HL 2.—viertel- ePpiche !W : i1- t« Kissen, eP fehlen zunehm»«n und sie i» einem Hofzuge abzuholrn. Es 4 Prin.zejj.n Eliiabetl, von Hessen. F» I lMI ■ $ W Prinzessin Elisabeth m ihren Blauem zu wobei die Prinzessin Sich aller Herzen ge- wie auch begrüßen, wann. Schul st ratze 7. Ubrefi« für Depefchenr «nzetger Gtetzen. Kerniprrchani chluß Nr. bl. - gr. Romrod, 19. Nov. Kurz nach dem Eintreffen der Todesbotschast von dcnt Hinscheiden Ihrer Großh. Hoheit, der Prinzessin Elisabeth, wehte die Fahne aus dem hiesigen Jagdschlösse auf Halbmast. Auch die übrigen Behörden trafen ähnliche Anord- nuligeii. Besonders erschütternd wirkte die Kunde auf die Bclvohner von Romrod, da die Stadt schon jo oft die hohe Ehre Halle, S. K. H. den Großherzog V ■ 18?8 j Vaterherz, klage nicht; nicht iür des Grabes Gruft Ward dies Kind Todesraub; Golt-Balers Stimme ruft Aus lichten Lebens jeiigell Himinelshöhn Zu sich das Kind und durch es den Vater! L Ä- tz N - sind für die hohe Frau besondere Gemächer im Schlosse b reitgesteüt, falls sie hier länger zu der. weilen gedenken sollte. Auf dem Bahnhofe sind vier Eskadrons der hiesigen beiden Dragoner-Regimenter unter dem Kommando des DbcrfUeutußnU v. Bernath auf» gestellt nebst Standarte und Regimcntslapcürn, die be.m Eintreffen des Zuges Choräle spielen werden. Am Mausoleum sind vier Kompagnien des llö. Infanterie- Regiments posnert, cbensalls mit Regimentskapeüe. Auf den Strafen bilden links Krieger- und Turnvereine Spalier. 9lid)t Du bist selbst ein Herr, der so gewaltig droht, Tu bist ein Bote nur, von droben abgesaudt, Du holst die Blümlein, für diese Welt zu gut, Ehe sie leiden, zum Himinelsgarten. Nr. A72 vrlchetut täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen« blätter viermal in der Woche betgelegL Rotationsdruck u. Verlag bet Brühl 'fchen Untvers.-Buch- u. Stein- drurtere, (Piets ch lieben) Laß, Herr, du Lebensfürst, aus dieser Tränensaat, Für Fürst und Vaterland, die jetzt die Trauer eint, epneßen eiuigcn Segen Allen! L-a. In überraschendem Gegensatz dazu steht folgende Meldung: Darmstadt, 19. Nov. Nach einer soeben eingeiroffenen Mitteilung wird die geschiedene Großherzogin von Hessen, die infolge der Aufregung erkrankt ist, an der Bei« setzung der Prinzessin Elisabeth nicht t e i l n e h m e n. Sie wird durch ihre Mutter, die Herzogin-Witwe von Koburg vertreten. — Tie Stadt« verordneten hatten heute um 12 Uhr eine Trauersitzung. Oberbürgermeister Morneweg hielt eine tief eigtetfeude Ansprache. Das Bildnis der Tahingeschievenen Prinzessin war in emem schönen Arrangement von Blumen und Palmen ausgestellt. Kurz darauf traf dann nachstehendes Telegramm ein: Darmstadt, 19 Nov. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daj die Großherzogin Viktoria Melitta doch heute nachmittag zur Beisetzungsfeierlichkett erscheinen wird. Exzellenz v. Riedesel hat sich nach Frankfurt begeben, um ihre Spezlalbefehle entgegen- Du rührst die Kindlein an: Schmerzlos entschlununern sie, Sanft trägt sie Engels Arm hoch über alles Leid; Torlhin reicht Kurnmer lucht, nicht Tränen, Traurigkeit, Don ist nur Freude, Friede, Leben! Dort greift des Mägdleins Hand Aesus, des Todes Herr: Steh aufz was schlummerst ou muten uu Hunmelsglanz! Richt dag du tot bleibst, daß du lebest, Zog ich zu mir dich aus lauter Güte. ränchen-Kets* »en-Pasti\en wwie MMMdi iahei von du Gesellschaft -WUbeli-Feisenquelleo Io vertrieben), •i Steatskontrolle in den .etneben des Staates mit riiehem Einser QuelWz hergesUllt 1693 Natürliches er QneM m Flasciei m in alles JF—m' Die Beisetzung der verewigten Prinzessin Elisabeth wird also, wie bereits durch Drahtberichte gemeldet wurde, bereits heute, Donnerstag, nachmittag um 3y2 Uhr erfolgen und zwar in stiller, einfacher Weise. Es geschieht das auf besondere Anordnung des Großherzogs, die am Mittwoch vormittag von dem in der Nacht zuvor aus Skiernewice zurückgekehrten Obcrstallmeister Frhr. Niedesel dem Hofmarschallamt . persönlich überbracht wurde, und entspricht ganz dem schlichten Wesen unseres aller Pompentsallung abholden Landesherrn, dessen tief von Schmerz bclvegte Stimmung in den Antworten auf die Beileidstelegramme jo ergreifend zmn Ausdruck kommt. Mit veranlaßt wurde diese Entschließung wohl auch durch den Umstand, daß das Zarenpaar noch im letzten Moment an der Mitfahrt nach Darmstadt verhindert ivurde. So werden also an der Beisetzungsfeier nur Großfürst und Großfürstin Sergius, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, Prinz und Prinzessin Andreas von Griechenland die fürstlich Erbach - Schönberg'sche Familie und die in Darmstadt weilenden fürstlich Batten berg'scheu Herrschaften teilnehmen. Als B e r l r e r e r Kaiser Wilhelms traf heute mittag der zweite Sohn des Kaisers, Prinz Eitel Fritz, in Darmstadt ein. Das Programm für das Leichenbegängnis ist sehr einfach gehalten. Es lautet folgendermaßen: Um 3 Uhr versammeln sich in dem Main-Neckar- Bahnhof die zum Dienst befohlenen Hofstaaten und der Vorstand des Kabinets. Nach Eintreffen des Zuges wird der Sarg auf den vor dem Bahnhof haltenden Leichenwagen verbracht, die Sargdecke wird durch die Herren Obersthofmarschall General von Weslerweller Exz., Oberststallmcisler Riedesel Freiherr zu Eisenbach Exz., Generaladjutant Generalmajor von Wachter und Geheimer Kabineisrat Römheld getragen. Der Zug setzt sich demnächst in folgender Ordnung in Bewegung: zwei Hoffouriere, der Hofprediger, der Oberkammerherr, der Leichenwagen mit 6 Pferden bespannt. Zur Seite gehen die Träger der Sargdecke. Es folgen: die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften, der Minister des Großherzoglichen Hauses, das Gefolge der Höchsten Herrschaften, die Wagen des Großherzoglichen Hofstaates. Auf dem Mausoleum auf der Rosenhöhe, wo sich die zur Teilnahme an der Beisetzung Geladenen, nämlich die Mitglieder des Diplomatischen Korps, die nicht zum Dienst befohlenen Hofstaaten, der Minister der Justiz und der Minister der Finanzen, die Generalität, der Oberbürgermeister und die Beigeordneten der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt, eingefunden haben, wird der Sarg von dem Leichenwagen abgenommen und unter Vortritt des Oberlammerherrn und des Hofpredigers in das Mausoleum getragen. Nachdem die Höchste Leiche an ihren Ort gestellt worden, segnet der Hofprediger dieselbe zur 'letzten Ruhe ein. Die Beisetzung vollzieht sich also in schlichter Weise. Als letzte Ruhestätte der Verewigten ist der mittlere Teil des Mausoleums bestimmt, in welchem sich bereits die Sarkophage der beiden kleinen Prinzessinnen Marie und Elffabeth, sowie die des dreijährigen, s. Zt. durch einen Sturz aus dem Fenster getöteten Prinzen Friedrich Waldemar befinden. In den beiden, durch Säulenhallen verbundenen Seitenräumen stehen links die Sarkophage des Großherzogs Ludwig IV. und seiner Gemahlin Alice, rechts die der Prinzen Heinrich und Wilhelm. Den innigsten Anteil an der Trauerfeier nimmt natürlich auch die Darmstädter Bevölkerung, was man schon an den zahlreichen, mit Trauerfahnen geschmückten Häusern und der auf den Straßen dort herrschenden ernsten und gedrückten Stimmung bemerken kann. Ferner liegen uns heute wieder folgende Privat- telegranime vor: Frankfurt, 18. Nov. Hier traf gestern abend kurz nach 11 Uhr die geschiedene Großherzogin von Hessen mit ihrer Mutter, der Herzogin Marie von Koburg, hier ein. Die Landgräfin von Hessrn war zu ihrem Empfange im Fürstenzimmer des Hauptbahnhofs erschienen. Die Herrschaften sind im „Englischen Hof" abgestiegen. R. B. Darmstadt, 19. Rov. Zur heutigen Beisetzung sind der Herzog von Coburg-Gotha, ferner als Vertreter des Königs von England der Gras von Gleichen, als Vertreter des Pnnzregenten von Bayern Prinz Ludwig, als Vertreter des Großherzogs von Baden Prinz Max, und als Vertreter des Großfürsten Wladimir von Rußland Graf Stackeiberg ein- getroffen. Heute mittag kamen noch Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hetzen, und Prinz Albert von Schleswig-Holstein. Prinzessin Ludwig von Battenberg war bereits gestern abend eingetroffen. — Die frühere Großherzogin imrb voraussichtlich heute nachmittag mit dem Schnellzuge um 281 hier eintreffen und durch einem Hofwagen nach dem Mausoleum geleitet werden. Nach Beendigung der Trauerfeier wird die Großherzogin sofort wieder nach Frankfurt zurückkehren. — Die städtischen und staatlichen Bureaus bleiben heute nachmittag geschlossen. Zahlreiche Fahnen und die Bildnisse der Prinzessin in den Schauläden sind mit Trauerflor versehen. Prinzessin Elisabeth i Auf Befehl S. K. H. des Großherzogs wird in der „Darmst. Ztg." das nachstehende Telegramm d.. d. Skierniewice 4./17. November 1903 zur öffentlichen Kenntnis gebracht: Aus dem Sektionsprotokoll, welches anläßlich des Ablebens Ihrer Großh. Hoheit der Priuzessm Elisabeth von Hessen am 3./16. November 1903 ausge- fertigt wurde, ist ersichtlich, daß die Allerhöchste Kranke infolge von Typhus abdominalis ungefähr am Ende der erste n Woche dieser Krankheit gestorben ist. Als die proxima causa mortis ist die sehr liarfe Intoxikation mit Typhusgift zu betrachten. Unterschrieben: Leibchirurg Hirs ch. I. Ort h. Professor ord. derKatscrl. Universität in Warschau Eduard Przevoßty. Orduiator des Warschauer Mttitärhauses L. A n d e r e. Projettor der Kaisers. Universität Dmo- ch o r s k n. Proseklor-Adjunkt der Kaiserlichen Warschauer Universität Josef Petrokowsky. Ich bestätige hierdurch, daß ich bei dem Zusammen- stelleii dieses Protokolls aiiwesend rvar und bescheinige die Unterschriften der Aerzte. Ter Minister des Kaiserlichen Hofes Generaladjutant Baron FrederickSz. Skierniewiee, 4./17. November 1903. Gegengez. M o f s o 1 o f f. nut :n schnell und gut cr in tä Bert* Zum 16. November 1903. Tod, darfst Du wagen, auch an des Fürsten Kind Tte Hand zu legen muten im Jugendmai? Wer gab Dir Macht, das zarte Blümelein Zu brechen, das unser Aller Freude? I - HÄM rtr.'l 1-* »’A ott* w* < । ix Sdittemtn9. .Parfümerien oiletMel enheiteo — Veli, eeltersroegft Erstes Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag 19. November!903 6eAiifl»prct». WA O monatlich 7ÜPU viertel- jauanar ▼ M ▼ tahritch Mt. 2.20; durch GiesientrAnMger General-Anzeiger " " * den yoltt. an» aUgcnx. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MGZ zeiaentett Han« Veck. Das italienische KSnigspaar in Kngland. Windsor, 18. Noo. s4ki der Ankunft der fürstlichen Herrschaften im Schlosse erwies eine dort aufbestellte Ehrenwache die mMtärisck-en Ehren. Jin Schlosse wurden der Sitimg und die Königin von Italien von dell Würdenträgern begrüßt. Auf den Treppen waren Leibgardisten aufgestellt. An der Fanlilientasel in der eichenen Halle des Schlosses nahnren der König und die Königin von England und von Italien, Prinzessin Viktoria, Prinz nnd Pcinze,sin von Wales und Prinz und Prinzessin Christian zu Sccsteswig-Holstein teil. Die Gefolge speisten in einer anderen Halle. Der Mayor von Windsor gab 62 in Windsor lebenden Italienern, die in Nationaltracht erschienen waren, im Ralhause ein Festmahl. König oduard und der König von Italien jagten heute ün Walde von Windsor. An der Jagd beteiligten sich auch der Prinz von Wales, der Herzog v. Eoniraught sowie der Prinz Ehrißian von Schleswig-Holstein. Auf der Fahrt üls Jagdgeläilde begab sich König Viktor Enlanuel nach dem Mausoleum in Frogurore und legte einen Kranz am Grabe der Königin Viktoria nieder. Die Königin Alexandra uüd die Königin Helene unternahmen eine Ausfahrt, aus der sie die Albert-Gedächtniskapelle besuchten. Zum Frühstück trafen sie mit den Fürstlichkeiten, die sich zur Jagd begeben hatten, wieder zusammen. Heute abend sand zu Eyren der italienischen Majestäten in der St. Georgshalle des Schlosses ein Fe st m a h l statt. An demselben nahmen außer dem König und d.r Königin sowie den Mitgliedern der Königlichen Familie auch die Minister mit Ausnahme deS durch Unpäßlichkeit vorhinderten Balsour teil, ferner die Führer der parlamentarischem Opposition, Chamberlain, das diplomatische Korps und- andere Würdenträger. König Eduard toastete auf die italienischen Majestäten. Er erinnerte daran, daß gerade 48 Jahre seit dem Besuche des erlauchten Großvaters oi£ Königs, Viktor Emanuels II., am englischen Hofe verflossen seien. Damals, sehte der König hinzu, befanden wir uns im Kriege. Unsere Heere kämpften Seite an Seite. Heute befinden wir uns Gott sei Tank im Frieden. Das Ideal, welches unsere Länder verfolgen, ist, den Frieden aufrecht z u erhalten unb auf dem Wege von Fortschritt und Zivilisation zusammeil-uarbeiten. Der König g. dachte dann seines herzlichen Empfanges in Nom und setzte hinzu, er sei überzeugt, sein Volk werde den italienischen Majestäten bei ihrem Besuche in London herzliche Gefühle der Freundschaft zum Ausdruck bringen. König Viktor Emanuel toastete auf den König und die Königin und sagte, daß stets wachsende Gefühle der 'Sympathie und Freundschaft England und Italien verbinden. Sie bildeten für mein Volk — fuhr der König fort, Aeberlieferung, für meine Regierung bedeutungsvolle Faktoren, bei ihm die Politik, welche gleich der Politik Englands eine Politik des Friedens und der Zivilisation sei. Der Wnig verlieh dem italienischen Minister des Aeußern Tittoni das Großkreuz des Viktoriaordens. Ein Vertreter des Reuterschen Bureaus hatte heute eine Besprechung mit dem italienischen Minimer des Aeußern Tittoni, in deren Verlause der Minister sagte: Ich kann nur wiederholen, daß die italienischie Politik eine Politik des Friedens ist Sie kann als ihre Grundlage nur den Dreibund aufrecht erhalten, der durchaus friedlicher Naturist. Es ist in Deutschland undOesterreich-llngarn wohlbekannt, daß unsere Erklärungen in dieser Beziehung durchaus ohne jeden Vorbehalt oder Gedanken ün einen solchen abgegeben, und daß das italienische Kabinett über die politischen Fragen sowohl in auslvärtigen wie in inneren Angelegenheiten völlig einig ist Die beiden mit uns Verburedeten Mächte vertrauen aus unsere Mil- arbeit, welche noch mehr an Kraft gewinnen wird durch i>ie neuen Handelsverträge, die unsere wechselseitigen, berechtigten Interessen besriedigen werden. Wi.r werden unser möglichstes tun, um die Wiederherstellung herzlicher Beziehungen zu Frankreich weiter zu entwickeln und zu befestigen. Was Englarrd betrifft, was könnte ich den warmen urrd aufrichtigen Aeußer- ungen der Zuneigung und Freundschiajt noch yinzusügen, die die italienische Presse kundgetan hat? König Viktor Emanuel befindet sich hier als erhabener Dolmetsu) dieser Gefühle. Die jüngste Rede des Premierministers Balfour über die Lage in Macedonien gibt in großen Zugen auch unsere Anschauungen wieder. In der sJJi i 11 e l m e e r» frage wie in Afrika verfolgen wir eine Politik, die mit derjenigen Englands völlig im Einklang steht. Politische Tagesschau. Wie hessische Sozialdemokraten einen Majestätsbeleidiger feiern Dieser Tage wurde aus der Strafanstalt zu Butzbach der sozialdemokratische Journalist Adelung entlassen, der wegen Majestätsbeleidigung zu einer längeren Freiheitsstrafe von Rechtswegen verurteilt worden war. Run lesen wir in dem sozialdemokratischen „Offenb. Abendbl.* folgenden Bericht: Mainz, 18. Rov. War daß ein freundschaftliches Händeschütteln, ein frohes Wiedersehen, als gestern abend in der „Wcmz" die Genossen und Genossinnen in großer Zahl versammelt waren, um dem Redakteur Adelung zu seiner Rückkehr aus dem Butzbacher Gefängnis ihren Willkornrnengruß zu entbieten. Genosse Tr. David hielt eine kurze A n s p r a eh e. Da habt ihr ihn nun rvieder, meinte er launig, die Geiangntskost ist ihm gut bekommen, aber auch die geistige Kost, die er sich mitgenommen, er hat die drei Atonale zum Studium der fatalistischen Litteratur benuljt. So hat die Justiz einen „besseren" Sozialdemokraten aus ihm gemacht. Mit der Besserung sind wir zufrieden. Genosse Adelung dankte in kurzen bewegten Worten. Dann trat die Fidelitas in ihre Rechte. Namentlich der Genosse Fürst, der kleine große 'Mainzer Dichterfürst, erfreute durch Vortrag einiger seiner humorvollsten Dichtungen. Selbstverständlich wurden auch die Ereignisie und „Sünder" der letzten Wochen durchhechelt. Unter großer Heiterkeit brachte eine Genossin ein von Fürst schnell zu Papier gebrachtes Kauplet nach bekannter Melodie zum Vortrag, das unter anderem folgende Verse enthielt: Der Dresdner Parteitag war wirklich nicht schön, Die Masse will solches Gezänk iiichl seh'n. Der Goliath Bebel packt nianchen beim Schopf Und wujch ihm ganz gehörig den Kopf. Und Wolsgang Herne der sprach: wie schlau Ist Dr. David, der schickt' seine Frau. Er dachte: o David, wär' ich doch bei Dir! O Du glückliches Tier, Dir gehl's besser wie mir! Em weiterer Vers ivurde dem kürzlich namentlid) von der Leipziger Volksztg. hart angegriffenen (Genossen Redakteur Mendel gewidmet. Lindernden Balsam träufelte der Dichter also in seine noch brennende „Wmiden": Von Leipzig kam die Kunde hierher, Tas jemand ein „grüner Junge" noch wär! Auch hier man ihm auf die Finger als klopft, Doch hat in die Ohr'n er sich Watte gestopft. Er schrieb sei'ni Kollegen nach Butzbach ganz fix: Tu hast Deine Ruh' — Dir tut niemand mx. Doch ich krieg' meine Haue stets hier. O Tu glückliches Tier — Dir geht'ü besser wie mir! Das ist echt Atainzer Humor, niemand nimmt etwas „krumm", feinet' lacht und amüsiert sich mehr, wie die Apostrophierten. Was Wunder, wenn die kleine Feier zur Begrüßung des „Majestäts-- beleidigers" solcherart in animiertester Weise verlief und die Ver- sammelten bis zur Geisterstunde beisammen hielt. Deutsches Reich. Berlin, 18. 9äov. Ter Kaiser und die Kaiserin unternahmen gestern einen Spaziergang im Parke von Sanssouci. Potsdam, 18. Rov. Der Kronprinz v o n D ä n e- m a r k traf heute mittag hier ein. Zum Empfange war der Kronprinz am Bahnhof erschienen. Nach herzlichster Begrüßung wurde die Fahrt nad) dem Kabinettshanse angetreten, wo ein Frühstück stattsindet. Der Kronprinz von Dänemark reist heute abend nach Wien ab. Vom Kabinettshause begaben sich der Kronprinz uub der Kronprinz von Dänemark nack) dem Neuen Palais. Um 31/4 Uhr erfolgte die Abreise des dänischen Kronprinzen. Stuttgart, 18. Nov. In Württemberg sind durch Vermittelung der königlichen Zentralstelle für die Lanb- wirtschaft genaue Mahl- und Backversuche mit ausländischem und inländischem Getreide angestellt worden. Diese Versuche haben beit Nachweis geliefert, daß die einheimischen G e t r e i d e s 0 r t e n den ausländischen d ur ck)s chnit t li ch in d er Ge f a m t a u sb eu t e und in der Ausbeute an fö pn e m Mehle überlegen waren. Bezüglich der Backfähigkeit standen sich die Mehle im allgemeinen gleich M ü n ch e n, 18. Nov. Die Abgeordnetenkammer überwies einstimmig den Zentrumsanlrag auf Besteuerung des unverdienten Boden Wertzuwachs es nack) oberflächlicher Debatte und nach zurückhaltenden Aeußerungen des Finanzministers sowie Bedenken desselben gegen die Erwartungen des Zentrums und gegen die Festlegung der Erträgnisverivenbung (Förderung des Wohnungswesens der mittleren Klassen, Bodenzinstilgung, Wohnungsgeldzuschüsse) bei abwartender Haltung der Liberalen und nach persönlichen Reibungen zwischen rechts und links dem Ausschuß für die Regierungsvorlage betr. eine Grundwertabgabe. Koloumlpost. — Kapstadt, 17. Nov. Der Offizier der Kappolizei, welcher ubet die Erhebung der Hottentotten in D e u t s ch-o ü d w e st a s r 11 a Untcijnajnngen anstellte, erklärt, die Ausständischen rechneten mit dem Vorgehen der Sentjujcn gegen sie und lvurden sick) in das unzulängliche Pallagebirge zurückziehen. — Springboisontein, 17. Nov. (Reuter.) Einer amtlicljen Trpejeye aus Paniansdrist am Oranjeslusse zufolge überschritt eine Abteilung Bv ndelzwarts die Furt. Sie erklärten dein Osfizier, lvelcher an der Furt Dienst hatte, jie wollten teilten Angriff auf die KapLvlonie machen ober in Berührung mit der Polizei tomnien. Tie Hottentotten berichteten ferner, es seien bisher lio ch k eine Teutjchen in Warmbad von Keetslnanshoop einge- tnoffen. Tie Desaüung sei noch am Leben; die Teutsck-en hätten Warmbad niemals in Brand gesteckt. Die Bondelzwarts fragten schon an, ob sie m die Kapkolonie übersiedeln dürsten, lvenn sie von den Deutschen vertrieben würden. — Die vor einiger Zeit aus Deutsck)-Südwest, afrika gemeldete Mr mo r dun g d er Famili e Paa sch durch die Ovambos hat sick) nach einem der „Nat.-Ztg." aus Windhoek übermittelten Berichte eines Augenzeugen folgendermaßen zugetragen: Der Häuptling Bomakantu hatte, wie es üblich ist, dem ihm gegenüber auf deutschem Flußufer des Okavango lagernden Händler Paasch einige seiner Leute mit Früchten und Lauschartikeln zugeschickt und ihn zum Austausck) mit seinen Waren aufgefordert. Paasch, ein als brutal und gewalttätig bekannter Mann, hatte die Boten Lomalantus schroff abgewiesen, nnd als diese, wohl angesichts der Minderzahl der Paasch- jd)en Begleitung, nur zögernd porig in gen, sofort mit dem Gewehr bedroht. In dem daraus eiitstandenen Wortwechsel s ch 0 ß P a a s ch, und vier Leute Bomatantus fielen. Tamit war das Sckstcksal Paasd)'s besiegelt. Arn Nad)Nlittag sandte Bomakantu eine große Schar seiner Krieger in das Paasck)'jche Lager und ließ, nack) vorhergegangener Ankündigung des über ihn und feine Begleitung verhängten Todesurteils, ohne Erbarmen alles niederschießen. Bei der Metzelei entkam eine — geißeskranke — Tochter Paaschs und soll nock) nicht wieder ausgefunden sein.' Dann plünderten die Mörder die Vorräte Paaschs und nahmen alles mit sich auf ihre Werften, die Wagen wurden an Ort und Stelle verbrannt. Auslauö. Budapest, 18. Nov. Der uiigarifd)e Ministerpräsident Graf Tisza hat heute im Abgeordnetenhause sehr (djarf feinen österreichischen Ministerkvllegen v. Körber kritisiert. Lieser hat gestern bei der Eröffnung des österreichischen Parlaments eine lange Rede über das Verhältnis Oesterreichs zu Ungarn gehalten, über die heute Graf Tisza sich äußerte, daß die Bemerkungen v. Körbers über das ungarische Staatsrecht dilettantische Aeußerungen eines'„distingmsy foreigner" seien. Seine (Tiszas- Auslassungen über tzol-eitsrechte hätten die Zustimmung des allein maßgebenden Faktors gesunden. Auf dieser Grundlage habe er die Kabinettsbildung übernommen, und bei dieser klaren Sachlage könne man Kommentare von einer nicht kompetenten Stelle, die nicht mitzusprechen l’v.be, mit großer Kaltblütigkeit hinnehmen, öidjerlid) würden alle Faktoren der ungarischen Politik sich cnergifd) widersetzen, falls versucht wurde, nicht bloß theoretische Aeußerungen zu machen, worin er niemand beirren wolle, sondern in ähnlicher Richtung in die Praxis einzugreifen. Tie Aeußerungen Tiszas wurden auf allen Seiten des Hauses mit stürmischem Beifall und Händeklatschen ausgenommen. Nach Tisza spricht Ugron und drückt seine freudige Genugtuung über Vie e n er gischen Aeußerungen Tiszas aus. Alle un- garischen Parteien müßten zusammen,rehen, da Ministerpräsident v. Körber nicht eine einzelne Persönlichkeit, sondern ein System darstelle, das die öftereeichisd)en Parteien nicht zu fruchtbarer Arbeit und nicht einmal zur Anhänglichkeit an die Dynastie vereinige, sondern nur durch Gehässigkeit gegen Ungarn zusammenhalte. Die hiesigen Blatter sprechen sich oahin aus, da^ ohne Zweifel Vie heutigen Erklärungen des Ministerpräsidenten die parlamen- tarischie Lage von Grund aus ändern, und wahrsd)>einlid) einen baldigen Rüctzug der Obstruktion bewirken wird. Die meisten Blätter beiprechen die gestrige Rede deS Ministerpräsidenten v. Körber ungünstig und beklagen es, daß er den St reit in der Militär frag e dadurch erneuerte, daß er die Berechtigung des nngarijdjienl ReickMags bezüglich der MajefkärArechte in Sachen der Armee entschieden geleugnet habe. Sofia, 18. Nov. Nachdem es der Redaktion der „Wetsck). Pojck)ta" gelungen ist, Dokumente aus dem Archiv des unlängst ou^gewiesenen russischen Polizeiagentm Alexander Weißmann zu erlangen, beschäftigen sich die Blatter eingehend mit dem russischen S p 1 0 n a g e s Y st e m. Die Doiumente sollen mehrere Persönlichkeiten der ver- jlojsenen russophilen Regierung direkt des H 0 ck-, v e r - rats und antidyna stisck).er Bestrebungen über- führen. Die 'Regierung loirb jedenfalls die Dokumente zu politisck-en Zwecken ausnutzen. Die Enthüllungen wirbeln vielen Staub aus und sind geeignet, den russischen Einfluß stark zu schädigen. Tie Affäre wird noch weitere Kreise ziehen. Konstantinopel, 18. Nov. Am 16. Nov. wurden die Bolschafler der Ententemächte bei der Pforte wegen ver Rejormsorderungen nad-drücklick) vorstellig. Am Nachmittag stattete der Großvezier den Dotschastern der Ententemächte in dieser Angelegenheit Besuche ab. Nach Mitteilungen der Pforte an die Botschafter der Ententemächte haben am 10. November aufständische Bulgaren das nivhamedanisd)e Dorf Lazar im Sandschak Kirk-Kilisse niedergebrannt. Zwölf Einwohner wurden er* Feuilleton. — VonJnteresse für Theaterfreunde dürsten die unter dem Titel „A u s dem T a g e b u d) e eines Wiener Schauspielers 1848 — 1902" veröffentlichten Erörterungen und Betrachtungen Tr. Rudolf T y r 0 l t 's sein (Wien, Wtlh. BraumüUer). Tr. Tyrolt ist cm begeisterter Verehrer Laubes, den er iolgenderniaßeu schildert. „Ich muß damit beginnen, mie mich Laube entdeckte. Er Hal mich von Brünn üii5 engagiert, ohne mich überhaupt gesehen zu habe»,. „Was spielen Sie denn fragte er barsch. Ich antwortete: „Komische Rollen". „Dia, und lach leit die Lettte, wenn Eie sptelleit?" „Jn Olmütz haben sie gelacht". — Tamu war aber die Probe nid)t zu Ende. Ick) nrußle nun ztlNt Fenster nrarschieren unb feinem Kommando „Drehen Sie sick) um" Folge leiften. Tas war so fein Gehaben, em bischen Pose, ein bischen Derbheit. Ich kenne aber keinen Abrichter, fernen Regisseur ßleici) lhm. Und da stelle ich Um am höchsten; als Schriitsteller und Direktor gilt er mir gar mcht so viel. Uttsierblich ntacht ihn sein Talent als Finder der Lellte, als Erfinder der Künstler. Bei ihrn hatte nur das Wort Gcivlcht, die Situation der Dichter hatte Recht, nick)t der Tapezrercr. Er ging seinen geraden Weg imb ließ sick) durch finanzielle Ailßhelligkelteli nicht hindern. Bei einer Generalversaninilung sagte er eimnol: „Ich kann ja vieles, aber Eines talin ich nicht: addieren und subtrahieren". Er war ein Fanatiker des Theaters und man war ihm imleibüd), wenn man das Theater nicht an erste Stelle schob. Er war and) derb, aber nie grob. Ich glaube, sein hFirtester Ausdruck einer Dame gegell über war: „Sie, Frau". Im Salon sagte einmal ein Herr so beiläufig, ergehe nie ins Theater; Laube war tid empört über diesen Aienschcn. Ai>ch mit Tmgel- stedl hatte er oft Aerger. Ter war freilich als Direktor nur auf emem Uebergangsposten und verlaiigte nack) Aemtern und Würden. Dingelstedt jagte ihm anläßlich der Debatte: „Ja, lieber Laube, ich glaube gar, Sie nehmen das Theater ernft 1,T Dian kann sich die Entrüstuiig Lailbes Ieid)t ausmalen. — Dichterisch und als Theaterniaiili Meint es mir, als sei Laube der 9lad)beter von Jmmermann und Schroder gewesen. 21 Ile waren sie nut Leib und Seele Thealermenschen und warsen gleich den Krani hin, ivenn sich ihiieii Schwierigkeiten gegenüberstellten. Schließlich ergrißen sie aber immer wieder mit Begierde die Gelegenheit, nm mit dem Theater rvieder Fühlung zu gewmiien. jBrine Hauptslärke als Regisseur sand Laube darin, daß er das Stück zum kürzesten dramatischeii Ausdruck bringen wollte. Und da traf er immer das Richtige. Ich leime viele Stücke, deren Striche von Tirektoren, die nach Laube kamen, wieder ausgemack)t wurden, aber die Wirkung war verpufft, das Stück hatte verloren, lianbe, der Theaterkenuer und Regisseur, hatte ihnen das pulsiereiide Leben mit fernem Verstand eingehaucht." — Karl Hermann, der Charakterdarsteller des Frankfurter Sck) au spiel haus es, beging am 16. November die Jubelfeier (einer fünfundzwanzig- jährigen Zugehörigkeit zur I r a u k s u r t e r Bühne. Hermanir, 184*.) in Ungarn geboren, hat sck)vn in früher Jugend die Neigung zum Schaujpielerberus in sick) verspürt. 2iad)beni er die Wiener Tl-eateralavemie besucht hatte, begann er seine künstlerische Tätigkeit am Stadttheater in Graz. 9daa> kurzer Tätigkeit ui Leipzig, einzelnen süddeutschen Städten und Köln kam er 1878 unter der Acra Otto Tcvrienr an das Franksurtcr Stadt- theater. Eui anßerorocnllid) vielseitiges Repertoire umfaßt er mit immer gleicher Pflichttreue, gleichem f int ft* lerijchen Ernst, gleicher Gediegenheit. Wir nennen nur den Mephisto, den Syylock, Franz Moor, Geßler, Buller, Narciß, Marinelli, Rippaut, Klosterbruder, den Rabbi Sichel, „Freund Fritz" welche Stolle er an dem Jubiläumsabend oerlö»,pert, ol/uc damit eine and) nur annähernde Vollständigkeit geboten zu haben. Fast eben so lange, als an der Bühne, wirkt Hermann als Lehrer für Deklamation nnd Mimik im Hockstichen Konservawriunt in Frankfurt. Seüie verdienstvolle Tätigkeit an dem letzteren Institut wurde durch die Verleihung des Professor-Titels ausgezeid>net. Hermann ist — beiläufig gesagt — der einzige ausübende Schauspieler in Preußen, der diesen Titel trägt. Hermann hat fidji seit Jahren mit dem Pyysiologftcheu und Technischen der Spred).organe bejd-ästigt, urid er hat and) ein Büchlein erscheinen lassen, oas >ür Alle, die beruslid) ihre Sprech- werlzeuge brauchen, ein wertvolles Hilssbud) ist. An seinem Jubtläumsabend erntete er nalürlich stürmische Ovationen. Er dankte mit einer Ansprache, in der er hervorhob, daß er für das, was er geivorbcn, seiner Gattin zn danken hat, der er alle Huldigungen zu Füßen lege. 'Nach> der Vorstellung vereinigte sick) ein, großer Kreis von Verehrern im Frankfurter Hof, wo Justizrat Meyer auf den Jubilar toastete, Schott die Gattin, Professor Bernhard Sd)olz die Tochter des Jubilars feierte, Charlotte Boch ein liebenswürdiges Begrüßungsgedicht von Wildenbrud) vortrug. Ueber 100 Glüawnnjchdepeschen waren eingelanfen, darunter von Barnay, Haase, Clara Ziegler, Bulttzaupt, Fulda, Geheunrat Poos. Dr. Oncken in Sie gen, Oberbürgermeister Adickes. Herrnann's .Hoch auf Franifurt wirkte züudend. S. K. S5. der Großherzo g von Hessen hat dieser Tage als Komponist einen Erfolg errungen. In einem in M a i n z veranstalteten Kvnz-crl sang Herr Jeaik Seitdjaer von Frank,urt u. a. drei Lieder des Grvßherzogs (erschienen bei Schott Söhne in Aiainzl und erntete lebhaftem Beifall. tm konfirmierten Pfarrer Euler. Israelitische Religionsgemeinde. MiesKaflen der Redaktion Strichweise verletzt worden. Neueste Meldungen. zuzusetzen, wenn Sie immer ein gleich- mäßig gutes und w o hl schmeckend es Getränk haben wolleu! dem Kolben niederschlug. Spater erst klärte sich die Sachlage auf. Der Zustand des Russen ist lebensge- Sabbathausgang 5.20 Uhr. Hottrsdirust der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier a m 21. N o v e m b e r 1903. Freitagabend 4.00 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Grotzherzogs vo« Hesse». Nachmittag 3.30 Uhr. Sabbathausgang 5.20 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 4.OO Uhr. Vermögen deutscher Bersicherungs - Gesellschaften. 1890 betrug das Vermögen aller deutschen Privat-Verslcherungs-Gesell- schäften 1851, 1902 dagegen 4025 Millionen Mark, also mehr als das Doppelle. Die deutschen Gesellschaften legen m löblichem Gegensatz 311 den Gesellschaften anderer Länder chre Kapitallen der Hauptsache nach in mündelsicheren ersten Hypotheken an. So koinnu es, daß der Hypothekenbesitz einer einzigen Gesellschaft, der Victoria, mit rund 309 Millionen größer ist, als der Besitz an Wertpapieren bei allen Gesellschaften aller Branchen zusammen. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß keine Versicherungs-Gesellschaft unseres Kontinents in ihrem Gejamtvermögen auch nur den Hypo- i thekenbesitz der Victoria erreicht. Allerdings ist die Vrctoria nicht | nur die größte deutsche Lebens-Versicherungs-Gesellschaft, sondern I aud) gleichzeitig die größte Unsall-Versicherungs-Gefellschast. Die Strichweise Niederschläge. 19. November: Kalt, wolkig, teils heiter. Niederschlag. 20. November: Nahe Null, wolkig, vielfach sonnig. 21. November: Wenig verändert, wolkig, nebeldunstig. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Samstag, den 21. Stovern der 1903. Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9.00 U h r. Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Grotzherzogs. Nachmittags 3.30 Uhr. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Höetter-Ausstchten aus Grund der Berichte der Deutschen Seewarte. 18. November: Wolkig mit Sonnenschein, nahe Null, Reif. Frisch eingetrolfeii: Ananas; ferner: Apfelsinen,Cocosnüsse,Maronen, getrocknete Kalifornische Früchte. Carl Scüiwaab, Hofdelikatessengeschäit. Telephon 265. 612l Seltersweg 23. Gerichtssaal. <^ena, 18. Nov. Wegen Herausforderung zum Zweikampf ist der Student Fritz Dycker ho ff hier vom Landgericht Weimar zu 2 Wochen Festungshaft verurteilt worden. Die Ursache der Herausforderwig war eine nächtliche Aiirempelei auf der Straße. Arbeiterbewegung. New °Yort, 18. Nov. Der a rn e r i k a n i s ch e A r b e i t e r- b'und verwarf den Antrag, in die sozialistische Bewegung einzutreten, mit gewaltiger Mehrheit. H u e l v a, 18. Nov. Der Ausstand m Rio Tinto ist nach einer Erklärung des Präfekten beendet. Fast alle Arbeiter haben die Arbeit wieder ausgenommen. Chicago, 13. Nov. Der kürzlich bei der City Railway ausgebrochene Ausstand droht stch auf alle Lokallinien auszudehnen, wenn die City Railway-Gesellschaft nicht in em ^chieds- gericht willigt. __ _ Bekanntmachrmg. Der Nachtrag des Umlageregisters 1903/04, betreffend Standgeld und Aufrufgeld für die nicht in die Gemeinde eingezogenen Mitglieder liegt zur Einsicht der Beteiligten von heute an acht Tage auf dem Bureau des unterzeichneten ersten Vorstehers offen. Gießen, den 18. November 1903. 8634 Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim. * P aris, 18. Noo^ -^u.uirchen berichtet w^rd, Jh^rn Leserkreise vorzutäuschen, daß der Gießener -U r . . J. Anzeiger ausnahmsweise in dem Ortenberger Wucherprozesse den Maurers krau Michael Weiershauser nut einem Harnen des Angeklagten verschwiegen habe, obwohl Ihnen recht n ihren Gatten. Wre man hort, soll die gut bekannt ist, daß mir bei ©tr^lifammGr=^ex•^ftn^.llmgell vrin» - . aebaiidelt haben, da ihr betrunkener zipiell die Namen sämtlicher Angeklagten verschweigen. Selbst sßihiRssst.. Nachbarstaaten. Aus der erst kürzlich eröffneten stlen- chahn Äajsel-Naumburg hat stcy, nach einer Meldung der „Frist Ztg.'st bereits der erste Zusammenstoß ereignet. Der erste Arbeiterfrühzug st.eß gestern morgen auf dem Gute - bahnhof Wilhclmshöh infolge falicher Leichenstellung au eine auf dem Geleise stehende Mafchuie. Passagiere sind nicht Lttlseßell Sie mew, dem Kaffee eine Messerspitze voll Lmde's Kaffee-Effeuz 8000 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Dorf-Gill für daL Fahr 1904/1905 liegt vom 21. November 1903 an acht Tage lang aus dem^ Bürgermeisterei-Büreau dahier zur Einsicht der Interessenten offen. Dors-Gill, den 18. November 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Dors-Gill. K u h l.8621 Bekanntmachung, Aus der Stistung der Kinder und Erben des Kolnrnei-zienrats Georg Karl Gail sind für das Jahr 1904 an drei bedürftige, dahier wohnende Familien oder alleinstehende Personen Unterstützungen von ic 300 Alk zu vergeben. Bewerbungen haben bis zum 20. Dezember l. I. bei dem Armenamt, Neuenbäue 25, zu ersolgen. Gießen, den 17. November 1903. 8633 Großherzoginm mur^eiineifterei Gießen. I. V.: Lurschmann. __ ähvlich. , c , * Krakau, 18. Nov. Hier hatte ein lerdenschaftlucher Kartenspieler all sein Bargeld verspielt und zum Schluß — seine anwesende Ehefrau. Als der glückluhe Gewinner aufstand, um sein Recht geltend zu macken, empfing ihn die verspielte Frau mit so fürchterlichen Ohrfeigen, daß er sofort freiwillig auf alle Gewinnrechle verzichtete. Ms dies erledigt war, wandte sich die energische „Frauenrechtlerin" an ihren Eheherrn und richtete ihn derartig zu, daß die beiden Männer sich in der Unsall- tation verbinden lassen mußten. • Eine .... Flohplage in England. Aus London wird geschrieben: Der „Spezial-Floh-Korrespon- dent" eines englischen Blattes erklärt, London sei zur Zeit von einer schrecklichen Flohplage heimgesucht, und zwar seien die Urheber derselben in der Armee und unter den Reservisten zu suchen, die vor Monaten aus dem Kriege heimgekehrt seiem „Unsere tapferen Krieger", heißt es in der betreffenden Zuschrift, „haben aus dem Kampfe in Südafrika eine Menge von „Regimentstieren" mitgebracht, deren Bilder jedoch nicht in den illustrierten Zeitungen erschienen sind, — Horden von Flühen. Man braucht nur in ein Konzert, ein Theater, eine Kirche zu gehen, um zu sehen, wie die Männer und Frauen sich fortwährend an den Schultern, Armen u. s. w. kratzen. ..." "Kunst und Wiffriischast. Paris, 18. Nov. Zu den gestrigen Mitteilungen des Dr. M a r rn o r e k in der Akademie der medizinischen Wissenschaften wird noch berichtet, daß eine der mit dem Serum behandelten und geheilten Personen ein Sohn de s G r a f en Hoch berg, des früheren General-Jntendawen m Berlin, ist. Derselbe war von den übrigen Aerzten bereits aufgegeben worden. Er ist nunmehr soweit hergestellt, daß er sich zu ferner völligen Genesung nach Egypten begeben konnte. — Ein Telegramm aus Buenos Ayres berichtet, daß die Expedition Eharcot dort wohlbehalten eingetroffen und enthusiastisch empsangen worden ist. Der Dampfer der Expedition hatte auf der Fahrt einen ^-chraubenbruch erlitten. Bekanntmachung. Der Borauschlag der Gemeinde WeickartShai« für das Jahr 1994,05 liegt vorn 21. November ds. Js. an acht ^ge lang auf dem Bürgermeisterei-Bl^eau dahier zur Einsicht der Interessenten offen. Weickartshain, den 16. November 1903. 86J? Großherzogliche Bürgermeisterei Weickartshain. Knöß. Jrür einen zwölfjährigen Jungen O wird Nachhilfe--Unterricht im Französischen gesucht. Gest. Off, unt. 05771 an d. Exp.d. Bl. Heirat! Dame,24J.,30000^ Bm. liebev.Ehar.chsl., w.sich n.v.Weihn. m. slrebs., wenn a. vermögenslos. Herrn z. verheir. Näh. u. „I'iebe5e glück" (E.Rudo)Berliu80.26. |,M6 2. WothckügciUcr beliebig^ Größe aus guter 2. Stelle von Selbstdarleiher auszuleihen. Ausf. Osf. u. 05733 an die Exp. d. Dl. Vertonen Gummischlauch, zu uns. Petroleumwagen gehörend, auf der Fahrt Grünberg—Gießen. [8687 C. W. Nowack & Sohn Gießen. 05776] Herren - Cape gestm- den. Abzuholen Weserstraße 25. Entianfen schwarze DachSrüde mit gelbe» Abzeichen. Bor Ankauf wird gewarnt. Wiederbringer Belohng. 05780] F. Schmidt, Wetzsteing.31. Q 8. z. L Sunt., Dv. fr. □ Bcg. 5. II. iißii)i!i. 86öo ^iarene ^rde nötu .^Ichichte flj '■1 i* Jas ®«ia, tte Miinien Stucfeä. UnferG p*A sw Ü'L dx dK ttt’c in > 113 Seid ■f-i 3t 3 schuh di bacher und der l durch dn trugt hes, Kkrilbuch liübOü Z Wien A> 2 'stimmt gehende E gesunden ]lnö umal semit, dte. mit dem 1 dmnachßic erlahlich ‘ <- rfS IW««’“ F Pjoche 1 u« d-'L SS«» ••Äft ildretlr Ter vi' iu beantrag brie! slhastUch Grundbu nachdem st geäußert Y tra^.bes Forlsuhrun in eingehe Lerordnun sätze. ' Ter e Steuere ausbefferu stnülädien Ai - am 17. nur etwa weffung t benan|tali da Mch neuen W ersten M Mantze^ von Ächr richlunL einer sol habe bie Aussicht daß, wr in 3iede1 tverde. Parallel, büdungs der jur^ mit &qu. feile. 2e; gelang de Paraltetlß trag von daß drei nommeu Zwattgs-Wersteigerrmg. Die nachstehend bezeichneten Grundstücke, die zur Zeit der Eintragung de8 Versteigerungsvermerks auf den Äiamen des Friedrich Diehl und Ehefrau, Anna Marie, geb. Heß, aus der Zellmühle bei Villingen im Grundbuch eingetragen waren, sollen Samstag den S. April 1901, nachmittags 2 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht auf dem Rathaus zu Villmgen versteigert werden. Die Versteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollstreckung. Der Versteigerungsvermerk ist am 28. Oktober 1903 in das Grundbuch eingetragen worden. Insoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des Ver- steigerungSvermerts aus dem Grundbuche nicht ersichtlich waren, sind sie spätestens im Vcrsteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der Gläubiger widerspricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls sie bei der Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt und bei der Verteilung des Versteigerungserlasses dem Ansprüche des Gläubigers und den übrigen Rechten nachgesetzt werden. Diejenigen, welche ein der Versteigerung enlgegenstehendes Recht haben, werden ausgefordert, vor der Erteilung des Zuschlags die Aufhebung oder einstweilige Einstellung des Verfahrens herbeizusühren, widrigenfalls für das Recht der Versteigerungserlös an die Stelle des versteigerten Gegenstandes trüt. Laubach, den 16. November 1903. Grobherzogliches Amtsgericht. Weiß. 8620 Grundbuch für BLKingerr, Band I, Blatt 24. 1. Flur IX Rr. 379 1006 qm Acker am Zellerbaum. 2. , XI , 104 1737 , Ackerhinter derZellmühle. 3. „ XI , 115 387 y Acker daselbst. 4. , XI v 116 431 v Acker daselbst. 5. , XI „ 117 1019 N Hofraite, die Zellmühle. 6. , XI , 118 2075 „ Graügarten bei der Zellmühle. 7. , XI w 119 319 u Grabgarten daselbst. 8. , XI , 120 1063 , Acker vor der Zellmühle. 9. y XI r 126 1369 , Acker daselbst. 10. , XI „ 130 887 , Acker daselbst. 11. , XI , 132 356 y Acker daselbst. 12. , XI , 160 2087 , Acker daselbst. 18. , XI „ 93 1013 , Acker an der Zellwiese. 14. , XI , 99 2106 y Acker daselbst. 15. , XXII „ 337 325 , Acker am hintersten Mühlgraben. 16. , XXII „ 338 294 , Acker daselbst. 17. , XXII y 339 725 „ Acker daselbst. 18. , XXII , 433 780 , Acker am Dtühlweg. 19. „ XI , 105 475 „ Acker hinter d. Zellmühlc. Wsltze Ltteiiigriz fite BoWlmK. Erster Kutglieoerabend Montag den 23. November 1003, abends 8V4 Uhr, im unteren Saale des Gaf6 Ebel. Tages-Ordnung. 1. 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Rov. 1903, nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht die .vor den Namen 1) Simon, Emilie, , Ehefrau des Friedt. Appel, 2) Si- .mon, Theodor, 3) Simon, Friedrich, 4)Simon,Wichelm,o) Unverzagt, Justus, stehende Parzelle der Gentartung Gießen Flur 1/965 = 310 qm Hofraite in der Mühlgasse öffentlich meistbietend zweas Auseinandersetzung der Gemeinschaft verstetgert. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 8277 Schellfische lebendfrifch in Eispackung, treffen heute ein bei 7582 Georg Wallenfels Marktplatz 21. Telephon 46. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: tziihöerstz .10 Pfg. Kräftiges, duukeles LaNdbroL L 44 Pfg., empfiehlt 8612 __________Bäckerei Frey. eÄ Milt LWkplstl Nr. 25—26 8 M, 27—30 3.30 JtC so lange Borrat reicht. Franz Neumeicr, Sonnenstr. 20--L2. „„ I Aik m w | mit Kechtkl's ^alUiak-Ssültisi ge- @ wascheneStoff jeden Gewebes, 9 vorrälig in Pack, zu 40 Pfg. Q bei [6212] Gustav Walter. 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