Si,l^9*-*b b"" * bm 6* km ■!jb b(t (5to6!.r Sr°1'- '> btt »jin jutmT» °°« ’kgte. z,m 2' St STÄ^B !iikcnb b^Etn ®Q(utfdf)üüe. °'W ' dg L'n M«-" $,7i;n m &’* k- . ? Nttt St* Ä!“*"-■ : m ?*■ bi- am “Mim; Mim b,s Km,tn ^fal”bier,Seqim‘nt ÄF^ „So,n S-bin sprach ßcrem§ für Vcoqraphie "nerailkn. Kch bcm ’< überreichte ihm her goldene Rnppel- or v. Wikinann und 'n worden ist. >mmsen wurde heute und Mittelstraße von Pflosker geworfen und ohne Hilfe nach Hause, sein. W«. :ätstaienber, den c Untcrstükung heraus« in S'. G.-Th. Scheffer ein ausführliches Vor- Universüäten und der ?r der Universitäten der der Mtveiz: er bietet Bereiche der deutschen rfitätcn im folgenden 're 62. Ausgabe, für eiten (gebundene Aus- mgeb. 2.25 MV ü cherproxeb Garden- atc au drei Dohren d zu 5 Jahren EhrveM 6 Monaten Tesanq- urteilt. Klesper geriet verwarf die rfa" Zchröder, der durch »tS 6nbe a# Miß iitaj”^' VolKsMiMfl u*“" )57 3Iß chen yjLetttinn . Tie^Mabwcner 'Üflie,1fl5 xl Aktie" flu5* cht »nd 1 fivtrng^-— JW MM MM Ä>,>‘ hiesigen Da -Agd« Mr sofort tol- Liner war 1 sich OowMerholt- . eine wurde K beJl ivurdc nwen- hfutc tvur Mlewstod ^geschlagen S^-ss Nr. 4‘Z • rtdietni täglich aubei fconruage Dem (Siefeenet Anzeiger werden im Äechlel mit den, hessischen Landwirt bit Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt ^toialioi,«druck u. Verlag bei Blüh l'schen Univers.-Buch- u.Slem- btudoiei lBieclch eiid)t«htale u 11 v I a t o, lüi Den ‘21 n- zetaeritetl Ipani Beck. □ 3 Kohten-Karltss-ßnquele. Am 26. Februar nahmen die Besprechungen im Reichs- amt des Innern mit den Vertretern des Rheinisch-Westfälischen Kohlensnndikatcs, der nichtsyndiziertcn Kohlen- zechen, der Metallindustrie und des Kohlenhandels zwecks regierungsseitiger Erörterungen etwaiger Mißstände und Aufklärung der verschiedenen Jnteressrnstandpunkte cnd- giltig ihren Anfang. Bedauerlich ist, so schreibt die „Dtsche. Kohlenzlg.", die Meldung, daß die Verhandlungen mehr den Charakter einer Vertraulichkeit tragen dürsten, und somit wenig oder nichts von dem Inhalt der Debatten und, was von größter Wichtigkeit ist, von einem „Für" und „Wider" der Parteien in die Ocffentlichkeit dringen wird. Haben doch nachgerade genug Beweise von Kohlenhandelsfrcund- lichkeit der ÄohlenberabausyndikcUe in den letzten Jahren vorgelegen, die eine ohnehin schon pessimistische Stimmung in Kohlenhandelskreisen nur noch verstärken halfen. Ja, die Hochflut „Anti-Syndikat" schwoll zuweilen dermaßen an, daß man im Lager des Bergbaues zu den Mitteln der Beschwichtigung griff und vom wirtschaftlichen Hcrrscher- throne eine Stufe herabschritt, nur wohlwollende Absichten verkündend. Wenigstens verfehlte man nicht, eine Anzahl „Muß-Getreue" aus dem Kohlenl-andel um sich zu scharen, um durch eine berechnende günstige Behandlung derselben zu beweisen, wie gut man es eigentlich mit dem Kohlenhandel meine. Tie Karten der Kohlensyndikate liegen längst offen, woraus untcrsuchungslos zu ersehen ist, daß man den Kohlenhandel, insoweit der Rheder und Groß-Grossist in Frage kommt, zum Spediteur und Stapler der Kohle aus seine Rechnung und Gefahr herabdrücken und als solchen allerdinas dauernd acceptieren möchte, den Zwische n- und Kleinhändler aber für vogelfrei erklärt. Wir haben hierbei nicht nur die Steinkohlensyndikate im Auge, sondern auch die Braunkohlenindustriekartelle. Ein ewiges Erwägen und Zaudern ist nach den vielen schlimmen Erfahrungen nicht mehr am Platze; haben die Kohlenindustriekartelle ohne Scheu Farbe bekannt, warum soll der Kohlenhandel nickt ein gleiches tun, selbst auf die Gefahr hin, daß 30—40 Firmen aus seinem formellen Stande aus- fcheiden. Jetzt ist es noch Zeit, sich erfolgreich zur Wehr zu setzen und mit der Wucht wirtschaftlicher Repressalien Besserung zu erzielen. Wehe dem Kohlenhandel, wenn er später bei wirklicher Ermannung wahrnehmen wird, daß die Eer- nierung der Syndikatsfestung nicht mehr rnöglich ist. Tie Metallindustrie hat ebenfalls Einladung zur Kartellenquete erhalten, wodurch das Reichsamt des Innern beweist, daß ihm viel an den Ansichten und Erfahrungen der Kohlen konsumierenden Industrie über das und mit dem Kohlenbergoausyndikatswesen gelegen ist. Erinnern wir uns der Ausführungen der industriellen Kohlenverbraucher Teutschlands im Jahre 1900, so müssen wir auch in diesen Kreisen eine Unzufriedenhell mit der wirtschaftlichen Betätigung der Koylenindujiriesyndikate feststellen, die mehr als Voreingenommenheit bedeutete. Seiber war man in vielen Bergbaukreisen und seitens deren Zwangsvertreter bestrebt, die Vorwürfe auf den Kohlenhandel abzuwälzen und sich die Hände in Unschuld au waschen. Selbst an maßgebenden Stellen schien man solcher Verteidigungsweise Glauben entgegenzubringen und lenkte demzufolge das Hauptaugenmerk auf den Kohlenhandel, der nun der Sünden boct auf alle Fälle sein mußte, denn wo sollte man ihr. noch anders suchen. Tas schönste an der Sache dabei war. daß der Kohlenhandel es auch nicht einmal für nötig befand, seine Standesachtung zu verteidigen. Wenn man aber be denkt, wie wenig sich der Kohlenhandel innerlich gcfestig.1 fühlte, um Kraft zu einer seinerzeitigen energischen, all seitigen Stellungnahme zu finden, so nimmt es eigentlia nicht Wunder, daß in den Augen der Oeffentlichkeit bei Kohlenhandelsstand seit 1900 mehr denn je an Achtung und Beachtung verlor. Die Vertreter des Kohlenhandels" welche zu der Besprechung im Reichsamt des Innern Ein ladung erhielten, sollten dem Rcichsamt ohne Urnschweifi erklären, welche wertvollen Dienste der Kohlenhandelsstand in feiner Gesamtheit den Kohlenkonsumenten aller Art bietet, und welcl-e Gefahren dem Kohlenkonsumenten drohen, wenn die Syndikate ihre Ausschaltungspolllil in bisherigen» Maße fortsetzen. Mit Bebauern kon^atieren wir, daß zu der bevorstehenden Enquete nicht aiMj Kleinhandelssirmen geladen wurden, die mit »venigstens 4—lO^serdigem G. schirr- park die Schwierigkeiten zur Genüge kennen gelernt haben, welche das Kohlensyndikatsprogramm mit sich brachte. Wenn man Syndikate unter genanntem Deckmantel schließt und hinterher die geschaffenen Machtgrundlagcn ausnutzt, um einen allgemeinen Vernichtungskampf gegen den Kohlenhandel zu eröffnen und den Kohlen verbrauch er von mehr ober weniger verdecktem Standpunkte aus zu vergewaltigen, so ijl das keine gerechte soziale Machtbetatigung nuijr, sondern eine Jntrigue schlimmster Art, bie reif ist, vom Gesetzgeber beschränkt zu lverden. Ter sozialen Beunruhigung und Unzufriedenheit wird durch solche Art Ausnutzung bestehender Handelsgesetze nur Vorschub geleistet. In keiner anderen industriellen Branche herrscht solche Vcrgewalli- gungssucht der Kartelle vor, als gerade in der Kohlen- mdustrie. Ja, man macht die erfreulich Beobachtung, daß der Handel der übrigen kartellierten Industriezweige nur Vorteile von Zusammenschlüssen insofern zu erwarten hat, als der Verdienst aller daran beteiligten Groß- wie Klein- Handelskategorien ein entsprechenderer zum Aufwand und Risiko geworden ist, während die Zdohlensyndikalspreise dem Kohlenlleinl)ändler für seine gewiß enormen Arbeitsleistungen kaum noch eure Provision lassen. Wenn die Syndllatler behaupten, daß in der Beschränkung der kommerziellen Abnehmerzahl ein Vorteil liege, so stimmt das insofern zwar, als der Gewinn der ersten Grossisten ein stabilerer wird, aber das Arbeitsbereich des einzelnen Ortshündlers mit seinem teuren Geschirrpark und Lagerplatze gefahrbringende Einengung erfährt. Das Syndikat sanktioniert eine geringe Anzahl Grossisten, die dann nach Belieben wieder ehre Herrschaft auf Grund des bergbaulichen Diploms ausbreiten und den einen Orts- Händler vor dem anderen bevorzugen können. Läßt sich das die Händlerscl-aft eines Platzes nicht gefallen, bann droht man einfach mit der Errichtung von Filialen. Ise das die vielgerühmte Handelssrecheit'? Jedenfalls nicht, denn durch das Kvhleltindustriesyndllatswesen tann es vielmehr als erwiesen erachtet werden, daß ein Mißbrauch der wirtschaftlichen Gewalt zur Gründung eines Patrizier- und TUbejer- mms auf kommerziellem GXbiete führen Laim und der freie Wettbewerb nur noch im Gehirn Leichtgläubiger spukt. Der Kohlenhandel leidet aber durch solche Machenschaften nicht ininder. Unsere Kohlensyndikate gleichen den Bestrebungen der amerikanischen Trusts. Bekanntlich nahm am 7. Februar das Repräsentantenhaus in Washington oen gegen die Trusts gerichteten Gesetzentwurf mit 245 Stimmen an. Rach diesem Gesetz sollen die Korporationen, welche zukünftig ins Leben gerufen werden, Berichte Über Den Gründungsvertrag, die finanzielle Zusammensetzung and die Lage bei der „Interstate Eommeree Commisfion" einreichen bei Strafe des Ausschlusses vom Handel innerhalb der Unionstaaten. In Europa füllte man von Syndikaten der Industrie eine Vorlegung der Verkaufsbedingungen verlangen, die Dann auf Gerechtigkeit und Billigkeit gegenüber dem Zwischenhandel uni) des Verbrauches zu prüfen und im ^alt auf Grund der Gutachten ans letztgenannten Kreisen ubzuändern sind. Selbstverständlich liegt uns bei solchem Vorschläge fern, eine subjektive Betreibung der Syndikats- Politik zu fordern, die immer wieder auf Ungerechtigkeit stoßen müßte. Eine Einengung von Vorschriften aber, die Die freie Betätigung des einzelnen Handeltreibenden untergraben und auf eine Protegierung „weniger" hinauslaufen, ist dringend nötig, wenn es der Staat nicht erleben will, wie sein Volk die besten Lebenskräfte allmäh- li ch verliert. Wollen die Syndikate ein gutes Werk stiften, so empfehlen wir iBnen eine Untersuchung darüber, welche Plätze Deutschlands beim Bezüge von Kohlen tarisarische Ungerechtigkeiten aus Grund bestehender Tarife erfahren. Mietscntschädigurig für Aicnstwohuungen der ycjstjchen Staatsbeumlen. Auf die Anfrage der Abgg. Häusel und Genossen, betreffend die Höhe der Mieisentschädigung für Tienst- wohiiungen der Staatsbeamten, hat Se. Exz. der Staatsminister Dr. Rothe folgende schriftliche Antwort erteilt: Der Antrag bcziveckt eine Erhöhung des in Artikel 17 Absatz 2 des Gesetzes die Besoldungen Oer Staatsbeamten betreffend vom 9. Juni 1898 veranschlagten Wertes der mit einem Amt verbunoenen Dienstwoh»»uirg. Rach Ansicht der Regierung ist die seit Inkrafttreten des Besoldungsgesetzes verflossene Zeit zu kurz, als haß heute schon an die Umarbeitung so wesentlicher Befllmmungen dieses Gesetzes, die überdies zu einer durchgreifenden Aenderung anderer Bestimmungen des Gesetzes führen müßte, herangetreten werden könnte. Bei Verabschiedung des Äesol-« Dungögesetzes war sowohl der Regierung wie den Ständen bekannt, daß ein Wertanschlag von ö bis 10 Prozent der Besoldung solcher Beamten, deren höchste erreichbare Besoldung 2000 Mk. übersteigt, keineswegs dem ortsüblichen Mietwert ober dem Baukostenaustvand solcher Wohnungen entspricht; betrachtet man doch im allgemeinen im Einzel- Haushalt gleichartiger Beamten ohne Dienstwohnungen einen Aufwand von 15 bis 20 Prozent des Einkommens Darmstädter Kunst. Darmstadt, 18. Febr. Daß man von einer Darmstädter bildenden Kunst in vollem Ernst sprechen kann, ist für die beteiligten Kräfte ein Kompliment an und für sich. Zum vierten Male feit der Zeit ihres Zusammenschlusfes hat die „Freie Vereinigung Darmstädter Künstler" im Kunstgebäude am Rheintor eine Ausstellung unternommen, die auf den liebevollen Beobachter vielleicht um so nachhalliger wirkt, als sie sich non allem ausdringlichen Rekiamewesen und allen Talmiextravaganzen fern hält und nichts anderes geben will als ein Stück ehrlicher künstlerischer Arbeit. In der Hauptsache sind es die Warnen und Persönlichkeiten, an welche sich bei (uns schon länger das Interesse für Darmstädter Malerei gebunden fühlte. Wir begrüßen dieselbe auf ihrem heimatlichen Terrain und nehmen mit Befriedigung wahr, wie sich ihr Können auf Grund ursprünglicher Anlage weiter entwickelt hat. Der lokalen Verichterstattuiig muß es Vorbehalten bleiben, jeden Namen und jedes Bilo zu nennen. Wir können uns hier nur auf die Grund töne und Grundlinien einlassen, sinb aber der lleberzeugung, daß hierdurch der Sache am meisten genützt wird. In dem Parterreraum und m ben Zimmern der oberen Stockwerke des Ausstellungsraums sipd nicht viel über 100 Arbeiten untergcbracht worden. Uebersccht wie Genuß wird dadurch wesentlich erleichtert. Zu dem Stamm der Eingesessenen: Wilhelm Bader, Adolf Beyer, Richard Hoelscher, Heinrich Kroh, Paul Ruppert, Knrt Kemp in, August Wonder :c. sind verschiedene andere, aber auch nicht unbekannte Namen getreten. Viele zeichnen ihre Bllder von München und Paris aus, wo ja auch jetzt ihre Ateliers sich befinden, aber ben Zusammenhang mit Bergstraße und Lbenwald merkt man den meisten von ihnen doch an, falls sie nicht wie Philipp Otto Schäfer ben Ehrgeiz haben, auf Anselm Feuervachs Spuren zu wandern. Die „Meerfahrt des Nereus" z. B. erinnert stark an„Platos Gastmah l" (Nationalga.erie). Tre Landschaft dommiert, und zivar die Gegend zwischen Taunus und Bergstraße. Kein blendendes Kolorit, keine rauschenden Farbensiufoni^n gestattet diese Well, — es ijD vielmehr cme Probe, verschlossene Schönheit, bie sie ihren Jüngern offenbart, die inbrünstig um sie werben. Für die Menschentypen aus diesem Fleck Erde ist Heinz Heim der Bahnbrecher q> wesen. Als gleichgestimmte Seelen und Augen gesellen sich zu ihm: Aielchior Kern (München), dessen „Sensendengler" eine höchst kraftvolle Leistung ist, Richard Hoelscher (Darmstadt), Eduard Selz am. In den Gesichtern der alten Männer und Frauen, die aus den Ateliers der genannten hervorgegaiigen, steckt nichts von dem Armeleute- elend, wie es einst auf der äußersten Linken des Naturalismus tonangebend war. Dem lackierten Dorsidyll stehen diese Menschen aus dem Odenwald und der Wettcrau jedoch ebenso fern — eher trifft man ihr Widerfpiel in den Dorf- erzählungen des Heppciiheiniers Wilhelm Holzamer an. Und wie in diesen die Landschaft den notwendigen unentbehrlichen Hintergrund zu den Gestalten liefert, so verwachsen in unserem Anschauungsoermögen auch die figürlichen und landschaftlichen Eindrücke dieser Tarmftädter Ausstellung ku einem Gesamrb.loe. Tie Differenz in den Techniken und in der Vortragsart findet ihren Ausgleich in einer gewissen seelischen Uebereinstimmung. Auch da, wo sich wie bei Otto Heinrich E n g e (Berlin) die Motive schon ganz von der mitti-ldeutschen Scholle losgelöst haben und ihre Anregung bei der „Waterkant" suchen, iommt noch ein verwandter Zug ins Gewebe, mag es sich immerhin um Hafen und Schisfahrt handeln. Eugen Bracht, der doch teilweise auch iwch zu uns gehört, hat einen „Wiesengrund" geschickt, der die Vorliebe für das herbstliche Farbenspiel von Gelb und Rot enthält, das f|> viele Bilder aus des Künstlers jüngster Phase auszeichnct. Ter geniale Ludwig v. Hofmann, bei ben Altdarmstädtern noch immer enfant terribte, läßt sich diesmal nur in einigen Lithographien blicken, die aber schon durch den Titel des Meisters eig nstc Handschrift verraten. „Sonnige ^tage" und „Adam und Eva". Die Plastik ist bei dieser Ausstellung nur spärlich vertreten. Ludwig H a b i ch, der für bas G.oßherzogtum Hessen ben Ruf bes Dontmalskünstlers par excellenee erworben hot, kommt für diese Ausstellung, obschon er noch im Katalog figuriert, nicht in Frage, wohl aber eine seiner Schülerinnen, Frl. Luise Staubinger, die einige ganz prächtige Plaketten in Bronze geliefert unb mit Ur.er soliden Technik und richtigen Aufsagung d.s ^ubio?b...n\n eines Menschenantlitzes wieder einen Beitrag gestellt hat zu der Ueber» jeugung, daß für bie intime Sphäre dec Plakette in unseren Tagen eine neue Aera anbricht. Im allgemeinen ist das Frühjahr für T-armstadt bie Zeit der Bildersaison, w... sich im Winter zu sehr die Ereignisse im Konzert- u e Theaterleben häufen, aber nichtsoe,rowenig!er wird i . I Gehalt dieser vierten Ausstellung der „Freien Vereinigung | Tarrnstädter Künstler" sich ihren Weg ins Publikum bahnen. • Tie armenischen Studenten an der hiesigen Technischen Hochschule, die am 16. d. M. in den Räumen des Saalbaues einen musikalisch-deklamatorischen Abend großen Stils unb in künstlerisch geschmackvollem Rahmen veranstalteten, mußten sich vorerst mit einem ideellen Erfolge begnügen. Dieser aber war entschieden vorhanden. Für Armeniens unglückliche Sache schlagen auch hier teilnehmende Herzen genug. Auf Reklame und Nacysuchen um Protektion haben sich die jungen Leute nicht verstanden. Als echte Idealisten sind sie beim Arrangement ihres Abends zu Werke gegangen. Großen Eindruck hinterließen die von einem Sängerchor in Nationaltracht vorgetragenen patriotischen Weisen und Volkslieder. Und ebenso roeaten bie „lebenben Bilder" mit Motiven aus Armeniens Leidensgeschichte der letzten Zeit die beabsichtigte Stimmung. Enttäuscht hat nur etwas der Vortrag der Schrift» stellerin Frau Ilse F r ap a n-A ku n i a n z, der mit dem Abend verbunden war. Wohl verfügte bie Dame über ein reiches unb offiziell beglaubigtes Tatsackenmaterial, hatte es aber, wahrscheinlich auf bie Eingebung ber Stunde hoffend, versäumt, dasselbe zu sichten unb unter leitende Gesichtspunkte zu verteilen. Tas war recht schade, denn der Vortrag enthielt manck guten, klugen Gedanken unb wäre inhaltlich recht geeignet gewesen, heiße Sympathien für das mit unerhörter Jöe|iiaiitat niedergetretene Armenien zu entfachen. Dr. E M. Unter dem Titel „Darmstädter Skizzenbuch" hat Professor Hermann Müller die Herausgabe einer Anzahl von ihm während mehr ai» 50 Jayren gezeichneter Skizzen aus dem TarmsAidter Leben unb Treiben beschlossen unu „allen echten Heinern" gewidmet. (Verlag ber Köhler- jcljen Buchhandlung, G. zu Putlltz.) Tie iserie yat nunmehr mit Nr. 1 begonnen. Diese zeigt bas soeben abgebrochene „Gasthaus zur Sonne",^wo ;einerzeit Schiller woynte, unb ocssen Umgeoung nebst Scklog auf einem reich mit Figuren- sta.sage bctcb.eii Bildchen. Ferner wirb brr „biefe Xleiylcr" In . is.chr unter ^e.ga< r cimjer . incr derb-kom.scheu Anek- uoicn uorgefüfjrt. -as Blatt ist ui Feder- uno Puifelmanier v ..bgcfübrt. für Wohnungsmiete als zulässig und regelmäßig, während bei Arbeitern und kleineren Angestellten oder Beamten jener Prozentsatz, namentlich in den Städten, sogar bis zu 30 Prozent und mehr steigt. Im Gegensatz dazu hat umgekehrt der Artikel 17 des genannten Gesetzes bei Beamten, deren höchste erreichbare Besoldung 2000 Mk. nicht übersteigt, den Wertanschlag der Dienstwohnungen sogar auf nur 3 bis 5 Prozent der Besoldung ermäßigt in der unzweideutigen Absicht, damit — im Gegensatz zu dem ortsüblichen Mietwert und dem Baukostenaufwanb für jene Wohnungen — die Lebenshaltung der in Betracht kommenden Beamten verbessern. Der erste, von den Herren Fragestellern für eine Erhöhung der gedachten Anschläge geltend gemachte Grund hat sonach schon bei dem Erlaß des ae- dachten Gesetzes Vorgelegen, chne eine Wirkung auf die Höhe des Wertanschlags geäußert zu haben. Ihm heute F o l g e zu geben, würde eine Verschlechterung des Einkorn m ens für zahlreiche einzelne Beamte wie für ganze Bcamtenklassen bedeuten, zu welcher die Negierung umsoweniger die Hand bieten kann, als dieselbe auch umgekehrt sich nachgerade damit abgefunden hat, aus Verbesserungen des Besoldungsgesetzes zu Gunsten ihrer Beamten zurzeit noch überall dort zu verzichten, iro nicht etwa seit Erlaß des Gesetzes ganz wesentliche Aenderungen in den Verhältnissen ein- getreten sind. Auch der zweite, von den Herren Fragestellern angeführte Grund, daß in einer niedrigeren Bemessung des Wertanschlags von Dienstwohnungen eine Bevorzugung der Inhaber solcher Wohnungen gegenüber anderen Staatsbeamten gelegen sei, welchen eine Dienstwohnung nicht zustehl, ist schon bei Erlag des Besoldungsgesetzes bekannt gewesen; eine nachträgliche Aenderung des letzteren ist somit hieraus gleichfalls nicht zu rechtfertigen. Zudem darf dabei doch auch nicht übersehen rverden, daß der Wertanschlag einer Dienstwohnung dem Zwang, wonach der Inhaber einer gewissen Stelle ohne Rücksicht auf seine persönlichen Bedürfnisse und Wünsche jene Dienstwohnung eben beziehen muß, auch dadurch eine entsprechend niedrigere Bemessung der Miete Rechnung zu tragen hat, sowie ferner, daß Vortelle, welche der einzelne Beamte aus den Sätzen des § 17 zieht, in vielen Fällen dazu dienen, ihm einen billigen Ausgleich für Nachteile zu gewähren, die er infolge der ungünstigeren Verhältnisse seiner Dienststelle anderen Beamten gegenüber tragen muß. Es sei hier nur an die an kleineren Orten häufig fehlende Gelegenheit, den Kindern eine geeignete Schulausbildung zuteil werden zu lassen, erinnert. Was insbesondere die Dienststellen im Geschäftsbereich des Großh. Ministeriums der Justiz betrifft, so würde sich z. B. die Schwierigkeit, die Stellen der drenjiaufsichtführenden Amtsrichter auf dem Lande befriedigend und für längere Zeit zu besetzen, noch erheblich und in einer das dienstliche Interesse schädigenden Meise steigern, wenn nicht mit diesen Stellen eine verhältnismäßig befriedigendere Gestaltung der Wohnungsverhältnisse als in den Städten verbunden wäre. Menn von den Herren Fragestellern drittens geltend gemacht wird, daß eine billige Bemessung des Wertanschlags von Dienstwohnungen an sicy geeignet sei, das Verlangen nach weiterer Herstellung solcher Wohnungen zu steigern, so wird es Sache der für die Erbauungvon Dien st Wohnungen zuständigen Faktoren fein, die finanzielle Tragweite dieses Anreizes in angemessenen Grenzen zu halten. Man wird sich darum grundsätzlich darüber schlussig zu machen haben, ob im allgemeinen einzelne Behörden aus dienstlichen Gründen (Notwen- bigfeit der Beschaffung geeigneter staatlicher Tiensträume uno Zweckmäßigkeit der Verbindung der Wohnung mit den Dienfträumen, oder Rücksicht auf die Unabhängigkeit gewisser, mit polizeilichen Aufgaben betrauten Beamten, oder Rücksicht aus die AbgelegeniM des Dienstsitzes und einen Mangel an geeigneten Dienstwohnungen) oder ob im einzeln e n aus besonderen Gründen (unverhältnismäßige Höhe der Mietpreise in Städten und ihren Vororten im Vergleich zum Einkommen der niederen Beamten) die Beschaffung von Dienstwohnungen gerechtfertigt erscheint. Ta aber eine solche grundsätzliche und sorgsältige Prüfung jedes einzelnen Schrittes aus diesem Gebiete niaji nur mugliaj, sondern seitens der beteiligten Faktoren auch schon bisher erfolgt ist, kann auch der angeführte dritte Grund nioji durchschlagend werden für die Ergreifung einer solch radikalen, seitens der Regierung ihren Beamten gegenüber keineswegs zu rechtfertigenden Maßregel wie die der angeregten Vers chl echterung der Ein kommens verhält nisse einer großen Zahl von Beamten durch Erhöhung der bestehenden Wertanschläge für Dienstwohnungen. llfllitifdjt Tagesschau. Der Orienthaudel. Die Bemühungen der deutschen Seeschifffahrtskreise um Förderung des Handels mit dem Orient — e§ sei nur an den von der Levante-Linie im Verein mit der „Hamburger Packetsahrt" eingerichteten Durchgangs- Verkehr vom Orient nach den Vereinigten Staaten und an die für Anfang März neu geplante Levante Route Havre- Orient erinnert — sind in Italien nicht unbemertt geblieben. Als Mittelmeerstaat will sich Italien einen Platz an der Sonne sichern. Die am Orienthandel interessierten italienischen Firmen planen zunächst die Gründling einer Orientbank, mit dem Stammsitz in Venedig und Zweigniederlassungen in Konstantinopel und Belgrad. Darnach scheint Italien fein Augenmerk fürs erste dem Binnenhandel des Orients zuzuwenden. Ob es mit der einleitenden Bankgründung Erfolge erzielen wird, bleibt abzuwarten. Für Finanz-Institute ist der Orient ein nicht ungefährlicher Boden; die dortigen Kaufleute fordern als Grundlage für Geschäftsverbindungen lange Kredite, und an der Unmöglichkeit, solche nach allen Seiten hm zu gewähren, ist schon die russisch-bulgarische Bank zu Grunde gegangen. Tie italienischen Bankgründer werden also viel Geld aufwenden müssen. Den deutschen Interessen dürfte die neue Orientbank nicht Abbruch tun, denn sie liegen in der Hauptsache auf dem Gebiete der Seehandels. Hccr und Flotte. — Dec französische Präsident Louder stiftete für die Kombattanten des Ehinafeldzuges eine Erinnerungsmedaille, welche m Ausnahmefällen auch an solche Personen verliehen werden soll, die sich in irgend welcher Weise um die glückliche Durchführung des Feldzuges in den Elnna- wirren verdient gemacht haben. Wie wir hören, beabsichtigt Loubet als Gegengabe, für die ihm seinerzeit verliehene deutsche Chinamünze das französische Erinerungs- zeichen auch dem deutschen Kaiser zu verleihen. Es würde damit der Kaiser unter seinen zahlreichen ausländischen Orden in Zukunft auch eine französische Ordens- allszeichnung tragen, die er bisher noch nicht besitzt. Die französische Chinadenkmünze ist nach dem Entwurf des Graveurs Georges Lemaire angefertigt und besteht in einer bronzenen Medaille, auf deren Vorderseite der Kopf der La France' im lorbeergcschmückten Tropenhelm dargestellt ist, während der Revers das Relief der französischen Gesandt- schcft in Peking zeigt. Letzteres ist umschlungen von allerhand Kriegs- und Waffenemblemen. Die Vorderseite zeigt die Inschrift Bepublique Frao^aise und die Rückseite Cnioe 1900—1901. Die Medaille hängt an einem stilisierten Drachenornament und wird an einem gelben Moireebandc auf der linken Brust getragen. Ueber das Band ist eine Spange gelegt, welche gleichfalls die auf dem Medaillon- re oers emgraoierte Inschrift trägt. Tie Ausführung des Ganzen ist sehr geschmackvoll und offenbar künstlerischer als die deutsche Chinadenkmünze. Aus Aladl uni) Land. Gießen, den 19. Februar 1903. * * Die Kirchenglocken. Zu der in der Dienstagsnummer gebrachten Notiz über das Alter der Gießener Kirchenglocken können wir heute noch ergänzend hinzufügen: Rur 3 der Gießener Kirchenglocken feiern in diesem Jahre ihr bOjähriges Jubiläum. Die größte Glocke, 1,65 Meter im Durchmesser, trägt den Namen Mathilde und führt die Aufschrift: „Eintracht und Beharrlichkeit. Gegossen zu Hof- Sinn bei Herborn im Jahre 1853. Th. H. Rincker." Die zweite Glocke Anna, aus derselben Gießerei hervorgegangen, trägt die Aufschrift: „Friede für Stadt und Land." Die dritte Glocke Marie, gleichfalls in Sinn im Jahre 1853 gegossen, zeigt die Aufschrift: „Unserer Vaterstadt Gießen." Die vierte Glocke ist neueren Ursprungs und enthält die Aufschrift: „Ein feste Burg ist unser Gott. Gegossen für die evangelische Gemeinde Gießen von Andreas Hamm, Gießer der Kölner Kaiserglocke. Frankenthal im Jahre 1883". * • I in Stadttheater steht uns für einen der nächsten Abende das Benefiz für Frl. Feige bevor. Diese beliebteste und begabteste unserer Künstlerinnen, die erst neulich als „Jüdin von Toledo" bei einer der letzten Theatervereins- Vorstellungen eine ganz vortreffliche darstellerische Leistung bot, hat sich zu ihrem Ehrenabend das alte, dem Franzosen Lemoine nachempfundene „Lebensbild" „Muttersegen, oder die Perle von Savoyen" erkoren. Weichmütige Herzen werden sich von diesem Stücke und der es begleitenden melancholischen Musik, die gemeinsam das Scheiden und Meiden, die Liebe zur Heimat und die Liebe im allgemeinen behandeln, rühren, und von den vielen eingestreuten Witzen sich in eine angenehme, zwischen Wehmut und Heiterkeit die Mitte haltende Stimmung versetzen lassen, und der Erfolg des Abends wird vollkommen fein, zumal dazu nur zwei oder drei gute schauspielerische Kräfte gehören. Der Benesiziantin aber werden voraussichtlich zahlreiche duftende Blumenspenden zu teil werden. Wiesbaden, 18. Febr. Anläßlich der neulichen Behauptung des Ministers des Innern zur Rechtfertigung der Sistierung der bekannten Frauenrechtlerin bei Tagung des Frauen-Congreffes in Wiesbaden war die gestrige Versammlung des Wiesbadener Ortsausschusses der deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten interreffant. Während die Zahl der hiesigen Proslituirten von ca. 30 bis 40 verhältnismäßig gering ist, mußte zugegeben werden, daß allerdings der Minister mit den Worten vom Sammelplatz der Demi- monde nicht so ganz Unrecht hätte, rote es eben bei einem Weltbade unvermeidlich fei. Die Kontrolle über solche zeitweilig hierher kommenden Dirnen fei auf jede Weise erschwert und bisweilen gradezu unmöglich. Die Damen beriefen sich bei einer Vorladung mit goldgespickter Börse einfach darauf, daß von Erwerb keine Rede sein könne und es ihnen andererseits gesetzlich vollständig fteistünde, sich geschlechtlichen Umgang zu suchen. Nachdem Dr. Julius Müller über „Bedeutung und Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" einen mehr allgemeinen Vortrag gehalten hatte, sprach Kreisarzt Medizinalrath Dr. Gleitsmann, dem die hiesige Sitten- Kontrolle unterstellt ist, über die sanitätspolizeiliche Heber» wachung der Prostitution in Wiesbaden. Viele nachahmenswerte Einrichtungen, aber auch manche Mängel in der hiesigen Kontrolle wurden dabei erwähnt. Zu der Versammlung, die in der Loge Plato tagte, waren die Spitzen der Behörden eingeladen und, soweit nicht verhindert, erschienen. Bemerkenswort ist noch, daß Wiesbaden mit 106 Mitglieder, wie der Vorsitzende bekannt gab, etwa den zehnten Teil der Mitglieder der deutschen Gesellschaft überhaupt stellt. Eine anregende Diskussion von hier bekannten Persönlichkeiten beschloß die Versammlung, welche als erstes öffentliches Auftreten des Orts-Ausschusses für Laien- und Fachkreise weit über Wiesbaden hinaus für das ganze deutsche Reich von Jntereffe sein dürfte.___________________________ _________________ Vermischtes. * Prinzessin Luise wird, wie jetzt aus Gens gemeldet wird, La Metairie nicht so bald verlassen, als man in letzter Zeit annahm. Sie wird noch einige Zeit dort verweilen, da sie die Hoffnung hegt, von ihrer Mutter besucht zu werden. Die Nachricht, daß die Großherzogin von Toscana demnächst in Nyon eintreffen werde, war demnach falsch. Prinzessin £ui|C wird in La Metairie so lange Dcrbleioen, bis Die dortigen Aerzte imstande fein roeroen, Gutachten über ihren Geisteszustand abzugeben. Tas körperliche Befinden der Prinzessin ist zufriedenstellend. Ihr zukünftiger Aufenthaltsort ist im Einverständnis mit den Rechtsanwälten bereits festgesetzt, doch kann vorläufig nur soviel gesagt werden, daß bcrfdbe nicht innerhalb Deutschlands uno Oesterreich-Ungarn liegt. Die Nachricht, daß Rechtsanwalt Tr. Ze hm e sich nach Nyon begab, bestätigt sich nicht. -ras Befinden des Prinzen Friedrich Christian war am 18. d. M. recht befriedigend. Gerichtssaal. r>- Gießen, 18. Febr. S trat kämm er. Mit einem San» I bali5inu§, wie er (Sou iei Dank nicht oft» oerfammt, haben die beiden jungen Burschen, der 18 Jahre alte Adolf 9L und der 17 - jährige An ton A., beide von Mafsenheirn bei Friedberg, in der Nacht vom 11. bis 12. Januar auf den Fluren der Gemarkung ihres Heimatsortes gewütet. Tie beiden, nicht vorbestraften jungen Menschen, gestanden ein, etwa 50 Obstbaume, welche auf freiem Felde fianben und mehreren Besitzern gehörten, mehr oder weniger arg beschädigt zu haben. Einzelne Bäilme, welche zum Umbrechen zu stark roaren, hatten sie erst mit dem Messer bearbeitet Tie Angeklagten entschuldigten gestern ihr Tun damit, sie seien in jener Nacht stark betrunken gewesen. Aus der ganzen Art und Weise, wie die Banmfrevler gearbeitet haben, gehr aber hervor, daß |te sich zu ihrem Vorhaben vielleicht erst Mut angetranten haben mögen, daß aber von einer starken Angetrunkenheit derselben bei Ausübung der Tat keine Rede sein kann. Ta der angerichtete Schaden zwischen 500—600 Mk. betragt, Obstbäume auf freiem Felde auch eines ganz besonderen Schutzes bedürfen, und weil die Angeklagten mit einer Rohheit ohne Beispiel gehandelt haben, erkannte die Kammer gegen 9t. auf 6 Monate, gegen A. auf 7 Monate Gefängnis. Ter Strafantrag hatte für jeden der Angeklagten auf 1 Monat höher gelautet. — Ter Händler Jakob O. von Gießen, mehrfach vorbestraft, hatte sich wegen Diebstahl zu verantworten. Er halte auf der ehemals Schlesstiigers'jchen Besitzung von der Witwe des Wines R. altes Eisen^gekauft und dabei angeblich eine alte eiserne Pumpe, welche der Stadt Gießen gehörte, nut gehen heißen. Tie Zeugin S. belastete den Angeklagten und bezeugte, daß sie diesem ausdrücklich erklärt habe, daß die Pumpe, welche im Stall stand, nicht von der Frau 9t. verkauft werden könne, weil sie der Stadt gehöre. Ter Vorsitzende der Strastammer gab sich große Muhe, den Fall aufyutldrcn. Eine Menge Zeugen wurden vernommen, um festzustellen, wie die Pumpe aus dem Stall zu dem alten Eisen des O. gekommen ist. Tie Verhandlung wurde gegen mittag abgebrochen, um über diesen Punkt neue Zeugen zur Stelle zu bringen, die am Nachmittag vernommen wurden. Ter Angeklagte wurde schließlich wegen Alaffgel an ausreichenden Beweisen s r e l g e s p r o ch e n. Tie Kammer erachtete das einzige vorliegende belastende Zeugnis der S., welche mit dem Angeklagten früher vertehrt hat und seitdem auf gcjpamuem Fuße mit ihm lebt, nicht für ausreichend, um daraus em Schuldig sprechen zu können, obschon sie deren Angaben vollen Glauben beigemefjen hatte. pl. Gießen, 17. Febr. Gewerbegericht. Ten Vorsitz führt Oberbürgermeister iDlecum. Als Beisitzer sind tätig, Spenglermeister Faber und Brauer Gustav Hollberg in Gießen. — Ter Wagnergeselle Richard B. hier vertangl von dem Wagnermeister F. hier wegen grunb- und kündigungsioser Entlassung 41 Alk. Entschädigung. Beklagter beantragte Klageabweisung. Er sei zur sofortigen Entlassung des Klagers berechtigt gewesen, weil dieser die Arbeit unbefugt verlassen und sich einem liederlichen Lebenswandel hingegeben habe. Nach längerer Verhandlung zog Kläger seine Klage zurück. Beklagter war damit einverstanden. — Ter Htlis- monteur Friedrich R. hier klagt gegen den Ingenieur Dl. hier aus Zahlung rückständigen Lohnes. Da Beklagter trotz ordnungsmäßiger Ladung un Termin nicht erschienen ist, erließ das Gericht aus Klägers Antrag Versäumnisurteil gegen Beklagten. — Knecht Adolf W. hier verlangt von dem Lekonom unb Fuhrunternehmer Karl Euler seit, hier rückständigen Lohn. Der Beklagte macht zunächst die Unzuständigkeit des Gewerbegerichls gchenb. Er sei lediglich Landwirt unb wenn er gelegentlich Fuhren gegen Bezahlung unternehme, so sei dies fein Gewerbebetrieb, vielmehr em 9lcbenbc- tvieb der Landwirtschaft. Nachdem festgestellt war, daß Kläger gewerbsmäßig Fuhren imtermmmt, erklärte er feinen Einwand bezüglich der Unzuständigkeit des Gewerbegerichts zurückziehen zu wollen. Es kam hiernach ein Vergleich zustande. Rom, 17. Febr. Der verantwortliche Redakteur der „Propaganda" in Neapel wurde wegen der K r u p p a f f a i r e zu zwei Monaten Gefängniß und 400 Lire Geldstrafe verurtheilt. Die Verhandlung erfolgte hinter geschlossenen Türen. Landwirtschaft. Pflanzkartoffelu. Alan schreibt uns: Wir beziehen Pflanzkartoffeln gern aus dem Norden ober aus dem Nordosten Teutjch- kands. Dort, auf den sandigen Böden, ist die Kartoffel die dankbarste Ackerfntcht. Sie wird auch dort nicht allzu stark mit Stall- mist gebüngt, ist in ber Regel gesunder als bei uns und kommt ziemlich schmutzfrei in bie Keller und in die Erdmieten. Es ist unseren Landwirten auch befannt, daß sich die aus solchen Gegenden bezogenen Kartoffeln gut „arten", sie bringen größere Erträge, schmecken beffer. Diese guten Eigenschaften verlieren sich leider m der Regel nach drei dis vier Jahren unb daher wechselt man gern mit dem Saatgut auch bann, wenn solches noch aus eigener Eonte vorhanden ist. Ter Saatgutwechsel ist bet allen Feldfruchten vorteilhaft, ganz besonders aber auch bei der Kartoffel. — Im allgemeinen sind bie Kartoffeln im Osten billiger als bei uns, sie werden dort maffenhast angebaut, allerdings auch massenhaft in den Spiritus- unb Stärkefabriken verarbeitet, nach England und Amerika verschifft. Trotzdem ist das Ausgebot noch groß. Aber die hohe Fracht macht uns das Saatgut von dorther teuer. Ter Doppelzentner kostet an Fracht 1.80 Alk. und mehr. Tie Wasser- iracht für den Waizen aus Vlorbamerifa ist um zirka bie Hälfte billiger. Dabei kostet ber Doppelzentner Watzen aus Nordamerika infl. Fracht in Frankfurt rund 18 Alk., der Doppelzentner Kartoffeln aus Schlesien infL Fracht bis Gießen euva 7 Alk; im Waizenpreis stecken zirka 1.50 Alk. Frachtkosten, un Kartoffelpreis etwa 2 Alk. — Wer Kartoffeln bestellen will, überlege alsbald, wie viel er nötig hat, reiche bie Bestellung sofort ein, wenn bie Bekanntmachung der landwirtschaftlichen Vereine (vgl. unsere 9tr. 39, 1. Blatt) im Gieß. Anz. erscheint. Die Adresse muß.genau sein, bie Schrift deutlich, damit sich das Geschäft glatt erledigt. Es werden an Saatkartoffeln bezogen: frühe Rosen, utagnum bonum (weiße), und Bruce. Märkte. Bei dem am 10. und 11. Februar a. e. zu Gießen stattge- hmbenen Markte waren ausgetrieben 1291 Rindvieh, 433 Schweine. Der nächste Alarkt finöet am 24. und 25. Februar a. c. statt. Limburg a. d. L., 18. Febr. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 18.59 Alk., Weißer Weizen 00.00 All., Korn 10.62 Alk., Gerste 9.20 Mk., Haser 6.86 Alk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 All. Gottesdienst in der Synagoge, tzndarttage. Israelitische Religionsgemeinde. Samstag »den 21. Februar 1903. Vorabend 5.30 Uhr. Morgens 9 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr Schristerklärung. SabbathauSgang 6.40 Uhr. Gottesdienst der israelitischen ßeligionsyesellschast. Sabbathseier am 21 Februar 1903. Freitagabend 5.20 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr Nachmittags 3.30 ^lhr. Sabbathausgang 6.40 Uhr. Wochengottesdietist: Morgens 7.00 Uhr, abeiids 5.30 Uhr. •dJieUOi oloqijdje Beobachtungen der Station Gießen. Februar 1903 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit s >6 jO .5 S Windstärke Wetter 18. 18.: 19. I I 2« 763,5 +3,2 3,4 59 W. 1 Sonnenschein 9" 763,6 -1,1 4,0 82 68 E. 1 Heller Himmel 7“ 762,3 —6,6 2,6 93 bSW 2 * ■ Höchst e Tem; )eratur am 1 7.-18 . Febr rar + 39,b C. Niedrigste i» „ 17.-18 — 7L°6. Gegen Schnupfen hilft Fornuur. 1258 E eo co *e w s - U -Q o 2 ff —_ -E« 'S* 90 O sf c X e « s E - 09 ea a 8 o C 8 o © — eo eo 22 - 3 xS ‘ff ff <5 « -» ‘E = e JO (A) 2 _ © eo aa 5 jo ©ff r" c- X >o 2 C? uf -O ff » «Dff E 5 = *ff £ H 5 80 o tn r-r U» 8 »ff Ä ■c c er. JO c a L W Q CQ 2* - s<-r c. s- as r er,-io a ff* 5 6? * -O O © *2. 2 g£ -. -es rr i— if « s jO - 2 a j4fiö der 17. JS bet S in btt 5'SfÄ: ^ller bearh» ted)en Men All m,??"er *H ober hernU b '^eib ^elril*iten t)aben ,te £e?we> C °"gerichtet-°??"^ ’le Qui freietAben und njeii t3A,öe |Clt A. auf ?V°N"le leben bet i?(°,nQ,e QafobO. JjaS -sich,i 2011 dienen, hrn Se i n n’onen< der stn aehß»;9 D lc9 eine «nffL"? Sehen tffeirE äw""»«'n 2 CS as c ff©* *© eo ff " JO izl c -» ‘O X. ff ff =; Ü o '"ti. ~ = = © ff — .L. .°c7 , . q jo £ CD c O 3 7° ff s C L-> jO > o — Q TT" g? Z* JO c CD 3 -3 t= — ZL S CD 3 S - ?- JO y bss-'Z ff 5 3 E CO o «! 2 R ’ffa ^joff*c SJ c ff- Z §s- B » u oft CS ar» CD 2 C a» cd c JO JO CO © CD CT) S5 » ■a « 2 JO 12= C ->r. cd ff E c •21 O s c K ff" c SL N 09 JO 2 6J JO 2 'S 2 -- •22 cd D ff cd >S ‘ O O JO ©JO c c n w“ o ‘ff tt JO «22 Q e Z "5 Zs A 2- E ff ff ff ff C 2 2- 2 @ 0 JO O «9 2 ~ ff* 2'S iff ff 'S C-> :Q 2> 2 ± “ p = P 23* <21 _ _ 3 — z? 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X’ » - u O 4, - 5 ff o uo CD äo S 2 rv» O« c->8 c Z CD JO © c* ■u X ff CD “ ft» - "c c 11 2» Ä off s -5 e CT» C 3 2* 2 «5 fc=D o ff S -7 =£ p- TD © c x s> c 2 o c o L.2 ,E jO N 2 2 Z3 © © 5 .K — c ff ff Zl9 »C 2 off X c3 2 — CD E © ZI JO s W CD '-> ►- «ff LS •« _o CD 2 «ev-Sr L CD 2 t <-> Ä = \s -22 c Z f'a.» SE- S äS ff es ÖJ0 ßßL^ZK c — x — x •E Eff *="" ’cTff .— CD S— p". cM ä CJ ro "" 0> l|« 22 § ff Ar. 'L-e- •*•*8 ?' 6/a Uhr, wozu der Blaukreuz.Vcrcin jedermann freundlich einladet. Kluß- und Seefische werden aufhies.Bürgermelsterei- Büreau folgende Arbeiten und Lieferungen in Accord gegeben: 1. Wegebau und Chaussier- arbeiten : veranschlagt zu Mk. Loos I Loos II Mk. 10° o Diverse andere Maschinen mit . 1 ist jetzt die beste ZeiL 1324 ä ä 5 Ä 120 115 i 2 St. neue Schuhmacher-Nahmaschine „ neue Ringschlff-Schneider-Näh- maichmen „ neue Ringschiff-Nähmaschine (zum Sticken und Stopfen) „ hocharm. Famillen-Nähinaschinen „ hocharm. Familien-Nähmaschinen „ gebrauchte Nähmaschinen . 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