flob«lpattteU6in. JlorbnnlQ^ g], Nti Utzki' ^'eil au» 1, Hessischer Ho K ftiik «-->>,'<^r «fc8ete — L erbeten, «rgg^i, ijwjn Wuw. ^biiettn *^*‘8W4an ;au °der 3^*,« -E^urtechx, 8, m ti> Hausarbeit ersahren, 'eam«, Citaiüafte al, Hihiiiibct)en ober ^vau ^WiWe 11. »uv., jiinfl. Aiftim iuüji yloiu Lchreibbcjchäst. j"(0 an bic tziv. d. ibi. Hä-ch.|.AuckMjl.od. eile. leuielSluslgärlch.ö. ^ratt empfwlju sich i'" LuM. LtrmstrchelL. WM MuMfedFü sauber . ^chnhoistraßr 48f IIL 110^“,K fflJÄ? isgrs MxrS? gtisiS wen" a-v %ebe5- ZMft: ui 6uier 2,(»then.N1, et*lo»*e*L, xSLr- £*»* , - Mr )< löA.< V <.» /' (».(Ulf . 7 M, u 0» rtiitgediegeneAttS' , t'„nj und Leben- ,h 86'2i. t4 durtii pbil. Curt Weiss. j)en bei 2‘16 bVilh. Karnbecb, Kauzleit-cr- S. _ biiettrr Kraozo/e jiaui-auurri^iuer. , maBiflem vrei/e. M Oo&anbMbJL EIÄAB- Akr. Ä72 Vrfchetnt tSgltch auß« SoimtagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Ürsflschen Landwirt bie Sießever Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. AotatUmSbrud n. Verlag bei Brühl 'schon Univers^Vuch- u. Stein» b ruderet (Pierich Erden- bleOuftlvn. Örpebttioa und Druckerei: Schalstratze 7. Ldreiie für Depeschenr «nzetger Gieße«. Ferniprechanichluß Nr. 5L Donnerstag IS. November LN03 Zweites Blatt« 153. Jahrgang veANgdprei» >V, oierteb moiiutl lM»MW GiehenerAnzeiger M' General-Anzeiger v Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen jährlich Ml LL0, durch Abhole- u. Zweigsteller monatlich 65 Ps.- durch die Post Dtk.2.—vienel» jährL auLschL BeNeUg. Annahme von Anzeigen üx Die ■LageSnuminet jtfl ooTmUiagfl 10 Uhr. ^etlenvretft total 12 Pi* außipdrifl 80 tilg. lüecamwo it heutige Yummer umfaßt 8 Seiteu. parlamentarisches aus Kessen. Ter vierte Ausschuß hat sich entschlossen, im Plenum zu beantragen, den Antrug des Abg. Wolf, betr. die m e ß - briefliche Wahrung d er „zeitlichen landwirtschaftlichen" Kulturveränderungen in den Grundbüchern und Steuerlatastern abzulehnen, nachdem sich die Regierung in gleichem Sinne ausführlich geäußert hat. Ebenso beantragte er Ablehnung des Antrags des Abg. Üeun, betr. die Gebühren für die Fortführung der bisherigen Grun d b ü ch er und wünscht in eingehender Begründung Wiederherstellung der in der Verordnung vom 18. Dezember 1874 sestgetegten Gebührensätze. Ter erste Ausschuß beantragt, der Vorstellung der Steuerausseher des Großherzogtums bett. Gehaltsaufbesserung und Versetzung in die achte Klasse der Zivil- staatsdiener keine Folge zu geben. Bei der Präparanden-An st alt in Lich waren am 17. April bereits 60 neue Schüler angemetdet, während nur etwa 32 ausgenommen werden können. Eine lleber- weisung von Schulern an die beiden anderen Präparandenanstalten in Lindenfels und Wollstein ist nicht möglich, da auch diese besetzt sind. (Eine erfreuliche Folge des neuen Lehrerbejoldungs - Gesetzes.) In dem Berichte des ersten Aus,chusjes wird ausgesuhrt: Bei dem vorhandenen Mangel au Zehrern durse aber eine Zurüaweisung von Schülern nicht statlsitiden uuo müsse daher zur Errichtung einer Parallettlchie geschritten werden. Tie Kopen einer solchen belaufen sich aus 2330 Mark. Die Regierung habe die Errichtung eines vierten Seminars in Aussicht genommen und es sei deshalb anzunehinen, daß, wenn dieses Projekt zur Ausführung gelange, die in Rede stehende Parallelklasse in Lich nicht bestehen vieiben Werde. Die Regierung bittet bei der Bewilligung dieser Parallelklasse in Lich die prinzipielle Frage der Lehrer- bildungsorganisatiou auszuscheiden, da sie eine Aenoerung der zurzeit bestehenden Organisation beabsichtige, welche mit Beginn des neuen Schuljahres bereits in Kraft treten solle. Der Ausschuß beantragt unter Vorbehalt der Regelung der prinzipiellen Frage: für die Errichtung ejjicr Parallelklasse bei der Präparaiiden-Anstatt in Lich den Betrag von 2350 Mark mit der Maßgabe zu bewilligen, daß die Mittel aus den lleberschasjen vorderer Jahre entnommen werden. R. B. Darmstadt, 18. Nov. Der Finanzausschuß der 2. Kammer erledigte heute endgiltig die Kürnbacher Angelegenheit, vlach dem zwi.chen der hessischen und der badischen Regierung voroehattiich der Genehmigung durch, die Kammern abgejchlojsenen Staatsvertrag uber- ttägi Hessen bekanntlich seinen Anteil an dem Kondominat Kürnbach an werden, w^gen oie.e-s tttie Enischäbigmig von 17juOU Mk. zahlt und mehrere kleine Enklaven Badens an Hessen überlußt. Der Staatsvertrag wurde mit 5 gegen 2 Stimmen angenommen, nachdem heute noch eine eingehende Besprechung mit den Regierungsverttetern statl- gefunden hatte. Die beiden Gegner des Staatsvertragis jiub charatterrstischerweis e ein Soziaib emo trat uno ein Antisemit/ die Herren Ulrich und Hirsche!. Da der -Vertrag schon mit dem 1. Januar 1004 in Kraft treten soll, so ist dessen demnächstige Genehmigung vom Plenum der Kammer unerläßlich. Man wird sich also, demnächst, obgleich dazu nicht viel Neigung besteht und auch noch wenig Material zur Plenarberatung fertiggestellt ist, zu einer kurzen Kammer- ragung entschließen müssen. < Politische Tagesschau. Deutschland und Amerika. Der Berliner Vertreter eines sächsischen Blattes hatte mit dem zurzeit in Berlin weilenden deutschen Botschafter in Washington Freiherrn Speck von Sternburg eine Unterredung über die zollpolitischen Beziehungen Deutscblands zu den Vereinigten Staaten, in welcher oer Botschafter bezüglich der rigorosen Zollbehandlung der deutschen Exportindustrie erklärte, die Stellung der amerikanischen Unternehmer und ihrer Finanziers sei derart, daß gegenwärtig selten etwas auf dem De s ch w er d e w e ge erz ie l t werde. Die Unternehmer hätten auch in der amerikanischen Gcoßindusttie, welche im Senat starke Gewalt habe, einen mächtigen Rückhalt. Auf die Frage, ob eine Abänderung der gegenwärtigen rechtsgilttgen Bestimmungen im Wege gesetzgeberischer Initiative denkbar sei, daß an Stelle der Wertzölle Gewichtzölle treten, äußerte der Botschafter, die Neigung zu einer solchen Aenderung habe er nicht bemerkt. Wir wissen, so führte Herr von Sternburg weiter aus, daß gerade der Wertzoll der Kernpunkt aller laut gewordenen Klagen ist. Ich bin wegen der Erörterung gerade die,er Frage nach Deutschland gekommen, und ich kann versichern, daß Präsident Roosevelt und die Regierung großen Wert aus die Andauer der freundlichen Beziehungen zu Deutschland legen. Auf die Frage, ob die Aussicht aus Abschluß eines Tarifvertrages mit den Vereinigten Staaten ausgeschlossen sei, erwiderte der Botschafter, daß zur Zeit kaum daran zu den ien sei. Tie Amerikaner seien sich der Vorteil- hastigkeit ihrer Stellung beivußt und die einflußreiche Großindustrie würde diese nicht ohne weiteres ausgeben. Ker Zöohnungsgrlozufchuß der yesstfchen Ncamteu. Man schreibt uns: Der Lalndtagsabg. Häusel hat bekanntlich einen Antrag auf Abänderuiig des Artikels 17 des Gesetzes vom 9. Juni 1898, die Besoldung der Staatsbeamten betreffend, eingereicht. Noch dem Artikel 17 bezahlen die im besitze einer Dien st w o h n u n g befindlichen Beamten je nacl) dem Wohnort 5, <\2, 10 Prozent ihres Gehaltes als Wohnungsmiete an den Siaat. Der Antrag Hauset bezweckt, Erhöhung dieser Betrage aus 8, 12, 16 Prozent des Gehaltes, um dadurch den tatjächlichen Mietpreisen, die Beamte ohne Dienstwohnung zahlen müssen, näher zu kommen, oder dieselben zu erreichen. Eine Dienstwohnung bietet nun nicht nur Annehmlichkeiten. Ter betresfende Beamte muß die Wohriung beziehen, ob ihm die Lage, die Wohnräume uno die event. Mitbewohner zusagen oder nicht, er ist vielfach genötigt, Ausgaben zu uiachon, die eine rhm gerade pajselide und zusagende Privatwohnung niwt er,orderr, z. B. für Heizung und Beleuchtung größerer Viäume, für Reinigung, Pflege und Instandhaltung voii Haus, Hof und Garren durch besonderes Personal uiid dergl. mehr. Wenn diesen persöw lichen und pekuniären Nachteilen gegeliuber die Vorteile, die in der billigeren Miete liegen, durch den Atitrag säusel ausgohoben werden, so kaiin es vorkonimen, dap die Tienstwohnung ein Danaergeschenk für den B^amteri wird. Außerdem ist zu beachten, daß das nach laugen Verhandlungen zustande gekommene Beamtengesetz die Gehalte mancher Beamten,.die an sich für keine Kategorie, weder absolut, noch im Vergleich mit den Nachbarstaaten, zu groß sind, festgesetzt hat unter Berücksichtigung der Dienstwohnung. Wenn also der Antrag Häusel Annahme fände, so würden diese Beamten durch erhöhte Abzüge eine wesentliche Schmälerung ihrer Bargehalte erfahren. Dabei ist zu beachten, daß das Beamtengejetz durch seinen Artikel 17, der nun durch einen schärferen ersetzt werden soll, schon die früher von den Beamten zu zahlenden Tienstwohnungsentschädigungen verdoppelt hat. Ein weiterer Nachteil, der sich namentlich für ländliche Verhältnisse zeigen wird, liegt darin, daß die Erhöhung der Äcietpreise für die Dienstwohnungen, die doch meist auf dem Lande zu finden sind, die Landflucht der Beamten fördern wird; schon heute erhebt die Landbevölkerung Klage darüber, daß der Beamte aus seiner ländlichen Dienststelle nach der Stadt strebe, noch ehe er recht vertraut mit seinem Bezirk geworden sei. Es ist ja nicht zu leugnen, daß llngleichheiten in den Besoldungsverhältnijsen bestehen, solange der eine Beamte billige Diensuvoynung hat, der andere aoer nicht. Es wuroe deshalb auch schon bei Beratung des Beamtengejetzes aus der Volksvertretung heraus die Ansicht kundgegeben, daß ein Beamtengesetz erst mit der Gewährung freier Dienstwohnung (oder eines entsprechenden Wohnuiigsgeld-Zu- schujses an jeden Beamten als abgojchlo;sen zu betrachten |Clu werde. Das Reich, Preußen, Baden und andere Staaten haben diese Einrichtung bei Einführung der Beamtengesetze getroffen. Wut dem Antrag Häusel ist demnach eine im Widerspruch mit dem neuen Beamtengesetz stehende Verminderung der Gehaltsbezüge vieler B>eamten verknüpft. Aus - bie)em Grunde haben sich die V o r st ä n b e einer Anzahl von Beamtenvereinen vor einigen Tagen in gemeinsamer Beratung zusammengeiunden unb eine gemein.ame Eingabe an die Großh. Ministerien beschlofsen. In bieser Eingabe erfuchen sie bie Großh. Regierung : „Hohe Staatsregierung möge jebe Erhöhung der Abzüge für Geivahrung voii Tieiistivohnungen abtehnen unb nicht zu geb en, daß bie Befeitigung vorhandener Ungleichheiten in der DiensUoohnungsfrage durch rückschrittliche Enlwictturig des Beamreubesoloungsgesetzes bewirkt werde." In der Begründung heißt es u. a.z daß die Beamten „mit Rücksicht aus die derzeitige Lage der hessischen Slams- sinanzen, sowie darauf, daß man das Beamiengesetz erst einmal sich einleben lassen wolle, bis letzt davan abgesehen haben", aus die schon in der Kammer selbst seinerzeit in Aussicht gejlertte prinzipielle LiegeEng dec Wohiiungsfrage emzugehen, daß sie sich deshalb „auch der Ho,fnung hui- geben, daß nicht in der LLoise, wie der Antrag ö^äusel es erstrebt, die Lösung der obschwebenden Frage versucht werde". ZUutt miö £ani). Gießen, den 19. Viooember 1903. ** Aug. Junkermanns Fritz Reukerabend. Indem wir auf den am 21. 9ioo. im Gesettschaftshause statt- findenden Reutervortrag nochmals aufmertsam machen, zitlren mir nachfolgenden Satz aus Adolf Wilbrandts Biographie Fritz Reuter's": /Dian lese Fritz Reiner nicht, man höre ihn. Reuter's plastische Kraft würdigt man erst ganz, wenn man ihn nut Kunst und dramatischer Wahrheit sich vottragen Gießener Theateroerein. Maria von Magdala. IL Heyse's Dranra ist eine dekorative Dichtung. Diese Maria, weit entfernt, uns die Geheimnisse ihrer Bekehrung aufzuschließen, hat sich seiner klugen Kunst lediglich um des kionlrastes willen ergeben, den ihre Welt mit der des Nazareners bildet. Aus dieser dekorativen Grundidee wurde naturgemäß ein dekoratives Drama. Die Pafsions- gejchichte als Ausstattungsstück wäre die kürzeste Formel, die sich jür das auch mit schönen Reden prunkende Werk finden ließe. Je mehr Aufwand man also auf der Bühne mit Kostümen, Malereien, Beleuchtungseffekten und Prospekten macht, um so besser dient man dem Scheinerfolge des Stückes. Unsere Regie — sie ist auf dem Theaterzettel bescheiden verschwiegen — kann nicht genug gelobt werben. Da war bis in die kleinsten Einzelheiten alles sckmmungsvoll unb fein durchdacht. Eins nur hätte ich noch feiner nuancirt gewünscht, die Stelle im zweiten Akte, wo die zürnenden Rufe der Dienge gegen Maria abgelöst werden durch das Jesus- Wort- Mer sich unter Euch ohne Sünde weiß, der werfe den ersten Stein auf fiel" Da hätte die Äienge m tiestler 'Srqciffenhcit fortschleichen müssen. — Hoch zu preisen i)l ferner der Theatermaler, der wirklich überraschend hübsche und stilgerechte Bllder von dem Tale des Jordan und der »alten Hebraerstadt Jerusalem mit ihrem heiligen Felsen, ihren ^Tempeln, ihren Prachtbauten aus dem Zeitalter des Herodes, ihren Kastellen, Türmen, Mauern unb Toren geschaffen hat. 'Älit Lob genannt zu werden verdient auch, der bie Entwürfe zu den Kostümen gemacht, der jedem seine Diaske angewiesen har. Hier war in der Charakterisierung Vortreffliches geleistet worden. Desgleichen bie Schneiderin, bie bas Frl. Hohl, die Darstellerin der Titelrolle, mit feinem Sinn für die Abstufung der Farben geputzt hatte. (Richt zu vergessen der Alaun mit dem Tonnerapparat, der bie Passious- szene des letzten Aktes zum erschütterndsten Dioment des Abends herausbumberte.) Am wenigsten Erfolg hatte von allen diesen Tausendkünstlerrr der Herr Bcleuchtungsinspektor, der allzu viel probierte unb so balb Glück, bald namenloses Unglück mit fernen Effekten hatte. Die eigentliche Darstellung war, bis auf wenige Ausnahmen, ebenfalls höchst lobenswert Frl. Hohl war eine schöne Maria, nach der Wiedergeburt, namentlich im 4. Akte, wo sie den letzten Kampf gegen sich selbst besteht, hinreißend, von erhabener tragischer Kraft. Rick besonderer geistiger Feinheit hatte sie den Riomeut aufgefaßt, in dem sie vor dem ihr von Flavins eröffneten Abgrund zurückweicht und der in ihr laut werdenden Stimme des Herrn folgt. Vorher stellte sie nur äußerlich das Bild einer schönen Sünderin. Ihr kam es gar nicht bei, daß die Maria Heyses zu Anfang nichts Anderes ist als eine unbefriedigte Kokotte voll wechselnder Launen, aufsteigender Unlust unb Amvanblungen heimlicher Sehnsucht, alles in allem em leichtfertiges Geschöpf. Allerbings ist sie keineswegs eine gemeine Dirne. Vielleicht hätte ein Moderner gerade an die unter Christi Einwirkung sich vollziehende Wandlung von absolutem Dirnentum zu sittlicher Läuterung sein heißestes psychologisches Bemühen gesetzt. Heyse legte von Anbeginn des Dramas schon edlere Tendenzen in diesem Charakter an. Diese Maria brach, um mit Nietzsche zu reden, die Ehe erst, nachdem die Ehe zuvor sie gebrochen hatte. So ist sie denn mehr eine Hetäre im griechischen Stil, der wohl die Freundin des Perikles, Aspasia, Ntodell gesessen hat. Das hatte Frl. Hohl klug erfaßt. Immerhin hat auch diese Maria eine mitreißende sinnliche Glut, die Frl. Hohl auch nur anzudeuten von vornherein streng vermied. Wohl in der Absicht, die Figur auch zu stilistischer Geschlossenheit zu führen, namentlich aber, um ihr und dadurch der ganzen Dichtung einen Adel zu verleihen, den sie eigentlich gar nicht besitzt. Das war vornehm gedacht, geschmackvoll, fein. Und dazu gab Frl. Hohl sichtlich ihre ganze Seele hm, sie fand herzergreifende, von echter Empfindung zeugende Töne, wo Heyse nur schallende Worte spricht. — Welcher seltsame Widerstreit übrigens zwi)ck>en ber „Maria von Magdala" Heyses und der „Monna Vanna" Vdaeterlincks! In der bivlisckien Historie des deutschen Dichters eine Buhlerin, die ihre Geschlechtsehre wiederhergestellt füjt durch himmlische Liebe und selbst um des Höchsten willen ais Heilitp- lum huter, r— in der Re;inaisscmcedichlung des belgischen Poeten ein keu,ches Weib, das ihren reinen Blütenleib preis geb en will einem fremden Lüstling um eine Handvoll tzerdenmenschheit! Noch belfer fast aiy Frl. Hohl gefiel uns Herrn Sandor sss Judas. Nicht nur daß er eine ganz brillante Maske gemacht hatte, er chacaklerisierte auch in seiner Rede ungemein scharf, während Frl. Hohl sich doch nicht immer ganz frei machen konnte von der hohljchwellenden Rhetorik Heyses, er gab echte Leidenschaftlichkeit für Heyses theattglische Pose, selbp da noch, wo nach dem Weltereianisse ber Kreuzigung der Dichter in lyrischer Empsindelet zerfließt. Ms Mirjam war Frau Kell er mann von auffallender Echtheit unb Innigkeit. Herr Achterbergift ein sehr strebsamer und Zweifel- los auch talentvoller junger Künstler, und er trug seinen hübsch zurechtgestutzten RomeLtops gar stolz. Aber manches ist doch an ihm noch unfertig unb störend, so sein häufiges Kopfnicken zur Beteuerung einer Mchtigleit, die nicht immer vorhatiden ist. Seine vom Soufsleuri.asten noch meyr als wünschenswert abhängige Sprechweise läßt ihn dtt Sätze mitunter an den urigcecgnetsten Stellen tymbiurui und Worte von Bedeutung pluuiittrichlucken zu Gunpen nichtssagender Phrasen. Indem Herr Achterberg bei bester Ablicht den souveränen Stolz des auf alle Welt he robb licken- läßt; wenn, so zu sagen, daS in den Lettern eingefrorene lebendige Wort zwischen zwei Lippen wieder austhaut". Diesen Rat eines bewährten Dramatikers zu folgen, ist unserem Publikum nun am Samstag wieder Gelegenheit gegeben. *♦ Unterwerfung vo n Gerichts assessoren inderGesängniskunde. Das Gvoßh. Ministerium der Justiz erläßt folgende Bekanntmachung: Um geeigneten Ge- richtsajsessoren Gelegenheit zur AuÄildung in der Gefängnis künde zu geben, bestimmen wir hiermit, daß die nn § 16 der Verordnung, die Vorbereitung für den Staatsdienst im Justiz- und Verwaltungssache betreffend, vom 30. April. 1879 für Akzessisten, welche die z-weite Prüfung bestanden haben, vorgeschriebene Beschäftigung auch bei der Großherzoglichen Direktion der Zellen straf an statt Butzbach stattsttrden kann. ** Eine Ueberficht über die Beförderung oer Rivieraexpreßzüge in diesem Winter ist uns heute zugegangen. Danach werden die Züge, abweichend von den in den Fahrplänen vom 1. Oktober enthaltenen Angaben, südlich von Frankfurt, also zwischen Frankfurt a. M. und Ventimiglia schon im Monat Dezember und zwar dreimal wöchentlich! verkehren. ♦* Der »Verein Jugendfreund in Gießen, dessen Gründung in das Jahr 1873 fällt, feiert Weihnachten sein 30. Stiftungsfest; er hat durch das Sammeln von Cigarren spitzen, Staniolkapseln und anderen früher als werttos hinweggeworfenen Gegenständen, sowie durch Geldspenden seiner Freunde und Gönner es erreicht, sett seinen: Bestehen etwa 470 arme Kinder vollständig kleiden unb. dadurch manchen Eltern über ihre Sorgen hin- weghelfen zu können. Es war das Prinzip des Vereins von vornherein, diejenigen Ettern vorzugsweise zu unterstützen, die zu den sogen, verschiämten Armen gehörten uni) deren Mittel bei reichem Kindersegen, Krankyett des Ernährers oder bei sonstigen Unglücksfällen nicht ans.eich- ten, den Kleinen eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Wieviel Tränen getrocknet wurden und wieviel freudestrahlende Kinderaugen die Bescherungen hervorbrachten, konnten nur diejenigen so recht beobachten, welck>e znm Teil sett der Gründung des Vereins tätig sind oder im Laufe der Zett in dem Verein als Vorstand ^Mitglieder gewirtt haben; aber auch die freundlichen Spender, die den Verein, sei es durch fleißiges Sammeln von Cigarrenspitzen usw., oder durch Gaben an Geld in die Lage versetzt haben, so große Re- suttate zu erzielen, dürfen gewiß ganz besonders mtt Be>- sriedigung aus diese zuruclblttten. Ihnen atten sagt der Vorstand herzlichen Dank für die bewiesene Treue und Anhäng- lichkett mtt der Bitte, auch in diesem Jahre den Verein zu unterstützen und ihm dazu zu verhelfen, daß er diesmal 30 Kinder vollständig kleiden und dadurch die Zahl 500 erreichen kann. Diese Bitte ergeht aber auch an alle, welche dem Verein seither fernstanden, aber ein Herz für Not und Jammer haben, die in manchen Famllien herrschen. Die offene Armenpflege kann sich nur derjenigen Armen an- nehmen, welche gesetzlichen Anspruch haben und solchen gellend machen; die Zahl ist groß, größer ist aber diejenige der verschämten Armen; sie zu stützen und zu schützen, daß sie nicht der gesetzlichen Armeiipflege anherutsallen, ist Sache der privaten Wohltätigkeit. Der Verein hofft, daß er in wetten Kreisen Verständnis und Unterstützung für seine Bestrebungen findet. — Gaben nehmen entgegen die Herren: Döring, Rendant, Vorsitzender, Atartin Dörr, Schlossermeister, Adolf Bourgeois, Buchbinder, Friedrich, JDtonteur, Mulch Lehrer, Dr. Heuser, Custos, E. H. Müller, Schreinermeister, M. Jaskowsch (Aquarium), Konrad Roth IL, Weinhändler. ** Pariser Schwindel! Bereits vor einiger Zett haben wtt unsere Leserinnen gewarnt vor einer aus Paris bettiebenen SckpvinDelei mtt Seidenjupons. Jetzt macht uns d^r Vorstand des Vereins der Tetaillisten daraus aufmerksam, daß hier noch immer, wie auch in cuideren süddeutschen Städten, eine Pariser Firma versucht, uitt) wie es scheint mtt außerordentlichem Erfolg, Weißwaren, seidene Unterrötte und ähnliche Artikel im Wege des Sch ne e b allen-^ ydra-) Systems abzusetzen. Gießener Damen benutzen gern die Gelegenheit, sich euren echt Pariser seidenen Unterrock im angeblichen Werte von 40 Frcs. zu dem billigen Preise von 2 Mk. zu beschaffen. Die Pariser Firma riskiert nichts, sie liefert den Rock erst, wenn Kupons im Gesamtwert von über 40 Frcs. abgesetzt sind. Die deutschen Damen aber riskieren, wegen Veranstaltung einer Lotterie ohne obrigkeitliche Genehmigung nach § 286 des R.-Stt.-G. mtt Gefängnis oder mtt Geldstrafe bis zu 3000 Mt. und außerdem nach § 22 bezw. des Reichsstempelgesetzes mit GÄd- strase von nicht unter 250 Mk. bestraft zu werden. Die Anden Römers mtt blasierter Frivolität zu vereinen sick bemühte, kam er doch über seine eigene treuherzige Arglosig- kett nicht hinaus. Jambenttagödie und Konversations- lustjpiel führten so ungewollt einen bunten und neckischen Wechseltanz auf. Trotzdem alles in allem für den eifrigen Kunstjünger eine wackere Leistung! Für den Kajapyas ist der ehrwürdige Herr Linz en ganz und gar nicht geeignet. Ich denke mir in diesem Hohenpriester einen starren Vertreter des strafenden und rächenden Judengottes Zebaoth, einen kirchlichen Würdenträger von kühler Ueberlegenhett und diplomatischer Ge- wandthert und Schlauheit Ach aber ach, Herr Linzen gab einen polternden Wallenfteinschen Wachtmeister. Ebensowenig konnte Frau Fischer als Rechn gefallen, und die jungen Kavalliere Jerusalems, die der Dichter als Lückenbüßer aufmarschieren läßt, langwettten nicyt nur sich sondern auch uns; die Herren Gr o n e r t und Pichler machten ja ihre Sache recht nett, wenn auch der letztere sparsamer mit seinen stereotypen Armbewegungen hätte sein können; Herr Tamke dagegen ist zwar ein guter jugendlicher Komiker, aber beileibe kein Darsteller von Tragödiencyargen. Zum Schlüsse noch ein kurzes Wort über die Frage, ob die Tradition berechtigt ist, die weltbeherrschende Persvnlich- kett Jesu von Nazareth nicht aus die Bühne zu bringen. In Bremen hat man vor 7 Jahren Rubinsteins „Christus" in der taktvollen Darstellung des Sängers zur Mühlen mit höchstem künstlerischen Erfolge zur Ausiuhrung gebracht, und das Publikum verfolgte die Vorgänge auf der Bühne mit andachtsvoller Ergriffenheit. Und wenn man selbst in katholischen Landen ::ichts darin findet, daß Maeterlinck den heiligen Antonius ins Lampenlicht des Theaters zitiert, daß ferner irgend ein Mist fahrender Bauern knecht in Oberammergau den Heiland in Person am Kreuze darstellt, dann sollte man deutschen Bühnenkünstlern etwa von dem Range eines Kainz die Darstellung des Erlösers versagen? Vielleicht erleben wir noch einmal die Zett, da Hauptmann sein Ehristusdrama, das seit Jahren in seinem Pulle liegen soll, auf den weltbedeutenden Brettern wttbersieht. Allerdings, wie wenige Kainze haben wtt, und wie wenige gute Darstellerinnen selbst einer Iphigenie! P. Witt ko. wendbarkett dieser Paragraphen auf das Schneballen- System ist wiederholt von Gerichten ausgesprochen worden. Das können teuere Röcke werden. Also — Vorsicht!! — Auch! die altberüchtigte Firma Reinhard Becker & Co. in Paris, die nach eiirge sand ter Photographie Porträts in Lebensgröße herzustellen verspricht, sucht in Gießen wieder Gutgläubige, die auf ihre lächerlich dummen Anerbietungen reagieren. Tas Scherzhafteste bei diesem Schwindel ist die „Spezifikation der Auslagen" dieser Firma. Nicht weniger als 7.35 Mk. betrügt diese Spesenrechnung, in der u. 0. auch „Camionage" mit 40 Cts. berechnet. Ein sehr schönes Wort, nur kennt es von 1000 Deutschen höchstens einer. Es bedeutet „Rollgeld". Dieses aber wird in derselben Spezifikation bereits mtt 50 Cts. berechnet! Sckon daraus erhelll, wie maßlos frech man von Paris aus Den Geldbeutel der guten Gießener spekuliert Also nochmals: Hand im Sack behallen! nt Lollar, 18. Nov. Am 13. d. Mts. tagte im „Schwanen" hier eine öffentliche Versammlung, die ein- berufen worden war zwecks Gründung eines Vereins, der sich die Schaffung uitb Erhaltung einer Kleinkinderschule für mpiseren Ort zur Aufgabe machen soll. Dies wurde auch erreicht, indem alle Anwesenden, 51 Gemeindeglieder, einmütig ihren Bettritt erklärten. Es ist aber als sicher anzunehmen, daß eine große Zahl anderer Gemeindeglieder, die an diesem Abend der konstituierenden Versammlung nicht beiwohnen konnten, nachträglich beitreten werden. Der Vorsitzende des seit ungefähr drei Jahren arbeitenden provisorischen Vorstandes, Pfarrer Gußmann, legte der Versammlung den Zweck des Unternehmens, sowie die finanzielle Seite dar, ergänzt durch wertvolle Ausführungen ariderer Herren. Die vorgelegten Statuten wurden mit kleinen Zusätzen angenommen, dann der Vorstand neu gewählt, nämlich die Herren: Direktor der Main-Wes erhütte Steinecke, Bürgermeister Zimmermann, Lehrer Daab, Arbeiter Back, Direktor der Gewerbebank Nies, Ortsgerichtsmann Aboos IV., Maurermeister Deibel, Zimmermeister dttchn. Als stätibiges Mitglied und Vorsitzender des Vorstandes fungiert nach den Statuten der Ortsgeistliche, Pfarrer Gußmann. Erfreulicherweise ist der Bau der Anstalt selbst bereits tatkräftig in Arbeit genommen worden, den die Herren Direktor Steinecke, Nuhn und Deibel fertig hinstellen lassen und gegen mäßigen Zinsfuß dem Verein abtreten werden. Es verdient lebhafte Anerkennung und warmen Dank, baß sowohl die Direktion des Hüttenwerks, gewiß von dem Interesse für die Arbeiter gekettet, ajs auch die beiden öffentlichen Kasten des Ortes, die Gewerbebant' unb der Spar- und Vorschußverein, durch freundliche Unterstützung setther wie durch versprochene zukünftige Httfe die Ausführung des gemeinnützigen Wertes möglich machen. Dasselbe gilt nicht zum wenigsten von der bekannten Opjerwttligkett der Spar- unb Leih lasse Gießen. Möge das begonnene Werk sich nun in absehbarer Zeit vollenden und Mtern wie Kindern unseres Ortes lieb mrd wert werden. h. W a l l e n r o d, 18. 9üov. Zu Ehren des von hier scheidenden Pfarrers Heintze sand gestern abend im Saale des Gemeindewirtshauses ein Festeren statt, zu welchem auch unser Kreisrat Dr. Wallau und Kreisamtmann Werner erschienen waren. Lehrer Lock feierte den Scheidenden als treuen, gütigen Seelsorger, oer sein Amt hier über 22 Jahre mit großer Milde verwaltete. Sein langjähriges Nervenleiden hat ihn gezwungen, sich von seinem Dienste zurückzuziehen. In Mainz hofft er Genesung zu fiirden. Um der Liebe und Hochachtung gegen ihn Ausdruck zu verleihen, haben ihm die beiden Gemeinden Walleiirod und Reuters einen schönen Sessel überreicht. Sein Weggang wird allgemein bedauert. )( Mücke, 18. 'Nov. Gegemvärtig ist die Renovierung der StaatS straße von hier nach Ruppertenrod fertig geworden. Zum ersten Male geschah dieses mit einer Tauipswalze schwereren Kalibers, die die Arbeit in 4 Wochen beendigte. Wenn auch der PreiS für eine solche Herstellung ein ungleich höherer ist, als die früher übliche Fliaarbeit, so ist doch auch der Zustmrd einer solchen Straße vollkommener, sodaß er sich mtt dem srüyeren einfach nicht vergleichen läßt. Groß-Gerau, 17. Nov. Gestern vormittag wurde der Sattler Wagner von hier, der in der Aktienzucker- sabrik beschäftigt ist, beim Riemenauslegen von der Maschine erfaßt und in Stücke zerrissen. Wagner hinterläßt Frau und drei Kinder. Mainz, 17. 9tt>v. Eine sozialdemokratische Parteiversammlung faßte mit großer Majorttät eine Resolution, die sich scharf gegen die Angriffe der „Leipz. Voltsztg." richtet. Die „Leipziger Volksztg." hatte in letzter Zeit wiederholt den Redakteur Mendel, der im Mainzer sozialdemokratischen Organ den „Revisionismus" verteidigte, sehr schlecht behandelt. Die Wirkung ober, die diese Ketzerrichterei bei den Mainzer Sozialdemokraten hervorgerusen hat, kommt in folgendem Passus der Resolution zum Ausdruck: Die Mainzer Parteigenossen bilden sich chr Urteil über ihre Redakteure selbständig und verzichten von vornherein auf die Belehrmig der Leipziger, die besser täten, in ihren eigenen Reihen parlamentarische Sitten und Anstand zu pflegen. Wer lehren will, muß selbst mit gutem Beispiel vorangehen. r. Mainz, 18. 9üov. Drei Gegenstände, welche für die Stadt Mainz von größter Bedeutung sind, brachte Oberbürgermeister Dr. Gaßner in einer heute abend stattgehabten Stadtveordnetensitzung zur Erörterung. Ter wichtigste betraf die Nieoerlegung der nordwestlichen Umwallung der hiesigen Festung, in welcher Sache die Vorarbeiten jetzt soweit gediehen sind, daß dem Reichsschatzamt ein Bebauungsplan unterbreitet werden konnte, der als Grundlage für die Veräußerung des hier frei werdenden Festungsgeländes zu dienen hat. Nächster Tage wird aus Berlin eine Kommission eintreffen, welche sich mit der Abschätzung des Wertes des Geländes befassen wird. Wie von dem Reichsschatzamt ferner mit» geleckt wurde, wird dem Reichstage in Kürze eine Vorlage unterbreitet Iwerden, für die Niederlegung der Festungswälle von Niainz unb Kastel die nötigen Beträge zu be- wckligenl Nach der Ansicht des ObeÄürgermeisters Dr. Gaßner dürften bis zum Frühjahr die Festungswälle fallen. — Ein weiterer bedeutungsvoller Gegenstand betraf die Zusicherung des Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft, bei der am 15. Dezember stattjindeuden Generalversammlung der Gesellschaft die Zustimmung für den zwischen der Stadt Mainz und der Eisenbahngesellschaft wegen Uebergang der Mainzer Straßenbahn an die Skaot zu erwirken, sodaß im Mai nächsten Jahres die städtische Venvaltung definitiv die Straßenbahn übernimmt und im Betrieb ihrer elektrischen Bahnen nicht mehr gestört ist. Der dritte wichtige Punkt war endlich, daß sich die Stadtvevordnetenversammlung prinzipiell mit der Eingemeindung der an der „Mainspitze" gelegenen rechtsrheinischen Orte Ginsheim und Gustavs- bura einverstanden erklärte und die Bürgermeisterei ermächtigte, mit beiden Orken gemeinsam einen Eingemeinb- ungsverttag zu vereinbaren. Für Mainz wie andy für die beiden Ortschaften betrachtet nmn die Eingemeindung der Orte zu Mainz für sehr bedeutungsvoll. — Vor Behanolung dieser Gegenstände hatte der Oberbürgermeister mit warmen Morten sowohl des Sterbefalles in dem Groß herzoglichen Hause wie auch des Ablebens des Bischofs Dr. Brück gedacht. In beiden Fällen erhoben sich die Stadtverordneten von ihren Sitzen._______________________________________________ Generalversammlung des Kesstschen Aauernvereins. fc. Friedberg, 18. Nov. Die heutige 18. Generalversammlung des Hessische Bauernvereins hatte eine stärkere Frequenz wie die, die im vorigen Jahre in Gernsheim abgehalten wurde, auszuweisen. Es waren 220 Vertreter der Lokalvereine aus allen drei hessischen Provinzen erschienen. Landwirt Regner-Bretzenheim, der 1. Präsident des Vereins, fühäe den Vorsitz. Die Verhandlunaen begannen um HV2 Uhr. Regner betonte in seiner Begrüßungsrede, es sei heute nötiger denn je, daß die ackerbautreibende Bevölkerung Zusammenhalte. Er erteiUe dann das Wort dem Schristsührer, Lehrer Wagner- Fehlheim, der an Stelle des erkcantten Rechners Jöst-Viernheim die Rechnung des Jahres 1902 bekanntgab. Ter Verein zählt in 56 Loktckvereinen, die sich auf die drei hessischen Provinzen verteilen, 4500 Mitglieder. Die Einnahmen bettugen im abgelaufenen Geschäftsjahre 4187.11 Mark, die Ausgaben 3730.29 Mk. Das Vereins^latt „Der hessische Bauer" wurde in 4500 Exemplaren gelesen. Tie Rechnung wurde von den Revisoren Pfarrer Kling^Ober- erlenbachj und Bürgermeister Gondolf-Oberwöllstadt geprüft und richttg befunden. Zu Rechnungörevisoren wurden neu gewählt: Bürgermeister Geffert-Fehlheim und Landwirt Jost-Bensbeim. Ter Vorsitzende teilte darauf mtt, baß der Verein mtt den Lagerhäusern in Hanau und in Lorsch behufs An- und Verkäufen in Geschäfftsverbindung getreten sei, und forderte die Mitglieder aus, rege davon Gebrauch zu machen. Der 2. Vorsitzende Pfarrer Mauer-Fehlheim empfiehlt die ge- nosfenschastliche Cigarrenfabrik in Klein-Hausen a. d. Bergstraße, die trotz chres kurzen Bestehens bereit 48 Arbeiter beschäftige und gute und billige Ware liefere. An der Diskussion beteUigte sich Kaplan Michel- Obermörlen, Landwirt Stoll-Hungen und LanowirtChriftian- Jügesheim. Kaplan Michel wünscht, daß die jungen Bauernsöhne die Ackerbauschule zahlreicher besuchten und theoretisch besser ausgebildet werden; daß die Landwirte lnehr Ausstellungen besuchten unb selbst ausstellten und daß innerhalb der Lokaloereine ein regeres Leben durch Abhaltung von Versammlungen usw. herbeigeführt werde. — e>t 0 l l-Hungen und C h r r sti a n - Jügesheim redeten dem genossenschaftlichen Zusammenschluß das Wort. Nur durch ihn sei der Kleinbauer vom Untergänge zu retten. Inzwischen war es 1 Uhr geworden, und man setzte sich im Versammlungslokal im Gasthaus zu den drei Schwertern zu Tische. Um 2 Uhr wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Zunächst sprach Rechtsanwalt Schröder -Friedberg über das Währschaftsgesetz, dann der Verbandsrevisor Gewenigev- Ludwigshafen über Körnerbau und künstliche Düngung. Den brüten Vortrag hielt Pfarrer Manrer-Fehlheim über Getteideverkaussgenossenschaften und landwirtschasttiche Lagerhäuser. Er meinte, es sei höchste Zeit, daß endlich jür die Provinz Ober Hessen ein großes Lagerhaus, etwa in Frredberg oder in der Nackcharschnft errichtet werde. An feine Ausführungen schloß sich eine längere Diskussion. Bürgermeister G 0 n d 0 l f - OberWöllstadt steht der Errichtung eines Lagerhauses skepttsch gegenüber. Man müsse bedächtig borg elfen und alles genau prüfen. Bei der Mollereigenvsjenschaft in Niederwöllttadt feien er und eine große Anzahl mittlerer unb kleinerer Bauern gründlich hereingefallen und zwar mtt 300 000 Mk. Dr. v. Peter- Friedberg schilderte die Schattenseiten eines Lagerhauses in uer Weller au. Er mahnte edensalls zur Vorsicht. Pfarrer Maner suchte die Bedenken dieser beiden Sicherheits- kommissare zu beseitigen. Oekonomierat Schlenke- Gießen ist ebenfalls für Den gen0ssenschosklichen Zusammenschluß, aber nicht für ein großes, sondern für mindestens sechs kleinere Lagerhäuser in der Provinz Oberhessen. Er forderte die Anwesenden auf, am 2 6. N 0 vembe r zahlreich in Gießen zu erscheinen, wo der Landwtttschafttiche Provinzialverein für die Provinz Ob er Hessen zusanunen- trete, um speziell über diese Lager Haus frage zu verhandeln. Tamil endeten die VerhanDlungen. Die nächstjährige Generalversammlung findet in Hechts he im in Rh ein Hess en statt. Vermischtes. * Leipzig, 18. 9iov. Die wegen Verwendung eingezahlter Gelder verhaftet gewesenen zwei Direktoren einer Konfirmandenausstattungs-Ge- sellschafL Pisters und Fabian sind aus der S^ajt ent* lassen worben, nachdem von ben Bertvandten Deckung hinter^ legt worden ist. Die Entlassenen machen bekannt, daß die Einleger ihre Gelder sofort zurückerhalten können. * Paris, 18. Nov. Das Hanlu.sgericht stellte gestern die Passiven bei dem Falliment der Humberts fest. Dieselben belaufen sich aus 16 00 0 0 0 Franes. — Therese Humbert wurde gestern im Zenttalgesängnis mtt den übrigen Neuaiigekommenen geimpft. S^e hatte darauf eine zweistündige Nervenkrisis. * Fiume, 18. 9loö. Der Dampfer Petoefi der um garischen Seeschiffahrts-Gesell;chast, welcher am 28. Oktober mit Getreide nach Rotterdam abgegangen mar, ist seitdem verschollen. Man befürchtet, daß er mit Mann und Alans untergegangen ist. * Petersburg, 18. Nov. Beim Brande im Postwagen der Nckolaibahn in der Nacht des 9. ds. Mts. sind von den beförderten Geldsendungen im Betrage von Rbl. 7 734 317 47 dem „Regierungsboten" zufolge nur ein Packet im Wette von Rbl. 826 18 verbrannt. Die übrigen Geldpackete wurden infolge der sofort ergriffenen Maßnahmen gerettet. * R i 0 de Janeiro, 17. Nov. An der Pest sind in der vergangenen Woche 17 Personen gestorben. Da 40 neue Erkrankungen vorgekommen sind, befinden sich gegenwärtig 133 Personen m ärztlicher Behandlung. * lieber ein neues A11 en tat au s ein en Eis en* bahn zug wird aus Petersburg berichtet: Gestern nacht entgleiste Der aus Rostock am Don abgegangene Schinellzug bei der Station Matrejewa, weil die Schienen in verbrea)e- ttscher Absicht entfernt worden waren. Bisher wurden nntcr ln$t ßL' etci (h. ^4? WZK ^ttiHg. ^Uenz |n;p^eJllfe r-nKr l5/ suhrtz -'. fei' lMe Ä* yteruiig -u-^ ^er ' °»°nkt n R^-a ces i'jO'* ^/Mers Mr AM CB£I»öm&946^ und r.»dZ KÄSS -5'.M die ge, ^®|e« a. b. Berg, k-ber-'s 48 toeifa leJiejere. : M Nm Ä’MJÄ iT' N bie jungen ^echr besuchten und • i^B die ämbtoirte elbft ausstellten uni leres lieben durch U, cbeiaefthrt werde. - :gesheun redeten dem >as tooit. Nur durch W zu retten. > ad man setzte sich ün den drei Lchvertm rngen fortgesetzt. > > griebbetg übtr H !vl/'or l-ewenige? cilche Düngung. Den ler-FeWim ütet landrvirtschaflliche r Seit, datz endlich a großes Lager- ÜLchbaychLft errichtet tid) eine längere Dis- /oerwlljtabt sieht der lsch gegenüber. Man ^enau prüfen. Bei der M seien er unb eine >rer Bauern gründlich M. Dr. v. Peter- i eines WW in im BorsiGl. Mer :r beiden jjmierat Schient- ichüjllcchLn^Mcen- loüinj CM®- . tj November zchl- LBÄasürche CferW WaniW -i verhandeln ^SnddjW Siheucheß-» ... Verwendung >nen »wer r>' Tunq^06’ - riten ■m bekannt, W iOOOO jra 0. Ffe’SJS* «Ml ®” {» sM! «* ;<■$> ■t M*be $(M* dung°», .Koten r ? Lie H 8 >An-;V Li'sS r>en Trümmern des Zuges ein tater Passagier und drei schwer verletzte Kondukteure hervorgeholt. Die Zahl der Opfer ist unbekannt, wahrscheinlich aber recht bedeutend. Der Zustanb des Viaschinisten und Heizers ist hoffnungslos. ________________ Gerichtssaal. — Gießen, 17. Nov. Schiedsgericht für Arbeiter- Versicherung. Die Land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft für das Großherzogtum Hessen hatte: 1. dem Holzhauer Konrad Hahn aus Hattenrod für die Folgen einer Fingerverletzung und einer damit in Zusammenhang stehenden Blutvergiftung vom 1. Juni 1903 ab eine Rente von 30 Proz. der Voll- reute gewährt. Auf die hiergegen verfolgte Berufung hin erhöhte das Gericht die Rente auf 40 Proz., 2. die dem Landwirt Heinrich Schaaf zu Kirtorf bewilligte Rente von 10 Proz. eingestellt. Das Gericht erachtete jedoch die Einstellung der Rente nicht für gerechtfertigt und verurteilte die Berufsgenossenschaft zur Weiterzahlung der Rente, 8. die Zahlung der dein Maschinisten Daniel Gilbert gu Sichertshausen zugesprochenen Rente von 10 Prozent eingestellt. Das Gericht erklärte jedoch auf Grund des vom Gerichtsarzt, Privatdozenten Dr. Bötticher konstatierten objektiven Befundes die Berufsgenossenschaft für verpflichtet, eine Rente von 20 Proz. zu zahlen, 4. den von dem Holzhauer Nikolaus Ewald zn Rodheim v. d. H. wegen der Folget! eines Bauchbruches .geltend gemachten Entschädigungsanspruch abgelehnt. Das Gericht konnte sich nicht davon überzeugen, daß der Bruch durch einen Betriebsunfall im Sinne des Gesetzes entstanden sei und wies daher die Berufung als unbegründet zurück, 5. den von dem Holzhauer Friedrich Kratz IL zu Ruppertenrod wegen einer Augen- beschädigung geltend gemachten Entschädigungsanspruch abgelehnt, da der Unfall selbst weder eine Schädigung des Auges noch eine Beemträchtigung der Arbeitsfähigkeit hervorgerufen habe. Die bestehende Sehbehinderung auf dem linken Auge sei auf ein altes vor dem Unfall vorhanden gewesenes Augenleiden zurückzuführen. Nach den eingehenden Ermittelungen und auf Grund der von der Marburger Universitäts-Augenklinik abgegebenen Gutachten kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Kläger durch die infolge des Unfalles aufgetretenen Zuckungen des Augenlides in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtrat sei. Die Berussgenossen- schaft wurde daher zur Zahlung einer Rente von 10 Proz. verurteilt. — 6. die dem Landwirth Andreas Oberheim zu Gedern wegen der Folgen eines am 22. Oktober 1900 erlittenen Unfalles gewährte Rente von 50 auf 40 Prozent herabgesetzt. Die hiergegen eingelegte Berufung wurde vom Gericht verworfen, da zweifellos in dem Zustand und der darauf beruhenden Erwerbsfähigkeit des Klägers eine wesentliche Besserung eingetreten sei, — 7. die lOproz. Rente des Holzhauers Heinrich Geiß I1L zu Wolferborn deshalb eingestellt, weil eine auf den erlittenen Unfall zurück- zusührende Erwerbsbeeinträchtigung nicht mehr bestehe. Der hiergegen emgelegten Berufung wurde vom Gericht der Erfolg versagt, da nach dem Ergebnis der erfolgten Inaugenscheinnahme der rechten Hand des Klägers mit Sicherheit angenommen werden könne, daß letzterer durch die Folgen des Unfalles im wirtschaftlichen Leben m einem nennenswerten Grade in seiner Erwerbs- täligkeit nicht mehr behindert sei, — 8. dem Landwirt Heinrich Günther zu Bellmuth für die durch einen Betriebsunfall vom 27. Januar 1901 bedingte Erwerbsbeeinträchtigung vom L Juni 1903 ab eine Rente von 25 Prozent zugesprochen. Das Gericht erhöhte diese Rente nach Anhörung des Kreisarztes Dr. Königer zu Schotten auf 35 Prozent der Bollrente. — In den Unfallversicherungssachen derJulianeEul er zu Grüningen und Heinrich Usinger zu Mittelgründau, in denen die Berufsgenossenschasl die Rente herabgesetzt, bezw. eingestellt halle, wurde die Entscheidung ausgesetzt, um die Verletzten nochmals in der chirurg- ischen Universitätsklinik dahier untersuchen zu lassen. Wöchkutlicht Werfichlder Todesfälle in der Stadt Hießen. 44. Woche. Vom 25. bis 3L Oktober 1903. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Marrn Militär Sterblichkeitsziffer: 17,40, nach Abzug von 2 Ortsfremden: 13,53 °/oo. Kinder Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Tuberkulose der Lungen 2 Tuberkulose des Darmes ' 1 (1) Vronchialkatarrh 1 Lungenerwetterung 1 (1) Brechdurchfall 2 Atrophie 2 Erwachsene: im vom L Lebensjahr: 2.—15. Jahr 2 — — Kl) - 1 — — Kl) — 2 — — 2 — Summa: 9(2) 5(2) 4 . — Danket und Verkehr. Volkswirtschaft. Berlin, 17. Nov. Die Zentrale für Spiritusverwertung teilt mit: Bei der Aussicht auf eine besondere Steigerung im Verbrauche von denaturiertem Branntwein beschloß heute der Gesamtausschuß der Zentrale für Spirrtusverwertung die Produktionsquote für 1903/04 der gebundenen landwirtschaftlichen Kartoffelbrennereien um 10 pEt. zu erhöhen. Newyork, 17. Nov. In einer Unterredung mit einem Vertreter des „Nerv York Herald" bestätigte Generaldirektor B a l l i n, daß zwischen der Hamburg-Amerika-Linie und der Kansas City and Merikan Eisenbahnaesellschaft ein Vertrag geschloffen sei, nach welchem die Hamburg-Amerika-Linie in Verbindung mit dieser Eisenbahn Dampferlinien nach Ostasien und Australien auf dem Stillen Ozean unterhalten wird. Die Vollendung der Bahn dürfte in zwei Jahren erfolgen. Ballin bestätigte ferner, daß Verhandlungen zwischen der Hamburg-Amerika-Linie und der White Star- Linie schweben, welche einen engen Zusammenschluß des zwischen Newyork und dem Mittelmeere unterhaltenen Dampferdienstes der beiden Gesellschaften bezwecken. — Reichsauleiheu. Der Verkehr in unseren Staatspapieren ruht wieder nahezu gänzlich. So waren z. B. am vergangenen Samstag an der Berliner Börse die Umsätze in 3proz. Reichsanleihen so still, daß eine amtliche Preisfeststellung im Ultimoverkehr gar nicht zu stände kam. Derarllges sollte nicht vorkommen und ließe sich auch, in Berlin wenigstens, umgehen, wenn man nur ernstlich wollte. „ A. Schaaffhanseuscher Bankverein. Wie aus guter Quelle verlautet, wollen weder der Schaaffhausensche Bankverein noch die Dresdner Bank in absehbarer Zeit zu einer Kapitalserhöhung schreiten, so daß der Reingewinn der Gemeinschaft zwischen der Dresdner Bank und dem Schaaffhausenschen Bankverein im Verhältnis von 4:3 verteilt wird. Die von uns gestern bereits er- ivähnte Uebernahme der Anleihe des deutschen Eisenwerkes in Kray in Höhe von lVr Mill. Mk. war das erste gemeinsame Geschäft der beiden Banken. — Pierporrt Morgau und der Stahltrust. Wie jüngst bei Schwab, soll nun auch bei Morgan in seiner Geschäftsleitung em Haar gefunden worden jein und Ihm die Kontrolle über den Stahltrust entzogen werden. Eine Vereinigung der Rockefeller, Gould^ Hill würde die Kontrolle in die Hand nehmen. Im übrigen wird auch behauptet, Morgan wolle sich selbst zuruckziehen und habe sich zu diesem Zwecke bereits em Gut in der Grafschaft Herts (England) gekauft. Markte. Limburg a. d. 17. November. Fruchtmarkt. Durch- chnittspreise vr. Malter. Roter Weizen 13.50 Mk., aüe§ 5^0^103.0 «Dlt, neues Korn 00.00 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 6L0 Mk. Hafer alter 7.10 Mk. Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.___ Schiffsnachrichten. Norddeul scher Lioyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 17. Nov. (Per transatlantischen Telegraph). Der Doppelschrauben - Schnellpostdampfer „Kaiser Wilhelm dtt Große", Kapt. O. Cüppers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, qt heute 11 Uhr vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Red Star Linie. Der Postdampfer „Kroonland" der Red Star Linie, in Antwerpen, ist laut Telegramm am 16. November wohlbehalten^ in Ne w-P o ick angekommen. Nicht Kunst und Wissenschaft allein, Geduld will bei dem Werke sein; Ein stiller Geist ist jahrelang geschäftig, Die Zeit nur macht die feine Gährung kräftig. (Göthe, Faust I.) Die Sektbereitung ist keine Fabrikation in gewöhnlichem Sinne des Worts, die nach der Schablone sich vollzieht, und bei welcher Art und Folge der Vorgänge nur der Regelung bedürfen. Der Wein selbst ist eine Materie von endloser Mannigfaltigkeit, bedingt durch die Art der Rebe, ihren Boden, durch die Witterungsverhältnisse in allen Stadien der Entwickelung der Frucht, durch die Behandlung der ausgereiften Traube und ihres Saftes zur Zeit der Lese und endlich durch das Werden des Weines aus dem gärenden Moste. Ohne genaue Kenntnis jener Mannifaltigke it im Eharakterdes Wernes, ohnegeschrck t e B e - Handlung aller Einzelheiten bei seiner Auswahl und Verwendung zum Sekt, ohne die liebevollste F ü r s o r g e w äh rend der langen Dauer s er n er E n t st e h u n g läßt sich kein Schaumwein erzielen, der das Beste vom Besten bilden soll. Auf solchem Boden und aus solchen Prinzipien ist unsere Marke „Kupferberg Gold" entstanden. Es ist nur natürlich, daß die aufgewendete Mühe ein Produkt ergeben hat, welches allerseits als unübertroffen an Güte und Geschmack gilt. Wem „Kupferberg Gold" einmal die Sinne belebt, wem das Herz erwärmt hat, der wird seine herrliche Wirkung nicht vergessen und zeitlebens ein treuer Anhänger von ihm bleiben. s Q •S* Oft © © <^> «ft 2 2 «ft co O a» E e c «ft CD o fio O 03 e ur O o D L ■VD «St o »O w rr ■B es S E so Q § O £ «T 5’ lEX E s $2 ■a» d32 2 D E v tEZ eu S 'O OJ dä. o H VG tE> O S E tEX 's E i 'cn <5 S- E E • erd CD Q tH rO g1 «Ä O> 's <5 IeTvd — ” CD vO a czl o -w CD —I O E vd ,'E> _-y «ft CQ "J5 e” s E O S er? 2 «ft E uO « Z CD «—* E 5-» -EX !§■« 04 «ft CD « E CD Z g es S E^ .O uQ . ZT cD Ur w c CD O c-> E AL? E CD * 22 1-4 E^ O xO Ö 5 .2 _ S ' .s'-'gSS' - s-> 5® ff w tH 03 OD o E w S 5'to" co -ti O E a> a -E in Ö _ 3 2 VD O K E ..Ö2. E — w cn ° «ft ^2 — O :ti ■XC) p“- w E E -2 o . •** «ft p « ■*# E UE" 1/3 r*D P- Ä E **■-*-. <3 851 — g«“1 q •— rt— cl> « E <3 g co* bi o E SS a CS CD ° ep E E © >o -'x c» E N . § E fg*«s> '■* c JO jo 5 E » , g>s t:' tEX jJ . § n* E . CO 4_, » ♦ g E »oj S O -S E -Ä J-» «=»ö p "g Sv «ft g ö* 4« E cd.2< 5.Ü e . » (9 S- o £ E ° E -E3 «ft E «ft c «ft >b.o g* S -2 CD iE £ E *2 O E E. «ft c» O .<2 O . trS"'s „ e-o „'s l2-E O av ö 2 2 CD CD D <3 — O* E « E -L o5 A.E .2* g? >8* £ E vE f E 'S D E r-> S __<3 «ft CQ «o O Einen grossen Gelegenheitsposten eleganter gebe ich, so lange Vorrat reicht, auffallend billigen Preisen Giessen Marktplatz 6. •TW HU L ' A iM-i W Giessen Marktplatz 6. Kreuzplatz 14. Plockstrasse 14, Unsere grossen Wdliiia(lit?-Att55tdliingen in 8591 Kinderspielwaren sind eröffnet und bieten das denkbar Neueste der Puppen- und Spielwarenbranche. Grosses Lager. Billige Preise. Moritz Gregor! & Sohn. Fluß- und Seefische J. M. Schulhof 6 empfiehlt 7186 Zu Titeltet! f" Chocolade CMoser-Roth Telephon 119. Promoter Versandt nach ausw. Georg Wailenfels Marktplatz 21. Fernsprecher 46. ff. Vogelsberger Süssrahmbutter J. ftijlhk Lmdbsttkr jj. irisch k M-Kin . » Verkaufstellen durdt Pltkgte ■» ersichtlich. ^5:2/ ' Kgl. 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