Nr. 219 Zweites Matt, ISS. Jahrgang Freitag 18. September 1903 erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gießener Kamillen- blätter viermal in der Woche betgelegt. Rotationsdruck u. Verlag bet Vrühl'schen Untvers.-Buch- u. Stein- bruderei (Piets ch Lrdens Redaktton. Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. «dresie für Depeschenr Anzeiger Gieße«. FernsprechttnschlußNr.dl. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen BezugSpretSr monatlich 75 ’ßU vierteljährlich Mk. 2.20; durch Aohole- u. Zivetgstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die TageSnummer .'iS vormMagS 10 Uhr. . eilenprriS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den poltt and augem. Teil: P. Wittko: für „Stadt und &mb* und .Gerich lös aalE; August Götz; für den Anzeigenteil: Han« Beck. Die heutige Kummer umfaßt 8 Seite». Khamüertaius Kücktritt. Gießen, 18. September. Ein um Mitternacht in London ausgegebenes Privat- kelegramm, das auf unserer Redaktion um 1.30 Uhr eintraf, lautet: Loudon, 17. Sept., 11.53 abends. Chamberlain, Ritchie und der Staatssekretär von Indien Hamilton demissionierten. Wir haben über die letzte Sitzung des englischen Kabi- netZ, in der die nicht nur für England, sondern auch für die mit diesem in Handelsbeziehungen stehenden Länder, besonders Deutschland, außerordentlich weittragenden Pläne Chamberlains bezüglich der englischen Handelspolitik erörtert und, wie schon gemeldet, einstweilen abgetan wurden, bereits wiederholt kurz berichtet. Das Dach, unter dem man in England so lange gelebt und sich wohlbefunden hatte, war reparaturbedürftig geworden; es gewährte keinen Schutz; es stand viel zu frei, und es aus dem Wege zu schaffen, um es durch ein anderes schützendes Dach zu ersetzen, hielt man längst für ein patriotisches Werk. So erschien der Brandstifter dem größeren, liberalen Teile der englischen Nation längst als Verbrecher, während der kleinere Teil ihn als Retter der Gesellschaft und des Vaterlandes ansah. Dies zeigte sich auch bei dem Empfange, der Mr. Chamberlain auf seinem Wege ins Ministerium auf der Straße von der daselbst versammelten öffentlichen Meinung im Gehrock und Zylinder und im Arbeiterkittel und der Mütze bereitet wurde: CHeers und Zischen. Die Reporter der liberalen und radikalen Blätter hörten nur das Zischen und Buh-Schreien; die Vertreter der unionistischen Blätter hörten Beifall und „nur vereinzelte gegenteilige Kundgebungen". Das Fazit ist, daß Mr. Chamberlain einen sehr gemischten Empfang sand, was im kleinen genau die Haltung des Landes dem jüngsten Kinde seiner staatsmännischen Laune gegenüber wiederspiegelte. Der Brand war aber einmal entfeffelt; er war wunderbar schnell emporgeloht und drohte das Haus zu zerstören, in dem der Brandleger mit seinen Freunden ein wohliges Heim gefunden hatte; er hat die unionistische Partei gespalten und den Bestand des Ministerrums erschüttert; die bequemen Ministerfauteuils waren wacklig geworden. Das war der Grund, wenigstens der Hauptgrund, des zu so außergewöhnlicher Zeit inmitten der Parlamentsferien einberufenen Ministerrates. Es galt, das eigene Haus — um nicht zu sagen die eigene Haut — zu retten, und dies ist, wie man nun sieht, mißlungen. Die Herren Chamberlain, Finanzmmister Ritchie und Hamilton haben, wie nun anzunehmen ist, bald nach jener Sitzung des Ministerrates die schmerzhafte Operation, den Hals selbst abzuschneiden, an sich vollzogen, und der König hat die Demission dieses Kleeblattes angenommen. Die zunächst eingesetzte königliche Kommission, die seststellen sollte, ob die Notwendigkeit vorliege, in dem fiskalischen System des Landes eine Aenderung vorzunehmen oder nicht, scheint nicht den sonst in anderen Landen üblichen Schneckengang gewählt, sondern mit größter Geschwindigkeit gearbeitet zu haben. Chamberlain hat schneller, als man erwarten durfte, erkannt, daß er in ein Wespennest gestochen hat, das sich stärker erwies, als er dachte. Es soll nun, wie englische kurze Meldungen lauteten, im Ministerrate erwogen worden sein, ob man nicht in besonderen Fällen gegen die unfaire Mitbewerbung gewisser Länder und für gewisse Artikel temporär Kampfzölle einführen solle — eine Anregung, die offenbar gleichfalls im Kabinet nicht goutiert worden ist. Die Herren Chamberlain und Ritchie, die beiden Antipoden an demselben Ministertische, find nun beide gefallen. Ritchie hat das grausame Spiel seines Kollegen von der kolonialen Fakultät längst satt gehabt und öfter schon von dessen „schutzzöllnerischer Ketzerei" und „gewissenlosen Propaganda" geredet. Er ist mit samt dem „starken Manne" des Kabinets, mit „Jonas" Chamberlain, über Bord geflogen. Der „Standard" sagte schon vor einigen Tagen mit einem nassen und einem trockenen Auge, „es wäre jammerschade, wenn Staatsmänner, die dem Lande so treu gedient haben, in der fanatischen Jagd nach einem Ideal, das gegenwärtig nicht im Bereiche der praktischen Polittk liegt, sich der Möglichkeit berauben würden, dem Reiche weitere Dienste zu leisten". Jetzt hat der starke Mann, der manchem bösen Sturm Stand zu halten wußte, doch endlich den Rückzug angetreten. Ob aber seine Pläne in§ Waffer gefallen sind, ist sehr fraglich. Die Gefahr, England mit Schutzzöllen gegen das Ausland verwahrt zu sehen, scheint keineswegs ganz vorüber. Reuter erzählt, Chamberlain sei überzeugt, er werde, nachdem eine gewisse Zeit verstrichen, die Nation für seine Ideen gewinnen. Das fürchten wir allerdings auch. Chamberlain hat in einen: Briefe an Balfour seinen Rücktritt begründet. Als Hauptgrund giebt er an, daß, während die liberale Partei ihre ganze Parteiorganisation gegen Chamberlain in Tätigkeit setzen konnte, Meinungsverschiedenheiten in der unionistischen Partei herrschten, wodurch deren Parteiorganisation gelähmt war. Gleichzeitig sei von dein eilten Geschrei wegen teuren Brotes ein etwas gewiffeulofer (Gebrauch gemacht und ein ernstes Vorurteil erweckt worden. Aus diesem Grunde sei gegenwärtig wenigstens em VorzugStaris mit' ben Kolonien, der auch eine noch so kleine Steuer aus Nahrungsmittel mit sich bringe, unmöglich. Doch fei eine Polittk der Retorsionszölle möglich, um dadurch eine größere Reprozität zu erlangen, und da Balfour diese Ansicht teile, sei er berechtigt, diese als Polittk seiner Regierung anzunehmen, obwohl dies einige Aenderungen in der Zusammensetzung derselben nötig machen werde. Chamberlain schreibt ferner, er würde mit Recht getadelt werden, wenn er nach Ausschließung eines so wichttgen Teiles von seinem politischen Programm im Amte bleibe. Er glaube, er werde der Regierung absolut treu bleiben und ihr in keiner Weise Verlegenheiten bereiten. Er könne die Sache, die ihm am Herzen liege, besser von außen, in rein unabhängiger Stellung fördern. Folglich möge sich Balfour darauf beschränken, Englands Freiheit in allen kommerziellen Beziehungen mit den auswärtigen Ländern zu betonen. Chamberlain werde sich der Ausgabe widmen, die Grundsätze des Reichszollvereins zu erklären und popularisieren. MMsche Tagesschau. Graf Bülow über Südamerika. D. B. Hd. meldet mrs aus Berlin: Gegenüber Meldungen amerikanischer Blätter erklärte der Reichskanzler Graf Bülow dem Vertreter eines brasilianischen Blattes, daß die auswärtige Politik Deutschlands wie im allgemeinen so auch gegen Südamerika friedlich und loyal sei, da Deutschland reinepolitischenAspira- tionen in der neuen Welt hätte. Graf Bülow hat es also für erforderlich gehalten, den irn aus gesetzter: Verdächtigungen der Newyorker gelben Presse, Deutschland hege in Bezug auf Südamerika Aneignungsgelüste, entgegenzutreten. Für jeden, der sich nicht gegen Ueberzeugung verschließt, sind diese Worte klar und aufrichtig, sJhir läßt sich die gelbe Presse schwerlich eines Besseren belehren, denn, wie einmal der vorige amerikanische Botschafter in Berlin, White, von diesen Preßorganen gesagt hat: es x]t ihr Geschäft, die Hetze gegen Deutschland in Gang zu halten. Ein Armeebefehl des Kaisers Franz Joseph. Der Kaiser Franz Joses hat einen Armeebefehl erlassen, in dem es heißt: „Je sicherer begründet mein günstiges Urteil über den militärischen Wert, die hingebungsvolle Tienstfteudig- kett und das einmütige Zusammenwirken aller Teile meiner gesamten Wehrmacht ist, desto mehr muß und will ich an d er en b estehend en und b ew ährten Einrichtungen fest halten. Mein Heer insbesondere — dessen gediegenes Gefüge einseitige Bestrebungen in Verkennung der hohen Aufgabe, welche dasselbe zum Wohle beider Staatsgebiete der Monarchie zu erfüllen hat, zu lockern geeignet mären — möge wissen, daß ich nie der Rechte und Befugnisse mich begeben werde, welche dem obersten Kriegsherrn verbürgt sind. Gemeinsam und einheitlich, wie es ist, soll mein Heer bleiben; eine starke Macht zur Verteidigung der östreichisch-ungarischen Monarchie gegen jeden Feind. Getreu ihrem Eide'ist meine gesamte Wehrmacht, fortschreitend aus dem Wege der emiten Pflichterfüllung, durchdrungen von jenem Geist der Einigung und Harmonie, welcher jede nationale Eigenart achtet, alle Gegensätze löst und die besonderen Vorzüge eines jeden AÄlksstammes zum Wohle des Großen und Ganzen verwertet." Dieser Armeebefehl wird von den Wiener Blättern als eine Kundgebung des obersten Kriegsherrn bezeichnet, die mit größter Feierlichkeit und Entschiedenhett die Ambitionen der ungarischen Armeesprenger zurückweist. Gleichzeitig wird der Ansicht Ausdruck gegeben, daß diese sensationelle Willensäußerung des Dionarchen einen gewaltigen Sturm in Ungarn entfesseln, aber schließlich doch zur Entwirrung der Krisis viel beitragen werde. Gr ist die erste Kundgebung an die Armee, in welcher der Kaiser persönlich fragen der inneren Politik erörtert Man nimmt an, der Armeebefehl sei erst im Hauptquartier bei den griechischen Manövern beschlossen und im Generalrat ausgearbeiter worden. Das österreichische wie das ungarische Kabinett scheinen daran nicht beteiligt gewesen zu jein. Man erwartet in allen Garnisonen und Regimentern Kundgebungen der Offizierskorps im Sinne des Armeebefehls. „Magyar Orszag" erklärt, der Armeebefehl werde die größten Kon; 1 rkte herbeiführen; er könne nur mit Steuerverweigerung beantwortet werden. Deutsches Reich. Berlin, 18. Sept. Kaiser Wilhelm ist, wie aus Mohacs in Ungarn gemeldet wird, heute abenb nach herzlicher Verabschiedung von der Familie des Erzherzogs Friedrich unter Ovationen des sehr zahlreich auf dem Bahnhof versammelten Publikums nach Wien ab gereift — Prinz Eitel Fritz, König von Ungarn — so wird es kommen, wenn man sonst der „Daily Mail" glauben will, die mit ihrem angeborenen Ernst versichert, daß Kaiser FranA Joses abdizieren,die ungarische Nation den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand nicht anerkennen und in diesem Fall von ihrem konstitutionellen Rechte Gebrauch machen und den zweiten Sohn des Deutschen Kaisers zum König erwählen wird. (Ta zu gleicher Zeit in den Spalten desselben Blattes die Seeschiauge glüalich wieder aufgetaucht ist, so wird man die obige Meldung oes mehr durch Erfindungsgabe als Zuverläsfibkeit ausgezeichneten Mattes nach Gebühr zu würdigen Hussen.) — Auf die Petition der deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten an den Reichskanzler erging dem Vernehmen nach eine Antwort, nach welcher der Reichskanzler mitteilt, daß er aus der Petition gern Veranlassung genommen habe, den Staatssekretär des Innern um Erwägungen über die Bekämpfung der Kurpfuscherei, jedoch nicht für ein, sondern für alle Gebiete der Heilkunde zu ersuchen. — Die in Magdeburg erscheinende „Sa chs en schau", ein antisemitisches Blatt, schreibt: „Unsere Freunde möchten wir erneut bitten, auch im intimsten Kreise jedes Wort über den Hof zu vermeiden und das fernere Verbleiben in einer Gesellschaft nur von der Unterdrückung aller Unterhaltung über den Fürsten abhängig zu machen. Wie oft hat das Schicksal es nichst schon gefügt, daß nachträglich die harmlosesten Bemerkungen der Staatsanwaltschaft denunziert wurden und Männer gegen ihre intimsten Freunde als Zeugen auftreten mußten. Also hütet die Zungen und schickt euch! in die Zeit, denn es ist böse Zeit!" Aom KaMaimurm. Nach Mitteilungen der Pforte an die russische und öfter# reichisch-ungarische Botschaft beabsichtigen die in Batak und Burgas versammelten Komitadschis, die Ortschaften Fissibar, Karabulak, Dermacibola und andere anzugreisen und sie in Brand zu stecken. Am 7. und 8. September fanden in den Wilajets Monasttr und Salonik einige Zusammenstöße statt, bei welchen die Bandenchefs Petschow und Kocorow getötet wurden. Bei Zelinkowa zwischen Uesküb und Koprülu wurden Bomben gefunden, welche für Anschläge gegen Eisenbahnzüge mit Truppentransporten bestimmt waren. Eine stärkere Bande Aufständischer zog sich ins Perimgebirge in die Nähe von Melnik zurück. Dort wurde sie von türkischen Truppen am Montag angegriffen, aber erst von Dienstag ab nach längerem Geplänkel aus ihren Stellungen vertrieben. Die Aufständischen ließen 45 Tote, darunter drei Führer, nnd viel Munition auf dem Kampfplätze zurück. Die Truppen hatten sieben Tote und sieben Verwundete. Die Aufständischen nahmen auf der Flucht ihre Verwundeten mit. Tie Zuspitzung des türkisch-bulgarischen Konflikts läßt die BerlinerBörse verhältnismäßig kühl. Im Hinblickl auf diese Entwicklung erfuhren hauptsächlich östreichische Merke uni) Bankaktien einen Rückgang. Türtische Fonds konnten dagegen im Kurse etwas anziehen auf die feste Stimmung hin, die an der Paris er Börse für diese Papiere besteht. Tie bulgarischen Pfandbriefe wiederum erlitten in Berlin eine Ettllmße, die aber nicht ernst zu nehmen ist, da in diesen Werten nur geringer Umsatz statt- findet und schon ein unbeträchtliches Singebx>t auf den' Nurs drückt. Sollte es in der Tat zur Kriegserklärung kommen, dann wird vermutlich Frankreich, der Hauptgläubiger Bulgariens das Dcögliche tun, um eine Entwertung der bulgarischen Fonds zu verhüten, und Rußland, das gleichfalls an den Finanzen des Fürstentums interessiert ist, dürfte ihm darin beistehen. Tie Börseukreise schließen übrigens aus der Festigkeit des Pariser Platzes, daß die Lage auf dem Balkan noch nicht das Aeußerste befürchten lasse. Derselben Hoffnung auf „Beruhigung der Gemüter" giebt die „Nordd. Allg. Ztg." Ausdruck. Gegenüber Meldungen, daß in Macedonien die Ernte vollständig zerstört sei, und Hungersnot drohe, stellt die „Neue Hamb. Börsenhalle" auf Grund „einer ihr aus Saloniki am 12. September zugegangenen Meldung fest, daß am genannten Datum die Getreidemagazine in Saloniti überfüllt waren und täglich weitere 40 bis 50 Waggons gleich etwa 400 bis 500 Tons Getreide aus dem Innern eintreffen, und sich die zur Verladung bereitliegende Ladung damals auf rund 12 000 Tons belief. Das serbische „Amtsblatt" veröffentlicht einen Ukas, wonach der erste Adjutant des Königs drei Jahre, die übrigen Adjutanten und Ordonnanzoffiziere nur ein Jahr auf ihrem Posten verbleiben dürfen. Der bisherige Vorstand der Militärstation des Kriegsministeriums, Oberstleutnant Peter Mischiz, gegen den die letzten Angriffe der unzufriedenen Offiziere yauptsächllch gerichtet sind, wurde zum Professor der Militärakademien und zu seinem Nach- folger Generalstabsoberst Bojovic ernannt._______________ Juden- und Armeniererzeffe in Kußsand. Schlimme Exzesse kamen jüngst in Homel (Gouvernement Mohilew) vor. Nach dem Petersburger „Regierungsboten" entwickelte sich in dem genannten Ort am 11. d. M. in dem dortigen Bazar aus einem Strett zwischen einem Bauern und einem jüdischen Händler eine erbitterte Sch läge r ei zwischen Juden und Russen. Als die Polizei die Ordnung wiederherstellen wollte, warfen die Juden mit Steinen auf diese, auch wurde aus ihrer Mitte ein Revolverschuß abgefeuert, auf den die Polizisten mit Schüssen in die Lust antworteten. Bei der Prügelei wurde ein Russe von einem Juden durch einen Messerstich in den Leib tödlich verletzt, ein Jude sowie sieben andere Personen trugen leichte Verletzungen davon. Am 14. wiederholten sich die Unruhen. Russische Arbeiter fingen aus Rache für eine ihnen am 11. September zugefügte Kränkung an, im Juden viertel Buden zu zerstören. Bei dem Zusammenstoß mit ben Juden wurden auf beiden Seiten etwa 20 oder mehr Personen verwundet. Als Truppen erschienen, wurden sie von den Juden mit Schüssen empfangen. Infolgedessen mußte von den Feuerwaffen öe* brauch gemacht werden. Gegen Abend war die Ruhe wieder > 15. stieß auf der Schelde mit dem Nheindampser i Blouson-Seide j t ,00! inB W iLost lack' I Pni I Wil I we^ soll niu fteh< Bäu scher steig« ifi n. ®n Mb lafie Tept in Mi na^öi Lchmi 2 L 121 etm mafc ZL und sowie Eisen klein tzente t Dt Mts. wird' fiska! Busec verstei Gu Trotz! biene L. Kal von 95 Pfg. bis Mk. 18 — p. Met. — letzte Neuheiten I — Franko u. schon verzollt jt Jk jk jk i i 4‘ 10 JOO 150 600 1«O- v» Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag nach Trinitatis, den 20. September. Gottesdienst. Zichun 8^* 1 Qieljungs 1 eleg. hüt j i Ä 1 Reupi . Jaut 1 Nation einander serndlrch gegenüber. Das Organ der Hoch- Agrarier erklärt die Folgen dieses Armeebefehls für un übersehbar und warnt gleichzeitig vor Straßendemonstra- twnen, Werl dies der B e g i n n d e r R e v o l u t i o n wäre. Magyar Orszag sagt, kern Patriotischer Ungar könne unter einem solchen Regrme em Minister-Portefeuille über nehmen. Aus Stadt und Kand. Gießen, 18. Sept. 1903. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn von 30 000 Mk. auf Nr. 92752 (nach Worms), em Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 89234 (nach Mainz), ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 39202 (nach Eisenach)', Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 8778 12480 32609 50120 58030 61905 (nach Friedberg) 63099 67343 85539 85738 96279, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 2102 (nach Butzbach) 9456 9488 14120 14483 14838 18735 18928 20370 24657 36095 38839 50350 52182 53996 54239 55708 56889 65420 66534 68362 69137 69446 70761 72051 79124 80284 95875 97118. (Ohne Gewähr.) ** Konzert-Verein. In der gestrigen Generalversammlung ergab der zum Vortrag kommende Rechenschaftsbericht eine gleichmäßige Verteilung der Gmund Ausgaben, jo daß der Verein in diesem Jahre glatt abschließen konnte. Die Vorstandswahl wurde durch Zuruf vollzogen und der langjährige Vorstand dadurch von, neuem gewählt. Tie Verschmelzung des Akad. Gesi-Ver. mit dem Konzertverein wurde prinzipiell angenommen, eine kleine Kommission wurde gewählt, die einen Entwurf auszuarbeiten hat, der nach Fertigstellung den Vorständen beider Vereine zur Prüfung vorgelegt werden soll. ** Bei den Kanalarb eiten am Seltersweg, in der Nähe der Straße, die nach dem Volksbad abführt, ist man auf merdvürdige Reste alter Befestigungen, große, estgesügte Steinplatten gestoßen. ** Blumenpslege durch Schulkinder. Auch in diesem Jahre haben die Schülerinnen der zwei oberen Klassen der Stadt-Mädchenschulen wieder Pflanzen zur Vflege erhalten, welche, wie aus dem Inseratenteile er- ichtlich, nächsten Sonntag, den 20. d. M, in der Turnhalle der Stadt-Mädchenschule zur Ausstellung gelangen sollen. Tabei wird, wie im vorigen Jahre, auch wieder eine kleine Preisverteilung stattfinden, indem diejenigen Kinder, welche die bestgepflegten Pflanzen aufzuweisen haben, einen für dre Blumenpflege geeigneten Gegenstand als Belohnung erhalten werden. T'er Eintritt zu dieser Ausstellung ist unentgeltlich; alle Blumenfreunde werden auch an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam gemacht. sd. Darmstadt, 18. Sept. (Original-Telegramm des „Gieß. Anz.") Die Landtags wähl für den Bezirk Darmstadt ist entgegen anderen Meldungen durch die Behörde auf den 19. Oktober festgesetzt worden. An diesem Tage werden die Wahlmänner gewählt, während die Hauptwahl voraussichtlich einige Tage später stattfindet. 1— Mit dem heutigen Tage ist das Großherzogliche Hoflager von Jagdschloß Wolfsgarten nach dem Neuen Palais verlegt worden, wo S. K. H. der Großherzog von ;er Rückreise aus Kiel Wohnung nehmen wird. Ärtgegen den Mitteilungen der „Franks. Ztg." wird auch das russische Zarenpaar bei seiner Hierherdunft im 9ieuen Palais wohnen und sich nicht nach Jagdschloß Wolfsgarten be- begeben. ins Haus geliefert. Reiche Seiden-Fabrik j o ttcn werden vermißt. In ein Bauerngehöft in) Jllerwea schlug der Blitz ein, sieben Personen) find verbrannt. Im Feistritztal verließen die Bewohner ihre Häuser und irren umher. L eb b en im Katach- tal ist völlig vernichtet, alle 32 Häuser wurden von den Fluten fortgerissen, Särge und Leichen sind vom Friedhof fortgeschwemmt. Ferner ist im M a l t a t a l das Forsthaus mit den neun Insassen fortgetrieben. — Nach einer Londoner Depesche der „Voss. Ztg." kenterte während eines Sturmes in Hongkong der Dampfer Quling auf der Höhe von Kwangtschauwan. Hundert Personen sind ertrunken. — Der Orkan in New- Aork, der von wolkenbruchartigem Regen begleitet war, legte den Verkehr in der Stadt für längere Zeit lahm. Telegraphen- und Telephon-Leitungen sind zerrissen, zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Ein Kirchturm wurde beschädigt und droht einzustürzen. Tas Dach, eines Wolkenkratzers ist vom Sturme in die Tiefe geschleudert worden, glücklicherweise ohne Menschen zu verletzen. Tie in Staten Island ankernde Flotte eines Jachtklubs wurde vernichtet. Längs der Küste strandeten zahlreiche Schisse. Tie Gebäude des Badeortes Atlantic C.ity sind zum Teil zerstört worden. 30 Fischer ertranken. Aus Grund des Beweisergebnifles beantragt Staats^ anwalt Hoos, den Angeklagten wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 500 Mark sowie in die Kosten des Verfahrens zu verurteilen, außerdem dem Beleidigten die Publikationsbefugnis gemäß § 200 St.-G.-B. zuzusprechen. Der neben klagerische Vertreter hält eine Geldstrafe nicht für eine mi gemessene Sühne und beantragt Freiheitsstrafe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Stulz, beantragt Freisprechung urw begründet seinen Antrag damit, daß die von dem Angeklagten in den Flugblättern behaupteten Tatsachen — die Abstriche au den Kostenrechjnungen und die Vertretung beider Parteien in derselben Sache — objektiv genommen, Wohl geeignet seien, bei einem Laien den Glauben hervorzurufen, daß der Anwalt vorsätzlich das Maß der ihm zustehenden Gebühren überschritten und bewußt die widerstreitenden Interessen beider Parteien vertreten habe. Das Urteil des Gerichts lautet: Der Angeklagte wird wegen Beleidigung zu 300 Mark Geldstrafe, ev. 30 Tagen Gefängnis sowie in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Ter Beleidigte erhält die Befugnis, den entscheidendsten Teil des Urteils auf Kosten des Angeklagten einmal bekannt machen zu lassen. Begründung: Die Publikationen des Angeklagten enthalten zwei schwere Vorwürfe gegen den Rechtsanwalt Reh: 1) denjenigen der Geldmacherei, d. h. der Erhebung von Gebühren über das gesetzliche Maß; 2) denjenigen der Präverikation, d. h. der pflichtwidrigen Vertretung kollidierender Interessen. Straffreiheit kann nicht eintreten: 1) weil der Wahrheitsbeweis nicht erbracht ist: Abstriche an Anwaltsrechnungen kommen öfters vor, über den Ansatz einzelner Poften errtscheidet manchmal nur das subjektive Ermessen des Richters, — bezüglich des Vorwurfs der Präverikation fehlt die Feststellung, daß der Rechtsanwalt Reh bewußt beide Parteien zugleich vertreten habe; vielmehr ist das Gegenteil als erwiesen anzusehen; 2) weil der Angeklagte, auch wenn er berechtigte Interessen in Ansehung der Landtagswahl durch seine Veröffentlichungen hätte wahren wollen, doch über die Wahrung 'solcher Interessen hinausgegangen ist; Kritik zu üben an einer Persönlichkeit, die sich um ein öffentliches Ehrenamt bewirbt, steht wohl jedem zu, indessen haben die von dem Angeklagten verbreiteten Dinge nur sehr wenig mit der Landtagswahl zu tun, auch erfolgte chre Verbreitung noch nach derselben. DieAuffassung des Gerichts insgesamt geht dahin, daß der Angeklagte die Gelegenheit der Landtagswahl nur benutzte, um die zwischen ihrn und dem Beleidigten seit längerer Zeit bestehende Feindschaft zu betätigen. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Hd. Kiel, 18. Sept. Das heute vormittag ll1/, Uhr auf der Krupp'schen Germania-Werft vom Stapel gelaufene Linienschiff ,L" wurde vom Großherzog vonHessen auf den Namen „Hessen" getauft. Kiel, 18. Sept. Die Rückreis e des Groß Herzogs von Hessen nach Darmstadt erfolgt am Sonntag. Gestern abend fand im Schloß Familientafel statt. London, 18. Sept. Zum Rücktritt des Kolo» n i a l m i n i st e r s wird gemeldet: Die große Mehrheit des Minister ko llegiums habe sich mit den in der Balfour'schen Broschüre dargelegten Ansichten einverstanden erklärt und billigte den darin in Aussicht geiwmmenen Kurswechsel in der Zollpolitik. Chamberlain hielt an seiner Forderung von Vorzugsstrafen für die Kolonien fest. London, 18. Sept. Alle Morgenblütter beschäftigen ich mit der sensationellen Entwickelung der Minister- krisis und sagen, es handle sich um einen Theater- Coup. Bis jetzt sprechen sich die Blätter über die Zukunft nicht aus. Verschiedene Blätter sind der Meinung, daß Balfour d as Ergebnis der Enquete über den südaftikani- schen Krieg benutzen werde, um neue Angriffe gegen die Kriegsverwaltung behufs Umänderung der- elben zu verhindern. Man erwartet die bevorstehende Demission des Herzogs von Devonshire. Amt- icherseits ist bisher nichts über bevorstehende Neuwahlen mitgeteilt worden. Doch glaubt man, daß solche infolge der Kabinettskrise nötig geworden sind. Hd. Antwerpen, 18. Septbr. Der aus Braila Beleidigung durch Alugblätter gelegentlich der letzten Landtagswahl. (Aus der Gießener Strafkammer.) Die letzte Sitzung der Ferienstrafkammer bringt uns eine cause celefcre, welche nicht nur wegen der dabei in Betracht kommenden PersönliclMiten, sondern auch wegen des zu Grunde liegenden Tatbestandes geeignet ist, über die Kreise der zunächst Beteiligten hinaus Aussehen zu erregen. — Ten Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Bücking, als beisitzende Richter sind die Landgerichtsräte Müller, Hellwig, Dornseiff und Amtsrichter Neuenhagen erschienen. Tie Anklage wird vom Staatsanwalt Hoos vertreten. Als Gerichtsschreiber fungiert Gerichtsassessor Seibert. Angeklagt wegen Beleidigung ist der am 5. März 1842 geborene Fabrikant Theodor Bücking II. von Alsfeld. Die Verteidigung liegt in den Händen des bekannten Frankfurter Rechtsanwalts Dr. Stulz. Der Beleidigte, Rechtsanwalt urrd, Notar Reh in Alsfelds hat sich als Nebenkläger dem Verfahren an geschlossen und wird durch, Rechts anwalt Grünewald in Gießen vertreten. Ter Beschluß vom 15. August über die Eröffnung des Hauptverfahrens legt dem Angeklagten zur Last, daß er zu Alsfeld, Gießen, Mainz, Darmstadt und anderen nicht näher ermittelten Orten des Großherzogtums Hessen Ende des Jahres 1902 und im Anfang des Jahres 1903 fortgesetzt den Staatsanwalt und Notar Reh zu Alsfeld öffentlich durch den Inhalt von vier Flugblättern beleidigt habe, und zwar insbesondere dadurch, daß er in Beziehung auf Reh nicht erweislich wahre Tatsachen behauptet und verbreitet habe, welche Eignet waren, denselben verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen Ter Tatbestand ist der folgende: Rechtsanwalt Reh war im Herbste 1902 als Kandidat für die Landtagswahl in Alsfeld ausgestellt. Ties veranlaßte den Angeklagten, vier Flugblätter abzufassen und verbreiten zu lassen. Diese Flugblätter sind betitelt: 1. Ein Beitrag zur Landtagswahl, 2. Es giebt Siege, die schlimmer sind als die schwersten Meder lagen, 3. Freisinniges Allerlei, 4. Advokaten und 'Freisinn. Durch den Inhalt dieser Flugblätter bezweckte der Angeklagte, die Wahl seines früheren Parteigenossen Reh zu vereiteln, weil — nach seinen Worten — Reh der allerungeeignetste Mann für eine freisinnige Vertretung des 'Wahlbezirkes sei; denn Reh habe die zurzeit seiner Etccklier- ung in Alsfeld hochgehenden Wogen der freisinnigen Bewegung nur dazu benutzt, um hoch zu kommen. Was den Inhalt der Flugblätter anbelangt, so wird hr den ersten drei dem Rechtsanwalt Reh der Vorwurf gemacht, daß er seine Praxis in unlauterer Weise betreibe und Geld erhalte, das ihm nicht zustehe. Es sind verschiedene Fälle angeführt, in denen Rechtsanwalt Reh Gebühren stber das ihm zustehende gesetzliche Maß erhoben haben soll. Die ziemlich umfangreiche Beweisaufnahme ergiebt, daß an Kostenrechnungen Reh's durch das Gericht verschiedentlich Abstriche erfolgt sind; einmal ist eine solche Rechnung von 103.47 Mk. auf 54.35 Mk. herabgesetzt worden. In dem vierten Flugblatt bezichtigt der Angeklagte den Rechtsanwalt Reh der sog. Präverikation, d. h. er behauptet, daß Reh in derselben Rechtsangelegenheit beiden Parteien gleichzeitig als Anwalt pflichtwidrig gedient habe. Ter Angeklagte führt drei Fälle an, bezüglich deren die Beweisaufnahme ergibt, daß zwei ministeriell bestellte Vertreter während der Mwesenheit des Rechtsanwalts Reh von der einen Partei um Rat gefragt worden sind, und daß Rechtsanwalt Reh dann taffächlich die Gegenpartei im Pro^sse vertreten hat. Indessen wird bewiesen, daß zwischen dem Tage der Konsultation imh demjenigen der Vertretung der Gegenpartei eine Zwischenzeit von Wochen gelegen hat und daß Rechtsanwalt Reh sofort die Vertretung niedergelegt hat ,sobald ihm mitgeteilt worden ist, daß sein Bureau schon in der gleichen Sache schon Berater der Gegenseite war. Nur in einem Fall hat er die zuerst vertretene Partei um Erlaubnis zur Weiterführung des Prozesses für den Gegner gebeten, welche ihm aber nicht erteilt wurde. Als Beleg für die Schreibweise des Angeklagten sei folgender Passus mitgetE: Zur Landtagswahl in Alsfeld. . Wir enmehmen dem Programm der Freisinnigen Volksvartei bte Worte: -Volkstümliche Rechtspflege, erleichterte Rechtsverfolqunq durch Herabsetzung der Prozeßkosten, freie Advokatur." rHl? dies Programm verwirklichen zu Helsen, schlagen wir vor, Nur solche Wahlmcmner zu wählen, welche Her-rn Rechtsanwalt und Notar R e h chre Stimme geben. Diesem Mann der Freisinnigen ^Voltsparter verdauten wir WasserleUung und elektrische Beleuchtung Er wwd, das ist sicher, ähnlich wie Köhler-Langsdorf bei Erhöhung derLebensmittelzölle, einen Antrag einbringen — daran zwerfeln nur nicht — in welchem er fordert, Gronh Regrerung zu ersuchen, ihre Bundesratsmitglieder zu instruieren alleAdvokatenzölleaufzuheben. ' Unter Advokatenzöllen verstehen wir die Vermeidung dreimaliger Prozeß- und Verhandlungsgebühr, d r e i m a l i a e r Gerichtsgebühr, wie dies in einer Eingabe an Großh. Ministerium des Innern und der Justiz in Darmstadt vom 22. November 1894 näl)er dargetau wurde. Ter Rechtsanwalt, welcher in dieser Eingabe vorgeführt wurde, heißt — Hase und soll em Liebhaber vom Duell |em. Mögen alle Landtagsabgeordnete darum vorsichtia bleiben, daß ihnen wegen Totschießens keine Streichungen im ■ Prozeßwege passieren. ä Mehrere Freisinnige. hergestellt. Nach den Berichten des inzwischen in Homel einoetroffenen Gouverneurs wurden während der Unruhen fünf verwundete Christen intb neun Juden in die Stadt- Hospitäler eingeliefert. Getötet sirrd vier Christen und zwei Juden. Wegen Uebergabe des armenischen Kirchenver- ruögens an die Krone haben in Baku Unruhen begonnen, zu deren Unterdrückung Militär requiriert wurde, welches auf Armenier, die sich mit Revolvern und Steinen bewaffnet im Kirchhof bei der armenischen Kathedrale und in der anliegenden Straße zusammen gerottet Hutten, schoß. 20 Personen, die sich an der Kundgebung beteiligt hatten, wurden verwundet, davon sind drei gestorben. Ein Matrose ttmrde getötet. Auch in Kars hat sich ähnliches zuge- treigen. Nach der Zeitung „Kawkas" eilte unter dem Geläute der Glocken eine große Menge Armenier am 15. d. M. Jjerfcei und lagerten sich um die Kirche, als die Beamten, zur Uebernahme der armenischen Llirchengüter schritten. Die Aufforderung der Polizei, auseinander zu gehen, beantwortete die Menge mit einem Hagel von Stein>en und mit Schüssen und drängte die Polizei zurück. Zum Schutze derselben eilten 200 Kosaken herbei. Die stetig an- wachsende Menge empfing auch> diese mit Steinwürsen und Schüssen. Da der Aufforderung, auseinander zu gehen, nicht Folge geleistet wurde, waren die Kosaken gezlvungen, einzelne Schüsse abzugeben, worauf der Platz geräumt wurde. Mehrere So Daten wurden verletzt; von Ker Menge einer getötet unt) zwei verwundet. Verhaftet wurden 77 Personen, unter ihnen zwei Geistliche. 7|phnnn 28^ 29., 30. Septbr., LwNllllg t.u.3, Octbr. in Berlin Im Zlehungssaale d.Königl.Preuss. Staats - Lotterie. 600 000 Loose. Wohlfahrts- I aUq.Ia zu Zwecken der Deut, gggullül Ig sehen Schutzgebiete. Loose ä x 3.30 4ß Q7A Geldgewinne lU^O/U ohne Abzug Mark 5759« Hauptgewinne: jftioiMWO X KZ.OOO jl 15,00® L ä 10O00 = 20 000 4 4 5 000 = 20 000 10 ä 1000 = lOOOO 100 ä 500 = 50000 150 ä 100 = 15000 600 ä 50 - 30 000 16000 L 15 =240 000 Loose versendet: Qeneral-Deblt Lid. Müller & Co. in B er li n. Breitestr. 5 u. in I Hamburg, Nürnberg, Münohen. I Lose hier bei: Rich. Buch- I acker, Cig., Neuen Baue 11, I Phil, Weiler, Cig., Markt 1, I Wllh. Semmler, Cig., Selters- | weg 25. [6818 W-LechiMU. Donnerstag den 24. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, wird das Obst aus dem kameral- fiskalischen Kleegarten bei Alten. Buseck an Ort und Stelle versteigert. 7013 Gießen, den 18. Sept. 1903. Großh. Oberförsterei Wieseck. Weigand. W-Lesteigemg. Montag den 21. d. Mts. soll das der Gemeinde Grü- uingen zustehende Obst, bestehend in mehreren Hundert Bäumen vollhängender Zwischen und Glockenbirnen, versteigert werden. Der Anfang ist morgens 10 Uhr im Ort. Gruningen, 16. Sept. 1903. (^.Bürgermeisterei Gruningen. _______Gilbert. 7002 Wege« 6953 Ausgabe meines Geschäfts lasse ich Donnerstag den 24. September, nachmittags 1 Uhr, in meinem Hause Neuenweg 18 nachverzeichnete, sehr gut erhaltene Schmiedewerkzeuge versteigern: 2 Blasbälge mit Feuerung, 1 Ambos, 2 Sperrhorner, eine Stauchmaschine, eine Biegmaschine, eine Bohrmaschine, 2 Wenden, 10 Schneidkluppen und vieles andere Werkzeug sowie eine Partie brauchbares Eisen und 1 Stoßkarren. Heinrich Thomas. Heute prima frisch geräucherte PmHBraiwmi, in bekannter Güte per Paar 25, 30 und 35 Pfg. empfiehlt 6183 Friedrich Schreiner Metzgermeister, Seltersweg 65. Hk griff. Wiichl Neue HellerUnserr empfiehlt 7019 L. Kalkhof Nachff. Darmstädter Ht-Lolin Ziehung am 14. Oktober 1 Los nur 1 Mk. "ML Ziehungsliste und Porto 20 Pfg. 1 eleg. Wagen, Zweispänner, mit 2 Pferde» und kompl. Geschirr i.W. v. ea. Alt. 6000. 1 Reitpferd mit Sattel und Zaum i. W. v. ca. Mk. 2000. 1 Stuhlwagen mit 1 Pferd und Geschirr i. W. v. ca. Wik. 1700. 17 Pferde oder Fohlen im Gesamtwerte v. Mk. 10 300. 535 andere Gewinne im Gesamtwerte v. Mk. 5000. General-Vertrieb der Lose: L. F. Ohnacker Darmstadt. Zu haben in allen Lose» 6996 Verkaufsstelle«. Wa-Vrrzlcheniag. Mittwoch den 23. l. Mts., mittags 12 Uhr, soll im Weinhaussaal zu Alsfeld das zur Konkursmasse des Direktors Jakob Bamberger gehörige Weinlager, sowie verschiedene Weinkellereigeräte versteigert werden. Es kommen zum Ausgebot: Ca. 1500 Flaschen Weiß- und ca. 1000 Flaschen Rotwein, 4 Faß Weißwein, ca. 240 Liter, und 33 Flaschen Champagner, 2 ovale Fässer von V? Stück und V» Stück, 5 runde Fässer von je ]/4 Stück, 1 Faß von 100 Liter, 1 Korkmaschine, 1 Sectmaschine, 1 Schlauchgeschirr, 1 Filtrierapparat, 2 eiserne Flaschenschränke für 200 und 400 Flaschen, eine Partie Selterswasserflaschen und 2 große Korbflaschen. Der zur Versteigerung gelangende Wein ist im Chemischen Untersuchungsamt für die Provinz Oberhessen in Gießen chemisch untersucht und als naturrein befunden worden. Im Anschluß an obige Wein-Versteigerung findet nachmittags noch eine Mobilien-Versteigerung statt, wobei eine sehr gute Scheibenbüchse mit Zubehör zum Ausgebot gelangt. 6915 Der Masseverwalter: Grünberg._____________________Karl, Sparkasserechner. Holzlieferung. Die Lieferung des Holzbedarfs unserer Gruben soll für die Zeit vom 1. Januar 1904 bis 31. Dezember 1904 vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der Holzsorten und der ungefähren Bedarfsmengen können auf unserem Büreau hterselbst eingesehen oder auch von uns bezogen werden. Angebote auf den ganzen Bedarf oder für den Bedarf einzelner Gruben oder auf die Lieferung bestimmter Holzarten sind in verschlossenen, mit der Aufschrift „Holzlieferung" versehenen Briefumschlägen bis spätestens den 30. September 1903 bei uns einzureichen. Weilburg, den 18. September 1903. 6989 __________Kruppsche Bergverwaltung. Iuschneide-Lehranstalt Grünbergerftraße 14 a (Mittelbau). Maßnehme«, Musterzeichrrerr, Zuschueideu «ud Verarbeite« kann jede Dame gründlich erlernen. Der Kursus begiuut am 21. September 1903. Anmeldungen vom 14. September an erbeten. 6469 E1000] 644 759 818 [1000] 48 916 [400] 36 [400] 48 93 7 8027 [1000] 80 [3000] 185 223 36 85 673 88 712 52 73 92 812 [400] 64 [400] 954 57 79070 108 [400] 48 280 314 447 63 74 77 610 [1000] 911 20 33 62 [400] 80111 66 80 227 [3000] 98 302 75 [1000] 95 486 518 43 58 615 863 967 81006 20 38 121 78 218 32 327 [1000] 459 518 655 732 [5000] 53 73 805 27 61 82 975 [1000] 82 82003 [1000] 10 99 144 218 19 90 [400] 421 520 [400] 608 843 90 [4001 927 64 98 [1000] 83013 47 [400] 185 [400] 93 299 458 75 95 539 [1000] 67 604 58 798 [1000] 825 48 50 53 58 84048 68 81 88 154 83 93 235 67 301 98 403 541 94 98 [400] 620 [400] 66 70 784 811 903 85020 83 [1000] 202 63 96 559 643 75 725 [2000] 98 904 22 [400] 78 82 91 86040 49 115 20 53 383 405 68 581 94 [400] 609 17 51 78 727 84 94 829 942 87007 59 [400] 553 62 68 [400] 93 605 18 44 701 30 48 801 93 912 88034 128 251 321 53 420 [2000] 509 604 28 722 35 39 56 809 56 941 89000 1 16 77 110 [400] 56 82 [400] 202 [400] 61 330 75 430 58 76 618 700 [1000] 15 53 808 [400] 41 910 70 90079 154 [10 000] 55 211 88 90 481 [2000] 557 [400] 78 96 615 55 719 27 [400] 45 [400] 811 96 971 91111 70 313 16 25 28 415 38 546 [400] 604 6 70 [400] 844 960 64 91 [400] 92002 41 91 [3000] 252 82 358 434 [400] 79 82 91 520 [400] 36 43 52 684 743 [400] 853 [1000] 67 [1000] 966 74 93173 84 204 [400] 31 63 [400] 356 [1000] 60 64 [1OOOI 412 537 42 [1000] 47 639 86 769 814 21 93 904 22 56 94002 400] 69 [400] 140 85 213 [400] 93 96 319 [1000] 88 [400] 416 521 400] 62 88 791 855 95247 79 391 95 96 [3000] 422 81 96 544 [1000] 50 94 686 [1000] 88 762 856 935 81 [3000] 91 95 98 [2000] 96046 99 126 245 91 307 26 85 457 60 61 75 91 637 [400] 65 750 59 [2000] 858 [400] 77 [2000] 913 78 97001 26 106 93 [1000] 95 [1000] 276 [ 4 00 1 386 481 87 [400] 573 [1000] 618 19 25 27 709 [400] 11 [1000] 12 [400] 819 82 911 22 [400] 98061 [400] 79 124 [400] 26 219 351 493 511 646 66 80 700 28 [1000] 55 834 [400] 38 45 999 99032 102 30 [400] 74 >2000] 232 [400] 45 84 301 >400] 83 [1000] 492 548 52 59 68 71 [400] 644 721 [400] 2-# 92 865 75 976 [1000] Reizende Neuheiten - trafen zu bekannt billigen Preisen in reicher Auswahl ein. 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