Samstag IN.September 1903 153. Jahrgang W Schnlyratze 7. Bbrefie für Depeschen: AnzeLger Vietze«. Fernsprechanschluß Nr. 6L Giehener Anzeiger *ur General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen Nr. 2L0 »rfd>eittt tLgNch außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Aamttien» blätter otermol In der Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Verlag der Brüh l ffchen Üntverf.-Buch- u, St ein drucke rei (Pietsch Erben) ve»ngopret»t monatlich 75 Ps., vierter jährlich ML. 2L0; durch Avhole- iu Zweigstellen monatlich 6b Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die LageSnummer jtfl vormittags 10 Uhr. Zettenprri»: lokal 12 Pl^ auSwärlS 80 Psg. Goraatwortlich Mr den poltL and allgem. Teil: P. Wtttkv. füt .Stadt und ßontr und .GerichtSsaalE: August Götz' für den Anzeigenteil: Han« Beck. 3)ie heutige Dummer umfaßt 16 Seite». L«»------ .......... —..........- .......... Die Panzerkreuzer. Man schreibt im# von geschätzter Seite: Es ist allgemein bekannt, daß m der nächsten Novelle zum Flottengesetz ein festes Programm für den Ausbau, der Kreuzerflotte aufgestellt werden soll. Welcher Art dieses Programm sein wird, dafür fehlt es bis jetzt an einem Anhalt. Befreniden muß eS erregen, wenn behauptet toirbv daß ein ganzer Schiffstyp, der der Panzerkreuzer, als' unzweckmäßig hingestellt wird. Man meint, er sei weder Linienschiff noch Kreuzer, und die nach chm erbauten Schiffe kamen wegen zu geringer Geschwindigkeit für den Aufklärungsdienft nicht in Betracht, sondern müßten auf ausländische Stationen aufgebraucht werden. Die deutsche Flotte besitzt an Panzerkreuzern den „Fützst Bismarck", „Prinz Heinrich", „Prinz Adalbert", „Friedrich Karl" und „Roon", welche drei letzteren sich noch im Ausbau befinden. Jedes di es er Schiffeko stetmehrere Millionen Mark, und nun soll keines für den Zweck des Aufklärungsdienstes geeignet sein, d. h es erreicht angeblich keines die Geschwindigkeit ,die erforderlich ist, fremde Linienschiffe in voller Fahrt einzuholen oder sich ihnen, im Fall des Verfolgtseins, zu en^iehen! Es wird ferner Uesagt, als erstes Schiff des Panzerkreuzertyps fei der „Fürst Bismarck" — er befindet sich zurzeit in Ost- asien — gebaut worden, und dieser Versuch habe den Erwartungen nicht voll entsprochen Kommt das nicht einem Vorwurf an die Marineverwaltung gleich, da sie doch vier weitere Schifie dieses Typs auf Stapel legte, die zwar einige Knoten mehr laufen, aber darum neueren fiemden Linienschiffen an Geschwindigkeit noch nicht überlegen sind? Panzerkreuzer zu bauen, die für den Aufklärungsdienft nicht geeignet sind — dieser fortgesetzte kostspielige Versuch ist unserer Marineverwaltung denn doch nicht zuzutrauen. Für die Summe, die ein solcher Panzerkreuzer kostet, kann sie zwei weniger schwer armierte Kreuzer haben — es müßte denn sein, daß die Absicht obwaltet, eine Spezialklasse schneller und zugleich schwer armierter Aufklärungsschiffe zu schassen, die der Schlachtflotte attachiert sein soll. Tattrber wird die sog. Kreuzcrvorlage wohl Gewißheit schaffen. Bis zu deren Erscheinen besteht allerdings in der Panzerkreuzerfrage eine gewisse Unklarheit. UslMsche Tagesschau. Durch den Armeebefehl des österreichischen Kaisers ist, wie wir schon gestern aussührten, eine ganz neue polllische Situation geschaffen worben, und die allgemeine Meinung in Ungarn geht dahin, daß er eine Verletzung der Verfassung sei. Selbst sonst gemäßigte Blatter verlangen dagegen passiven Widerstand bis zum Aeußersten. In Budapest herrscht große Erregung, überall wird in einem Tone gesprochen, als ob eine Revolution vor der Tür stünde. Die liberale Partei beschloß, zum Zwecke der Stellungnahme die Einberufung einer Parteikonferenz für den 22. September. Die Kossuthpartei wird die Einberufung des Abgeordnetenhauses für den "23. September fordern. Selbst die klerikale Volkspartei schließt sich der Bewegung an und erllärt den Armeebefehl als eine Beleidigung der u n g a r is ch e n N a t i o u. Die Unabhängigkeits-Partei ließ mehrere tausend Trauerflore anfertigen und an Studenten und Burger verteilen. Man sah bereits auf den Straßen eine große Anzahl von Passanten, welche die Bänder angelegt hatten. Im Parlament werden wohl von Selle der Obstruktionijten Angriffe gegen die Krone laut werden, die es dem Kabinettschef zur Pflicht machen werden, auf das ernsteste dageg-.i einzuschreiten. Sollten Beleidigungen der Krone wirtlich erfolgen, so wird der Reichstag aufgelöst werden müssen. Die Regierung ist entschlossen, Gewalt gegen Gewalt anzuwenden. Zum Rücktritt Chamberlains. Es ist bezeichnend für die in deutschen Regierungstreisen herrschende Auffassung über den Rücktritt des englischen Kolonialministers Chamberlain, daß die „Nordd. Allg. Ztg." dem „Mann, der auf Granit beißt", dem vielleicht gefährlichsten Gegner Deutschlands, keinerlei „Nachruf" widmet. Das würde bei einem Staatsmann von dieser Bedeutung und diesem ungeheuren Einfluß geschehen sein — wenn man glaubte, das Kapitel seiner ministeriellen Tätigkeit sei endgiltig abgeschlossen. Aber Chamberlain tritt nur von der Bühne, um in garnicht ferner Zeit um so glänzender zurückzukehren. Er hat, wie wir schon ausführten, den Abgang gesucht, um zunächst völlig fteie Hand zu bekommen für feine Zpllreform-Agllativn. Den guten Engländern wird hier eine kleine Komödie vorge- gaukelt. Als ein zwischen Chamberlain und Balfour abgekartetes Spiel sieht die Berliner Presse fast allgemein das Ereignis an. Die „Voss. Ztg." denkt Die „Verteilung der Rollen" so, daß der Premierminister versuche, England dem näheren, auch unter den gegenwärtigen Umständen erreichbaren Ziel entgegenzufuhren, wahrend Chamberlain seine bedeutende agitatorische Kraft der „Po- vularisierung" seiner weiterreich^nden Ideen widme. Die ,',Nat.--rtg." schreibt, Chamberlain werde wieder^mmen. Im Grunde handle es sich darum, daß dce beiden Manner getrennt marschieren und vereint schlagen wollen. Chamberlain bleibt denn auch in engster Fühlung mit der Regierung. Das „Berl. Tagebl." vergleicht Chamberlain mit dem Strateaen. der, auf den Feind stoßend, sich zurückz-reht, um auf günstigerem Terrain zu fechten. Auch die „englische Presse" verrät derartige Ansichten. „Dally Tele- araph^ schreibt, fast der allgemeine Eindruck der offiziellen Kreise gehe dahin,' daß Austen Chamberlain Ritchie, und Br odrickLord Hamilton im Amte folgen werde. Nachfolger Brodricks als Kriegsminister werde Forster werden. Das Matt fügt hinzu, Lord Miln er werde als möglicher Nachfolger Cüamberlains genannt. Andere Zeitungen erwähnen jeooch Lord Selborne in Verbindung mit dem Amte des Kolonialsekretärs. „Tally News" führt aus: Chamberlain richtete die liberale Partei zu Grunde und ließ die unionisttsche Partei vollständig gebrochen zurück; auch er selbst litt Schiffbruchs seine Laufbahn ist beendet. Er gebe zu, daß feine Polllik fehl- geschlagen habe. „Daily Telegraph" sagt, man beabsichtige, die Aufmerksamkeit von den Skandalen im Militär- Grziehüngswesen und auf anderen Gebieten, die sich unter der Toryregierung ereigneten, abzulenken. Der Briefwechsel zeige, daß, wenn die Nation ausgesordert werde, für Vergeltung die Stimme abzugeben, sie aufgefordert werde, den Weg für den Nahrungsmittelzoll zu bahnen. Die Frage der Erschließung neuer Einnahmequellen für das Reich ist, den „M. N. N." zufolge, aus dem Stadium der persönlichen Erwägungen noch nicht herausgekommen. Es sanden bislang, ganz abgesehen von einer Beschlußfassung, weder eine Beratung der zuständigen Stetten statt, noch nahm in Sonderhell der neue Staatssekretär des Reichsschatzamtes zu dieser Frage irgendwie Stellung. Fürs erste dürste abzuwarten sein, welches Erträgnis der neue Zolltarif, und auf dieser Grundlage die abzuschließenden Handelsverträge der Reichskasse zuführen. Erst dann kann die Frage nach neuen Reichs steuern in den Kreis einer ernsthaften Erörterung gezogen werden, und aus diesem Grunde ist es auch durchaus verfrüht, wenn in den letzten Tagen von verschiedenen Sellen versucht wurde, Frhrn. v. Stengel eine bestimmte Marschrichtung auf dem Gebiete der Reichsfinanzreform vorzuschreiben. Frhr. v. Skengel nahm, wie er ausdrücklich versichert, weder zum Problem einer Wehr st euer, noch zu andern Steuerplänen Stellung. Erweist es sich später als unvermeidbar, die Einnahmen de§ Reiches durch neue Steuern zu erhöhen, so werden alle diese Vorschläge zu prüfen sein. Die Gewihhell, daß der neue Leller der Reichsfinanzen den Licht- und Schattenseiten vorurtellsfrei gegenübersteht, dürfte die Gewähr dafür bieten, daß die Reichsfinanzreform, so weit sie sich aus die Vermehrung der Steuerquellen erstteckt, nur nach reiflicher Abwägung aller Momente den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegt werden wird. Wenn übrigens in der Presse die Finanzresorm in einem Atemzuge mit der Vorlage großer Steuerbuketts genannt wird, so ist darauf hinzuweisen, daß beide keineswegs eine untrennbare Einheit bilden. Die Reichssinanzreform ist auch ohne neue Steuern an sich sehr wohl denkbar und würde sich in diesem Falle einstweilen auf die Beseitigung von Uebel- ständen beschranken, die sich im Laufe der Jahre für jeden Sehenden herausstellten. Die erste Maßnahme des neuen Herrn im Reichsschatzamt wird, dem Münchener Blatte zu- solge, eine Betätigung in dieser Richtung sein. __________ Keer und Atotte. — Der Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen, Oberlt. im 1. Garde-Regt. zu Fuß, ä l. s. des Gren.-Regts. Kronprinz (1. Ostpreuß.) Nr. 1 und des 2. Garde-Landw.-Regts., wurde unter Beförderung zum Hauptrk., zum Komp.-Ches im erstgedachten Regt. ernannt. Aon den Malkanstürmen. Türkische Telegramme aus dem Wllajet Monasttr berichten von einem Kampf bei Redobje im Distrikt Ochrida, in welchem eine etwa 200 Mann starke Band e fast vollständig vernichtet wurde. Auch der Führer, der bulgarische OffiKiersuniform trug, fiel. In der Gegend von Kledjamos im Distrikt Florina fand ein Kampf stak-. Sei welchem 60 Ko mitadschis getötet wurden. In Eckchis im Distrikt Florina wurden zwei mit Grasgewehren beladene, von drei Bulgaren geführte Pferde angehalten. Tie Bulgaren trugen Instrumente znm Losschrauben von Schienen bei sich Bei Aposkios im Distrikt Kastoria wurden 27 Komitadschis getötet; der Rest der Bande rettete sich, nachdem er den Ort in Brand gesteckt hatte. In einem Kampfe auf den Hügeln bei dem Dorfe Pazcmicz fielen 20 Komitadschis. Eine Mitteilung der Pforte enthält Einzelheiten über acht BandenkLmpse im Wllajet Monasttr, in welchen 313 Komitadschis getötet, Waffen und Kriegsmaterial und revolutionäre Schriften erbeutet wurden. Die erste Nachricht über die Mobilmachung von drei bulgarischen Divisionen beunruhigte. Die richttggestellte Meldung, da nur sechs Jnsanteriejahrgärrge und drei der südlichen bulgarischen Divisionen einberufen werden, wird nicht als Kriegs Vorbereitung betrachtet, sondern als Verstärkung der Grenzbewachung, die bisher mrge- nügend ist und den Ueb et tritt der Banden nicht zu hindern vermochte. Die Pforte erhielt eine diesbezüKiche Versicherung bukgarischerseiis. Tie türttsche Krieg!5verwattung schloß mit den Köln- Rottweller HÄrlversabriten einen Vertrag auf Lieferung von 7 7000 Kilogramm rauchfreien Pulvers ab. Gerüchte, wonach Künig Peter ermordet sei, sind unbegründet. Eine Mitteilung der Pforte an die diplomatischen Missionen Seeschiffahrt treibenber Staaten beschäftigt sich mit dem Dynamit-Attentat, das auf oeu ungarischen Dampfer „Vaseckpu" ausgeführt wurde. Der Anschlag Hütte in dem Hafen von Konstanttnopel statt- finben sollen, wodurch ein großes Unglück geschehen wäre. Die Pforte regt Verhütungsmaßregeln für die Zukunft an und hofft, die betreffenden Staaten würden selbst die entsprechenden Vorsichtsmaßregeln treffen, worüber sie baldige Verständigung erwarte. Schließlich weißt die Pforte darauf hin, daß die türkische Polizei die Schiffe bei ihrer Ankunft und Abfahrt nicht untersuchen könne, was die Verhütung der Attentate sehr erschwere. Aus Hlüöl und Kund. Gießen, 19. Sept. 1903. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel der Hauptgewinn von 200 000 Mk. auf Rr. 80449 (nach Darmstadt), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Rr. 86708 (nach Darmstadt), zwei Gewinne von 5000 Mk. aus Nr. 18274 (nach Mainz) und 31881 (hiervon kam die eine Hälfte nach Lampertheim, die andere nach Grünberg; der Gewinn fiel in die Kollekte Jöckel-Grünberg), Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 6111 8514 15642 21128 34696 45740 56939 59328 65602 70695 80649 80869 82635 92962 94040, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 3200 5062 13241 14121 15990 16067 17046 (Kollekte von Jughardt u. Balser in Gießen) 20438 21766 27438 (nach Nidda) 28278 29116 34694 39187 40017 (nach Butzbach) 46648 54170 54736 58086 59964 64166 65920 74648 76008 94137 95173 98826. (Ohne Gewähr.) ** Vom Manöver. Nachdem am Aöontag die Ma^ näher innerhalb der einzelnen Brigader: beendet wurden, begannen am Dienstag bie eigentlichen Brigade-Manöver, welche morgen ihren Abschluß finden. Die 25. hessische 'Division manövriert z. Z. in den Grenzbezirken der Kreise Marburg, Biedenkopf, Wetzlar und Tilltteis. Am Dienstag lagen von der 49. Brigade die 115 er in der Gegend von Kernbach, Tamshausen, die 168 er in Kallern, die 116 er um Weitershausen; verteilt zwischen der Infanterie lagen in gleicher Gegend die 24 er Dragoner und 61 er Feldartillerie. Von der 50. Brigade waren einquartiert: die 117 er in Hohensolms, Königsberg, Altenstatten, westlich vom Dünsberg, die 118 er in Nieder-Weidbach, Bicken, Roßbach und Eisemroth; in und um den Orten Bischoffen, Erda und Mudersbach lagen die 23 er Dragoner und 25 er Feldartillerie. Am Dienstag früh rückte die 50. Brigade in nördlicher Richtung gegen die von Norden heranmarschierende 49. Brigade vor. Das eigentliche Gefecht entwickelte sich erst a^n Mittwoch. Die 50. Brigade hatte das Salzbödetal besetzt und es kam nördlich desselben, bei Gladenbach, Sickershausen und Frohnhausen, zum Gefecht. Mends bezog die 50. Brigade im Salzböoetal, in Weiden- Hausen, Mornshausen und Gladenbach Quartier. Am 16. September zogen sich die Gefechte mehr südwärts nach der G-egend Rodenhausen. Gestern war allgemeiner Ruhetag, die 49. Brigade lag in der Gegend Gladenbach, Weidenhausen, Erdhausen, die 50. Brigade in Nieder-Weidbach, Altenkirchen. Heute fiüh wurde das abgebrochene Gefecht wieder ausgenommen und zog sich weiter südwestwärts nach dem Dllltale. Heute abend bezieht fast die ganze Division mit einziger Ausnahme (der 116 er) Mwack. Ter kommandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz von Lindequist wohnt heute und morgen dem Manöver bei. — Vom Dünsberg schreibt uns ein anderer Korrespondent: Die ganze Gegend um den Dünsberg stand in der abgelaufenen Woche unter dem Zeichen des Manövers. Die Ortschaften im Biebertal, hinter dem Dünsberg, sowie im angrenzenden Teil des Kreises Wetzlar (Bürgermeisterei Hohensolms), waren infolgedessen überreichlich mit Truppen belegen. Am verflossenen Mittwoch haben die Soldaten ihren Einzug gehalten, und mit dem heutigen Freitag hat sich die Einquartierung so gehfiuft, daß oft alle Waffengattungen selbst im kleinsten Dörfchen Oertreten sind. Da die hiesige Gegend längere Jahre keine Einquartierung gehabt hat, so finden die Soldaten auch überall eine freundliche Aufnahme. Allem Anscheine nach gefallt es auch hier den Soldaten, selbst da, wo sie in etwas „gedrückten Quartieren" vorlieb nehmen müssen. Ter Ruf: „Die Soldaten kommen!" setzt alt unb jung in freudige Bewegung, und ftöhliche Gesichter leuchten ihnen bei ihrem Ein- und Auszug entgegen. Mit großem Interesse folgen auch, hier die Bewohner den militärischeit Hebungen, und wird es allgemein bedauert, daß Mannschaften und Pferde so sehr unter dem anhaltenden Regenwetter zu leiden haben. ♦ * Die alten Be f esti gun gsr e st e, die bei den Kanalisationsarbeiten fteigelegt worden sind, scheinen die Fundamente einer Bastion zu sein, weläye wohl die ehemalige Selterspsorte deckte. Interessant ist übrigens, daß an dieser Stelle deutlich eine hochinteressante alte Straßenpflasterung sichtbar wurde, welche aber nicht in der heutigen Richtung des Selterslveges läuft, sondern diesen im spitzen Winkel schneidet. * * D e r h ö ch st e G e w i u n d e r l a n d w. A u s st e l ung ist nach Lind heim gefallen. Der glückliche Gewinner, Schornsteinfegermeister Esel, hat das Viergespann mit dem Erntewagen um 4000 Mark an den Pferdehändler Michel verkauft. — Die Firma A. H e n n i n g e r u. C i e. in Darmstadt hat für Ausstellung von Maschinen nicht die bronzene, sondern die s i l b e r u e Medaille erhalten. * * Kirchweihfeste finden morgen statt in Dorlar, Dutenhofen, Queckbom. — DieVerhandlungen der Limburg er Der- sammlnna der Interessenten der Lahnkana- ltsation vom 17. Mai d. I. sind jetzt, wie man uns schreibt, in einem 54 Seiten starken, hübsch ausgestatteten Druckheft zur Veröffentlichung gelangt. Dem Lahnkanal- vereni sind in der kurzen Zeit außer Städten und Korporationen auch schon mehrere hundert Einzelmitglieder bei- getreteu. Wenn die große, wasserwirtschaftliche Dorlage, die vor über zwei Jahren aus unbestinnnte Zeit zurück- gestellt wurde, dem Abgeordneteuhause zugeht, dann darf auch eine Forderung für die Kanalisation der Lahn nicht fehlen. Aber nur, wenn es feststeht, daß der Lahnkanal- verein die Wünsche der überwiegenden Mehrzahl der Bewohner des Lahntals vertritt, wird er im stände sein, Eindruck auf die maßgebenden Regierungskreise zu machen und sein Ziel zu verwirklichen. Der für Einzelpersonen festgesetzte Mindestbetrag von 1 Mark pro Jahr macht es auch dem Minderbemittelten möglich, die Mitgliedschaft zu erwerben. Die genannte Druckschrift kann u. a von der Handelskammer Wetzlar kostenfrei bezogen werden. **EinMusikundSoldatenliebendesDorf. Man schreibt uns nachträglich daß gelegentliche des etwa dreiwöchigen Aufenthalts der 118er in Meßen sich in K l e i n- Linden ein schönes Manövererlebnis zutrug. Da der Ilebungsplatz der 50. Jnst-Brigade bei Lützell in den -Rechtenbach lag, so mußten die 118er täglich durch Klein-Linden dorthin marschieren. An einem Samstag war der erste Marsch; das stolze, stramme Regiment wurde von den Bewohnern mit Bewunderung gemustert, aber zum Bedauern der Klein-Lindener blieb die vor anmarschierende Diusik durch das ganze Dorf hindurch still. In einer Gesellschaft älterer, musikliebender Herren kam die Sache abends zur Sprache, und auf einen Vorschlag wurde jemand beauftragt, bei 'dem Oberst des Regiments vorstellig zu werden, um dem „stillen Durchmarsch^ ein Ende zu machen. Die 116er, den nrusikalischen Sinn der Klein-Lindener kennend, ziehen bei Felddienst stets mit llingendem Spiel durchs Dors. Die Vorstellung hatte den besten Erfolg, und täglich spielte fortan die Kapelle die floütesten Weisen. Dem Paukenschläger soll sogar zweimal das Trmnmelsell seines Instrumentes zersprungen fein. Dafür zeigte sich denn auch besonders die Dorfjugend gelegentlich des Kirchweihfestes erkenntlich; überall genossen dre lieben^„Gelben" Gastfreiheit. Mit Bedauern sah man am 9. September die lieb- gewordenen Bekannten scheiden. () 'Gr o ß en -Lind en, 17. Sept. Gestern tagte hier eine gemeinsame Versammlung der Kirchenvorstände von hier und Mendorf a. d. Lahn. Es handelte sich dabei um eine geplante anderweitige Regelung der zweiten hiesiger: Pfarrstelle, dessen Inhaber bisher die Bezeichnung Pfarrer von Mendorf ^und Diakon in Großen-Linden führte. Seit dem Tode des Pfarrers E. Schönhals wird diese Stelle vikmüert, gegenwärtig ist sie zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. Da nun zur 1. Pfarrstelle noch die fast gleich große Gemeinde Klein-Linden gehört, so beabsichtigt man, die eure Stelle nach Klein-Linden zu verlegen rrnd, nach gutem Vernehmen, den Kirchendienst der Gemeinde Allen- dors in beide Pfarrstellen zu teilen. Eine sehr baldige Regelung dieser Angelegenheit scheint nicht zu erfolgen, da alle drei Gemeinden wünschen, am seitherigen Zustand festzuhallen. i. Bieber bei Rodheim, 19. Sept. Die »Biedere Kirmes", welche am Sonntag wieder gefeiert wird, hat sich alljährlich eines außerordentlichen Besuches zu erfreuen, wie wohl kein anderes Kirchweihfest in hiesiger Gegend. Durch unsere Kleinbahn ist jetzt die Möglichkeit geboten, trockenen Fußes hierher zu gelangen, um sich auf unserer Kirmes genügend zu amüsieren. w. Wetzlar, 18. Septbr. Die ursprünglich auf /000 Mann gedachte Einquartierung in unserer Stadt ist gestern in Stärke von nur 5000 Mann hier eingetroffen. In Wetzlar liegen jetzt sechs Stäbe. Die Häuser, in denen Typhus und sonstige ansteckende Krankheiten vorgekommen sind, sind äußerlich für das Militär gekennzeichnet und den Mannschaften das Betreten derselben verboten. Ebenso sind verschiedene Brunnen in der Stadt, deren Waffer vom gesundheitlichen Standpunkte nicht ganz einwandfrei ist, für die Benutzung durch die Soldaten ausgeschlossen. R B. Darmstadt, 18. Sept. Die Vorbereitungen füp ix ie Hochzeitsfeierlichkeiten am hiesigen Hofe sind im vollen Gange. Im alten Residenz- schloß, wo die Hauptfestlichkeiten abgehalleu werben, ist man mit der Neuherrichtung unb Ausstattung der verschiedenen Räumlichkeiten eifrig beschäftigt. Von der Schloßkirche wird zu dem Schloßflügel mll den Festsälen ein besonderer^ abgeschlossener Verbindungsweg hergestelll, so daß die hohe Hochzeitsgesellschaft bei der in der Hoskirche nach evangelischem Rillts erfolgenden Trauung (die Einsegnung der Ehe nach griechischem Ritus geschieht in der russischen Kapelle) mit der Außenwelt gar nicht in Be>- rührung kommt. Das schon ftüher aufgetauchte Gerücht, zur Teilnahme an der Feier würden auch der König und die Königin von England erscheinen, wird jetzt dahin variiert, daß nur «die Königin und an Stelle des Königs der Herzog von Teck hierherkommen dürften. Eine definitive Entscheidung. ist jedoch, wie wir von bestunterrichteter Seite Horen, noch nicht getroffen und wird auch erst innerhalb der letzten acht Tage vor der Hochzeit (7. Oktober) erwartet, ebenso über die Beteiligung des greisen Königs von Dänemark. Ob das am 25. September hier eintreffende Zarenpaar, das zunächst im Neuen Palais Wohnung nimmt, noch einige Zell im Jagdschloß Wolssgarten verbringen wird, hängt in der Hauptsache von der Gestaltung der Witterung ab. Jedenfalls ist dort alles zur Aufnahme der kaiserlichen Herrschaften vorbereitet. () Mainz, 18. Sept. Die jüngst erlassene polizelliche Verordnung, nach welcher die sogenannten „Animierkneipen" abends um 11 Uhr ihre Geschäfte schließen müssen, hat in einer gestern stattgehabten Versammlung des Mainzer Gastwirteverbandes vollen Beifall gefunden, indem eine Resolution gefaßt wurde, durch welche man sich mit der polizeilichen Anordnung nicht nur einverstanden erklärt, sondern sie im Interesse des anständigen Wirtgeschäftes für sehr geboten erachtet. Worms, 18. Sept. Bei einer Submission hatten sich kürzlich die Handwerksmeister derart unterboten, daß der Stadtbaumeister erklärte, diese „S ch u n d pr e i s e" könne man unmöglich annehmen. Dabei seien den Leuten nicht einmal ihre baren Auslagen gedeckt, von irgend einem Verdienst ganz zu schweigen. Der Oberbürgermeister brachte die Sache in einer Sitzung zur Sprache und erhielt den Auftrag, geeignete Schritte zu tun. Er ließ die Handwerker — einige Hundert — aufs Rathaus kommen, und wusch ihnen ganz gehörig den Kops. Wegzuwersen habe die Stadt nichts, meinte er, aber sie habe andererseits ein Interesse daran, einen steuer- und zahlkräftigen Handwerker- bezw. Mlltelstand zu erhalten. Vllt derartigen Preisen züchte man arme Leute. Dann entließ er sie mit der Aufforderung, jedes Handwerk solle in den nächsten drei Tagen die Preise überlegen und richtig einsetzen, und dann die Preisliste durch einen Obmann dem Stadtbaumeister übergeben lassen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Unter dem Verdacht der Brandstiftung in seinem Fabrikgebäude wurde, wie aus Offenbach berichtet wird, der Schuhfabrikant Segel horst, als er von einer Reise zurückkehrte, verhaftet. ** Verlaus der Witterung von Donnerstag bis Freitag. Das über Deutschland lagernde Tief ist abgezogen, während ein neues ganz flaches Tief sudnordwärts im jften unseres Gebietes vorübergezogen ist, eine Winddrehung von Nordost nach Nordwest und heute nacht stärkeren Regen verursachend. Infolgedessen hat sich die schon Dienstag vorausgesagte Besserung des Wetters für zwei Tage hingeschoben. Heute, Freitag, lagert das Hoch in gleicher Stärke wie seither über Nordosteuropa, so daß dort bis an die deutsche Ostseeküste und Ostpreußen hin wolkenloses Wetter herrscht. Da keine neuen Tiefs im Osten mehr vorhanden sind, ein westlich Irland erschienenes Tief uns aber wegen seiner Entfernung nicht beeinflussen kann, so sind bei der vermutlichen Verlagerung des Hochs nach Ost-Europa Ost- und Nord-Ost-Winde zu erwarten. Es ist also nunmehr sicher auf trockenes, wärmeres Wetter für die allernächste Zeit zu rechnen. A. P e p p l e r. Vermischtes. * Speyer, 18. Sept. KanzleiratHalin stürzte ich mit seiner Frau in den Rhein, aus Furcht vor Bestrafung. Er rettete sich, die Frau ertrank. * Rei ch enb ach in Bö h m en, 18. Sept. Der Ober- 'örster Ernst ist von Wilddieben erschossen worden. * Lemberg, 18. Sept. Bei einem Brande in Z l o e z o w finb Gerichtsgebäude, Spitäler, zwei Kirchen und der Pfarrhof eingeäschert und verschiedene Stadttelle niedergebrannt. Eine Greisin im Siechenhause ist in den Flarn- men umgekommen. Der Schaden wird auf mehrere Mill, beziffert. 1500 Gebäude, darunter 600 Wohnhäuser, inb niedergebrannt. Bis jetzt sind 7 Leichen ge- ünden, viele Personen sind verletzt. Gerichtssaat. Mainz, 18. Sept. Die Witwe Till er aus Worms wurde von der Strafkammer wegen Hinterziehung ihrer Ginko m m e n st e u e r zu 24 640 Mk. Geldstrafe verurteilt. Ottweiler, 18. Sept. Das Schöffengericht verurteilte den Redakteur Lehnen von der »Neunkirchener Ztg." und den P a st o r S ch m i d t aus Wemmetsweiler wegen Hausfriedensbruchs, begangen m einer nationalliberalenWähler-Versammlung, zu je 8 Tagen Gefängnis. Arbeiterbewegung. ? Ober-Hörgern, 17. Septbr. Seit einigen Tagen t reif en d i e Maurer, welche an den Stationshäusern der neuen Bahnstrecke Butzbach—Lich arbeiten. Die Arbeiten gehen trotzdem weitex, weil 'sich andere Maurer aus den umliegenden Dockern eingestellt haben. Handel und Derkehr. Nolkswirtschast Berliner Bör?e vom 18. September 1903. (M'tgeteilt von der Bank für Handel und Jndustcke, Gießen.) Privat-Diskont Prozent. Anfangs- u. Schlußkucke. Oest. Kredit.... 199.75 198.12 Deutsche Bank . . . 210.50 * 209.80 Darmstädter Bank . . 135.00 134.75 Bochumer Guß . . . 182.00 181.10 Harpener Bergbau . . 184.90 184.12 Schluß-Tendenz: matt. — Jiehmarkt. Im Laufe der vergangenen Woche waren die einschlägigen Märkte etwas weniger stark frequentiert, was wohl seinen Grund zum Teil in der sehr zweifelhaften Witterung oder aber in den Ernte- und Bestellarbeiten der Landbevölkerung inden dürfte. Pckma Großvieh zu Schlachtzmecken war genügend angeboten, der Verkauf gmg auch flott von statten, sodaß hierin fast.überall rasch ausverkauft war, nur an einigen kleineren Märkten blieb geringer Ueberstand, Mittlere Qualitäten waren dagegen etwas vernachlässigt, die geforderten erhöhteren Preise wurden schließlich doch genehmigt, die Umsätze bewegten sich jedoch in engen Grenzen, sodaß ziemlich Ueberstand verblieb. Kälber waren wiederum nur in begrenzter Anzahl angefahren, die Preise ziehen immer noch an. Der Bedarf konnte trotz Genehmigung der höheren Forderungen nicht gedeckt werden. Fette Schweine, im Presie ebenfalls steigend, waren reichlicher angeboten, auch der Verkauf entwickelte sich normal, an einigen kleineren Plätzen blieb etwas Ueberstand. Läufer und Milchschweine fanden weniger Beachtung, letztere konnten trotz erheblichen Preisnachlasses nicht abgesetzt werden. Mais. M. 17,25 - 00,00 ] » 14.25—00,00 \ Roggen. Gerste. Hafer. 137-- 137-- 127—128 130-- 133-137 131—133 130—131 102-- 86-- 100—102 104—109 103-104 95—00 , 15,25—16,50 , 13,75—14,50 Markte. o mixed Laplata r. t Weizen, Pfälzer flloggen, » Braugeckte » Hafer, badischer Kansas II Ulka-Weizen 9 p. ’5/*> » 10 p. Rumänischer, 80/81 Kilo » 79/80 » » 78/79 » Ruffischer 9 p. 15/20 Ruff. Futtergerste 60/61 Kilo Russischer 47/48 Kilo 50/51 » I per 100 Kilogramm frei hier. — Getreide. Die heutigen Notierungen sind: Weizen. Red Winter II Mk. Gieße«, 19. Sept Mark tbericht. Aus heutigemWockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,10—1,20 Mk„ Hühnereier 1 St 7—8 Vfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 8—0 Pfg., Käse pr.Stck. 5—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,70—09,0Mk., Hühner pr. St 1,30—1,80 Mk., Hähne pr. Stück 0,70—1,50 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,40 211f., Gänse pr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Psa., Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfrmd 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 6,00—7,00 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Zwetschen Mk. 4.50—6.00, Trauben 00—00 Pfg. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht und wahrend der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen nicht feilgeboten werden. Schisssnachrichten. Norddeutscher Lloyd. Bremen, 16. Sept (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer »Rhein", Kapüän G. Rott, vom 91orddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute $9 Uhr morgen» behalten in Baltimore angekommen. Bremen, 16. Sept. (Per transatlantischen Telegrapü.) Der Doppelschraubcn-Schnellpostdampfer „Kaiser Wilhelm TL", Kapitän D. Högemann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist geftew 1 Uhr' nachmittaqss wohlbehalten in Ne,v-York angekommen. Küchliche Nachrichten.^ HottrMrnst ter israelitischen Krligionsgesellschast. Dienstag, den 22. und Mittwoch, den 23. September r Neujahrsfest. 1. Tag. Vorabend 6,15 Uhr. Morgens 7,30 Uhr. Predigt: 9 Uhr. Nachmittags: 4 Uhr. 2. Tag. Vorabend: 7,10 Uhr. Morgens: 7^0 Uhr. Predigt: 9 Uhr. Nachmittag: 4 Uhr. Festesausgang: 7,10 Uhr. NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfrage« bleiben unberücksichtigt.) K. Frage: Kann ein Dienstmädchen beim Gewerbegerichr klagen? — Antwort: Nur, wenn es in einem Gewerbebetrieb beschäftigt ist, z. B. in einem Restaurant, einem Holet Der arme Peter. Jüngst in Nisch war Serbiens König Und da ging ihm durch den Sinn: Pumpversuche helfen wenig, Wo Nlsch ist, da kommt nischt hin! Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Worms, 19. Sept. Als gestern nachmittag der Direktor des städtischen Gas- nnd Wasserwerks, Dr. Lepe- lius, auf dem städtischen Automobil nach Buerstadt ühr, rannte das Gefährt auf der Landstraße, als es einem Fuhrwerk ausweichen wollte, 'an einen Baum. Le- oelius wurde aus dem Wagen geschleudert, und erlill einen Schädelbruch und einen Beinbruch. (Sr liegt lebens- gefährlich verletzt im Krankenhaus. Ingenieur Propst erlllt einen Beinbruch. Ingenieur Reinhard und der Chanfseur blieben unverletzt. Kassel, 19. Sept. In einem Hotel vergiftete ich mit Cyankali der Dr. med. Pool, Spezialist für Ohren- und Hautkrankheiten. Er war früher in Köln, Frank- ürt und Lüdenscheidt. London, 19. Sept. In einem Schreiben vom 18. September an den Vorsitzenden der - Tarifreformvereinigung sagt Chamberlain: Wir haben genügendes Material an Tatsachen und Ziffern, wir müssen jetzt die Folgerungen daraus aufstellen und das Volk 'dazu bringen, sie anzunehmen. Nämlich 1. Engere Verbindung mit den Kolonien durch Vorzugstarife und das Bestreben, das Reich, was die Nahrungsmittel - Versorgung anbelaugt, auf eigene Füße zu stellen. 2. Anwendung des Tarifes als Waffe, um von anderen Nationen größere Gegenseitigkeit zu erlangen und um, wo solches Abkommen nicht erreicht wird, durch Vergeltungsmaßnahmen zu verhindern, daß den infolge Wettbewerbs durch Schutzzölle geschützten Staaten der Markt in England und dem britischen Reiche verloren gehe. „Spectator" meint, Balfour werde mit seinem neuen Schutz zollprogramm belastet nicht die Mehrheit im Lande erlangen können. Der Wahlausgang dürfte zum Versuch eines Kabinetts Rosebery führen, das sich aber nicht lange hallen werde. Aberdeen, 19. Sept. Der Philosoph Alexander Bain, Professor der Logik an der hiesigen Universität, ist gestorben. Wien, 19. Sept. Die Toaste d er beide n Herrscher machten allenthalben Eindruck. Am stärksten war die Wirkung nach Karser Wilhelms Worten, die von der Gesellschaft auf^den Artneebefehl bezogen wurden. Besonders rief die Stelle, wo er von den stolzen Regimentern sprach, freudige Erregung unter den österreichischen Mlli- tärs hervor. Kaiser Wilhelm sprach den Trinkspruch frei, während Kaiser Franz Joses den feinigen von einem Blatt ablas. — Kaiser Wilhelm hatte den Toast beendet, die Gläser waren aneinander getlnngcn, als Kaiser Wilhelm das Glas niederstellte und sich hierauf beide Monarch, en fest umschlangen und küßten. Telephonischer Kursberichte fr rankturt 3*/2o/o Reichsanleihe . . 101.04 3% do. ... 89.04 3V,% Konsole .... 101.03 3®/o do......89.45 31/2°/o Hessen .... 100.15 37a % Oberhessen . . . 99.02 4% Oesterr. Goldrente . . 101.03 4Hz96 Oesterr. äiiberrente 99.04 4% Ungar. Goldrente . . 98.03 4°/ü Italien. Rente . . . 102.75 4V,% Portugiesen . . . 50.00 3°/ Portugiesen. ... 30.85 1% C. Türken .... 34.85 Türkenlose......127.06 4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 43.35 4VzX äussere Argentiner 42.01 u. J*., 19. September 1903. 3er Vorstand. Montag den 21. September, ___abends 81/, Uhr, MN" Hauptübuug. 7077 DaS Kommando. Zwetschen jedes Quantum au kaufen gesucht. 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