158. Jahrgang Drittes Blatt. Nr. 141 frf^eint »S^ttch außer Sonntags. Dein Gtetzener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die 5iehener Familien- blätter viermal in der Woche betgelegt. Rotationsdruck u. Verlag der vrüh l'scheu Univerl^Buch-u.btein- druckerei (Pietsch 6rbea) Freitag 1V. Juni 1908 ve»««»pret»r tt o n n t Ti d) 7 5 w v t e rtri» fiLrlid) Mk. 6JO; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich Lo Ps.; durch diePost Mk.L — viertel» lährL aurlchi. Bestellg. Annahme von Anzeige» ür die tageSmimmer . i» vormittag« 10 Uhr. . dlcnpretl: total auöroävtf 20 Psg. Beramtwortlich tüt den poIU. und öligem. Teil: P. ötttfo: für .Stadt und Banb* und .Gerichtssaal': Auaust Götz; für den Anzeigenteil: Han« veck. GietzenerAWiger w General-Anzeiger v •2™ Amtt- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Fernsprechanschluß Nr. 5L “ , der Wetter 18. Juni C. 84° C. 18. Höi Ni< SW. sw. NE. 17. 17. 19,0 14,5 13,6 als den oft mit 9,0 10,2 11,1 OD 84 96 740,1 739,6 738,5 Juni 1903. Hebet die Agitation der Sozi al de m o^k rwch Ajama, der seit neun Jahren beim Freiherrn v. Richthofen im Dienste steht und jetzt zum ersten Mal sein Wahlrecht ausübte. Er suchte das Wahlgeheimnis besonders dadurch zu wahren, das; cr partout das Kvuvert schließen wollte. Vergebens hatte er hinter dem Kasten vor hange minutenlang sich mit dem Versuche abgequält, doch wollte der Umschlag nicht kleben. Festen Schrittes trat er deshalb an den Wahltisch, führte das Louoert yun Munde und beleckte dasselbe nochmals, ehe er es bem Wahlvorsteher einhändigte. Im selben Augen- blick wurde er von einem Photographen mit Hilfe von Blitzlicht auf die Platte genommen, worauf er, nach allen Seiten nickend, sich verabschiedete. Auf — zur Stichwahl! Tie Sozialdemokraten haben in der Hauptstadt glatt fünf Berliner Wahlkreise erobert und einen — den ersten, eine freisinnige Hochburg — mit anwachsender Stimmenzahl | schwer bedroht. Das freisinnige Bürgertum hat nicht bie, straft und die Macht besessen, ben sozialdemokrattschen Au ! sturm auch nur aufzuhalten, geschweige beim zurück zu schlagen. Schon finden sich im freisinnigen Lager selber Leute, die vom sozialdemokratischen Triumph reden unb dem eigenen Parteiführer den bekannten Fußtritt versetzen. Allerdings hat bic Sozialdemokratie einen großen Sieg erstritten, einen sehr großen. Es wäre töricht ober leichtfertig, sich das zu verhehlen und es nicht offen auszusprechen. Sie hat in den Hauptwahlen glatt 54 Sitze gewonnen— 1898 waren es 32 — uud fleht in 122 Sttch- wahlen. Aber wir meinen.- „Das Reich der So-ialdemo kratie" ist Deutschland denn doch noch lange nicht. Die Gefahr ist groß. Daraus ziehen wir nur die eine Folgerung: Der Größe der Äefal)r muß die straft der Abwehrmittel Kreisstraße gebaut. e. Bad-Nauheim, 17. Juni. Die Gesamt- f re qu enz der Badegäste ist gegenwärtig um fast 2000 höher um bic gleiche Zeit im vorigen Jahr. Der Zudrang zu Babehäusern ist denn auch so groß, daß die Badenden stundenlang warten müssen. Im Zusammenhang der günstigen Saison ist die Baulust wieder gestiegen, i. Friedberg, 18. Juni. Die Kirchenvisitation ... Vollsschulklassen fand vorigen Sonntag durch den Super- mtenbenten Petersen in der Burgkirche statt. — Die neue Professoren-Pfarr Wohnungen in der Leonhardstraße wurden im Frühjahr begonnen, der Rohbau ist jetzt hergestellt Am 1. Cltober soll das stattliche Gebäude bereits bezogen werden. — Auch der Neubau des Hochbauamts und der Oberfö r ftcrci soll im Herbst bezogen werden. 18. 18. i 19. Bürgermeisters Stein statt Daran schloß sich die tteber- reichung der Fahne durch bic Fesljungfrauen, bct welcher Frl. Bornmann dieselbe mit einer sehr schwungvollen Ansprache dem Präsidenten übergab. Die eigentliche Festrede Dielt Pfarrer Schwabe. In Vorlnnderung des Bezirksvor- sitzcnden sprach Bürgermeister Leun von Grvßen-Linden. Sv verlief der Nachmittag in animiertester Stimmung und besonders durch den großen Zudrang seitens der Gtetzener F-estgäste. Tags darauf sand in derselben Weise ein Zug durch den £rt nach dem Festplatze statt. Hier angekommen, hielt stamerad Oswald eine längere Ansprache, in der er jedem Einzelnen des Vereins für das Zusiandekommen des Festes seinen Tank aussprach. Später folgten dann Gesänge, ! Musikvorträge und Tanz. 1. Lich, 18. Juni. Ein schwerer Unfall trug sich bei dem bcnachbatten Torfe Ettingshausen zu. Das Pferd eines Mehgermeisters scheute auf der sehr abschüssigen Straße, warf den Wagen um und schleifte die beiden Insassen em Stück, wobei sie schwer verletzt wurden. Zum Glück brach die Schere und das Pferd ging damit durch, so daß weiteres Unheil verhütet wurde.' Der Metzger und seine Frau be- sinden sich in ärztlicher Behandlung. — Ein Mann aus Hattenrod geriet mit der Hand in bas Kammrad der Häckselmaschine, das ihm den Mittelfinger abguetschte. — Von Langsdorf nach Stieder-Bessingen wird eine neue Aus Stadt und Sand. entsprechen. I , Gießen, den 19. Juni 1903. Die Stichwahlen werden erst dos reelle Ergebnis „ « M f „ 8 r.. h - Spr 9Rnftbenmten Wäbrend V unb m erlitten worden. Alle haben wacker gestritten und die Ausdehnung gewinnt, hat es noch nicht gelingen wollen, auch Parteimänner sind ehrenvoll hier unb ba auf bem Platze den Post- und Eisenbahnbeamten überall eine ausreichende geblieben. Jetzt aber, für die Stichwahlen tritt eine andere Ruhezeit zu verschaffen. Die hiesigen Postunterbeamten sind, Frage auf den Plan und richtet sich riesengroß an bas wie wir hören, ebenfalls noch nicht in dem von der Behörde Gewissen beS deutschen Volkes: Soll es geschehen, daß in angestrebten Umfange in den Genuß der Sonntagsruhe geben Stichwahlen auch bas Gesamtinteresse der Nation dem lQngt, roei( Qn geeigneten Personen zu ihrer Vertretung Ansturm der Sozialdemokratie erliegt? Soll der Bankrott Vielleicht geben diese Zeilen Veranlassung, daß sich des nationalen Gebaukens in ber deut,chen Volks- ' / g, ( J t? mrtftnmt 1 melden mai|e das Ergebnis dieser Stichwahlen werdenber .. Fräulein Minna ttöruer, die Vorsteherin des| ?“' flÄm a x’/XhpwL Äen befieaelt rühmlich befannten, chrcn Namen tragenden Musikinstttuts, j eins durch die Niederlage in deti Stichwahlen l | g LJ __Tf0 schreibt man uns — seit Jahren neben den werden? Uebunasstunden regelmäßige Musikaufführungen eingeführt. Im Äampse der ^ozialdenwkrat^ geg^ ^e bürge l ) diesen verfolgt Frl. Horner nidji allein den Zweck, Welt hmidelt es sich ^^ um die Au^ch^g diese d eitcrn unh Zugehörigen ihrer Schüler Uebersicht über jener Fragen bev prakti,chen gebens. Es Haubelt sich um Fortschritte zu geben, fonbern sie will auch dadurch den großen Entlcheidmigstainpf oiner Welta^jcchung^ geg^ I ^Wsthe ^rständnis ihrer Schüler förbern. Es ist die entgegengesetzte. XAe bürgerliche ^Zell l)at eine befamite Tatsache, daß das Lernen eines Stteich- oder Sozialdemokratie nicht eine Partei nne ani>crc Parteivi I Aja^.-^mentes das musikalische Ohr weit mehr bildet, - zu bekämpfen, sondern etwas, ^1\-^TT^nuny.I bie]^ beim Lernen des rttovierspieles möglich ist. Die ist, als alles, was sonst imierhalb ^^ erstgenannten Instrumente geben den Son nur richtig Lebensordnung lebt unb wirkt. Die <5o5ialbeuwkaiie tal I menn Hand ober Lippe diesen genau bilden, unb der bürgerlichen Welt entgege^ tote ber Taö bem Men. daß ber 2?n dem Ohr bekannt ist; beim Die bürgerliche Well, bie ^^viduallstiiche Wrrtschafts d- genügt hierbei ein Druck auf bie Taste, ber nung, bie konstitutionelle Monarchie 1«, SSfJcp? &&= ben Ton ohne Kenntnis desselben und Mühe bringt. Äußer nder ber <Ä)zialdemotrahe um ^bben zu kampsen. E- bem jinb Lernenden eines Streich- ober Masinstru- ist ein Kamps, ber mit biefen Stichwahlen Mar nicht ^i Gusembleleistungen gerabezu hingewiesen, wah- Enbe gekämpft wirb, ber aber rntt diesen Sttchwahlen seineiiy Anfang nimmt. Es ist ber Kampf um bad nationale Dasein unb die nationale Kraft im Innern, es ist ber Kamps um unsere sreiheitliche Verfassung, es ist ber Kcunps um Ine Geltung und Macht ber Persönlichkeit, ber geführt werden muß Die Sozialdemokratie ist der Verräter des Vaterlandes, der Tod unserer Verfaflung, ber Feinb der entwickelten Persönlichkeit. m t f , Wir appellieren an bie Liebe zum Bat erlanbe, an bic b e u ts ch e Treue zum Kaiser unb zu ben Kürst e n. In den Stichwahlen bau bett es sich nicht kiehr um Parteikämpfe: es ist em Gingen um bas deutsche T asein, um deutsche Macht und deutsch e E h r e. Wir wollen diesen Kampfmitbeutscher Treue bestehen. ____________ Vermischtes. * Heber bie Wahlzellen bei bet Reichstagswahl schreibt man auB Berlin: Trotz aller Belehrung über ben Zweck der Wahlzellen sind bei ben Wahlen boch recht seltsame Mißverständnisse vorgekommen. Daß Wähler ihre Wahlzettel in ber Wahlzelle nieberlegten, ist recht oft vorgekommen; ebenso, baß bie Wähler alle Stimmzettel, bie sie erhalten hatten, in bas Kuvert steckten. In einem Wahl- lokal im zweiten Berliner ReichstagSwahlkreffe erregte eS Heiterkeit, als em Wähler seinen Diener mitbrachte, ber ihm beim Einpacken bes Stimmzettels behilflich fein sollte. Ter Mann war entrüstet, als man ihm bebeutete, baß er als Staatsbürger sich bieserPflicht selbst unterziehen müßte. Die Vergeßlichkeit vieler Wähler wirb baburch iduftriert, daß in ben Wahlzellen, als bic Wahlhanblung geschloffen würbe, sich allerlei vorsanb; nicht nur Schirme und Stöcke, sondern Pakete aller Art, Brieftaschen, Brillen, Kneifer mußten bic Wahlvorsteher an sich nehmen, um I biefe Gegenstänbe ben Wählern auf ihre Reklamation hin auSzuhänbigen. • Wahlkrawalle. Auf bem Steinplatze in Dord- munb, ben anläßlich ber Wahl eine bichte Menschenmenge besetzt hielt, kam es zu Ruhestörungen. Die Polizei mußte mit blanker Waffe einschreiten. Mehrere Personen würben erheblich verletzt; eine Anzahl Personen ist verhaftet worben. , * Explosion im Arsenal von Woolwich. Im Arsenal von Woolwich erfolgte am 18 b. M. eine furchtbare Explosion, und zwar in der Lydditfabrlk, die völlig I icrftört scheint. Eine Anzahl Männer arbeiteten zur Zett der Explosion in der Fabrik. Das Platzen einer Bombe soll die llrsache des Unglücks sein. Nach den neue,ten Mell'- rnaen sind 14 getötet und 13 verletzt, einer davon sehr schwer, einer schwer. Das Dach des Gebäudes wurde in die Luft gesprengt, das Innere stür-te bann zusammen. Durch die ll-xplofion in der Lyddit-Abteilung wurden fünf Gebäude roeggefegt. 17 Arbeiter wurden dabei getötet und 144 schwer verletzt, darunter 3 rötlich. Außerdem wurden noch 20 Personen mehr oder minder schwer verletzt. T^e I Unglüctsstätte bot einen entsetzlichen Anblick dar. Tausende von Menschen umstanden den Trümmerhaufen aus dem aräßlick) verstümmelte Körperteile Heraus gegraben wurden. Bei der Feststellung der Leichen durch die Angehörigen | spielten sick herzzerreißende Szenen^ab^ Mete 0 r o lö gische"rveo dacht ung en der Station Gießen. mente« auf Ensembleleistungen geradezu hingewiescn, wahrend der Klavierspieler dieselben vollständig entbehren könnte. Dadurch wird aber eine Einseitigkeit erzogen, das Taktgefühl, welches beim gemeinschaftlichen Spiel durch Nachgeben und Untervrdneu außerordentlich zur Geltung kommt, fehlt daher den meisten Klavierspielern. Hier bat Fräulein Körner mit richtigem Blick eingegriffen; schon Schüler mit ganz bescheidenem Können bekommen einen geübten Partner, und das steigert sich mit jedem Borwärtsschreiten, so daß an der Aufführung am kom menben Sonntag vormittag vollständige Trios zu Gehör kommen, wobei zwei junge Musiker, Mitglieder unserer Regirnentstapette, Herr Zack (Violine- und Herr Herrmann (Cello, Mitwirken werden. Da auch ,ber Klavierpart nur von Schülern der ersten Klasse I ausgeführi wird, und 9iamen, wie Bach, Schumann, Gering, I Ghopin, Richard Strauß, Beethoven, das Programm Aiereii ! werden, so nehmen die Darbietungen einen vollständigen konzerttnäßigen Charakter an. M.D.F.V. Verkehrserleichterungen für Mik- ucuci, inv -»---------- - . . glieder des Deutschen Flotten-VereinS. Viele wurde diesmal einmütig^ von allen nichtsozuttdemokra- ^Mglieber deS Deutsche ^otten-DereinS haben wiederholt tischen Parteien geklagt, ^ie trug, ww wir in ausgedrückt, baß sie mit Familienangehörigen Ztg." lesen, leider nur zu ott ui^ bis gnm letzten deutschen Küste unternehmen würben, Augenblicke vielfach den ^^^^mokrat^i so oft ge- um bie bem Binnenländer ferner liegenden eigenartigen Ver- rübmÄ Tisziplln 'ivar mit einem Schlage verschwunden hältniffe an ber See kennen zu Ionen. Mck derarttgen Dlit- das^Berhalten der Sozialdemokraren wurde so gedteilungen wurde fqt immer die Anfrage verbunden, ob den h e i h a f t das; die größten Rowdies aus den Ber- Ungehörigeki deS Flotten-VereinS zur Erleichterung solcher nrnmlunncn der Gegner Yin aus geworfen werden mutzten. Reisen nicht Preisermäßigungen erwirkt werden könnten, rote Tic schamlosen Szenen im Reichstage durch die ^ber- - den Mitgliedern anderer größerer Verbände zugestanden aenosien haben den leichten Firnis der sozialdemokratt- b Das Präsidium des Deutschen Flotten-VereinS hat eS scheu Parteidisziplin dem ^S^er gegenüber ganz und angelegen sein lasten, die Gewährung von gar beseitigt und die Partei der Freiheit^Und N-y 1 ** « Mitalieder zu erhalten, sich entbüll e sich vor den Augen der Berliner in eurer r radezu abstoßenden Roheit der Ges.innung und des Benehmens. Noch am Sonntag mutzte isugen Richter in einer freisinnigen Versammlung, die durch wüsten Lärm gestört wurde, den Sozialdemokraten^rupen: beweisen nur, wie die Vc rr 0 hun g, vop- der tm Rmchs- taac das Beispiel gegeben wurde, aus die Mafien roirft’ Auch hier mutzten ein halbes Tntzchid von Sozial- «m.14. 3mn hielt img gestellt haben, e Nancbklnbs Ilies das Fest in ber angenehmsten Weise. Bornnttags non ebenso die sojialveinokratrschen Gesang -Volle'wicllen am i»12 Uhr ab hielten verschiedene Kriegervereine, teils zn Kegelklubs, iüne . b,-st>nders X mit der Bahn kommend, ihren Einzug., Nach Wahltage die lozrawemokvatlichcn Kadsahrveveuirg g Festzuges, um 2 Uhr nachmittags, be- Tie sozraldemokratt chen Allste wmen ,ctt ttuh S ■ n« flaltlLd)c Zug unter Borantrttt einer vor- stunde in sieberhaster -L“tl9tot Wahllokal war Wichen Musikiapelle durch den , estlich ge,chnuutten,^rt sPtjaE.’X. WÄliWtaw*»- - •*— — 4 Sonnenschein 1 Lew. Himmel 2 Gothaer Geld-Lotterie Ziehung 23.-26. Juni 1903. Höchstgewinn evtl. Mk. 135 OOOc i/l 1, x/s 110 Porto und Liste Mk. 30.— 15.— 6.— 3 — Los 30 Mg- extra [4767 versendet F. L.. Olinacker, Darmstadt. Gebührenordnung zur Friedhofs- und Begräbnis-Ordnung für die Stadt Gießen. L Gräber. L 2. 3. 4. 5. 8. 7. 3. L 2. 3. 4. 6. 8. 7. 8. 9. 10. 11. 13. 13. 14. 15. 16. 17. Grufthallen. Platz für je 2 Särge übereinander 2000 Mk., vorbehaltlich besonderer Vereinbarung; für eine Gruft, entsprechend der oberen Säulenteilung 5000 Mk. Anmerkung: Die Herstellung der Trennungswände zwischen den einzelnen Abteilungen der Gruslhallen und der Stützen zum Uebereinanderstellen der Sarge geschieht durch die Stadt auf Kosten des Nutzungsberechtigten. Erbbegräbnis cm der Mauer (weniger als 2 Plätze werden nicht abgegeben) a. für jede Grabstätte 200 „ b. Platz zum Aufstellen einer Aschenurne 100 , Erbbegräbnis an fonstigen Plätzen (weniger als 2 Plätze werden nicht abgegeben) a. für jede Grabstätte 100 , b. Matz zum Aufstellen einer Aschenurne 50 „ Einfassungsgrab (diese Gräber werden nur einzeln abgegeben) 100 , Reihengrab a, für einen Erwachsenen a) bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 2600 Mk. an 20 „ ß) bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 900 bis ausschließlich 2600 Alk. 10 „ b. für ein Kind von 3—10 Jahren a) bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 2600 Mk. an 15 , ß) bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 900 Alk. bis ausschließlich 2600 Mk. 7,50 „ e. für ein Kind unter 3 Jahren a) bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 2600 Mk. an 10 „ ß) bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 900 Mk. bis ausschließlich 2600 Mk. 5 „ Bei Einkommen des Zahlungspflichtigen bis zu 900 Mk. ausschließlich werden die Rechengräber unetitgelttich abgegeben. Bei Einkomnten von 900 All. bis ausschließlich 2600 Mk. kann auf Ansuchen und bet Nachweis wirklicher Bedürftigkeit die Zahlung für die Neihengräbcr durch die Stadtverordneten - Versammlung erlassen werden. (Das Einkommen wird nach der staatlichen Veranlagung zur Einkommeitsleuer verechnet.) Ueberschreibting der Besitzurkunde über eine Gruft oder ein Erbbegräbnis bei Wechsel des Nutzungsberechtigten 5 Derfchonungsgebühr für je 30 Jahre a. für ein Reihengrab 20 b. „ „ Emfassungsgrab 50 Erwerb eines Grabes auf 90 Jahre für Israeliten a. Reihengrab a) bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 2600 Alk. an 40 ß) bei Einkommen des Zahlungspflichttgen von 900 bis ausschließlich 2600 Mk. 30 7) bei Einkommen des Zahlungspflichtigen unter 900 Mark 20 b. Einfassungsgrab 150 II. Beerdigung. Begräbnis eines Erwachsenen einschließlich der Gebühren des Leichenwärters oder der Leichenfrau, Verbringe« der Leiche in die Leichenhalle und zum Grabe, Herrichtung des Grabes desgleichen eines Kindes von 3—10 Jahren desgleichen eines Kindes unter 3 Jahren Begräbnis eines Erwachsenen ohne Zuziehung eines Leichenwärters oder einer Leichenfrau desgleichen eines Kindes von 3—10 Jahren desgleichen eines Kindes unter 3 Jahren Beerdigung auf Kosten der Armenkasse a. im Fall der Nr. 1 f. „ , „ „ 6 Genehmigung zur Aufstellung ober zum Eingraben einer Aschenurne Eingraben einer Aschenurne Herrichtung einer Leiche und Verbringung nach dem Bahnhof Verbringung einer Leiche nach dem Bahnhof Ueberführung einer Leiche mittels Leichenwagens nach auswärts wird nur gegen eine im Einzelfall besonders vereinbarte Vergütung ausgeführt. Ausgraben einer Leiche und Wiederbeerdigung a. auf demselben Friedhof b. auf dem anderen Friedhof Ausgraben einer Leiche und Verbringung nach der Bahn Grabgeläut Benutzung des Sektionszimmers Die Ansätze unter Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6 können von der Stadtverordneten-Versammlung bei einem Einkommen deS Zahlungspflichtigen bis zu 2600 Mk. auf Nachsuchen bis auf die Hälfte ermäßigt werden. 50 30 20 Mk. II II 45 » lo „ 15 10 8 10 5 3 u w n u ff u 10 „ 5 „ 75 , 100 „ 50 w Anhang. Bestimmungen über die gärtnerische Unterhaltung von Gräbern durch die Stadt. 1. Die Stadt übernimmt die dauernde gärtnerische Unterhaltung aller Arten von Gräbern gegen eine einmalige oder jährliche Vergütung. Die Unterhaltungspflicht währt solange wie die NutzungSberechligung des unicrhaltenen Grabes; bet jährlicher Vergütung erlischt sie, ivenn der Zahlungspflichtige mit der Zahlung ein volles Jahr im Rückstand und eine ihm unter Androhung des Aufhörens der ferneren Unterhaltung des Grabes gesetzte Frist von zivei Atonalen erfolglos verstrichen ist. 2. Die Unterhaltung erfolgt nach drei verschiedenen Stufen, nach denen sich die Hohe der Vergütung bemißt. Dieselbe beträgt: Für ein Grab ....... , 2 zusammeiiliegende Gräber , 3 , 4 , 5 . 6 I. Stufe IL Stufe UL Stufe einmal jährlich einmal jähr, lich einmal jährlich Mk. Mk. Mk. Mk. Mr. Mk. 250 10 500 20 1000 40 325 13 800 32 1500 60 400 16 1100 44 2000 80 475 19 1400 56 2500 100 550 22 1700 68 3000 120 625 25 2000 80 3500 140 75 3 300 12 500 20 jedes Grab mehr 3. lieber die Unterhaltung von Grabdenkmälern, die erste Anlage non Grabern, iowic eutc reichere Ausstattung derselben, als m diesen Bestimmungen vorgesehen, bleibt besondere Vereinbarung mit der Friedhofskommission vorbehalten. 4. Für die Unterhaltung der Gräber güt folgendes: Sämtliche Gräber sind nach Bedarf umzuarbetten, so daß keine Senkungen des Bodens entstehen. Steineinfassungen sind in gärtnerischer Weise zu unterhalten, bezw. neu herzurichten, Raseneinfassungen nach Bedürfnis zu erneuern. Regelmäßig zu Ostern sind die Gräber und die anstoßenden Wege zu reinigen und die Wege mit Kies zu bestreuen. Die Gräber sind nach Bedarf zu gießen und zu pflegen. Im Spächerbst hat wieder eine besondere Reinigung und die Bestreuung der Wege mit Kies stattzufinden. Tie Gräber find sodann, solange es die Witterung gestattet, von dürrem Laub zu reinigen. a. T»e Gräber der ersten Stufe werden mit Epheu ober Immergrün bepflanzt und unterhalten. b. Tie Gräber der zweiten Stufen werden möglichst zu Ostern mit Frühjahrspflanzen, demnächst, möglichst zu Pfingsten, mit blühenden und einigen grünen Sommerpflanzen bepflanzt und unterhalten. Die Pflanzen werden um Mitte Oktober entfernt. c. Die Gräber der dritten Stufe werden möglichst zu Ostern reicher, insbesondere auch mit einigen blühenden Hyazinthen und Tulpen bepflanzt. Tie abgeblühten Zwiebelgewächse werden sofort durch andere blühende ober bald zur Blute gelangende Pflanzen ersetzt. Möglichst zu Pfingsten findet eine reichere und stets nach Bedürfnis durch bessere Pflanzen zu ergänzende Sommerpflanzung statt. Diese Pflanzen werden um Mitte Oktober entfernt und darnach, soweit dies die Rücksicht auf die Frühjahrspflanzung zuläßt, einige grüne und blühende Winterpstanzen gesetzt, die später je nach der Witterung zu entfernen sind. 5. Die Abänderung dieser Bestimmungen bleibt der Friedhofs- kommission vorbehalten. Gießen, den 16. Juni 1903. 4873 Der Oberbürgermeister. Mecum. Sielbau Gießen. Zur Fortsetzung der Sielbauten in der Provinzial-Hciuptstabt Gießen sind nachstehende Arbeiten einschließlich Lieferung der nicht baujeitig beschafften Materialien für dic/Ncbenkanälc des Haupt- sammlers A, den Ncbensammler B und C, Zcmcntrohrkauälc und den Regensammler S zu vergeben. Die Ausschreibung umfaßt die betriebsfertige Herstellmig von etwa: 2400 Meter Mauerkauälcn, Profil 50/75—100,150 Ctm., 6830 „ Tourohrkanälen von 20—50 Etm. Durchmesser, 2270 „ Ecmcutrohrkauäten von 25—55 Etm. Durchm. einschließlich aller Nebenarbeiten. Bedingungen und Angebotformulare ausschließlich der Zeichnungen können gegen porto- und bestellgeldfreie Einsendung von 5 Mark durch das Städtische Tiefbauamt, Abt. Stclbau, Bürgermeistereigcbäudc, Zimmer Rr. 4, bezogen werden. Ebeirdaselbst liegen die Zeichnungen und sonstige Berbingungs- unterlagen während ber Dienststunden zur Einsicht offen. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmitt, Darmstadt, Mühlstraße 60. Die Angebote sind versiegelt und mit ber Aufschrift „Angebot auf Herstellung von Sielbauarbeiten" bis zum 6. Juli d. I., nachmittags 3 Uhr, bei vorgenanntem Amt einzureichen, woselbst die Eröffnung bet eingelaufenen Angebote im Beisein etwa erschienener Bewerber am genannten Termin erfolgt. — Zuschlags- |nft 4 Wochen. Gießen, beit 17. Juni 1903. 4356 Städtisches Tieibauamt. Braubach. Gaskoks. Gegenwärtige Preise: Für den Zenttier ab Verkaufsstelle: Stück-Koks .............. 1,10 Mk. Rutz-Koks, ausschließlich trotten gelagert, in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenfchachte passend zerkleinert: Größe Str. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, g a n g- barste Sorte......... 1,25 Mk. Größe 9lr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit......1,25 Mk. Zn Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stüttkoks.......1,05 Mk. Nutzkoks Nr. 1.....1,20 , Stutzkoks Nr. 2.....1,20 , Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Stüttkoks.......1,— Att. Nußkoks Nr. 1.....1,15 , Nutzkoks Nr. 2.....1,15 , Für Koksabnehmer, welche zwei und mehr Doppclwaggous beziehen, erinäßigt sich ber Preis um weitere 5 Pfg. für den Zentner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfcuuig für den Zentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Koks — bis zu 6 Zentnern — auf die beti\ Lagerplätze (Keller, Stall rc.) mit feinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der KleimrdNs der GasKods vou 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herten: Bachenhcimcr & Schaumbcrger, Matburgerstraße 22, Andreas Enter, Steinstraße 11, Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, Gcbr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, August Struck, Bismarckslraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgaffe 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießcu crmätzigeu sich um den Betrag ber Vktroirüttvergütuug vou 4 Pfg. für ben Zentner. 63 Städtisches GaS- und Wasserwerk Gießen. Kalk- iinii Mamamerke, Zampsziegelei Aug. Gabriel jr., Gieße», o.s «assen-Fabrikatiou. 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