Nr. 166 Erscheint tS-ltch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vesfischen Landwirt die Siebener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck «. Verlag der Brüh Üichen Unioers^Buch- «.Stein- druckeret Metsch Lrbens Gchnlstraße 7. Adrefle für Depeschenr Au-eiger Gieße«. Kernsprechanschluß Nr. 5L Erstes Matt 153. Jahrgang Samstag 18.JuliiS03 Be^ngSpreiSr rnonatlich Sietzener Anzeiger ** General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen monatlich 75Ps^ viertel- jährlich WIL 2L0; durch Abhole- u. Zweigstellen rnonatlich 65 Pf.; durch diePost ML 2.—viertel- jährL ausschL Bestellg. Annahme von Anzeigen für tue TageSnummer bis vormittag» 10 Uhr. Zeilenprewr lokal 12Pf^ auSwütt» 20 Pfg. Teil! P. ötttto: für »Stadt und Banb4 und .GerichtSsaalE; August .GStz; für den Anzeigenteil: Han» Beck. zrarmstädter Krief. SR. B. Darmstadt, 17. JE. Nur noch werriae Tage trennen «ns von her heißesten Zeit des Jahres, oen sogenannten Hundstagen oder der „Opora" der alten Griechen und damit hat denn auch naturgemäß jetzt die hohe Politik ihren kurz genug bemessenen Sommerurlaub angetreten. Die ^heißesten Dag^, bildliche genommen, haben wir glücklicherweise schon langst hinter uns, denn heißer, als um die Zeit der jüngsten Reich s tagsw ahl kann es Wohl selbst unter den tropischen Strahlen der Augustsonne bei uns nicht Angehen. Schon. Hippokrates SericHet, daß in dieser Zeit der Opora im schönen Hellas Gallenerkrankungen an der Tagesordnung waren; hätte er unsere verflossenen Juni- tage miterlebt, er würde sich überzeugt haben, daß wir uns auch darin die wackeren Griechen zum Vorbild nehmen — auch bei uns ist so manchem nach der Reichstagswahl gründlich die Galle übergelausen. Die Vertreter der Diittelstandspolitik in Hessen haben jedenfalls Veranlassung, mit dem Verlauf der heißen Junitage zufrieden zu sein. Die letzteren haben zwar bei der HauMvahl keinen Zweifel darüber gelassen, daß auch bei uns, wie fast überall im Reiche, die sozialistische Strömung weiteren Boden gewann, aber sie Hecken doch auf der anderen Seite auch den vollsten Beweis dafür erbracht, daß eine kräftige Aufrüttelung Michels zu der wünschenswerten entschlossenen Haltung des Bürgers führt. Es ist ein wahrer Ruhmestitel für unser Hessenland/ daß nicht nur die vier alter: liberalen Mandate siegreich behauptet, sondern sogar noch drei neue dazu gewonnen wurden. Die Tatsache, daß die 6 nationalliberalen Hessen jetzt ein Achtel der nationalliberalen Gesamtpartei bilden, wahrend die Landesangehörigen kaum ein Fünfzigstel der Gesamtbevöb- kerung ausmachen, wird weit über unsere rot-weißen Grenzpfähle hinaus bemerkt werden. Also in der Politik herrschr jetzt Ruhe, auch in der inneren Landespolitik. Staatsminister Dr. Rothe nstd Finanzminifter Dr. Gnauth haben, wie das Gros der Beamten überhaupt, ihren Sommerurlaub angetreten, die Konferenzzimmer und Schreckstuben der Ministerien füllt Totenstille. Die Geheimräte dep Regierung sind nicht von Darmstadt weggegangen, ohne vorher noch mit ihren Aktenstößen tabula rasa zu machen. Sie haben noch kurz vor der Abreise mit mancherlei Gesetzentwürfen anfgeivartet, die hoffentlich recht vielen der Herren Volksvertreter in der Ferienmuße Gelegenheit zu eifrigem Studiun: bieten werden. Vor allem die Vorlage über die Regelung der D i e n st - Verhältnisse der Staatsbeamten. Der Entwurf bezweckt vor allem, die vielfachen, zurzeit bei uns bestehenden Bestimmungen über diese Dienstverhältnisse, die aus den verschiedensten Zeitabschnitten des vorigen Jahrhunderts stammen, zu einem einheitlichen Ganzen zusammew- zufassen und „dem erhaltenswerten Inhalt des (Änktes von 1820 eine neue gesetzliche Form zu geben." Aus diesem Edrkt stammt z. B. noch die Bestimmung, daß jeder Staatsbeamter (außer dem Richter) jederzeit ohne ein weiteres Verfahren in den Ruhestand versetzt werden kann. Daß eine solche Vorschrift nicht dem Ansehen des Beamtenstandes entspricht, liegt auf der Hand und deshalb war auch schon im Jahre 1880 ein Gesetz über die Disziplinarverhältnisse der nicht richterlichen Beamten geschaffen worden, in welchem der Verwaltungsgerichtshof als «Disziplinargericht bestimmt wurde. Im Interesse „vermehrter Garantien für eine erschöpfende Würdigung und Beurteilung der wichtigeren Dis- ziplinar-Straffachen" schlägt nun der neue Entwurf vor, sür die schwersten Fälle, also in denen, wobei es sich um Dienstentlassung handelt, eine Berufsinstanz einzu- führen. Diese letztere soll in Zukunft der Verwaltung^ gerichtshof bilden, während für jede der drei Provinzen eine Disziplin arkammier mit neun Rich^ tern geschaffen werden soll. Durch diese Einrichtung einer Berufsinstanz wird sür die hessischen Beamten dasselbe Rechtsmittel geschaffen, ttrie es auch die Reichsbeamten besitzen. Der Gesetzentwurf, der wieder von der loyalen und lckeralen Gesinnung der leitenden Kreise unserer Re* gierung Zeugnis ablegt, wird von der hessischen Beamtenschaft mit Freude begrüßt. ' Volitifche Tagesschau. DaS sparende Deutschland. Sehr bemerkenswerte Ausschlüsse gckt das kaiserliche Statistische Amt in dem diesjährigen Statistischen Jahrbuch über die Spareinlagen der Bevölkerung und das Vermögen der Sparkassen. Diese lehrreiche Statistik erscheint zum erstenmale seit Herausgabe des' Statistischen Jahrbuchs, ermangelt aber durch Verschulden des" Herzogtums Braunschweig der Vollständigkeit; Braunschweig konnte die statistischen Daten nicht liefern. Abgesehen also von Braunschweig zählte man in Deutschland am Schluß des Jahres 1900 14 863 956 Sparkassenbücher mit einer Gesamtsumme der Spareinlagen (Guthaben der Einleger) von 8 838583 000 ML, also fast 9 Milliarden! Tas Aktivvermögen der Sparkassen (ohne Reservefonds) belief sich bis zum genannten Zeitraum ebenfalls aus nahe 9 Milliarden, genau auf 8 919 837 000 ML, der Reservefonds auf 537144 000 Mk. Unter Aktivvermögen der Sparkassen ist sowohl das eigene Vermögen derselben (insbesondere Grundstücke und Inventar), als auch das werbende Vermögen, b. h. die Anlagen (ausgeliehene Kapitalien), welche den Gegenwert der Einlagen bilden, und der Zinsertrag der Anlagen bis 31. Dezencker 1900, ferner der Betrag der Wertpapiere und der Barbestand zu verstehen. Für die preußischen Kassen kommt noch der Spar- u:ck Re- jervesonds im Betrage von 8122 399 Mk. hinzu. Also dem Guthaben der Einleger von 8 838 583 000 Mk. steht als Gegenwert das Vermögen der Sparkassen einschließlich Reservefonds von 94651&899 ML gegenüber. Die Statistik Wer däe Siparkchsen hat fich bei ihrem diesmaligen ersten Besuche mrt den absoluten Zahlen Über die Sparlust und Fähigkeit der einzelnen Bundes stauten begnügp; die relativen Zahlen würden unseres Erachtens einen nicht uninteressanten kleinen Ausschnitt des sozialen Lebens gewähren und nachzuweisen vermögen, wo und unter welchen Bedinmmgen sich der Sparsinn am fruchtbarsten en tändelt Mit einiger Sicherheit laßt sich dies indes schon aus den absoluten Zahlen entnehmen: die reich entwickelten Industrie- und Handelszentten zeigen auch den lebhaftesten Sparfrnn. Dem größten Bundesstaat Preußen mit 5 745 795 000 Mark Spareinlagen folgt nicht der zweitgrößte Bundesstaat Bayern, der erst an vierte Stelle tritt, sondern Sachsen mit 925 295 000 Mk.; dann Baden mit 419 841000 Mk., Bayern mit 319 742 000 ML, Württemberg mit 239 592 000 Mark und Hessen mit 203 25 7 000 Mk. Die absolute Zahl en kurve fällt dann jäh herab aus die siebente Stelle, welche Hamburg mit 178 790 000 Mk. darbietet, aber in relativer Betrachtung weit hinauf rücken müßte; dann folgt Elsaß-Lothringen mck 117 757 000'Mk., Bremen (94 003 000 Mark), Lippe (79 634 000), Reuß j. L. (79 230 000 Mk.), S- Weimar (55 095 000 ML), Anhalt (55 035 000 ML), Mecklenburg-Schwerin (50 339 000 ML), S.-Meiningen (49 356 000 Mattk), S.-Coburg-Gotha (45 711000 ML), S.-Altenburg (40 362000 ML), Oldenburg (30377 000 ML), Waldeck (ML 22515 000), Schaumburg-Lippe (18 055 000 ML), Lübeck (16 889 000 ML), Schwarzburg-Rudolstadt (16 243 000 ML), Reuß ä L. (15 863 000 ML). Mecklenburg-Strelitz (13 677 000 ML) und Schwarzburg^Sondershausen mit 6 329 000 ML An Ueberweisungen für kommunale und andere Zwecke verausgabten die Sparkassen 17 782000 ML; die Verwalt- ungskosten beliefen sich aus 16177 000 ML Kolonialpost. — Die deutschen Admiralitätsinseln, im Bismarckarchipel unterm 2. Gr. südl. Br. und 146. Gr. östl. Länge gelegen, sind der.Schauplatz einer neuen Bluttat der Ei ngebor enen^ewesen. Einer Prckatnachricht aus Matupi zufolge wurde der Engländer Howard nebst seiner ganzen Schiffsmannschaft auf seinem Fahrzeuge Lnut Dauschha.^wei von Eingeborenen der Admiralitätsinseln ermordet Die Eingeborenen erbeuteten Gewehre und Patronen und ließen das Schiff dann auf Grund lau fern Die Eingeborenen des Bismarckarchipels, die zum Teil noch Menschenfresserei treiben, haben schon mehrfach weiße Händler oder Reisende meuchlerisch ermordet In manchen Fällen mögen die Ermordeten ihren Tod selber verschuldet haben, indem sie die Sitten und Gebräuche aus Unkenntnis oder mit Bewußtsein verletzten. Gerade unter den selbständigen Händlern der Südjee, die nicht im Dienste großer Handelsgesellschaften stehen, befinden sich viele verkommene Elemente. In vielen Fällen aber haben die Ermordeten den Eingeborenen keine Veranlassung zu ihrem mörderischen Verhalten gegeben, sondern sie sind lediglich der Habgier ihrer Mörder zum Opfer gefallen. Das Weißbuch, das dem Reichstage in der verflossenen Tagung mrterbreitet worden ist, macht über den Bruch des Landfriedens im Jahre 1901/02 folgende Angaben: „Der öffentliche Friede wurde im Gebiet des Bismarck- Archipels wiederholl durch Uebergriffe der Eingeborenen gestört. Auf einem der Insel St. Matthias, vor gelagerten unbewohnten Inselchen war jellens der Firma Herusherm u. Co. in Maftlpi eine Handelsniederlassung errichtet worden. Während des Fischens nach Trepang wurden acht Arbeiter von den Eingeborenen überfallen und getötet S. M S. „Cormorau", ohnedies ttr Bestrafimg, der Eingeborenen dieser Insel wegen der .griffe auf die Expeditton Menke bestimmt, konnte auch die Sühnung dieser neuen Gewalttat herbeizuführen. Die Handelsniederlassung wurde seitens der Firma aufgeboben. Die Eingeborenen der Insel Buke (Zuckerhutinsel), der Gruppe der Admiralitätsinseln zugehörig, überfielen einen Kutter der Handelsstation Komuli, töteten dessen Bemannung — einen Europäer und acht Eingeborene — und raubten die auf dem Fahrzeuge befindlichen Waren. Auf Komuli ist ein Pwlizeiposten stattoniert Gegen Ende des Berichtsjahres ermordeten vier Eingeborene der Liand- schäft Paparatawa auf der Gazellehackinsel Frau und Kind'des PflanAers R. Wolff. Da die Sippe der Mörder sich deren Festnahme widersetzte, kam es zu einem längere Zeit währenden Verfolgungskampfe, in dessen Verlaufe die Schuldigen getötet wurden. Die Beweggründe zu dem Vorgehen der Eingeborenen sind noch nicht völlig aufgeklärt Angeblich haudelle es sich um einen Racheakt der in einem ^enzstrelle vor Gericht unterlegenen Eingo- borenen. In den übrigen Bezirken wurd'v die öfientliche Ruhe nicht gestört" Die neueste Bluttat wird zweifellos zu einer Straf- expedi.tion führen. Ob dabei die wirklich Schluldigen und nur diese allein die verdiente Sttafe treffen wird, darf als zweifelhaft gelten. Vorbeugerrd für die Zukunft wirken diese Strafexpeditionen erfahrungsgemäß nicht Es werden noch Jahrzehnte dahin gehen, bis durch den Einfluß der Verwaltung und Missionen Geslltung und Kultur feste Wurzel gefaßt haben. 10. Deutsches Turnfest. L Nürnberg, 16. Juli. Die Hauptprobe des Festspiels fand vor einem mehr als 5000köpfigen Pubtitmn statt, das der wirkungsvollen Dar- stellmlg begeisterten Beifall zollle. Das von dem Archtv- rat Ernst Mummenhof-Nürnberg verfaßte Stück spiell in der Zeit der Freiheitskriege urrd gliedert sich in drei Bilder. Die führenden Rollen liegen in den Händen von Beruss- schanspielern, während alle übrigen Mitwirkenden, etwa 150 Personen, Nürnberger Turner und Turnerinnen sind, die namentlich bei den Massenszenen ganz vorzüglich dem Geist des Festspiels gerecht wurden. Das erste Bick führt die Zuschauer auf den Turnplatz in der Hasenheide in Berlin. Alte und junge Turner, Schüler und Studenten lagern auf dem sandigen Platze int Schutze märkischer Kiefern odev hinten an den verschiedenen Geräten und fechten mitein» ander. Es ist der Oktober des Jahres 1812. Unter begeisterten Zurufen erscheint Turnvater Jahn mit Friesen, Dürre, Eiselen urtd anderen damaligen Freunden der vaterländischen Sache auf dem Plane, um im Zwiegespräch mit den jungen Leuten die Schmach und Not der Zeit zu erörtern und ihnen den glühenden Haß gegen den korsischen Bedrücker in die fteckeilKdürstenden Seelen zu gießen. Wit einem Rütlischwur der Durngenossen, vereint zusammenzu» stehen in des Vaterlandes Not und Gefahr, endet das erste Blld. Die zwecke Szene spiell im Biwack des Lützowschen Freikorps am Tage vor dem Gefecht bei Gadebusch, b^w. dem Tooe des Freiheitsdichters Theodor Körner. (An reizendes Lagerbild nach Motto en aus Wallensteins Lager entwickelt sich und die lusttge Stimmung, die durch? einen in den verschiedenen Dialetten gehallenen Disput zwischen Sachsen, Westfalen, Schlesiern, Berlinern, Oesterreichern, Rheinländern und Tirolern über den Wert chrer verschiedenen Kvrps erzeugt wird, schlägt allmählich auch in den dichtbesetzten Zuschauerraum über. Da erscheint Körner und bringt auf allgemeines Verlangen sein neuestes Gedicht, das Schwertlied, seinen Schwanengesang, zum Vortrag. Während die letzten Töne des Liedes leise verklingen, ertönt in der Ferne das Alarmsignal und die Jäger eilen davon, dem Kampf und Sieg entgegen. ES folgt das dritte und letzte Bick, das wehmüttg an der Leiche Körners nach der Schlacht bei Gadebusch einsetzt. Friesen, Jahn, Hellfritz und die LüH)wer Jäger bellagen den Tod des edlen Sän^rs, bis schließlich Friesen Körners Vermächtnis an die deutsche Nation, ben? Ausblick aus das kommende Reich, verkündet und damck die Gemüter erhebt und auf das gemeinsame Ziel richtet. In diesem Augenblick erscheint im Hintergründe der Bühne; die Germania vom Niederwack, urck unter dem allgemetnen Gesänge der „Wacht am Rhein" schließ das Festspiül. Es hat den Vorzug der Kürze und der eblen Sprache. Alle Trivialitäten uick byKanttnischen Wendungen, die derartige Festspiele auch dem loyalsten Gemüte Jonft ungenießbar machen^ sind glücklich vermieden, und so ist zu. hoffen, daß es aßen Festteiluehmern eine bleibende Ettnnermrg an die freie Reichsstadt fein wird. Der gestrige Tag gehörte den Frauen- urck Mädchen^ abteilungen der Nürnberger Turnvereine, sowie der Knabenriegen dieser Vereine, die um 5 Uhr nachmittags die Vorführungen mck Frei- ruck Ordnungsübjungen einleiteten. Me ftischen Knabengestalten, die hier vom 5. Lebensjahre ab üjre turnerische Ausbildung erhallen, machten ihre Sache vorzüglich und auch bei den anschließenden Gerätübungen (am Barren, Reck und Stangen) sah man beachtunswerte Leifmngen. Dann traten die insgesamt 460 Mitglieder zählenden Frauen- und Mädchen-Abtellungen unter den flotten Klängen der Mckitärrnusik, zunächst ebenfalls zu Frei- und Ordnungsübungen an. Mck einem allgemeinen Turnen am Pferd, Barren, Reck, Rundlaus, der Schaukel und den Stangen schckh die interessante Uebung der Damen ab. Nach Beendigung dieser Vorführungen trat der Nürnberger Turnverein zum Radballspiel an, während gleichzeitig der Schwabacher Turnverein Pyramiden an 16 zusammenhängenden Trapezen darstellte. Ein Liederabercko^: Nürnberger Sängergenossenschaft beschckß den gestrigen Festtag. Die Hauptversammlung des Gesamtans- schusses hat begonnen. Nach einer Begrüßung der Delegierten erstattete der Vorsitze^cke Dr. Götz den JcchveD- und Kassenbericht. Insgesamt sind der Deutschen Durner- schaft heute 7229 Turnvereine Deutschlands und Deutsch- Oesterreichs, sowie des Auslandes mit 728 044 Mitgliedern angeschlossen. Sie verteilen sich auf 6104 Städte des Reichs und des Auslandes. 356 230 Mitglieder nehmen an den allgemeinen Turnübungen teil. Die Zahl der Zöglinge (von 14 bis 17 Jahren) beträgt 109 873 und ckie der Damen 30 993, die in 1093 Abteilungen turnen. Das Knaben- und Mädchenturnerr wird von 681 Vereinen gepflegt, in deren Abteilungen 40087 Knaben und 13 402 Mädchen Durnuuter- rrcht erteilt wird. Das Vermögen des Verbandes beläuft sich zurzeit auf 86 958 ML, die Gesamteinnahmen betrugen 51358 ML, die Gesamtausgaben 37 153 Mk. Aus Stüdt uni) Kand. Gießen, den 18. Juli 1903. ** Die Gemälde- und kunstgewerbliche Ausstellung im Turm1)aus am Brand, welche morgen, Sonntag, von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen geöffnet ist, bleibt von Montag an geschlossen. Die Eröffnung der Gemälde- Ausstellung findet wieder Ende September statt. Da die gegenwärtige Ausstellung bei den Mitgliedern nick Kunstfreunden einen so großen Anklang gefunden tyat, plant der Vorstand, alljährlich eine kunstgewerbliche Ausstellung zu veranstalten. Bemerkenswert ist noch, daß die sertherige Ausstellung in der Zeit vom 18. v. M. bis gegenwärtig von nahezu 2000 Personen besucht war. ** 9k a ch dem Tod e I u st u s von Liebigs, dessen 100jährigen Geburtstag wir neulich in würdiger Weise gefeiert haben, stritten bekanntlich drei Städte um die Ehre, dem großen Manne ein Denkmal zu setzen: München, Universitäts-Nachrichten. • * Gießen, 18. Juli. In einem auswärtigen Blatte hatten wir gelesen, daß der ordentl. Professor der Rechte Dr. Heim- b u r g e r, dem zum 1. Oktober bekanntlich die erbetene Entlassung aus dem Staatsdienste von Sr. R. H. dem Großherzog in Gnaden erteilt worden ift, beabsichtige, eine Privatstellung in Rom zu übernehmen, und daß die Besetzung des durch seinen Fortgang vakant werdenden ordentlichen Lehrstuhls an unserer Universität Schwierig- teiten machen dürfte. Jetzt teilt uns Herr Prof. Heimburger auf unsere Anfrage mit, daß diese auswärtige Zeitungsmeldung über seine Zukunstspläne vollständig aus d e r L u f 1 g e g r i f f e n ist und jeglicher Begründung entbehrt. Was die Wiederbesetzung der von ihm innegehabten Professur betrifft, die übrigens außer dem Völker- und Kirchenrecht in erster Linie das Staats- und Verwaltungsrecht umfaßt, so erscheine dieselbe bereits für das kommende Wintersemester als durchaus gesichert. — Wie aus Heidelberg gemeldet wird, bat anläßlich des bevorstehenden Jubiläums der Rupeito Carola ein unbekannter eine Büste von Hermann Helmholtz, der von 1858 bis 1871 dem Lehrkörper angehörte, gestiftet. — Aus Freiburg L Br. wird geschrieben : Eine Stiftung für deutsche Studenten und Studentinnen der Medizin ift soeben der hiesigen Universität zugefallen. Konsul a. D. L. L e u t h n e r in Darmstadt, dessen Sohn, sind, med., vor wenigen Wochen hier plötzlich starb, hat für erwähnten Zweck 30 OOO Mark gespendet. — Wie ferner aus Freiburg i. Br. berichtet wird, geht der Privatdozent für Zoologie, Dr. Ä. P e t r u n kern i t s ch zur Vornahme von wissenschaftlichen Arbeiten nach Nordamerika. Er hat em Jahr Urlaub erhalten. Kunst und Wissenschaft. Hausschatz älterer Kunst. Von dem Kunstwerk „Hausschatz älterer Kunst", das die „Gesellschaft für vervielfältigende Kunst" in Wien herausgiebt, sind die Lieferungen 16 und 17 erschienen, mit denen sich diese auf 20 Lieferungen berechnete Publikation ihrem Abschluß nähert. Die in den beiden neuen Lieferungen enthaltenen zehn Blätter schließen sich ihren Vorgängern würdig an. Die Reproduktion in Radierung und Kupferstich ist auch diesmal wieder ganz vortrefflich. Die Radierungen William Ungers nach Rembrandts „Sitzender Mann", nach Rubens „Sieg und Tod" aus dem Decius-Mus-Zyklus der Lichtenstemschen Galerie m Wien und nach dein von einem Schüler Rembrandts, vielleicht von B. Fabritius herrührenden „Christus vor Pilatus" gehören zu den allervorzüglicyften Leistungen der reproduzierenden Graphik. Fast auf der gleichen Höhe halten sich die übrigen Blätter: Garofalos „Heilige Katharina", gestochen von G. Eilers, F. van Mieris' „Männliches Bildnis", radiert von W. Hecht, Adrian a. Ostades „Unterbrochenes Spiel", radiert von A. Juppe, S. Ruysdaels „Landfchaft", radiert von G. Greux, P. van Slin- gelants „Violinspieler", radiert von L. Kühn, Steens „Heiterkeit im Hamilierrkreife", radiert von C. Rauscher, und Wouwermans „Düne", radiert von W. Krauskopf. Der Preis dieses wirklichen Kunstwerkes ist außergewöhnlich mäßig, da die Lieferung mit fünf Blatt Radierungen nur 3 Mk. kostet; es kann daher die Anschaffung jedem Kunstliebhaber wärmstens empfohlen werden. Vermischtes. * H a-m m, 17. Juli. Auf dem Schacht „Königsborn" in Bönen-Bremeberg erfolgte ein Zusammensturz. Zwei Bergleute sind tot. * Magdeburg, 17. Juli. Der 28jährige Rangierer Pansengramm geriet heute auf bem Neustädter Bahnhof Mischen die Puffer zweier Wagen, der Kopf wurde total zerguetscht und die Beine abgefahren. * Danzig, 17. Juli. Liegen erheblicher, bei der Danziger Oelmuhle entdeckter U n t e r s ch l e i fe wurden der Inspektor und der Wiegemeister der Mühle verhaftet. * Thorn, 17. Juli. Das Hochwasser der Weich- s eL erreichte die Höhe von sechs Meter. Der Schiffsverkehr stockt fast ganz. * Chri.stia.nia, 17. Juli. In Tijermulen brach während desBesuches des KönigsOskar eineLandungs- brücke z u s am men und etwa 100 Mensch en, die darauf standen, stürzten ins Wasser. Viele is^rsonen wurden mehr oder minder erheblich verletzt. * Zürich, 17. Juli. Gestern ist im Valtuors im Engadin ein junger deutscher Tourist Namens Daniel Lang beim Edelweißpflüüen abgestürzt und war sofort t o t. * Salzburg, 17. Juli. Auf dem Krimmler Tauern gerieten 24 Touristen in einen Schneesturm und blieben stecken. Sie wurden nach längerer Zeit gerettet. * Bud apest, 17. Juli. Aus der Kaserne in Temes- var sloaen drei Exerzier-Geschosse auf den Hof des benachbarten bischöflich en Wohnhauses und explodierten dort, ohne jedoch großen Schaden anzurichten. Man vermutet ein Attentat. * Bu dapest, 17. Juli. Nach wochenlangem Regen- wetter ift plötzlich im ganzen Lande große Hitze ein- getreten. In Temesvar starben gestern zwei Menschen an * Der im Prozeß Berlin den zu sechL Jahren Gefängnis verurteilte Prokurist Kosbadt hat Revision einglckegt. * Eisenbahnunfalle. Am Donnerstag abend fuhr im Personenbahnhof Hagen ü W. einem nach Brügge ausfahrenden Güterzug eine aus einem Nebengleise kommende Lokomotive in die Flanke. Der Lokomotivführer der aus dem Mbengleise kommenden Lokomotive erlitt einen Llrmbruch. Der Zugverkehr zwischen Haspe und Hagen wurde eingleisig ausrecht erhalten. — Ein am Freitag von Neapel nach Reggio in Calabrien abgegangener Eilzug entgleiste infolge falscher Weichenstellung 300 Meter vom Bahnhof. Drei Wagen stürmten um. Der Zugführer konnte den Zug sofort zum Stehen bringen. Etwa 15 Personen sind leicht verletzt. * Explosion. "Nach einer Meldung aus Elb erfeld fand bei dem Fabrikanten photographischer Bedarfsartikel Hugo Leuthe eine Explosion von Blttzlichtpulver statt, die große Zerstörungen verursachte. Ein Arbeiter wurde getötet. . * Wiedergefunden. Wie wir seinerzeit meldeten, verschwand der 23 Jahre alte Student Fritz Schneider, dessen Elterri in Soest wohnen, am 30. Mai d. I. aus C h a r l o t t e u b ur g, ohne daß man bisher ein Lebenszeichen von dem Vermißten erhielt. Jetzt wurde dieser, wie aus Thale im Harz gemeldet wird, in einer Felsspalte im Bodetale, wo er seit sechs Wochen gehaust baue, durch zwei Bewohner des benachbarten Weilers Wendefurth entdeckt und seinem später herbeigeholten Bruder und Schwager in ziemlich heruntergekommenem Zustande übergeben. * AltPreußische Zecher. Wir lösen in der Königsberger Hartungschen Zeitung: In der westpreußischen Garnisonstadt L. bildet folgendes Geschichtchen das Tagesgespräch, dessen Richtigkeit der Elbinger Zeitung ausdrücklich versichert worden ist. In dem Offizierkasino zu X. verkehren auch Zivilpersonen, Bekannte und Freunde der Offiziere. Zu diesen Zivilpersonen gehört Assessor Z. Eines Abends war der Herr Assessor wieder im Kasino; neben ihm saß Hauptmann I. Der Herr Assessor trank ein Gläschen nach dem anderen und verspürte schließlich den Wunsch nach einem Lokalwechsel, denn er hatte mit einigen Freunden eine Kneiperei verabredet. Der Assessor, ein Riese von Gestalt und Körperbau, erhob sich und rief: „Herr Sergeant (der Verwalter des Kasinos), was habe ich zu zahlen?" Ter Herr Sergeant begab sicy zum Schanktisch, wo die verschiedenen Vormerkungen gewissenhaft gemacht werden, kam zurück und sagte: „Der Herr Assessor haben 46 Schnitte Lier getrunken". Der Assessor zahlte und verabschiedete sich, um in die andere Kneipe zu gehen. Kaum hatte er die Tür hinter sich zugemacht, da sprang der Hauptmann erregt aus. ,Lerr Sergeant, wie können Sie sich unterstehen, dem Herrn Assessor soviel Geld abzunehmen? Ich werde Sie dafür zur Rechenschaft ziehen/' „Entschuldigen Herr Hauptmann, der Herr Assessor haben soviel Bier getrunken." ,/Das ist ganz unmöglich; ich werde die Sache untersuchen." Ter Herr Hauptmann erteilte den Befehl, ihn sofort rufen zu lassen, wenn der Herr Assessor wieder im Kasino er- fcheinen würde. Das geschah nach drei Tagen. Der Hauptmann nahm seinen Platz neben dem Assessor. Jedesmal, wenn der Assessor ein neues Glas Bier bekam, machte der Hauptmann ui verstohlener Weise einen Strich auf seine Nlanjchette. Der Assesjor hatte das übliche Plauderstündchen abgesessen. Wieder rief er: „Herr Sergeant, was habe ich zu zahlen?" Prompt erfolgt die Antwort: „Der Herr Assesjor haben 53 Schnitt Bier getrunken." Als der Assessor das Feld geräumt hatte, nahm der Hauptmann die bemalte Manschette zur Hand und zählte. Er zählte zum zweitenmale, und darin setzte er sich den Kneifer aus die Nase und zählte zum drittenmale. Nun stand der Hauptmann aus, ging auf den Sergeanten zu, reichte ihm die Hand und sagte: „Herr Sergeant, ich habe Ihnen neulich unrecht getan; was ich damals gesagt habe, nehme ich hiermit zurück. Zu meiner Entschuldigung muß ich allerdings bemerken, oaß urtr ein Mann, der soviel sausen kann, noch nicht vorgekommen ist." die Stadt seiner letzten Wirksamkeit, Gießen, die Universität, an der er den Gipfel seines Ruhmes erreichte, und Darmstadt, seine Geburtsstadt. Dmtk dem Einflüsse derjenigen nnter den Spendern, die fia) aus der Zahl der zu jener Zeit noch zahlreich lebenden Schüler Liebigs rekrutierten, wurde damals in erster Linie München bedacht, dann kam Gießen und Metzt Darmstadt, sodaß die Gebnrtsftadt LiebigS und die Residenz des Fürsten, unter dessen Regierung und ver- stünduisvoller Förderung Liebig seine Laufbahn begann, erst au letzter Stelle berücksichtigt wurde und daher nur jene bescheidene Herme auszustellen vermochte, die — an sich nicht sehr ansehnlich — auf dem für ihre Verhältnisse ungünstigen Bahiihofsplatze schlechthin wirkt und außerdem durch die projektierte Baynl)ofsverlegung in ihrem Stande au Ort und Stelle gefährdet ist. 'Ihm sind dreißig Jahre feit Liebigs Tode, hundert Jahre seit seiner Geburt dahingegangen, mid mehr und mehr tritt, im Zusammenhänge mit seinem YLamen, ivenn man auf seinen M^degang im ganzen blickt, die Bedeutung Darmstadts als LiebigS ^tadt in den Vordergrund. Dor Gedanke, ihn hier an passender Stelle durch ein Denkmal von wirklich künstlerischem Werte zu ehren, beginn^ mehr und mehr an Boden zu gewinnen, zumal auch Se. Königl. Hoheit der Großherzog dem Plane großes' Interesse entgegenbringt und seiner Ausführung huldvolle und tatkräftige Förderung tu Aussicht zu stellen geruht hat. Wie wir hören, sind bereits eine Reihe von Männern zu einem Denkmals- Ausschusse zusammengetrcten, der sich betreffs Beschass- 1777g der erforderlichen Geldmittel demnächst an die breitere Oe^entltchkeit wenden wird und auf allseitiges freundliches Entgegeuwmmen wohl im voraus sicher rechrien darf. ** Schn eidermeister Stumpf und Frau feiern am Sonntag das Fest der silbernen Hochzeit. ** S ch ü tz e n f e st. In der gestrigen Hauptversammlung oes Schützenvereins wurde die Besetzung des Festzuges wie folgt durch das Loos bestimmt: Radfahrerverein, Freiw. Gallsche Feuerwehr. Bürgergesellschaft, Männergesangverein, Liederkranz, Gernhardtscher Zither- und Maiidolinenchor, Harmonie, Eoucordia, GemütlichkeiL, Maschinenbauer-Ge- saNgverein, Lutscheroerein, Turnerschaft, Artillerieverein, Stemm- und Ruigklub, Schützenverein, Städt. Feuerwehr. Fast zwei Drittel der hiesigen Geselligkeits-. Turn-, Gesang-, Ruder- und Radsahrervereine haben chre Teilnahme an dem Festkommers heute abend zugesagt, während die Beteiligung am Festzug verschiedener Vereine wegen anderweitigen Verpfliä)tungen nach außen nicht angeht. — Die Mitglieder des Schützenvereins versammeln sich Sonntag mittags 2 Uhr im' Cafe Royal, Seltersweg, zur Abholung der Fahne. — Am heutigen Festkommers wird Rechts- cmwall Kaufmann die Festrede halten. Das Programm für den Abend ist sehr reichhaltig sowohl für Musik wie für Gesang. Wünschen wollen wir, daß das 1899er Schützenfestwetter sich dieses Jahr nicht wiederholen möge. •* Nette Altertümer werden am römischen Psahl- graben ausgegraben, wie uns ein poetischer Leser aus der Gegend von Butzbach schreibt: Ein glücklicher Bursch, der in Ferien zieht, Singt gerne vor Freude ein lustiges Lied, Und well die Geschichte was Spaßiges hat, So dacht' ich, du schickst sie ins Gießener Blatt — Mein Freund ift em Forscher, mit dem ich oft geh' Und dabei erlebt' ich ei» kleines Essay: Als wir so da schrecken bei Buchen und Quell Arn Wau, wo vor Zeiten das Rönrerkasrell: Mauch Seltnes an Krügen mein Freund hier schon hob, Auch heut voll Vergnügen forscht weiter Freund Bob. Er gräbt sorschungstüchng ins Mauerwerk rein Und wickeck denn richtig 6 Tonkruge ein. Daraus hat nach Siegen wohl Cäsar gezecht! Da — aus wars Vergnügen, das Zeug war nicht echt! Auf einem geschrieben die Inschrift sich hob: Cäsar s. lieben Herrn Antiquar Bob". r. Bad-Nauheim, 17. Juli. Bis zum 16. Juli 1903 sind 14 894 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage rwch 6469 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 16. Juli 172162 abgegeben. g. Friedberg, 16. Juli. Der Voranschlag der Stadt zeigt eine Gesamteinnahme von 435 607 Mt., darunter Umlagen 176 500 Mt., aufzunehmende Kapitalien 114 240 Mark, Erträge aus dem Gas- rmd Wasserwerk 37 600 Mk. Bei den Auslagen betragen die Summen für Schulen 33 075 Mk., Erbauung von Straßen, Brücken rc. 50 530 Mk., Ankauf von Grundstücken 35 500 Mk., eine Baracke für die Gewerbeakademie 4000 Mk. und Beiträge zur Kreiskasie 33 700 Mk. L Düdelsheim bei Büdingen, 17. Juli. Die Gemeinde hat den Bau einer Wasserleitung beschlossen. Die Arbecken sollen demnächst in Angriff genommen werden. Man hofft noch vor Winter die Leitung zu beginnen. Die Länge beträgt ca. 6500 Meter. Arbeiterbewegung. Frankfurt a. M., 16. Juli. Die hiesigen Trambahn- anae ft eilten organisieren sich. Es wurde bte Gründung eines eigenen Vereins beschlossen, da der Anschluß an den TranSport- arbeiterverband für die städtischen Trambahnangestelllen nicht zweckmäßig erschien. Infolge Arbeitsmangels wiirde etwa 60 Trambahnleuten gekündigt. Die sozialdemokratische Agitation macht sich natürlich bei den Trambahnern auch bemerkbar, bis jetzt aber noch ohne besondere Erfolge. __ ____ Sport. Am 26. Juli findet, wie bereits mitgeteilt, auf der Radrennbahn Sportplatz a. d. Hardt ein internationales Rennen statt und es kommt an diesem Tag der große Preis von Gießen, offen für Berufsfahrer in drei Läufen mit Punktewertung, zum Austrag. Das Rennen wird sehr interessant werden, da wir diesesmal die Leistungen erster Beriifsfahrer und Dauerfahrer sehen können. Es haben bereits gemeldet: Gritzmann-Berlin-Friedenau, Lier-Köln- Ehrenseld, Gottron-Atainz, Werner-Magdeburg, Lutter-Magdeburg,. Käser-Berlin, Ebert-Leipzig, Schmidter-Köln, Möder-Berlin, Gräs- Franksurt, Lasalle-Paris rc. Handel und Verkehr. Uolkswirrschast. Frankfurter Börse. (Wochenbericht.) Die Erholung an der New-Porter Börse hielt nicht lange an, da rote es scheint, dte Verhättnisse briiben noch nicht als dermaßen geklärt gelten dürfen, daß sie zu einer dauernden Aufroärtsberoegung anspornen könnten. Immerhin muß konstatiert roerden, daß der Kontinent, die Londoner und die deutschen Börsen, Paris und Wien fortfahreii, sich möglichst zu emanzipieren. Wie weit dies gelingt, hängt von den amerikanischen Geldbedürfnissen ab, doch hofft man gegen den Herbst die gewünschte Selbständigkeit roiedererlangt zu haben. Im Vordergrund des allerdiiigs höchst anregimgslojen, hochsommerlichen Verkehrs standen Montanwerte. Die anhaltcride Export' steigerung und neuerdings auch der Hinweis auf Arbeitermangel im Bergwerksbetrieb sich regelmäßig während der Aberntung einstellt, daher nicht gerade aus dem Mehrbedarf hervorzugehen braucht. . Die Spekulation wird wohl bei den dieswöchentlichen Kurserhöhungen von Harpener, Hibeniia, Gelsenkirchener, Konkordia hauptsächlich die Aussichten für die Neugestaltung des Kohlensyndikats haben gelten lassen. Eisenaktien behaupteten sich. Von Bankaktien profttierten Diskonto-Anteile wegen Beteiligung der Gesellschaft am rumänischen Petroleumgeschäft. Deutsche Bank, Dresdener und Ottomane fester. Einige Bahnen, rote Staatsbahnen und Lombarden auf Erntenachrichten in regerem Verkehr. Prima Henri-Aktien notierten höher. Pfälzische Bahnen behauptet. Mexikanische Silberanleihen gut beachtet und teurer. Das gleiche gilt von Bulgaren, welche auf politische Zusagen seitens der Türkei stiegen. Argentinier fest, Spanier, schwächer. Deutsche 3,5 und 3 pEt. Anlehen leicht erholt. Von Jndustriepapieren gewannen einzelne Elektrizitätsroerte, ebenso solche der chemischen rote der Maschinenbranche, z. B. Boese, Schuckert, Ehern. Griesheim, Scheideanstalt, Bielefelder Maschinen, Motorenfabrik Oberursel. Geld ziemlich gefragt. Privatdiskont 3‘/8 pEt. Äraftfuttermittel. Die Stimmung im Futtermittelgeschäft blieb in der abgelaufenen Woche eine ruhige und zeigten Preise roenig Veränderung. Von Amerika lauten die Forderungen für Baumroollsaatmehle nach roie vor recht hoch, sodaß nur wenig Interesse für den Artikel besteht. In Schlempe und Biertrebern fehlen Angebote vollständig. Erdnußkuchen werden von Marseille sowohl für" prompte, als mich für spätere Lieferung noch immer teurer offeriert, als sie hier aus zweiter Hand käuflich sind. Für Kokoskuchen geringerer Qualität indessen ist eine kleine Abschwächung zu verzeichnen, wogegen Preise für erste Marken eher etwcts höher zu notieren sind. Inländische Artikel, roie Palm- und Leinkuchen, vollständig unverändert; Reisfuttermehl dagegen fester. Tabak. Die inzroischen niedergegangenen Gewitterregen fördern das Wachstum der Pflanzen sehr, fast überall sieht man üppige und gut entwickelte Anpflanzungen. Die Hauptsache ist, darauf hinzuwirken,, daß die Pflanzer den Boden recht oft lockern und an die Pflanzen heranziehen, wodurch die Blätter aufrecht zu stehen kommen und sich besser entwickeln können. Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, daß der vorzeitige Einkauf den Pflanzern nicht die geringste Veranlassung giebt, an der Veredelung des Gewächses zu arbeiten, den Schaden hiervon hat ja immer wieder doch nur der Handel selbst. Besieht man sich aber fertige, dachreife Ware und macht entsprechend der Qualität das Gebot, so wird der Pflanzer schon von selbst darauf sehen, seinen Tabak derarf zu pflegen, daß er auch in seinen Einnahmen nicht verkürzt wird. Das Geschäft in alten und neuen Tabaken ist kaum nennenswert, einige kleinere Partien Zigarrentabakc wurden abgesetzt. Bichmarkt. Die Frequenz an den Märkten war in der verflossenen Woche eine etwas lebhaftere, auch der Handel konnte sich besser entwickeln. Prima Großvieh schlank abaesetzt, an einigen kleineren Plätzen blieb geringer Ueberstand. Mittlere Qualitäten besser gehandelt, der Absatz ist als mittelmäßig zu bezeichnen. Kälber bei sehr begrenzter Zufuhr rasch ausverkauft. Die Preise erhielten sich auf bisheriger Höhe. Schweine etwas dringender angeboten, daher im Preise eine Kleinigkeit nachgebend, etwas lebhafter gefragt. Djarkte. Gießen, 18. Juli. Marktbericht. Auf henttgemWochenmarkk kosteten: Butter pr. Pfd. 1,00—1,10 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., 2 Stck. 11—13 Pfg., Gänseeier 11—12 Pfg., Enteneier?—8 Pfg., Käse vr.Stck. 5—8 Pf., Käsematte2Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 1,00—1,20 Mk., Hühner pr. St. 2,20—2,20 Mk., Hähne pr. Stück 0,70—1,60 Mk., Enten pr. Stück 2,00—2,40 fPif., Gänse pr. Pfd. 54—60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg., «Lchweinefleifch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 0,00—10 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 9,00—10,00 Ack., Milch per Liter 18 Pfg. Kirschen per Pfd. 26—28 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Auszug aus dm LisuSrsMrsrcMklu ötr Ltsitt Glttzeu. Aufgebote. Juli. 15. Karl Link, Bäckermeister zu Gießen, und Elisabethe Johanna Haubach dahier. 16. Johann Heinrich Bremer, Taglöhner zu Gleiberg, und Marie Gertrude Bücking dahier. Eheschließuugeu. Juli. 11. Wilhelm Theodor Loh, Finanzaspirant dahier, mit Hedwig Helene Christiane Köhler, Tochter des Schreinermeisters Karl Köhler II. dahier. 11. Georg Rieß, Schneider und Turm- roart dahier, mit Marte Josepha Katharine Grämlich, Tochter des verstorbenen Schaffners Fridolin Grämlich dahier. 11. Friedrich Menz, Taglöhner dahier, mit Alwine Schneider, geb. Limber, Witwe des* Taglöhners Heinrich Schneider dahier. 17. Max Pelteson, Fabrikbesitzer zu Dresden, mit Hedwig Oppenheimer, Tochter deS Likörfabrikanten August Oppenheimer dahier. Geborene. Juli. 8. Dem Kaufmann August Wittich ein Sohn, August Karl Louis. 9. Dem Kürfchner Richard Frenzei eine Tochter, Marie. 10. Dem Schneidermeister Wilhelm Eich ein Sohn, Wilhelm Ernst Karl. 10. Dem Spengler Paul Noack eine Tochter, Charlotte. 11. Dem Fuhrmann August Kratz em Sohn, Karl August. 11. Dem Wirt Emil Freund ein Sohn, Hermann Robert. 12. Dem Maurer Ludwig Frey eine Tochter, Emma. 15. Dem Spediteur Wilhelm Lynker eiiie Tochter. 17. Dem Schreinermcister Karl Klingelmeyer eine Tochter. Gestorbene. Juli. 10. Ernst Adolf Theodor Deutscher, 31 Jahre 11 Monatd alt, Händler dahier. 11. Friedrich Klotz, 20 Jahre 11 Monate alt, Gemüsehändler dahier. 13. Heinrich Hof, 52 Jahre 4 Monate alt, Kohleti- und Holzhändler dahier. 14. Elise Panz, 14 Tage alt, Tochter der Taglöhnerin Kathariiie Panz, geb. Schomber, dahier. 15. Heinrich Karl Ludwig Staffel, 6 sDlonatc alt, Sohn des Zimmermannes Christian Staffel dahier. 15. Juliane Engel, 72 Jahre alt, dahier^ s- o sr E e e tu tXQ tu vQ , ."tä g >b — C o an b g - cd G 55 G L yD CD G — an sO tu G VD tu 5 *8* -« Q 5^^ oSi: <^x> Q GK GM *e :<5 R O ‘.O 5 • o u 2 s ^2- A ö n te ~ HNHN . JO TZ :Q ". tu «^b tu *• 5» S «, o£^'c.g >L ro u -- £? « » -> es 2 O CD O $ OJ ao XO >o « rr rr « 3 c VD g G yD CO* " o e o & **♦ rr « 4H U N N « SH ?G to" o — eo •" O g S o P is 2 a 03 W u g -82 ZLtz- «^LZ o >G yD c G L> «o. s— an eG- c x> - A «2 - .— s-# — S V G 7» «cG. « LÄ g _5 ‘5 p N- s o A isx r-> --ZAK 6"?I-: « cgi 1-1 ° G *§>er? G 03 o S"^G O G ■ ■g ° £5 __ G)^ •_» . G L SO =K— »-^.s.-0 W 5 6=8 an *g o« ’8'c* • c®rt U» TH cq G) tU . , _. ö c G .W § G rs rr « -LL G G -4-? 1O LLZ ® c U an cm *G '■P an ° <£) 500 an E <3 *7 G *G c 2 CD *Ö s 3 L in cd_^ a c G § L >b - -4-» tu L § § g G ö G T3 O O «5'S«? g S ä TT G jq an G -Q • G ?-r 55 tu G> G> an an eo O 05 o G an G 7-3 ^7 -rr co^ yD $5 CD G G G> yA G yD D G -- Qs G o GD-GlyG- G5*^— GD xG' F8 an G G G -— G> -• o i -jO tt G G> CQ CD - £ a- ä 5P L Q. S© g 2 H& an ,-7* yp yD SS ^! P -. 8> an .. xc .. ä_g 5 G . G G> Q G G) — L LZ?» <82|f tu CD cG- _ -G' ä G s^an g O vDz .— G CD u tu p~"* WZ «8 CD Z an -G 2 . Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garteuftraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von S biS 6 Uhr geöffnet. , Es können eingestellt werden: 26 Dienstmädchen, I Kindermädchen, 2 Zimmermädchen, 1 Kinderwärterin, 4 Laufmädchen bezw. -Frauen, 3 Wasch- und fraue», 1 Weißzeugbeschließerin, 2 Weißzeugnäherinnen, 1 Weiß- zeugflickerin, 1 Plätterin, 1 landwirtschastl. Diagd, 1 Kunstschlosser, 1 Installateur, I Küfer, 1 Bau- und Möbelschreiner, 1 Möbel- schreiner, ö Weißbinder und Anstreicher, 1 Schuhmacher, 2 jüngere Hausburschen, 3 Pferdeknechte, 10 Basaltsteinarbeiter, 30 Erdarbeiter und Taglöhner. Lehrlinge: 1 Kellner, 1 Bäcker. Es suchen Arbeit: 1 Dienstmädchen, 1 Hausmädchen, 1 Stühe der Hausfrau, 1 Kinderfräulein, 1 Kinderwärterin, 1 Weißzeugnäherin, 1 Büglerin oder Flickerin, 1 Wäsche- oder Plättmädchen, 9 Laus- und Putzfrauen, 3 Waschfrauen, 1 Gartenarbeiterin, 2 Schlaffer, 1 Installateur, 2 Spengler und Installateure, 1 Metalldreher, 1 Maschinist oder Heizer, 2 Heizer, 3 Buchbinder, 1 Gerber, 4 Schreiner, 1 Küfer, 1 Drechsler, 1 Glaser, 3 Weißbinder und Anstreicher, 1 Schuhmacher, 1 Schreibgehilfe oder Bureaudiener, 1 Schreibgehilfe, 11 Pferdeknechte, 1 Kutscher, 1 landwirtschastl. Aarbeiter, 9 Hausburschen, 5 Diener und Ausläufer, 7 Taglöhner,.. Lehrlinge: 1 Schreiber._______________________________________________5635 Bekanntmachung. Wegen vorzunehmender Arbeiten an der städtischen Lastwaage auf dem Scltersberg wird dieselbe von Montag dem 20. d. Mts. ab bis auf Weiteres außer Betrieb gesetzt. Ich bringe dies mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntnis, oaß während dieser Zeit Verwiegungen auf den städtischen Waagen am Neustädtertor und bei der Margaretenhütte vorgenommen werden können. Gießen, den 18. Juli 1903. 5638 Der Oberbürgermeister. I. V.: ____________Gurschmann, Beigeordneter._____________ Bekanntmachung. Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß Friedhofsaufseher Löber dahier zum Vertreter des Vollziehungsbeamten Mulch bestellt und als solcher verpflichtet worden ist. Gießen, den 16. Juli 1903. 5637 Der Oberbürgermeister. _______I. V.: Gurschmann._________________ Städtische pflichtfeuerwehr. Donnerstag den 23. Inti d. abends 8«/, Uhr, auf Oswalds Garten: aller alten uno neuen Mannschaften. Versäumnisse werden gemäß Art. 13 der Landesfeuerlöschordnung und nach S 368, Ziffer 8, des Reichs-Strafgesetzbuches geahndet. — Die zur Entlassung kommenden Mannschaften haben Binde und Keuerlöschordnung abzuliefern. o606 Der Branddirektor: Traber. Ochntliche Impfung in Gichn. Mittwoch den 22. Juli, nachmittags von 5 bis 6 Uhr, wird der letzte Impftermin abgehalten. Gießen, den 18. Juli 1903. 5636 Der Oberbürgermeister: I. V.: Curschm ann. Vergehung Von Sauarbeiten Zum äußeren und inneren Ausbau des Ueberwinterungs- hauses in dem botanischen Garten der Landes-Universität Gießen werden hierdurch nachstehende Arbeiten und Lieferungen unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben, nämlich: 1. Schreinerarbeiten, 2. Spenglerarbeiteu, 3. Schlosserarbeiten, 4. Blitzableitungsanlage, 5. Glaserarbeit (16,00 qm Fenster), 6. Weißbinderarbeiten, 7. Konstruktionsteile aus Pitch -pine = §0(3 (400 lsd. Mtr. Dachsproffen und 130 qm Fenstergestelle ohne Verglasung), 8. Verglasungen von Fenstern, Thüren und Dachflächen, zusammen 480 qm. Die Ausführungsbedingungen, Zeichnungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebotsvermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum 22. Juli l. I., vormittags 11 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zusendung von Zeichnungen findet nicht statt. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 8. Juli 1903. 5436 Großh. Hochbauamt Gießen. Neuling. Landwirtschaftliche PminM- mi> VerimM-AnsstMng in Hießen vom 10. bis 13. September b. I. Die Aufstellung einer Verkaufsstelle für Cigarren (Pavillon), der Vertrieb einer Ausstellungs-Denkmünze und des Kata- loges auf dem Festplatze soll an einen geeigneten, leistungsfähigen Unternehmer vergeben werden. Nähere Angaben sind von Herrn Weinhändler Helm in Gießen zu erfahren. Ebenso sind Angebote bei diesem Herrn einzureichen. Hardthof, den 17. Juü 1903. Der geschäftssührende Ausschuß: Schenke. 5634 Versteigerungs-Anzeige. Montag den 20. Juli l. I., vormittags 9 Uhr anfangend, findet die letzte Versteigerung des zur Konkursmasse Bönsel gehörigen Warenlagers statt. Es kommen zum Ausgebot: 1 Faß Rüböl, 1 Faß mit Honig, ca. 1% Centner verschiedene Sorten Farben, eine Quantität Tabak, mehrere Züber, Fässer und Eimer, eine Partie Holzkoffer, ferner: Schlösser, Beschläge, Schrauben und Schraubenmuttern, mehrer Maurerhämmer, Pferde- und Schafscheeren, Hobel- und Stemmeisen, mehrere Pack Schlüssel, Ratten- und Mausfallen, 1 Revolver, 1 Terzerol; mehrere Oefen und Ofenteile, 10 Wasserschiffe, eine. Partie Chamottesteine, 1 Häckselmaschine, 1 Pfuhlpumpe, 1 gußeiserne Säule, 2 Träger, Achsen für Karren, sowie eine größere Quantität Papierdüten, 1 Dezimalwage, 2 Schreibpulte, Ladeneinrichtung usw. Auf Wunsch werden die Steigpreise gegen Stellung eines zahlungsfähigen Bürgen kreditiert. Grünberg, den 10. Juli 1903. 5479 Der Konkursverwalter. Vergebung non Meriullieiermg. Zur Kanalisierung der Stadt Lich sollen nachstehende Lieferungen im Submisfionswege vergeben werden: veranschlagt zu 1. Cementröhrenlieferung . . . . 898.— M. 2. Eisengußlieferung ..... 200.— r 3. Steinzeuglieserungen, bestehend in glasierten Tonröhren mit Muffen und Formstücken, I. Qualität, frei Baustelle zu liefern . 2570.— r Zeichnungen, Voranschlag und Bedingungen liegen vom 18. d. Mts. ab auf unserem Bureau zur Einsicht offen. Die Angebote müssen in Prozenten ausgedrückt sein und sind bis zum 23. -. Mts., vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bei uns abzugeben, woselbst die Eröffnung stattfindet. Zuschlagssrist 3 Tage. Lich, den 16. Juli 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Lich. Heller. 5588 Verwenden Sie daher ausschließlich nur Gentner’s Wichse ilt dem Haminfeger. Damit erzielen Sie mit ivcnii] Bürstenstrichen den schönsten und dauerhaftesten Glanz. 703 Ucderall käuflich in Dosen ä 10 und 20 Psg. 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