Zweites Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 1^. ,ebruar 1903 Ale yeulige Dummer umfaßt 12 Setten. eröfiuet! ‘fcung, Doppcigloäen- lich billige Preise, Mlc che Dürkopp's-Rädcr, billige Wen. Reparaturen. VGkDrtze ti 'm W- W» ( daß 'ch * rNcn ^gtn Ä; fabrih £ä -SS: Mügimg lofft tum yoi'a"Jt Diäten und werde in diesem Sinne auch im Bundesrat wirken. Abg. Weidner -Laubach-Sckwtten meint, daß mit der Streichung dieser Summe hier nichts erreicht werden würde. Aber es sei an der Zett, daß sich die Hummer aus einen Antrag einige, der die Bewilligung von Vieichstagsdtäten verlange. Abg. Graf O r io l a - Büdesheim: Die Streichung des Postens wäre ein Unrecht gegen den verdienten hessischen Beamten in Berlin; er mag doch auch unsere Interessen oasetbst in würdiger Leise vertreten. Die Diäiens.age für Den vttichstag ist gerade von der nationaUiberaien Partei und dem tubg. Lass^rmann sp^z^ll sehr energisch bt.süuvortet worden, und es liegt uiw ganz, fern, etwa Durch Nichtbe- ivttligung von Diäten weniger bcmitulte Vertreter im Reichstag fernzuhalten. Ücbvt unsere Prellung zu dieser Frage lann unmöglich nwhr eine Unklarheit obwalten. Abg. Tr. DaviD-Mauiz: Das, was Abg. Reinhart gesagt hatte, lief allerdings aus die Erschwerunng der Lahl oer vieichSttigsadgeorolttlcn hinaus. Da uns die Regie- tuiig iiiaji ßv|ugi ycu, w»e sia) der Posten zergliedern lagt, |o ivollen wir ii)n ganz abUhnen. Lir lveroen das Ergehen der Regierung zu Gunsten der Diätelt erleich- rern, wenn wir hier eine derartige Streichung vornehmen. Geh. Staatsrat v. Krug vejiretter entschieden den Zu- lammenhang der Beioloung des ^unoesrat^dev^tunaa-rig- teil Mit den Diäten für die Reichstagsabgeorolieten. Die .negierimg yade immer bereitwillig Liuittarung uoer ihre -Ltetlung im BundtSrat gegeben, iui.an ,ottie jiuj daher mit oer heurigen Anttvort der ^ttgieruitg lwgnügen. Abg. Dr. Gut fleisch: Wenn Die r^gierung sich be» reit etuurt, jur Die Gewährung von Diaren in Berlin zu wirken, |o Lann man ihr uoa) nicht die Mittel oazu verweigern. Die iiasiung eines oerui.^gen Beschluss würde ivoyi auch taum an ver Stelle, auf oie es anu-mmt, eine grvge Lvirkung haben! Las ^>auy uyni schließlich einen Antrag Köhler ab, den Gehalt von öuuuu smL sur den hessischen Gesanolen nur dem Inhaber zu bewilligen, .ntt ..^yti-ett au und genehmigt ute Forderung Dujec öuuime. Alsoaan wiro em» weiterer Antrag, die Regierung zu ersuchen, im Bundesrat |ut Gewahim»^ von z/taten an oie iüeichstagsabgeordneten zu wirten, ein- |t i in in l g angenom m e n. Das ^aus vertagt sich darauf. Nächste Sitzung witttwoch |tug 9 Uhr. cmcn i'S?" Kejstjchcr Landtag. K. 15. Darmstadt, 17. Febr. Nachmittags sitzung. Am Ministerlisch dieselben Herren, wie am Vormittag. Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 3 Uhr 45 Min. und teilt mit, daß über die Wahl der Sonderausschüsse auch heute noch keine Verständigung unter den Parteien stattgefunden habe und er deshalb ixe weitere Verschiebung der Wahl vorschlage. Das Haus ist damit einverstanden. Es wird nunmehr in die S p e zi a l b e r a t u n g des Etats eingetreten. Die Kammer erklärt sich zunächst ohne Debatte nut dem Ausschußantrag einverstanden: „Die Kammer beschließt, daß die Kredite für laufende Unterhaltung von Gebäuden nur unter der Beschränkung bewilligt werden, daß Ueberttagungen in das Rechnungswesen der nachfolgenden Finanzperiooe nicht stattsmden dürfen und 2) daß den Verwilligungen für Neubauten bei alten Bauwesen die Beschränkung beiaefügt wird, dag Ersparnisse, welche bei der Vergebung der Arbeiten durch Abgebote an den Voranschlägen erzielt wurden, nur insoweit zur Verwendung kommen dürfen, als sie zur Deckung von Aufgeboten über die Voranschläge oder zu Fundamentierungsacbeiten, oder sonst sich als livtwendig erweisenden Veroesterungsarbetten bezüglich der baulichen Anordnung, des Rohbam oder des Deutsches Aeich. Berlin, 17. ocbr. Rach bet lunuuiung einer Korrespondenz hat die vom Kaiser vorgeschlagene Marmor- gruppe am Großen Stern des Berliner DiergartenS uie Große Berliner Straßen bahn gesell schäft gelüftet. — Das Kaiserpaar erschien heute vormittag im Landes-lAusstellungsgebäude, um Die in dem Skuipiuren- v^aaie aufgebaute uuiugc für das Denkmal des Kaisers und Der Kaiserin Friedrich vor dem Brandenburger Lor zu be- sichtigen. — Der Kaiser horte heute die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts und des Chefs des Admiralftabes der Marine. — Der Arbeitgcber-^chutzverballd deutscher Tischlermeister nno Hoi^industnelttr yar beim Reichskanzler um die Verleihung der Korporaiwnsoechte nachgesucht. — Die Nation al liberale Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses hat folgende Interpellation eingebracht: Hat Die Staatsregie- rung Kenntnis davon geuomuien, dag die katholische Geistlichkeit in Trier un Anschluß an einen Erlaß des dortigen Bischofs von der Kanzci eine Erklärung verlesen hat, welche katholische Eltern, Deren Kinder Die staatliche höhere Töchterschule ui Trier besuchen, mit kirchlichen Zuchtmitteln beDrof)t? In welcher Werse beabsichtigt sie die staatliche Autorität auf Dem Gebiet des Schulwesens diesem geistlichen Uebergrifs gegenüber zu wahren? — Der „Nat.-Ztg." zufolge ist der künftige Ober. Präsident von Posen beretts designiert. Es ist ein hervorragender Verwaltungsbearnttr, Denen Ernennung in Den nächsten Tagen erfolgen dürste. — Der Aog. Lenzmann hat jüngst im preuß. Abgeordnetenhaus!: mit Bezug auf den Ew oer polnischen Geheimbündler genüget: „Wenn ich Ihnen Den Eid oorführen sollte, den ich als V u r f ei) c n f a; a f t e r hatte schwören müssen, so würden Ihnen die Haare zu Berge stehen. Der Hang noch viel grusiger, uno ich habe im Leben nie gespürt, daß bet Eid mich im Gewissen genötigt hätte, alles zu tun, was ich in jungem, burschenschafttichem llebersprudeln für richtig und wünschenswert erachtete." Darauchm erklärt die Tursey-uschait, Der Lenzmann ange- hört hat, die „Arminia" - Würzburg, in den Burschen- schaftl. Blättern", daß sie Lenzmaun um Aufklärung gebeten hat. Es sei von einem Eide ober gar von einem haarsträubenden Eide in den Sn-ungen der Burschenschaft „Arminia"-Dürzburg nirgend die Rede. — Die Würzburger Burschenschaft „Arminia" gatt in früheren Jahren der bayerischen Regierung als verdächtig uno staat-gefährlich; Tatsache ist, daß die „roten" Würzburger Arminen früher stark demokratischen Prinzipien huldlgttn, und daß die Verbindung mehrfach Derberen war. Sie bestand im gchttmen weiter, uno bet dem Eide Lenzmanns mag es sich v.cUeidjt um eine mit den eigentlichen Satzungen L.r Burschenschaft nicht zusannmuhangende yerfiu-jeruiig g.handelt haben, das Geheimnis des Bestehens Der Ger- inneren Ausbaues innerhalb des Ziahmens des genehmiaten Projekts erforderlich sind, und 3) ihr Eiiwerständnis mit Dem Inhalt der in dem Hauptvoranschlag beigefügten Anmeik- ungen, nachgesuchten Befugnisse, Berechtigungen und Vorbe- halte usw. Der Großh. Regierung insoweit erklären, als nicht ein das Einverständnis ablehnender ober beschränkender Beschluß gefaßt wird." Die erste Hauptabteilung, Neste aus früheren Jahren 572900 Mk., und Der zur Deckung des Fehtbettags für das Jahr 1903/04 zu entiul)menDe Betrag von 2 Uu3 961 Mk., werden ohne Debatte genehmigt. Bei Titel „Carneral- uno Forstdomänen" regt Abg. Korell die Veretnsachung des Krediuvesens bei d.n Holzversteigerungen an. Ministerialrat Äilbrand erklärt, daß man dieser Anregung Beachtung schenken werde. Die Titel „Givittiste, Staatsbeitrag zu den Ordens- kosten", werden mit allen gegen Die Stimmen Der sozial- Demokraten, Der Umbau Des Eiskellers im Residenzichlvß zu Darmstadt, ööOu yjut, Speijefaal ui WoifSgaiten, 13 vlz meifit fast wertlos sei; man weise eben wohl absichtlich vas schlechteste an. Darauf werden Die Lokaioerwultungs- loften mit 1622 417 Mk. uno Die weiteren Titel mit öä3 3UV Mark bewilligt, ebenso Weinbaudomänen, Einnahme 812oo unD Ausgabe 97 600 Mk. Bei ^ttel Bao Satzhausen antwortet der Finanz- minifter auf kurze Anfragen Der Abgg. Erk, Brauer uno Köhler, worauf dieser Posten, so.vtt Die uäajstso.genDen, bewilligt werden. teine längere Debatte ent|pinnt sich bei Kapitel 8, Saline und Baveanstalt Bad-Nauheim. Abg. Io utz bringt den Vorfall mit Dem Musikdirektor Machts zur Sprache, der 26 Iayre un Dienst war, Dann entlassen wurde uno bald daraus freiwillig in Den Tod ging; er erwarte, Daß man Der Witwe eine angemessene Pension zahlen werde. Die Ausgabe sur Bohrtocy 14 zwecks Erhöhung Der Quelle sei unverantwortlich. Es sei auch in Der Berwalinng zu viel Personal voryanden. Finanzmiliister Dr. G n a u i y entgegeiiet, es habe sich empfohleii, in ^tauheim im Sommer ein Orchester zu haben, das auch im Winter zusammenbleibt. Ein solches zu schaffen, war dem früheren Musitoirektor nicht mögliu), unD so wurde mit dem Direktor des Philharmonischen Orchesters in Nürnberg vereinbart, daß dieser im Wttiter daselbst, int Sommer aber in Nauheim spielt. Dem bisherigen Kapellmeister sei eine Pension von 2U00 Mk. ausgesetzt worden, nach feinem Tode werde seine Witwe eine angemessene Pension beziehen. Die Ausführung des Vorredners über die große Beamtenzahl treffe nicht zu; gerade die Regierung habe im vorigen Jahre erst infolge Verschmelzung zweier Posten eine Stelle eingehen lassen. Bei Bohrloch 14 werde nur eine geringe Aenverung vorgenommen, sonst lasse man es ganz m Ruhe. Nach weiterer kurzer Debatte ztv.schen den Abgg. Mo l- than und Joutz und dem F i n a n z m i n i st e r und Ministerialrat Wild r and, wobei betont wird, daß die Festsetzung einer Pension für Machts erst nach dessen Berschwin- Den bewilligt worden sei, genehmigt Die Versammlung Den Etat für Slauheim. Kapitel 10, Staatseisenbahnen, wird als erster GegenstanD auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gesetzt, bei Kapitel 11, Lotterie, wird Die Einnahme mit 1075 210 Mk. bewilligt, nachdem der Finanzniinister u. a. auf Anfrage des Abg. Molt Han erklärt hat, daß trotz des sehr günstigen Absatzes der Lose die Zahl derselben wieder auf luOOOO gestellt werden solle. Eine längere und teilweise erregte Debatte ruft Darauf ein Antrag Des Abg. Tr. David zu Kapitel 15 der Hauptabteilung Staatsministerium hervor. Derselbe beantragt, Den für „Auswärtige unD Bundesverhält- nisse" einge [teilten Betrag von 36000 M k. zu streicheü. Die Kammer solle Damit deutlich aussprechen, daß sie so lange für den B u n d e s r a t v e r t r e t e v Hessens keine Diäten mehr zahlen werde, als man dieselben den Reichstagsabgeordneten vorenihalte. Abg. Köhler erklärt sich im ganzen mit diesem Vorschlag einverstanden, bittet aber nur 24 000 Mk. zu streichen. Präs. Haas macht darauf aufmerksam, daß in dem Posten von 36 000 Mk. auch der Gehall des hessischen Gesandten in Berlin mit einbegriffen sei; er müsse sich gegen Den Antrag David erklären. Aog. Reinhart (natl.) bemerkt, es sei doch ein großer Unterschied zwischen dem Bundesratsbevollmächtigten und dem ReichstagsabgeorDneten. Letzterer könne freiwillig nach Berlin gehen, während Der Vertreter der hessischen Regierung von dieser dazu beauftragt werde. Abg. Molthan (Zentr.) meint, wenn diese Auffassung zuttefsend wäre, Dann könnten nur noch reiche Leute in Den Reickstag gewählt werden. Abg. Dr. G u t f l e i s ch (sreis.) ist mit Dem Antrag David nicht einverstanden; man känne ja die Regierung ersuchen, beim Bundesrat für die Einführung von Diäten für den Reichstag einzutreten. Staatsminister Tr. Rothe betont, die Position 15 hange doch mit der Tiätcnfrage für den Reichstag in feiner Weise zusammen. Der Reichskanzler habe sich seinerzeit dem Anirag sympathisch gegenüber gestellt uno er gebe hier Die Erklärung ab: Sie Großh. Regierung übermmbe aus praktischen Gründen alle etwaigen tertoägungen gegen Die „Pfeiirinz“ hoben Lanolingehelts w septischen Wirkung litte” gegen Wundsein r Büchse tO Pfg- lartintektufeld^ ii. n lt(tc Westanlage, ür Kamillen. 1 Gebäite, ^>slge Kiere. illustr. Zeitschriften, ifume Ncd.enung. 'Selegentlichsi empfehle, Betrieb desselben Hochachtungsvoll Aug. Hell. Nr. 41 • rlftetHt tSgklch autze, Bonniagi. hm (Siebener Anzeiger ttxrben im Wechsel mit dem hrsflschen fanbrolrt die Siebener Kamillen- biällei viermal in bei Wvch« de,gelegt Äviuiionebrucf u. Der» lag bet Brühl lchen Univeri.-Bnch-u.Llein- drircke re» lPietlch Erden) •Ubafnon, tegpebuiea und Druckerei: Ochnls, ratze 7. ttbiefle lü, Depelchen, Anzeiger «letzen. ^rrnlprrdianldiliifrJh 51. GlehenerAnzeigerW General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ ______________ zeigenleN Han« Beck Z>as Flrttil im ^rtüner Kurpsusch.rprezetz. Man schreibt uns ans Berlin, 17. F-ebruar: Tas Urteil im Kurpsuscheiprozeß NarDenkötter ist gegen den hauptangeklagten |ireug ausgefallen. Drei Jahre Gefängnis, fünf Jahre Ehrverlust unD Geldstrafe — von einer solchen Ahndung ist bisher, soweit wir uns erinnern, unter Anwendung Des Betrugsparagraphen noch fein Kurpfuscher getroffen worden. Doch gerade in diesem Falle, wo es sich um Vorkommnisse eklatanter Art handelte, trifft Den Schuldigen Die volle Wucht Der Strafe nicht, ter hat sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen verstauben. unD es läßt sich denken, daß Die Besriedtg- ung Darüber bei ihm eine umso größere unD lebhaftere sein dürfte, je schärfer das Urteil ist. Im preußischen Ab- geordnetenhause wuroe bereits von dem nationaUiberaien Abgeordneten Dr. Eckels der Verwunderung Ausdruck gegeben, daß die Kaution zur Belassung NarDenkötters auf freiem Fuße nur auf Mk. 15 000 — ein Pappenstiel für einen Mann von wett über 100 000 Mk. Jahreseinkommen — bemessen war. Es lieft sich wie eine Rechtfertigung des diesvezüglichen Gerichtsbeschlusses wenn es in Dem Urteil heitzt: Dem Gerichtshof fei Dies Kurpfuschertum erst in Der Verhandlung im ganzen Umfang bekannt geworden; jedenfalls sei es in Diesem Umfange nicht bekannt gewesen, als Die Haftentlassung in Frage ftauD. Man kann Die Frage aufu-eifen, ob 'NarDenkötter auch Die von der StaatsanwaltsuMt verlangten Mark HunDerttausenD Kaution im Stich gelassen hätte? Diöglicherlveise ja, im Bewugtsein Dessen, was ihm Drohte. Abgesehen aber von Der Höhe Der Sicherheitsleistung. Das schwer Begreifliche beginnt an Dem Punkte, daß ein unter solcher Anklage SrehenDer nicht von Der Behörde derart im Auge behalten wurde. Daß ihm die Ausführung eines von langer Hand vorbereiteten FluchtPlanes unmöglich war. Tas Durfte nicht versäumt werden, selbst bei einer noch um vieles höheren Sicherheitsleistung. Das Urteil stellt ferner fest, NarDenkötters „Dreiste Frechheit zeigte sich auch dann, daß er trotz der Erhebung Der Anträge den Betrieb un- geichwächt fortgesetzt hat." Hier wird also vom Gericht ausdrücklich lonjiatiert, was schon im Verlauf Der Verhandlungen auffailen mußte. Gab es nicht Mittel unD iäiege, vor einem so gerne in jährlichen Treiben Die Oeffetit- lichkeit zu warnen? Die schwersten Gifte — „genug, um ganz Benin zu vergiften", bemertte einmal Der Vorfitzende des Gerichtshofs — mürben in einer Wagenladung bei Nardenkvtter beschlagnahmt. Und trotzdem konnte NarDenkötter diesen höchst gefährlichen Betrieb unbehelligt fort- setzen? Tas ist auch ein Resultat des Prozesses, auf das man nicht liachdrucklich genug Hinweisen kann, um diejenigen Maßregeln zu fordern. Die im öffentlichen Interesse geboten sind. Häufig wird das Publikum durch behördliche Mitteilungen in Kenntnis gesetzt, daß irgend ein Präparat nicht Den Anpreisungen entipreche. In Der großen Mehrzahl Der Fälle finD es Verhältnismägig harmlose Mittel, auf Deren Unwert oDer Nutzlosigkeit Die Behörde aufmerksam macht. Was will das besagen, im Vergleich mit Dem Giftrerer-tum NarDenkötters, Der ohne alle Skrupel an jeDen, Der Dafür zahlte, und gleich in Mengen, aus- geteilt wurde! Die öffentliche Gesundhettspflege bedarf also recht sehr der terroeiierung dahin, daß man vor allem Den Blick richtet auf wirklich gemeingefährliche „Hett"-Beslrebungen, auf Personen, Die mit nur vom Arzt auzuwenDenDen Mitteln chren Patienten zu Leibe rücken. Wenn Dann einmal Der Favrikant eines Schönheitswassers, eines Haar-Elixirs ober anderer harmloser Spezialitäten dem Auge des Gesetzes entgeht, bann ist der Schade wohl kein alizugroßer. Das Urteil gegen Nardenkötter — dem aus bitterer Not zum Gehilfen Dieses Mannes gewordenen Tr. Kronheim ist ein gewisses Mitgefühl nicht zu versagen — beweist jedenfalls, daß es keineswegs notig ist, wiederum ein Spezialgesetz zur Beschränkung des Kurpfuschertums in Angriff zu nehmen, wovon in diesen Tagen die Rede war. Die bestehenden Gesetze genügen, wie man , .sieht, durchaus, um durch Die Höhe Der Strafe ein ~ ab* schreckenDes Beispiel zu liefern. Nur Die vorbeugende Tätigkeit der Belföroen sollte weniger auf „Kleinigkeiten" gerichtet sein. Telephonischer Kursbericht -Anl. 41-', 96 äuR*ero Argt»nHner 103.55 101.35 102.15 103.90 51.80 32.80 103.00 93.05 102.85 93.15 101.30 37a% 30/, 3*/,% 3°/o 3l/2% 4°/ Italien. Rente 47» % Portugiesen -0/ Portugiesen. . 156 C. Türken Turkenloso . . . 4% Ürieoh. Monopol 133.60 45.75 396 Oberbessen . . . 496 Oesterr. Goldronte . . 4'/, 96 Oesterr. Silberrente 496 Ungar, Goldrente . . m3 . 25.95 . 93.25 . 101.00 3<7g Mexikaner , . 4*/s 7o Chinesen . , Electric. bcLuckert . Nordd. Lloyd e . Kreditaktien Diskonto-Kommandit, Darmstädter Bank Dresdener Bank . , Beniner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Lauraiiütte .... Bochum..... Harpener .... Tendenz: rnM Reichsanleihe do. Konsole . do . . Hessen Frttukiurt ». b„ 18. Februar . 218.90 198.50 . 142.80 . 150.80 . 162.30 . 149.80 . 15.90 . 181.90 . 220.00 . 185.40 . 174.10 Km- nab NiHch-Nechismiiig der Stadt Kießcu. Aus den Waldungen der Stadt Gießen, 3—5 Km. ooh der Bahnstation entfernt und an chauffierte Abfuhrwege angrenzend, sollen Aonnerstag den 5. März, vormittags IOV2 Mr beginnend, im Saale des Lerrz'schen Felsenkellers zu Gießen, in der Nähe des Bahnhofes, versteigert werden: 53 Eichen-Stämme, Schnittholz, mit 51,15 Fstm. 64 „ „ Bauholz, „ 40,91 , 384 „ „ Schwellenholz, , 223,89 , 524 „ „ Grubenhoz, , 174,52 , 228 Fichten-Stämme „ 82,22 , 155 Kiefern-Stämme u 98,49 „ Gegen Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Oktober 1903 gewährt. Gedruckte Verzeichnisse über die Dimensionen der zur Versteigerung kommenden Hölzer sind von der unterzeichneten Stelle gegen Erstattung der Druckkosten erhältlich. Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wende mar> sich an die Forstwarte Geisel-Gießen, Arft-Hochwartc bei Gießen, C. Brück-Rödgen bei Gießen und Lotz-Wiescck. Gießen, den 18. Februar 1903. 1534 GcoByerz0g.11 srerei Gießen. Mecum. btnbung nicht preiszu geben. Allerdings hatte sich Lenz- mann dann etwas schief ausgedrückt. — Gleich den Merkten gedenken auch die Kran ken- ka ssen zu der Novelle zum Krankenversicherungsgesetz in einer größeren Kundgebung Stellung zu nehmen. Wie die Deutsche Krankenkassen-Zeitung" mitteilt, wird aus Mitte März ein Krankenkassen ko ngreß nach Berlin einberufen. Zur Teilnahme sollen die Vertreter aller Arten von Krankenkassen aufgefordert werden. Der Kongreß wird von der Ortskrankenkasse in Leipzig und der Zentral kam- Mission der Krankenkassen vorbereitet. — Wie die „Germania" meldet, wurde Bischof Korum von Trier vom Papst gestern in Audienz empfangen. — Bezüglich der Kanalvorlage melden die „Berl. Pol. Nachr.", die Behauptung, die Emschertallinie sei von der Regierung aufgegebeiL sei aus der Lust gegriffen. — Mit einer stürmischen Versammlung, die von den Konservativen einberufen war, hat die Wahlbewegung im zweiten Berliner ReiclMagswahlkreis ihren Anfang genommen. Ein ehemaliger Sozialdemokrat, Arbeiter Reinhardt, griff d i e Sozialdemo krü- tie scharf an. In dem allgemeinen Lärm, der entstand, stellte der Vorsitzende durch den Ruf: ,Mir sind doch nicht im deutschen Reichstag" unter großer Heiterkeit die Ruyc wieder her. Nachdem noch ein anderer Redner gesprochen hatte, griff der konservative Neichstagskandidat für den zweiten Berliner Wahlkreis, Pros. Adolf v. Wenckstern die sozialdemokratischen Reichsragsredner aufs heftigste an: Sie seien ein Beweis, welche Verwüstung d i e Partei in Menschenköpfen anrichte; durch ihre Redner habe die Sozialdemokratie erklärt, daß sie auf die Ideale pfeife, und tine solche Partei wage es, anderen Gruppen die Ideale zu bestreiten Die Konservativen sollen politisch arbeiten, das sei auch seine Meinung, und diese politische Arbeit nicht dem Gesindel der S 0 zialdemokraten überlassen (Großer Lärm.) Der Redner wird durch leidenschaftliche Zurufe unterbrochen Aus dem Hintergründe des Saales dringt eine Gruppe nach vorn, die besonnenen Elemente können nur mit Mühe ein Handgemenge verhindern. Der Vorsitzende ruft, als er endlich Ruhe geschaffen hat, den Professor v. Wenckstern wegen seiner verletzenden Ausdrücke zur Ordnung. Die Versammlung geht unter großer Unruhe auseinander. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichs kanzlers vom 16. Fedr., welche lautet: Nachdem die zwischen Deutschland und Venezuela entstandenen Streitigkeiten beigelegt sind, ist die von den deutschen Seestreitrräften über die Häfen Puerto Cabello und Maracaibo verhängte Blockade aufgehoben worden. Daran anschließend teilt der „Reichsanzeiger" mit, daß nach amtlichen Mitteilungen Englands bezw. Italiens auch die seitens der Seestreitkräfte dieser Staaten verhängte Blockade aufgehoben worden ist. Dresden, 17. Febr. Das Urteil im Ehescheidungsprozeß des Kronprinzenpaares ist heute im Truck fertig gestellt worden. Dasselbe dürfte den Parteien Ende dieser Woche zugehen. Tas Allgemeinbefinden des Prinzen Friedrich Christian war heute befriedigend. Der Prinz hatte mehrfach stärkenden Schlaf. Karlsruhe, 17. Febr. Die feierliche Beisetzun g des verstorbenen Ministers a. D. N 0 kk fand heute auf dem hiesigen Friedhöfe statt. Kurz vor 12 Uhr erschienen der Großherzog und die Großherzogin und legten einen prachtvollen Lorbeerkranz nieder. Außer den Hchsten Herrschaften wohnten der Beisetzung bei: Der Erbgroßherzog, Prinz Max, ein Vertreter des Prinzen Karl, die Rektoren der drei badisck)en Hochschulen, der kommandierende General des 14. Armeekorps und der preußische Gesandte v. Eisendecher. den Minister Feservary mit dem Abg. Lengyel hatte, ließ Lengyel den Minister fordern. Tanger, 17. Febr. Nachdem der Prätendent den Kriegsminister Marokkos provoziert hatte, griff dieser ihn an und zwang ihn 10 Stunden östlich von Fez am 12. Februar zu einem erbitterten Kampf, dessen Ausgang noch unbekannt ist. Menebhi forderte durch Eilboten neue Munition. Washington, 17. Febr. Staatssekretär Hay und Bowen unterzeichneten das Protokoll, nach welchem in Caracas eine aus einem Venezolaner und einem Amerikaner bestehende Kommission eingesetzt wird zur Regelung der Forderungen der Vereinigten Staaten gegen Venezuela. Wenn tue Kommission eine Einigung nicht erzielen kann, soll auf Vorschlag Bowens die Königin der Niederlande um Ernennung eines Schiedsrichters ersucht werden. Königin Wilhelmine willigte ein, vorkommenden Falles einen Schiedsrichter zu ernennen. Der Vertreter der amerikanischen Interessen wird John W. Basier sein. Aus Stadt uuö Laut». Gießen, den 18. Februar 1903. ** Aus dem Theaterbureau. Es sei nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß heute Mittwoch den 28. ds. zum dritten und letzten Male als volkstümliche Vorstellung ,Monna Vanna" zur Aufführung gelangt. Das für Freitag den 20. Februar angekündigte Benefiz des Fräulein Feige, .Muttersegen", muß verschoben werden, da an diesem Tage die Regimentsmusik anderwärts beschäftigt ist; statt dessen findet eine Wiederholung von .Wilhelm Teil- statt. ** Zwei durchgehende Pferde jagten heute mittag über den Markt hinweg direkt in das Schaufenster der Firma Z. Pftffer hinein. Die große Spiegelscheibe wurde in Atome zertrümmert. Weiterer Schaden ist nicht entstanden, da die Pferde, durch den Lärm der zusammenbrechenden Scheibe erschreckt, sofort stehen blieben und gebändigt werden konnten. ** Besitzwechsel. Tie Brauerei Weidig wurde ür den Preis von 120000 Alk. an den Restaurateur C 0 mus aus Boppard a. Rh. verkauft. Die Uebernahme erfolgt am 1. März, d. Js. — Weiterhin wurde das Hotel Seipp für den Preis von 82000 Mk. an Otto Oppel aus Thüringen verkauft. Die Uebernahme findet am 1. April statt. ** Hessische Staatsweine. Im April d. Js. wird die hessische Domänenoerwaltung zum achtenmal ihre selbstgezogenen Produkte rheinhessischer Weine zur.Versteigerung bringen und zwar nur Badenheimer. Nackenheimer und Oppenheimer Jahrgänge 1900 und 1901. Das zur Ver- teigerung kommende Quantum beläuft sich auf 68 hessische Stück A 1200 Liter, die einen Taxwert von zusammen 80 000 Mk. ^sitzen. Die Gesamtweinernte der hessischen Domanialgüter beläuft sich auf 147 211 Liter im Taxwert von 174 130 Mk. oder durchschnittlich per Halbstück 710 Mk. Der ganze Domanialbesitz umfaßt zur Zeit 134 hessische Morgen ä 40 000 Quadratfuß. rv. Wetzlar, 17. Febr. In diesen Tagen wurde den Zöglingen der hiesigen neubegründeten Präparandenanstalt die vierte Rate der staatlichen Unterstützung ausgezahlt. Es erhielt jeder Schüler durchschnittlich 25 bis 30 Mk., die weniger Bemittelten erhielten bis zu 50 Mk. Tie Aufnahmeprüfung ist für das Seminar vom 23. bis 25. März und für die Präparandenschule auf den 26. März festgesetzt. Anmeldungen für beide Anstalten sind an den Leiter des Seminars, Vorbrodt, zu richten. Ausland. Rotterdam, 17. Febr. In der atchinesischen Landschaft Djambi ergab sich der einflußreiche Häuptling Panaeran Temenggung mit großem Anhang den holländischen Truppen. In Borneo erlitten die Holländer beim Vorstoß gegen die wegen ihrer Kopf- jägerei berüchtigten Dayas eine leichte Schlappe, wobei ein Offizier und ein Gemeiner getötet und ein anderer Offizier verwundet wurde. Antwerpen, 17. Febr. Eine gestern hier abgehaltene Versammlung von Hotelbesitzern und Restaurateuren beschloß, an den Senat ein Protest telegramm gegen bie neue Alkoholsteuer zu richten. Paris, 17. Febr. Der Senat nahm Art. 34 bis 50 des Gesetzes über die zweijährige Dienstzeit an unb begann die Beratung des Titels 4, der von den Kapitulationen handelt. — Ter Schriftsteller Franyois C 0 ppee teilt in einem »rteje an die „Libre Parole" mit, daß er beschlossen habe, oie Steuer erst im letzten Augenblick zu zahlen, um „gegen oa§ Regime der Anar chie, der Verfolgung und ber S chande zu Protestieren". Er fügt in seinem hinzu, er werde das Manuskript eines neuen Werkes öffentlich öUmJBcrEauf bringen, die Summe, die über 200 Steuerzahlung hierfür erzielt wird, werde $u Wohltat igkeitszwecken verwandt werden. Bereits gestern bei et Mobilars Francois Coppees mit Arrest om, 1'• ftebr. Am nächsten Freitag wird der älteste f$inaf beinrich« Yvckrus- auebrrcht^ Jnfntg- des sinftifte" Kunst und Wisstnschafl. Ein Särulärtag. Heute vor 100 Jahren (am 18. Februar 1203) starb im fast vollendeten 84. Lebensjahre zu Halberstadt Johann Wilhelm Ludwig Gleim, ein Hauptvertreter des „Halle- chen Dichlervereins". Ein trefflicher Ateusch und Freund — so ist er auch in einer Ode von Klopstock besungen und Goethe sagt von ihm: „Indem er bedürftigen Talenten aller Art über frühere oder spätere Verlegenheiten hinaus und dadurch der Litteral, wirklich zu Ehren half, gewann er sich so viele Freunde, Schuld,, und Abhängige, daß man ihm feine breite Poesie gern gelten ließ". Kniverstliits-Uachrichtrn. Der bekannte Philosoph Geh. Hofrat Professor Dr. Rudolf Euck en in Jena, der soeben von der Gießener Universität den theologischen Ehrendoklorhut erhielt, wurde auch von der rheologischen Fakultät der Jenaer Universität zum Dr. theol. honorib enusu ernannt. Arbeiterbewegung. Frankfurt, 17. Febr. Tie Schriftgießer in Offenbach ind, da der von ihnen vorgefchlagene Tarif von den Arbeitgebern abgelehnt ^ourde, in den A n § stand getreten. Der Streik umfaßt 114 Schriftgießer und 28 Hilfsarbeiterinnen. D,e Frau k- furter Schristgießereibesttzer haben sich mit den Offenbacher Kollegen solidarisch erklärt und ihren Schriftgießern, fast 200 Personen, sämmtlich gekündigt. Eine hiesige Versammlung von Schriftgießern beschloß, „zunächst passiiven Widerstand zu leisten, d. h. wohl die Fabriken zu besuchen, aber nicht zu arbeiten." Gauvorsteher Domms stellte Unterstützung durch den Buchdruckerverband in Aussicht. — In der Werthei m'schen Nähmaschinenfabrik sind Differenzen entstanden; zwanzig Arbeiter stehen in Kündigung, eine größere Zahl wird ihre Kündigung einreichen. — Ferner sind bei den hiesigen Glasschleifern Differenzen aus- gebrochen. ' Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 19. Februar: Abends 8 Uhr, im unteren Konfirmandensaal, Krrchstraße 9 Bibelstunde. Mare. 5.Pfarrer Scheunem a n n. ' Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. R. B. Darmstadt, 18. Febr. D>e Zweite Kammer beschäftigte sich heute in einer mehr als vierstündigen Sitzung ausschließlich mit Kapitel 10, „Staats-Etsenbahu n", über welches Abg. Dr. Gutfleisch schriftlichen Bericht erstattet hat. An der sehr umständlichen Debatte beteiligten sich einige 20 Redner, die meist lokale Wünsche und Klagen vorbrachten. Schließlich wurde das Kapitel mit 10 Millionen 100 000 Mk. in Einna zme und mit 289 000 Mk. in Ausg be genehmigt, sowie in Ber» binbung damit Kapitel 108, private und autzerheffische Staats- Eisenbalinen, Emnahmen 12 000 Mk., Ausgaben 5510 Mk. Die uächstc Sitzung finvcl morgen früh 9 Uhr statt. ... . c c 1111' 1 - or. Ihn ü»< i.i >u,ciiacyt^ball bie Ueber» ■uUc zu nehnren, war für gestern beim Kaiserpaar im rvmglichen Schloß noch ein kleiner Ball angesetzt worden, der im ersten Programm nicht vorgesehen war. Ter Kronprinz und die übrigen antvesenden jüngeren Prinzen beteiligten sich an allen Tänzen. Unter den Geladenen befanden sich mehrere Minister und Bundesrats-Bevollmächtigte sowie auch Parlamentarier und die Spitzen der berliner Behörden.Wie das „B. T." meldet, l>at Terlinden beim Justizminister Protest gegen die lange Untersuchungshaft eingelegt Er beklagt sich über die Richter und die Staatsanwaltschaft. Ter Beginn der Verhandlungen ist noch unbestimmt. — Das Trianon- Th e a t e r hat gestern die zweite Novität feit Beginn der Saison vorgefuhrt. Das dreiaktige Lustspiel „D i e Notbrücke hatte bei guter Besetzung einen starken unbestrittenen Erfolg. Die Autoren des Stückes sind Fred Gresac und Francis de Croisset, eine h^ier noch unbekannte Pariser Doppelfirma. Unter dem ersten Autornamen verbirgt sich eine Dame, die zur Berliner Premiere ihres Stückes eingetroffen war. Nach dem lebhaften Beifall am Schluß des zweiten Aktes verbeugte sie sich dankend in der Proszeniumsloge. Berlin, 18. Febr. Das Verfahren wegen Sittlichkeitsverbrechen, welches gegen* den Tr. phil. Riedel schwebt, hat auch eine Reihe von Belastungsmomen- ten gegen einen hiesigen, in der medizinischen Welt und Gesellschaft sehr b e kannten Professor zutage gefördert, der ebenso wie Riedel mit minderjährigen jungen Mädchen in unlauteren Beziehungen gestanden haben soll. London, 18. Febr. Tie Morgenblätter kommentieren die gestrige Parlamentseröffliung. „T^aily News" sieht in der gestrigen Sitzung nichts anderes als eine Komödie, da die Rollen seitens der Regierung vertauscht zu fein schienen. „Morning Leader" sagt, die Lage des Kriegsministers Brodricks sei unmöglich geworden. Sein Reorganisatiolisplan für die Armee sei völlig gescheitert. Man müsse Mittel und Wege finden, um ihn aus dem Ministerium zu entfernen. Wien, 18. Febr. Ministerpräsident v. Körber hat trotz Beschwerde der südslovischen Abgeordneten das Polizei liche Verbot der Abhaltung eines Wohltätigkeitsaktes zu Gunsten der macedonischen Flüchtlinge aufrecht erhallen mit der Motivierung, daß bei Bewilligung desselben sich der Charakter einer Demonstration nicht vermeiden ließe. Konstantinopel, 18. Mbr. Die Pforte etteiÜL sämtlichen Korps-Kommandeuren Befehl, alles für eine eventuell Mobilisation vorzubereiten. ' Wien, 18. Febr. Nach amtlichen Mitteilungen soll am nächsten Samstag durch sämtliche Botschafter in Konstantinopel das Reform-Projekt dem Sultan in feierlicher Weise überreicht werden.- Man hält es für sicher, daß die Türkei zunächst Einwendungen erheben werde, insbesondere dagegen, daß die mazedonischen Gouverneure in wichtigen Fällen ohne Zustimmung des Sultans ein» schreiten können. In diplomatischen Kreisen wird es als zweifellos betrachtet, daß die M acedon ier, selbst wenn die Pforte Reformen annimmt und durchführt, im April einen A ufstand inszenieren werden. Washington, 17. Febr. Amerika nahm unter Voraussetzung der Ratifizierung des schwebenden Vertrages mit Columbien das Angebot der Panama g e s e l l s ch a f t, ihr Eigentum und ihre Rechte am Kanal für 40 Millionen Dollars zu erwerben, formell an. Damit wird die Dauer des Verkaufsrechtes, das sonst am 4. SNärz erloschen wäre, verlängert. Washington, 18. Februar. Bowen hat den Vorschlag gemacht: Die Königin Wilh e lmina als Schiedsrichter zu bezeichnen für den Fall, daß ein Meinungsunterschied zwischen der venezolanischen und amerikanischen Kommission entstehen sollte. Bekanntlich haben die übrigen Mächte in dem Protokoll den König von Spanien für den gleichen Fall in Aussicht genommen. Der .Vorschlag Bowens bedeutet übrigens nichts anderes als einen Akt der Höflichkeit. Caracas, 17. Febr. (Reuter). Alle Einfuhrzölle sollen um 30 Prozent erhöht werden. Die Ausfuhrabgabe auf Kaffee wird um 2 Bolivares für den Sack, für Kakao um 16 Bolivares erhöht. 'I'cht v^gl^ngesetzt xZr-i- «r-Ks itzM - Das * "« der ®«Mit tola«»n, *» &f£ «»im ^un9 eineil '"d $ttb een aut7 kannte l-bhoften Stof«* Iahn«r„ le6Ef 811 Äerb^S 10 $,Ubu Mrtx * senden, 4 ** »■ Körber ta ,-^ohltatigkeils- I Heu Züchtlinge auf- ' ~**B kei Belvilüguna Demustration nicht Die Pforte ftteiüi W- Ees für eine eiten. ' Mitteilungen soll am Master in Kvnstan- ■ Sultan in feierlicher Ui es für sicher, daß n erheben werde, in£ Mischen Gouverneure ng des Sultans ein- . Preisen wird es als rdonier, selbst wenn 1 durchführt, im April ’n. erika nahm unter Vor- des schMbenden Ver- ngebot derPana- und ihre Rechte am rs zu erwerben, jor- 5 LerLiussrech/es, bße verlängert Bowen Hut den Will-ellninn n sür den M, daß er venezolanischen unD >n sollte. Betanntlich Protokoll den König M in Aussicht ge- edeutet übrigens nichts it ... M Einfuhrzölle werden. Die Ausfuhr- oares für den Sack, für irsbericht Um 18. IW jxikttner • • ' ' : '•»* L'oyd • • ' 'M) iktien . - ■ 'M' [to-Komwaniht. - tädter Bank . wer Bank . - ■ er Handels^' • 1 r. StaatM - - ' irden - • ' ' ' 181.90 irdbabn. ■ • * MW 17410 .m Tendern' 1631 6te: „,5 Sm. W" rtnittoü^y? *}&•* ' « 51,16 31* MSI ' L,, ' 823,89 . R ’ 174,52 - i, ' 82,22 . ’ °N°b" 'M &>o!! :3S Lehmann & Assmy, Spremberg, L.MZL- Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartcustratze 2 (Bsirqermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis bat die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern («rbeiteru jeglicher tlrt, Dienstboten unv Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu oermirtchu An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. ES können eingestellt werden: 1 Sattler (auswärts), 2 Schneider (Gießen), 1 Schneider (aus wärts), 1 Knecht, 2 landiv. Arbeiter, 14 Dienstmädchen für schort (Gießen), 1 Dienstmädchen für schort (auswärts), 4 Dienstmädchen für L ober 15. März, 3 Dienstmädchen für 1. oder 15. April, 3 Hausmädchen, 1 Lauffrau, 2 landwirtschastl. Dtägde. Lehrlinge: 2 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Friseur, 2 Glaser, 1 Kaufmann, 1 Schneider, 1 Schuhmacher, 2 Wagner, 5 Schlosser. Es suche« Arbeit: 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Anstreicher, 1 Lackierer, 1 Sattler and Tapezier, 3 Schlosser, 1 Schreiber oder Buchhalter, 1 Schreiner, 10 Hausburschen, 3 Knechte, 3 Kutscher, 4 landwirtschaftliche Arbeiter, 4 Taglöhner, 3 Dienstmädchen, 1 Knidersräulein, 5 Laussrauen, 1 Lausmädchen. Lehrlinge: 1 Gärtner, 1 Weißbinder, 2 Kaufleute, 9 Schreiber.__________ Bekanntmachung. Das sechste Ziel Gemeindesteuer für 1902/03 ist in diesem Monat fällig und kann bis zum 1. März ohne Kosten bezahlt werden. Zahlstunden täglich vormittags. Gießen, am 18. Februar 1903. 1533 ___________Stadtkaste Gießen: Doepfer.___________ Pferde-BttsiüMngs-Vmin zu Wilberg. Die ordentliche Generalversammlung findet Sonntag den 22. Februar, nachmittags 4 Uhr, im „Englischen Hof" dahier statt. 1517 Tagesordnung: 1. Rechnungsablage für 1902; 2. Norstandsmahl; 3. Besprechung und Beschlußfassung von Bereinsangelegcnheiten. Grunberg, am 16. Februar 1903. Der Direktor: Georg Keil. Ortsgcwerbcverein. Hiermit werden unsere Mitglieder zu der am Donnerstag dem 19. Februar, nachmittags 4 Uhr, stattfindcnden Be- stchtiguug der hochinteressanten Siechenhaus-Anlage freundlichst eingcladen. 1502 Der Borstand. Gie?$ener £esehalle-Verein. Donnerstag den 19. Februar 1903, abends 8'/, (nicht 8) Uhr: 1283 Mntliche Mitzlielier-LechMlWg im Cafe Ebel. Tages-Ordnung: 1. Geschäftsbericht über das abgelaufene Vereins- sahr. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Borstand. eeöe©@o©©®®öo®e©öe®© Hiitzkii^ik-ii Gikßkii. Ahttoidentliche GelleralvechMluU. Donnerstag, den 26. d. Mts., abends 9 Uhr soll eine achMkiltlilhe Cenmlimslmllllliüg auf dem Db° Schütz en Hanse "MG mit folgender Tagesordnung abgehalten werden: 1. Feier des 25 jährigen Stiftungsfestes; 2. Wirtschafts-Verpachtung des Schützenhauses; 3. Verschiedenes. Wegen Wichtigkeit der Tagesordnung werden die verehrt. Vereinsmitgliedcr um zahlreiche Beteiligung gebeten. Gießen, den 18. Februar 1903. (535 Der Borstand. 1540 r. llelzelsuppc Christian OuiBL mndho’ ?onntrMno öcn 18. Februar: HHH—— tliamp ag ssei1 Bruck, Poucher I Co., Eoins hervorragende Qualitäten, sehr preiswert. Alleinige Niederlage und Vertretung für Oberhessen und Kreis Wetzlar: 1062 Pli. K EU KT a. M. j Fernsprecher Nr. 1548. Giessener tinr-Gesiillsti 187/, e. I Zu dem am Samstag dm 21. Iköruar 1903, abends 8 Zlyr im Saale de* Hotel tiro*»herzog: von Heesen stattfindenden 1213 IWIasken-Kränzchen laden wir unsere verehrlichen Mitglieder nebst werten Angehörigen hiermit freundlichst em. Wir buten um allseitiges (Lr,chemen in Maske. Zutritt nur gegen Gehennkarlen, welche von Donnerstag den 19. d. Alts, ab bei Herrn Ernst G.ballier in Empwng genommen werden tonnen. Maskenabzeichen für Nichtkostümierte sind am Saaleingange zu 1 Mk. ä Person zu lösen. Da* Coml'i Kaiscrga rt eu. itmif-OH'IUdjr Morgen Anstich des .„Aninnador früher Salvator. Grosses humoristisches Konzert der Giessener Stadtkapelle. 1538 Veite 11 von Karlsbuder Wasser kauft jedes Quantum 1434 Löwen-Drogerie. W. Kilbinger. Kindkrinchl-Büchsen Mtciwasscr-Flaschca lauft 1507 Biktoria-Drogcric, Marktstr. 5. Uerfchiedenes Geschäfts-Eröffnung. Den geehrten Bewohnern von Gießen, sowie allen Bekannten und der wohllöblichen Nachbarschaft bringe ich zur gefälligen Kenntnis, daß ich Ecke Mäusburg “W eine Flaschenbier - Handlung (helle und dunkele Biere) soivte einen Cigarren -V erkauf errichtet habe. Um geneigten Zuspruch bittet 0754 Hochachtungsvoll Job. Heinr. Kraushaar, Vmcl. Metzelsaappe. “Ä: mimw »it s«it. Abends: Humoristisches Freikonzert. 1525 laidwig Flamme, Zum kühlen Grund. Steden vorzüglichem Siüböl, Schweineschmalz und Margarine empfehle ____ 1531 w PaSm’o -w als schmackhafiestes, ausgiebigstes und billigstes nreppelsett. Atobert Stuhl, HIeustadt 23. Liederliranz. Samstag, den 21. Februar 1903, abends 8^ Uhr: Karnevaiist.^che Ab end-Unterhaltung in Steins Saalbau. 1532 Der Borstand. ♦ ♦ ♦ 4 jwyywAAW fffffffff^fffff fff ff fff* LiistliMbiiltetgPid.^ioM, Äiiöbiiticr sb x 8,?o, täglich frisch und sranko unter 9tächnahme versendet 698 I. B. Lietmcycr, Emsbüren. Garamie: Zurücknahme. Portllmö-licMut-Wttke „Wetierau“ in Lengsurt a. M. empfehlen ihren vorzüglichen Cement, für dessen Güte wir schriftliche Garantie übernehmen. 819 cheueralvettrieb: BchcnheiincrLLAiimbcrgcr en gru» Baumaterialien eudvtaii ______Atarburgersiraße 22.______ sHusten Sie? s e. au- iien bio waltner's Fionten- nadel-Brustbonbons. Seit Jahren be- .vahrt.tHuu öo t.be^ Gustav.Valier. I Hospiz ta? ' evang. 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Februar 1903, Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verluste sagt innigen Dank Fami’ia Seipp 136j Schilicrstr, V. II. Stock, 5 Zimm. u. Zubeh., per 1. April zu vermieten. K. Steller. 3--Zimmer-Wohnung i. mittleren totoct per sosort zu vermieten. 141______________Kirchstraße 2. LogtS, 3, 4 u. 5 Zimmer mit Zubehör zu vermieten. 142 L. Huh«, Bleichslraße 16. 14ös Mansarseu-Wohunng zu vermieten. Sudanlage 1U. 149) Alieestratze 11 ist die erste Etage per 1. s2lpril 1903 anderweit zu vermieten.________ löbj Schone b-Zimmerivohmmg Bad, Koch-u.Brenngas u. all. Zub. p. 1. April zu verm. Liebigstr. 68. 165] 2 schön geleg. Zimmer u. Küche an aUein|iel)euö. ycrvn od. Dame od. turderl. teilte in guleni Hau>e zu verm. Molttestrqge 2, L 180] Zu vermieten per sos. ob. spater 2 sreurrdl. 5-Zimmer-Woh- nungen nut Zubehör oder Haus zum Alleinbewohnen, 8 Ziunrier mit Zubeh. 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Hiermit die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Tochter, Schwester und Schwägerin nach langem Leiden im 22. Lebensjahre heute morgen sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: W. ffsömer-y Gastwirt. Heuchelheim, den 18. Febntar 1903. 1542 Die Beerdigung findet Freitag den 20. d. Mts., nachmittags 1 Uhr, vorn Sterbehause, Ludwigstraßc 18 in Heuchelheim, aus statt. 1589 Wieseck, 18. Februar 1903. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahn anläßlich des Todes meines guten Mannes sage i auf diesem Wege innigen Dank. Anna Blecken geb. Pfennig. Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass unsere hebe Mutter und Schwiegermutter Marie Carolina Jaegle geb. Roth im Alter von 64 Jahren und 8 Monaten sanft entschlafen ist. A * ;>• Statt besonderer Anzeige. Prof. Baidensperger und Frau geb. Jaegle. Giessen, den 17. Februar 1903. 1509 1071] Kleinere 4-Zirnmerwoh- mtng per 1. April zu vermieten. 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