:: •4 KMH 8ME D-W MAG DU )' i’.t 4i -W WLM .; 11 p'-. ä V *?¥•'¥'. ■ 1 „"A'\fl v'>" S z - N V. GMtz tglllLLE .W^z Samstag IN. Dezember 1903 Nr. £98 Viertes Blatt. 153. Jahrgang General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wttlko: für den Anzeigenteil: H. Beck. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Unwerfttätsdruckerer (Preljch Erben), Elchen. Erschein täglich miJ Ausnahme deZ Sonntags. A Di. „Giehene. Familienblätter" werden dem M AHL tTB M ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der I fc W W ki H VVK »hesstsche Landwirt" erscheint monatlich einmal. v 0 P S V" M V* V Volitische Tagesschau. Graf Bülow und Herder. Grus Bülow hat im Reichstage viel vom Zukunfts- staate geredet, er hat die „Engel", die in ihm wohnen sollten, in die Halten des Neichstagssitzungssaales herabingenieur, Makart als Kellner, ein Beruf, den auch Robinson erkoren hat, nur Raphael ist der Kunst treu geblieben, doch verwertet er sein Talent als Stubenmaler. Den deutschen Parnaß repräsentieren der Bäckermeister Goethe, der Schlosser Friedrich Schiller, der Rittergutsbesitzer Lessing, der Ansichtskartenhändler Wieland, der Arbeitsblusenfabrikant Klopstock, der Straßenbahnfahrer Gellert, der Kriminalwachtmeifter Schlegel, der Eierhändler Herder, der Zuschneider Tieck, der Plättereibesitzer Platen, der Schneidermeister Theodor Körner imd der Buchbinder Heinrich Heine. Der Seeheld Nelson fabriziert Federboas, ein Blücher ist Oberlehrer, ein Bülow Tanzmeister, ein Scharnhorst Kupferschmied, Schill erzeugt Sohlensteppmaschinen, ein Guise ernährt sich als Buchhalter, ein Wasa als Techniker, ein Fugger als Oberwärter, dagegen kann Conds als Rentier leben. Karl (der) Grosie ist Budiker, Wittekind dagegen Bahnbeamter geworden. Den am wenigsten mit dem von seinem Namen unzertrennlichen Heldenklang übereinstimmenden Beruf hat jedoch Wilhelm Tell erwählt, er ist — Strumpfwirker. Handel und Verkehr. Uslksmirtschast — Ausbildungskurse für Schuh macher- meift er und ältere Gesellen finden auf Veranlassung' der Gvoßh. Zentralstelle für die Gewerbe bei ausreichender Beteiligung in der Zeit vom 4. bis 23. Januar Spezies des neuen politischen Tierreichs", und dazu stimmt auch Auerbachs Bemerkung: „Die deutsche Sprache hat die festeste Errungenschaft, sie hat das Wort „Bummler". — Eine andere Redewendung, die bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten angewendet wird, ist ungefähr in derselben Zeit entstanden: es ist das so viel beliebte „voll und ganz". Man nahm bisher vielfach an, daß diese Redewendung dem publizistischen Sprachgebrauch entstammt, neuerdings ist aber durch die Wortforscher die Entdeckung gemacht worden, daß sie dichterischen Ursprungs ist. Der älteste Beleg ,ist dafür bei Freiligrath zu finden, der in einem Gedicht die versfüllende Wendung gebraucht: „Frisch und voll und ganz". Ihm folgte Wilhelm Jordan in seinem „Demiurgos" mit der Wendung: „Im Traum sich fühlen voll und ganz". Auch Auerbach konnte sich der Wucht der Modephrase nicht entziehen, denn er schrieb: „Du entbehrst der schönsten Kraft und Freude: voll und ganz verehren zu können." Und Johannes Scherr hat die Wendung gar zu seiner Leibphrase gemacht, wofür sich u. a. in seinem „Blücher" folgender Beleg findet: „Mich hat nur die Absicht geleitet, die ganze und volle Wahrheit zu finden und die erfundene voll und ganz auszusprechen." * Berühmt en Namen begegnet man im neuen Berliner Adreßbuch in großer Zahl. Allerdings haben ihre Träger meist einen bürgerlich ehrsamen, aber wenig poetischen Beruf erwählt, der zu der Berühmtheit ihrer Namensvettern in seltsamem Gegensatz steht. Der alte Adam ist Barbier, Spart. Frankfurt a. M., 16. Dez. Kürzlich sand im Hotel Imperial eine Zusammenkunft von Hotelbesitzern aus Frankfurt, Wiesbaden und Homburg statt, worin die Wohnungsfrage beim Gordon-Benn et'Rennen erörtert würbe. Oberbürger-, meister Dr. v. Marr-Homburg führte den Vorsitz. Er teilte mit, daß man zu dem Rennen 50 000 Ausländer und ebenso viele Deutsche erwarte. In der Nabe der Saalburg wird eine Tribüne für 4000 Personen errichtet und ein eigenes Telegraphenamt erbaut, dem am Renntage die Aufnahme von etwa 15 000 Depeschen in Aussicht gestellt ist.' Tie etwa 5000 Automobile, die man am Renntage erwartet, werden auf der Fohlenweide bei Dornholzhausen plaziert. Die Versammlung wählte einen Arbeitsausschuß, dessen Vorsitzender Konsul Christ hier ist. Derselbe soll u. a. auch die Vermittelung von Wohnungen für die Fremden in die Wege Wege leiten. 5000 Mk. für vorläufige Kosten stellte der hiesige Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs zur Verfügung. Fr. V. Aus den bayerischen Bergen. Der Wintersport nimmt nunmehr auch in Südbayern eine Ausdehnung an, wie man es sich vor wenigen Jahren nicht hat träumen lassen. Zur Weihnachts- und Neujahrszeit beginnen die Großstädter sich von ihrer aufreibenden Tätig- keit wegzustehlen, um in der winterlichen Pracht des Gebirges Körper und Nerven zu stärken. Nicht nur Süddeutsche tummeln sich auf den Eis- und Rodelbahnen des bayerischen Gebirges, sondern «auch zahlreiche Mittel- und Norddeutsche, besonders Berliner und Suchfen, erkennt man an ihrem Dialekt. Gerade sie können den Zauber des' Winters nicht genug rühmen. Für sie bedeutet eine Rodeltour vom Drünnstein oder Wallberg ein Fest in des Wortes wahrster Bedeutung. Wenn an an sieht, wie auf den 'D'om München in 2—3 Stunden zu erreichenden Rodelbahnen bei Berchtesgaden, Reichenhall, Oberaudorf (Brünnstein), Schliersee, Tegernsee (Wallberg, Hirschberg, Neureut), Kochel (Herzogstand), Garmisch-Partenkirchen usw. Männlein und Weiblein unter freudigen Juchzern zu Tal sausen, bann' begreift man, weshalb die Sonntagszüge ins Gebirge bet schönem Wetter überfüllt sind. Außer den Rodelfreuden gibt es in Oberbayern ja vielleicht Gelegenheit zum: Schlittschuhlaufen, Skifahren, insbesondere aber autf)i zu den herrlichsten Schlittenpartien, sowohl innerhalb Oberbayerns selbst, wie auch hinüber ins Jnntal nach Innsbruck tu;., a. nt. Wer sich genauer informieren will, erhält über die betreffenden Fragen jederzeit genaueste Auskunft von den Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereinen. in München und dem Bayer. Hochland, nlld nun hinein ins Minterkostüm und in die bayerischen Berge! Gesund und munter wird man zu neuer Arbeit heimkehren! und vom 8. bis 27. Februar l. I. vor- und nachmittags an allen Wochentagen in Darmstadt statt. Der Haupt-' sächliche Zweck dieser Kurse besteht darin, daß den Teilnehmern hierdurch sowohl Gelegenheit gegeben wird, sich mit der Handhabung der in der Kleinschuhmacherei vorteilhaft zu verwendenden Hilfsmaschinen, Apparaten und Werkzeugen vertraut zu machen, als auch die durchaus selbständige Anfertigung eines Paar Stiefel usw. nach Maß zu erlernen. Außer diesen Kursen wird jedoch voraussichtlich noch ein wPterer Kurs für die Mitglieder der Schuhi- macher-Jnnung in Darmstadt , -Weihnachten 1903." Weitere fünf Pfefferkuchen, bie etwas Heiner,_ rote ber für ben Kaiser bestimmte sinb und bie gleiche Auffchrift haben, erhalten bie Prinzen Eitel ^rtebmch Abalbert, August Tltl- belm unb Joachim, währenb ber Kronprinz in btesem Xw ausnahmsweise einen gleichartigen Pfefferkuchen von ber 2. Kompagnie bes 1. Garberegiments fr F. mit der Aufschrift- „Ihrem Sauptmann unb Kompagmechef Kvon- nrin^ Wilhelm, Weihnachten 1903" erhalten wirb. Am Keiligabenb werben biefe PWerkuch«» im Neuen Palais Überreicht unb auf ben Weihnachtstisch gelegt, ^er für ben Prinzen Abalbert bestimmte. Pfefferkuchen tmrb ihm nftafien nachaesanbt. Voraussichtlich werben auch in diesem Iah« berTser unb bie Prinzen an der Weihnachts- feieri n ber Kaserne des 1. Garberegimenls zu Fuß tetl- ne$OT.en'Summier' unb „voll unb ganz" Das jetzt allenthalben gebräuchliche Wort „Bummler- hat an ber Spkee m dem Sturmjahre 1848 das Licht ber Welt erblickt. Der Geburtsschein bieses Wortes findet sich in einer damals er- Wnenenen Schilderung der Vorgänge m der preußischen Re- fidem die den Titel „Streifzüge durch Berlin- führt, und m ber e§ heißt: „Das wahre, echte, unbestreitbare Resultat der Revolution ist das Wachstum des Müßiggangs, der „Dammer- lust- des Berliner Volkes. Das Nichtstun selbst, wofür das Wort „Bummelei- erfunden ward, ist aber als cm neues L benselement zu trauriger Bedeutsamkeit gelangt. Bald darauf notierten die Grenzboten die „Vummler" als „eme Geschw. AKenpohl “e Spezial-Mederlage der Lhocoladen-Zabrik Hartwig & Vogel in Dresden. Große Weihnachts - Ausstellung. Banm-Konfekte und Chocoladen-Gegenstände Marzipall-Kcgellstwc - MluzipU-Tortell - Icherts - Änbous - Biskuits Nürnberger Lebkuchen 9047 Kröninger Konigkuchen Liegnißer Aomöen Schweizer Leckerle, Aachener Printen etc. Reizende Neuheiten in Attrappen, BMmiorcil mH Morgen Äl$ passende Weihnachts - Geschenke j empfehle: 9186 Gelegenheitskauf .Axbeits- und ITotenständer etc. in reicher Auswahl zu billigen Preisen. Blumentische Sessel Puppen- n. Sportwagen Car! Müller (früher Kohlermann) i Blockstrasse 12. g Wandkörbe Papierkörbe und Puffs Marktkörbe Damentaschen Seltersweg 10. Seltersweg 10. Die beim Zertrümmern meines Schaufensters leicht beschädigten Uhren verkaufe ich mit 15% Rabatt. Zum Verkauf kommen goldene Herren- und Dameu-Uhreu sowie silberne Uhren. $£57* Für jede Uhr 2 Jahre Garantie. 9271 C, Stöver, F. 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