Nr. 166 Erscheint tagHft außer Sonntags. Dem Gießener Artzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck «. Der- druckerei und Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Kernsprechanschluß Nr. 5L Zweites Blatt. 158. Jahrgang Samstag 18. Juli 1903 GiehenerAnzeiger " Gmeral-Aiyeiger Amts- und Anzeigeblatt ftr den Kreis Sieben Ve»«gspret-, monaMch7LPf^ viertel» jährlich Mk. 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeUenpreiSriokallLPf. auswärts LOPfg. Beraatwortlich für den poltt. und allgem. Teil: P. SSittko: für »Stadt und ßmtb4 und »GerichtSsaalEr August Götz; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Die Heutige Kummer umfaßt 14 Seiten. Kußlands Meisterstück und Zukunft. Metze«, 18. JE. Es bleibt unterhaltend, die feinen Schachzüge der rusft- schen Mplomatie in Ostasien KU beobachten, auf der anderen Seite die Hilflosigkeit der englischen StaatAmamrer. Der Schüler hat den Meister längst überholt. Die bewährte Methode englischer Staatskunst, durch andere — in diesem Falle durch die Union und Japan — die Kastanien aus dem Feuer holen zu lassen, hat em Fiasko, wie selten, erlitten, Rußland brauchte nur den Amerikanern eine Begünstigung ihrer Handelsinteressen zu versprechen, die Freigabe von mehreren Häfen im Einvernehmen mit China in Aussicht zu stellen, um das Mißtrauen in Washington alsbald im Vertrauen und Freundschaft umKUwaudeln. Wenn auch! hier und da in Amerika dieses russische Versprechen als problematisch aufgefaßt wird, so ist doch der Stimmungsumschlag des offiziellen Amerika zu Gunsten Rußlands so vollständig, daß, wie dem Reuterschen Bureau zufolge verlautet, die russische Regierung der amerikanischen bereits die Antwort zugehen lassen konnte, sie werde die jüdische Petition betreffend die Vorgänge in Kischinewweder entgegennehmen, noch in Erwägung zieh en. Die Antwort ist dem amerikanischen Staatsdepartement durch den amerikanischen Botschafter in Petersburg telegraphiert und sofort dem Präsidenten Roosevelt übermittelt worden. „Man hält hierdurch den Fall für abgeschlossen", fügt das genannte Bureau wörtlich hinzu! Also Amerika ist von Rußland bereits völlig zufriedengestellt, und Japan wird von Rußland vor den bösen Engländern als dem leibhaftigen Satan gewarnt. Malt doch ein sehr einflußreiches russisches Blatt, die „Nowoje Wremja", den Japanern England als den schlimmen Störenfried an die Wand und behauptet, daß die Zuspitzung der russisch-japanischen Beziehungen nur den mit englischem Gelde in Japan herausgegebenen Zeitungen zuzuschreiben sei. Rußland stehe in Europa wie in Asien als Wacht des Friedens, Japan müsie sich daher nicht von England beeinflussen lassen, das ihm im Kriegsfälle keine Hilfe bringe. Der Uebergang zu einer friedlichen Politik ermögliche Japan die Einschränkung der Staatsausgaben und die Möglichkeit eines freundlichen Abkommens mit Rußland. — Das ist überaus schlau aüsgedacht, und das stolze Albion, das gänzlich leer ausgeht, jo sogar in so ostentativer Weise mit Kränkungen überschüttet wird um der schönen Augen Japans willen, muß voll argen Grimms züsehen, wie Amerika und Japan es sich gefallen lassen, daß Rußland sich in der Mandschurei häuslich nieder läßt. Doch auch mit Rußland hat's einen Haken. Die Frage, ob die derzeitige russische Finanzpolitik noch lange fortgeführt werden kann, wird in den „Preuß. Jahrb" von Paul Rohrbach mit Ärtschiedenheit verneint. Er ish ber Meinung, daß das jetzt herrschende System einer weit ausschauenüen und kostspieligen auswärtigen Politik, der ungeheueren Eisenbahnbauten und des riesenhaft anwachsenden Goldtributs ans Pas Ausland sehr bald aufhören müsse, wenn nicht eine Katastrophe eintreten solle. Rußland werde zwischen der Fortführung seiner großen Polittk und der Ernl^ung seiner finanziellen Verpflichtungen an das Aus- Iant> wählen müssen; man könne nicht eifein, daß die Entscheidung zu Ungunsten seiner Gläubiger werde gefaßt werden. „Handelt Rußland nach dem Vorgänge der Türkei, Griechenlands, Portugals und anderer Staaten, die sich in ihrem auswärtigen Kredit übernommen hatten, d. h. reduziert es seine auswärtigen Zinsen aus die Hälfte oder ein Drittel des anfänglich festgesetzten Betrages, so hat es mit einem Schlage eine Hauptguelle seiner Finanznot verstopft, ja mehr als das: es ist in kurzem wieder kreditfähig. Moralische Bedenken gelten gegenüber politischen Notwendigkeiten nicht, und die Geschichte zeigt nicht nur das Beispiel kleiner, sondern auch das sehr großer Mächte, die vor dem Staatsbankerott nicht zurückgescheut sind und schon kurze Zeit hinterher wieder genügenden Kredit besaßen." Als Zeichen dafür, daß die russische Finanzpolitik den Weg der Zinsreduktion betreten 'werde, meint Rohrbach das Erscheinen eines Romans betrachten zu dürfen, der von einem mit ihrem russischen Finanzminister neuerdings in enge Fühlung getretenen Herrn Scharagow herrührt. Dieser Autor schildert das russische Reich so, wie es sich nach 50 Jahren darstellen wird. Es besitzt dann nicht nur fast ganz Asien und auch — Ostpreußen, sondern es hat auch keine Schulden mehr! Das ging so zu: Man kam eines Tages zu der Ueberzeugung, daß die Hauptgläubiger Rußlands ja doch — die ausländischen Juden seien, und so strich man einfach die ganze Staatsschuld, soweit das Ausland an ihr beteiligt war. Politische Tagesschau. Erbe Bebel. Bezüglich der Erbschaft, welche Koßmann an Debet vermacht hat, wird der „Augsb. Abendztg." aus Augsburg berichtet: „Bebel, welcher sich gegenwärtig noch in der Schweiz befindet, läßt über das Testament und den Erblasser Ermittelungen anstellen. Wir können jedoch auf Grund zuverlässiger Informationen jetzt schon mitteilen, daß dieser die. Erbschaft voraussichtlich ausschlagen wird. Mit Bebel ist aber eine Schwägerin Kollmanns als glerch- berechtigte Erbin eingesetzt, und von dieser Seite wird ent freiwilliger Verzicht aus die Erbschaft nicht erwartet. Die 115ergangenen Verwandten, drei Brüder, eine Schwester und die Erben einer verstorbenen Schwester Kollmanns, haben den Rechtsanwatt F. Rvttenhöfer in Augsburg mit der Vertretung ihrer Interessen beauftragt." Leber Versuche, mit BebeL zu teilen, veröffentlicht der ,^Vorwärts" folgende Erklärung: ,^Ob- gleiche die von uns mehrfach' erwähnte Ulmer Erdschafts-' angelegenheit sich noch im Stadium gerichtlicher Enp- scheidungen befindet, deren Ausgang dahinsteht und vor allem noch sehr geraume Zeit beanspruchen wird, ist Genosse Bebel schon jetzt in der wenig beneidenswerten Lage, mit einer solchen Füße brieflicher und persönlicher Bittgesuche bedacht zu werden, daß deren Erfüllung einen erhebttchen Teil der in Frage stehenden Summe beanspruchen würde. Sogar auf unserem Parteibureau gehen Dutzende von Briefen ein, die Anteile von der Erbschaft, sei es als Darlehen, sei es als Geschenk erbitten. Natürlich ist weoer Genosse Bebel noch der Parteivorstand in der Lage, aßen diesen Antragstellern zu antworten, geschweige ihnen Versprechungen zu machen". Die Klagen über die lauge Dauer der Prozesse hat die „Voss. Ztg," geprüft an der Hand der amtlichen Justizstatistik. Daraus ergibt sich, daß bei Anberaumung des ersten Termins in den letzten Jahren im allgemeinen eine Beschleunigung stattgefunden hat, die aber für die landgerichtlichen und oberlandesgerichtlichen Prozesse zum größten Teil darauf zurückzuführen ist, daß die sogenannte Einlassungsfrist, das ist der Zeitraum, der zwischen der Zustellung der Klage und dem ersten Verhandlungstermin liegen muß, durch oie am 1. Januar 1900 in Kraft getretene Novelle der Zivilprozeßordnung von einem Monat aus 14 Tage herabgesetzt ist. Die Dauer der kontradiktorisch gewordenen Prozesse ist entschieden gestiegen. Bei den Amtsgerichten ist der Anteil der Prozesse, die weniger als drei Monat gedauert haben, seit 1888 von 68,7 auf 58,4 PCL. zurückgegangen, der der Prozesse von mehr als einem Jahr Dauer von 2,1 aus 4,3 Prozent gestiegen. In den Bezirken Zweibrücken und Darmstadt dauerten sogar 10,4 und 11,0 Prozent der am ts gerich tliche n Prozesse länger als 1 Jähr, im Kammergerichtsbezirk dagegen nur 3,2 Prozent. Bei den erstinstanzlichen land gerichtlichen Prozessen sind im Jahre 1901 allerdings 28,2 Prozent (gegen 26,8 Prozent u I. 18 ') in weniger als 3 Monaten entschieden, dagegen ist der Anteil der 1 bis- 2 Jahre dauernden von 11,5 auf 13,1 und der langer als 2 Jahre dauernden seit 1890 von 2,9 auf 4,2 Prozent gestiegen. In der Berufungsinstanz hat sich die Dauer der Prozesse bei den Landgerichten infolge der Abkürzung der Einlassungsfrist etwas verkürzt, indem i. I. 1901 39,6 Prozent der Prozesse in weniger als 1 Monat entschieden sind gegen 35,1 Prozent i. I. 1899, dagegen ist bei den Oberlandesgerichten eher wieder eine Verschlechterung eingetreten, indem i. I. 1901 15,8 (1899 14,7) Prozent 1 bis 2 Jahre und 5,2 (5,1) über 2 Jahre dauerten. Beim Ober- landesgericht in Köln haben 60,4 (im Durchschnitt der Jahre 1896 bis 1900 53,5) Prozent aller Prozesse länger als 1 Jahr, darunter 21,5 (19,8) länger als 2 Jahre gedauert, während beim- Kammergericht nur 5,1 Prozent einen Zeitraum von über 2 Jahren in Anspruch nahmen, im Bezirk Breslau sogar nur 1,8 Prozent. Deutsches Reich. Berlin, 17. Juli. Man meldet aus Molde: Der Kaiser stattete heute vormittag einen Besuch cm Bord des Vergnügungsdampfers „Auguste Viktoria" von der Ham- burg-Amerika-Linie ab, und gestattete spater den Passagieren, unter denen viele Amerikaner waren, die Besichtigung der „Hohenzollern". Mittags fand ein Wett- rudern der Boote der hohenzollern" und „Nymphe" statt. Die Sieger wurden vom Kaiser mit Geldgeschenken bedacht. Am Frühstück nahmen einige hervorragende Passagiere der „Auguste Viktoria" teil, u. a. Prinz Leopold von Sachfen-Koburg-Gotha, General Drapa, der ftühere amerikanische Botschafter in Rom, und Generalleutnant v. Bardeleben. Das Wetter ist feit gestern schön. — Die Kaiserin wird mit chren jüngsten Kindern am 2. August in Wilh elmshöhe eintteften, wohin sich auch der Kaiser nach der Beendigung der diordlandreise begeben wird. — Der „ReichKanzeiger" veröffentlicht die Genehnng- ungsurkunde, bett, die Ausgabe auf Inhaber lautender Hypothekenpfandbriefe, Kommunal- und Kleinbahnobliga- tionen des Frankfurter Hypotheken-Kredit-Dereins in Frankfurt a. M. Flensburg!, 17. Juli. Kultusminister Studt ver- weigerte während seines Aufenthaltes in Christtans- seld einer Deputation von sechs dänisch gesinnteivLandleuten die nachgesuchte Audienz. Sie wollten ihm die Bitte um Einführung von zwei dänischen Sprachstunden in den Schulen vorttagen. Osnabrück, 17. Juli. Hand elsnrinister Möller hielt mehrere Reden, in denen er ü. a. ausführte: Um dieHoyen- zvllern, deren Tätigkeit von denen verkannt werde, bte an allem mäkelten, beneide uns das Ausland. Wir seien mit die bestgehaßte Nation, weil wir aus unserm Krastgefühl heraus soviel geleistet hätte::. Die an die Industrie verloren gegangenen Gebiete könnten vom Handwerk nicht wieder erobert werden. Neisse, 17. Juli. Der Minister des Innern, Freiherr v. Hamm er stein, der Verweser des Oberpräsidiums, Oberpräjidialrat Michaelis und der Regierungspräsident Oppelns, Holtz, sind heute hier eingetroffen, um die Hochwasserschäden in den Kreisen Neisse und Neustadt zu besichtigen Ausland. London, 17. Juli. Die von Washington aus gegebene vorläufige Erklärung der Annexion einer Anzahl kleiner Inseln in der Nähe von Borneo befriedigt hier nicht, und oie Angelegenheit ist damit offenbar keineswegs erledigt. Anscheinend handelt es sich um Gebiete, auf die Amerrka und England gleichmäßig Ansprüche erheben. — Nach einem Telegramm der „Momingpost" handett es sich bei dem Vorgänge selbst um die Tatfäche, daß kürzlich Ft eine amerikanische Kanonenboote südlich von den Philippinen auf eine Anzahl auf keiner Karte verzeichneter, aber offenbar zu der Amerika gehörenden Sulugruvpe zu rechnender Inseln stießen. Der Gouverneur verfügte varauf nach Verständigung mit dem Auswärtigen Amt in Washington die formelle Annexion. Par is, 17. Juli. Wie die Blätter melden, hat die französische Kolonie in Genf den PräsidentenLoubet gebeten, bei seiner Rückkehr aus Italien die Schweiz zu besuchen. Loubet soll sich bereit erllärt haben, diesem Wunsche zu entsprechen, falls die schweizerische Regierung ein diesbezügliches Ersuchen an ihn richte. — Nach einer offiziellen Note werden an einer Lorr» doner Reise der Schieds gerich ts gr uppe des französischen Parlamentes 65 Deputierte und Senatoren teilnehmen und unter anderem auf Einladung des Königs auch Schloß Windsor besuchen. König Eduard ließ dem Präsidenten der Schiedsgerichts gruppe, Destbnr- nelles, und den Mitgliedern derselben durch seinen Privatsekretär mitteilen, er wünsche ihnen angenehmen Aufenthalt in London und hoffe, die Erörterungen der wichtigen Frage, welche sie prüfen wolle, werde zu einem befriedigenden Resultat führen können. — Der „Temps" bespricht den englisch-persischen Han- delsverttag und sagt, sowohl Form wie Inhalt des Ster* ttrages zeigen, daß der englische Einfluß in Persien zurückgegangen ist. Lissabon, 17. Juli. Entgegen etwaigen offiziösen Dementis steht es fest, daß man einer umfangreichen Verschwörung gegen das Herrscherhaus auf die Spur gekommen ist, deren Ursprung von einigen entlassenen höheren Offiziexen ausgeht. Die ersten Ap?. zeichen machten sich kurz nach der Ermordung König Mexan- ders bemerkbar, wo einige Offiziere, welche mit einer AnzaP! Unteroffizieren des 5. Jnfänterieregimertts in Zivil des Abends in einem Restaurant eine Zusammenkunft hatten, von einigen Kriminalbeamten beobachtet wurden. In einer späteren Beratung mit anderen Unteroffizieren wurden diese und die früheren Unteroffiziere aber dem Kriegsgericht übermittelt. Auch in einigen anderen Regimentern macht sich eine augenfällige Gärung bemerkbar, deren Spitze gleichfalls gegen das Herrscherhaus gerichtet ist. Konstantinopel, 17. Juli. Der Sultan ift er* krankt. Die Aerzte schieben chm absolute Ruhe vor und verordneten chm warme Bäder. Port Arthur, 17. Juli. Nach einer Meldung aus Peking schloß China mit der russisch-chinesischen Bank eine Anleihe von 2 Millionen Daels ab. Statt der Verpfändung räumt China der Bank Vorrechte im chinesischen Turkestan ein. Gabes (Tunis), 17. Juli. Durch eine Karawane hierher gelangten Nachrichten zufolge wurde der Sultan von Wadai durch Aufständische abgesetzt und des Augenlichts beraubt. Den Thron nahm Mohamed Udmara ein, der die Ruhe wiederherstellte. Sonst und jetzt in der deutschen sLandwirtschaft. Gießen, 17. Juli. Der akademische Vorttag von Prof. Dr. Alb e r t gestern abend in der Aula der Universität war ziemlich schwächt besucht. Der Redner hat im Rahmen kaum einer Stunde einen klaren, allgemein verständlichen Ueberblick über das^ Gebiet der Landwirffchast gegeben, wenige HauptgesichtK- punkte überzeugeTrd zu einem Ganzen gestaltend. „Die Geschichte eines Volkes ist die Geschichte seiner Landwirtschaft". Mit diesem Satz eröffnete er einen Ausblick auf die früheste Zeit landwirtschaftlichen Betriebs, der sich in Raubbau betätigte im Vergleich zu der heutigen komplizierten landwirtschaftlichen Wissenschaft. Zwar auch heute werden unsere Landwirte noch manchmal von jenen nomadisierenden Ackerbauern, die im Ausland noch über jnngftäuliche Bodenschichten verfügen, in ihrem Fortkommen gedrückt. Aber das geht auch vorüber. — Gegenüber dem Raubbau in früher Zeit steht heute" der wissenschaftlich festzustellende rationette Betrieb und besonders auch rationelle Buchführung. Versuche zur besseren Betriebsweise hat man schon früh gemacht. Schon Karl der Große empfahl die Dreifelderwirtschaft. Aber bald reichten die einfachen Kenntnisse nicht aus, um der Teuerung, die das Anwachsen der Bevölkerung mit sich brachte, Einhalt zu tun. Eine neue Epoche kam, als der Kartoffelbau um 1560 in Europa eingeführt wurde. Nacheinander in Spanien, Italien und Belgien entstand das Pflanzen von Kartoffeln. In Reffen war schon um 1630 eine blühende Kartoffelindustrie. Aber der 3chährige Krieg zerstörte das /alles wieder. Erst ein Jahrhundert später raffte man sich wieder auf. Friedrich Wilhelm I. verschenkte Aetter, um den Ackerbau für die Armen zu pflegen. Friedrich der Große empfahl ebenfalls den feldmäßrgen Kartoffelbau. In Frankreich war es Parmentter, der sich bekanntermaßen große Verdienste um den Kartoffelbau erworben hat. Ludwig XVI. schenkte ihm zu diesem Zwecke Landstücke. Ms die Bevölkerung seinen Bestrebungen nicht jo recht entgegenkam, schlug Parmentier ein eigentümliches Verfahren ein. Er errichtete nämlich auf seinen Aeckern Tafeln mit der Aufschrift: „Hier dürfen teilte Kartoffeln gestohlen werden!" Da dachten die Leute nach, uno der Zweck wurde erreicht. — arrensabrik errichtet werden 18. Redner * u. . 180.90 Anfangs- 208.70 210.75 136.50 173.75 imi M Diel jeme der Gm ! IböU ij ÖO. iNm D «rbtn t diesen Aufwand nicht gerechtfertigt hätten. — — der verstorbenen Eheleute Feistmann stifteten der Stadt Offenbach 50 000 Marl zu wohltätigen Zwecken. Pu.nl Wagner l. , hat. lieber all ergiedt sich. Jflyfllf11 0 &Q fl, ! i'hwn 1 M», vril L Men vamci gerch schwer die Le arger Stelle mßtl den 5 schick üderjl gerchf nars Wur volv Ater Gießen, den 18. Juli 1903. - Personalien. S.K.H. der Großherzog haben den Registrator in der Heff. Preuß. Eisenbahngemeinschaft Wilhelm Frank zu Darmstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste m den Ruhestand versetzt. — Der Stationsvorsteher in der Heff. Preuß. Eisen- bahngemeinschaft Georg Bickel zu Bensheim wurde aus sein Nachsuchen unter Anerkennung ferner langjährigen treu geleisteten Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. •* Ordensverleihungen. Dem Geheimen Baurat Profeffor Koch in Darmstadt ist von dem König der Belgier das Ofstzierskreuz des Leopold-Ordens verliehen worden. ** Medizinische Gesellschaft. Die nächste Sitzung der medizinischen Gesellschaft ist Dienstag den 21. Juli. Es werden fügende Vorträge gehalten: 1. Herr Öfter* roht, Ein FÄl von LidMftik; 2. Herr Lindenmeyer, Das' Pseudo-Graefe'sche Symptom: Eumydrin; 3. Herr I Weiß, lieber Mueocele des Siebbeins; 4. Herr Best, Angeborener Enophthalmus; 5. Herr Vo ssius, lieber i intraoculare Desinfektion. - Das Promenadenkonzert morgen fällt wegen Inanspruchnahme der Militärkapelle beim Schützenfest aus. - Zur Theater, und Saalbaufrage erfahren wir, daß der Saalbauverein nicht abgeneigt sein soll, für die Vorarbeiten, d. h. in erster Linie für die Erlangung durch ein Preisausschreiben zu bewerkstelligenden Bauentwürfe, die gleiche Summe wie der Theaterverein zur Verfügung zu stellen. Privat-Diskont 3 Prozent. Oest. Kredit. . • Deutsche Bank . • Darmstädter Bank . Bochumer Guß . • * -kV. men habe. „ . Kleine Mitteilungen aus Hessen und den , h ni 8 Gr 5 denSi der ar bet® Sorte einet etoti; 3^3 3% P 3 | 4 |8i W i 4 & < M k 3 k Sun 3^l8ri8i 3)t HM I IUI ° W * |6n^,i ! It6ü J M i * ri Nb.( ; ^fti. । Prriüü. e des sivlae der trockenen Witterung steht in Lesern ah re eine - vedeuterrde Ernte an Himbeeren in Aussicht, sodaß der ärmeren Bevölkerung daraus ein schöner Verdienst erwachsen wird; auch die Erdbeerernte ist günstig aus- aesallen. — Mit Beginn dieser Woche nahm eine Kommission, bestehend aus einem Mitgliede der Grvßh. Kultur- insvektion Gießen, einem Vertreter des Kreisamtes Schotten und Sachverständigen der anliegenden Gemeinden eine Besichtigung des Nidderbettes vor. Man bringt diese Augenscheinnahme mit der in Frage stehenden Talsperre der Stadt Frankfurt bei Sichenhausen in Verbindung. 8d. Darmstadt, 18. Juli. Der Heiratsschwindler Phil. Reck aus Mommenheim hat sich durch einen eigentümlicheu Zufall vorerst dem Arm der Gerechtigkeit entzogen. Wegen Hausfriedensbruchs mit einer Geldstrafe von 20 Mk. event. 4 Tagen Hast bestraft, zog er letzteren ^tras- modus vor und ging in das Gefängnis. Nachdem er aber! einen Tag verbüßt hatte, verschaffte er stch den regierenden Geldbetrag und mußte daher entlasten werden. Inzwischen !war aber bet der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Betrugs und falscher Vorspiegelung eingelaufen und sollte wegen dieses Deliktes seine Vernehmung in dem Provinzialarresthaus erfolgen, als man konstatieren mußte, daß der Vogel inzwischen ausgestogen war. Mit einer unglaublichen Dreistigkeit erschien der Bursche aus der Redaktion der ,,N. Hess. Volksbl.", um über die gestrige Notiz bezügl. seiner Verhaftung re. Beschwerde zu sühren und mit Klage zu^ drohen, wenn keine Berichtigung erfolge. Durch sein dreistes Auftreten gelang es ihm auch, die Redaktion hierzu zu ver- cmlaffen. Die Polizei fahndet nun nach diesem gefährlichen Patron, da sich nunmehr auch herausgestellt hat, daß er in anderen Städten dergleichen Manöver ausgesührt und u. A. in Wiesbaden ein Mädchen unter gleichen Vorspiegelungen um ca. 1600 Mk. gebracht hat. Er ist 1865 in Mommenheim geboren, also ca. 36 Jahre alt. Anscheinend hat er sich nach Frankfurt begeben, da er dort eine Schwester ben Versuchsstationen in Bern bürg, Darmstadt (wo Prof. Erfolge gehabt hat) rc. angestellt' hat UeberaÜ ergiedt sich, daß, wo Kali reichlich im Bod en ist? auch der Anbau besser gedeiht Besonders erfickMch nr dies bei den Versuchen mit Kartoffeln, Tabak, Zuckerrüben, Loggen, Wiesen und auch bei Gartenpfanzungen: Ge- mnseu, Obslbäuiuen tuib endlich Blunten. Zum Schluß betonte der Redner, wie Landwirtschaft und Industrie in en aste Verbindung gekommen seien und wie das alte Wort GeMrng behalte: Hat der Bauer Geld, hat es die ganze früheren trefflichen Dirigenten des Kirchengesangvereins, Dr. Hans Hay-rn, deren wundervoller Gesang hier noch im besten Andenken steht und ixte sich inzwischen ganz dafür ausgebildet hat W werden sich viele mit uns freuen, sie wieder einmal zu hören. ** Preis ausschreiben. Der „Deutsche Verein abstinenter Lehrer" hat einen Preis von 300 Mk. ausgeschrieben für ein- gutes Lesestück, das unmittelbar in I den Dienst der Bekämpfung des Woholismus tritt. Die^ Preisbewerbungen müssen in üblicher Weise bis zum 1. November d. I. bei dem Vereinsvorsitzenden, Lehrer I. Petersen in Kiel, Möllingstr. 3, eingereicht sein, von dem auch Drucksachen zur weiteren Auskunft kostenlos zu erhalten sind. ** Zu dem Selbstmord, den wir am Donnerstag meldeten, erfahren wir noch, daß der junge Selbstmörder, Rob. Leining, wegen Unehrlichkeiten, die er in einem hiesigen Geschäft begangen haben soll, verhaftet werdett sollte. Jedenfalls um sich dem zu entziehen, hat er den Tod gesucht. 0 Krumbach, 17. ^uli. Hier soll eine zweite Zi- Stltu anJS» VST Sckstußpassus, der d-m Gläubiger auch die ältere Schuld sicher anerfeimt auf fehlt. Eine Reihe von Zeugen geben dem t., der stoben fei Wirtschaft noch einen Kramladen betreibt, das Zeugnis> emes ge- schäftliehen Schikaneurs. Der Vertreter der Anklage wies darauf hin, daß nach dem eigenen Zugeständnis des Angeklagten die er sich mindestens eines Betrugsversuchs schuldig gemacht^ha e. sei aber auch dein L. zu glauben, wenn dieser unter angebe, daß der letzte Passus des Schuldscheins erst später durch> den Angeklagten hinzugefügt worden sei. Als Motiv der -tat ^i der geschäftliche Uedereifer anzusehen. Der Angeklagte habe den Auftrag gehabt, für feinen Chef das Schuldverhältnis mit t. ju fronen und, um glatt abzurechnen, habe ihn der kaufniannische Ehrgeiz veranlaßt, die strafbare Handlung zu begehen. Er erCenne gern an, daß die Tat überaus milde zu ahndeil sei, weshalb er zwei Wochen Gefängnis als hinreichende Sühne in Antrag bringe. Ser Gerichtshof fprach den Angeklagten wegen Urkimdenfalfchung frei, und begründete diesen Freispruch damit, daß der Beuge x.., wie die Beweisaufnahme ergeben habe, seiner ganzen Perfontichreil nach kein Mensch sei, auf dessen alleinige Aussage bin man eme Verurteilung eintreten lassen könne. Wohl habe sich der Angeklagte dadurch, daß er das Schuldanerkenntnis nur zum Teil vorgelefen und besonders denjenigen Teil des Schriftstückes, der von dem An- erkemitnis der älteren Schuld handelt, verschwiegen habe, objeftiü eines Betrugversuchs schuldig gemacht. Der Gerichtshof sei aber auch di es erhall) zn einer Freisprechung gekommen, weil der Angeklagte nach Aiisicht des Gerichts und nach Lage des Falles nicht daran gedacht hat, ein Unrecht oder etwas Strafbares zu begeheli. -t. Wahrend der Verhandlung war der Strafkammersaal uou einer Menschenmenge förmlich belagert. Zuhörer aus den Sorfern Holzheim, Dorf-Güll und Grüningen hatten sich in solcher Alizaht em- gesunden, daß der Vorsitzende vor Eintritt in die weitere Verhandlung, welche ganz besonders das Interesse der gekommenen Vori- I bewohner erregte, den Sitzungssaal räumen ließ. Nur der Raum I hinter der Barriöre für die Zeugeii durfte von Zuhörern besetzt werden. Verhandelt wurde gegen den 29 Jahre alten, u. a. wegen Körperverletzung mehrfach vorbestraften Metzger Ehr. H. E., gegen den 29 Jahre alten Knecht L. V., gegen den 23 Jahre alten ~anb- wirt Ehr. E. F. und gegen den 24 Jahre alten Bergmann W. E. A. I (Die drei letzteren sind noch unbestraft.) Alle vier Angeklagte fiiid von Grüningen; sie sind beschuldiat der gemeinsam uenibteu Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeuges und des gememfanien Hausstiedensbruches. Wenn man die Angeklagten stden einzeln hört, sind sie natürlich die Angegriffenen gewesen, als sie am 17. April d. Js., von der Kontrollversammlung aus und in dem freundlichen Dorf-Güll in einer Wirtschaft Einkehr haltend, mit Reservisten aus Holzheim zusammentrafen. Die Beweisaufnahme ergab aber nicht nur das Gegenteil, sondern erwies zur Evidenz, daß die Grümnger Mannschaft ohne jeden Grund, offenbar aus Lust am Raufen, bie Mannschaft aus Holzheim in ganz roher und brutaler Weise mit Stocken zu Leibe gegangen ist, und zwar machte man sich über drei der Holzheimer in der Weise her, daß man zu dreien jeden einzelnen von diesen niederfchliiq. Leider ist von den Grüningern der Haupttater nach der Tat ins Aiisland geflüchtet. Auf der Verfolgung der geschlagenen, getretenen und teilweise schwer verletzten Gegner drangen die Grüninqer sogar mit Gewalt in Häuser em, in die ihre Opfer vor der Uebermacht flüchteten, und es ist fast als em Wunder an- zusehen, daß bei der Affäre kein Menschenleben zu beklagen war. Der Gerichtshof belegte den bet der Sache am meisten beteiligten E., auch in Rücksicht auf seine Vorstrafen, mit einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr 4 Monate; er hat sich in drei Fällen der Körperverletzung und in zwei Fällen des Hausfriedensbruches schuldig gemacht. V., dem nur eine Körperverletzung und zwei Hausfriedensbrüche nachgewiesen wurden, erhielt 7 Atonate Gefängms, wahrend A. wegen je eines Falles der Körperverletzung und des Haus- friedelisbruches mit 6 Monaten Gefängnis davon kam. tf. mutzte, da man ihm eine Teilnahme an den zur Anklage flehenden strafbaren Handlungen nicht nachweisen konnte, freigesprochen werden. ** Gießen, 18.Juli. Wegen Ungebühr vor Gericht bestrafte der Gerichtshof gestern den Landwirt W. M. von Betten- I hausen mit einer Geldbuße von 3 Mk. Er stand im Strafkammer- I saal im Zuhörerraum uiid hatte dabei seine Kopfbedeckung nicht de-ß Fe jß0 C z»? ui w w swichl Ul lve Lauga 3« * abgenommen. _ „ . . f , r. Nraiiiz, 17. Juli. Ein großer Schwindelprozetz, der mit der berühmten Affäre Humbert in Paris dadurch einige Aehnltchkeit hat, daß die vorgekommenen Betrügereien und Schwindeleien auch von einer Frau unter der Vorspiegelung, eme große Erbschaft in Aussicht zu haben, verübt worden sind, kam in der letzten Sitzung der Strafkammer des hiesigen Landgerichts zur Verhandlung. Die Schwindlerin ist, wie schon kitrz gemeldet, eine Witwe Ihrig, bie hier ein ziemlich gutgehendes Manufakturgeschäft betrieb, aus Mangel an nötigen Barmitteln und Geschäftskennttiissen spater aber in Zahlungsschwieriakeiten geriet, aus denen sie sich durch Anlehen i zu Helsen suchte, welche sie bei zahlreichen Kunden von ihr, zum größten Teil bejahrte Frauenzimmer von hier und den umliegenden Ortschaften, zu machen wußte. Zur Hergabe dieser Darlehen, die ui Beträgen von 200 bis 9000 Mk. bestanden, veranlaßte die Ihrig die meisten der Darleiher dadurch, daß sie ihnen unter Tränen und Vorzeigen von Trauerbriefen ein gar rührendes Märchen von einer großen Erbschaft erzählte, welche sie in kurzer Zett anzutreten habe. Ungefähr 40 Personen hat die Ihrig auf diese Weise mtt beträchtlichen Beträgen hineingelegt. Die meisten bet Darleiher, von welchen einige ihre sämtliche Sparpfennige der Ihrig hingegeben I haben, sahen nie mehr was von ihrem Gelde, und nur einzeuie, I welche frühzeitig mit dem Staatsanwalt drohten, erhielten kleine Detailbeträge zurück. Bel der Konkurserklär-ung waren wett über 100 000 Mk. Schulden vorhanden, t>enen fast nur das vorhandene I Warenlager gegenüberstand. Der Antrag der Staatsanwaltschaft gegen die Ihrig lautete auf 8 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehreiiverlust. Das Gericht erkannte auf 5 Jahre Gefängnis und 15 Jahre Ehrenverlust. Berlin, 17. Juli. Im Pommernbankprozeß begann I heute Justizrat Wronker sein P l a i d o y e r. Er behandelte den I allgemeinen Teil unter Ausschluß der Strelitz-Bcmk, betrachtete die I Persönlichkeiten der Angeklagten und legte den Werdegang sowie I die historische Entwicklung der einzelnen Institute dar. Die Ver- I teibigung stehe auf bem Standpunkt, daß Schultz und Romeick I vielleicht unbedacht gehandelt und nicht mit der Schärfe gesehen I hätten, mit der nur Sachverständige urteilen könnten. Sie hätten I aber jedenfalls bona fide gehandelt. Die beiden Angeklagten hätten I nur kaufmännisch gefehlt und ein hohes Strafmaß sei nicht am Platze. Wenn die Angeklagten nicht verhaftet worden seien, waren I feine Verluste entstanden. Die Verluste seien erst nachträglich em- I standen und hierfür könnten die Angeklagten nicht verantwortlich «gemacht werden. Sie säßen nun seit über 2 Jahren in Unter- , I fuchungshaft. Für den Fall, daß der Gerichtshof doch ein „schuldig 11 sprechen sollte, glaube er, daß Schultz und Romeick diirch bie lange Untersuchungshaft genug gebüßt hätten. 11 Dresden, 17. Juli. Redakteiir Peters von der „Dresdner 11 Rundschau" wurde wegen Beleidigung des Königs und : I ber Prinzessin Mathilbe zu vierMonaten Gefäng- wohnen hat. Offenbach, 17. Juli. Verduftet ist der Kaffierer der Krankenkaffe des Vereins für volksverständliche Gesundheitspflege, Max Jeretzky. Er war vor noch nicht langer Zeit auS Berlin hierhergekommen. Mit ihm sind etwa 150 Mk. Krankenkaffenbeiträge verschwunden. (O. Ztg.) 0 Wetzlar, 17. Juli. Der Sommer ist da und mit ihm erscheinen die verschiedenen Beeren- und Gemüsearten auf dem Tisch. Leider ist aber die Zeit, in welcher uns die ftischen Erzeugnisse unserer Gärten zur Verfügung stehen, nicht allzu lange. Daher sollten es aue Hausftauen lernen, für die obst- und gemüsearme Zeit, das, was sie jetzt nicht brauchen, so auszubewahren und ftisch zu erhalten, wie es wünschenswert erscheint. Jedoch stehen Iviele unserer Hausfrauen im Einm ach en und Konservieren der -lieben Sommerftüchte oft ratlos da, und somit gehen jahraus jahrein viele erfrischenden Früchte für uns verloren. Um hierin Wandel zu schaffen, findet vom 20. bis 23. Juli an der hiesigen landwirtschaftlichen Winterschule für Hausftauen und Mädchen je eine halb- tägige praktische und unentgeltliche Unterweisung in diesen Dingen statt. In erfteulicher Weise erstreckt sich die Seil-1 nahnre nicht allein auf den Kreis, sondern zu orefem I £u.rju£ haben auch Personen aus den benachbarten Orten des Kreises Biedenkopf freien Zutritt. 0 Marburg, 14. Juli. In der heute abend abge- halteneu Stadtverordnetensitzung kam auch zur Sprache, daß der seit li,4 Jahren eingereichle Antrag zur! I Ausgabe der Stadtobligationen in Höhe von fünf iMillionen Mark immer noch nicht von der Regierung genehmigt sei. Durch eine solche Verzögerung würde die Stadt sehr geschädigt. Mau beschloß sll)ließlich, in einer Dringlichkeitseingabe, bei der Regierung vorstellig zu werden. — Ein Stadtverordneter hat gegen die Stadtverordnetenversammlung beim Bezirksausschuß Klage angestrengt, weil man ihn unrechtmäßiger Weise wegen Fehlens in einer Sitzung in eine Ordnungsstrafe genom- Schlußkurse. 208.50 210.75 136.50 173.40 180.62 Das montenegrinische Tabakmonopol ist einer italienische» 1 Aktiengesellschaft mit dem Sitz in Venedig auf 15 Jahre verpachiet. s'Die Gesellschaft hat der montenegrinischen Regierung 200000 Fcs. Knabe, namens Otto Löhr, aus dem dritten Stock eines Hauses der Schnurgasse in den Hof und war auf der Stelle tot — Der Abbruch der Frankfurter Sängersesthalle wird aus folgenden Gründen erfolgen: Im Winter wäre eine Benutzung der Halle unmöglich. Die Bewachung gegen uuu ...... Einbruch und Feuer, sowie die Unterhaltung würden un- Gehalt, daß gewitz viele dankbar fein werden, wenn sie nach verhältnismäßig viel kosten, während die verschiedenen Verlangen Jahren wieder geboten werden. Die Kantate wurde anstaltungen, die ohnedies zeitlich weit ausemanderliegen, seinerzeit bei der Einweihung der neuen Orgel in der Stadt- dipspn Aurmand nicht aerecktfertiat hätten. aac iSrben kirche im Jahre 1887 gesungen, die ,^hrnne", wenn wir nicht irren, im Jahre 1890. Dazu kommen dann die überaus interessanten „Mblischen (Ebenen" aus dem Nachlaß des leider viel zu fÄh gestorbenen edlen Heinrich von Her-i zogenberg, „der Seesturm" und „das kananäische Werb",- ui denen einfach der biblische Text in Chören und Soli unter Begleitung von Streichquartett zur Vorstellung gebracht wird. Eine ganz besondere Anziehungskraft wird die Solistin üben, Frau Professor S ch m i d t, geb. Haym, die Witwe des hier noch wohlbekanntew, in Königsberg verstorbenen Altphilologen Johannes Schmidt, und Schwester unseres Harpener Bergbau . . 180.90 Schluß-Tendenz: ruhig. Gerichtssaal. ^.Gießen, 18. Juli. Die F e r i e n str a f k a m m e r,! welche gestern unter Vorsitz des Landgerichtsrctts Dr. Schäfer ihre erste Sitzung abhielt, verhandelte u. cu gegen den 191/« Jahre alten Kaufmann Ph. P. R. von Lauterbach. Derselbe hatte sich zu verantworten wegen Verfälschung einer Urkunde in Jdeal- konkurrenz mit Betrugsversuch. Der Tatbestand, welcher der Anklage zu Grunde lag, ist der folgende: Der noch junge Mann war in der Freiherrlich von Riebeselschen Brauerei im Komtor tätig und erhielt den Auftrag, mit einem Kunden L. in Almenrob ab- zurecWen und sich bas Guthaben der Brauerei schriftlich anerkennen zu lassen. — R. übergab feinem Hause einen Schuldschein, worin L. anerkennt, der Brauerei 42 Mk. schuldig zu sem, die er zu einem bestimmten Termin zu bezahlen versvricht und ferner, daß Schuldner außerdem an Freiherrn von Riedesel eine ältere Schuld von 52 Mk. hat, die er gleichzeitig anerkennt und ebenfalls ohne Einwendung ober Aufstellung einer Gegenforderung zu begleichen sich verpflichtet. I Auf Grund dieses Anerkenntnisses kam es wegen der alteren Schuld uim Prozeß zwischen der Freiherrlich von Riebeselschen Brauerei! und L., unb letzterer erklärte im Verhanblungstermm, er habe bie ältere Schuld nicht anerkannt, bas Anerkenntnis sei erst nachträglich aus bem Schulbschem hinzugefügt worben, nachbem er ihn mit seiner Unterschrift versehen hatte. Rach dieser Erklärung zog bie tlägerische Brauerei im Termin bie Klage zurück. — Der Angeklagte bestreitet ganz entschieden, ben Passus wegen ber älteren SchUlb auf bem Anerkenntnis erst nachträglich hmzugefugt zu! haben. Richtig sei, baß L., als er mit diesem verhandelt habe, bie 152 Mk. Schuld bestritten habe, er wolle auch zugestehen, daß er I s. Zt. bem Schuldner, ehe dieser uiiterschrieben habe, den Inhalt I des Anerkenntnisses nur insoweit vorgelesen habe, als er das I laufende Schuldverhälmis in Höhe von 42 Mk. betraf. Tatsache ** Musikaufführung des evang. Kirchen-I Kleine Mitteilungen aus Hes f ^^1:0 oen aesanavereins. Die auf Sonntag, den 26. Juli, ange- Nachbarstaaten. In Frankfurt fiel ern funfführiger kündigte geistliche Musikaufführung des evang. Kirchen-1 ~ o;"" gesangvereins darf wohl auf ein lebhaftes Interesse im Kreise der Freunde geistlicher 'Musik rechnen. Sind auch die schöne ,Hyrnne" von F. Mendelssohn und die Bach'sche! Kantate: „Ach Gott, vorn Hünrnel sieh darein" für uns keine Neuheiten, so sind es doch Kompositionen von solchem - “Sanfte«-erfe'to wÄche in etncin Zeitraum von kann, zehn Jahren di- s'hab'?un,°r das Schuld. ^hrhuL«5 > beobachten. 3« «Ä ........... ........... —d-m »taub.-« «£> Äs* »»■“- "• — —— * ” man BvdenuntersuctMilgen an urw gelangte mo- fl K Sonl o6 ercr Vogelsbergc, 17. Jnlr. In-- dernen Ersatzwirtjchaft, die sich auf das Gefitz des MinrrnurnS 1 ^rfp-npn snUHprnna ftcht in diesem Jahre eine ^ndct. Rof. Mert ging aus die Hauptersorderlnffe des ^ckmbodens etwas naher ein und stellte ^^bksachlrch fest, wie besotiderS große Mengen Kali dem Boden dur-ch dte Beaetation entzogen werde. Timt nruß bw dem l verlustig gegattgenen, bis zu gewrsfem I liehen W)rstoffe der Pflmtzen ^künstlich^wieder zufuhrerr I Schon in alter Zeit hat man, srerltch ohne Kennens des ursächlichen Zusammenhangs und rein erfahrungsgemäß, I solche Maßregeln getroffen, rndem man z. V.erkanntte,daß tüeLumne, iu den Wer untergepflugt, den Boden erdra^-I Ä macht. Der Redner führte dann dre Anwesenden ■ Land vcm sehr guten Lichtbildern und graphychen Darstellungen in die Gefilde der Steiusalzhergwerke zu ^^oldShtckl. Die Kaliindustrie ist tu den letzten 16 Jahren außerordcntlick) angewachsen. Deutchlmch bruncht am meMn Kali; Holland, das überhaupt laudwrrffchasckrch.^ück)- tiaes leistet, hat uns im Jahre 1901 übertroffen. Dte Lrcht- Sser UmsiTdie konsolidierten Alkaliwerke, die wasche nelleu Anlagen. Auch die Bodenschichten des Staßfurter Salzlagers wurden gezeigt und erklärt. Jnterefiant waren die Bilder vom Abbauen des Salzes, von den Bohrungen, Surenaungen, dem Verladen und der Beförderung de^ Sabies. Die Luft in den Schachten und Räumen unter der Erde ist dort nicht schlecht, wie bei anderen Bergwerken. Iu verschiedener Höhettlage befinden stch ^tattonen; aber auch förmliche Säle, zum Gottesdienst und zu ^eftluhketten geeignet, finden sich vor. Schließlich wurde ans den Btl- dern noch gezeigt, wie oben das Salz perklcrnert und in die Elbkähne verladen wird. — Darims kam der Redner zurück auf die Anwendung der Kalisalze. Er erklärte die n t s verurteilt. Handel und Verkehr. Uolkswittschast. Berliner Börse vom 17. Juli 1903. (Mitgeteilt von ber Bank für Hanbel unb Industrie, Gießen.) 3u »weite- A-ie ist es der r«L"^erb^ wie ^rr-fa.rt, ema, Pri>f Albert auMlucke, der filr dte moderne LandwiNfüMt ore Girina in.Qf>4H.A1t1M hrt11 fflUm Achn Jahren die S i.inp ilBteildmit unter das Schuld « wichtig «ewordn. ist. «« Telephonischer Kursbericht. Frankfurt u. 11 18. Juli iau3. 4% Oesterr. Goldrente . 4xf6% Oesterr. Silberrente 100.45 Tendenz: fest. Coursbericht der Bank für Handel und Industrie, Depofitenkaffe Gießen. 102.50 91.35 102.20 91.40 101.20 100.00 103.00 . 101.85 . 103.30 . 99.45 . 31.10 . 33 90 . 130.40 44.00 40.90 Reichsanleihe do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen 372% 3% 3V,% 8% 372% 87,% 3% Mexikaner , , 4%% Chinesen . . Electric. Schuckert , Nordd. Lloyd , , Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . . . , Harpener . . . . . . 27.06 . . 92.85 . • 9LOO . . 99.50 . . 206.70 . . 187.00 . . 136.80 . . 147.70 . . 154.20 . . 143.50 . . 18.10 . . 192.00 . . 216.50 . . 174.80 . . 181.30 Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 18. Juli. Das heftige Gewitter, das .gestern abend in Berlin und Umgegend niederging, hat namentlich, in den Vororten große Verwüstungen hervorgerufen und an verschiedenen Stellen geradezu Ueber- schwemmungen verursacht. Das Wasser drang vielfach in die Keller ein, wo es einen nicht unbeträchtlichen Schaden angerichtet haben dürfte. In Schöneberg war'an manchen Stellen die Straße völlig überflutet. Die Straßenbahn mußte auf Schöneberger Gebiet zum Teil eine ganze Zeit den Betrieb einstellen. — Kremser übernahmen an verschiedenen Stellen die Beförderung der Personen durch die überfluteten Straßen. — Das Schwurgericht des Landgerichts L verurteilte die 25jährige Kellnerin Anna Wi- nars, die am 1,9. Dezember v. I. ihren früheren Bräutigam, den Ingenieur Behr, durch eine Anzahl Revolverschüsse schwer verletzt' hatte, zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 6 Monaten Untersuchungshaft. Görlitz, 18. Juli. In Vroethen bei Hoyerswerda wurden durch eine Feuersbrunst 9 Gehöfte zerstört. Ein fünfjähriges Kind kam in den Flammen um. viel Viel) ist verbrannt. Chrisliarna, 18. Juli. Kaiser Wilhelm wird seine diesjährige Nordlandreise bis rund um Finmarken, den nördlichsten Teil Norwegens, der sich bis zur russischen Grenze erstreckt, ausdehnen. . Hengsten.berg’» Weinessig ist bei den besseren Kolonialwaren-, Delikateß- und Drogengeschäften zu haben. 4286 4% Ungar. Goldrente, , 4O/o Italien. Rente . . 4%% Portugiesen . . 3% Portugiesen. . . . 1% C, Türken . . , Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 41/,% äussere Argentiner die 3. Operation, die von ihnen am Donnerstag infolge der Atembeschwerden für notwendig erachtet worden war, nicht ausführten, da sie befürchteten, daß eine neue Drainage imgünstige Folgen haben könne. Das Vorhandensein von Blut in der Flüssigkeit bei der 2. Operation war ein starker Beweis für Krebs. Eine Genesung ist daher ausgeschlossen. Wohl aber ist es möglich, daß der Todeskampf noch mehrere Tage dauert. Diese Tatsachen tourben durch tue irreführenden Bulletins der letzten 10 Tage verheimlicht. Rom, 18. Juli, 4 Uhr morgens. Das Befinden des Papstes war während des größten Teiles der Nacht zu- srre den stellend. Die akuten Krankheitssymptome scheinen überstanden zu sein. Lediglich die große Schwäche floßt den Aerzten Besorgnis ein. R 0 m, 18. Juli. Der Papst fühlt sich wieder Wohler und spricht mit Zuversicht von seiner Ge^- nesung. Professor Lapponr erklärte einem Journalisten, der Lungen-Prozeß sei gelöst und der p l e u r i t i s ch e Prozeß rm entschiedenen Rückgang. 9Lan dürfe also aw- nehmen, daß alle organischen Funktionen sich wieder beleben werden. Es sei aber die Befürchtung nicht ausgeschlossen, daß nun an Stelle der Krankheit ein Zustand des physischen und auch int ellektuellen Marasmus von ziemlich langer D«auer eintreten werde. Im Vatikan macht man sich darauf gefaßt, und fleht in RamPolla nicht mehr den allmächtigen Staats- sekretär, sondern den Papst selbst. als Ersatz der gehabten Organisationskosten bereits bezahlt. Vom Reingewinn der Monopolverwaltung erhält die Verwaltung von Montenegro 80 pCt. und die Gesellschaft 15 pCt., während 5 pCt. für Regiekosten in Aömg kommen. Berlin, 17. Julr. Die erste Sitzung der amerikanischen Silberkommission hat gestern in der R e i ch s b a n k statt- gesunden. Nach Begrüßung der ausländischen Delegierten durch den Reichsbgnkpräsioenten Dr. Koch wurde von den Mitgliedern der amerikanischen und mexikanischen Kommission eine Darlegung der Beweggründe gegeben, welche ihre Regierungen zur Einleitung der Beratungen bestimmt haben. Im Anschluß daran wurden die Vorteile, welche den europäischen imb amerikanischen Staaten aus einer Stabilisierung der chinesischen Valuta erwachsen würden, erörtert. Vince nza, 18. Juli. Auf einem Nachtmarsch über das Gwvo-Joch stürzten 3 Alpenjäger des hiesigen Bataillons a b. Emer war auf der Stelle tot, die beiden andern wurden noch lebend ausgefunden. Genua, 18. Juli. Von dem vor einigen Tagen aus Bombay einaetroffenen englischen Dampfer „Spekheaö" erkrankte ein Matrose unter Pestverdächtigen tÄschein- ungen. Da beim Ausladen der Waren bereits zahlreiche Personen mit dem vielleicht verseuchten Schiffe in Berührung gekommen sind, wurden außer dem Schiffe selbst und ferner Besatzung 80 Dockarbeller und 5 Leichterschiffe in Quarantäne genommen. Wien, 18. Juli. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Sell der Belgrader Mordnacht wird der Sultan von Tag zu Tag mehr von A n g st g e f ü h l e n verfolgt. Er hat Befehl erteilt zur Aufdeckung von Verschwörungen. Die kaiserlichen Prinzen werden aufs schärfste überwacht. Die Offiziere dürfen mit ihnen nicht verkehren. 20 Offiziere sind strafweise versetzt worden, well sie vor einem kaiserlichen Prinzen salutierten. Reich en berg, 18. Juli. Italienische Arbeiter versuchten in der Nähe der Station Bernsdorf einen Personenzug zur Entgleisung zu bringen, indessen wurde der Anschlag durch die Wachsamkeit des Bahnwärters verhindert. Sofia, 18. Juli. Die bulgarischen Mllitärkreise halten die Versicherung der Pforte, daß sie die Truppen von der bulgarischen Grenze zurückziehen und wellere kriegerische Maßnahmen einstellen werde, als leere Spiegelfechterei. Die Pforte habe zwar an mehreren Punkten ihre Truppen zurückgezogen, sie jedoch an anderen nur wenige Kllometer entfernten Punkten wieder aufgestellt. Ueberdies sind längs der bulgarischen Grenze 50 Militär-Proviant-Depots errichtet worden, die für den Kriegsbedarf ausaerüstet werden sollen. Petersburg, 18. Jull. In informierten Kreisen sieht man der Entwicklung per Dinge in Ostasieu durchaus ruhig entgegen. Nach einer Newyorker Depesche handelt es sich bei den zwei Vertragshäfen in der Mandschurei, die von China mit russischer Zustimmung geöffnet werden sollen, um Mukden und Tatungkao. Dies Resultat wird als ein diplomatischer Sieg Amerikas erachtet. Die Krankheit des Papstes. L. Rom, 18. Julr. Dem Bureau Lassan wird gemeldet: Folgende Darstellung des Krankheitsfalles des Papstes darf als den Tatsachen entsprechend betrachtet werden: Im Jahre 1899 exstirpierte Professor Mazzoni an der rechten Körperseite des Papstes eine Geschwulst, bqren Natur nicht ermittelt werden konnte, da sie eine Unter- üchung nicht erlaubte. Er bewahrte das herausgeschnittene Stück eine zelllang auf und warf es dann weg. Die gegenwärtige Krankheit wurde zuerst als Lungenentzündung diagnostiziert. Professor Rossoni nahm dann Brustfelleutzündunb an, bis die Operation ergab, daß die entfernte Flüssigkeit keine Anhaltspunkte für Bruft- ellentzündung, sondern Krebs keime enthielt, wonach kein Zweifel mehr bestand, daß jene Geschwulst von 1899 ein Krebsgeschwür war, das jetzt an anderer Stelle wieder neu ausgetreten sei Die 2. Punktion ergab das Vorhandenem einer Flüssigkeit mit soviel Blutzusatz, daß die Aerztes Landwirtschaft. X Aus der Umgegend von Gießen, 17 Juli Endlich tft über unserer Gegend seit letzte Nacht bedeutendes ausgrebrges Regenwetter niedergegangen, nachdem die Kchlreichen schweren Gewitter vom 11. und 12 d M uns gnädig verschont hatten. Leider erhielten wir aber auch fast keinen Regen, sodaß Gemüse, Kartoffeln, Dickwurz, und Futterpflanzen ein bedenkliches Aussehen annahmen Für bte Sommerfrucht kommt allerdinO der Regen etwas zu spät, während er für die Wiesen' gerade jetzt von S"tem Nutzen ist. Die Sommerftucht ist sehr kurz qe- en. Die Kornernte hat bereits begonnen und verspricht — was Körner und Sttoh 6ttrifft — recht günstig M werden, vorausgesetzt, daß das Erntewetter'gut wird Langanhaltendes Regcnwetter würde viel Schaden anrichten In den Lanüorten beginnen einzelne Gemeinden bereits >mit den Ernteferien. Sßictenstoffe ■------- Muster portofrei. ------- Fertige seidene Kostüm -Röcke, Jupons, Blusen, halbfett, Roben, Deutschlands grösstes Spezial-Seiden-Geschäft Seidenhaus Michels & Gii, Berlin SW. 13 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Mark grafen-Strasse. Mechanische Seidenstoffweberei in Krefeld Warnung vor Fälschung woJap in Pillen noch Pulverform noch mit Kakao TV vUul gemischt, sondern nur in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist HommePs Haematogen echt. ua G | Course vom fl 1 Course vom Course vom -- 1 1 Courfe vom 1 = Course vom ---- Courfe vom GQ_ | 16./7. 1 V./7. | GQ , 16./.7 | 9.'7. 16./7. 1 9J7. GO 116./7. | 9./7. 1 ro 16./7.1 9.77, GQ 16./7. I 977 Staatspapiere. 4 Spanier. . —.— Stan&estyrl. Anl. Nordd. Lloyd . 98.- 98.6s 4 Meining. Ser. 8 103.3C 103JM 4 Warschau Wien Deutsche. 4 Ung. Goldrente 101.9c 101.9s 4 Solms-Brauns. __ __ Dortmunder . 77.56 101.- 3Va do. abg. . 97.7( 97.7( stfr.'. . . . 3% ■ 3 D. Reichs.-Anl. 102,7t 102.3c tx do. Staalsrente 100.0s 99.95 3‘/a do..... 99.- — Hamb.-Amerlk. 4 Preuß. Boden- 4 do. XL 1911er do..... 91.4C 91.3s 3)4 desgl. . . . 91.5s 91.35 3Vi Asenb.-Birstein. 98.6s 98.80 Pacfetfahrt . 100.90 102.— Credit . . . 102.6s 102.6C 4 Wladikawk 95 3 y2 Preuß. Consols 102.4s 102.35 i* Argcnt. v. 1887 —.— —.— •-------- 4 Rhein.Hypoth.- steuerst. . . 100.30 3 do..... 91.4c 91.3s do. Gold d. 1888 86.00 86.20 Bank-Aktien. Bochum Bergw. 95.— 168.25 Bant 1907er 102.66 102.6s 5 Anatolwr . . 10L— 103.80 4 3% Badische. . . do..... 104.9L 101.40 105.30 101.20 du. äuß. o. 1897 Chile Gold-Anl. 78.50 78.20 94.30 Reichsbank . . 151.80 152.10 Concordia „ Eschweüer „ 300.25 224.80 220.— 222.- 37- 4 do. Preuß. Central- 98.56 98.56 3 Salon.-Monast. 6ASC 64^0 4 Bayer. St.-Obl. 104.40 104,30 6 Chinesen. . . 104.60 104.50 Berliner Hdlsg. —.— —.— Gelsnkirch.Brgw 184.60 183.50 Boden. . . 103.80 103.70 Lose 32 do..... 101.20 101.15 do..... 100.70 100.85 Darmstädter Bk. 136.60 136.70 Harpener „ 179.90 177.80 4 Westdeutsche. . 102.90 102.90 in Prozenten. 4 Hess. St.-Obl. . 105.20 105,20 1/4 do..... 92.40 92.60 Deutsche Bk. . 210.90 — .— Hibcrnia „ 179.40 178.90 37 2 do..... 98.10 98.10 3% do..... 101 15 101 0 Mexicaner Silb. Disconlo-Ges. . —.— 185.60 Laura „ 214.80 214.10 4 Preuß. Hypoth.- 4 Bad. Lhlr. 100 —.— 145^5 3 do..... 8990 90 iserie 1—4 . 40.85 40.70 Dresdner Bk. . 147.70 147.— Härder „ 117.90 115.75 Akt.-Bk. abg.. 100.25 100.10 tu Bayer. Thll.100 — 162.— 3% Württemberg. . Bremen v. 1899 10140 100.60 101*40 100 60 5 Mexnaner v. 99 102.50 101.85 National-Bk. . 118.90 —.— Ilse 192.25 192.90 37r Gothaer Präm.- 3H 3 do. Silber . 27.20 26.85 Schaffhsr. Bko.. 128.90 129.— Phönix 130.80 — Eisenb.-priorit. 37« Pfdbr. L . . 122.— 3* Hambg. v. 1899 100^80 Provinz- und D. Effekten- und Hoesch Stahl . 155.— 130.10 37, Südd.Eisenbahn 96.30 96.- do. II.. . 110.— Wechselbank . 164.60 104.60 SchalkerGruben 408.50 492.- 4 Dux-Bodenbach 37 2 Cölu-Mindener 136.45 136L0 5 Ausländische. 5tädte-Anleihe. D.Geuoss.-Bank Mitteld. Kredit 100.50 114.20 100.50 114.— Buderus. . . Deutsch-Luxemb 109.75 89.50 110.25 89.75 4 von 1891. . Elifab. steuerst. 101.70 10L75 3 4 Madrider . . Merngr. Präm.- —.— —»— Bulgar. Tabak 90.85 89.95 3% Starkenburger. 99.80 100.- Psälz. Bank . Preuß. Hypoth.- Aktlen-Bank. 107.40 107.70 Pfandbriefe. 4 Franz Joseph . 101.00 100.55 Pfdbr. Thlr. 135.60 47, Bosnier. . . 101.75 101.80 4 Gleßener. . . 102.60 103 — 4 Kaschau-Oderbg. 100.... 135^0 5 Griech. C.B. von 3/4 do. ... . 100.25 100.25 112.90 110.90 3% Hess.Hypoth.-Bk. 99.70 99.80 D Oesterr. Nord- 4 Oesterr. v. 1860 155.40 15L35 1890 . . . 40.50 40.55 3 >4 Frankfurter. . 100.— 100.10 Berl.Hypoth.-B. —.— —.— 4 Franks. Hypotbk. westbahn B. . 106.95 107.70 do. 0.1854 182.80 —-— 4 Griech. Ukonop. 44.00 44.50 3)4 Darmstädter 99.50 100.20 Oest. Cred.-Akt. 209.10 208.— Serie 14 101.60 101.60 0 do. Südbahn 3 Oldenb. Thlr.40 130.40 129.60 4 Italiener Rente 103.30 103.30 4 Babenhausen 101.— — 372 do. Serie 19 98.30 98.30 (Lomb.) 107L5 107.30 Lück. F rs. 400 133.80 3 do..... — — ——---- 0/4 Mainzer. . . 99.70 100.10 Industrie-Aktien 4 Frks-HyP.'Cred.- 4 do..... 94.40 94.60 Uuverrtusliche 47t Oester.Silberrte 100.10 100.70 3/4 Offenbacher. . 99.40 100.— Verein 1905. 101.40 101.40 3 do..... 66.20 66^0 4 Oester. Goldrle. —.— 102.90 4 Wormser . . 102.50 102.40 Farbw. Höchst. 378.— 367.- SV» do. 1906. 98 00 98.— 3 Raab-Ocdenbg. pr. Stück u. Mk. 4% Porlug. Staat 49.55 3)4 do..... 100.25 100.25 do. Griesheim 230.— 225. 1 31/ do. tilgbare 98.00 98.- Ebf. . . . 77.45 77.20 Ansbacher fl. 7 abgest. . . 49.701 31,2 Heidelberger 99.90 100.— Brauerei Kempff 137.— 137 — 4 Frkf.Landwtsch. 99.40 99.40 4 Rudolfbahn. . 100.85 10L80 Augsburg, st. 7. 35*60 3 do. abgest. . 31.10 31.20 4 Mannheimer . 102.20 102.70 „ Binding 248.— 249.— 4 Hamburger Hy- - > Brschw.Thll.20 140 — 5 Rum. am. Rte. 99.50 99.40 37, Bai^ Nauheimer —.— —.— „ Henninger 170.50 170.50 potheken-Bauk 2Vw Jtal. staatl. gar. Finnldr.Lhlr.10 4 Rumän. v. 1890 --.—- 87.85 3/4 Lahr .... 99.00 99.— „ Rettenmeyer 122.50 123.- Ser. 141-250 100.60 100.40 C.B. . . . 71.75 71.90 Mailänd.FrS.45 56*50 4 Gold-Russen v. 3/4 Wiesbaden . . 99.70 99.70 „ Stern. . 240.— 240.— l do. unkündbar Livorncser . . 73.25 73.- do. FrS.10 20.20 19*50 1880 . 100.00 100.30 47» Bukarest. . . 94.— 94.- „ KielerSchloß 141.50 142.75 bis 1910 103.25 103.25 1 Sard. Sec. stfr. 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