SamStag 18. April 1t)03 153. Jahrgang Zweites Blatt. Nr. 8)0 SieheimAMger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen monatlich Ifibihd) ‘DU. ALU.durch Addole- u. ^iDCifliicllee monatlich 6o 1)1.. durch biei'oü IML 2.— Diertel* läbrl. aueldil tteliellfl. Annahme von Bnjelgen üt bie Laacouuininer jit oormitiag* lu Uhr. geilen ui ei« lokal 12i$tw audue i,dd)iiiLxn) KeOufiion, itrpeouum und rrudnei. Lchulprahe 7. tlbiril, tüi Trpddient tluirlfl,, Wiefjen. ßfrniprfd)ünld)lii6’N, 5L 5>it yculige £1 um nur umfaßt 10 Seiten. Dach den Kerien. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt: 6o turx auch die bevorstehende letzte Tagung dieses Reichstag» Ist, an interessanten Einzelheiten wird es ihr nicht fehlen. Man erwartet die Anwesenheit des Rcichs- kanzlerS gleich bei der Ansangssitzung, für die die Ab- ündcruna des WahlreglerneniS zur Beratung gestellt ist. Sie luiiuiU den Parteien dec Rechten begannt.ich wenig gelegen, und Gras Bulow wird ohne Zweijel Aeutzerungcn eö Mißbehagens von dieser Seite über die „der Zolltarif- Obstruktion auf dem Präsentierteller dargcrcichte Belohnung" zu hören bekommen. Auch verschämte Andeutungen über die gioßmütige Verzichtleistung der Konservativen auf Obstruktion gegenüber der Wahlreglementsnovclle dürften füllen. Ein solcher Hinweis wäre inocsjcn geeignet, die Neigung des Kanzlers zur Satire sich betätigen zu Ulfe». Denn der Gedanke liegt nahe, bim Konservativen vorzuhalten, daß eine Lbstruktwn gegen die von der großen Mehrheit des Bolles geiouiischte Lrch.rung des Wahlgeheimnisses ihre, der Konservativen, Wah.aussichlcn erheblich ver- scl>lechlccn würde. Tas Bestreben der Regierung, cd zu eimoglicl-cn, daß beim Wahlakt der politische Wille des Burgers unbeeinflußt zur QaLuiiq gelaugt, ist in gelvissem Stilue eine Wahlparole. Gegner wird |id> die r),egierung dadurch jedciijalls nicht ertverbcn, und wenn der neue Vieiä-slag wen.ger Koujervalive ausiveisen sollte, so ist damit noch nicht gesagt, daß dre Regierung das zu beklagen haben tvird. Es hat übrigens den Anfä-ein, als werde der amtliche „W a h l a p p a r a t" nicht zu Guiisten der rechts- stehetiden Kandidaten in Tätigkeit gesellt werben. AuS dem Beibot an die prcnßisd^n Landräle, Wah.landidaturen an- zuliehmen, darf wohl allgentein au, eine Reserve der aml- lidje» Kreise der Wahrbewegutig gegenüber g. schlossen werden. Eigeiitlich ist dies eme Konsrhuenz der zur Sicher- una deS Wub.gcheimni.seS beab.ichtlgten Maßregeln. Denn verschiedene UiiiemüLue Mandate, namentlich in Pommern und den altpreußifchen Provinzen sind, wie die BerHandlungen in der WahlprusungdlomMission dargetan haben, nur mit amtlicher llnrerpu^ung errungen woroen. Tie Ab- slimmung über dre Roverle zum Wahlreglement dürste ebenso wie dre über die anderen noch ber Erledigung harrende» Voi.agcn vor beschlugunsähigem Hause er folgen. Es ist den meiste» Abgeorditerell wichtiger, ihre Wiidlrivahl vorzubcrciten, als ihre Zugehörigkeit zui» alte» Reichstag durch den Wsuch dec legten Sitzungen zu belunbc». Tas stolze „M. d. R." ans der Visitenkarte besteht zrvar noch zu Recht, aber cs ist versch.edetitlich gefährdet, unb gewinnt erst, wenn neu erobert, wieder Wert. So wird das Auditorium im alten ReiUMag wohl nur aus der parlamentarische» Stanimtruppe und den Abgeordneten sich ufammcnsctzcn, die im glücklichen Besitze etiicd boi.ibeii- iliieren Maiidals, alfo der yUtiotubigleu überhobe» sind, ich an der Wahlagitation persönlich zu beteiligen. Auch )ie Präfidententage oes Grajen wallest re »i stitd gezählt, indessen so.l je nie Bereitwilligkeit zur llebernahme des Präsidiums auch int neuen Reichstag leslstehen. Fraglich ist nur, ob er sein Mandat aus deut Wahlkampfe gegen die Polen reitet • • • Ferner schreibt unser Darmstädter parlamentarischer Mitarbeiter: Raer-bem die stille Speizelt vorüber, nimmt der erste Ausschuß der ziveiteit Kammer (Finanzausschuß) demnächst seitte Tätigkeit wicber aus. Der Prus.dcnt des Aus- schus.eS, Abg. Möllinger, labet die Mitglieder soeben zu einer Sitzung aus nächsten Dienstag vormittag ein. Auf die TageSordtiung s.nd sämtliche noch' rüclstäiibigen und dem Finanzaussu>ug Überwiesenen Beratungsgegen- stände gestellt worben unb deren Zahl ist bekanlttlich leine Heine, auch ganz abgesehen von den verschiedenen, ans Geldbewilligung hinauslaufenden Anträgen auS dem Haufe. Einen der nnd>tiflflen Beratungsgegensläude des Ausschusses wird die von der Regierung erneut eingebrachte Vorlage über den Umbau deS Großh. Hoftheaters bilden, für welchen abzüglich des von der Stabt Tarmüadt zu leistenden Zuschusses 404 910 Mark von den Landständen gefordert werden. Tie Gesamtkosten des Theaterumbaues lind bekanntlich auf 058 000 Mark, die der Honorare für Bauleitung ic. auf 44 050 Mk. und bie ber Herrichtung des alten HoflheatcrS für die Benutzung während ber FntcrimS- fccit auf 05 350 Rlk. berechnet. Die Regierung hatte bie Vorlage fd>on gleich nach der Grüffnung des Landtages im November emgevracht unb um „tun.ichste 93. fa,leimig- ung" ber Erltdigung biefcr Angelegenheit crfuci/t, bannt der Umbau gleid) nach Beendigung der jetzigen Spielzeit, also spätestens Anfang Juni b. I. begonnen werben kann. (Man hofft, ben Umbau in 14 Monaten, a.so b.s zur Spielzeit im Herbst 1904, fertigflcllen zu können.) Cb daS möglich sein wird, ersä-eint bodj sehr die Frage. Man glaubt vor allein auch nicht mehr, bag sich in der Kammer noch eine Majorität für bie Bewilligung ber Vorlage finben wirb, nad>bcm es sd>on der allergrößten Anstrengungen bedurfte, bie Zustimmung ber Kammcrntchrheit zur Bewilligung bcs Erweiterungsbaues ber technischen Hod)- schule zu erhalten. Die bäuerlichen obcrhessischen Abgeordneten und das Zentrum sind enlsch.cde» gegen die Genehmigung. Von ben übrigen Ausschüssen der zweiten Kammer hört man einstweilen noch gar nichts. Der zweite (Gesetz- gebungs-) Ausschuß sowohl, wie der Peiitionsaus.chuß s.nd noch nicht zusammcnveruien, und auch d.e bcd>cti Sonder- aussdiüsse, die zur Vorberatung des Gesetzentwurfes betr. die Hanbslänbc (Abänderung des W a h l r e d) t s) unb ber landttändische» Gesü)ästsorH»ung (Antrag Haas- Larmsladt und 44 Genossen i gebildet worden sind, lassen noch aus fid) warten. Man hatte es zuerst mit ber Wahl- red)tsvorlage so eilig, daß sowohl das Zentrum, wie bie Sozialbemokraten ben Antrag ernbrachten, bie Regierung um sd)-leunigste Vorlage des neuen, m der Thronrede an- gcküudigten Gesetzentwurfs zu cij.idym. Run hat die 9ie- gierunj bcufelbcn schon am ü. Fa.mac der zweiten Kammer zugehen lassen, bie beim aud) unter einigen Scl/wieiig- teiten ßlüdud) einen Sonderausschuß zusammenstelue. Aber seitdem ist's wieder vOtl,i„ndig st.l.e geworden, und nichts beulet bacauj hin, baß man sagen lönnte, es regt sid) was im Cbciuualbl Fn unserem Großherzogtum werden jetzt rcd>t ausehn- (idje Mittel ausgeivandt, um eine der brennendsten sozialen Fragen der Gegenwart, die Beschaffung billiger und gesunder Wohnungen für die inmberbemitielte Bevölkerung nach Möglichkeit zu lösen. Gceade der von Hessen unternommene Scl'ritt, einen mit der Sache gründ- üct vertrauten Beamte» als Hanaeswohiiungsmspeltor an» zu stelle», der ben sclon vorhandeneii' gemeinnützigen Bau- icreincn mit praktijdM Roisa-lägen zur Seite pehe^und die Gründung luedutcr humaner x>ertungu»gcn in Stadt und Land forderlich sei» soll, ferner die Gründung der Landeshypothelciibank re. werden ach bie Ük*.bC||eiui.g der allgemeinen Wohnungsvcrhältnisse emc krustige und nad)- haltende Wirkung ausaben. Dian Laiin aber leider nicht sagen, daß diese menjchenjreundrtd-cn Bestrebungen überall riu>ttg verstanden und mit Taut begrüßt würben. Tie LtadtverwaAung Darmf.a^t wenigstens, d.e namentlid) für die unteren Beamtentategarien buhge Wohnungen zu jdyaffen sich bestrebt, hat damit bi»yer noch wenig er- sreulid-e Ersahrungen gemacht. So hatte d.e Stadt im verflogenen Fahr in gesunder Lage, in einer neuen Straße zwisd^n ber Stifts- und der Darmstraße, drei schone große Häuser crriajtc» las,en, die zuiamme» 24 Zweiziminer- wohnungen und 8 Treiz.nimerwohnungen enthalten. Zu jeder derselben gehört Uüdje, Keller, Mansarde, Borlaal, Kloset im Abschluß, ferner Bleid>platz und ein Stück Land zum Anbau von Gemüse ic. für ben Hausbedarf. Ter Preis für diele Wohnungen wurde auf Lo Mk. monatlich für die Zweizimmer- und auf 00 Mk. für die Dreizimmerwohnung festgesetzt, alfo gewiß lern Hoher MietspeeiS. ES ist nun aber bas letzt nicht gelungen, diese Wohnunaen, die mit ihren schönen,bequemen Einrichtungen geradezu Muster- ivohnungen sind, auch sämtlich an die geeigneten Znter- cffenteii zu vermieten, vielmehr haben sich im ganzen nur lb Liebhaber für die Zweizimmer- und zlvei für bie Dreizimmerwohnungen gciunbcn, fodaß ber Stadt jetzt auch itod) ein erheblid-er Zinsverlust erwad/ft. Dazu kommen dann nod> die weiteren Wohnungen in einem vierte», jetzt noch im Bau begriffenen Hause an derselben Straße. Daß sold-e Ersahruttgen für bie Stadtverivallung gerade lehr cimuligcnb sei» lömien, auf bei» von ihr betrciencn Wege weiter fortzugebe», wirb niemand behaupten wolle». Eä lag im Plane der Stadtverwaltung, nod> je drei weitere Hauser dieser Art am Woogpmtz und in der Äiähe deS Schlad)! häuf es aussühren zu las,en. 9iadi den jetzt vorliegende» Tatsad-c» aber dürfte man s.a> die weitere Ausführung dieses Projettes »och einmal überlegen unb wenigstens von ber Errichtung der drei neuen Hauser am Woog vorerst gänzlich absehen. Aehnlid)e uneifrculidje Er- lahrungen jo.len übrigens aud) versd-icdene geineiunützige Bauvereiiie bereits gemadjt haben. In Kreisen, bie es wiifen tonnen, g.bt man ms Grund für diese eigetitümliche Eis„>'inung die Eintoi.kung der Sozia.bcmolra^e an. Sie warnt die kleineren Beamte» sörmiich vor der Jiianspruch- »aijme solcher Wohnu»ge» und redet iljiie» vor, daß sie da- ouru) nur m cm weiteres Abhängigkeitsverhärtiiis kommen würden. Sie feien fd>on abnangig in ihren Lohnverl)äll- nijfen, so heißt es, nun Worte man sie auch noch in ihren LrwhNirngs- und oamuienöerljältniifcn „unterjochen". So -unsinnig eine solche Behauptung aud) in Wirklichleit ist, jo findet sie doch g äuaige Anhänger, und bie Folge davon i|t wieder, baß vmee bie ihnen aus reiner Men,chlichkeit üargebotenen Vorteile emer billigen unb gesunden Wohnung ein।ad) außer Acht lassen. yoliti[d)c (Tiißcsldinm Ter Kaiser beim türkische» Botschafter. Man schreibt uns aus Berlin, 17. April: Einen bemerkenswerten Skjud) hat heure ber Kaiser nt-gcftültut: beim türkischen Botschafter. Man kann die Unkrrcbuiig mit ber Lage auf b e in Balkan in Zusammenhang bringen, an deren Gestaltung auch Deuts-ch- land im Fnterrsse des Weltfriedens Anteil nimmt Tas ostreich-russische Resormpcograinni für Macedouien ist von deutscher Seite bekanntlich nachdrücklich unterstützt worben. Am golbcnen Horn herrscht — das beweisen die letzten Depeschen aus Koiisranrinop^l — bie verhängnisvolle Neigung, geg.n* die Gcsahc bie Augen zu schl.cßen. Wohl ist von „um- sangreichen Vorsrd>ismabreg>.lti" die Rebe, aber in einem Atemzug wird ang.beuict, eigentlich bedürfe es dieser Bor- sid)! iuu)t. denn: „Einen allgemeinen Ausstand (in Mace- donicn) hält man für gänzlich ausgeschlofse n." Was die Albanesen betrifft, jo wirb aus bereit sriebliche Unterwerfung in letzter Stunde gehasst. Das ist natürlich das Bequemste, in Illusionen fid> zu wiegen. Rußland unb Ccfterreid) teilen die Meinung über die „Harmlosigkeit" der Situation durd-aus nicht. Es kann wohl sein, baß Deulfchland, bessen oiat im B'ldizpalast stets viel galt, auch letzt als Warner austritt, und baß der Besuch bes Kaisers beim türkischen Boisd-ajier hiermit in Verbiiibung stand. Unmittelbar barauf lngab fid) ber ftxiifer inä Auslvärtige Amt zu einer Besprechung mit Stoaisiekretär Frhrn. von R i ch t h o s e n. Kanada gegen Teutfchland. Der Zollstreit zw.j^c» Teu.s^laiib und Kanada hat damit begonnen, baß bie kanadische Regierung ber englischen Einfuhr eine Bevorzugung, und zwar erheblid-er. Sin neuer Aortrag Atos. Aclihschs üörr Afubylotiiea. Berlin, 17. April. Im Saale ber Singakabemie hielt heute vor ben Mitgliedern ber Deutschen Lrienlgeiel.schaft Pros. Delitzsch einen neuen Vortrag über Babhlonien. Es war eine große Zuhörersd)ast ersd)ieneit, in beten Mitte man ben Gcneral- fuperiMtenbciiten Faber, ben Minister v. Rheinbaben, ben Generaldirektor Sdstine und viele Offiziere bemerkte. Längere Zeit erwartete man auch das Eintreten des Kaisers, ber kurz vor 9 Uhr in Begleitung der Kaiserin und des Admirals Hollmann seine Soge betrat Die Kaiserin trug ben Arm in bet Binde. Run begann Pros. Delitzsch unb gab in etwa andert- halbstündigen Ausführungen ein Bild bes heutigen En^hrat- landes, bas er im Sommer bes vorigen Iuhres berci|t hat. An ber Hand der Projektionsbilder und stellenweise mit Wirksamem Humor schilderte er die kleinen Leiden und großen Ueberraschungen, die der Reisende im „Holland des Altertums" findet. Es ist heute verwüstet und verwahrlost, aber die osmanische Regierung, so schaltete Prof. Delitzsch mit Rachdruck ein, trifft nidg der mindefte Vorwurf, da sie ein so trauriges Erbe bereits übernommen bat Im Gegenteil, im Schutz des weitblickenden SuiranS Abdul Hamid werden nicht nur Kanäle, Reiskuttur, Melonen- und Zwiebelbau halbwegs in sta.id g.halte», sondern auch die Wilden fair- ben- und Arab.rstämme in ber Form irregulärer Reiterregimenter (ber Hamidij-Regimenier) ün --rd-ach gehalten. In demselben Zujammeuhoug lam Pros. TeUtzsch auch auf den deutschen Konsul Richards zu sprechen, dem er ein großes Verdienst an den deutschen Expeditionen zusprach. Trotzdem sind die Besd-wemisse einer babylonisd)en Reise (teils in Überschwemmten, teils im Gebiet der Sandwüste) enorm, unb es wirkt nicht ermutigend, baß bie Eingeborenen sich selber „Räubersd-aren" neunen. Au^) bie tzeu.'chredi.n unb Fliegenschwärme würben als La>ii-plagen geschildert Erst dann ging ber Vortragende dazu über, in einem Heineren, zweiten Teil bie Resultate der heutigen von ber deutschen Regierung und Wissensd-ast betriebenen Ausgrabungen zu behandeln, zunächst nad> topographischer ttüchtung, wobei er im Gegensatz zu Herovot und dem von diesem irregeführten Lppert (dem bekannten Doyen der Afsyriologen) die Größe des allen Bab.,lo» als die Größe etwa Diünchens ober Dresdens bezeichnete. Die deutschen Ausgrabungen in bi.fer Stadt haben die Paläste Rebuckad- nezacs zu tage gefördert und geLen jetzt einer bestimmten Partie, in der man einen alten Prozesjionsweg und eine dazu gehörige große Toranlage neu aufdeckte. Vlou) interessanter sind die Resultate nach der ard)äologifchen 9iid£* ung. Pros. Delitzsch zitierte da.ür ein Beispiel, das er als eine archäologische Tat, die uns kaum eine andere Ration nachmacht, bezeid)nete. Im Dezember vorigen Jahres wurde unter einem Erdhügel das Vorhandensein eines Tempels konstatiert, dessen Grundriß sogar nach eigenartigen Erscheinungen der Feuchtigkeit iuCji vor der Aus- gratung festgestellt werden konnte. Die Probe auf diesen unerwarteten Triumph der Wissenschaft wird jetzt durch Ausgrabungen gemacht, unb Prof. Delitzsch eik.Lcte es für feibstverständlich, baß er vorläufig bie fragliche Grgenb nicht näher bezeid)nen könne. Endlich gab der Vortragende, indem er von der Bebeutung ber Ausgrabungen für bie allgemeine Geschichte sprach, eine realistische E.k.ärung ber Keilschrift, bie er aus Abbildungen von Ratursormen ableitet. 6t schloß seine mit allgemeinem Beifall aufgenom» menen Ausfuheungen, bie bis zum Schluß keinerlei reli- gionsphilojoph^sd)eti AnjpiUungen eiuyielien, mit einem direkten Hinweis daraus, was dieses Laiid auch heute noch nicht nur unserem Wissen, sondern auch Empsinben bebeuten könne. Rach Schluß des Vortrags wurde er vom Kcnserpaar empfangen, das fid) kurz darauf entfernte. Berlin, 17. Avril. Vom Dampfer ,eta6rurt* der Deutsch- Anstralifchen TampiichmqcseUjchail, der nut der Kerauelenslalion Der Deutschen Sudpotar-Expedition am 16. April Lidncy errcichle, sind iotacnde Rnchnchien emgelamen: Bier M i l g l i e d e r der Mcrflucien eianoii wurden glndlid) getan- ö e t. Dr. Berlh t |i ernstlich krank, er befindet sich jetzt envaS besser. Er wird in das polonal aufgcnommcit Enzens- v e r a c r ftarb am 2. oedruor auf den Kerguelen m Ben-Beri. Tie übrigen drei Aäiglieder find fiefunö. Tie ,9lorbb. AUg. Zlg.^ |d)icibt: Tas Ümfcheibcn Euzculergeis, des früheren Adjunklen der Alüucheuer meicorologuchcii Zeulralnaiion, welcher 19U1 dem Rufe zur Teilnahme an der SudpolexpediUon begeistert folgte unb bie Stelle eines Meteorologen ber am den Kerguelen-Infelii erriet)- icicn Stattou übernahm, wirb von ber wtficufchaillichen Welt, tn der er sich schon in jungen Jahren einen ehrenvollen Platz errungen hatte, tief beklagt worden. Stuttgart. 17. April. Hofkapellmeister Retchenderger wird mit Schluß biefcr Spielzeit aus bem Verbaut) besHoitheaters au4- jcheibe», um AiUrägen nach lülabrib unb Paris nadjtoinmen zu können. Prag, 17. Avril. Tie Polizei bat bie für Sonntag im Teutfcheii pause angeiagte V o r i e j li n g von Paul H e y f e 'S Drama ,M atia von Magba 1 a' ohne jede Streichung g e- n e h m i g l. 2Irt, einräumte. Die Antwort seitens Deutschlands konnte nur sein, daß Kanada das Recht der Meistbegünstigung entzogen wurde, das; also die Erzeugnisse Kanadas nicht nach den Sätzen des Vcrtragstarifs, sondern den höheren des autonomen Tarifs zu veralten sind. Diesem einfachen und klaren Sachveryalt gegenüber ist es geradezu naiv, wenn der ^inanzminister der britischen Kolonie im Parla- ment von dem Versagen einer „billigen Behandlung" der kanadischen Erzeugnisse sprach und damit den kanadischen Zuschlagszoll von einem Drittel des gegenwärtigen Zolls aus nach Kanada eingehende deutscl)e Waren rechtfertigte. Nach dieser Auffassung hätten wir uns die Zurücksetzung hinter England ruyig gefallen lassen sollen — das ist denn doch eine gar zu starke Zumutung an „Europas übertünchte Höflichkeit". Bei einem Zollkrieg wird Kanada sicherlich nicht der gewinnende Teil sein. England hat nicht einmal von der Vvrzugs^chandlung zu profitieren vermocht, es ist in seiner Einfuhr nach Kanada stehen gebliebiii. Selbstverständlich wird der Gegenschlag gegen die kanadischen Kampfmaßregeln nicht ausbleiben. Line große Zahl land- wirtschastticher Produkte des Landes — u. a. Weizen, Gerste — können in so empfindlicher Weise von deutschen Zollerhöhungen getroffen werden, daß die Einfuhr zum Stillstand kommt. Der kanadische Zoll beispielsweise auf deutsche Stahlschienen, bisher zollfrei, demnächst 7 Dollars für die Tonne, hätte unsere Eisenindustrie zu einem früheren Zeitpunkte schädigen können. Jetzt, wo der Jnlandsmarkt eine entschiedene Belebung zeigt, kann ein Ausfall im Export verschmerzt werden. Aber — die kanadische Regierung will sich auch diesen Kampfzoll überlegen: er soll erst in Krast treten, wenn die kanaoischen Werke die nötigen Schienen in genügender Menge und Beschaffenheit Herstellen können. Das ist wenigstens vernünftig, daß die Kanadier nicht ins eigene Fleisch schneiden wollen. Bei Maschinen zur Gewinnung von Rübenzucker, ebenfalls eine deutsche Ausfuhrware, muß Kanada schon jetzt die Abhängigkeit vom Auslande zugeben: diese Maschrnen sollen noch aus ein weiteres Jahr zollfrei bleiben. Nach dem Bericht des kaiserlichen Konsulats in Montreal bilbet Rohzucker den wichtigsten Arttkel der deutschen Einfuhr nach Kanada. Es fragt sich, ob der belgische und der französische Rohzucker den Bedarf der kanadischen Raffinerien decken. Preis und Qualität kommen dabei auch in Betracht. Die Neigung zu Entgegenkommen wird nicht eben groß sein, wenn die belgische und französische Konkurrenz sieht, daß sie nicht entbehrt werden kann seitens Kanadas. Deutschlands Forderung an Kanada ift und blerbt: Einräumung derselben Zollbehandlung, welche England genießt. Es hat Kanada nichts geholfen und wird ihm nichts helfen, die Vermittlung der britischen Regierung anzurufen. Hier hören die deuischell Rücksichten auf, und es ist umsoweniger zu solchen ein Anlaß, als gerade das hochimperialiftische Kaitada auch politisch keineswegs zu den Freunden Deutschlands zählt. Vom Balkan. Am 17. d. M. wurde der deutsche Geschäftsträger vom Sultan in Audienz empfangen. Die Botschafter Rußlands und Qesterreich^llngarns waren vorher empfangen worden. Tie unter Leitung des Generals Sadik stehende Mission zur Versöhnung der Albanesen, welche sich in Ipek aushält, ailt als hart von den Albanesen bedrängt, welche nicht übel Lust zeigen, deren Mitglieder als Geiseln zurückzubehalten. Ter Generalgouverneur von Ueskueb verlangte weitere Verstärkungen, um gegen Ipek vorzurücken und die Mission zu befreien. In diplomatischen streifen ift man dagegen, dem Wiener Korr.-Bur. zufolge, der Meinung, daß die Komitees absichtlich das Gerücht verbreitet haben, daß sie zu Ostern eine größere Unternehmung vorbereiten, um die gesamte Bevölkerung zu erschrecken, die Muhamedaner zu reizen und Gewalttaten herbeizuführen. Einen allgemeinen Aufstand hält man jedoch für gänzlich ausgeschlossen. Kenner des Landes und der Lage in den Provinzen sind der Ansicht, daß die Komitees einen letzten Versuch machen, das Bandenunwesen möglichst auszudehnen, doch dürfte dieser Versuch schwerlich von Erfolg begleitet fein, da die Komitees zwar über eine genügende Anzahl von Personen verfügen, ihnen aber die Geldmittel zu fehlen beginnen. Länger als höchstens zwei Monate dürste die Tätigkeit der Banden kaum aufrecht zu erhalten fein. Schemsi Pascha zieht bis zum 18. April bei Mitrowiha, Prizrend und Verissowitz 3ö Bataillone zusammen, sowie genügend starke Abteilungen Artillerie und Kavallerie. Tas Kommando über dieses Korps behält wahrscheinlich Schemsi Pascha. Die Entsendung eines Marschalls ist erwogen, aber bisher nicht beschlossen. Man hofft, daß noch in letzter Stunde eine friedliche Unterwerfung der Albanesen gelingen werde. Tie Pforte verständigte den russischen Botschafter, daß der Attentäter Ibrahim zum Tode verurteilt fei, und daß der Anstifter deö Attentats, der Kaufmann Hussein in Mitrowitza, sowie die Anstifter des Angriffs auf Mitvowitza ebenfalls ihrer Bestrafung entgegensehen. Nach den Berichten Hilmi-Pafchas hat sich die Situation in Macedonien wesentlich gebessert. Ter Pascha glaubt ebenfalls nicht an einen allgemeinen Aufstand. Die vom Sultan zu den Albaneseii entsandte Frlelnnskommis.ion hat bisher kein positives Resultat erzielt, jedoch von den Albanesen das Versprechen erhalten, daß sie vorläufig nicht aggreffiv vorgehen werden. In Sofia hat die Studentenschaft für die Öfter feier tage ein Massenmeeting aller Bevölkerungsschichten einberufen, um gegen das Verhalten der Regierung in der makedonischen Frage zu protestieren. Deutsches Reich. Berlin, 17. April. Der Kaiser hat gestern zur Feier des Löjährigen Jubiläums des Seekadctten-Schul- schisfeS „Moltke" an Die Inspektion deS BildungSwesenS per Marine folgendes Glückwunschtelegramm ergehen lassen: „Am heutigen Tage, an welchem vor 25 Jahren auf meinem Schulschiff „Moltke" zum erstenrnale Flagge und Kommando-Zeichen gesetzt worden sind, entbiete ich den Offizieren und Mannschaften dieses SchisfeS meinen kaiserlichen Gruß mit dem Wunsch, daß daS bewährte Schiff n^iterhin glücklich fahren und erfolgreich seinen wichtigen Aufgaben gerecht werden möge. Wilhelm." — DaS Kais er paar besichtigte heute auf dem Potsdamer Bahnhof in Gegenwart des KriegSministerS und Anderer Herren einen Lazarettzug. Die Wiederherstellung der Kaiserin wird dem „Verl. Tagebl." zufolge erst Mitte Mai eine vollkommene fein, lvenn auch die Absicht besteht, den ÖHpy verband bereits in nächster Woche zu entfernen. Zur Beschleunigung der Rekonvaleszenz wird die Kais.r.n Crnbc pieseL Monats in das Neue PalaiS übersiedeln. Ihr erster Ausflug wird voraussichtlich der Teilnahme an tur Kieler Woche gelten. Ein Aufenthalt in (Sabinen komme erst' im Monat Juli in Frage. — Gegen die Berliner Bekämpfung des Mädchenhandels haben Warschauer Stellenvermittlungs- bureaus eine Beschwerde an die hiesige russische Botschaft gerichtet. (Eine Unverfrorenheit, die nur von Polen ausgehen kann. D. Red.) — Nach einem unterm 14. d. M. ergangenen Erlaß des preuß. Ministers des Innern hat die Auflegung der Wählerlisten für den Reichstag am 18. Mai zu beginnen. Die Ermittlung des Ergebnisses der am 16. Juni stattfindenden Wahl hat am 20. Juni zu erfolgen. Die Wahlkommisfare haben die Termine für die Stichwahlen auf den 25. Juni anzuberaumen. — Die „Tägl. Rundschau" teilt auf Grund angeblich unbedingt zuverlässiger Erkundigungen mit, die Nachricht, daß sich die Regierung entschlossen habe, von der Herabsetzung der täglichen Arbeitszeit für die gewerblichen Arbeiterinnen von 11 auf 10 Stunden Abstand zu nehmen, entbehre jeder Begründung. Aus den Berichten der Gewerbeaufsichtsbeamten soll in der nächsten Zeit eine Darstellung der Verhältnisse zusam- mengestellt werden. Anslnuö. Haag, 18. April. Ter Minister des Aeußern veröffentlicht ein G.lbbuch über die Angelegenh.it in Venezuela, welches den Schriftwechsel über den Schutz der niederländischen Interessen enthält. Daraus ergiebt sich, daß die venezvlanische Regierung bemüht ist, den Abschluß des Schiedsgerichtsvertrag.s mit Hollano hinauszuschieben, in dem sie angebe, daß die Beziehungen zwischen beiden Ländern nicht herzlich genug seien, um den Vertrag binnen so kurzer Zeit abzuschließen. In Euracao habe man das mit Venezuela abgeschlossene Protokoll nicht eingehalten, indem man Ma dos, der zu den Aufständischen in Beziehungen stthe, Schutz gewährte. Nach langjährigen münd- licken und schriftlichen Verhandlungen habe Castro schließlich in einer Audienz der niederländischen Regierung volle Genugtuung zu teil werden lassen, sodaß der holländische Gesandte in Caracas festgestellt habe, daß die Audienz viel dazu beitragen werde, die herzlichen Beziehungen aufrecht zu erhalten, welche bereits anfingen, die Tendenz einer Lockerung zu zeigen. Brüssel, 17. April. Wie aus Korea berichtet wird, hat der Kaiser von Korea dem belgischen Konsul in einer Privataudienz milgeteilt, daß er einer Brüsseler Finanzgruppe eine bedeutende Minenkonzession zugesprochen habe und zwar gegen Zahlung von iy> Millionen Francs. Paris, 17. April. Das amerikanis cheGesch Wade r verbleibt in Marseille bis zur Ankunft Loubets aus Algier. Bei diesem Anlaß werden das französische, englische, russische und italienische Geschwader, die sämtlich aus Algier eintresfen, mit den Amerikanern Grüße tauschen. Ter amerikanische Botschafter erbat und erhielt Instruktion für dieses Erscheinen der amerikanischen Flagge in Marseille. — Die Karthauser, an deren Likör-Fabri k die amtlichen Siegel angelegt wurden, verbarrikadierten sich im Kloster Saint Laurent-Depont. Sie rechnen darauf, daß die Bevölkerung den bevorstehenden Maßnahmen der Gendarmerie Widerstand entgegensetzen werde. Grenoble, 17. April. Ter Prior des Karthäuser Klosters erklärte dem Polizeikommissar, der feststellen wollte, ob die Mönche dem Befehl, das Kloster zu verlassen, nachgekommen seien, er gehe nicht und erwarte feine Entfernung durch Militär. Der Kommissar berichtete den Vorfall dem Präfekten. M a dr i d, 17. April. Silvela erklärte die Schließung der in Melilla gelegener marokkanischer Zollverwaltung als unabweislich, so lange die Oberhoheit des Sultans im Rifsgebiet nicht hergestellt sei. Damit erkennt die spanische Regierung die Rebellen als kriegführende Macht an, was für die Entwickelung der Ma- vo Ido frage von der größten Bedeutung ist, zumal die Zoll- Verweigerung anderer Häfen wahrscheinlich ist. Vermutlich beruht der Beschluß der spanischen Regierung auf einem Abkommen mit Frankreich und England. Rom, 17. April. Tie Anklagekammer voll Neapel verfügte die Freilassun g des russischen Nchiliften Götz.' Wien, 17. April. Die „N. Fr. Pr." schreibt authentisch, das neue austro-un garische Feldgeschütz werde ein Rohrrücklaufgeschütz mit Schutzschild em fein. Die Munitionswagen erhallen Panzerung. Belgrad, 17. April. Tie Bewegung ae gen das Königshaus nimmt außerordentlich zu. Der König scheint völlig isoliert Bei den letzten Straßenexzessen wurden die Bilder des Königs und der Königin öffentlich zerrissen. Petersburg, 17. April. Im amtlichen Teil des „Kawkas" wird mitgeteilt: Im Arrestlokal des Fleckens Sschi im Gouvernement Schwarzes Meer starb am 30. März nachts ein weaen Trunkenheit tags vorher feftgenommener Bauer. AlS Tooesur fache wurde übermäßiger Branntweingenuß fest- aestellt Etwa hundert größtenteils betrunkene Manner verlangten die Sezierung der Leiche, da der Dauer von Schutzleuten im Arre ft lokal erschlagen worden sei. Sie drangen in das Arrestlokal ein, schlugen auf die Schutzleute los und befreiten die Gefangenen. Militär zerstreute den Menschenhaufen. Acht Gefangene entflohen. Die Sezierung ergab, daß der Tod des Dauern infolge von Schlägen eingetreten sei. Die schuldigen Schutzleute wurden dem Gericht übergeben. Der Kreischef, dem das Arrestlokal untersteht, der Kreisarzt, der die Leiche besichtigte und die Schuldigen aus dem Volkshaufen wurden zur Verantwortung gezogen. Dran, 17. April. Präsident Loub et ist heute vormittag von einer großen Menschenmenge lebhaft begrüßt, hier angekommen. Algier, 17. April. Die mitgcteilt wird, ift ein Sittern at gegen den Präsidenten Loubet noch rechtzeitig gestern abend verhindert worden. Die Polizei verhaftete nämlich eine Frau, welche bereits als verdächtig signalisiert worden war. Man fand bei ihr einen geladenen Revolver vor: sie erklärte bei ihrem Verhör, sie habe nur den Präsidenten sprechen wollen. Washington, 17. April. Zu den guten Bestimmungen deS neuen amerik anischen Einwanderung SaesetzeS gehört auch die gegen Mädchenhandel, indem fte vorschreün: Die Jmportation von Personen weiblichen ®ifcf)Ied>t5 zu unmoralischen Zwecken ist ein Verbrechen unv wird mit Strafhaft von einem biS zu fünf e’.hcen wwie einer 5000 Doll, nicht übersteigenden Geld- str .:e b.legt Diese Seslirnmung ist eine wesentliche Verschärfung der bisherigen. Aus Stadt und Land. Gießen, 18. April 1903. - I.I. K.K. H.H. der Großherzog und Prinz Heinrich von Preußen fuhren gestern mit Automobil von Darmstadt über Frankfurt nach Alsfeld, trafen dort heute früh ein und begaben sich alsbald zur Auerhahnjagd. Nach Rückkehr fuhren die hohen Herrschaften mit Sonderzug von Alsfeld nach Gießen und fetzten nut dem anschließenden l)-Zug 76 die Weiterreise nach Darmstadt fort. - JustuS v. Liebigs 30. Todestag ist heute. Am 18. April 1873 starb Liebig zu München im Alter von 70 Jahren. Der 12. Mai dieses Jahres ist bekanntlich fein 100jähr. Geburtstag. Durch A. v. Humboldt's Vermittlung erhielt ec 1824 die Professur der Chemie in Gießen und hier entwickelte er jene außerordentliche Tätigkeit, aus der für die Wissenschaft und für das Wohl der Menschheit so große Erfolge heroorgehen sollten. — Ordensverleihung. Se. Mas. der König dok Italien hat dem Kunst-Schriftsteller und Verleger Alexander Koch in Darmstadt das Ritterkreuz der Krone von Italien verliehen. ** Die Konfirmationsfeiern nehmen morgen ihren Anfang. Mit welchem Stolz wandeln die jungen Mädchen einher, zum erstenrnale angetan mit der Tracht der Erwachsenen! Noch wissen sie sich darin nicht recht zu benehmen; ihre Schritte sind entweder zu hastig oder übertrieben vorsitig; die eine Hand brauchen fte jajt fortwährend zum Raffen des ungewohnt langen Kleides, wäIrrend sie mit der anderen krampfhaft Taschentuch und Bouquet halten. Natürlich stecken die Finger in lveißem Glaceleder; den Hals schmückt ein Sanubändchen mit schwarzem Kreuz, das sich bei den Wohlhabenderen in Gold verwandelt. Aber sonst ist von aufdringlichem Schmuck nickst viel zu sehen. Tenn bei der Konfirmation ist Dergleichen verpönt, und dem entsprechend wird auch meift eine durch keinen Hut bedeckte ein|ad>e Haarsiisur, gewöhnlich ein paar Zöpfe mit einfachen Schleifen, gewählt. Auch die jungen Herren, bei deren Kleidung der |teife Hut und der Gehrock von ehemals heutzutage von einem weichen Filz und vom Jaquet abgelöft ist, zeigen viel Gravität und Würde. Sie alle wissen ja, daß der Tag der Konfirmation für sie, zum mindesten soweit sie den minder begüterten Klassen angehören, den Beginn eines neuen wichtigen Lebcns- abjchnllts markiert. Vorbei sind jetzt die Tage kindlichen Spiels, da man unbekümmert in den Tag hinein lebte und die Eltern und Erzieher sorgen ließ . Nun kommt der Ernst der Lehrjahre, die dem jungen Mensck-en späterhin Selbständigkeit und eigene Existenz sichern sollen. Noch haben die wenigsten, wenn sie Den Tag ihrer Einsegnung feiern, ein volles Verständnis für das wirkliche Leben mit feinen Mühen, Kümmernis,en und Enttäuschungen. Ader eine Vorstellung von dem zu erwartenden Wechsel in ihrem Dasein haben sie sämtlich, und die prägt sich in ihren Mienen und in ihrem ganzen Wesen so rührend wieder. • • Hessischer Oberlehrertag. Zur diesjährigen Tagung waren von nah und fern zahlreiche Gäste herbei- geeilt. Ein Teil besuchte am Nachmittag unter Führung von Gießener Kollegen den Gleiberg; eine andere Gruppe frischte durch einen Gang durch die Stadt alte Erinnerungen wieder auf. Abends vereinte ein Bierabend, wozu der Gießener Oberlehrerverein eingeladen hatte, die Teilnehmer in Steins Garten. Hierzu waren als Gäste außer den auswärtigen Vertretern verschiedene Professoren der philosophischen Fakultät bet Ludoviciana erschienen. Oberlehrer Dr. Trapp, der Vorsitzende des hiesigen Vereins, begrüßte mit warmen Worten die Gäste. Im Namen der hessischen Kollegen dankte Oberlehrer Dr. Neßl in g-Darmstadt, für die Gäste aus anderen Staaten sprach der Vorsitzende des badischen Ober- lehreroereins, Direktor Dr. Keller-Freiburg, dessen von Begeisterung getragene Rede in ein Hoch auf die deutsche Schule, die deutsche Wissenschaft und das deutsche Leben auS- klang. Ein kleines flott gespieltes Theaterstück, „Das Beamtengesetz/ mehrere koniische Vorträge und eine vortreffliche Bierzeitung brachten die Teilnehmer bald m frohe FefteSstimmung, die sie lange zusammenhielt. • * In der Gemälde-AuSstellung am Brand wird am Montag wieder ein großer Wechsel der seit erst vierzehn Tagen ausgestellten Gemälden vorgenoinmen. Die Gemälde der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler, sowie die au§ hiesigem Privatbesitz stammenden hervorragenden Werke bleiben nur noch morgen Sonntag ausgestellt, und eS sei daher der baldige Besuch der diesmaligen interefjanten Ausstellung empfohlen. Von Mittwoch ab findet eine korporative Ausstellung der Karlsruher Kunstgcnossenschaft bi5 zum 3. Mai statt. Die Kollektion von Bruno LiljeforS bleibt nur noch acht Tage ausgestellt. — Die Ausstellung ist am Montag geschloffen. • * Anlagemusik. Wie uns mitgetcckt wird, finden morgen Sonntag und den nächstfolgenden Sonntag Konzerte am Liebigdenkmal statt. M TextorS Terrasse. Morgen nachmittag von 4 Uhr ab arrangiert Herr H. Ramsener, der übrigens vor etlichen Tagen von der hiesigen Behörde als Theater-Unternehmer konzessioniert wurde, ein humoristisches Konzert, verbunden mit theatralischen Aufführungen. AuS dem reichhaltigen Programm seien folgende Hauptnummern hervorgehoben: „Eine verfolgte Unschuld-, Poffe mit Gesang; ,TaS erste Mittagessen- oder „Kleine Ursachen, große Wirkungen-; »Im Kleinem Buchenwald-; ,DaS Hochzeitssiräußchen" :c. :c. In diesem Konzert wird Herr Ramseyer durch seine Fräulein Tochter, derzeit Mitglied deS ThaliatheaterS zu Straßburg, unterstützt. Den musikalischen Teil hat Herr Volk von hier übernommen. Es ist wohl anziinehmen, daß der Textorsche Saal morgen bis auf den letzten Play gefüllt sein wird. Mittelrheinischer Fabrikantenverein. In der Aprilversammlung des mittelrheinischen Fabrikantenvereins berichtete Eisenbahndirektor Schön eld-Lippstadt über die bei Den sächsischen Staatsbahnen bcab ichtiate Reform deS Personentarifs, welche auch Die Billiaung oe5 sächsischen Eisenbahnrats gefunden hat und im wesentlichen darauf hinauSläufi, unter Fortfall der Rück,ahrkarten, bce Einheitssätze auf 7 Pfg. für die 1. Klasse, 4»/, Ps^ für die 2. Klaue, 3. Pfg. für die 3. und 2 Pfg. für die 4. Klasse für daS Kilometer unter Erhebung eme5 Zuschlags von L Pfg. daS Kilometer für Benutzung Der Schnellzuge in den ersten drei Daaenklasfen festzustellen. Freigepäck soll beihehaUcn werden. Bestehen bleiben Arbeiterwochenkarten, Schülerkarten, MovatSkar-en und Monatsnebenkarten, Er- Iraubcn 00—00 Pig. R. B. Darmstadt, 18. April. (Eigener Draht- mehrmals. dem Lürsten' Lu Äjendurg-Birstem 'st es neuerdings Mieten; Juiicrp'-iifö. 1,00-0^0 Ltt., Hühnereier 1 St und . 102.95 . 92.70 . 102.60 . 92.70 . 101 40 . 10120 . 104.10 101.00 . 102.50 . 103.60 . 40.30 . 31.65 '. 132.40 . 44.70 Kirchlichr ziachrichlcii. ttatholischc Gemeinde. Keichnanleihe do. Konsole • do . . folgen werden. Darmstadt, 18. April. Ter hiesige Lberpostassistent u. s. w. Auch eine Zahnärztin auS Petersburg wohnt den Verhandlungen bei. Heute vormittag 9 Uhr wurden die Beratungen im physikalischen Laboratorium durch eine Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden, Zahnarzt ®. Koch-Gießen, eröffnet. Es folgte eine Reihe Wissenschaft- licher Vorträge, denen heute nachmittag und morgen andere bericht.) Die Jahresversammlung hessischer Zahnärzte trat heute früh zusammen. ES sind zu den Beratungen zahlreiche Zahnärzte auch von auswärts erschienen, so aus Basel, Köln, Hamburg, Kassel, Gießen, München . 26.10 . 93.20 . 91.00 , 100 50 . 212.53 . 189.5* . 140.90 . 149.40 . 15820 . 147.70 . 13.70 . 190.70 . 223.80 . 190.00 . 186.00 3u/0 Mexikaner . . . 4 Vf I» Chinesen . . . Electric, not ackert . . N'ordd Lloyd , . . hreditaktien . . . DuKonto-Kommnndit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Ber iner Handelsges. OfcBterr. ßtaatebahn . . Lombarden .... Gottbar ibahn .... LanrahGtte ..... Bochum ...... tiarpeDor..... lendenz; scLwach, llrudtr itlrlmuuu’ii. Originaldrahtmcldungcn dcS (Siebener Anzeiger*. Sandel und yerlirljr. yaUiswirlschast. Märkte. । «ie, c». IS. April. Marktbericht. Ausheutigem Lochenmcrrki 4°/« Unech. Monopol.-AnL ’ ««Am.. 3l6—0 aoßsere Argentmer vor der Strattammer drei Fälle von Strafsachen geaen die S i t t-1 <_ l icdkeit unter Ausschluß der Oeffentllchkeit verhandelt. Der ^^^en Leichenteilen Winters, welche bisher noch fehlten. ES sind nunmehr sämtliche Leichenteile gejun- ' ' " ' " iR die wieder zu Mißhelligkeiten wegen Yesetztmg der hiesigen Schulstellen gekommen. Ter Fürst beansprucht roiebenim daS Präsentationsrecht für alle Offenbacher Stellen. Tie Stadt bestreitet diese» Recht in dem jetzigen Umfang, erstrebt eine Befreiung von demselben und hat die Angelegenheit einem Rechl-anwalt übergeben. Zugleich hat sie beschlossen, allen Lehrern, die ohne EmoerständniS der Stadtverordneten angestellt werden sollten. Nicht die neuen GehaltSzusätze, sondern bie durch daS GehaltSregulatio von 1899 resp. durch daS Gesetz von 1901 festgelegten zu gewähren*. Dian ist auf den AuSgang, besonders in Lehrerkreisen sehr gespannt. Marburg, 17. April. Der E>njähr,g-Freiwillige L. oon btt 2. Rompognit beS hi-figkn JSgttbalaillpn, bet feil, ben 18. 81 p r. I 1903. zwei Tagen vermißt wurde, i,t heute morgen un ^-tadtwalde I Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zue erhängt aufgefunden worden. SL, deffen baldige Ent- hl. Beicht. laffung wegen eines langioierigen Leidens bevorsland, kann I Sonntag, den 19. April. Ib.t tat nut in einem An,alle geifhget Dest-Nheil begangen ,,mittag- von »-/, Uhr'm." «e°egenl!e"iut heil. Beicht. haben. _ , um 7 Uhr: Tie erste bciL Aiesse, Frankfurt a. M., 18. April. (Zum Sänger-1 vor und in derselben Austeilung der heiL Korn- Wettstreit.) Wie in Raffel, so wird auch hier ein Fest- Qm^XkmV t,mn buch ausgegeben, baS alle- enihLlt, roaS sich ans ben Wett. . um^llhr. -»zweite hell^Me^ 6cillge streit bezieht und dem Sanger wie dem Richtsänger dient. K o mm u n t o n d e r K i n d e r. die offiziellen Bestimmungen, Verzeichnis der AuSschüffe und I Nachmittags um 3 V« Uhr: Andacht mit Segen. der Preisrichter, Festprogramme, Text aller Gesänge, Warnen IHoutag Vormittag um h llnr; Anu mr Nc Ersikomm,,„'kanten. bcc Rlitglieder aller konkurrierenden Vereine, Abbildung und Beschreibung des Preises, Führer durch Frankfurt mit Stadt- plan und Illustrationen, Beschreibung der Festhalle mit Plan u. s. w. Die Sänger bekomn,en c5 gratis, das übrige Pub- ttkum für den billigen Preis oon einer Mark. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Bei Groß-Umstadt zog gestern ein schweres Unwetter mit Schnee und Hagel vorüber; es donnerte Darmstadt, 16. April. Tie gestern im Schöffer^ Los stattgehabte Quartals-Versammlung deS ©aftiDictc-, Bere inö für den Stadt- und Landkreis Tarmstadt war gut besucht. Der Ehrenvorsitzende, Stadtv. Direktor ^^ncmer berichtete über das Programm des am 19. unb 20. Llai d. Z. -in unseren Mauern slatrsindenden Rhein-Main-VerbandstageS, zu welchem große Beteiligung aus ganz Hessen etwartet werde und zu welchem auch die maßgebenden Behörden ihr Erscheinen zugesagt haben. Es erfolgte der Bericht der Kommission über den am gleichen ^age stattgehabten Besuch beim Großh. Ministerium und Großh. KrctSaml durch Herrn Direktor Stadtv. Reinemer. Man habe die vielen Klagen aus dem Gewerbe über die Ungerechtigkeiten bet Handhabung der Stempelsteuer und die Verschiedenheit der Auslegungen bezüglich der Feierabendstunde bet ben einzelnen Kreuam em angegeben, und sei gründliche «Prüfung beS vorgelegten Aktenmaterials m entgegenkommendster Wetse versprochen und Abhilfe in Aussicht gestellt worden. Offenbach, 17. April. T^n ,Heff. <-chulbl.' wird von hier berichtet: .Zwischen ber hiesige^Stadtverwaltung Telephonischer Kursbericht. k ran Muri *. 18. April 18l3 -ahl von 40—50 Personen. (:) Bad Rauhktm, 17. April. An einer Straßen- ede rannte heute das Pferd einer Kutsche in ein schwer beladenes Fuhrtverk. Ein etwa achtjähriges Kind siel unter das Fuhrwerk, deffen Räder über es gingen. Das Kind trug schwere innere Verletzungen davon. DaS Pferd ist verendet. Q Friedberg, 17. April. Die Gewerbe-Aka- bentie hat bereits am Mittwoch ihr Sommer-Semester begonnen. Wie man erwartete, ist bic Zahl der Studierenden gegen daS Wmler-Semester von 270 auf ungefähr 300 gelegen. Seit dem kurzen Bestehen der Akademie hat sich die Zahl der Studierenden jetzt fast verdoppelt, sodaß man schon jetzt die Errichtung eines entsprechenden Neubaues ins Auge gefaßt hat. — An den Volksschulen Friedberg-Fauerdach werden mit Beginn des Schuljahres — 20. April Awei neue Schulstellen errichtet. — Ter Bau der Straßen- Unterführung am Fauerbachertor ist am Mittwoch in Angriff genommen worden und soll, gutem Vernehmen nach, 80 000 Alk. kosten. v. Ulfa, 17. April. Heute nachmittag wurde unter zahlreicher Beteiligung hiesiger ©cmembemitgliebcr, sowie unter Begleitung bcö Gesangvereins .Germania' bet m weiteren Kreisen bekannte Gastwirt Johannes Lenz III. zu Grabe getragen. Der Verstorbene war seit 15 Jahren Mitglied des hiesigen KirchenvorslanbeL, seit 11 Jahren Mit- glicb beS Gemeinberats; er befleibete bas Amt eines Kon- troleurs ber Spar- unb Darlehnskaffe unb gehörte seit einigen Jahren auch bem „Kreistag- für ben Kreis Schotten an. Die Achtung, bic ber Geschiebene in seinem Leben genoß, werden ihm seine Mitbürger auch noch über das Grab hmaus bewahren. Der Beigeordnete Ludwig legte in Verhinderung des Bürgermeisters und mit einigen Gedenkworten un Namen des Gemeindevorstandes einen Kranz am Grade nieder. Darmstadt, 18. April. (Privattelegramm beS .Gieß. Anz.'> Vor dem Verivaltungsgerichishof hier wird am 30. b. bie Verhanblung gegen ben Bcigeorbnctcn Wolfs- Off enbach beginnen. ES sinb vier Verhanblungstage vor- 2 Stck. 00—II Vfa.. ©änfeeier 19—13 Enteneier 6—7 Psg^ Käse or.Stck.5—8 Ps^ Kasematte 2 Sick. 5—6Vsg^ Erbsen pr.Luer 21 i'lg., Linsen pr. Liier 32 Psg., Tauben vr.Paar 1,00-1,20 Alk., Hühner pr. et 1,00—1 70 WIL Hähne pr. Stück 0,85—2,00 Alk., Emen pr. Stuck 2,00—230 prägt sich in ihren en so rührenb wieder, ig. Zur bicsjähngen zahlreiche Gäste herbci« tag unter Führung von andere Gruppe frischte ve Erinnerungen wieder , wozu der Siegener Teitnehiner in SlemS chn ben auswärtigen pchlchopMen ^atullül )tet Dr. Trapp, ber begrüßte mit warmen hessischen Kollegen danlie )t, für bie Gäste aus ibe des badischen Ober« > Freiburg, beffen von i hoch auf bie deutsche das deutsche Leben aus- MM,,Tas Beamten- i eine vortreffliche Bier- in frohe Feslesllimmung, ellung am Brand wird * i"1 L7! oorqenoinincn. *if, *7 Adler Künstler, “äM »• :1*.ä jfnöen |S ’*l“jS0ot'eW" >er M nntctnct)'nC- stS S «*‘*n üt>ttn0"’2 2 .rein- 3* Ii£ AS f«1 üretiart(n' SW»* Mäßigungen für Scktulsahrtm und Ausflüge zu ttnssm- schaftlichen Zwecken, für Kranke rc., wohingegen Arbeiter- Monats- uiid Rückfahrkarten, Ermäßigungen für Gesell- schaftssahrten, zusammenstellbarc Fahrfck)eine rc. fortfallen ollen. Seitens verschiedener Handelskammern ist gegen die Reform Einspruch erhoben worden, weil damit Verteuer». ungen einzelner Reisen verbunden sein werden. Vortrages der hält eine allgemein befriedigende Reform der Per- sonentarife nur unter aleick-zeitiger Vereinfachung im Betriebe, namentlich durch Fortfall der vielen Wagenklasscn eines Zuges für möglich. — Hieraus hielt Handelskammer-1 sekretär Meesmann-Mamz einen Vortrag über das Hast- vslichtrecht der deutsck-en Industrie und die Haftpflicht- Versicherung. Redner schilderte zunächst den Rechtszustand in Deutscl/and vor der Zett deS Reick-Hhaftpslichtacsetzes. Auf Gruird dcS Haftpflichtgesetzes entwickelte sich in Teutsck)- land fast glcick>zeüig die Hastpslichtversick-erung. Tie Un- fallversichei.ullgSgcsetzgebung der 80er Fahre schrankte bie Haftpflicht der Unternehmer außerordentlich ein, und heute lummen hierfür nunmehr hauptsächlich folgende Gesetze in Frage: das Reichshaitpflichtgesev hinsichtlich der nicht unter | die Unfalloersick-eruiigsgesetze fallenden Personen, das bur-1 gerliche Gesetzbuch in Verbindung mit dem Handelsgesetzbuch und der Gewerbeordnung, sowie in einigen Fällen auch die sozialen Versick-erungsgesetze, insbesondere daS Gc- werbe-Uniailversichcrungsaesetz. Tie einschlägigen Bestimmungen wurden von dem Vortragenden eingehend erläutert. Zur heutigen Haftpflichtversicherung übergehend gab Resc- reut einen Ucberblicf über den Umfang des Standes der Privatversicherung und ging bann auf die hauplsäll-lichen Beschiverden ein, mcldje gegen die Versicherungsbedingungen, die Höhe der Prämien unb deren Bemessung vorgebraäxt werden. Eiidlich gab Redner eine Ueberfichl über bie ge- nossenjchaftliä-en Bestrebungen auf dem Gebiete der Hast- pflichtversick)erung, die bereits auf Grund des Gesetzes über die Ertverbs- und W.rtschastsgenos^ensä-afren zur Bildung mehrerer berufsgenossenichaitlicher Verbände geführt haben, _________________________,____ über deren Geschästsergebiusse zum Teil sehr günstige Er- 411'1111 ilflltrö. fahrungen vortiegen. Redner äußerte sckchießlich die Ansicht, M baü diese genosiensck>aftliche Bewegung in nächster Zett • lieber ben Fall Hußner m Esten hat der Kaiser ganz bedeutend an Umfang zunehmen luerbe, mei.n es ben genaueste Untersuchung befohlen und einen eingehenden Bericht Privatgesellsck)aften niüji gelinge, das ihnen gegenüber in übcc daS Ergebnis eingefordert. — Bei der Vernehmung be- menen Hreiien bestehende Mißtrauen au beseitigen, sowie l)Quple|c bcc Angeschuldigte, von Hartmann einen Schlag er- eine gerechtere unb billigere Prämienbemessung herbetzu hatten zu haben; dann erst will er von seiner Waffe Ge- ___ führen. or .f brauch gemacht haben. Die Zeugen erklären dagegen auf I K. ist wegen'namhafter Un ter schla g u n g e n, die er alS + Kinzenbach, 17. April. In diesem Frühjahre finb beftimmtefte, daß Hartmann den Hüßner in keiner Weise Schalterbeamter begangen hat, in Untersuchung gezogen es 25 Jahre gewesen, daß die Muller'sche^Dampf- Hühner gab zu, die Aeußerung getan zu worden. Seine Verhaftung stcht bevor. Er rst schon ca. 20 b^b^enlaT11^^^^0^ au? don"letzen Fabn^elände Bluttat erst jetzt ein Vorgang allgemeln bekannt, der sich Dor Lm ^nferen-saal int Bahnhofsgebäude den Direktions- bold-Weylar^Herr Muller' ^11 3 9 «5 (irndmina fur»cm Qm 9ll)cm ereignete. In einem Kölner Hotelrestaurant Presidenten Thomae vorstellen. Ebenso wurden dem Minister einen vortrefflichen ^ehmboden entdeckte, der fr ch g cin Offizier in Zivil einen das Lokal verlastenden Vorstandsmitglieder des Allgemeinen Ci.enbahnvereins einer Z.egelei vorzüglich geeignet schien. Durch Bohrungen rocj( dieser nicht grüßte oder die Mütze vorgeslellt. Rach Besichtigung des Güterbahnhofs und der wurde fetlgefteUt, daß das Lager eme Diese von 10 oisi bcm jfop|c betjiell, mit angeblich beleidigenden Worten Lertstätten fuhr der Minister nach Hanau weiter, wo das 18 Meter erreiche und somit zu den machtigiten Ablagerungen roaS ^r Folge hatte, daß der Ofsizier von Frühstück eingenommen wurde. Deutschlands gehöre. Der Betneb vergrößerte sich von Jahr 9 ' zur Rede gestellt wurde. Mehrere Gäste des Berlin, 18. April. T zu Fahr. Unter der tüchtigen Führung deS Besitzers, Herrn«° u - ■ ----- - gjlüUcr, betrug die Jahresproduktion oon 1878—1881 zirka 800 000 Steine bei 16 Arbeitern; von da ab steigerte sie sich allmählich auf zirka 4 Millionen Stück und eme Arbeiter» xv. Tas Kaiserpaar erschien Restauran.» fiH.n bann lb« b« Offi.l« 4«; -I**“ drang em anderer Elniahriger zum Schutze deS den südlichen Teil der Siegcs-Allee auf- und Offiziers mit blanker Waffe auf die Zivilisten 0^.., besickstigte der Kaiser die ganze Korsostrccke und ein und verletzte mehrere von ihnen. Tags darauf sei ^rundete wiederholt Jein größtes Interesse für die Ver- durch einen GouvememenlSbefehl die Sperre über das Hotel I anstaltung des deutschen Sportvereins. verhängt und der O f f i j i e r einstweilen vom Dienste suspen- Stettin, 18. April. Ter nach Unterschlagung amt» biert worden, während gegen die Zivilisten eine Unter» licher Gelder slüchttg gewordene und seit dem 4. November fuebuna wegen des Uedersalles auf den Offizier eingeleitet o. I. steckbrieflich verfolgte M ag ist ratsse kre tä r Rai. 1 7“ u mer wurde in Amerika ergnsien und in das hiesige Ge- wu* ' - —richtsgesüngnis eingelieferL iNoniriifasttttl Könitz, 18. April. Der Landr at des Kreises erließ l lU)lz)|UUU eine amtliche Bekanntmachung über den Fund von Lcichen- W. Gießen, 17.April. Straskammer. Heute wurden ^ilen in der Mortgrube der städtischen Schule, in der es vor der Straflommer drei Fälle von Sirossachen geaen d»e SUt» Die acfunbeiien Änodjcn entsprechen genau ben» lichkeit unter Ausschluß der Oeffentllchkeit verhandelt, fcerl1^1?1- - - - '.. ,'r 34 Jahre alte Kausmaim Otto E. von Frauksurt a. ------, menen VettucvS aus 6 176 Abs. 8 zu einer Gesangnisstrase oon 11— ।— — .v ■ , *i 4 Monaten verurteilt. — Ter Gemüsehändler Egid E. aus Gießen, den und e& _ ift mit Sicherheit anzunehmen, ba der geständig war, erhielt, wegen der gleichen Bersehlung angeklagt, Leick)cnteile spätestens einige 4,agc nach der Mordtat in ein Jahr GeiängniS. — Ter Gastwirt BZ. F. aus Gießen und die Abortgrube geworfen worden sind. Ob die gefundenen dessen Ehesrau sollten sich der Kuppelei schuldig gemacht haben. Stiefel Ltzinter gehörten, bedarf noch der Feststellung. Ein großer Zeugenapparat war aufgeboteu, um die Schuld das heutige 4. Blatt, Verm.) der beiden Angeklagten barjutun. Ter Gerichtshof tarn Kattowitz, 18. April. Beim Lösen eines Böller» -AngÄam-» g-w-"-» I-i. T-r «-rich!^. ->as Pulver, «urdziel^ ferne Fran und drei Linder wurden dos erklärte auch ausdrücklich durch den Vorsitzenden, daß er eine g e t ö t e t, zwei anbcrc Äxnocr, die schrecklich verbrannt GelegenheitSmacherei innerhalb einer Winschalt auch dann als wurden, verstarben auf dem Transport ins Spital. Kuppelei ansehe, wenn der unsittliche Verkehr infolge dessen außer- Köln, 18. April. Hier fallt fett heute früh ununter* halb des Hauses, in dem sich das Vllrtslokal befindet, vor fid) gebe, Schnee. Auch aus Düsseldorf, Bonn, Remscheid 3m vorliegenden Fall hätten die Angeklagten weder gewohiiheits- anderen Orten ber Rheinprovinz laufen ähnliche Aield* mäßig noch ans Eigenniitz nebanbclL^ —— ungen ein. ttr Äüi L f P/^uen^ ^^2^zg°brrg^her-fcht Ra«^tm*mafenj, 18. April .Die Arbeiter lehnten d« "äet W in Düdelsheim, mit Herlh» Lüste Hilda El,e Lliricde Bedingungen, unlcr denen tne^ Arbcrtgebcr das Arbertz. Amanda Weber dahier. Johann Heinrich Friedrich Ctto Eller, Verhältnis regeln wollen, ab. ^tifolgedi.,fen werden heute Taglöhner in Berghenn, mit Marie Hartmetz in Gießen. Am 17. abend 63 Fabriken, deren Besitzer Mttgtieder des Fabrt- üipnL Hermann Walther, Buchhalter in Gießen, mit Ottilie tantenveretns sind, geschlossen. Lchmalz in tpungen. Valentin Tegen, Bautechmker m ®iCBen, mit Nürnberg, 18. April. Tie Ausschüsse der natio* Margarete Leibsritz in Klemhausem nalliberalen Landeöpartei und der freisinnigen! »lm 11 »JpnL Ä d-hi-r, mit Emilie Partei Bayerns fmd r-rsE-ng-t-el-", UM üba -in Zu. AilbeMckne Ralwgang dahier. August Ludwig Georg Karl Bender, sammengchen bet den Re tch s t a g S w ah len zu bex 3aniiätsieracant babicr, mit Sophie Lampmami in Büdingen. raten. Man kam zu Der ümtsu)lwßung, daß, wo cm Zu L" j v Geborene. sammengehen n idyt m ö g l i ch erscheint oder wo bie Am 5. Aprill Tem Fnseur Friedrich Büttner eine Tochter, Herbeiführung einer Stichwahl wünschenswert wäre, ber Frieda Karolme Kalharme. Am 8. 'jlpriL Dem Buchhändler Wil- Wahlkampf so leidenschaftslos geführt werden soll, daß ein beim Röbne eine Tochter, Fda Katharme. Tern Uhrmacher Karl Jus^mmengehen später bei der Stichwahl moattch ersck-etnt. Stöver em Sohn, Ernst Hans. Am 9. Aprtl. Dem Lchloffermetster London, 18. April. Tie „Aariung Post' meldet aus Wilhelm Ziegler eme Tochter, ^ophte. Am^10.April. >^m Zug- 17, April: Tem Vernehmen nach wurde die iührer Heinrich Engetbach cme^ockUer. Dem schreiner Adam 9 ndjda vom Prätendenten e in genom- SÄÄ m7n^e ^Hfon 503 -s sran^öslchcs Gebiet^urück. Dem Eisenbahnwerkmeister Konrad Fricke eme -Achter. Am 12.----- April. Tem Spcnglermeister Ehruttan Arnow eine Achter. Am 14. Aprill Tem Kaufmann Ctto od)eel em Lohn. Am 16. April. Dem Schriftsetzer Adols Wtthelm Hensel eme Tochter. Am 10. ApriL Amalie Bücking, geborene GrooS, 78 Jahre W» 5 Monate alt, Pnoatin dahier. Johanna Buch, geborene Ehnnami, /g 50 Jahre 6 'Monate alt, Privatm^ dahier. Am 11. AprtL Karl . Herben Schmidt, 2ö Tage alt -ohn des We^me'sterS.Anton -.7^ . Schmidt dahier. Am 15. SlpnL ^nfttan ^)leid), Mre 9 = 7)egterr- Go.drente . Monate alt, schlosser dabicr. ^erdmand Karl Muhlhauie. < (jesierr. büberrento Monate alt, Sohn des Gerbers Ludwig Muhlhause dahten Am Dddrente . 16. April. Gustav Karl Feldhaus, 7 Alonate all, ^ohn des Tag-1 ^6 , I loonex'5 Karl Widdaus — | j, 1 Portagiea^n . . 16/ Porh-g.eiien. . . . 1% C. Türtcen . . . Tärkenloae..... in grossartiger Ausmusterung zeigen ergebens! an S2C4 RHe^erhoff & Goslar 13 Krenzplatz 13 £ Butzbach. 458 Die Iraucrnden Hinterbliebenen Wieseck, den 18. 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Lehrlinge: 1 Gärtner, 1 Spengler, 3 Schmiede (1 hier, 2 auswärts), 1 Wagner, 1 Küfer, 5 Schlosser, 2 Schreiner (1 hier, 1 auswärts), 1 Stellmacher und Wagenbauer (aufwärts), 3 Buchbinder, 5 Bader (3 hier, 2 auswärts), 2 Schuhmacher, 2 Schneider, 2 tplaier 1 Weitzbmdec, 2 Kaufleute. tfr« suchen Arbeit: 8 van- imb Maichiueuichlosser, 1 Sattler und Polsterer, 6 Schreiner, 1 Ausl reicher beziv. Lackierer, 1 Bäcker, 1 Hlaier, 1 Tod)beder, 1 Schi.hmacher, 1 Heizer, 1 Herrschaslsgärtner. zwe» Bureaugehilsen oder Auijeher, 1 Bureat.dicuer, 1 Aushilfskellner, 9 Unechte, 8 Taglohner, 2 Gartenarbeuer, ö Hausburschen, 1 Wech- -eugnäherul, 1 Berkäulerin, 2 Tiensimädchen, 1 Lmdermädchen, 2 Haushälterinnen, 1 Krankenpflegerin, 3 Lausfrauen, 2 Wasch- und Putzfrauem Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Weibbinder, 2 Kaufleute, 8 Schreiber. 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