Evftes Blatt. Dienstag 18. August 1903 zetgentetl: HanL Beck. I Körper in Normal-Projektion mit geometrisch gezeichnetem WMund- und Aufriß verwendet wird. Die eigentlichen Meß- 153. Jahrgang wärts" behauptet, bei Hofe „Aufruhrphantasien" verbreitet werden, so ist doch im Ernst nicht daran zu denken, daß solche Phantasien Boden finden. ders entzückt wird auch jeder Kunstfreund von der herr> lichen Wiedergabe der Innendekoration, der Bildschnitze- reien und MÄereien aus den meisten der vorgenannten Bauwerke sein. Durch das Meydenbauersche Verfahren wird nicht nur der kunstgeschichtliche Anschauungsunterricht, sondern vor allem auch die Denkmalspflege, die Sammlung berühmter, vor dem Verfall nicht zu bewahrender Baudenknräler, in ungeahnter Weise gefördert. Möge daher kein Kunstfreund versäumen, die gestern eröffnete und auf vier Wochen berechnete Ausstellung zu besuchen. Die Besichtigung ist unentgeltlich und täglich in den üblichen Stunden gestattet. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Aernsprechanschluß Nr. 5L ist auf diese Weise möglich, daA Bauwerk in Grundrissen, Ansichten und Schnitten mit einer Genauigkeit aufzutragen, die im Maßstab 1 :100 nur Fehler von höchstens 5 Ctm. enthält. Ter Erfinder dieses Meßverfahrens ist, wie in einem instruktiven, auch im Gewerbeblatt für Hessen abgedruckten Aufsatz dargelegt wird, der Geheime Baurat Meyden- b au er in Berlin, der schon 1867 als Premierleutnant beim preußischen Jngenieurkorps mit staatlicher Unterstützung die ersten praktischen Versuche nach seinem System unternahm und zwar mit Hilfe des Pantoscops. Seitdem haben in den auswärtigen Staaten besonders die Terrainaufnahmen nach diesem Verfahren große Fortschritte gemacht. In Preußen hat das Meydenbauersche System mit besonderem Erfolg fiir Archillekturaufnahmen Anwendrmg gefunden, nachdem 1885 der preußische Kultusminister auf diese Leistungen aufmerksam wurde und zur Bildung einer besonderen Meßbilanstalt schritt. Aus dieser Meßbildanstalt wurden uns nun in der Ausstellung einige 70 Architektur-Aufnahmen vor Augen geführt, die in der Tat das Vollendetste bilden, was die moderne Reproduktionstechnik von Bauwerken überhaupt auszuweisen hat. Statt der sonst stets mehr oder weniger stark verschobenen Perspektive der photographischen Bilder tritt uns hier jedes Bauwerk in vollster, klarster Plastik und in natürlichster Wirkung entgegen. Man sieht die Dinge hier auf den: Papier (die Bilder sind direkt nach den 40/40 Ctm. großen Orig inalaufnahm en in einer hierfür eigens hergerichteten Präzisions-Vergrößerutlgskamera auf Bronze- silber-Emulsionspapler hergestellt) genau so, wie sie sich, auch in Wirklichkeit den: Auge präsentieren, und zwar mit einer bisher unerreichten Schärfe und Genauigkeit. Der Kölner Donr z. B, die Willibordikirche zu Wesel, die Dome in Xanten, Münster, Minden und Limburg, die Liebfrauen- kirchcn zu Trier, Oberwesel und Andernach, zahlreiche althistorische Burgen und Burgruinen, auch das Eschenheimer Tor und dder Römerberg in Frankfurt, sind hier in bewunderungswürdigen Kunstblättern vertreten, und beson- Heidelberg, 16. Aug. Eines der „historischen Häuser" Heidelbergs ist dem Untergang geweiht. Das Voß- Haus in der Wöck, im Hofe des Gemeindeschulhauses, wird a b g e r i sj e n. Es war der berühmte „Türm", in der Bilüte*- zeit der Heidelberger Romantik das Hauptquartier der Opposition, der Aufklärung; hier hat der knorrige Niedersachse Johann Heinr. Voß in geblümtem Schlafrock zur Seite seiner Ernestine und seines Sohnes, des Professors, die Besuche der Gesinnungsgenossen und der bewundernden reisenden Studenten empfangen. — Das Entsatzscyfisf der Norde nskjöldschen Südpolar-Expedition „Frithjof" ist am Montag von Stockholm abgegangen. Von den 23 Mitgliedern, die sich an Bord befinden, sind sechs Gelehrte bezw. Offiziere. Der Leiter der Expedition ist dllrpitän der schwedischen Kriegsmarine, Gylden. Das Schiff geht zunächst nach Bremerhaven, um.dort von der internationalen Schiffsbedarf-Gesellschaft, Karl Bödiker u. C., derselben Firma, die seinerzeit die „Gauß" ausgerüstet hat, Proviantausrüstung an Bord zu nehmen. Von Bremerhaven geht die Reise weiter nach Plymouth, Madeira, Buenos Aires, Ushuaia Feuerland, dann südwärts nach der Winterstation Antarktics. Die Rückkehr erfolgt im glücklichsten Falle im April 1904. Professor Srb, ^udwiqur. iaiaen mgÄd.M Mr. INS Erscheint tLgttch außer Sonntags. Dern GießenerAnzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siegener Zamiilen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Verlag der Brühl/ichen Untvers.-Buch»u.Stein- druckerei (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Druckerei: Schnlstraße 7. beschäftigen wird, sobald die Grundlage für eine Verständigung zwischen der Regierung und der Mehrheit des Abgeordnetenhauses so gefunden sein wird, daß keinem von beiden Teilen ein vollständiger Verzicht auf seinen ursprünglichen Standpunkt zugemutet, vielmehr eine mitttlere Linie eingeschlagen wird, bei der es weder Besiegte noch Sieger in dem Kampfe um den .'Kanal mehr giebt. Man wird aber nach den schlechten Erfahrungen, die die Staats- regierung mit der Einbringung der Kanalvorlage ohne vorgängige Fühlung mit den leitenden Elementen im Abgeordnetenhause gern acht hat, mit Sicherheit darauf rechf- nen können, daß die neu zu erwartende Vorlage nicht wieder an den Landtag gelangt, bevor man sich, nicht mit den für die Entscheidung maßgebenden Elementen des Hauses verstäirdigt hat. — Hierzu bemerkt die Natinol- liberale Korrespondenz: „Versteht die freikonservative Partei unter jd'en „maßgebenden Elementen des Hauses" nur die bisher kanalfeindliche Mehrheit? Einen solchen Gedanken können wir gar nicht aufkommen lassen. Immerhin ist es bemerkenswert, daß die freikonservative Partei mit Bestimmtheit auf die Wiedereinbringung der Kanalvorlage rechnet. Auch wir hegen die gleiche Zuversicht. Und wenn sich jetzt durch die schwere Wasserkatastrophe dieses Jahres in Schlesien und Posen die Fürsorge für den Osten unter dem Eindruck der letzten Ueberschwemmungen in denVorder- grund drängt, so darf darüber doch schließlich der Westen nicht vernachlässigt werden: die, Regierung muß das eine tun, daraf aber das andere nicht lassen!" bilder sind in äußerster Schärfe hergestellte, unveränderliche photographische Bilder, die sich von gewöhnlichen Motoaraphien dadurch unterscheiden, daß sie die zur Ab- lchtuna der genauen geometrisch^ Maße des aufgenom- liicnen Gegenstandes nötigen Anhaltspunkte auf dem Ori- llilallleaatio selbst enthalten. Die Zahl der photographi- >n Aufnahmen ist nach dem Charakter, des Bauwerks er schied en; ,ie betrug z. B. bei der Apostelkirche in Köln U, beim Dom oaselbst dagegen 165. Neben den photographi- ch«en AufnahMN geht dann, soweit als möglich, eine Grund- iLsslMg und eine Durchmessung des Bauwerks einher. Es enJpervn per ^oisvieriel (. W 03918 ’ ' J*1 Die Kanalvorlage ist, freilich nur durch mancherlei Erörterungen in der Presse, wieder auf die Tagesordnung der politischen Untersuchungen getreten. Aus den Erörterungen, die die Freikonservativen anstelle:!, ergibt sich, daß auch sie bestimmt mit der Wiederkehr der Kanalvorlage in der neuen Legislaturperiode des preußischen Landtages rechnet. Als praktisches Ergebnis der langen Betrachtungen wird nur der Wunsch ausge- prochen, daß beim nächsten Male eine Verstcmdlgung der Regierung mit den „maßgebenden" Parteien den parlamentarischen Verhandlungen vorhergehen möge. Es heißt da: Es darf erwartet werden, daß die wasserwirtschaftliche Vorlage den Landtag in der neuen Legislaturperiode wieder Die amtliche Jnfanteriekampfweise in Frankreich. Wie schon unlängst gemeldet, hat die gemischte 10. Division im Lager von Chalons Uebungen im gefechtsmäßigen Exerzieren und Scharfschießen der verbundenen Waffen abgehalten, denen der Armeeinspekteur Langlois an einzelnen Tagen beiwohnte. General Langlois hat dabei auch seine aus dem französischen Felddienstreglement sich ausbauenden Ansichten über die heute zweckmäßige Kampsweise ausgesprochen. Andererseits hat General Nsgrier, ebenfalls Armeeinspekteur, bei einer Besichtigung in Cler- mond-Ferrand von seinen früheren in der Revue des Deux Mondes entwickelten Ansichten entschieden ein Einschwenken in die Bahnen Langlois' vollzogen. Er will die Infanterie in Schützenschwärmen von Zugstärke, die nach den Verhältnissen, entweder durcy Zwischenräume getrennt oder auch näher zusammengehalten sind, fechten, den Schützen- schwärmen auf 50 Meter (?) nach der Flanke abmarschierte Züge folgen lassen; den Leuten soll weitester Spielraum in der Ausnutzung des Geländes bleiben, nur die Richtung der Bewegung im Angriff angegeben werden. Er wählt die Bezeichnung Schützenschwarm, um zum Ausdruck zu bringen, daß von einer starren, die Richtung wahrenden Schützenlinie, nicht mehr die Rede sein kann. Nögrier will das Feuer erst 600 Meter vom Feinde begonnen und mit kurzen, heftigen Feuerstürmen (rasales) geführt sehen. Langlois war bestrebt, bei den Uebungen der 10. Division (wie in seinem Buche „Lehren aus den beiden letzten Kriegen") praktisch nachzuweisen, daß die taktischen Grundsätze des französischen Felddienstreglements für den Kampf auch heute noch gelten, daß es höchstens notwendig ist, das Verfahren bei ihrer Anwendung einigermaßen zu ändern, und daß von einer „Unverwundbarkeit der Front" auch heute, bei innigem Zusammenwirken der Waffen, nicht die Rede sein kann. Von einem entscheidenden Angriff geschlossener Jn- fanteriemassen gegen einen Punkt der feindlichen Front will er unter den heutigen Verhältnissen nichts wissen, wohl aber von einem Einbruch zweckmäßig gegliederter, starker Kräfte gehalt von 40 Kubikmeter 6—8—10 Personen als Wohn- und Schlafraum. Kleine, enge Fenster lassen nur so viel Licht durch, daß in der Stube ein Halbdunkel auch in der Mittagsstunde herrscht. Luftzutritt erfolgt durch die natürlichen Oeffnungen. Auch Rauchkathen, Wohnhäuser, in welchen der Rauch von der offenen Feuerstelle nicht durch einen Schornstein, sondern ourch zufällige' Ritzen und Spalten abzieht, finden sich noch vereinzelt, z. B. in Liepentier, Kreis Neustettin, und in Jershöft, Kreis Schlawe. — Ta wundern sich denn die Herren in Pommern über die zunehmende Landflucht. Auf einigen Domänen des Kreises rti—ß. ~ finden sich aller- ,^1 Jeq 8' ginntet s 'Simm«.. ® i8 ver. Arbeiterwohnmlgeu in Pommern. Die dem Kultusminister erstatteten Berichte der Kreisärzte heben hervor, daß für die Wohnungsverhältnisse der Arbeiterbevölkerung überall viel getan wird. Mögen es landwirtschaftliche Arbeiter oder Industrie- bezw. Fabrikarbeiter sein, Arbeiter in Staats- oder Kommunaldienst — für alle sorgen die fast überall bestehenden Bauvereine oder sonstige gemeinnützige Baugenossenschaften, nicht minder auch der Staat und die Kommunalverwaltungen selbst. Von den großen Arbeiterkasernen kommt man jetzt mehr und mehr ab ;es herrscht das Bestreben, den Arbeitern kleine, gesunde und in jeder Weise ausreichende Einoder Zweifamilienhäuser zu bauen, die teilweise sogar mit einem gewissen Komfort, mit großen Höfen und Vorgärten ausgestattet werden. Leider herrschen fteilich noch in einigen Gegenden in Bezug auf Arbeiterquartiere und Arbeiterwohnungen recht unerfteuliche Zustände. In Pommern (Regierungsbezirk Köslin)'scheint es besonders arg zu sein, da lautet der amtliche Bericht: Vereinzelt sind die Zustände der ländlichen Arbeiterhäuser traurige, man findet verfallene Kathen aus Lehmfachwerk. 'Tie Balken liegen oft schräg, an einigen Häusern werden die Wände von außen gegen den Einfall durch Stützen gehalten. Die Dächer sind undicht, bei mehreren Häusern fehlen sie zum Teil in der Ausdehnung von 1—3 Quadratmeter. Schweine- und Backtröge haben die Bewohner innen ausgestellt, um sich nur einigen Schutz gegen Schlagregen zu verschaffen. Tie Angabe, daß in einer Nacht 37 Eimer Regenwasser aus einer Stube herausgetragen seien, klingt unwahrscheinlich; nach Kenntnis der Sachlage läßt sich die Möglichkeit aber kaum bestreiten. Die Mume sind etwa 2,5 Meter hoch und dienen in einigen Familien mit einem Raum- =tn w wn gejucht. ? • t^crbcten. - Küche aup? von zwei Tas -i *61^ : Preises u- ZEd. Bl, ui Eine Meßbild-Ausstellung, was heißt das? — so wird * sich mancher fragen und mit Recht; der Ausdruck ist nicht , gerade glücklich für den Laien gewählt. Man denkt dabei ? vielleicht an die kirchliche Meßhandlung am Hochchtar und' / quält sich vergeblich, den priesterlichen Akt mit einer Ausstellung im Gewerbemuseum in Beziehungen zu bringen. Tatsächlich hat die Kirche mit dieser Ausstellung garrnchts ;u tun, man will im protestantischen Norddeutschland, wo man ja von kiraMch,en Messen wenig hört, die Bezeichnung umi „messen" uno „Maß" abgeleitet wissen und hätte des- I halb klarer und richtiger sagen sollen: Geometrischphotographische Bilder-Ausstellung. Denn die Geometrie ist es, die hier die Hauptrolle spielt und' uns in den ausgestellten Bildern ein neues, großes Feld für die Darstellung von Bauwerken usw. eröffnet, besonders aber dem gesamten Bau- und Jngenieurlvesen als ein bedeutsames, hochwilllömmenes Hilfsmittel erscheint. Da« Prinzch dieser Meßbildaufnahmen, die von der ssönial preußischen Meßbildanstalt in Berlin veranlaßt Ivurden, besteht darin, daß die Perspektive als Teil der Vrojektionslehre zur Darstellung geometrisch gegebener sehr '1S" 000 ■■ Groß-Strelitz sieht es auch toll aus, „hier finden sich allerdings noch Arbeiterwohnungen mit tropsenoen Wänden und offenen Dächern". BezugspretS, monatllch7bPs„ viertel» jährlich Mk, 2.20; durch rlohole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für d:e TageSnurnmer bis vormtttags 10 Uhr. Zetlenpre1Srlorall2Pf. auSwürlS 20 Pfg. tüt den poltt und allgrrn. TeU: P. öBtttfo- für »Stadl und 8anb* und -Gerichtsfaal*: August Götz; füt den An- „d 0.111^ »er ein emiaches, ge^ bcheu, nicht unter ur pflege und Unter* r 72]äl)rigen Tame. 3 /chon eine tijntidje iec und (mahrmv^ Landarbeiten ^eu. mu Lohnanjpmchen 73 an die 6g»ebitior s erbeten. er sofort ein orbentL liAtt kleine Ijvli Hausarbeit. eltersweg 81, patt. I. M, m kann, joiori gejucht, .'(arburgeritroße 28. VEsthe Tagesschau. Der neue Oberpräfident von Schlesien. Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, Graf $un, ist zum Oberpräsidenten n Schlesien ernannt worden. Graf Zedlitz steht im 66. -^benchahr. Aus Berlin wird uns über ihn geschrieben: e „Nordd. Allg. Ztg." teilt mit, daß der derzeitige Ober- chident Der Provinz Hessen-Nassau, Dr. Graf v. Z e d - ' ^Drützschler, für diesen Posten ausersehen ist. Es also wieder einmal, wie so oft, bei den zahlreichen ^.inungen von Nachfolgern des Fürsten H a tz f e l d t gründ- v o r b e i g e r a t e n worden. Die letzte Mutmaßung ging m, Landwirtschaftsminister v. Podbielski, der an- ..mend als in allen Sätteln gerecht gilt, werde sein -L'^anisationstalent auch in Schlesien zu erproben haben. ;af Zedlitz-Trützschler war am Sonntag mit dem Reichs- -uäler zur kaiserlichen Mittagstafel gelten. Es ist längst -kannt in unseren politischen Kreisen, daß Graf Zedlitz b'im Kaiser „einen Stein im Brett" hat. Die politische L^'fibahn des über den Volksschulgesetzentwurs von 1892 öp.^all gelangten prerchischen Kultusministers dürfte mit b 1 schlesischen Oberpräsidium, das mit Rücksicht auf die gewärtigenden Wasserregulierungsvorlagen große und oierige Ausgaben stellt, kaum abgeschlossen sein. Gras blitz war insofern ein eigenartiger Kultusminister, als er, wie bei den Schulgefetzdebatten zur Sprache gebracht wurde, cv - höhere Unterrichtsanstalt nicht absolviert hatte. Der i Here Leutnant und Regimentsadjutant gab aber an g ündlichen positiven Kenntnissen keinem Akademiker etwas nach^ und dies wurde auch durch Verleihung des Ehrendoktortitels anerkannt. In den Jahren 1879—1881 war Graf Zedlitz Vorsitzender des Provinzialausschusses von Schlesien; der neue Oberpräfident, ein Schlesier von Geburt, bringt also manche Erfahrung in sein' Amt mit. Graf Zedlitz steht politisch auf dem kvirservativen Standpunkt, aber er ist dafür bekannt, und er hat es während seiner ministeriellen Amtszeit, selbst in den heißen Tagen des Kampfes um die Schule, bewiesen, daß er jede politische ckeberzeugung vorurteilsftei würdigt. „Ein ritterlicher Gegiier", das war das Urteil, das ihm bei seinem Rücktritt die Opposition nicht vorenthielt. Tie Provinz Schlesien tann sich nach den schlimmen Zellen, die sie durchgemacht hat, zu dieser Wahl beglückwünschen. J Die „Kaiseriusel". Ueber ein angebliches Projekt „in Hofkreisen", auf der idyllisch gelegenen Insel Pichelswerder bei Berlin ein Familienschloß des Kaisers zu errichten, mit strengem Abschluß der Insel von der Außenwelt, hat der „Vorwärts" detaillielle Mitteilungen gemacht. Die „Voss. Ztg." meint, ein halbamtlicher Widerspruch dürfe kaum ausbleiben. Dem „Berl. Tageblatt" erscheint die Nachricht „so unglaublich, daß man annehmen muß, der „Vorwärts" sei yuf einen sehr schlechten Scherz hineingefallen". Die „Nordd. Allg. Ztg." enthält zwar in ihrer neuesten Ausgabe noch kein Dementi. Man erfährt aber von informierter Seite, der Gewährsmann des „Vorwärts" habe etwas läuten hören, ohne zu wissen, wo die Glocken hängen. Als zutreffend mag gelten, daß in der Umgebung Berlins, die den Kaffer bekanntlich besonders anzieht, ein Schloßbau ins Auge gefaßt ist. Das Drum und Dran, wie Errichtung eines besonderen Neichstagswahlkreises für den Schloßbezirk, Absperrungsmaßregeln, außerordentliche militärische Sicherungen usw., ist sensationeller Aufputz. Wenn, wie der „Vor-1 Aie WchbUd-Ausstellung im Aarmstädter Aunstgewerve-Wuseum- R. B. Darmstadt, 17. Aug. GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger Amk- und Anzeigebla« fiir den Kreis Sietzen , Ulk cmpick!^^ Uö ui w* k ■ e als |,p! M üufcls L Lai • _ Lleichstraße^ UW bcr-ars 'entL Mädchen u- ^oetbejiraBe 2 LMÄtzil hn gejucht. kiuncrjn'. 33, II ^ecknageu jcma.'.d Xcucn Baue 6. aller Waffen, nachdem der sogenannte „BorbereitungS- kampf", der physische und moralische Kräfte des Gegners verbrauchen füll, beendet Ist. Tas wurde bei einem Angriff der ganzen gemischten 10. Division gegen einen markierten Feind am 5. August klar dargestellt. Nachdem bie Vorhut, 1 Infanterieregiment, 1 Tragonerregiment, 2 Batterien, 1 Geniekompagnie, sich wichtiger Stutzpunkte im Gelände brnmchtigt batte, entwickelte sich unter ihrem Schutze die ganze 19. Jnfanteriebrigade und trateu auch! die 3 Bataillone des Gros in Tätigkeit'. Tie ganze 20. Jnfanteriebrigade wurde, unter Ausnutzung aller Deckungen des Geländes, auch für den Anmarsch gedeckt, rechts rückwärts des rechten Flügels für den entscheidenden Stoß bereit gestellt. Lang- lois denkt sich ihren Angriff als eine Reihe von einander folgenden Kraftwellen von Bataillonen, die in mehrere Staffeln gegliedert sind. Jede Staffel soll der vorhergehenden auf 200 bis 400 Meter solgen und Schützen entwickeln, sobald dies notig erscheint. Hinter den Schützenlinien, lverden kleine, naa) der Flanke abmarschierte Abteilungen gedacht, und gegen die Ginbruchsstelle Vcrmnig- ung des Feuers zahlreimer Batterien, die ihre Feuergeschwindigkeit nach dein Bedarf des Gefechtes richten. Alles, was nicyt Schützenlinie oder Unterstützung ist, bildet ein Krastreservoir in der Hand des Führers, aus dem er nach Bedarf schöpfen kann, zumal um auch einen Gegenstoß des Feindes abzuwehrcn und den Flanken durch Staffelung die nötige Sicherung zu geben. Die direkt hinter^ den Schützenluiie inarschicrende Staffel erhält durch deren Feuer Schutz. Tas Höchstmaß des Abstandes der Staffeln (Wellen) von einander rechnet Langlois nach der Dauer eines intensiven Schnellfeuers auf 400—500 Meter. Vordere Staffeln und Schützenlinien müssen das Gefühl haben, daß Unterstützung folgt. Schwarmlinien ohne solche Unterstützung können nach Langlois keinen Angriff durchführen. Tie Ruhestörungen in Rußland. Die Arbeiterunruhen in Kiew und in Baku sind, wie die „Neue Freie Presse" meldet, nun in Plünderungen und Brandstiftungen ausgeartet. In Kiew wurde am 7. ds. gegen 4 Uhr nachmittags von unbekannten Tätern die ganze Nikols- kaja-Vorstadt, welche sich am Ufer des Dniepr in der Nähe der Kettenbrücke befindet, in Brand gesteckt. Mehr als 100 Häuser wurden eine Beute der Flammen, weil die Feuerwehr- mannschaften bei ihrer Löscharbeit von den Streikenden durch Steinwürfe gehindert wurden. Und hier fand nun ein zweiter Zusammenstoß zwischen Militär und streikenden Arbeitern statt, dem aber glücklicherweise nur em Toter und zwei Verwundete zum Opfer fielen. Aber noch schrecklicher gestalteten sich die Ereignisse m Baku und Umgebung. Der nach Baku reisende Gehülfe des Ministers des Innern, General v. Wahl, blieb in Rostow am Don zurück, weil die Plünderungen uni) Brandstiftungen in Baku und Umgebung nicht aufhören und die Behörden die Verantwortung für seine Sicherheit nicht übernehmen wollten. Auf der Eisenbahnstation Sabuntschi in der Bezirkshauptmannschaft Bolachny ist ein Tagesbefehl des Polizeichefs angeschlagen, womit der Bevölkerung „angesichts der von Uebeltätern verübten verschiedenen Gewalt- täligkecken" verboten wird, nach 9 Uhr Abends die Straßen zu betreten. Staatsbeamte können nur unter Vorweisung einer Legitimation die Straßen passieren. Da aber die Station Sabuntschi von den Streikenden bedroht wird, so wurden.zwei Abteilungen des kaukasischen Schützen-Bataillons aus Bolachny dahin entsendet. Die Brandstiftungen in Bolachny dauern noch fort. Laut Depeschen des Chefs der Naphtha-Industrie steckten die Streikenden noch am 11. August viele Gebäude in Brand. Aber auch in Tiflis selbst werden Warenlager und Häuser in Brand gesteckt. Wohl ist hier der Tramwayverkehr nach einer Woche unter dem Schutze von Soldaten ausgenommen worden, aber die Brandstiftungen hören nicht auf. In der Station Karajasy wurden die lagernden Petroleumkessel in Brand gesteckt, auch die Schwellen brannten lichterloh, so daß die Züge, wie die Nowoje Oboffenije meldet, nicht verkehren konnten. Welche Vorgänge sich aber in Baku abspielen, kann daraus ersehen werden, daß das Börsenkomitee beschloß, zu der Sitzung zur Berichterstattung über die Vorgänge m Baku die Vertreter der Presse nicht zuzulassen. Mehr als 200 Arbeiter wurden verhaftet, gegen 400 ausgewiesen und fortgeschafft. Den Zöglingen der Lehranstalten in Baku wurde untersagt, sich länger als bis 81/, Uhr abends auf der Straße aufzuhalten. Infolge der Brände bei Sabuntschi wurde der Güter- und Frachtverkehr völlig eingestellt, so daß viele Firmen die Zahlungen einstellten. Auch m Nikolajew brachen Unruhen aus, wovon Einzelheiten noch fehlen. Der Stadthauptmann von Nikolajew, Admiral Enquist, erließ eine Verfügung, in welcher es wörtlich heißt: „Infolge der Straßenunruhen in Nikolajew untersage ich jede Ansammlung in den Straßen; bie Haustore müssen gesperrt sein und dürfen ohne zwingende Notwendigkeit nicht geöffnet werden; alle Handlungen, wo Branntwein und andere Getränke verkauft werden, müssen geschloffen werden. Die Zuwiderhandelnden werden von mir auf Grund der Gesetze über die verschärfte Ueberwachung zur Verantwortung gezogen werden." Tie Unwissenheit im Süden der Vereinigten Staaten geißelt ein hervorragender Pädagoge des Süden, der Geistliche Edgar Gardner Murphy von Montgomery, Alabama. Wie er dartut, giebt es im Süden der Vereinigten Staaten nicht weniger als 3,5 Millionen des Lesens und Schreibens unkundige Menschen im Alter von 10 Jahren und darüber, nämlich mehr als 50 pCt. der farbigen und mehr als 16 der weißen Bevölkerung. Die Unwissenheitsschmach der dortigen Weißen verdeutscht Murphy auch so: Von der weißen Bevölkerung der gesamten Vereinigten Staaten kommen ungefähr 24 Prozent auf den Süden; andererseits entfallen auf den Süden nicht weniger als 64 Prozent der weißen gänzlich Unwissenden der Union. Es giebt in den Vereinigten Staaten 217 Counties, in welchen mehr als 20 pCt. der im stimmfähigen Alter stehenden Weißen nicht lesen und schreiben können; von diesen 217 Counties liegen 212 im Süden. Die weißen Unwissenden des Südens umfassen 1 070000. Deutsches Keich. Wildpark, 17. Aug. Das Kaiserpaar reiste gestern abend 10 Uhr 50 Miu. nach Wilhelmshöhe ab. Wilhelmshöhe, 17. Aug. Der Kaiser und die Kaiserin wurden am Bahnhofe vom Prinzen Joachim und der Prinzessin Viktoria Luise empfangen. Im Gefolge des Kaisers befinden sich Oberhofmarschall Graf EuleNk- burg, Generaladjutant v. Plessen, die Flügeladjutaiiten o. Schimettow und v. Friedeburg, die Chefs des Militär- und Zivilkabinetts, Hofmarschall v. Zedlitz rTützschler, als Vertreter des 2luswär Ligen Amts Gesandter v. Tschierschky und Bögendorff, Oberstallmeister Graf Wedel unb Stabsarzt Dr. Riedner. Im Gefolge der Kaiserin befinden sich Kammerherr von dem Knesebeck, Palastdame Gräfin Keller und Hofdame Gräfin Rantau. — Zur Mittagstafel beim Kaiserpaar war heute der deutsche Botschafter in Konstantinopel, Freiherr v. Marschall geladen. Berlin, 18. Aug. Die vom Minister Budde angeordnete UntersuckMng der Berliner Untergrundbahn durch die Konferenz der Vertreter der Aufsichtsbehörden wurden gestern ciugeleitet. Den Hauptgegeiistand der Verhandlungen bildete die Katastrophe der Pariser Untergrundbahn. Ob an den hiesigen Einrichtungen Aen- t)erringen nötig sind, wird in späteren Konferenzen und bei den Untersuchungen an Ort und Stelle festgestellt werden. Tie Konferenz ergab, daß hier ungleich mehr für die Sicherheit des Publikums nach jeder Richtung hin getan wird. Flensburg, 17. Aug. Die hiesige Stadtvertretung bewilligte aus städtischen Mitteln für die Uebcr- schwemmten in Schlesien und Pofen eine Beihilfe von 1000 Mk. Hamburg, 17. Aug. Fürst Herbert Bismarck empfing heute mittag in Friedrchsruh den Vorstand des deutschen Kriegsveteranenverband-es und nahm den Ehrenvorsitz des Verbandes an. Schwerin, 17. Aug. Prinz Heinrich der Niederlande traf heute nachmittag um halb 6 Uhr hier ein. Er begab sich zum Besuch der Großherzogin Marie nach Raben stein seid. Breslau, 18. Aug. Im Ober Präsidium findet heute eine Beratung über die Maßregeln zur Freilegung des Hocksivasserbettes statt. — Die Groß Herzogin von Baden richtete ein Telegramm an Ibie stellvertretende Vorsitzende des Vater- ländischen Frauenvereins, Fürstin .Hatzfeld, in dem sie ihrer wärmsten Teilnahme an der über Schlesien hereingebrochenen Prüfung, zugleich aber ihrer Freude Ausdruck giebt über die unter Leitung der Fürstin organisierte erfolgreiche Hilfsarbeit; ferner teilt die Großherzogin mit, daß das badische Zentralkomitee vom Roten Kreuz die Sammlungen in die Hand genommen habe und Schlesien aus den eingehenden Gaben unterstützen werde. Halle a. d. Saale, 17. Aug. Das Kaiserpaar sagte für den 9. September einen Besu ch unserer Stadt zu. Geplant ist eine Besichtigung des Kaiserdenkmals, der Moritzburgruine und der Frankeschen Stiftungen. Die Kaiserin wird vorher der Einweihung der Paulusrirche beiwohnen. Keer unö Siotte. Der Abschied des Kriegsministers v. Goß- ler. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Montag vormittag versammelten sich die Offiziere und Beamten des Kriegs- minisreriums, um dort von ihrem bisherigen Ches Abschied zu nehmen. Kriegsminister v. Einem dankte dem General v. Go ßl e r für das dem Personal erwiesene Wohlwollen und überreichte eine Porzellanvase mit Ansichten des Kriegs Ministerialgebäudes. Goßler dankte und verabschiedete sich herzlich von seinen bisherigen Mitarbeitern. Ausland. London, 16. Aug. Lord Salisbury befindet sich etwas besser. Der Krästezusland ist merklich gehoben. Kopenhagen, 17. Aug. Der Generalgouverneur von Kreta, Prinz Georg von Griechenland, ist zum Besuche des hiesigen Hofes hier eingetroffen. Paris, 17. Aug. In Cherbourg erfolgt am 23. ds. der Stapellauf des Panzers „Jules Ferry". Der Marineminister Pell et an wird dem Stapellauf beiwohnen. Man plant für die Ankunft des Marineministers eine große Kundgebung. Die Munizipalbehörden werden dem Minister ein Festbankett geben. Lorient, 17. Aug. Die zum Sardinenfang ausgefahrenen Schiffe sind leer zurückgekehrt. Die Fabriken bleiben infolgedessen geschlossen. Budapest, 17. Aug. Hiesige politische Kreise behaupten, daß in der gestern in der Wiener Hofburg stattgehabten Konferenz des Kaisers mit dem G e n e rätst ab sch es Freiherrn von Beckh, dem Reichskriegsminister und dem Erzherzog Franz Ferdinand die Konzessionen festgestellt wurden, welche die Krone der ungarischen Regierung in der Militärfrage zu machen geneigt ist. Am Donnerstag trifft der. Kaiser in Budapest ein und wird eine Reihe von Parlamentariern empfangen. Sofia, 17. Aug. Die Regierung schloß mit dem Vertreter einer österreichischen Patronen-Fabrik die Lieferung von 15 Millionen Patronen ab. Petersburg, 17. Aug. Das Zarenpaar hat sich heute in das Manövergelände bei Paskov begeben, wo es drei Monate bleibt. Von dort erfolgt die Reise des Zarenpaares nach Petersburg und dann nach Libau, wo die Einweihung einer Kirche stattsindet. Darauf geht der Zar am 1. September nach Spala zur Jagd, zu welcher auch der deutsche Kronprinz geladen ist. Von Spala reist das Zarenpaar direkt nach Darmstadt. Der Zar bleibt dort nur einen Tag und fährt ohne die Zarin nach Italien. — Tas russische Geschwader, welches von Se- bastopol nach der Türkei geht, umfaßt Vier Panzerschiffe, vier Torpedozerstörer und sechs Torpedoboote. An Wiener maßgebender Stelle glaubt man nicht, daß bie russische Drohung, mit seiner Schwarzen Meer-Flotte in das ägäische Meer einzulaufen, verwirklicht werbe, da voraussichtlich der Sultan alle russischen Forderungen erfüllen wirb. Auch wäre bie Flotte kaum so rasch zu einer solchen Expebition bereit. Man glaubt, bie Trotzung sei auch zur Beruhigung ber aufgeregten öffentlichen Meinung in Ruß- lcmd bestimmt. Rom, 17. Aug. Wie es nun heißt, soll Karbinal Satolli zum Staatssekretär ernannt werben. — Der Papst hat dem Großalmosenier Monsignore Constantini 100 000 Lire für die Sir men Roms überreicht. Ain-Sepra, 17. Aug. Die 4. Eskadron des 2. Re- giments Chasseurs d'Asrique erhielt um Mitternacht den Be- fehl, im Eilmarsch nach dem äußersten Süden aufzubrechen, wo ernste Unruhen ausgebrochen sind. Die Eskadron verließ Ain-Sepra um 4 Uhr morgens. Ein noch der Bestätigung bedürfendes Gerücht läuft um, daß die französischen Militärposten im Süden angegriffen worden sind. Au! stand in Mazedonien. Aus Grund id es Berichts des Generalinspektors H-ilmi Pascha teilt bie Pforte mit, daß zum Schutze ber Konsulate Wachen aufgestellt wurden und baß die Konsuln beim Ausgehen eskortiert werben. — Im Jilbizpalais liefen neuerdings Beschwerbebepeschen von Türken und Albanesen aus berschiebeuen Orten des Wilajets Monastir ein, bie teils Schutz gegen die Komitabschi, teils bringenb die Erlaubnis zum Losgehen gegen bie ber Teilnahme an dem Treiben ber Komitees beschulbigte bulgarische Landbevölkerung verlangen, widrigenfalls sie selbst Rache nehmen würden. — Eine Mitteilung der Pforte an die östreichisch-ungarische und die russische Botschaft besagt, daß eine Komiteebande im mohammedanischen Dorfe Zive, Kreis Kastoria, von 9 4 Häusern 89 verbrannte. Eine aus Kastoria eintrefsenbe Truppenabteilung brachte ber Banbe schwere Verluste bei. Die Truppen hatten einen Toten und brei Verwunbete. Ferner werden Einzelheiten über den am 11. August bei Guemeudsche, Wilajet Saloniki, stattgehabten Bandenkampf mitgeteilt. Komiteebanden und einige bulgarische Einwohner sollen die Wachen und Patrouillen beschossen und mit zahlreichen Dynamitbomben beworfen haben. Ein Komitabschi wurde getötet, mehreres gefangen, ber Rest ber Banbe flüchtete. i Von ben 189 Inf unter iebataillonen bes dritten rikorps.^ bereichs Saloniki, der die Wilajets Saloniki, Monastir, Uesküb, Skutari und Janina umfaßt, ist beinahe der dritte Teil im Wilajet Aionastir zusammengezogen. Daß trotzde i die revolutionäre Bewegung nicht erstickt ist, wird auf das Bemühen der türkischen Regierung zurückgeführt, größeres Blutvergießen möglichst zu vermeiden und bie Aufständischen zur Niederlegung ber Waffen, sowie bie flüchtige Landbevölkerung zur Rückkehr in bie Dörfer zu bewegen. In. den Kreisen Dibre und Kastoria soll dies auch gelungen sein. — Rach amtlichen türkischen Angaben ist die Bande, welche Kr uschewo besetzt hielt, nicht mit Gewalt daraus vertrieben worden, sondern freiwillig abgezogen. Sie setzte sich in einem anderen Orte fest, der infolgedesjen ein- geschlossen wurde. Ter andere Ort ist nicht in den Händen des Komitees. Es scheint, daß aus den oben angegebenen Gründen absichtlich tür lisch er seits den Komitadschis der Abzug aus Kruschewo ermöglicht wurde. In den letzten Tagen sind nach Angabe der Pforte keine größeren Zusammeu- jtöpC Von Militär und Banden Vorgekommen. — Ter östreichisch-ungarische Botschafter Baron Caliee machte gestern neuerdings beim Großvezier dringliche Schritte bezüglich energischer Bewachung der O r i e n t b a h n l i n i e n. Die Jnjurgenten haben beschlossen, an die Zerstörung der größeren Bahnobjekte zu gehen. Ter Personenverkehr stockt gänzlich, höchstens zwei bis drei Passagiere befinden sich in den täglich mit Europa verkehrenden Schnellzügen. Rach einer Konstantinopeler Meldung ist seit Sonntag ber. Zugverkehr während ber Rächt auf der ganzen Linie ber serbischen Grenze von -Uesküb lbiS Saloniki eingestellt. Tie Ereignisse ber letzten Tage haben diese Maßregel notwendig gemacht. Zwei Militärzüge, die.den bei Kopuelue aus- gehaltenen Zug begleiten sollten, wurden in Uesküb aufgelöst, da durch bie allenthalben zerstörten Telegraphenleitungen bie Züge unvorhergesehenen Gefahren preisgegeben sind. In Sofia sind Privatmeldungen eingetroffen, wonach in der Nähe von Saloniki ein stark besetzter Personenzug Von den Aufständischen in die Luft gesprengt ivorden ist, — In dem Gefecht bei Perlepe wurden 2 00 Insurgenten getötet und 80 gefangen genommen. In ber Nähe Von Monastir befinden sich 300 Aufständische in einer bulgarischen K i r ch e. Dieselben wurden von den türkischen Truppen eingeschlossen. Der Sultan Verbot bie Beschießung christlicher Kirchen und veranlaßte den Exarcheu^ die flüchtigen Bulgaren zum Verlassen der Kirche aufzusvrbern. — Ein entsetzliches Blutbad veranstalteten bie Insurgenten in Itschvvina, wo sie 800 Mohammedaner, darunter Frauen und Kinder, t öt et en. — Im letzten Ministerrat in Konstantinopel wurde eine energische Aufnahme der Verfolgung der Insurgenten und die Wieberroerfung des Aufstandes mit allen militärischen Mitteln beschlossen. — Die Kaufsum m e ber bei Krupp be ft eilten 192 Schnellfeuergeschütze und Munition beträgt 790 000 türk. Pfund. Die Pforte leistet eine Anzahlung von 44 000 Pfund und wird den Betrag im Laufe ber Woche mit 100 000 Pfund ergänzen. Die Geschütze müssen bis 1. Juli 1904. abgeliefert werden. Die ersten Batterien gelangen nach brei Monaten zur Ablieferung. Aus Stadl mid Land. Gießen, den 18. August 1903. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heutigen Ziehung der 5. Klasse fiel die Prämie von 60 000 Mk. auf Nr. 84743, welche zuletzt mit 300 Mk. gezogen wurde (nach Darmstadt). Ferner fiel ein Gewinn von 40 000 Mk. auf Nr. 94932 (nach Alzey), ein Gewinn von 20 000 Mk. auf 9ir. 86869 (nach Dornburg), ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 6711 (nach Bensheim), ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 37871 (nach Worms), zwei Gewinne von je 3000 Mk. auf Nr. 32745 (nach Mainz), 14112 (nach Neu-Isenburg), drei Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 23927 (nach Bernburg), 43575 (nach Darmstadt), 99791 (nach Mainz), Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 22386 (nach Darmstadt), 27060 (nach Weida), 32822 (nach Darmstadt), 47453 (nach Worms), 50093 (nach Offenbach), 50522 (nach Babenhausen), 75221 (nach Bückeburg), 94045 (nach Darmstadt), 96386 (nach Schmardau), 96891 (nach Alzey). Ohne Gewähr. ** Erwischter Betrüger. Jener Gauner, der im Februar b. I. auch hier in Gießen sein Wesen trieb und durch sein gelvandtes, sicheres Auftreten mehrere hiesige Firmen in genau ber gleichen Weise wie unten näher angegeben um nicht unbeträchtliche Summen beschwindelte, fiel nun endlich in die Hände der strafenden Gerechtigkeit, nachdem er bis dahin vergeblich steckbrieflich verfolgt worden war. Alan schreibt uns dazu aus ber Pfalz: In Heidelberg wurde dieser Tage ein Schwindler verhaftet, der in ganz Süd- und Mitteldeutschland fein Unwesen trieb und gar manchem Geschäftsmann in unangenehmer Erinnerung ist. Der Herr treibt eine ganz eigenartige Spezialität: Er kommt zu Geschäftsleuten, macht ihnen plausibel, daß er eine Zeitungsmappe herstelle, die zu billiger zugkräftiger Reklame Gelegenheit biete. Erhält er Zusage, so läßt er bie Annonce gleich in einer Druckerei so Herstellen, daß er den Auftraggebern einen Probeabzug bringen und — was die Hauptsache dabei ist — den vereinbarten Betrag einkassieren kann. Damit ist dann seine Tätigkeit beendet, in einer anderen Stadt macht er es wieder so oder in ähnlicher Weise. So wird er jetzt überall wegen seiner Taten sehr gesucht. In Kaiserslautern hatte man ihn im letzten Winter verhaftet, er verstand es aber, mit einem Einbrecher namens Schworm von Mainz, der wieder verhaftet und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, auf ganz raffinierte Weise auszubrechen. Der ' Schwindler heißt Marx, auch Friedrich Witte, ist etwa 30 Jahre alt, aus Hannover, er führt jedoch, wie es sein Handwerk verlangt, die verschiedensten Namen: van Delden, Mangert (so nannte er sich auch hier), Wiesbold, Löhr, ! Junkermann, Zimmermann 2c. + Schotten, 17. Aug. In dem Lehrerheim »Vogelsberg" findet am Ludwigstag, 25. August, wieder, : wie alljährlich, eine Lehrerkonferenz statt. Der als Dichter in den Kreisen der Lehrer bekannte Hauptlehrer Storch aus Butzbach wird einen Vortrag halten: „An den Ufern des Rheines und der Mosel". Mainz, 18. August. (Originaltelegr. d. Gieß. Anz.) Die Stadt Mainz bewilligte, wie schon im Jahre 1897, wieder 10 000 Mk. für die Ueberschweminten n Schlesien. 1. .Wehrheim im Taunus, 17. Aug. Die vor etwa zwei Jahren mit einem Kostenaufwand von über 100 000 Mk. erbaube W asserleitung liefert nicht genug Wasser, sodaß getz^nwärtig wieder mit bedeutenden Kosten eine Erweiterung der Quellfassung ausgeführt wird. Der neue Stollen geht mehrere hundert Meter weiter in den Berg bis zur Grenze des Ober-Nosbacher Waldes. Die Quellen liegen am Pfahlgraben in der Nähe des Römerkastells Kapersburg. Vermischtes. * Berlin, 17. August. Gestern nachmittag zwischen 6 und 7 Uhr wurden auf dem Müggelsee infolge starken Sturmes drei Boote mit insgesamt 17 Insassen, sämtlich Mitglieder von Ruderoereinen, zum Kentern gebracht, sodaß die Insassen ins Wasser fielen. Dieselben konnten teilweise nur mit großer Mühe gerettet werden. . * Stettin, 17. Aug. Heute in aller Frühe fand auf dem Papenwasser ein Zusammenstoß der beiden Personendampfer „Sedan" und „Ueckermünde" statt. Der erstere war auf der Fahrt von Swinemünde nach Stettin, der letztere auf der Fahrt von Stettin nach Ueckermünde. Die Kollision war durch ein Mißverständnis verursacht und rief eine große Panik unter den zahlreichen Passagieren der beiden Dampfer hervor. Sie hatte keinen nennenswerten Schaden im Gefolge. Personen sind nicht verunglückt. * Stall upönen, 17. Aug. Die „Ostd. Grenzb." melden: Infolge vorzeitiger Umlage der Weiche entgleiste gestern abend im Bahnhof Groß-Rominten der um 10 Uhr hier fällige Goldaper Personenzug. Menschen sind nicht verunglückt, dagegen ist der Materialschaden bedeutend. Da die Maschine mit den entgleisten Wagen die Strecke sperrte und von Goldap keine Hilfe gebracht werden konnte, mußten die Reisenden bis zum Eintreffen eines Ersatzzuges aus Insterburg, der erst in später Nacht auf der Un- fatlstelle eintraf, in Groß-Rominien liegen bleiben. Gegen halb 3 Uhr nachts konnten die Passagiere ihre Reise fort- ietzen. Der Schuldige ist ein Hilfsweichensteller. * Braunschweig, 17. Aug. Amtlich wird mitgeteilt: Von den 496 Kindern, welche an einem Waldspiele teilnahmen, sind bis jetzt 201 erkrankt, ferner sind 28 Typhuserkrankungen Erwachsener ängemeldet. Gestorben sind bis jetzt zwei Kinder und ein Erwachsener. Da in den letzten acht Tagen sehr wenig neue Fälle angemeldet sind, ist anzunehmen, daß die Epidemie im Erlöschen begriffen ist. Nach der amtlichen Untersuchung wird mit aller Wahrscheinlichkeit der Ursprung der Seuche auf eine in der zweiten Juliwoche vorgekominene Milchinjektion zurückzuführen sein. ♦ Bremen, 17. Aug. Von der Rettungsstation Rü- genwaldermünde wird der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 17. Augst wurden von der unweit des Hafens gestrandeten holländischen Kuff „Fünf Gebroeder'', Kapitän Kajuiter, mit Eisenbahnschwellen von Danzig nach Bandholm bestimmt, sechs Personen durch den Racketenapparat der Station gerettet. 'Chemnitz, 17. Aug. Zu dem Eisenbahnunglück bei Rothenkirchen wird noch gemeldet, daß die Zahl der Toten 5 und die der Schwerverletzten 36 beträgt. 34 Personen wurden leicht verletzt. Das Unglück ereignete sich an einer Kurve nahe der Station Rothenkirchen auf freier Strecke. Die Lokomotive stürzte den Zwei Meter hohen Damm hinab und blieb in einem Haferfeld liegen, -^er Zug bildete einen großen Trümmerhaufen. Die Verunglückten sind Mitglieder eines Gesangvereins, welche einen Ausflug nach dem Kuhberg unternommen hatten. Es waren etwa 70 Personen, welche gegen 9 Uhr die Heimfahrt antraten. Nachdem sie etwa 5 Minuten unterwegs waren, erfolgte das Unglück. Lautes Stöhnen und Hilferufe erschallten. Trotzdem die Rettunasarbeitcn sofort in Angriff genommen wurden, kam man infolge der herrschenden Dunkelheit nur langsam vor- road§.' Helsingfors, 17.Aug. Das oberste Dcch eines Schnelldampfers, welcher mit einem schiff im Schlepptau Kirchenbcsuchcr nach den umliegenden Dörftrn bringen wollte aab unter der Last der angesammclten Menschen nach und die Menge stürzte in den See oder auf unten befindliche Personen. 30 bis 40 Personen sind tot, viele schwer ""^'rederikshavcn, 17. Aug. Zwei deutsche Studenten Zobel nnd Hasstenaeg, welche am 29. Juli von SItenbat in einem kleinen Segelboot nach Skagen absegelten, kamen dort nicht an. Die Eltern dxr Studenten setzten durch das deutsche Konsulat Belohnungen für Nachrichten über den Verbleib ihrer Söhne aus. . Bonbon,17.Slug. Ein furchtbarer Sturm wütet iin Kanal. Dieser geht sehr hoch und alle Postdanipfcr kommen mit Verspätung an. Mehrere erlitten Havarien. • Rom, 17. Auglist. In Spezia fand gestern anläßlich der Marine-Manöver ein Unfall statt. Die Brücke emcr Badeanstalt, auf der sich zahlreiche Personen befanden, die dem Schauspiele beiwohnen wollten, stürzte ein, wobei 5 0 Personen in dasWasser fielen. Glücklicherweise konnten alle gerettet werden, doch war die Panik eine ungeheuere. * Palermo, 17. Aug. Die Schwefelgruben von Caltanisetta stehen in Brand. 30 Arbeiter sind durch die ausströmenden Gase verunglückt. 15 sind tot, die übrigen befinden sich in Lebensgefahr. * Zürich, 17. Aug. Seit gestern nacht sind die Berge bis zu 1900 Meter herauf in Schnee gehültt. Das Observatorium auf dem Säntis meldet Neuschnee von 24 Centimeter Höhe und 3 Grad Kälte. Am Pilatus steht das Quecksilber auf 0. Ein eisigkalter Wind weht auf den Höhen. Die Berge sind in schwere Wolken gehüllt. * Innsbruck, 17. August. Der 38 jährige Georg Greiß aus Würzburg ist von der Passair-Spi tze ab- g e stürzt und war auf der Stelle tot. — Der 17 jährige Bildhauer-Lehrling Hüter aus Hall ist beim Uebergang vom Hubai-Tale nach Sellrain abgestürzt und wurde schwer verletzt.________________________________________ Kunst und Wissenschaft. — Die literarische Hinterlassenschaft Sweben- borg's. Auf Veranlassung der Akademie der Wissenschaften in Stockholm wurde eine Prüfung der ungedruckten Manuskripte des schwedischen Theosophen Swedenborg, die sich un Besitz der Akademie befinden, vorgenommen, wobei sich ergab, datz sie einen hohen Wert haben und zum Teil Dinge enthalten, die erst der helltigen Wissenschaft bekannt sind, namentlich ist dies in dein Studium über die Anatomie des Gehirns der Fall. Mit Rücksicht auf den Wert der Manuskripte hat sich die Akademie zu einer Drucklegung entschlossen, und zwar soll der Anfang nut zwei Bänden über Geologie und Hosmologie gemacht werden. In Amerika hat sich eine Gesellschaft gebildet, die das Studium der wissenschaftlichen Schriften Swedenborgs bezweckt und einen Gelehrten nach Schweden schickte, der die dortigen Archive und Bibliotheken durchforscht. Swedenborg ist int Jahre 1688 in Stockholm geboren und starb 1772. Er war Assessor im Bergwerkskollegium und ist als Theosoph in der ganzen Welt bekannt. Aber erst der Gegenwart blieb es vorbehalten, die Bedeutung seiner wissenschaftlichen Arbeiten festzustellen. Gerichtssaal. P a r i s, 17. Aug. Der Humbert-Prozeß wird allmählich langweiliger; das Ergebnis der Schwurgerichtsverhandlungen über die Affäre ist nach Abschluß der ersten Woche sehr gering und wird es allem Anschein nach auch bleiben. Heute mittag wurde die Zeugenvernehmung wieder ausgenommen. Der ehemalige Syndikus der Rente viagöre, Bacher, sagt aus, daß alle Rentengläubiger dieser Gesellschaft bezahlt werden würden. Therese Humbert erklärt, daß sie selbst sie bezahlt hätte, wenn man sie hättte gewähren lassen. Bacher bestreitet diese Behauptung und fügt hinzu, daß keine ordnungsmäßige Buchführung bestanden habe. — In der fortgesetzten Verhandlung sagt Boussat, Angestellter der Humberts, aus, da,st Romain und Fredäric li/2 Stunden lang Papiere verbrannten. Der Po- lizeikommissar France schildert die angestellten Ermittel-^ ungen, die Flucht Humberts und ihre Verhaftung in Madrid. Therese Humbert erklärt, sie habe sich am 8. Mai 1902 in Bordeaux aufgehalten, um dort jemanden zu sprechen und wegen ihrer Wertpapiere nach Paris zu telegraphieren, denn diese seien niemals aus Paris fortgeschasst worden. (Unruhe.) Dieser jemand sei aber nach Madrid gereist. So sei auch sie, ohne weiter zu überlegen, dorthin gefahren. Sie würde Paris nicht verlassen haben, wenn sie nicht geglaubt hätte, dorthin sofort wieder zurückkehren zu können, denn sie habe nichts ziu» befürchten. Sie sei keine Abenteurerin, wie die Blätter behaupteten. „Wenn", so fährt Therese Humbert fort, „die Crawfords nicht hierherkommen und die Wahrheit sagen, wenn sie die Wertpapiere, die mir gehören, nicht herbringen, will ich alles sagen, sobald der Staatsanwalt gesprochen hat." Frau Humbert bemerkt, daß sie in Madrid geblieben sei, ohne sich zu verstecken. Sie sei nur deshalb nicht nach Paris zurückgekehrt, weil man dort jedermann verhafte. Sie sei in Madrid wiederholt zwei Leuten begegnet, die ihr seit ihrer Abreise Ms' Paris gefolgt seien. Sie sei mehrmals mit einem Herrn Patenotre zusammengetroffen, der sie begrüßt habe. Die Regierung habe stets gewußt, wo sie mit ihrer Familie war. Fräderic Humbert bestätigt chre Aussagen. — Auf Antrag des Verteidigers wird der Unter- suckMngsrichter Lehdet vernommen, der jedoch unter Hin- weis auf das Amtsgeheimnis trotz des Widerspruchs Lo- boris die Aussage verweigert. Es werden sodann G^richts- schreiber Taffanel und die Untersuchungsrichter Ponceet und Lemarcier verhört, die zugeven, daß bezüglich der Aussage des Anwalts Dubuit eine Unregelmäßigkeit des Verfahrens begangen wurde, aber diese Aussage sei vor der Verhaftung der Humberts gemacht. Der nächste Zeuge ist der Polizeipräfekt Lepine, dem Frau Therese eine Reihe Fragen stellt. Erinnern Sie sich, daß ich Sie besuchte, um Schutz gegen eine Frau Gujard zu erbitten, die mich bedrohte, und daß ich Ihnen damals Wertpapiere im Betrage von dreiviertel Millionen zeigte? Lepine antwortet: Wenn das wahr wäre, würde ich mich erinnern, aber es ist )ia)cc nicht wahr! Frau Therese fragt weiter: Sind Sie nicyt in unsere Wohnung gekommen, 'Ml Erkundigungen einzuholen über meine Absicht, eine große, anständige Zeitung zu gründen? (Heiterkeit.) Le- pine: Das ist wahr. Ja) bin ein einzigesmal zu Humberts gegangen, um ihnen einen in Unglück geratenen Bekannten als Redakteur zu empfehlen. Frau Therese:..Haben Sie nicht nach meinen Prozessen und der Rente viagere gefragt? Haben Sie sicy nicyt auch über die Politiker bei mir erkundigt? Lepine: lieber wen zum Beispiel? Therese: Hefter Waldeck-Rousseau. Lepine bestreitet alle diese Fragen mit großem Nachdruck. — Die letzten Entlastungszeugen geben noch; Auskunft über das Vorleben der Angeklagten, besonders Fredorics, und die Zeugenliste ist erschöpft. Der Präsident weist die Geschworenen darauf hin, daß sie über das Vorliegen von einer Urkundenfälschung zu entscheiden haben und daß die Strafe, die darauf steht, 5 bis 20 Jahre Zwangsarbeit oder mindestens 2 Jahre Gefängnis ftei mildernden Umständen beträgt. Frau Therese hält eine neue Ansprache, woraus hervorgeht, daß sie vielleicht schon morgen ihr „großes Geheimnis" enthüllen will. Darauf wird die Verhandlung für die Rede des Staate anwalts auf morgen vertagt. Iiäder. Wiesbaden, 17. August. Die Zahl der bis zum 16. August hier angemeldeten Fremden beträgt 82 325; 31 441 zu längerem Aufenthalte angemeldete Fremde und 50 884 Passanten. Der Zugang in der letzten Woche beträgt 4091 Personen; 1222 zu längeren: Aufenthalte angemeldete Fremde und 2869 Passanten. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 17. August 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 33/8 Prozent. Anfangs- u. Schlußkurfe. Lest. Kredit.... 206.80 207.00 Deutsche Bank . . . 211.80 212.12 Darmstädter Bank . . 136.30 136.30 Bochumer Guß . . . 182.25 182.30 Harpener Bergbau . . 179.25 179.40 Schluß-Tendenz: behauptet. Märkte. Gießen, 18.Aug. Marktbericht. Auf heutigemWocftenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 3,00—1,20 Mk., Hühnereier 1 St. 0—0 Pfg., 2 Stck. 14—15 Pfg., Gänseeier 12—13 Pfg., Enteneier8—0 Pfg., Käse vr.Stck. 5—8 Pf., Käsematte2 Stck. 5—6Pfg., Erbsen pr.Liter 2bPfg., Linseitpr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar O,7O—0,90Mk., Hühner pr. St. 1,20—1,70 Mk„ Hähne pr. Stück 0,70—1,10 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,00 Ack., Gätlse pr. Psd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Psitud 68—78 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 8,00—00,00 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 6,50—7,00 Mk., Milch per ^iter 18 Pfg. Kirschen per Pfd. 3q—40 Pfg., Aepfel per Pfd 0—00 Pfg., m Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Arbeiterbewegung. Rio de Janeiro, 17. Augusl. Zwanzigtansend Fabrikarbeiter siitd in den A usstand getreten. Sie oer= langen den achtstündigen Arbeitstag und Lohnaufbesserung. Kandwirtschast. Schlitz, 16. August. In den Gemeinden Sandlofs, Queck und Langenjchivarz hat ein Händler aus Köln über 200 Zentner Heidelbeeren von Beerensammlern eingekauft. Es wurde für das Liter 8 Pfg. bezahlt. Neueste Melbungen. Originaldrahtmeldunger: des Gießener Anzeigers. Mainz, 18. Aug. Wie bestimmt verlautet, wird der Kaiser am 24. August zur Truppenschau nach Mainz kommen. Berlin, 18. Aug. Nach einer Budapester Depesche des „Bert. Tgbl." erregt die gestern abend bekannt gewordene Liste derjenigen Parlamentarier, die der Monarch um ihre Meinung befragen wird, größtes Aussehen, weil in derselben nicht nur sämtliche Gruppen der liberalen Partei, sondern auch der Präsident oer tlerikalen Volkspartei Graf Zichy enthalten ist. Die Liste weist folgende Namen auf: Graf Csaky, Graf Apponyi, Graf Julius Szapari, Wekerle, Baron Banffy, ferner ivste Abgeordneten Stefan Tisza, .Hieronymi, Gras Julius Andrassy, Hodossy, Graf Karolyi. Int liberalen Klub herrscht vollständige Unsicherheit. Die aus der Provinz zurückgekehrten Abgeordneten berichten, daß die Stimmung überall oppositionell sei und ohne Konzessionen sämtliche Wahlbezirke sich gegen die Regierung wenden werden. Man hält es für unwahrscheinlich, daß das persönliche Eingreifen des Kaisers, der morgen hier eintrifft und bis Ende ves Monats hier verbleibt, die vorhandenen Schwierigkeiten beseitigen werde. Die im Vordergründe stehenden Parlamentarier, darunter auch Wekerle und Graf Csaky, werden kaum einen etwaigen Auftvag znr Kabinettsbildung ohne nationale Zugeständnisse übernehmen wollen. Dresden, 18. Aug. Die Führerinnen der internationalen Frauenbewegung halten hier gegenwärtig geheime Beratungen ab. (Was soll's da wohl geben?) Straßburg, 18. Aug. Anläßlich des Gedenktages von Mars la Tour ist es jenseits der Grenze zu einer deutsch-feindlichen Demonstration gekommen. Der Abgeordnete des Departements Meurthe et Moselle hielt am Denkmalsplatze eine Ansprache, die sich gegen Deutschland richtete. London, 18. August. Die Nachrichten über das Befinden Salisburys stellen fest, daß sein Zustand unverändert ist. Salisbury leidet an einer Nieren-Erkrankung, zu welcher Wassersucht hinzugetreten ist. Cham'ounix, 18, Aug. Sieben Tou risten, welche den Mont Blanc besteigen wollten, find verschwunden. Man hat die Hoffnung aufgegeben, sie lebend wiederzufinden. Wien, 18. Aug. König Eduard trifft am 31. ds. in Wien ein. Der Kaiser und der Erzherzog werden den König auf dem Franz-Josephs-Bahnhofe begrüßen. Abends findet ein Prunkmal, am 1. September eine Festvorstellung in der Hofoper, am 2. September ein Jagdausflug in die Wiener Umgebung und abends eine Festvorstellung im Burgtheater statt. Am 3. September erfolgt die Abreise nach London. Sofia, 18. August. Da wegen der Ereignisse in Macedonien die Stimmung im Heere wie in der Zivil-Bevölkerung immer kriegerischer wird, hat der Ministerrat den F'ürsten Ferdinand dringend ersucht, sofort zurückzukchren, da seine Anwesenheit angesichts der Lage unbedingt notwendig sei. Sofia, 18. Ang. Tie Regierung hat für heute 12 Reservcklassen der beiden Divisionen Philippopel und Sliven, 30 000—40 000 Maun ein berufen, angeblich zu einer dreiwöchigen Uebung. Die Blätter fahren fort, zum Kriege zu Hetzen. Konstantinopel, 17. August. Hiesige maßgebende Kreise sehen in der Entsendung des russischen Schwarzmeer g e s ch w a d e r s in die türkischen Gewässer durchaus nichts Bedrohliches. L. Washington, 18. Aug. Das Staatsdepartement erhielt Nachricht, daß die deutsche Negierung Sachverständige nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Großbritannien, Oesterreich und der Schweiz entsendet, um die Lage und die Verhältnisse von Handel und Gewerbe in diesen Ländern zu ftu Vieren. TeSegÄhowäscä-aer Kursbericht. 3*/g% Reichdauleihe 3Z)/o do. . . 31/,% Konsole . . . 3% do..... 3’/2% Hessen . . . 31/1% Oberhossen . . 4% Oesterr. tioldrente . 4‘/6% Oesterr. Silberrento 4% Ungar. Goldrente . 4% Italien. Kente . . 4V3% Portugiesen . . 3°/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% G riech. Monopol-Aal. 47a% äussere Argentiner . 101.70 । 3 Vu Mexikaner . 90.05 41/2V0 Chinesen . 101.25 . 90.00 . 100.60 . 100,20 Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kredit aktien . . . Disken to-Kommandit, . 102.90 Darmstadter Bank . 100.90 . 100.80 . 103.20 . 49.40 . 31.00 . 35 01 . 130.00 ' 44.00 41.00 Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden .... Gotthardbahn .... Laurabütte..... Bochum ... ... Harpener..... Tendenz: schwach. . 26.70 . 92.25 . 94.40 . 100 00 . 206.10 . 186.80 . 136.00 . 146.90 . 153.30 , 142.30 . 16.50 . 190.00 . 224.25 . 181.50 . 179.20 Südanlage 4 Hnhänge-gflketten &®%S ' ™.U n«Un ».J ÖrlrnHn nnt ffnrbom IZnrtnn ■ dSSI I 4 => .«li HS Hl CI'iV CT h 111t 1t ^nnmerwoh-- mit II. mit Velen und Adrette, auf starkem Karton das Taufend von IIlk. 4-5© am Siebener Anzeiger, BrßhlTche Druckerei in großer 'Auswahl. 6258 ßugisst tCiBbigiger*, EeltttSVkg 19 Jagdverpachtung. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Mabänthr J. Weisei Telephon 235. Sonnenstraße 6. empfiehlt 5995 1. Hankel, Sd,tTaRc trocknend, 6191 ^Hohnung im 2. Swck sofort zu ocrm. Schützenstraße 1. vermieten. [5067 iebrgstraße 37 5789 ! l^edifel^ormulare Schwarzdruck auf Blau- oder V?elhpolt das Caufend von Ulk. ”1B— an. Gießener Anzeiger, BrühlTche Druckerei Zu verkaufen ussboden- Ü1 Q< Guter 6246 1 km entfernt. Wildstand. Rems MMM zleue GUkk» ■■ . kM" Kußbodeuöle, w-^ Lelfarbeu, Lacke, Pinsel, Par- lett- und Linoleum. - Wichse, Stahlspäne empfiehlt Viktoria-Drogerie Adolf Bieler, Marktftraße 5. 1465] Schöne 5-Zimmerwohn- ung mit allem Zubehör per sofort ob. spät, zu verm. Ederstr. 1. 4881] 4 ° Zimmerwohnung, zweiter Stock, wegen Versetzung per 1. Oktober er. zu vermieten. Näh. Fraiikfurterstraße 59, p. ^nsiraCii umi Lackfarben mit Hochglanz rasch und hart Ratechiose Troisdorfer Jagdpatrone Vorzügliche Deckung bei sehr gutem Durchschlag, größte Gleichmäßigkeit des Schusses, für jedes normale Gewehr verwendbar. Verkaufspreis: Mk. 9.— für Kal. 16 pro 100 Stück. Schwarzpulver, prima gasdichte Hülse, Mk 7.— für Kal. 16 pro 100 Stück. Gewehre und Jagdausrüstungen Zahnbürsten sowie Krister- u. Kleiderbürsten unter Garantie der größten Haltbarkeit empfiehlt billigst (5583 H. Tichy, Seltersweg 43, Ecke der Goelhestraße. Seltersweg 20 Nähe der Südaulage ist eine schöne, geräumige herrschaftliche Wohnung, 2. Etage, fünf große Zimmer mit Zubehör, per 1. Oktbr. an ruhige, kleine Familie Preiswert zu vermieten. (5608 JPrz. Holterhoft". Dienstag -en 1. September d. I., nachmittags 2 Uhr, soll die an diesem Tage leihfällig werdende Jagd der Gemeinde Waldgirmes mit zusammen 936 ha, davon 454 ha Wald, auf dem Rathause dahier auf 6 Jahre verpachtet werden. Jagdgrenzc von Bahnstation Wetzlar 3 km, von Dorlar und Bieber je Weilburger Wetterkarten die besten für Misere Gegend. Bei Postbezug 1 Mk. monatlich. (5779 8ilk- ia) Mmmmck, IliHMckl Ang. tiabrSel jr., Gießen. e?K Massen-Fabrikation. Bahnanschlüsse. Werke: Abendftern. f 6051 finnf-Oielndje (Erntestricke) 5466 im Gebrauch wesentlich billiger wie Strohseile empfiehlt billigst U. Rosenthal Telephon 218. Liebigstr. 13. f'haiGÄ solid gebaut, für vaiCliöC, 130.X zu verkaufen. 03927] Gießen, Liebigstr. 17, pt. 03906) Schöner Warenschrauk, 2,30m Hoch, 2,30m lang, mit Glastüren, billig abzugeben. W. Schmidt, Neuenbäiie 5. j^eLrageuc Kleider, Möbel, Metall u. s. w. kauft an Frau Jakob Ott, 03825 Wetzsteingasse 19. 5826] Kleine Wohnung, drei Zimmer u. Küche int Mansardenstock per 1. September zu Der» mieten Rodheimerstraße 56. 5883] Mansarde an ruhige Familie zu verm. Südanlage 10. 6030) Logis, 3 Ziinnrer, Küche und Zubehör, 1. Etage, zu verm. L. F-eidel, Sonnenslraße 3. Parterre = Wohnung, 5 Zimmer mit allem Zilbehör, Gartenanteil, sowie Trockenboden, zu vermieten. 6086 Näh. Gießen, Neuenweg 28. 5709) Landgrafcustraße 3 im 3. Stock schölte Wohnung von fünf Zimm, u. all. Zub. alsb. zu verni. schöne 2-()imui ; - Wohnung an ruhige Jiteil'.-. schöne 6-Zlmmer-Wohnung so- fort gii vermieten. 6248 Schillerstraße 11, Ecke9tordanlage 1473] Per sofort zu vermieten: Ludwigstr. 42 II. Stock, Sieben- Zimmerwohuung mit Mansarde und Garten. _________Reitz, Westanlage 27. Ecke Nordanlage, Weserstr. 3, 2. Stock, elegante 6-Zimmer- wohnung mit Bad, Gas und allem Zubehör auf 1. Oktober zu 6263] Schöne 5-Zimmerwoh- nung nebst all. Zub., Bleichpl. rc. per 1. Okt. zu v. Bahnhofstr. 59. Daselbst 1 freundl. möbl. Zim- mer, 1. Stock, per sofort zu verm. 03942] Ein Familienlogis, 3—4 Zimmer, zu verm. Maigasse 11. ££ ch. Wohn. m. Wass. p. 15. Sept. a. ruh. Leute. Tiefenweg 10. 6?4B Frühäpfel Ludwigstraße 1. Üam Eisschrauk, für Geschäft sehr geeignet, billig abzugeben. _____________Wilhelmstraße 7. Ein sehr gut erhaltenes 6238 preiswert zu verkaufen $3ergoer- walter A. Klein, Wetzlar, Kaiserstr. Ein klemer, vierräderiger ffciüwageai billig zu verkaufen. 6154 Marktplatz 17. 5698] Infr.L.2-3-Z.°W.,Gart.,a. r.L.bill.z.v. Schissenbergerweg66. 5998{ Wilhelmstraße 10 (Neubau) ist im obersten Stock eine 4-- bis 5-Zmunerwohnung mit Bad, Hei§- und Leucht gasemrich- tmig, Spülklosett, sofort zu ver-- mieten. Näheres daselbst._______ 5999] Brandplatz 15 ist im Erdgeschoß eine Wohnung mit zwei großen und zwei kleinen Zimmern zu vermieten. Auch kann ein Laden daselbst mit» vermietet werden. Birkeustock & Schneider. 6000] Ecke Brandplatz u. Land-- grafcnstraße (Neubau) sind schöne 3- mit) 4-Zimnrerwohnungen mit und ohne Ballon, abgeschlossenem Korridor, Heiz- und Leuchtgas- einrichtungen, sowie Spülklosett, per Oktober zu vermieten. Daselbst sind auch zwei abgeschlossene Mansardenwohnungen mit drei Zimmern und mit 4 Zimmern zu verm. Birkenstock L Schneider. Mine Wohnung alsbald zu vermieten Brandplatz 15. (1287 3065] Im Neubau Rodheimer- straße 58 zwei Wohnungen, je vier Zimmer mit Veranda, Mädchenst., Bleichplatz mid Gartenanteil zu vermieten.Louis Troß. Durch Versetz, d. Herrn Hauptmann Nudelost ist dessen seither. Wohnung, Wallthorstr. 73. Beletage, enthalt, ö hochmod. Zimm., Loggia, Badezinun. (letzt, in. kompll Badeeinricht.), sowie eventl.Alans., Keller, Bleichpl. u. Gancnant. per gleich oder spater zu verm. 13322 3451] 3-Zimmerwohnung im 4. Stock mit Abschluß und allem Zubehör per sofort zu vermieten. ____________Nordantage 1L 4012] Ecke Ostanlage—Land- grasenslraße ist die Bel-Etage nut 7 Zimmern, Bad und Zubehör per sofort zu vermieten. Löberstraße 8. Waldgirmes, 14. Aug. 1903. Bernhardt, Bürgermeister. Stabt. Schlachthaus. Freibank, Heute und morgen: 6237 tWenfichch 56 Psg. Während der Marktzeit findet der Verkauf des Fleisches in der Großviehschlachthalle statt._______ Prima Speisekattoffeln per Eentner 3.75 bis 4 Mk. empfiehlt die Kartost'elhandlung Bleichstratze 15 Schöne 4-Zimmerwohnung mit Zubehör im 2. Stock per 1. Okt. zu vermieten. G. Nauheimer. Nordanlage 33 tltflünte i-Zinlmrniohullng mit Balkon, Badeeinricht., (^arten- anteil rc. zu vermieten. [4595 4878] Schöne Vier-Zimmerwohnungen in freier Lage sind per 1. Oktober zu vermieten. Näheres Marburgerstraße 66. 4934] Stube mit Kabinett zu vermieten.______Neuenweg 32. Alicestraße 22 5-Zimmerwohimng, 2. Stock, per 1. Oktober zu vermieten. (5128 5210] Ludwigstraße 37 ist eine Wohnung (Bel-Etage) von a großen Zimmern mit allem Zubehör per sofort zu vennieten. _______Näheres Löberstraße 8. 5211] Schöne Fanulienwohn- ung, bestehend aus 5 Zinimern mit Zubehör, evtl. Gartenanteil, im 3. Stock des Hauses Grün- bergerstraße 12 ver 1. Oktober zu vermieten. Näheres zu erfragen________Walltorstraße 4. 5332) Goethestraße 29 schöne Wohnung von 5 Zimmern mit Ballon und Badezimmer per 1. Oktober zu vermieten.________ 5343) Drei-Zimmerwohnung mit allem Zubehör per sofort zu vermieten_______Kirchstraße 2. 5560) Schöne 2-Zim.-Wohn. im 3. Stock per 1. Septbr. an ruhige Leute zu verm. Bahnhofstr. 58,11. g 6095] Die Parterre-Wohnung Eckhaus Goethestraße—Stephan- straße 31, 5—6 schöne Zimmer mit Bad, großem Boden und Zubehör zum 1. Oktober zu verm. Karl Hahn, Löberstraße 17. 6131) Elegante 4-Zimmerwoh- nungen, der Lieuzeit entspr., per sofort und 1. Oktober zu verm.; desgl. eine Wohmnig, 1 Zimmer mit Küche, per 1. Okt. zu verm. Näheres Ederstraße 14. _______Büttner & Damm. (Atube mit Kabinett und Küche per sofort zu vermieten. 6159___________Gcbr. 3«tt._ 03830) Ein kleines Logis zu Vermietern_______Brandgasse 4. 03880) Mansardenwohnung, 4 Räume, Küche, abgeschlossenem Korridor, zum 1. September an ruhige Leute zu vermieten. Stückrath, Ederstraße 8. Crednersträssel2 in schöner, freier Lage, Nähe des Bahnhofes, geräumige 5-Zimmer- wohnung mit Zubehör u. Gartenanteil, der Neuzeit entsprechend eingerichtet, parterre oder Dachstock, per 1. Oktober zu vermieten. Näh. Hofmannstraße 14, II. 03812] 3 - Zimmerwohnung mit Zubehör an ruhige Leute zu vermieten_____Hammstraße 4. 03850) In meinem Neubau Schützenstraße 7 ist der untere Stock, der Neuz. entspr. eing., mit all. Zub. zu v. Peter Gerber. 5585) Schöne 4-Zimmer-Woh- nung (Parterre oder Mansarde) zu vermieten Asterweg 52. 5225) Schöne 3-Zmimerwohn° ung, mittetster Stock, Tiefenweg 19, per sofort an ruhige Leute zu verm. Edgar Borrmann. 4765] Eine schöne 7-Zimmer° wohnuiig mit Bad, Balkon und allen der Neuzeit entsprechenden Einrichtungen zu vermieten ___________Fraiikfurllrstraße 29. Wohnung Mäusburg 12. 03941] Einfach möbL Zimmer billig zu verm. Bahnhofstr. 8,III. 5581) Nlöbl. Zimm. a. r. Herrn od.Tame z. vrm. Liebigstr.64, II, l. 5803) Schön möbl. ^11111161’ zu vermieten. Plockstraße 6, I. 5884] Atöbliertes Zimmer zu vermieten Walltorstraße 16. ^NZöbliertes Zimmer sofort zu verm. Westanlage 25, park. 5^d)ön möbl. Zimmer, sep., sof. zu verm. Neuenbäue 2, II. ^chön möbliertes Zimmer zu verm. Wolkengafse 21, II. 03900] Möbl. Zimmer zu ver- mieten Liebigftratze 63, Hinterh. schöner Lallen Wohnung, neu hergerichtet, sofort zu Derrn. [6142 Emil Bender, Neustadt 53. AueiPlokal zu vermieten. 6040 Bahnhofstraße 57. WietWuche Wohnung u. Stallung für Flaschenbierhandlung gesucht. Offerten unter 9lr. 03947 an die Exped. ds. Bl.______________ (junges Mädchen sucht Kost und Logis in israelitischem Hause. Offerten mit Preisangabe unter 03940 an die Exped. d. Bl. sQroße, helle Werkstatt, für 'S! Schlosserei geeignet, zu mieten gesucht. Näh. Schloßgasse 7. Offene Strlln Eine der angesehensten deutschen Unfall- iinö Sastpslicht- Lerjicherungs - Wll chasten hat ihre bevollmächtigte General-Agentur für Gießen und Bezirk neu zu besetzen. Angesehene und rührige Kaufleute mit guten Beziehungen, insbesondere mit solchen zur Industrie, welche gewillt |inb, sich rege der weiteren Ausbreitung der Geschäfte zu widmen, auch General-Agenten anderer Assekuranzzweige, welche mit ihrer Thätigkeit noch obige sehr lohnenden und entwickelungsfähigen Branchen zu vereinigen geneigt sind, werden nm Einreichung ihrer Bewerbung unter 6252 an die Exped. d. Bl. gebeten. Mit der General-Agentur wird je nach Verhältnissen eine ansehnliche Einnahme verbunden. Auch kann eine Agentur für Lebens-, Renten- und Aussteuer-Versicherung mit übertragen werden.__ Tüchtige Lchmm gesucht. 03948 C. Klingelmeher, Ludwigstr. 57. < PoitpakefrHdreff ? mit Firma auf gelbem Karton en das Taufend von ITlk. 3.75 an. (Siebener Anzeiger, BrühlTche Druckerei Neiseuder. Zum Vertrieb meiner gern gekauften Feuerwerkskörper und pyrotechnischen Zündhölzer rc. suche ich einen in der Kolonialwarenbranche gut eingeführten Reisenden für Oberhessen gegen hohe Provision. Fr. Sturm, Kunstseuerwerker, ______Neu Isenburg. 6255 Verheirateter, tüchtiger Comsponlleiit u. BaihhaUer zum sofortigen Eintritt gesucht. Offerten mit Angabe der Gehaltsansprüche an Joh. Osterrath, Oesenfabrik, Saßmannshausen bei Laasphe i. Wests.6247 ZMckMcr Pffröebiltsche gesucht. Wallenfels & Sauer, 6190]___________Bleichstraße. 6262] Jimg. Hansbursche gesucht. Gg. Keil, Neustadt 6. 03945] Jüngerer ordentl. Hausbursche gesucht.__ Markt 7. ApoMerleiirHng aus guter Familie, unter günstigen Bedingungen sucht zum; 1. Oktober Hugo Hammerstciu, 6253_______________Fritzlar.________ Ein braver Junge aus achtbarer Familie kann unter günstigen Bedmgungen die Konditorei erlernen (auch als Volontär eintreten). 5915 Gießen. Konditorei Amend. Suche bis zum 1. September ein besseres, tüchtiges 6240 Frau Z»ohcrnhcim, Nordanl. 3,IV. irche zum baldigen Ein'tritt ein älteres, zuverlässig. Mädchen, das sich willig jeder Hausarbeit unterzieht, bei gutem Lohn. Fran Landgerichtsrat Möbius, L öberstraße 1.___6249 Eine tüchtige, unabhängige , Waschfrau AeimMnnM jeder Art fertigt sachlich [605/ Ed. Rotte, Kaplansgasse?? nach Auskunft ertheilen Red Star Linie in Antwerpen, Carl Retter in Gießen, Bleichstraße 8, parterre, H. Klippftein in Langsdorf. HrtiwÄerei!!! Im Stricken u.Anstricken von Striiuipsrv empfehle ich mich angelegemlichff StriiLgarnestesteVusililüm! habe ich stets vorrätig. MM- Preise billigst. Ernestine Hopfner Grünbergerstraße 17 ur dauernd gesucht. 6254 Dampfwaschanstalt Edelweiß. 2 TstgHnmiMn gesucht. 03943 Wiesenstraße 1. kann, gesucht. [03946] Markt 7. 6260] Suche für 1. September eventl. 15. September tüchtiges, gesetztes Mädchen für Küche und Vaus. Frankfurterstraße 53. Lkittil. MVche». welches kochen kann, sofort gesucht. Keßler, llllarburgerstraße 28. junges Mädchen tagsüb. gesucht 6167 Bergstraße 17. 5>ur meinen Sohn, Obersekun- dauer des Gymnasiums, suche ich Lehrstelle, m der ihm ©e=~ legenheit geboten ist, etwas Tüchtiges zu lernen. Fabrikationsgeschäft bevorzugt, Detailgeschäft ausgeschlossen. Off. m. näh. Be-- dingungen mit. 6239 an d. Exp. Besseres, anständiges Mädchen acht Stellung. Versteht die feinere Küche und alle Hausarbeiten, kann servieren. Werte Off. unter 03827 an die Exped. d. Bl. MKWWeffW . . ________________________:_______________________________,______________________________________ Wohne jetzt 03902 Älltzilplatj 14, 2. Ltoll. H. Hartig, Schuhmachermstr. Dame erteilt billigst gründlichen ähiienitm^L 6125 Ludwigstr. 59, HI. Wäsche z. Bügeln wird angenonimeii. Minna Reitz Wwe., Neuenbäue 21. 03939 GOOGGGGECO tierreieheBeiral^Än Reform, F. Gombert, Berlin 8.14. Sofort erhalt. Sie 600 reiche Farr, und Bilder zur Auswahl. [6243 Reiche Heirat! 2 Sehwest., 24 u. 22, Verm. je 4500002)It, wünsch, s. m. charakterv.Herren, wenn a. ohne Verm., z. verh. Bew. erf.Näh. u. erb. Bild d. Kareau „jitfirui", Berlin S.14, _____________[6244]____________ Verlogen am Bahnhof ein goldenes Medaillon. Monogramm 0. 6., Rückseite A. Inhalt Damenbild. Abzugeben gegen gute Belohnung Goethestraße 46, II. Vereine AZauer'tcher Hesangverein. Heute, Dienstag abend bei Mitglied Haäblt, Bismarckstraße. 6242 Der Borstand. 29./8.1963, avends 9 Uhr: Jerems-Aöenö im Cafv Ebel. 6251 Mittwoch den 19. August, 71/2 Uhr präzis: Erledigung der beiden schwebcn- 6261 den Ballotagen. Der Borstand. C Etiketten für fllanufakfurwaren etc., auf Pappe, Karton und Papier das Kaufend von Hlk. 3L“ an. Mit Velen oder Clikelienlelillldien entsprechend mehr. (Siebener Anzeiger, Brüht’fche Druckerei