfolg erzielt. Die Seuche gehe auch nach den gemachten Erfahrungen von selber wieder zurück. Abg. Köhler bestätigt, daß die Krankheit auch in Oberheffen von selber wieder erlösche. Auf eine weitere Anfrage Köhler über die Wasserpest in der Horloff giebt Staats.uinister Rothe ebenfalls eine kurze Erklärung ab, wahrend bcgUyitd) der 'zmfrage desselben Abgeordneten über die Errichtung landwirtschaftlicher Lchr- kurfe Präsident Haas ein Schreiben der Großh. Regierung verliest, worin sie erklärt, daß sie wegen verschleocner in der Begründung der Anfrage enthaltener Ausdrücke eine B e- antwortung ablehnen ntüffe. Wg. Köhle r meint, er habe nur die Sprache des Bauernstandes gesprochen. Die Regierung scheine aber nur den einseitigen Manchesterstaud- punkt einzunehmen oder vielleicht auch den der Sozial- demokratte. Präsident Haas ruft den Redner für die letztere Bemerkung zur Ordnung. Auf die Anfrage der Wg^Tr. Schmitt und Gen. über die Entfestigung von Kastel antwortet Staatsminister Rothe: Die Angelegenheit habe inzwischen weitere Fortschritte gemacht, uno der ausgestellte Bebauungsplan fei bereits von den zuständigen Stellen genehmigt worden. Die endgiltige vertragsmäßige Regelung müsse jedoch dem Reiche und der Stadtverwaltung von Kastel überlassen bleiben. Aus Anttag des Abg. Dr. Frenay soll diese Angelegenheit gemeinsam mit oer Anfrage der Abgg. Dr. Schmitt und Genossen über die elektrische Vahnanlage Mainz- Wiesbaden besprochen werden. Die Sitzung wird daraus um 1 Uhr abgebrochen. . Nächste Sitzung Freitag'oormittag 10 Uhr. Parlamentarisches. R. B. Darmstadt, 19. März. Die Er st e ft a m m e r ist zur Erledigung ihrer diesjährigen Etatsberatungen aus Donnerstag, den 26. März, einberufen worden. Der Wahlausschuß der Zweiten Kammer hat festgesteltt, daß bei der Wahl der beiden Darmstädter Abgeordneten Langenbach und Säna 20 Stimmen von nicht wahlberechtigten Personen abgegeben worden sind, während bekanntlich eine Anzahl Wahlmänner nur mit 3 bis 4 Stimmen Mehrheit gewählt worden waren. Berlin, 19. Aiärz. Die B u d g e t k o m m i s s i o n des Reichstages beriet die Einnahmen aus den Zöllen, Verbrauchssteuern und Accisen. und genehmigte die Einnahmen aus der Salzsteuer, Branntweinsteuer, Schaum- weinfteuer, Brausteuer, dem Spiellartenstempel und dem Wechfelstempel. Die Kommission erhöhte dagegen auf Anttag Speck einstimmig die Einnahmen aus der Zucker- steuer um acht Millionen auf 106629 000 und setzte die Zuckerfteuervergütungen um 7 Millionen auf~28 Millionen herab. Ein Antrag Richter, bei den Stenern überhaupt 19 Millionen hinzuzufetzen, wurde abgelehnt. Im Laufe der Debatte erklärte Staatsfekretär Fryr. v. Thiel- m ann auf eine Anfrage, das neue Bereinszollgefetz nähere sich dem Wschlusse. Bei der Br au steuer ersuchte dec Referent Abg. Speck um Auskunft über eine Aeußernng des UnterstaatSsenetars für Eliaß-Lothringen, v. Schraut, bezüglich einer R e idisd i er steuer. Frhr. v. Thielmann er» änderte, er wisse nicht, worauf |id) diese Aeußernng be- ziehe. Speck stellt feg, daß nach dieser Erklärung Tyrel- manns keine Absicht bestehe, eine Reicks bi erst euer ein zu führ en. Im Laufe der Debatte begründete Speci einen Antrag auf Höherfetznng oer Zuckersteuereinnahmen mit einer zu ciiuartcnöcn Steigerung des Konsums und wies auf das Saecharmverbot hin. Dr. Paasche stimmte ihm zu, und fügte hmzu, er erwarte eine Steigerung des Konsums von dem neuen Zuckersreuer- gefetze. Müller - Fulda uno Richter unterstützten gleich- saUs den Antrag Speck, den Frhr. v. Thielmann uno Re- gierungStoinnüifarc ocrümpften. Richter begründete seinen Anttag aus Hinzusetzung von 19 Millionen zn den Steuer« einnahmen mit der Hoffnung, eine Zuschußanleihe vermeidlich zu machen. Berlin, 19. März. Das preuß. Abgeordnetenhaus nahm einstimmig den schleunigen Anttag an, nach dem während der Behinderung des ersten Bieepräsi- benten Frhrn. v. Heeremau Abg. Porsch (Zentrums ermächtigt wird, dessen Funktionen zu übernehmen. Dem Ab- geordnetenhause ging wegen der Unmöglichkeit der recht- zeittgen Durchberatung des Etatsgesetzes wie im Vorjahre ein Atittag zu, in das Etatsgesetz eine Bestimmung aufzunehmen, nach welcher bis zur Feststellung des Etats die innerhalb der Grenzen des Etats geleisteten Ausgaben nachttäglich genehmigt werden. Im Plenum wurden die Staatst)ertrage zwischen Preußen und Oldenburg angenommen und sodann in die zweite Beratung des Etats des Finanzministeriums eingetreten. Berlin, 19. März. Der heute über das Befinden des Frhrn. v. Heereman ausgegebene Krankheits-Bericht lautet: Die Nacht war unruhig mit Delirium. Temperatur 38,6, Ernährung erschwert, große Hinfälligkeit, Allgemeinbefinden schlechter als gestern. — In Reichs - tagskreifen nimmt man an, daß bereits am 24. ds. nach Fertigstellung des Etats die Osterferien beginnen und bis 24. April dauern werden. 3>ie städtischen Stenern. Die Beratungen in allen StadtverwcKtungen über die Feststellung des Stadthaushalts ergeben, so lesen wir in der „K. Ztg.", da- sehr wenig erfreuliche Bild einer übermäßigen Steueranspannung. Wir sehen dabei von vornherein ab von der hohen Belastung von Handel, Gewerbe und Grundbesitz durch die Real- und Ettragssteuern, welche eine grundsätzlich andere Bedeutung haben, als die reinen Einkommensteuern, da jene in erster Linie das Roheinkommen, diese das Reineinkommen treffen sollen. Die Belastung beS Reineinkommens aber beginnt allmählich einen Umfang anzunehmen, der in erster Linie namentlich alle die zahlreichen Personen in Prioatbeamtenstellung übermäßig zu drucken droht, deren zum Teil einziges Einkommen in ihrem festen Gehalt besteht und deren Zahl stetig wächst. Es ist nicht zu vermeiden, daß, je mehr Handel und Gewerbe barnicberlicgen, umsomehr die Gemeindesteuern im Verhältnis sich erhöhen, da die Ausgaben der Gemeindeverwaltung bei zahlreichen Städten sich in stetiger Entwicklung befinden. Das ist durch- aus nicht erfreulich, zumal für die nächsten Jahre eine Erhöhung dieser Sätze zu ermatten ist. Wir glauben, daß dieser Zustand einer ernsten Prüfung durch alle Gemeindeverwaltungen bedarf. Denn es ist nicht zu leugnen, daß solche ungewöhnlich hohe Sätze sehr leicht dazu führen, daß die reichen Leute, namentlich dann, wenn sie sich wegen höheren Alters oder aus Bequenilichkeitsgrunden aus ihrem Gewerbe- oder Handelsbetriebe in den Ruhestand zurückziehen, ihre so stark belastete Heimatstadt verlassen und in schöner gelegene und durch Steuern weniger belastete Städte übersiedeln. Ein glänzendes Beispiel *ift dafür die Stadt Bonn, in der man, trotz der ungewöhnlichen Entwicklung und der damit verbundenen großen Zunahme der Gemeindelasten, nach wie vor mit 100 Prozent Zuschlag zur Einkommensteuer auskommt. So wird Bonn immer mehr zur Stadt der Rentner und der reichen Leute, von denen manche durch Wegzug aus chren Heimat- ftäbten allein an Gemeindesteuern weit mehr als den Betrag der Bonner Mieten ersparen. Diese Tatsachen müssen stets vor Augen gehalten werden, da sie für die Entwicklung aller industttellen Gemeinden von größter Bedeutung sind. Vor allem wird zu fragen sein, ob es nicht zweckmäßig und notwendig sein wird, mehr wie bisher in Jahren guter wirtschaftlicher Entwicklung aus dem Ueberschuß der Einnahmen, sowohl der Steuern wie der städtischen Betriebsverwaltungen reichlichere stille Reserven zurückzulegen für unvermeidliche künftige Aufgaben. Der Nutzen solcher Reserven hat sich in diesem Jahre ganz besonders in Berlin bewähtt. Dott glaubte die städtische Kämmerei im Stadthaushalt für das nächste Jahr nicht ohne eine Erhöhung des Zuschlags zur Einkommensteuer von 100 auf 108 Prozent auskommen zu köiinen, eine Erhöhung, die um so bedenklicher gewesen wäre, weil die Bewohner der aufs engste mit Berlin zusammenhängenden Vorstädte, wie Charlottenburg und Schöneberg nicht davon betroffen werden würden Es wird indes jetzt möglich sein, den Fehlbetrag dadurch zu decken, daß man mehrere Millionen Mark den reichlichen Erneuerungs- und ErgänzimgSfondS der Mattthallen und der Gasanstalten entnimmt, und damit eS bei einem Zuschläge von 100 Prozent beläßt. Der Markthallenfonds war im Jahre 1888 durch Uebcrrocifung früherer Gewinnüberschüsse in Höhe von 391 979 Mk. errichtet worden. Er ist inzwischen durch weitere Betriebsüberschüsse der Markthallenverwaltung und die jährlichen Abschreibungen auf Maschinen trotz reicher Entnahmen für Erneuerungen und Erweiterungen auf 5 Millionen Mark gestiegen. Dies eine Beispiel gilt für viele. Je rascher Städte sich entwickeln, je größer aiff den mannigfaltigsten Gebieten der städtischen Fürsorge die Aufgaben der Stadtverwaltung werden, um so dringender wird es notwendig werden, in guten Jahren für ausreichende Ausgleichfonds zu sorgen. In den letzten Jahrzehnten war man nur zu leicht geneigt, neue städtische Anleihen zu erheben und dadurch die Zukunft mit den Kosten der Gegenwatt zu belasten. Der verstorbene Finanzminister v. Miquel hat hier seinerzeit sehr verdienstlich emgegriffen, indem er diesem Vorgehen kräftige Hemmschuhe anlegtc und vor allem den Städten die Pflicht rascherer Tilgung der neu abzuschließenden Schulden auferlegte. Von diesem Grundsätze wird nicht abgegangen werden dürfen. Um so mehr aber wird es notwendig sein, dafür zu sorgen, daß in den Jahren, m denen Handel und Wandel banicberhegen, durch übermäßige Erhöhung ber Steuerlast den Burgern nicht der Aufenthalt m der Gemeinde oergäUt und allzu sehr oer« icucrt wird. Mit ber jetzigen Feststellung der verschiedenen Stadthaushalte ist e4 nicht getan. Tie Stadtverwaltungen sollen vielmehr besondere Ausschüsse niedersetzen und grundsätzlich prüfen, inwiefern in Zukunft mindestens einer weitern Erhöhung ber schon jetzt übermäßig gestiegenen Steuerbelastung dauernd entgegengewirkt werben kann. Die C •tl)rouiiation des Erzbischofs von Köln. Köln, 19. März. In Gegenwart des Loerpräsidenten Nasse, des General- obersien v. Loi, Oi: übrigen Spitzen der Behörden, vieler Erzbischöfe und Bischöfe sowie einer zahlreichen Geistlichkeit fand heute vormittag im Dorne die feierliche Inthronisation des Erzbischofs Fischer statt. Nach den vorgeschriebenen Zeremonien und der Verlesung der Papstbulle hielt Erzbischof Fischer eine Ansprache an den Klerus des Dorns und die Gläubigen. Er wolle ein guter Hirte sein, wie sein Vorgänger. Er ermahnte zur Pflicht und zum Glauben, sowie zur Fernhaltung vom Geiste der Welt, der entgegengesetzt dem Geiste Christi sei. Heute mittag nahm der Erzbischof im erzb.schöfliehen Palais die Glückwünsche des Feslkomttecs, der Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, der Universitäten Bonn und Münster, sowie zahlreicher Abordnungen entgegen. Am Nachmittag fand ein Festmahl statt, an dem 640 Personen tellnahmen. Den ersten Trinlspruch brachte der Erzbischof Lus. Nachdem er zunächst die kirchliche Bedeutung des Festes hervorgehvben und des Papstes als obersten Bischofs ber ftirdjc gedacht hatte, ging er näher auf die Bedeutung feines Amtes ein, indem er etwa sagte: Das Amt des Bischofs sei kein irdisches Amt, weil es die Gewissen der Menschen zu leiten, zu beurteilen und zu richten berufen fei. So übe es den weitgehend st en Einfluß auf b a» gejammte menschliche Leben. Dann fuhr der Erzbischof etwa fort: Ich leistete vor wenigen Tagen den Treueid in die Hände des Kaisers und erneuere heute mein Gelöbnis und iverde es tteu hatten, so lange ich mein oberhirtliches Amt bekleide. Kirche und Staat sind nach Gottes Dillen keine getrennten Lebens- gebiete, sie sind gegenseitig aufeinander angewiesen. Wenn Trennung uno Zwiespalt eintritt, leiden beioe Teile, lecket die menschliche Eesellschaft. DaS sind die Grundsätze, die der Papst hu verschiedenen Malen feierlich ausgesprochen hat, das sind die Ideen, die auch Geist und Herz des Kaisers bestimmen. Möge Gottes Güte den Kaiser fortdauernd schützen und schirmen zum Wohle Preußens und des gesamten deutschen Vaterlandes, zum Wohle ber Menschheit. Ich vereinige an dem für mich so bebeut- ungsvotten Tage in einem Tr in kspruch die Namen beider großer Herrscher und fordere Sie auf, mit mir einzustimmen in ein lautes, brausendes, jubelndes Hoch auf Kaiser und Papst! Ter Erzbischof ernannte den bisherigen Verweser des Erzbistums, Prälat Tr. ftretzwald, wieder zum Generalvikar der Erzdiözese und den Stabtdechanten Brinkmann in Köln zum Ehrendomherrn. Heer und Flotte. Wien, 19. Mäl.z. Tie riiteiterjeitung veröffentlicht einen geheimen Erlaß des neuen Kriegs- ministers Rittteich, wonach nicht nur den aktiven, sondern auch den nicht aktiven Offizieren der 6 ei- tritt zur Anti-Tuell-Liga Der boten wird. ctuü KstM unD Ka«s. Gikßen, 20. März 1903. ## Zftzprozcntige Gießener Ltadtarrleihe. Wie »ir erfahren, wurden auf die zur Sudw.sfton gestellte 3' proz. neue Anleihe der Stadt Gietzen im Betrage von 1'/, Millionen Mark zehn Offerten abgegeben. Das Höchstgebot von 99,775 Proz. wurde von der Mitteldeotschea Kreditbank in Gemeinschaft mit der Deutschen Genossenschaftsbank abgegeben. Zn der heute nachmittag staitfindenden Sitzung werden sich die Stadtverordneten entscheiden, ab diesem Angebot der Zuschlag erteilt werven soll. *♦ Personalien. Mit Zustunmung des Großh. Mi- nisteriuuis des Innern wurde der Großh. Feldbereinigungs- kornrnissar i. P. Regierungsrat August Rach in Darmstadt zum Vorsitzenden des Vorstands der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen mit Wirkung vom 4. Februar ab bestellt. — Am 14. März d. I. wurde der Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg Dr. Karl Fuhr zum Oberamtsrichter bei diesem Gericht ernannt. — Beauftragt wurde der mit Wirkung vom 1. April tut zum Bauinspettor ohne Amtsbezirk mit dem Wohnsitz in Mainz ernannte Bauaffesfor Dauinspektor Paul m n bo zu Mainz, auch fernerhin die Ver- sehung der Stelle eines Bauinspektors des Hochbauamts Mainz wahrzunehmen. — Beauftragt wurde der Bauaffeffor Ludwig Haag zu Bensheim mit der Versetzung der Stelle eines Bauinspektors des Hochbauamts Friedberg mit Wirkung vom 1. April l. I. an bis auf weiteres. — Ernannt wurden zu Regierungsbaumeislern: die Regierungsbauführer August Hildebraiid aut? Hungen, August Wal- Iot h aus Saargemünd und Wilhttm Kayser auS Darmstadt. — In den Ruhestand ivurdcn versetzt die Weichensteller in der Hessisch-Preußischen Ctfenb^hugemeinschast Johann Konrad Birx zu Lich und Christtan Meyer zu BÜ- d in gen, beide mit Wirkung vom 1. April 1903 an. yeniiilüjtrs. • Ein Duell zwischen dem Fleisch Haner Schubert in Budapest und einem bortigen Bankbeamten sollte in den letzten Tagen stattstndcn. Schubert, welcher einer Vieh« Händler-Familie angehött, war anläßlich der Debatte über die Fleischmarttkasse in Budapest von einem anderen Gemeinde- rat, Adolf o. Fenyoeffy, der Oberbeamter der Bank ist, durch einen Zwischenruf beleidigt worden und hatte Feuyoessy daraus gefordett. Am nächsten Tage um 9 Uyr früh sollte das Duell auf Pistolen jtattfindcn. Tie ReichStagSabg. Decfp und Szatmary waren die Zeugen Schuberts. Es war zweimaliger Kugelivechsel verabredet. Das Duell fand fchließ- lich aber doch nicht statt, da Fcnyvesiv es für gut fand, seinen beleidigenden Zwischenruf noch am selben Tage zurück- zunehmen. lliULltc itlLiumuriL Originatvratztmeldungcu des Gießener «nzeigcr». Berlin, 20. März. Der Kaiser weilte gestern abend beim italienischen Botschafter. Auch Graf Bulow und' die sämtlichen Minister waren dott anwesend. — Tas Befinden des Frhrn. oonHeereman ist auch jetzt noch besorgniserregend. In der vergangenen Nacht war er zeitweilig bei Bewußtsein. Tie Schwäche hält an, die Strafte nehmen ab. Hamburg, 20. März. Auf der See warte fand genern die Verabschiedung des 77 jährigen Direltors Getzeinirats von Reu mayer, der die goldene Verdienstmedaille der Scewatte erhielt, statt. Marienburg, 20. März. Ter Postasftstent Klaus wurde wegen Unterschlagungen verhaftet. London, 20. März. TaS Unterhaus bewilligte für Südafrika 20265 000 Pfund. Gegen Lchuupfcu hilft Formau. 1258