Nr. 193 •rf<6eittt tügltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt dre Siebener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt Rotationsdruck iu Verlag der Brüh lachen Univers.-Bucb- u.Stein- druclerer (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Dructereir Schnlftratze 7. Adresse für Depeschenr «nzeiger Gießen. Frrnsprechanschluß Nr. 5L Erstes Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 19.Auguft 1903 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Be-ugSpretSr mona!lich75Pw oiertel- fährllch Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monathd) 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die tageßnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenprerSr total 12 Pf, auswärts 20 Pfg. VerantwortLtch für den polit und allgem. Teilt P. Wtttko: für .Stadt und tianb* und .GerichtSsaal": August Götz; für den Anzeigenteil: Han» Beck. KeKamMmtchMg. Die am 13. I. Mts. angeordnete Sperre der Moltke- straße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 19. August 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Volltische Tagesschau. Der neue Oberpräfident von Hessen-Nassau. Unser Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 18. August: Heber den Nachfolger des Grafen Zedlitz-Trütz-schler im Oberpräsidium von Hessen-9rirssau schweigen sich sowohl der „Staatsanz." wie die „Nordd. Allg. Ztg." heute abend noch! aus. Dagegen verbreitet der ,^okülanz." die Meldung, daß dem früheren Polizeipräsidenten von Berlin und jetzigen Regierungspräsidenten in Frankfurt a. O., Herrn v. Windheim, das Kasseler Oberpräsidiuin übertragen worden i.st Wenn der „Lokalanz." schreibt, die Wahl sei getroffen zu gleicher Zeit, als über die Besetzung des schlesischen Oberpräsidiums entschieden wurde, so klingt das sehr wahrscheinlich. Verwunderlich ist nur, daß die ossi- zielle Bekanntmachung nicht auch hier gleichzeitig erfolgt. In dieser Beziehung sollte der offiziösen Presse unter allen Hmständen der Vortritt gesichert werde::. Was nun Herrn v. Windheim betrifft, so dürste ihm seine Beförderung überraschend kommen, denn er ist in Frankfurt a. O. noch garnicht „warm geworden", sondern erst wenige Monate dort tätig. Bei seiner siebenjährigen, übrigens ver- dieustvollen Tätigkeit an der Spitze der reichshauptstädtischen Polizei har er ohne Zweifel die Aufmerksamkeit des Kaisers auf sich gezogen. — Der bisherige Regierungspräsident v. Windheim ist 1857 in Groß-Oschersleben als Sohn des Amtsrats v. Windheim geboren. Er besuchte in Magdeburg das Gymnasium, studierte in Bonn und Berlin und war als Referendar und Assessor in Koblenz und Wiesbaden tätig. Später war er Hilfsarbeiter im Mr- nisterium des Innern und kam dann als Landrat nach Ragnit. Bereits zum Regierungspräsidenten in Stettin ernannt, erhielt er 1895 das plötzlich freigewordene Polizeipräsidium von Berlin als Nachfolger des bisherigen Po- rtzerpräsidenten v. Richthosen. Von dort wurde er als Regierungspräsident nachi Frankfurt a O. versetzt. Der Hergang der Ermordung des Konsuls Rostkowski. Ter amtliche Bericht des russischen Konsulatsverwesers in Monastir stellt jede Herausforderung des Mörders durch den Konsul iltostkowski in Abrede. Demgegenüber wird der „Voss. Ztg." aus Konstantinopel folgende Schilderung gegeben: Nach der Zeugenaussage des Kawassen des russischen Konsulats von Monastir hat sicy die Ermordung Rostkowskis solgendermaßen abgespielt: Gegen 21/2 Uhr nachmittaE passierte der Konsul mit seinem Kawassen bie Wache. Gr trua, schwarze Uniform, die sich aus einiger Entfernung von Zivilkleidung nicht unterscheiden ließ. Da der Postur ihn nicht grüßte, näherte er sich chm und sagte in gebrochenem Türkisch: „Weißt du nicht, daß ich der Konsul der größten Macht bin'? Warum salutier^ du nicht? Hahnrei, unverschämter:" Tas dem Griechischen entlehnte Wort flrr Hahnrei (Kerata) gehört so zum stündigen Vokabular der unteren Klassen, daß es kaum mehr als schwere Belerdrg- una empfunden wird. Der Soldat antwortete rhm: „Sre tragen keine amtlichen Abzeichen. Für mich, sind Sre em Mensch wie jeder andere Ich werde doch urcht reden grüßen.« (Tas stimmt schlecht mit der Mitteilung uberem, die heute die „Frkf. Ztg." über das Grüßen m der Türker macht, wonach dort der Höherstehende zuerst zu Mußen pflegt' D. Red.) Der Konsul, über diese Antwort erzurnh ließ sich binreißen, den Soldaten zweimal mrt dem »bock ins Gesicht zu schlagen und rief khm zugleich die Worte ru' amei Wochen später werdet rhr alle m de^ Leusels Wche kommen " Dies ift etwa der Sinn der Worte; wiwt- lich lasstn üe sich nicht wiedergeben, da sie den Angeredeten n der Per onsÄner Mutter aufs gröblichste oerunglrmpsien. hieraus schoß der Soldat und traf den Wnsul einmal am „Jh hnmt am halse Der obigen Darstellung schließt sichrer amtliche Bericht des inzwischen abgeseßten Malis Mi Risa Pascha an. „Die K-iscriusel." 9?nrr ist das unglaubliche klärchen des „Vorwärts l^om dementiert worden. Die „Nordö. Wg. Ztg.7 schre bt: Der Vorwärts" hat unter der Ueberschrift ^Dre Karfer- insel"^ eine phantastische Erzählung verofsentlrcht, nach der qnfel Mcbelsweröer von der Krone angekaust wer^n 0 l um ein kaiserliches Fmnilienschlotz aufzunehmen. D« llinzclheiten, mit denen dieses Märchen ausgefchmuckt s m fiTPiipti an Aberwitz. Wir können mrttetten, daß ö:e ganze Dache maßgebende/Orts als lächerliche Dickichte bezeichnet worden ist._____________________________ Deutsches Keich. Wilbelmshöhe, 18. Aug. Heute mittag fand bei Len Majestäten im Schloß Wilhelrnshöhe aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers von Oesterreich f ftatt Die Majestäten saßen einander gegenüber, der Kaiser zwischen dem österreichisch-ungarischen Bosichaf- (Grafen Lzögyenyi-Marich, und dem Militärattache Masor ' sevMKloth-bioden, die Kaiserin zwischen dem Kronprinzen , w dem Legationsrat v. Thurn. Gs folgten rechts vom ,Botschafter der Che, des Zivillabmetts, Wirkt. Geh. brat ’ri'. u Lucanus, LegMonsrat Riedel-Riedenau, Oberstall- me'ister Graf " 'del, Kammerherr v. d. Knesebeck, Flügel- adjutaut Boron v. Friedeburg, zur Linken des Mttitär- attachös Untershaatssekretär v. Mühlberg, Botschaftssekretär Graf Szapary, der Chef des Militärkabinetts, v. Hülsen- Häseler, Hofmarschpll Graf ZedUtz-Trützschler, Oberleutnant v. Stülpnagel. Rechts vom Kronprinzen saß die Palastdaine Gräfin Keller, Oberpräsident v. Zedlitz-Trützschler, Oberhofmarschall Graf Eulenburg, der Gesandte v. Tschierschky- Bögendorfs, Stabsarzt Dr. Riedner, zur Linken Graf Thurn, Hofdame Gräfin Rantzau, Generaladjutant v. Plessen, Botschaftsattache Graf Schönborn-Buchheim, Flügeladjutant Graf Schmettow und Hauptmann Roth. — Der Kaiser brachte mit warmen Worten einen Trinkspruch auf den Kaiser Franz Josef .aus, indem er auf das Wohl des bewährten Freundes und Bundesgenossen trank. — Botschafter Gras Szögyenyi reist heute abend nach Berlin ab. Berlin, 19. Aug. Die „Berl. Polit. Rachr." schreiben, man werde, wie schon früher, für den Re i chs h au s h a l t im Jahre 1904 zur Deckung der auf den ReichDinvalidenfonds angewiesenen Ausgaben, etwa 40 Millionen, aus dem Bestand dieser Fonds entnehmen. — Der „Rational-Zeimng" zufolge ist das Ergebnis der Ermittelungen hinsichtlich der geifrigen Störungen des Prinzen Prosper Arenberg berat ausgefallen, daß der Reichskanzler die Zustimmung zu dem Antrag auf Unterbrechung der Strafvollstreckung versagte. Prinz Arenberg wird in ein anderes Gefängnis übergeführt und die Strafe weiter verbüßen. Wismar, 18. Aug. Ein heute nachmittag, am Vorabend der Hundertjahrfeier herausgegebenes Regierungsblatt veröffentlicht den mit Schweden abgeschlossenen Staatsvertrag, Basel, 18. Aug. Nach der „Baseler Ztg." besitzt der schweizerische Generalstab Informationen, denen zufolge Deutschland den Plan, Befestigungen bei Tuel- lingen in der Nähe von Basel anzulegen, wieder ausgenommen habe. Die Vermessungen wären schort vorgenommen. Seit 14 Tagen fänden schon eifrige' Besprechungen zwischen den kantonalen und eidgenössischen Behörden statt. M ünchen, 18. Aug. Prinzes sin Rupprecht, die auf der jüngst beendeten Reise in Japan an Blinddarmentzündung erkrankte, unterzog sich, heute hier einer Operation, die glatt und ohne Komplikation verlief. Ausland. Wien, 18. Aug. Das tschechische Blatt „Plenzky Obzor" bringt folgende, angeblich von einer hervorragenden Persönlichkeit herrührende Nachricht: Die Ereignisse in Ungarn üben eine große Wirkung in Hofkreisen aus. Man erwägt die weiteren Folgen für den Fall, daß die äußersten magyarischen Forderungen bewilligt werden sollten. Mit Rücksicht auf die eventuellen Transformationen im bisherigen Dualismus soll in kurzer Zeit auch eine Veränderung auf dem Throne stattfinden, da ihre ganze Sorge zu sehr auf dem Kaiser laste. — Nach einem Telegramm des „Lok.-Anz." aus Wien ist das Gerücht, Kaiser Franz Josef wolle ab dank en, das in Wien nirgends Glauben findet, auf die Meldung eines einzigen Wiener Blattes zurückzuführen und vollständig aus der Luft gegriffen. — Das Kriegsministerium ordnete an, daß bei den ungarischen Regimentern der Stefanstag alljährlich als ungarisches Nationalfest gefeiert werde. — Der Münchener „Jugend" ist für die ungarischen Länder das Postdebit entzogen worden. Budapest, 18. August. In Zapresitsch in Kroatien wurde anläßlich des Geburtstages des Königs auf dem Eisenbahngebäude die ungarische Flagge gehißt. Die Volksmenge riß die Fahne herab. Als Gendarmen dies verhindern wollten, entstand ein Handgemenge, bei dem die Gendarmen die Schußwaffen gebrauchten. Mehrere Personen wurden getötet. Bukarest, 18. Aug. Die Kronprinzessin wurde heute früh von einem Knaben enbunden. Der Prinz erhält den Namen Mkolaus. Madrid, 18. Aug. Eine große Anzahl Ausländer, welche nicht über genügende Existenzmittel verfügten oder verdächtig waren, Anarchisten zu sein resp. mit solchen in Verbindung zu stehen, sind gestern ausgewresen worden. N e w y o r k, 18. Aug. Ans Anlaß der gestrigen Flottenschau gab Präsident Roosevelt an Bord seiner Jacht „Mayflower" ein Frühstück. Der Präsident brachte einen Trinkspruch auf die Großmächte Deutschland, Großbritannien. Japan und Rußland, deren Vertreter anwesend waren, und auf die Herrscher dieser Mächte aus. Kapitän Dechair von der llriüschen Botschaft erwiderte mit einem Tritt kspruch auf den Präsidenten. Au!stand in Mazedonien. Im Kreise Agostos, Wilajet Saloniki, wurden vier türkische und griechische Dörfer von den Banden gell r a n d s ch a tz t und geplündert. Konsulardepeschen melden, daß im Wilajet Saloniki neuerdings 16 Rediesllataillone zweiter Klasse, im Wilajet Uesküb« 7 Rediesbataillone mobilisiert werden. Im Engpässe Selenko, einer Bahnstation zwischen Uesküb und Koprülü sand infolge eines Bandenangriffs auf die Bahnwache ein größerer Kampf statt. Tie Verluste sollen auf beiden Seiten erheblich fein. Die Telegraphen- verbindmigen zwischen Selenko, Uesküb und Koprülü 'sind gestört. In Richo, einem 3i/2 Wegstunden von Monastir entfernten Orte, sowie in je einem Orte in den Kreisen Kru- schewo und Florina sollen einige hundert Mann starke Banden versammelt sein. Mit ihnen scheint man zu unterhandeln, um ein größeres Blutvergießen zu vermeiden und besonders auch deshalb, weil dieser Ort von einer gemischtsprachigen, verschiedenen Glaubensbekenntnisfen angehöcen- den Bevölkerung bewohnt ist. Tie dtachrichten, daß ein Persoiienzug in die Luft gesprengt wurde, werden amtlich dahin richtig gestellt, daß auf der Strecke Saloniki-Uesküll ein Personenzug aus unbekannten Ursachen entgleiste, wobei ein Bahnangestellter und ein Postbeamter verwundet wurden. Mehrere Wagen find zertrümmert worden. — Tie letzten Aktione n des Komitees sowie andere Anzeichen weisen darauf hin, daß die Komitees die Vri)hame- batter um j.eden Preis aufs äußerste zu erbittern bestrebt sind, um Christenmassacres int größeren Maßstabe zu provozieren und hierdurch eine europäische Intervention zu erreichen. Im Wldiz und bei der Pforte ist diese Absicht wohlbekannt. Es ergehen fortgesetzt strenge Weisungen an die Militärkommandos und die Provinzialbehörden. — Aus Ko n st an ti n o pe 1 meldet man, daß die zunehmenden Ausschreitungen betrunkener Soldaten gegen christliche Einwohner von der Polizei stillschiweigend geduldet werden. Tein Tage der Thronbesteigung des Sultans wird deshalb mit größter Besorgnis entgegengesehen. Aas AlaiU üiiü Kanü. Gießen, 19. August 1903. ** Der Kaiser in Mainz. Nächsten Montag den 24. August wird der deutsche Kaiser zu einer Truppenschau auf den großen Sand nach Mainz kommen. An der Truppenschau nehmen teil, die in Mainz liegenden Regimenter, sowie die in Frankfurt garnisonierende Abteilung des Art.-Regts. Nr. 63, ferner das 80., 116. und 118. Jn- fanterie-Regt. Der Kaiser kommt nach dem „M. Tgbl." von Kassel und wird seinen Weg nach dem großen Sande zur Truppenschau durch die Rheinallee nehmen, während der Rückweg durch die Wallstraße erfolgt. Nach der Truppenschau wird der Kaiser, einer Einladung des Großherzogs folgend, im großherzoglichen Palais absteigen. Nach den bisher getroffenen Dispositionen ist der Aufenthalt des Kaisers auf den einen Tag beschränkt. ** Evangelischer Bund. Wie im vorigen Jallre die jährliche Landesoersammlung des Hessischen Hauptvereins des Evangel. Bundes hier in Gießen stattfand, so findet sie in diesem Jahre Dienstag, den 1. September und Mittwoch, den 2. September in Groß-Umstadt statt. Am 1. September nachmittags 4 Uhr tagt die Abgeordneten-Versammlung der heffischen Zweigvereine, an welche sich abends 8 Uhr eine öffentliche Vorversammlung über ein aktuelles Thema anschließt. Am 2. September wird der Festgottesdienst, die Jahresversammlung des hessischen Hülfsausschusses für die evangelische Bewegung in Oesterreich und die satzungsgemäße Hauptversammlung stattfinden und am nachmittag um 4 Uhr die große öffentliche Festversammlung, für welche Vorträge über Protestantismus und das deutsche Reich sowie über Protestantismus und Oesterreich vorgesehen sind. Die Versammlungen sind öffentliche und jedem Evangelischen zugänglich. Sie versprechen, auch nach außen hin ein kräftiges Zeugnis evangelischer Bekenntnisfreudigkeit und deutsch- protestantischer Gesinnung abzulegen. ** Eisenbahn-Unfall. Heute- morgen gegen 11 Uhr wurden dem Weicyensteller Reinhard Hofmann aus Wieseck beide Beine unterhalb des Knies von all- gestoßenen Wagen überfahren und schwer verletzt. Hofmann war mit dem Reinigen der Weichen beschäftigt und konnte den Wagen nicht schnell genug ausweichen. Er wurde sofort in die Klinik gebracht. — Zu dem Unfall erhalten wir noch folgende amtliche Meldung: Heute morgen 11.15 Uhr ist der 5Mlfsweichensteller Reinhard Hofmann aus Wieseck ins Meis 62 des hiesigen Bahnhofes beim Putzen einer Weiche von einem Wagen erfaßt und ihm beide Unterschenkel überfahren worden. Der Verletzte wurde in die hiesige Universitätsklinik über führt. Die Vorschrift, nach welcher beim Reinigen einer Weiche das lletr. Fahrgleis durch ein Signal zu sperren ist, scheint von dem lieber* faljrcnen leider nicht befolgt worden zu sein. Untersuchung ist eingeleitet. ** Unglücksfall. Gestern vormittag glitt auf dem Trottoir am Brandplatz eine ältere Dame aus und kam zu Fall, wobei sie sich eine erhebliche Kopfwunde zuzog. Der Unfall wurde dadurch hervorgerufen, daß dort stehende Gemüsehändler, insbesondere Gurkenverkäufer, faule Gurkenteile auf die Straße warfen, obwohl sie am letzten Wochenmarkt auf die Folgen aufmerksam gemacht wurden und ihnen diese Gepflogenheit verboten worden ist. Butzbach, 18. August. Der kommandierende General des 18. Armeekorps, Se. Exzellenz v. Lind eq ui st, weilte heute hier zwecks Besichtigung beim hiesigen Bataillon. — Am 25. August werden in unserer Stadt 2 Batterien des 61. Artillerie-Regiments einquartiert. Für die Ein- quartierten wird derselbe Pflegesatz wie im Vorjahre (1.20 Mark) vergütet. Auch das Servisgeld für Offiziere wird den Quartiergebern ausbezahlt. Mainz, 18. August. Bis jetzt sind 9 Personen, die der Teilnahme an dem Ueberfall auf die Italiener verdächtig sind, in Untersuchungshaft. Täglich finden Vernehmungen statt. Nur einer der Verhafteten, der Maurer Barth, hat seine Beteiligung am Ueberfall zugestanden. Er weigert sich aber, irgend einen der anderen Beteiligten anzugeben. Barth hat von den Italienern einen Schuß in den 'Fuß bekommen. Diese Verletzung wurde zum Verräter an ihm. Die italienischen Arbeiter, 90 an der Zahl, weigern sich immer noch, die Arbeit aufzunehmen. Die Verhandlungen mit dein Frankfurter Konsul und den Bauunternehmern haben nach dem „M. Tgbl." noch zu keinem Resultat geführt. Die letzteren bestehen auf Erfüllung des Vertrags, der bis zum 1. Oktober läuft. — Das leidige Geländerrutschen hat wieder einmal ein junges Menschenleben zum Opfer gefordert. Der 11 jährige Sohn eines Arbeiters kam am Samstag in einem Hause am Lämmerspielerweg, als er am Treppengeländer hinabglitt, zu Fall und erlitt einen so schweren Schädelbruch, daß er unter furchtbaren Schmerzen m der Nacht aus Sonntag verschied. — Ein Metzgerbursche von der Amöneburg wollte am Montag eine Kuh schlachten, die sich aber furchtbar wütend zeigte und als dem Tiere der Schießapparat auf den Kopf gesetzt werden sollte, stieß dasselbe mit dem Kopfe darnach, daß der Schuß losging und die Kugel den Metzgerburschen in den Oberschenkel traf. Der Verletzte kam in das Spital nach Mainz. — Dieser Tage' wurde ein Taglöhner von Kastel, der noch einige Monate Gefängnis zu verbüßen hat, verhaftet, um in das Gefängnis nach Mainz gebracht zu werden. Als der Beamte den Taglöhner über die Straßenbrücke führen wollte, schwang sich der Verhaftete plötzlich über das Geländer der Brücke auf die Böschung der Brückenrampe, eilte davon und verschwand in den hier be- sindlichen Holzlagerplätzen vor den Augen des erstaunten Transporteurs. g. Mainz, 18. Aug. Zu der Rheinreise der Teil- /lehmer des Weinbaukongrcsses wird uns noch folgendes geschrieben: Die Abfahrt der beiden festlich geschmückten Doppeldeckdampfer erfolgte unter musikalischen Klängen und Böllerschüssen nachmittags 1/24 Uhr und bewegte sich von Mainz aus rheinabwärts bis Eaub, wo gewendet wurde. Die Fahrt war von einem außerordentlich klaren Wetter begünstigt. Trug dieser Umstand an sich zur Hebung der Fest- fteude bei, so wurde sie namentlich gesteigert durch die vorzügliche Aufnahme seitens der Sektkellerei Kupferberg. Welcher Art die „Stimmung" war, davon kann man sich vielleicht einen Begriff machen, wenn man berücksichtigt, daß die Geisler von ca. 1350 Flaschen Kupferberg Gold entfesselt wurden, und es mag dabei bemerkt werden, daß sie ihre Schuldigkeit reichlich getan haben. Die Musik wurde aus dem einen Dampfer von der Kapelle des 87. Raff. Jnf.-Reg. ausgeführt, auf dem anderen von der 23 Mann starken Hauskapelle der Sektkellerei, welche aus deren Arbeiterschaft heraus gebildet worden ist. Man muß sagen, daß die letztere, trotzdem sie erst vor etwa Jahresfrist ins Leben gerufen wurde, und der weitaus größere Teil nicht einmal musikalische Vorkenntnisse besaß, ihre Aufgabe glänzend gelöst hat. Ein originelles Experiment ist dabei mit einem Instrumente gemacht worden. Man hat der großen Trommel die Form eines Weinfasses gegeben. Der Versuch muß als vorzüglich gelungen bezeichnet werden, weil infolge der mittleren Wölbung des Instruments der Ton weicher und runder geworden ist. War die Hinfahrt schon sehr schon, so war die Rückfahrt entzückend, da die Firma Kupferberg für eme geradezu zauberische Illumination der Rheinufer, sowie Höhenbeleuchtung gesorgt hatte, wie man sie bei solchen Anlässen nur höchst selten sieht, und die sofort bei einlretender Dunkelheit ihren Anfang nahmen. Freiwillig und nur aus Interesse an dieser Veranstaltung hatte sich eine große Anzahl Villenbesitzer des Rheingaues dieser Illumination angeschloffen, welche ihre Gebäude oft feenhaft beleuchtet hatten. Der Gipfel der ausgelassenen Freude wurde erreicht, als man nach Mainz zurückkehrte, und auf der Rheinbrücke, die in bengalischer Beleuchtung prangte, noch eine riesig große Flasche Kupferberg Gold durch Brillant-Feuerwerk sichtbar wurde, welche aus ihrem Innern die markierten „Sektgeister" hervorschleuderte. — Der Fahrt hatten sich übrigens Vertreter der staatlichen, städtischen und der Militär-Behörden angeschlossen. — Den Abschluß aller Veranstaltungen des Weinbau-Kongresses bildete am Dienstag ein Ausflug mit Extrazug nach Bodenheun, Nierstein und Oppenheim. Er sollte hauptsächlich einer Besichtigung der Weinberge der Großh. Domäne in Bodenheim gelten, weßhalb sich die Kongreßmitglieder in sehr großer Anzahl an dem Ausflug beteiligt hatten. Leider hatte das Wetter den Haupttell des Ausfluges arg beeinträchtigt, denn man kam unter strömendem Regen in Bodenheim an, und in Schmutz und Schlamm gebadet, durchzogen die Teilnehmer die Ortsstraßen von Vodenheim zu der ziemlich entfernt gelegenen Domanial- besitzung, wo bei strömendem Regen im Freien eine Kostprobe von 1895er aus dem zu der Domäne gehörenden Albanusberg gereicht wurde. Trotz der Güte der dargereichten Proben drängte der ständig zunehmende Regen die Teilnehmer zu raschem Aufbruch, und es ging nun in die Kellereien und Keltereien des Domanialbesitzes, wo man einigermaßen Schutz gegen den Regen sand, und die hier abermals dargereichren Proben schon etwas gemütlicher prüfen konnte. Wieder unter strömendem Regen durch die gedehnten Ortsstraßen unter Vorantritt eines Musikkorps nach dem Bahnhof zurückkehrend, beeilte man sich, hier in den Eisenbahnwagen Schutz vor dem Naß von oben zu finden, um in Nierstein von neuem durchnäßt zu werden. Hier ging es in das Wirtshaus „zur Krone", wo eine Kostprobe in einem geräumigen Saale in so gemütlicher Weise dargeboten wurde, daß alsbald die Unbill der Witterung ganz vergessen wurde. In Oppenheim nut Extrazug angelangt, ging es nach der „Landeskrone", in welcher das Festmahl ungestört von Regen und Wetter unter einem wahren Strom von Reden stattfand. Um 8 Uhr brachte der Extrazug die Festteilnehmer wieder nach Mainz zurück. Klein-St ein heim, 16. Aug. Am Samstag mittag kamen von Homburg zwei Waggons Schweine für den Schweinehändler I. Groß in Klem-Steinheim an. Von den circa 120 Schweinen waren 2 6 Stück tot. Dieselben wurden mit 2 Wagen nach Heusenstamm m die Abdeckerei verbracht. Ter Schaden beträgt über 3000 Mk. Frankfurt, 18. August. Dr. O. v. Möllendorf, Dozent für Handelsgeographie, Warenkunde und Konsular- wefen an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften und Konsul a. D., ist in der Nacht auf Montag gestorben. VerMlschles. • Berlin, 19. August. Die von der Stadt Berlin ge- o(tmte neue städtische Hafenanlage auf dem rechten Spreeuser zwischen der Oberbaumbrücke und der Ringbahft? verbunden mit Zollfreihafen für Transitgüter, hat die Genehmigung des Finanzministers erhalten. Die Kosten werden auf 8 Mill. Mk. veranschlagt. • Saarbrücken, 18. Aug. Gestern abend richtete eine Windhose, die mit furchtbarer Gewalt auftrat, an verschiedenen Stellen der Stadt große Verwüstungen an. Eine Anzahl Häuser wurden abgedeckt, zahlreiche Bäume ent- ivurzelt und viele Fensterscheiben zertrümmert. * Castrop, 18. Aug. Im benachbarten Behringshausen hat eine anscheinend geistesgestörte Frau ihrem fünfjährigen Kinde und sich dann selbst den Hals durchschnitten. * Paris, 18. August. In St. Amand entdeckte die Polizei-Behörde gestern in einer abgelegenen Stallung eine dort seit Jahren ein geschlossene 80 jährige Frau, welche sich m einem traurigen Zustande befand. Die Schuldigen wurden verhaftet. * Wien, 18. Aug. In der Schönbrunner Menagerie wurde cm Wärter, der sich in den eingefriedigten Raum zu den Auerochsen begab, um Reinigungsarbeiten vorzunehmen, von einem Auerochsen mit den Hörnern durchbohrt. Er war sofort tot.___________________________ Kunst und Wissenschaft. Landschaftsmaler Pros. Gude, geb. 1828 zu Chri- stiania, früher Professor an der Düsseldorfer, dann an der Karlsruher Akademie und seit 1880 Vorsteher eines Musterateliers an der Berliner Akademie ist in Berlin gestorben. Gerichtssmü. Paris, 18. August. In der heutigen Verhandlung des H u m b er t - P ro z e s s e s wurde der auf Verlangen der Frau Humbert vorgeladene Bankier B e r n a r d vernommen, dessen Bruder sich inwlge seiner Verluste das Leben genommen hat. Er soll nach der Angabe der Fran Humbert im Nachlaß seines Bruders jene drei unauffindbaren kleinen Renten-Titres gesunden haben, die Frau Humbert nach der Anklage angekauft hat, um daraus große Titres zu fabrizieren. Der Zeuge erklärte, nie die Titres gesehen zu haben. Es kam zu einer jcharfen Diskussion zwischen ihm und Frau Humbert. Letztere will noch eine lange Ansprache an die Geschworenen halten. Der Präsident verhindert sie aber daran und erteilt dem Oberstaatsanwalt Blondel das Wort. Mit etwas tonloser Stimme, aber sehr pathetisch wendet dieser sich an die Geschworenen. Er setzt zunächst auseinander/ daß das Schwurgericht sich, obwohl mit der größten Schwindelei des Jahrhunderts befaßt, sich fornial nur über die von den Humberts begangene Fälschung und den Gebrauch gefälschter Urkunden auszusprechen habe. Wenn Therese, ivie sie so oft wiederholt, sich freue, endlich vor den Geschworenen zu stehen, so freuen sich die durch zwanzig Jahre hindurch betrogenen Justizbehörden noch viel inehr. Er kennzeichnet dann die Frechheit und Lügenhaftigkeit, mit welcher die Humberts hier im Gerichtssaal aufgetreten siiid, wie sie Zeugen beleidigt, alle möglichen Explikationen gegeben, lange Diskussionen über Kleinigkeiten geführt, aber nie auf die Frage nach den Millionen und den Erawfords eipcn Schein einer Antwort vorgebrachi haben. Hierauf geht der Staatsanwalt dazu über, an der Hand der Zeugenaussagen ein Bild vom Lebenslauf Thereses und ihrer Schwindeleien zu entwickeln. Wenn sich die Prozesse siebzehn Jahre hinschleppen konnten, fümitc dies nur geschehen dadurch, daß sich die Humberts gesälschter Testamente und gefälschter Reiitemitres bedienten. Außerdem sei es durch die Gaunerei gelungen, gerichtliche Beamte zu täuschen. Die Verhandlung wurde dann unterbrochen. — Ein Blatt hatte gemeldet, die Millionen der Humberts stammten von der Familie des ehemaligen Deputierten Lebaudy. Jnsolgedessen strengte der gegenwärtige Deputierte des Departemerits Seine et Oise, Lebaudy, eine gerichtliche Klage gegen das betreffende Blatt an und er verlangt eine Entschädigung von 50 000 Frc^, Knude! und Verkehr. Volkuwirlschafl. Berliner Börse vom 18. August 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 8a/s Prozent. Schluß-Tendenz: matt Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit. . 207.00 204.80 Deutsche Bank . 211.60 211.25 Darmstädter Bank - . 136.10 135.75 Bochumer Guß . . 181.30 180.75 Harpener Bergbau ♦ . 179.30 178.62 Preiserhöhung der Cigaretten durch den Trust iu Cug- land. Die Preiserhöhung durch deii Trust, die 50 pEt. beträgt, hat riach der „Südd. Tabakztg." für die Detaillisten merkwürdige Erfolge gehabt. Ehe die Preiserhöhung Platz griff, erhielt der Ladeninhaber die Marke „Richmond Genis" zu 21 Mk. per 1000 und er verkauft? sie in 10-Stück-Packungen ä 3 d oder rund 25 Pfg. Jetzt beträgt der Einkaufspreis für den Detaillisten 31,10 Mk. per Mille utid der ihm von der Imperial Tobacco Company vorgeschriebene Verkaufspreis 4 d oder rund etwa 33 Pfg. per 10 Stück. Daraus ergiebt sich, daß der Trust gegen früher per Mille 10,10 Mark mehr verlangt, während der Händler im Detailoerkauf nur 8,33 Mk. mehr erzielen kann, sodaß er also gegen früher per Mille einen Verlust von 1,77 Mk. hat. Will der Detaillisl aus feiner Cigarettenabteilung demnach den gleichen Nutzen wie bisher erzielen, so muß er etwa 50 pEt. mehr Umsatz haben, sonst trägt eiben Verlust aus eigener Tasche. Hinzu kommt noch die gleichfalls unbezahlte Mühe, jedem Kunden die Verteuerung der Ware plausibel zu machen. — Die Nutzanwendung aus diesem Beispiel ergiebt sich für das deutsche Geschäftsleben ganz von selbst: Mit Jakobs Stimme führt sich der Trust ein, aber wenn er zugreift, bann fühlt der Detaillisl Esaus Händel Arbeiterbewegung. Mannheim, 18. Aug. Eine Versammlimg der streikenden Arbeiter der Lanz'schen Fabriken beschloß, eine Intervention des Fabrikinspektors herbeizuführen. Neuere Meinungen. Originaldraytmeldnngen des Gießener Anzeigers. Berlin, 19. August. Der Kaiser wird demnächst vorübergehend Schloß Wilhelmshöhe verlassen und sich nach dem Truppen-Uebungsplatz Alt-Grabow begeben, wo in der Zeil vom 20. bis zum 22. Sept, die großen Kavallerie- Uebungen vor dem Monarchen stattsinden. Berlin, 19. August. Die Wahlen zum Abgeordnetenhause finden, wie die Neue Politische Korrespondenz ankündigt, am 9. und 16. November statt. Wismar, 19. Aug. Anläßlich der Hundertjahr- feier ist die Stadt festlich geschmückt, besonders der Bahnhof und der Marktplatz machen einen imposanten Eindruck. Tas Fest wurde gestern abend durch eine Illumination der Stadt und einen Fackelzug eingeleitet, der heutige Tag begann mit einer Reveille. London, 19. Aug. Arnold Forster, der Parlcu- mentssekretär der Admiralität, erklärte in Belfast, er habe, während er früher an Freihandel glaubte, die von Chamberlain aufgeworfene Frage eingehend studiert. Er sei zu dem Ergebnis getommen, daß eine sehr große Aenderung des jetzigen Systems notwendig sei. Montreal, 18. Aug. Ter Kongreß der Handelst am m e r n im R e i ch e nahm die Beschluß an träge an, die sich für die Ausdehnung der Handelsvertragsrechte aussprechen und für Reorganisation des KonsulardicnstcS mit Rücksicht auf die Förderung des Handels des Reiches, sowie Verbilligung des Portos für periodische Zeitschriften zwischen Großbritannien und seinen Kolonien. Der Kongreß beriet ferner einen Leschlußanlrag, der sich für die Annahme einer Handelspolitik ausspricht, die aus den gegenseitigen Nutzen Der in Betracht kommenden Teile des Reichs gegründet sei. Ferner solle die kaiserliche Regierung eine besondere Kommission ernennen, aus Vertretern Großbritanniens und Indiens, deren Ausgabe es fei, Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen, durch, welche die Hand, lsbcziehungen mit dem Reiche ausgedehnt und gestärkt und der Handel mit dem Ausland erleichtert werden. Wien, 19. Aug. Die „Arbeiterztg." veröffentlicht zwei Proklamationen, bie das Komitee der sozialdemokratischen P artet in Odessa aus Anlaß oes Streiks in seiner Ge h ei m drucke r ei hergestellt und an die Einwohner verbreitet hat. In denselben werden die Arbeiter aufgefordert, den Kampf gegen die Regierung und das Kapital auf das energischste ,ortzusetzen. Belgrad, iJ. Äug. Kronprinz Georg von Sei> bien ist gestern durch een König dem Offizierkorps vorgo- stellt und in das serbische Heer eingereiht worden. Die beadsichligte Ernennung des Prinzen Arsen Karageorgie- witsch, des Bruders des Königs, zum Ge n e r a l i f j im u s der serbischen Armee scheiterte an dem Widerstande des Belgrader Ossizierkorps. Der Prinz tritt deshalb nur als Oberst der serbischen Kavallerie in die Armee ein. Belgrad, 19. Aug. Die von der K ö n i g i n N a t a l i e unterstützte, noch immer sehr zahlreiche Partei der Anhänger der Familie Obrenowitsch entwickelt eine fieberhafte Tätigkeit. Sie verbreitet Gerüchte, daß die derzeitige Lage unhaltbar sei und dag es bald zu einer Umwälzung in der Regierung und Vertreibung der Familie Karageorgie- wirsch kommen werde. Ucber die eventuelle Persönlichkeit der Familie Obrenowitsch, die als Kron-Prätendent ausersehen ist, wird das tiefste Geheimnis bewahrt. Sofia, 19. Aug. Die aus Macedonien eingetroffene Meldung, daß angeblich Höheren türkischen Orts Befehl zu großen Metzeleien und zur Vernichtung sämtlicher ch r i st l i ch e n O r t s ch a f t e n gegeben wurde, ruft große Erregung hervor. Newyork, 19. Aüg. Der Skandal, welchen die Ablehnung des Panama-Vertrages durch den kolumbischen Kongreß veranlaßt hat, bildet den Gegenstand lebhafter Auseinandersetzungen in der Presse. Die transzentrale Eisenbahngesellschast verhehlt nicht, daß 5 Millionen Doll, geopfert worden sind, um die weitere Verschiebung des Kanalbaues herbeizufuhren. Der Sekretär der Gesellschaft hat eingeslanoen, daß diese Summe nicht so bedeutend sei, wie wenn man bedenke, welch ungeheurer Schaden der Gesellschaft erwächst, wenn der Kanal gebaut wird. In der Umgebung des Präsidenten Roosevelt ist man über die Ablehnung des Kanalvertrages sehr enttäuscht. Dennoch hat man die Hoffnung nicht aufgegeben, daß der Plan schließlich doch noci) zur Ausführung gelangt. L. Newyork, 19. Aug. Ter Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm der Große" vom Norddeutschen Lloyd hat seine jüngste Reise über den Atlantischen Ozean in fünf Tagen 15 Stunden 5 Minuten zurückgelegt und damit seinen eigenen Rekord um 6y2 stunden geschlagen. Tas Schiss erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,58 Knoten in der Stunde. L. Niagara-Fall, 19. Aug. Beim Versuchs die Whirlpool-Stromschnellen im Niagarafall hinabzu- schwimmen, ist der Schwimmkünstler Glenister verunglückt. Glenister, der, von oben bis unten eingeölt, in guter Art ins Wasser kam, wurde von den Sturzwoogen gegen die Felsen geschleudert und blutbedeckt aus dem Wasser gefischt. Er liegt jetzt im Hospital in Delirien. An derselben Stelle im Niagara ist seinerzeit der berühmte SchMm- mer Kapitän Webb ertrunken. Telejphomscher Kursbericht« Fruukturt a. kt., 17. August iyu3. 378% Reicheanleihe . . 101.70 3,J/o Mexikaner . . . 26.65 8n meinem Doppelhaus (Neu- -V bau) sind bis zum 1. Septbr. und 1. 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