arten'/ ke u-Pinseli Donnerstag 18. Juni 1903 153. Jahrgang Zweites Matt. -u anderen Boni Reichstaaswahl noch g leinen Anlaß zu Best ürchttingen für die Zu- Ausfall der können und 2000 Stimmen errang. Auch hier dürfte an dem günstigen Endergebnis für die natioualliberale Sache kaum Ki zweifeln fein. So zeigt und also das Gesamtbild, daß wir im Vergleich -u anderen Bnnde-staaten mit dem an-zufrieden sein führung dieser Aufgaben können Gv. Majestät auf meineUnterstützungundFreundscha ft rechnen und überzeugt (ein, daß mir, nne Ihnen selbst, stets am Herzen liegt, ixe schon feit langer Zeit zwischen unsere» Ländern bestehenden freundschaftlichen Begehungen zu befestigen. Nach einem Prwat-Telegramm teilte der russische Ge- sandte in Belgrad dem serbischen Minister deS Aeußern im Auftrage deS Zaren mit, auch der Zar erkenne den König Peter als Herrscher Serbiens an und wünsche ihm viel Glück und Segen. Der König von Serbien erhielt ferner vom König von Italien ein m sehr herzlichen Ausdrücken gehaltenes Telegramm rein familiären Charakters. Ebenso sandte der Fürst von Montenegro an König Peter eine Tepesche, mit dem Ausdruck seiner herzlichen Glückwünsche zur Tronbesteigung. Der älteste Sohn des neuen Königs weilt augenblicklich in Peterhof bei Petersburg. Der künftige Tronfolger wird dieser Tage nach Belgrad adreisen und dort mit feinem Vater Zusammentreffen. Der Stadtgemeinde Belgrad ging ein Telegramm des Königs zu, in welchem er seine Freude darüber ausspricht, nach 45 Jahren wieder nach Belgrad zu kommen. Die städtischen Behörden beschlossen, dem Könige bis nach Wien eine Deputation entgegenzusenden. Deutsches Deich. Berlin, 17. Juni. Der Kaiser und die Kaiserin beuchten heute früh 9 Uhr die Kunstausstellung im Landes- ausstellungSpark. Der Besuch währte 2»/, Stunden; einige Stücke wurden zum Ankauf vorgemerkt. — Der Kaiser reifte heute abend nach Meppen ab. — Der Kaiser, der seinen Besuch der deutschen Städte- auSstellung in Dresden für den 1. September zugesagt hat, roirb an diesem Tage auch die zum deutschen Städtetag am 1., 2. und 3. September versammelten deutschen Stadtvertreter empfangen, an die soeben die Einladungen ergangen sind. DaS Komitee besteht aus den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern von Dresden, Berlin, Hannover, Weimar, Dortmund, Stettin, Magdeburg, Danzig, Kiel, Darmstadt, Kasiel, Posen, Breslau, Wiesbaden, Karlsruhe, Stuttgart und München. Jede Stadt mit weniger als 100000 Einwohnern entsendet zwei Vertreter, jede Stadt mit mehr als 100000 Einwohnern ebenfalls zwei und für jedes weitere angefangene 100000 noch je einen Vertreter. Nur die Städte von über 25000 Einwohnern haben Einladungen erhalten. (Gießen also auch! D. Red.) Zweck des StädtetagS ist daS gemeinsame Studium der Ausstellung und die Besprechung der großen Aufgaben der modernen städtischen Gemeinwesen. Die Oberbürgermeister AdickeS- Frankfurt a. M. und Beutler-Dresden werden über „Die sozialen Ausgaben der deutschen Städte" sprechen. — Der Kaiser wird sich bet dem Anfang Juli in Hannover stattfindenden 14. Deutschen BundeSschießen durch den Prinzen Friedrich Leopold von Preußen vertreten lasten. Auch der Kronprinz wird dem Bundesschießen fern bleiben, und zwar, wie er dem Festaußschuste mi (teilen ließ, mit Rücksicht auf seinen militärischen Dienst. Der Thronfolger wird bei dem Feste durch den Regierungspräsidenten v. PhilippSborn oertreten fein. — Tie „Pol. Nachr." melden, ihnen werde die Zeitungsnachricht, der LandwirtschastSminister P o d b i e l S k i beabsichtige zurückzutreten, von unterrichteter Stelle als unwahrscheinlich bezeichnet. — Ain 4. August soll hier eine Besprechung zur Vorbereitung der internationalen Konferenz zur Regelung der .Funkentelegraphie stattfinden. Die an der Verfassung von 1888 vorgenommenen Aeuderungen wurden von der Skupfchtina mit 113 gegen 3 Stimmen und hieraus vom Senat einstimmig genehmigt. Die Deputatton reifte heute früh nach Gens ab und überbringt dem König einen Abdruck der abgeänderten Verfastung von 1888 zur Einsicht. Rach feinem für nächsten Mittwoch zu erwartenden Eintreffen in Belgrad wird der König in feierlicher Sitzung der Nattonalverfammlung die Verfastung unterzeichnen und den Eid leisten. AuS den bei dem früheren Minister des Innern beschlagnahmten, sowie aus den in dem Arbeitszimmer tönig Alexanders vorgefundenen Papieren er- uhr man folgendes: An demselben Tage, an welchem in rühen Sttmden das KönigSpaar umgebracht wurde, hätte ich Alexander nach Topfchider zu der Stätte, an welcher vor 35 Jahren Fürst Michael gefallen war, begeben sollen. Ein Individuum, besten Name nicht ausgezeichnet ist, Hütte dort auf den König einige Rev olverfchüsse abgeben sollen. Auf Grund dieses Schein-Attentates wollte man dann alle verdächtigen Offiziere und Führer der radialen und liberalen Parteien verhaften und vor ein Standgericht stellen, um mit Ihnen gründlich aufzuräumen. Die Verschwörer hatten keine Ahnung, m welches Unglück sie und unzählige Leute die Verzögerung ihres Anschlages gebracht hätte. Man hofft von dem ftüheren Minister des Innern Todorowitsch, dessen Zustand sich bestert, und von dem bisherigen Stadtpräfekten Maschifschanin Näheres über den vorbereiteten Anschlag, welcher stark an die Attentatsgeschichtc gegen Milan im Jahre 1899 erinnert, so- wie auch den Namen des gedungenen Individuums zu erfahren. Gerüchte von einem geplanten Attentat auf den m Konstantinopel lebenden natürlichen Sohn des Königs Milan und von umfastenden SicherheitSmaßregeln, welche die türkische Polizei dieserhalb getroffen habe, werden als unbegründet bezeichnet. Im englischen Unterhause erklärte Balfour, btt diplomatischen Beziehungen zu Serbien hätten mit dem Tode deS Königs aufgehört und seien nicht erneuert worden. Die Regierung habe erwogen, ob sie ihrer Mißbilligung über die Verbrechen, welche der serbischen Hauptstadt Unehre bereiteten, durch Abberufung deS britischen Vertreters Ausdruck geben solle, sie habe es aber für bester erachtet, daß derselbe an seinem Platze bleibe, um die Ereignisse zu beobachten, und zum Schutze der englischen Jnteresten die nötigen Schritte zu ergreifen. Er werde bei der neuen Regierung nicht beglaubigt werden, ehe die englische Regierung im Besitze genauer Nachrichten darüber sei, wie jene zur Macht kam. Die Regierung höre, daß andere Mächte, über deren Haltung Nachrichten eingingen, ihren Vertreter anwiesen, die vorläufige Regierung als de facto-Autorität anzunehmen, mit der die lausenden Geschäfte zu erledigen eien. tun ft haben. Die Nationalliberalen werden voraussichtlich ihre drei bisherigen Si tze weiter behaupten, ja sehr wahrscheinlich in G i e ß e n und vielleicht auch in Offenbach noch einen vierten und fünften hin- jiUgctoinnen. In beiden Kreisen hat daS liberale Bürgertum tn Hessen durch treues Zusammen stehen den ersten schönen Erfolg errungen — hoffen wir, daß er zu weiterer Einmütigkeit anspornen und auch bei der Stichwahl überall als leuchtendes Beispiel dienen möge! Nr. 140 Erscheint täglich auber Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Lietzener Familien- blähet oiermar tn bet Woche deigeiegt. Rotationsdruck u. Verlag bet Brühl'schen Unioerf.-Buch- u.6lem- brurferet (Pietsch Erbens Redaktion, fcpebttton und Druckerei: Schn lftraße 7. llbrefle für Depeschen: Anzeiger Gießen. 6rtm1prrd)' sicher, wie Worms, bleibt für die nationalliberale «artet auch der Wahlkreis Be ns heim.Er b ach. Tie Stichwahl leS8 ergab ijiei siir Geh. Rat Haas 8e>00 unb für ben Sozialdemokraren 6400 Stimmen; sie durste ein ähnliches Re ultat zur Folge haben. ’ c>n Friedberg-Büdingen endlich hat ®raj Oriol-sein Wand« mit 7Ö00 gegen ÜM0 ,oziawcmotra- ’iifät Stimmen zu verteidigen^ während das Zentrum nahezu GlehenerAnzeigerW w General-Anzeiger v “Ä Antts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MW Are heutige Kummer umfaßt 8 Seite«. ----- ■... ' ■__!!■ TL ...... Aas Wahlergebnis i« Kessen. Man schreibt uns an# Darmstadt: Wenn man als unbefangener Beurteiler einen Blick auf das Gefamttesultat wirft, bad uns jetzt in runden Zahlen über die Reichstagswahl in Hessen vvrllegt, so wird man gestehen müssen: Das Ding gefällt mir nicht! Wenn auch die Wahlbeteiligung im allgemeinen sehr viel reger gewesen ist, als vor fünf Jahren, so tragen doch den Löwenanteil daran nicht die bürgerlichen Parteien, fonbern die Sozialdemokraten, die mit einer wahren Berserkerwut in den Wahlkampf eintraten und mit allen, auch den verwerflichsten Mitteln die Arbeiterbataillone für ihre Zwecke zu gewinnen wußten. Es sind aber nicht sowohl das allgemeine Anwachsen der Sozialdemokratie, die Gesamtvermcbrung ihrer Stimmenzahl, als vielmehr gewisse Einzelerscheinungen, die uns verstimmen müssen. Bor allem der blendende Erfolg in der Residenzstadt. Hier hat es die totale Zerfahrenheit der bürgerlichen Parteien und die dadurch hervorgerufene Unzufriedenheit und Verstimmung der Wähler zu Wege gebracht, daß der Sozialdemokrat, als der einzige von allen neun Vertretern Hessens, ohne Stichwa hl mit einem Stimmenzuwachs von 9000 auf 14 000 den Sieg davontrug (nicht 15 000, wie die Stimmenzähler zuerst verkündeten). Die Stimmenzahl der bürgerlichen Parteien in Darmstadt ist zwar gegen 1898 durchaus nicht zurü ck gegan gen, aber sie ist stark überflügelt worden durch daS enorme Anwachsen der SozialdemoKatie in den kleinen Jabrikorten des Wahlkreises, die meist vor den Toren der Hauptstadt liegen. So sind die Stimmen in Eberstadt von 391 im Jahre 1898 auf 638, in Griesheim von 572 auf 716, in Pfungstadt von 530 auf 639, in Bischofsheim von 186 auf 357 und in Kelsterbach gar von 214 auf 444 gestiegen und zwar rekrutieren sich dieselben meist aus solchen Steifen, die früher von den extremen Agrariern beherrscht wurden. Es ist Zeit, der SozialdemvKatisierung der hessischen Landbevölkerung die cmitefte Beachtung zu schenken. Doch ist auch dieser Partei manche höchst schmerzliche fteberraschung zu Teft geworden. Ihr im hessischen Landtag so milder, aber im Reichstag so renitenter und großspuriger Führer Ulrich, der 1898 in Offendach gleich im effteu Anlauf ben Sieg davontrug, muß sich setzt dazu bequemen, mit dem liberalen Kandidaten Dr. Kecker aus Sprendlingen um das seit Jahren innegehabte Mandat zu ringen. Zwar hat sich feine Sttmmeuzahl von 13 400 auf über 16 000 erhöht, aber die Stimmen des liberalen Kandidaten find von 5800 auf 12500 angewachsen, haben sich also mehr als verdoppelt. Wenn cs dem Zentrum mit feiner scharfen Bekämpfung der Sozialdemokratie wirllich ernst ist so kann eS das hier in glänzender Weife betätigen: der Zentrumslandidat hat im selben Wahlkreis 6300 Stimmen ^halten; die Partei könnte mit Hilfe derselben Ulrich mit Glanz und Glorie aus dem Sattel heben ! Sehr bemerkenswert ift auch das Wahlergebnis in Mainz. Tort hatder eifrige und vielgewandte Dr. David knapp 13000 Stimmen erhalten; der frühere Kandidat brachte 1898 über 10000 Stimmen zusammen, bei der Stichwahl über 12 000. Nun sind aber diesmal die Demokraten und Freisinnigen geschlossen für Dr. David eingetreten, die 1898 rund 4800 Stimmen abgaben. Man darf deshalb mit Tnia und Recht aunehmen, daß die S o ziaIdem o kratie in Mainz mindestens 2000 Stimmen verlorön bat Trotzdem aber dürfte ihnen angesichts der schroffen Gegensätze zwischen Zentrum und Nationallibevaleu am 25. 3Tu dock der Sieg in ben Schoß fallen. Der dritte Kreis, in welchem ein Sozialdemokrat zur Stichwahl kommt, ist Gießern Hier ist dem vereinten 23orneben der liberalen Elemente glücklich gelungen, den antisemitischen Bauembündler Köhler, der mtt fernem Anhang den Wahlkreis mit der freisinnigen Landesuniversitätsstadt vollständig terrorisierte, gründlich ans dem yeUx zu schlagen. Anstatt, wie früher, mit einem Bauembündler, kommt diesmal der Sozialdemokrat dem ^attn Kommerzienrat Heyligenitaedt toad hoffentlich alle bürgerlichen Elemente vo 11- ;ählig auf die Beine bringen wird! ' Tas Mandat des Antisemiten Brudewald m Alsfeld-Lauterbach ist ebenfalls stark getähr- bet. Sier hat Dank des vereinten Vorgehens der Frei,m- uiaen 'unl> 'Itationalliberalen der Kandidat xr. Wallau dem Erfreu um 200 Stimmen Überhott. Tun mm ine nichtani semitischen Parteien bei der Stichwahl ihre Schul- digkett dann ist der hessische Antisemitismus i m Reichstag ein überwunden er Standpunkt. Binaeii-Älzcy hat dar sreifmnlge Schmidt- Elberseld sein Mandat gegen das Zenwurn zn v«teüngen, was ihm voraitssichtlich auch nut yilfe dar Natwnallibc- i, feinem Obst bereitet, gen und im fcimet npfiehll billigst [8914 I Wallenfels tz 2L Telephon 46. eS* >»* ” um ktHttiltL Welz, ltersweg 6. 4482 empfiehlt Vieler, YictowW. Marktefrasro^,.-- 1.50 IStos beste de^Welty ftre TN** Sdjaaf, ftbrth ' pr» Der gestrige 5v/o Mexikaner . . 47.1, Chinesen . . . Electric, tick.ackert . . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Kirchliche Klichrichlru. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Oesr. Steeb rt . Deutsche Bank Darmstädter Bank Lochumer Guß . . 101.40 . 10330 . 5030 . 3230 . 3420 . 134.80 . 4530 Sabbathseier am 20. Juni 1903. ÄrcuogQDsnb 8 Uhr. Samstag yormitiag 8 Uhr. Rachmittag 4 Uhr. . 10130 . 91.50 . 101.55 . 9130 . 10100 . 100.00 . 103.10 Prinzen HanS von SchleAvig-Holstern, die Fürstin von Schaumburg-Lippe in Langenschwalbach und erhielt heute deren Gegenbesuch. Im Laufe des Tages sprach der .König beim Fürsten zu Med vor, um sich nach dem Beenden ses bei Potsdam verunglückten zweiten Sohnes des Fursten- paareS, Leutnant im Garde du Corps Prinz Wilhelm zu Wied, zu erkundigen. fc. HerSfeld, 17. Juni. In Friedewald erschoß nn Streit auf der Straße der Förster Fischer den Kaufmann Rudolf Peter. Die beide waren erbitterte Feinde. Die Kugel drang dem Erschossenen in der Magengegend in den Leib. Fischer wurde verhaftet. des besten Wohlseins. • Newyork, 16. Juni. Die letzten Nachrichten aus der Stadt Heppner stellen fest, daß drei Viertel der Stadt zerstört und 300 Personen umgekommen sind. »Scherzworte Kaiser Wilhelms II. In den soeben erschienenen „Briefen einer Diplomatenfrau" aus . der Feder von Mary King Waddington, der Witwe des früheren französischen Botschafters am Hose von SL James, findet sich unter vielen anderen eine für deutsche Leser besonders intercssanie Anekdote. Ium besseren Verständnis sei vorausgcschictt, daß der Marquis de Soveral der Londoner portugiesische Gesandte und einer der vertrautesten Freunde König irduards, Monsieur de Staat, der ehemalige russische Botschafter in London ist. Die Szene ist Hatfield, das Schloß Loco Salisburys, wo dieser im Jahre 1891 das deutsche Kaiserpaar und den Prinzen von Wales als Frühstüclsgäste bei sich sah. Madame Waddington erzählt' „Als das Mahl halb vorüber war, bemerkte ich plötzlich, daß der Verschlug meines Kvlliers aufgesprungen war. Es war zur Sicherheit vorn am Mieder festgenaht, da die Perlen groß und schwer sind, und ich immer befürchtete, die Schnur könnte reißen. Ich bat meinen Rach- bar Soveral, cs wieder zuzuhalen. Er versuchte, war aber zu nervös ober ungeschickt und brachte es nicht fertig. Während wir beide rot wurden und leise miteinander flüsterten, hörnen wir, wie Kaiser Wilhelm meinen wiann warnend auf uns aufmerksam machte, und sagte: „Portugal ist im Begriff, Frankreich zu erwürgen". Staat meinte: „Jedenfalls befleißigt sich mein portugiesischer Kollege eigentümlicher Turnübungen". Mehrere andere scherze aus meine Kosten folgten. Als dann der Prinz von Wales ebenfalls erfolglos Bemühungen um die Sicherung meiner- Halsbandverschtusjes begann, sagte der Kaiser: „Jetzt wird die Sache ernster, England mischt fich em", woran der Prinz lachend öic Heftfäden zerschnitt, so daß ich das Kollier in die Tasche stecken konnte." — Die Bestallungsurkunde des Generalfeldmarschalls Frhrn. v. Manteuffel zum Statt- Halter von Elsaß-Lothringen sollte im Betreibungsamt des ^ivilgcrichts zu Basel öffentlich meistbietend versteigert werden. Wie hierzu weiter berichtet wird, ist die Zwangsversteigerung unterblieben, da der derzeitige Besitzer der Ur- künde im letzten Augenblick den Auftrag zu ihrer Versteigerung zurückgezogen hat. Zu der Auffehen erregenden Affäre selbst werden folgende Einzelheiten bekannt: Die für Elsaß-Lothringen io wichtige Urkunde war von dem Sohne des verstorbenen Statthalters Freiherrn von Manteuffel einem 93aumei|ier G. Stächelin in Basel gegen zwei Wechsel in Höhe vo 10 000, bezw. 2500 Frcs. unterm 15. Mai, resp. 29. Augu 1902 verpfändet und bisher trotz ^Betreibung nicht mehr ein* gelöst worden. Tie Urkunde »st zweifellos echt; auf dem Umschläge, in welchcni sie sich befindet, sind m fester Handschrift die Worte zu lesen: ,Manteuffels BestallungSurkunde als Erster Statthalter von Elsaß-Lothringen.Wie erzählt wird, soll diese Worte Fürst Bismarck geschrieben haben., * Ter Sultan von Johore, einer bei reichsten ostindischen Fürsten, in Gießen wohlbekaiutt von emem «niqr 'u. Gunsten des erträumten Laalbaus, langte kurz- Uck in Perth .Westaustralien an. Zu seinem großen (Ä- siaunen wurde er hier an der Landung verhindert, da Farbige, wenngleich m englischen Kolonien wohn^d, ab, unerwunschu Einwaiiderer beiraäftet werden. ^n Largh-» Bai dem Hafen von Adelaide, wurde er anfangs ebenso schnöde abgewiesen, doch setzte er 1*ch Qnfach über baä Verbot hinweg, landete imb pchr nach Melbourne, es ein Fürst war. drückt.- man beide Augen ;u; aber der io schändlich Behandelte schwur, künftig cm ;o ungaft- licheA Land zu meiden und feine Bedurftiiste (unter itpren yrrmifdjtrs. * Duisburg, 17. Juni. In einem hiesigen Vororte erschoß ein Arbeiter seine Braut, sowie deren Eltern, weil letztere sich einer Verbindung des Arbeiters mit dem Mädchen widersetzten. Der Mörder wurde verhaftet. • Bromderg, 17. Juni. Gestern nachmittag sind aus dem Marsche nach dem Schießplätze Hammerstein beim Pferde- waschen im See von Pawlow drei Kanoniere des Artillerie-Regiments Nr. 53 ertrunken. * Marienwerder, 17. Juni. Durch den heute früh utebergegangenen wolkenbruchartigen Regen ist auch im Gebiete zwischen Mewe und Bischosswerder großer Schaden angerichtet worden. Die Heuernte ist vernichtet. Die Eisenbahnstrecken Marienwerder—Freystadt und Marienwerder— Thorn sind gesperrt. Spremberg i. L, 16. Juni, Unter der Stichmarke: „Ein Mann in Fr au en kleid ern" schreibt man bei „Frs. Oderzeitung": Verschiedenen Personen unserer Stadt ist m letzter Zeit eine roeiblidje Person aufgefallen, Witwe Hedwig Fischer geb. Adler aus Königsbrück mit Namen, von der man annehmen mußte, daß sie keine Frau sei. Auch unserer Polizei war die Sache verdächtig vorgekommen. Man ging demnach der Sache auf die Spur. Es wurden Erkundigungen eingezogen, und nach der heute vorgenommenen Verhandlung wurde durch einen Zeugen festgestellt, daß die Hedwig Ascher, die am 27. Atai 1850 in Königsbrück geboren sein will, der am 28. September 1845 in Großenhain geborene Weber Julius Wilhelm Paul Fischer ist. Er war, wie weiter ermittelt wurde, in Großenhain verheiratet, lebte seit einigen Jahren aber von der Frau wegen El;ezwistigkeiten getrennt und hat, wie er an- gibt, zu der Berkleidung feine Zuflucht genommen, um dadurch ein besseres Fortkommen zu haben. Dieser Weber Fischer ist, wie ferner festgestellt wurde, in Vosen bereits seit ein paar Jahren als Kinderfrau in Stellung gewesen. • Genf, 17. Juni. Prinzessin Luise von ToS- kann passierte heute mit ihrem Kinde den Bahnhof von Genf Die Prinzessin begiebt sich zu einer Freundin, welche ein Schloß in der Umgebung von Lyon besitzt, und gedenkt den Sommer dort zu verbringen. Mutter und Kind erfreuen sich Telephonischer Kursberichte Frankfurt ä. ue. 18. Jam 19u3. bei den Septerrnalswahleu, die wohl oie meiste Aufregung l Serie auf 8ÖO-875 Tll, IL Serie 780—780 9DK.; Stiere waren verursacht haben, ein pflichttreuer Berliner Staatsbürger I nidjt am Markt. Das Marktgescbäst war bereit» mn ',9 Uhr be- eiligft ins Wahllokal gelaufen, um mit dröhnender Stimme I cndek. — Ein S ch w e i n c m a rt t land «regen bet oeuajenfleiapr den Namen seuus Kandidaten dem Wahlikomilee entgegen- nicht statt. Nächste Markttage: 30. Ium und 1. Jult d. J^ am zurufen. Ms ihm bedeutet wurde, daß er einen zusammen- freuen ^agc- and) .Qrainf rmy ti. .— gefalteten Zettel mit dem Äonen bcs KMididatcn abzugeben' habe, erwiderte der vorsichtige Biedermann: ,Lck wer mir schwer hüten, schriftlich ieb’ ick wischt von mir. 'Seim mein Wort nicht genügt, denn kann ick Ihnen nich helfenSprach's und ging seiner Wege. Bald darauf kam em anderer Wähler in Begleitung seiner Frau, worauf der Wahlvorsteher natürlich gegen die Begleiterin seine Etttwendungen erhob. „Ach, lassen Se man", beschwichtigte ihn der Wähler gutmütig, „sie soll ja jrabe dabei sind. Wissen Se, zu Hause führt sie bet Wort, nu soll sie aber mal sehen, bet ick hier foiar StdliftAllildll IflllflL in iel^ime Staatsanjelegenheiten eine Stimme habe." Ms! " ) ) ein ft Bismarck sein Wahlrecht ausübte, trat chm ein mit Red Star Linie. Orden reich geschmückter Zettelverteiler entgegen unb reichte I Der Postdmnpser .Pennland^ der Red Star Linie in Ant- ihm einen Wahlzettel entgegen. ,Zst bad auch der Kvnser.! werpcn ist laut Telegramm am 16. Juni wohlbehalten in Phila- vative?" fragte her Kanzler, faltete ben Zettel zusammen beimia migcicmincn. und wollte in bas Wahllokal treten. Da näherte sich ein -------- --- liberaler Zettelverteiler und machte ben Versuch, dem Neunte Nlolouugeu. eriginaldraytmcldungen des Gießener Anzeiger-. ,^edaure, Durchlaucht, es wär' so schön jewesen", ant- «ck. Darmstadt, 18.Juni. (Original-Telegramm wortete der eifrige Älgitator und verneigte sich melancholisch c6 Oteß. Anz.^). Ein bedauerlicher Unglücksfall taasMÄS s'ch geftecn abent» h.«. W-rkm.ist.-H-innch i^crliniJ passiert ist. Dieser schickte seinen jlutscher zur Wahl!L>tephan, bei der -staatsbahn beschäftigt, em Wittwer mit und übergab ihm einen Wahlzettel für ben konservativen Kindern, welcher heute zum zweiten male in den Stand « W irden „oUte, traf gestern abend mit feiner »raut Wahllokal wird man Dir noch einen anderen (für den die Vorbereitungen zu einer Hochzeitsreise nach der Schweiz, liberalen Äanbibaten) anbieten, ben darfst Du aber nicht ec hx^e nachmittag antreten wollte. Dabei entdeckte er ÄÄS.SÄ SÄ ’ - — fei. ,^Jch habe natürlich, wie Sie mir sagten, Ihren Zettel „Den können wir auch mitnehmen^, ging der iKeoolocr in die Urne gesteckt", antwortete der Kutscher treuherzig. und traf die neben dem Werkmeister sitzende Brant in .Haben Sie Dir vor dem Wahllokal nicht andere Zettel ... . . „ w, angeboten?' fragte der Gebieter weiter. „Jawohl, zwei das yerz, so daß sie sofort tot ums el. sogar", erwiderte der Kutscher, „aber die hab' ich nicht K.B. Darmstadt, 18. Ium. DaS Schwurgericht behalten, ich hab' sie zwei Arbeitern vvii unserem Gute verurteilte den Laglöl)ner Wilhelm Körner aus Reinheim angefchmierL" Eine etwas zu buchstäbliche Auffassung ber roegCn Körperverletzung mit tötlichem Ausgang, begangen in Bezeichnung „geheime Wahl" zeigte ein Arbeiter, als er |einer Wirtshansschlägerei, zu 41/, Jahren Gefängnis. Der mit fernem Wahlzettel an die Urne toit. Der '-Wahlvorsteher ZtaatSanwalt hatte 4 Jahre ZuchlhanS beantragt. fragte ihn vorschrnftsmahig nach Ä^unen und Ahnung, Münchs,, i8. Juni. L-r Wahlkreis München! „te X iar1?o^Mön,cd.virb m der Stichwahl jedenfalls an die Saz.ald-.no. wir haben geheime Wahl, und da soll ich meine ganze Adresse traten übergehen, da das hiesige Zentrum Sorg an be- hier an geben"? 'Ree, nee, daraus wird nichts, nehmen Sielreits erklärt, daß von einem Zusammen gehen mit den bloß meinen Zettel und legen Äe ihn in die Urne, vorstellen iLi beraten nicht die Rede sein könne. Die Zen- tu ich mich nichL" Da der Aiaim hartnäckig auf seinem trums-Parteileltung wird wahrscheinlich Stimmenthaltung anonymen Standpunkt verharrte, so konnte sein Stimm- proklamieren. zettel natürlich nicht angenommen werden. London, 18. Juni. Auf der Londoner Unttcgrunb» -------- /ß bahn kollidierten zwei Stadtbahnzüge. Ein mit f«. M der der Uberalen Parte, angehörige Präsident des krieasgericht heute die Oeffentlichkeit aus. Boi der Ur> agrarischen Verbandes der ungarifchen Landwirte m der teilsverkündigung ertlärte der Verhandlungsführer: Tas Generalversammlung deS Verbandes erklärte, es wurde bie kriegsgerichtliche Urteil wird aufgehoben, bie Berufung des Bildung einer besonderen agrarischen Partei nötig Gerichtsherrn verworfen, ber Angeklagte wirb von der An- werden. klage der Achtungsverletzung freigesprochen. Es sei Belgrad, 18. Juni. Auf ben Glückwunsch deS kein Zweifel, dcr°.m bcs N°rdb°zaN dcS llarageorgiewitsch auf ber Dynastie Kara Georg. Ferner Gaues DL des Deutschen Radiährer-Bundes eine Bezirks- wurde der Wahlzensus von 15 tfrant für daS altioe Wahl- Vereins-Wanderiahrt nach Kirchham. Von den Gießener ^cht beibehalten, jedoch mit der Bestimmung, daß m diesen 91001^ roerben bet ®,cBcncr 15 Frank auch die Konimunalsteuer-Zuschläge zugerechnet iSrbm cl^lOO Ritomaer wen "d^'Aerse MSbehne^. W,e man, sind. All- Privilegien d-S Hause^Obrenawltsch wurden ge. hört, wird die Konkurrenz bet dieser Wandettahrr sehr stark Harpener Bergdau . . 180.25 ^chluß-Tcndenz: Schwach. werden. ZallöLl und Verkehr. Uollibwutschasl. w« eS bie Duhlen für ben Reichstag find, kommt ber Humor ^nacmefienen «teilen mr Cbcrhcfien und d.e angrenzenden i'reuß- in ben mannLgfachsten Variationen zur Geltung, ao ist uckcn Kreist- anockaiiä ivurde. Ev fleUlen siel' die Preye pro Paar: bei ben Scptemüttswahlcu, bie wohl Die meifn? Auftegung 7 °-r ml* 77 -—»• ’7yn—7>/, 15 SDlf., uUdv 30 Mk. Porto und Liste 25 Pfg. mehr bei 4867 Richard Bachacker, 'Jicmtoe 11. Uergetnmg vM ^tluarbetten. Dienstag beu 23. L M., nachmittags 5 Uhr, sollen m dem Gemeindehause zu Wieseck nachstehende Arbeiten und Lieferilngen öffentlich in Akkord gegeben werden: veranschlagt zu Mk. Zimmerarbeiten 232,00 Weißbinderarbeiten 12,00 Ehaussicrarbeiten 31,55 Gementrohrlieferung 22,40 Gießen, den 16. Juni 1903. Senßfelder, 4810 Kreisstraßenmeisler. Arbeitsvergebung Die bei Herstellung der Cis- teiche in der Oberförsterei Schiffenberg zur Ausführung gelangenden AnSränmnngS Ar- beiten — veranschlagt zu rund 2252 Mk. — sollen Montag den 22. d. Mtö^ vormittags 9 Uhr, an Ort und Stelle in 4 Losen durch öffentliches Ausgebot vergeben werden. Pläne, Voranschlag und Bedingungen liegen bei unter- ertigter Behörde während der Dienststunden zur Einsicht offen. Zusammenkunft an der Kreuz- img des Watzenborn er Weges mit der Schiffenberger Straße. Gießen, den 15. Juni 1903. Hroßh. AuttnrinfpcKtton Hießen. _______Wißmann.____4852 Versteigerung. Samstag bett 20. Juni, nachmittags 21/, Uhr, wird in dem Hause Kreuzplatz 4 dahier wegen Laden-Aufgabe eine große Partie Schirme, Stöcke, Zinn- ttnb Spielwaren, Bierkrüge unb Gläser gegen Barzahlung versteigert. Bei den angeführten Sachen sind alle Neuheiten. 4870] I. A.: Schneider. Stöbt. Schlachthaus. Freibank« Heute und morgen: 4795 ©djknflrifdi 50 pfg. Zu vorlraufen M crMileiier GnsyerS, drei Lochslammen, Brat- und Backofen, für 25 Mark abzugebeu 4853________Südanlage 4, LL 02897] (Lin gebr.Kinderwagen zu verkaufen Dammstraße 25. 02905] Elegantes Breuuabor- rad, Mk. 100, sowie gut erhaltener Cito-Zwetfitzer, Mk. 160, stehen zu verlaufen Mäusburg 1. Ä Fahrrad zu oerf. (4872] Landgrafenstr.6, II. Banspäne! Bleichstr. 12. tL»legauter Straßenrenner sehr gut erhalten, wegen Aufgabe des Fahrens zu verkaufen 02878]Die-stratze 6, LU. Gut gehend. 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