- Prinzessin Elisabeth f wns MMT^TMkV MäaäJiiMa^^uMiir >r ^** । Masta - - • WMWMr - r^,^T- - • — - — tiLi.-.c*«7. iijUW^UW..^" »lüVV'k^^MSI tel Ü R B. Darmstadt, 16. Nov. Ein Schatten tiefer Trauer hat sich wenige Wochen nach den glänzenden Festtagen an unferm Fürstenhofe über das Hessenland gesenkt. In den jüngst jo belebten Feststraßen, in denen die Fahnen und Guirlanden den vielen fürstlichen Gästen ein freudiges Willkommen zugewinkt hatten, weht heute das rot-weiße Banner halbmast als Zeichen bittern Herzeleids. Man traute seinen Ohren nicht, was da in früher Mittagsstunde wie ein Lauffeuer von Mund zu Munde ging: Prin- zefsin Elisabeth ist heute Vormittag um einhalbzehn Uhr sanft entschlafen. Das frische, blühende Fürstenkind, yun{er liebes Lieschen," wie man sie von Jung und Alt mit Stolz nennen Härte, plötzlich gestorben — ach nein! unmöglich! so tonnte man überall Ausrufe der Bestürzung und des Schreckens vernehmen. Doch ach, das von so Vielen für unfaßbar Gehaltene war Tatsache, bald kündeten die Extrablätter der Zeitungen es schwarz auf weiß. Wie hatten sich doch noch vor wenigen Tagen so freudig die Blicke aller Bewohner auf das liebliche Prinzeßchen gelenkt, wenn es an der Seite seiner hohen Verwandten durch die Straßen spazierte oder auf dem kleinen braunen Pony daherritt, nach allen Seiten mit echt kindlicher Herzlichkeit die ihm freudig gespendeten Grüße erwidernd. Wie beglückt sah man beide, den Großherzog und sein Töchterchen, in herzlicher Liebkosung auf den Photographien in den Kunsthandlungen dargestellt, das fein- geschnittene Gesic^tche> vor Wonne strahlend in der zarten Obhut väterlicher Liebe. Und nun, nachdem es erst vor acht Tagen von Wolfsgarten in vollster Gesundheit und Jugendfreude mit dem Vater und den russischen Verwandten die Heimat verlassen, liegt es kalt und starr auf der stillen Bahre hingestreckt, wird es von dem zu Tode betrübten Vater als Leiche wieder zurückgeführt. Ein grausiges Schicksal fürwahr! Wie groß die Bestürzung und Trauer ist, die hier die weitesten Kreise ergriffen hat, das zeigt sich an den zahlreichen umflorten oder palmenumrankten Bildern der Dahingeschiedenen in den Schauläden, die von dichten Menschengruppen umdrängt sind. Mögen die Tränen aufrichtigen Belleids, die hier fließen, und die innige Teilnahme, die sich allenthalben im Lande und weit darüber hinaus an dem tieftragischen Geschick kundgibt, dem schwergeprüften Fürsten reichen Trost in seinem.bittern Schmerze bieten! Als die erste Meldung von der plötzlichen Katastrophe hier eintraf, glaubte man vielfach, daß irgend ein furchtbares Unglück, z. B. bei einer Automobil- oder Wagenfahrt, dem jungen Leben so jah ein Ende gesetzt habe. Aber bald wurde vom Hofmarschallamt eint zwelle, schon vorher eingegangene Depesche bekannt gegeben, die da lautete: „Prinzessin Elisabeth ist gestern schwer erkrankt, der Zustand ist emst, die Prognose sehr zweifelhaft." Schon diese Meldung lieh erkennen, daß eine heimtückische Krankheck die Todesursache bildete und ein nach langem Harren heute Abend eingegangenes Telegramm beftatigt diese Annahme! Der Tod der Prinzessin ist, wie darin versichert wird, inFolge von Brechdurchfall (Cholera nostras) in Verbindung mit Herzschwäche nach 24 stündiger Krankheit ein getreten. Die Trauerfeierlichkeiten werden, soweck bis jetzt bestimmt werden konnte, am Donnerstag oder Freitag in stiller, andächtiger Weise sich vollziehen. Der Zar hat heute nachmcktag die telegraphische Meldung hierher gelangen laßen: „Wir kommen alle mit dem Großherzog nach Darmstadt." Die Ankunft hier soll am Mittwoch erfolgen. Auch Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, sowie ein anderer Hohenzollemprinz als Vertreter des Kaisers und zahlreiche andere Fürstlichkeiten werden der verewigten Prmzesstn das letzte Geleite geben. Für den Trauerkondukt ist, wie wir hören, entjprechend der zarten Jugend der Dahingeschiedenen die weiße Farbe bestimmt worden, also weiße Leichenwagen, weiß behängte Pferde mit Silberbeschlag rc. Eine eigene Fügung des Himmels hat es ge- gewollt, daß das letzte Lied, welches Prinzessin Elisabeth beim Unterricht auf Schloß Wolfsgarten zu lernen hatte, vom Herbst handelte und vom Abschied der Vöglein und der Blumen, wobei es zum Schlüsse heißt: Äde, Ade, Ade! Nun hat auch die liebliche zarte Menschenblume, das süße, herzige, einzige Vöglein unseres großherzoglichen Hauses von uns Abschied genommen und uns allen ein leises, letztes „Adel" zugerufen. Wir aber wollen hoffen, daß der furchtbare Herbstesslurm, der dieses Blümlein Wunderhold mit rauer Faust dahingerafft hat, nun an unserem Fürstenhause gnädig vorübergehen und mildem, goldenem Sonnenschein das Feld räumen werde! ♦ • • Wie in der Landeshauptstadt, so hat aller Orten im ganzen Lande die Trauerbotschaft allgemeine Bestürzung und innigstes Mitgefühl hervorgerufen. Auch hier in Gießen erschienen alsbald an den öffentlichen Gebäuden die äußeren Zeichen der Trauer, Fahnen im Halbmast. Oberbürgermeister Mecum sandte sofort im Namen der städtischen Bürgerschaft ein Bei- leidstelegramm nach Skiernewice. DerVorstand derAlicenschule schreibt uns: Tieferschüttert durch die Trauerkunde, welche unser ganzes Land durcheilt unO jedes fühlende Herz erregt und bewegt, glauben wir uns im Einverständnis mit Allen, die sich unserem Fürstenhause verbunden fühlen, wenn wir den für die nächsten Tage vorgesehenen Bazar nochmals verschieben. Gerade in der Zeit, in welcher unser schwer geprüfter Fürst an der Totenbahre seines einzigen, heiß geliebten Kindes trauert, halten wir es für unmöglich, eine Veranstaltung, wie die geplante, aufrecht zu erhalten." • • UnS fällt ein Wort Friedrich Hebbels, des Dichters der „Maria Magdalena", ein, das er in seinen Tagebüchern niederschrieb, als er die Kunde von dem Tode seines Kindes erhielt. Es heißt, aus dem Gedächtnis zitiert, etwa folgendermaßen: Das ist im Leben das Entsetzliche, daß einem die Quelle höchsten Glückes zur Quelle bitterster Qual werden kamt! * * Wir gaben gestern nachmittag nachfolgende telegraphische Meldung als Extrablatt in der Stadt heraus: R. B. D a rm st adt, 16. Nov. (4*/, Uhr nachm.) Die Reichspost, die Mmtsterien und die übrigen öffentlichen Gebäude haben Halbmast geflaggt. Der früheren Großherzogin von Hessen ist. heute früh die plötzliche schwere Erkrankung der Prinzessin gemeldet worden. Sie sandte sofort eine Depesche an den Großherzog, daß sie an dasKrankenlager ihresKindes eilen wolle. Kurz darauf traf eine zweite Depesche ein, daß die Prin- zessin bereits gestorben sei, sodaß sich die Reise erübrige. Man spricht davon, daß heute abend eine Hoftrauer von 4 Wochen festgesetzt werde. Ferner gingen folgende Sonder-Telegramme auf unserer Redaktion ein: Darmstadt, 16. Nov. (6 Uhr 1 Min. nachm.) Die Rückkehr S. K. H. des Großherzogs erfolgt am Mittwoch in Begleitung des Zarenpaares. Die Bestimmungen über die Trauerseier harren der Genehmigung des Großherzogs. sd. Darmstadt, 17. Nov. 9 Uhr vormittags. Die Leiche wird im russischen Hofzuge, mit welchem auch der Großherzog, das Zarenpaar,Großfürst und'Großfürstin Sergius sowie das ganze russische G e - folge mithierherkommen, amDoners- t a g mittag hier eintreffen. Die Abreise in Skierniwice erfolgt am Mittwoch. — Gestern abend ist Oberzeremonienm eisterFreiherr v. Riedesel auf Allerhöchsten Befehl nach Skierniwice abgereist. sd. Darmstadt, 17. Nov. Degen des Ablebens Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Prinzessin Elisabeth ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer von heute bis einschließlich 27. Dez. lsd. Zö. angeordnet Nr. 270 Brlfteknt täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Keffischen Landwirt die Gießener Kamillen. Hättet viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck n. Der» lag der Brüh lachen -Buch- u. Stein- drückerrttPieNch GrdenZ die Post Mk.2.— viertel« jährt. ausschl. Beuellg. Annahme von Anzeigen iür Du Tagesnummer bis vormittag^ 10 Uhr« ßriUnpcrt». total 12151«. außiodäfi 80 Pl^ «verdat »ortt.ch den vultl an6 allgem, Teil P Witiko tür .Stadl und ttanh* unb -Gerichtssaat* August Gütz, tüi den An- jetqentetl Han - Beck. Erstes Blatt. 153. Jahrgang Dienstag 17. November 1803 * _ _ VezrrgSpretS. Äfflf O jfflK ^SSST O monatlich 7bPI., olertei. V (s? VI v jährlich ML. 2.20. durch Eichener Anzeiger " General-Anzeiger ** Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Ftrnipi'chanlchlutzNr.51. __________________ 6/ AK * __ worden. Die Damen erscheinen in schwarzen und seidenen Kleidern mit schwarz m Kopfputz und schwarzen Handschuhen und zwar bis 6. Dez. einschließlich, von da ab mit weitzem Kopfputz und weißen Handschuhen. Die Herren tragen zur Uniform einen Traunslor um dem linken Oberarm, außerdem bis 6. Dezember ernschtteßttch schwarze Handschuhe. fc. Mainz, 17. Nov. Der Oberbü rgermeister Dr. Gaßner hat im Namen der Stadt Mainz an den Groß« Herzog und die geschiedene Großherzogin Beileids« telegramme gerichtet. Daraus traf vvm Groß. Herzog aus Skiernewice folgende Antwort ein: Herzlich danke ich der Stadt Mainz für ihre liebevolle Anteilnahme an meinem furchtbaren Heid. Ernst Ludwig. Ko bürg, 16. Nov. Sofort nach Eintreffen der ersten Unglücksbotschaft machte sich die Großherzogin reisefertig, um um 2 Uhr nach Skiernewice reisen zu können. Um 11 Uhr brachte em Telegramm die Todesnachricht. Die Großherzogin ist tief erjch üttert und fassungslos. Niemand erhält Zutritt zu ihr. Ihre Reise ist vorläufig ausgegeben. Die Herzogin-Witwe Marie ist gleichfalls aufs tiefste erschüttert. Die Bevölkerung bekundet die größte Teilnahme. Die Fahnen auf dem Schlöffe sind auf Halbmast gesetzt. Koburg, 16. Nov. Heber den Tod der Prinzessin Elisabeth von Hessen wird folgende offizielle Mitteilung veröffentlicht: Heute Vormittag 10% Uhr traf aus Skierniwice ein Telegramm der russischen Kaiserin bei der Großherzogin von Hessen ein, durch das diese an das Krankenbett ihrer seit gestern Abend schwer erkrankten Tochter gerufen wurde. Die Abreise sollte mittags %1 Uhr erfolgen. Da traf kurz vor 12 Uhr die Nachricht von dem Ableben der Prinzessin ein. Als Todesursache wird ganz plötzlich eingetretener Brechdurchfall angegeben. Auch sollen die Krankheckserscheinungen sich erst gestern Abend gezeigt haben. Koburg, 17. Nov. Hier ist anläßlich des Todes der Prinzessin Elisabeth eine dreiwöchige Hoftrauer angeordnet worden. Die Prinzessin sollte in einigen Tagen in Koburg eintreffen, um an der Feier des Geburtstages ihrer Mutter am 29. Nov. teilzunehmen. Zu diesem Tage war auch bereits seitens der Herzogin Marie eine Ballfestlichkeck geplant. Im Schlöffe herrscht die größte Aufregung. w. Petersburg, 17. Nov. Der russische Regieruugsbo te schreibt anläßlich desTodes der Prinzessin Elisabeth von Hessen: Am 15. November erkrankte die Prinzeffin in Skiernewice unter akuten Krankheitserscheinungeu des Magens und Darmkanals. Gegen abend stieg die Temperatur, und es entwickelte sich eine Abnahme der Herztätigkeit, durch die ungeachtet der ergriffenen Maßnahmen ein unglücklicher Ausgang herbeigeführt wurde. Die Prinzeffin verschied am 16. November morgens halb 10 Uhr. Die Veröffentlichung des genauen Kraukheits- und Obduktionsprotokolles steht bevor. Unter cholera nostras versteht man eine Erkrankung des Magendarmkanals, welche vorzugsweise Kinder in den ersten zwei Lebensjahren betrifft. Bei älteren Kindern und Erwachsenen kommt die Krankheit seltener vor. Man faßt die Krankheitserscheinungen auch häufig unter dem Namen Brech, r u h r zusammen, oder spricht schlechtweg von einem schweren Brechdurchfall, der unter choleraähnlichen Erscheinungen verläuft. Daher auch die Bezeichnung Kindercholera. Mit der echten, asiatischen Cholera hat die Erkrankung nichts zu tun; die für asiatische Cholera charakteristischen Bazillen find nicht vorhanden, doch finden sich andere, ähnliche Parasiten, die für diese Form des Brechdurchfalls bezeichnend sind. Im allgemeinen kommt die Krankheit vorzugsweise in den Sommermonaten zum Ausbruch. werden. 8583 yn der edlen UnterrlchtSftunde am nächsten Sonntag von 4 bis 6 Uhr nachmittags in der Turnhalle der Stadtmädchenschute werden noch Beitrittserklärungen entgegengenommen f°tbetur 1 ‘önnen, bieser ? Beitritt" 9en,ibtni öcit 22 Halle i werden 8566 Land! Köln salische Hamel gel M*v nächst wu ist/ der fr zu zeigen» Gieße /osteten: L 2 Lick. 00 yr.StcüO Ansen pr. l|30—l|8i 1,70-2,21 88-78 fleisch pi 80 Psg, 65—74 Stück 5 4,50—5, bis 02 i M 19Q kQn9 aui (Lietzener Freiwillige Feuerwehr beabsichtigt, der Samtätskolonne beizutreten und innerhalb des HorpS eine "Anzahl Leute auSbltden zu lassen. Zu diesem Zwecke fordert der Vorstand diejenigen Kameraden auf, welche die Absicht haben, an den demnächst beginnenden Vorträgen und praktischen Lieblingen teilzunehmen, sich Freitag den 20. d. sJ)lt£., abends halb 9 Uhr, im Restaurant Wiegand, Neuenweg, zu einer Besprechung emzufinden. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Infolge des erschütternden Ereignisses, das in aller Munde ist, hat dre Direktion den Spielplan dahin abgeündert, datz in nächster Zeit nur ernste Stücke zur Ausführung gelangui werden. Es fällt demnach morgen, ILviinuvu), die grplaure Schülerv0t.stcllang nun WaticnsreuisLag^r und Mschlvistern ganz aus, die Freitag- v-orstellung, gelaugt eben,aus in Fortfall; der Donnerstag dagegen bringt ein Gastspiel der internationalen N a ch t a , y i-Lurnee Ar eia nie Dorny, die uns Gorkis sensationelles duichtasyl in eigener Dekoraiwn vor- uhren wird. Diese Vorstellung mug außer Abonnement irattsrnden. — Die Tournee, die am Hofryeaier in Braun- schweig ihre Liui|tleti)a;e Mission begann, wurde bisher überall begeistert vom Puburum und der Presse au,ge- nommen, die Darstellung des vielumstrittenen, auf Wiri- lichtett sich au|bauenDeu hervorragenden Wertes des genialen russischen Didiers wird niu)tergiltig, ja vorbildlich genannt Alan tonn cuso nut den größten Erwartungen dem Eastspiel der internationalen Tournee enigegentzhrn. * * Besitzwechset Das Aiiwe,en der Witwe Bamberger, Sudanlage 20, ging für 56 OOO Ait. an die Eement- abrit von Sack & Iugyarot in Heuchelheim über. ♦* In der Generalversammlung der Freien Turnerschast Gießen am Sonntag berichtete der Vor- itzende über das abgetaujene erste Vereinsjahr, wonach die Mitgliederzahl auf 105 und 17 Zöglinge gestiegen ist. Deili Bericht des ersten Turnwarts ist zu entnehmen, daß an 101 Abenden geturnt wurde, und zwar waren Vorturnerstunden (zugleich Kürturnen) an 14 Abenden mit 247 Turnern, iRiegenturnen an 87 Abenden mit 2437 Turnern, also durchschnittlich 29 Turner pro Abend oder 24 Proz. der Mitglieder. In den Vorstand wurden gewählt: Gg. Baum, erster Vorsitzender; Gg. Schmidt, 2. Vorsitzender; Hch. Gerdes, Kassenwart; P. Scheibe, erster Schrislwart; W. Lenz, zweiter Schriftwart; A. Büttger, erster Lurnwart; W. Kaiweit, zweiter Lurnwart; Hch. Mitze und A. Guntrum als Zeugwarte, P. Niewijch und A. Hohmeier als Revisoren. Nach- dem der Vorsitzende noch aus unsere neue, uns von der Stadt bereitwillig zur Verfügung gestellte Turnhalle verwiesen hatte, wurde die Versammlung geschlossen. * • Lo ntentia. Aus dem Winterfest des Vereins am Samstag konzertierte die Bauersche Zivilkapelle, nicht die Militärkapelle. - f- Garbenteich, 16. Nov. Dem 9jährigen Töchterchen des Arbeckers Heinrich Schäfer hier wurde am Samstag von seiner bjährigen Spielkameradin mit einem Beile, das von dem Kinde m einem unbewachten Augenblicke ergriffen worden war, der kleine Finger der linken Hand ourchhauen. Das Mädchen wurde nach Gießen in die Klinck verbracht Ob der Finger erhalten bleibt, ist noch raglich. - j- Münzenberg, 16. Nov. Die Arbeiten an der neuen Bahnstrecke Lich — Butzbach sind soweit gediehen, daß jetzt die Materialzüge von Lich schon bis hierher und von Butzbach bis Griedel verkehren und Schienen und Schwellen zum Weckerbau bringen. Die Strecke wird bis 1. Januar fertiggestellt fein, da aber die Stationsgebäude noch sehr im Bau zurück sind, wckd die Eröffnung der Strecke kaum vor L April 1904 erfolgen können. Die Bahn wird in erster Linie der Landwirtschaft dienen, aber auch einige Industrie in die Gegend bringen. Bei Trais-Münzenberg ist bereits ein Basattsteinwerk entstanden und in der Gemarkung Eberstadt warten Braunkohlenlager und Salzquellen ihrer Ausnutzung. t Feldkrücken, 16. Nov. Der Taglöhner Kaspar Lang von hier, der seck Vt Jahr vermißt wurde, wurde dieser Tage im Walde von Jägern erhängt aufgefunden. Als diesen Sommer sein beim Militär stehender Sohn auf Urlaub hier war, begleitete er ihn auf dem Rückwege über die Höhe. Seck dieser Zeck war er verschwunden. Unheilbares Leiden soll der Grund zur unseligen Tat gewesen fein. h. Bad-Salzhausen, 16. Nov. Gegenwärtig werden an der vor zwei Jahren erbohrten Soolquelle wieder Pumpversuche vorgenommen. Man hofft immer noch, die so sehr ersehnte Kohlensäure aufzusinden. — Das von allen Seiten so sehr herbeigesehnte neue Badehaus scheint immer noch nicht gebaut werden zu sollen, dagegen wurde diesen Sommer eine neue Trinkhalle und eine neue sehr teure Kegelbahn für 7000 All. eingerichtet Q Steinfurth, 16. Nov. Im hiesigen Kriegerverein hielt gestern abend Lehrer Volk aus Schadenberg einen Vortrag: „Ruhmreicher Anteil der Großh. Hessischen Division im Feldzug 1870/71". Er schilderte in einstündiger Rede die Verdienste der Hessen unter der heldenmütigen Führung des Prinzen Ludwig und führte den zahlreich erschienenen, Kameraden einzelne Episoden aus den Schlachten um Metz und Orleans vor Augen. Im Laufe des Abends wurde auf Veranlassung des Redners eine Sammlung zur Errichtung eines Roon-Denkmals veranstaltet, die den Betrag von 10 Mk. ergab. Mainz, 16. Nov. Nach den „Neuest Nachr." stehen au der Kandidatenliste zur Bi schoss Wahl: Bistum-- verwejer Dr. Selbst Pfarrer Forfcyiner und Generalvikar Domkapitular Dr. Engelhardt Dompfarrer Goedecker, Pfarrer Körner und Dr. Steinberger zu St Gereon in Köln. Marburg, 16. Nov. Nach der nunmehr beendeten endgiltigen Feststellung beträgt die Zahl der unsere Universität im gegenwärtigen Wintersemester besuchenden Studierenden 1150. Davon entfallen aus die theologische Fakultät 92, auf die juristische 315, auf die medizinische 149, auf die philosophische 594. — Einen Auszug veranstalteten heute morgen die Mitglieder der Studentenverbindung „Hasso- Guestphalia" durch mehrere Straßen der Stadt, indem sie Ferner wird uns geschrieben: Auch die Vermischtes. * Bremen, 16. ^zttiche Rätsel Frl. Meyer in Grambke ist gefiern nach 17jährigem Schlaf ohne jede Ursache erwacht. * Kiel, lb. Nov. Die Matrosen Laupichler und Lemke übet fielen den Vorgesetzten Ooerbootsmannmaat Raap, der sie wegen Nicyrgr upens an genauen .jatte, und mißhandelten ihn. Tie Tarer sind verhaftet * Güstr ow, 16. Nov. St eckbr ie s lich verfolgt wird der Amtsrichter Beselin wegen Veruntreuung ihm anvertrauter Erbpachtgelder. Tem Vernehmen nach handelt es sich um 30000 Mk. London, 16. d/ov. dckich einer Meldung des Bureau Reuter aus Simla sind Lord Kitchener, als ihn ein Pferd mit großer Heftigkeit gegen die Tunnelwand warf, beide Unter,chenkelknochen eines Beines unmittelbar über dem Knöchel gebrochen. Kitchener wird einen Adonai in Simla bleiben müssen. Kitcheners Pserd scheute vor einem Kuli, der plötzlich im dunkeln Tunnel' auftauchte und dann davonlief. Andere Kulis kamen vom Bazar herbei, aber sie liefen entsetzt davon, als sie hörren, daß Lord Kitchener der Verunglückte jet So kam es, daß Kitchener eine halbe Stunde unter großen Schmerzen im Tunnel liegen mußte, bis zwei Kulis mit einer Rickshaw ihn holten. # * Rom, 16. Nov. Der seit Wochen flüchtige Advokat Res ad a, der des Muttermordes verdächtig ist, stellte ich der Florentiner Polizei, __ ras Ukonwl'ope Len oöex Duchd'ldu' Bi ‘ i' ober W* inottvM"' Verfügung ja < ; >$eii F'tf tur bet« S’*1 schick^- angr"^, h| einem zu Karzer verurteilten Kommilitonen oas Geleit gaben. Dieser hatte mit langer Pfeife Platz auf einem Wägelchen genommen, während die übrigen per Leiterwagen folgten. Ein Student versah das Amt des Fuhrmannes. (Hess. Landesztg.) Marburg, 15. Nov. Wie die hiesse Reichstagswahl und jetzt die Landtagswahl, wo Konservative und Bund der Landwirte sich schroff gegenüberstanden, so nehmen auch die Stadlverordneten-Eiganzungswahlen wegen einer besonderen Episode ein allgemeines Interesse in Anspruch. Ter Bürgerverein und die vereinigten Innungen hatten den Aiöbeltransporteur A. Keppe als Kandidaten ausgestellt, worauf die RalhauSpartei (eine Anzahl Stadtverordneter) deicyloß, ihn gleichfalls auf ihre Vorschlagsliste zu setzen, hieraus eriläne der Oberbürgermerster, wenn Keppe aus dem Rathauszetrel bleibe und gewählt werde, wurde er jein Amt niederlegen und die Stadt verlassen. Wenn Keppe vom Rathauszettel verschwinde, aber doch gewählt Wirde, würde er freilich auch jein Amt nieder- legen, aber wenigstens am -Lxi verbleiben. Es waren nun Anprengungen gemacht worden, Keppe zur Aufgabe seiner Kandidatur zu veranlassen, weil die Scadt sonst die eminente Arbeitsira,t des OberbürgermeijlerS verliere und einen neuen Oberbürgermeister nut Mindestens 10 000 Mk. Gehatt anstellen mu,,e, wahrend ,ie oem jetzigen seinen votten Gehait als Pension weiterzahien müsse. Keppe er- ,nu)ie deshalb jeine Anhänger, von ,einer Kandidatur ab- zu,ehen. Dennoch bejchlos,en d.e,e, ihn au,zustelten, weil man in dem Verfahren des Oberbürgermeisters eine Be- lujruiuung der rwaht, rech eit erbnctie. Ter Grund für das ru-iderstreben des ^ve^vurgermeisters gegen die Wahl Kep- oes liegt dann, dag Unterer niehriuars die öNsttiachtS- zett dazu benutzte, die Stadtverwaltung in allerdings etwas sehr urwua-siger Art aiizuutteu resp. zu per,i- flieren, wobei die Per,on des Dbei.b^rgermecjters moirett m Miiieioen,cha,t g-ezogen wuroe. Alan ijt auf den Aus- gang der Saa)>e ge,paniit. Gerichtssaai. Lohnverhältnisse der Kellnerinnen. (Nach* druck verboten). Ein verrnchtendes Urteil über den Wirtschastsbe- trieb in manchen Annnirkneipen fällte das Landgericht Gießen am 24. Atärz d. Js. in Sachen des Gastwirts Weller von Gießen und dessen Ehefrau, die wegen Kuppelei zu Gefängnisstrafen von 15 Tagen bezw. 8 Monaten verurteilt wurden; auch wurde gegen beide auf je 150 Mark Geldstrafe erkannt. Die Angeklagten betreiben seck dem Jahre 1898 die Bier- und Weinwirtschaft zum „Schützenhof" in Gießen. Die Lokalitäten bestehen aus einer Wtrts- stube, einer besseren Wirtsstube und einem mit einem Sofa, zwei Tischen und mehreren Stühlen aus gestatteten Wemzimmer, alles in einer* Flucht gelegen. Das Wemzimmer, mit drei Zugängen versehen, wurde seit dem Sommer 1899, als Damenbedienung un Lokal eingeführt wurde, vielfach zu unzüchtigen Zwecken ausgenutzt, ohne daß der Betrieb von den Wirtsleuten je gestört worden wäre; die Kellnerinnen durften vielmehr den Gästen auch außer dem Hause zu Willen sein. Einmal hat zwar die Akigeklagte zu einem Mädchen gejagt, ihr Atann würde das Alädchen hrnauswerfen, wenn er erführe, was sie getan hätte —- er erfuhr es aber nie. Der billigste Wern zu einem Einkaufspreise von Mk. 1 bis 1.50 wurde zu WIL 3 big 3.50 verkauft und Sekt, der Alk. 2.50 bis Aik. 5 kostete, zu M. 6-10. — Die Kellnerinnen waren nur auf Prozente eingestellt und erhielten keinen Lohn, fodaß der Borderrichter konstatierte, sie feien fchon durch ihre Lohiiverhältnisse auf den Illizuchtsverkehr hinge- wiefen. In ihrer Revision gegen das Urteil rügten die Angeklagten, die Annahme, daß sie dem unzüchtigen Treiben der Kellnerinnen Vorschub geleistet hätten, fei zu Unrecht erfolgt, da in ihrer Haild- lungsroeife ein folches Aloment nicht liege. Vor allem fehle es an einer Feststellung, daß das Treiben der Kellnerinnen ihlien bekannt war; höchstens fei em fahrlässiges Verhalten erwiesen, das aber nicht den subjektiven Tatbestand ersetzen tonne. Auch seien Zeuginnen nach Schluß der Beweisaufnahme ohne Hinweis auf den früher geleistete,i Eid nochmals vernommen worden. Die R e v i s i o n beider Angeklagten wurde kostenfäUig verworfen. Gingesandt. (Für Form und Jnha.i .........- ^eser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Reoanwn Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Der neue „Kreisvereirr Gießen des Hessischen Landes» Verbandes des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke".* ) Was, schon wieder ein neuer Verein ? Ja, und dazu noch mit einem so schönen langen Namen. Und seit wann hat der denn feinen Einzug bei uns gehalten? Ja, seit wann? Als ich heute morgen meine Postfachen zur Hand nehme, fällt mir dabei natürlich zuerst ein langes Aktenkuvert in die Augen. Ich lese die Adresse: „An den Vorsitzenden des Kreisvereins Gießen gegen den Atißbrauch geistiger Getränke, Herrn Pfarrer D. Schlosser, Hochwürden in Gießen". Na, denke ich, was zu toll ist, ist doch zu toll. So meuchlings zum Vorsitzenden eines Vereins ernannt zu werden, das geht doch über den Spaß — und nota bene eines Vereins, der noch gar nicht existiert, der erst begründet werden muß, von dem aber, wie der Jnhatt des langen Kuverts ausweist, schleunigst bis zum 1. Dezember d. Js. allerlei Taten erwartet werden.' Und nun diese Begeisterung, die für diese neue Gründung erhofft werden darf!! Ich sehe schon im Geist die lieben Leute — es sind ja immer dieselben — w nn ihnen von Fr. Bickel wieder eine neue Liste rnck einem schönen Gruß von Herrn Pfarrer Schlosser vorgelegt würde. Ich zweifle ja nicht, daß eine ganze * Infolge technischer Unrstände kann der Abdruck dieser Zuschrift erst heule erfolgen. DcutschkS Reich. Berlin, 16. §tt)v. Das Befinden des Kaiser- ist andauernd äußerst befriedigen 5, sodaß der Kaiser den Plan, bei der Vereidigung der Al ar ine- rekruten in Kiel zugegen zu sein, nicht hat aufgeben müssen. Die Vereidigung, die ursprunglich am sDumtag stattftnden sollte, ist infolgedessen verschoben worden, vorläufig bis zum Freitag. Ter Kaiser hörte heute den Vortrag des stellvertretenden Ehess dcö Zivilkabinetts. — Das preuß. Staatsmini st erium trat heute zu eitler Sitzung zusammen. — Beim Minister der öffentlichen Ai b eiten Budde fand heute eine Konferenz statt, an der fänitiiuje Eisenbahndirek- trons-Prasidenten Preußens sowie der EisenbahndirekUo s Prüswent von Straßburg L E. teilnahmen. Der Zweu der Konferenz war eine mündliche Aus,ps. Ins. Regt. Nr. 87 angestellt. — Dr. Loeb (I. Darmstuvt-, Assist. Arzt der Res. zum Oberarzt, Marx (Metzen,, Dr. Waldea (Mainz), Unterärzte ber Res. zu Assist Aerzten befördert Dr. Bach felb, Stabsarzt ber Landw. 2. Aufgeb. (I. Darmstadt), der Abschied mit Erlaubnis zum Tragen seiner bisherigen Uniform bewilligt Aus Sluö! uni) iuuö. Gießen, 17. November 1903. •* Sanitätskolonne. Der AuSbckdungSkursus, der von Herrn Stabsarzt Dr. Ehrlich geleitet wird, umfaßt 24 Uebungsstunden, zweimal wöchentlich zu zwei Stunden. Ser beste,MrsmsteHMkliiis X da hohe Heizkraft, gleichmäßig anhaltende Wärme, frei vom üblen Geruck und äußerst werng Rußansatz, sind die Fürstlichen ZLraunKoyleugruö- Wölfersheim. Niederlage bei 0sn. Mii-IK's »sokk., Gießen. FrischgcjihöMe Käse«, Rehe im Anschnitt, Pariser Kopfsalat, Teltower Rüben, sowie alles andere Obst und Gemüse empfiehlt Fleisch- Verdingung. Am 1. Dezember 1903, vormittags 10 Uhr, wird im diesseitigen Geschäftszimmer, Kaserne I, der Bedarf an fleisch- und Wurstwaren für die Garnison Gießen aus die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1904 verdungen. Die Lieferungs-Bedingungen liegen im Geschäftszimmer aus, dieselben können auch gegen Zahlung der Selbstkosten bezogen werden. Schriftliche und versiegelte Angebote sind im Geschäftszimmer vor Beginn des Termins mit der Aufschrift: „Angebot auf Lieferung von Fleisch- und Wurstwaren" versehen abzugeben. 8502 Garnis o n-Bertvalturrg. billigst Heinrich Klotz Wwe^ 05753 Mäusburg 17. Preiselbeeren - prima neue, bestes Fabrikat, per Pfund 40 Pig., bei 10-Pfund-Eimer 38 Pfg^ „ 30 „ v 35 „ L. Steinhäuser, Telephon 346. Neuenbäue 17. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Mfi SiöÖÖQQ 'HM ••X-' Am ms, UM MW' IUWr und Lmke berbootsmamunaat Icpcuieii ijatte, uni) iQftet ilily verfolgt wird ^eruntt eltuug 1 Vernehmen nah föunß des Bureau Heuer, als ihn t die Tunnelwand beines uiunittetbai nei raub einen W ts Pjerd f'cheme vor ; rnnnel anstauchte nen Dom Bazar Herats jie honen, daj So Um es, dtz oßen Schmerzen un mit einer luftige Äövo lat erdächtig ist, stellte lÄ,'L<» ftös ‘Ker 2UI=^ ,l ötatit Winde „h lein ai. Ra 7 Nieder- S“c M abM ,lun ‘tot jo,7“?, lewer ‘tlä berlje» etllu ^enjefi nun ‘ en\e". fWtFiüft auf den Aus- n er innen. Mach» ibei den Mrtschaslsbe- Laudgmcht Gießen us Weller von Gießen . Gefängnisstrafen von Jen; auch wurde gegen Tie Angetlagien de- unb WeinwiüMl Ml Ziehen aus einer W= mtt einem SM M ten WemMkner, alles >, mu dm Zugängen 1- Tainendedienung m h-i-" i* ^ill-iluten je M wiiin vielmehr E P Willen lew» L der^U»-nm>°" kSL «■ om *■ rt rie ,»>ä$ ^ublitum ges ng.) t „ Landes' -g.-» °'° £ .. und dajU ^wi Äen. 3* > ^tns H* u>° *£>j - 1U Lne e>^ .N--,ot« L'erii “en»1“6 “ Laterna magicas. Eisenbahnen. Telephonischer Kursbericht. Temperatur am 15. bis 16. November Höchste , 16. , 15. Niedrigste „ Eureka-Waffen etc. Auswahl Grösste Viele Neuheiten. . 240.50 . 191.00 . 203.80 4- 7,3 o C. + 3,4 °C. 372% 3% 37,% 3% s7a% . 101.80 . 90.65 . 101.85 . 90.55 . 100.30 . 100.00 3°/o Mexikaner 4%% Chinesen . Electric. Sobuckert Nordd. Lloyd . • Kreditaktien . . Diskonto-Kommandil Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staate bahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... . 100.15 . 103.80 . 64.10 . 32.05 . 37.20 . 144.60 . 44.45 42.45 Reichsanleihe do. Konsole « do. . . Hessen Oberhessen Harpener..... Tendenz: fest. Frankfart a. II., 17. November 1903. . 26.65 . 91.60 . 114.00 . 104.90 . 212.30 . 196.50 . 147L0 . 159.40 . 165.80 . 143.30 . 17.90 . 190.50 Krieskaflen der Rrdaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) „Sch." Ihre Berichte mußten zum Teil wegen ihrer Un- wichtlgkett aus Mangel an Raum weggelassen werden. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Eisenbahn Zeitung. Das übermäßige Qualmen und Pfeifen, daß vielfach von Anwohnern von Grsenbahustrecken, auch bei uns in Gießen, höchst unangenehm, namemllch nachts, empfunden wird, will Exzellenz Budde für die Zukunft den Lokomotiven unter- w a g e tu Wenigstens hat der Atunsler ungeordnet, daß es dem sokomotivpersonal erneut zur strengsten Pflicht gemacht wird, beim Hallen ober in der Nähe der Bahnsteige alle zur Verhütung der Rauchbildung gebotenen Maßnahmen zur Anwendung zu bringen und sich jeden unnötigen Gebrauchs de r D a m pJ - pfeife zu enthalten. Bei Eingang weiterer Beschwerden oder Anzeigen soll u n n a ch s i ch t l i ch gegen die schuldigen Lokomotivführer vorgegangen werden. Das Publikum wird diese Verfügung gewiß mit Dank begrüßen. WsEWM von Esten & Keussen,» Krefeld, < treten für Frankenberg-KirchihLin ist also aus deut eigenen konservativen Luger ein Gegner erwachsen. Paris, 17. Nov. Der Advokat Ebe lot, der tnti Duell den Juwelier Lautier erstochen hatte und verhaftet wurde, ist wieder in Frerhert gesetzt worden. Budapest, 17. Nov. Bei Ratot wurden die Ueber- r e st e der ehemaligen Römer st adt Crrnbrranai bloß- ^^P^tersburg, 17. Nov. Die Verwundung des Fürsten Golitzin, des Chefs der Zivilverwaltung des Kaukasus, auf den kürzlich bekanntlich ein Attentat verübt wurde, hat einen derart gefährlichen Charakter angenommen, daß das Schlimmste zu befürchten ift. Bei der Kopfwunde ist eine Entzündung der Knochenhaut hinzugetreten. Wetter wird gemeldet, daß zwei Geheimagenten der russischen Regierung in Nischni Nowgorod in Pinak ermordet aufgesunden worden sind. Diese Agenten, denen die Ueberwachung der jüdischen Vereine, die sich in letzter Zeit in vielen Städten zum Selbstschutz gebildet haben, waren gleichfalls Juden. Trotz strengster Untersuchung fehlt bisher jede Spur von den Tätern. Anzahl mit ober ohne Seufzen zeichnen würde. Aber damit tffS ja gar nicht getan Der Verein will ja Arbeit und Leute, die arbeiten. Ja, wer hat denn noch Zett dalur? Und wenn sich ein .Arbeitswilliger" dazu aufraffte, bann höre tch schon die Klage der Frau Gemahlin: .Also noch ben letzten Abend ben Du frei hast, willst Tu opfern?' Was kann ich unter biefen Umftmiben anders tun, als die neue Würde dankend ablehnen, und nach Darmstadt schreiben: .Kann ich Armeen an-! dem Bodm stampfen wachst mir ein Saatfeld auf der stachen Hand? Soll ich das wirklich? Soll ich ben 8«6en unbjcbroeren Aufgaben, bte fid) der Deutsche Verein gegen Mißbrauch getfttger ©etrante gestellt bat bie Mitarbeit ber Uniuerfitatsftabt Giehen und ihres Kreises versaoen? Sollten sich hier, wo wir Gelegenheit genug haben, bie Verwüstungen, bie ber Mißbrauch geistiger Getränke anrrchtet, zu beobachten, nicht tapfere Herzen finden b,e den Stampf gegen bufen Volksfeind aufnehmen? Nein, ich will die »rau Bickel mcht herum Ickncken Aber ich will warte», ob nicht emlichttge Manner unb Kauen iu mir kommen und sagen: Wir wollen bte Arbeit mit dir anareifen Es finb ja von früher her m Stadt und Kreis noch einiae Al'italieber des Hessischen Vereins. Sie warten mit mir nur nb die Sache auch in anderen Herzen einen Widerhall findet. ’ Gießen, den 14. Nooember 1903. D. Schlosser. 4% Oesterr. Goldrente . . 102.80 41/s% Oesterr. tiilberrente 101.05 4% Ungar. Goldrente,, . . 4% Italien. Rente , . . 4Va% Portugieser , . . 3°/ Portugiesen..... 1% C. Türken .... Türkenlose..... 4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 47a% äussere Argentiner Kurra — ich öin ihn los — • meinen Katarrh nämlich! Das war einer von der dauerhaften Sorte, einer, der einem alle Lebensfreude nehmen kann. Und • eine einzige Schachtel Fay's echte Sodener Mineral- Pastillen hat feine Spur mehr davon übrig gelassen. Und M nun müssen die prächtigen Dinger mir stets im Hause sein, d ,uma( sie billig sind — kostet die Schachtel mit 36 Stuck doch D nur 85 Pfg. Ueberall erhältlich. 6911 Wetterbericht vom 16. November. Verlauf der Witterung von Sonntag bis Montag. Das über der nördlichen Nordsee lagernde Tief ist südostwärts vorgedrungen. Hierbei drehte der Wind nach Westen und es ftel bei sinkender Temperatur noch etwas Regen. Das Tief durite südostwärts abziehen, ein neues folgt nicht, hingegen scheint em Hoch nachzudrängen, sodaß bald nördliche Wmde emtreten durften. Daher für Dienstag und Mittwoch wettere Aufhetterung, kalter und vielfach Nachtfrost, ^btterdienst zu Gießen: A. P e p Neueste Meldungen. Originaldrahtmelduugen des Gießener Anzeigers. Berlin, 17. Nov. Für den zweiten Berliner Wahlkreis hat der bisherige freisinnige Landtagsabg. Dr. Langer- Hans zu Gunsten des in Görlitz-Lauban unterlegenen Rektors Kopsch aus eine Wiederwahl verzichtet. Die Zentrallettung der nationalliberalen Partei erklärt, bei den Landtagswahlen jeden Kompromiß mit den Sozialdemokraten auf das entschiedenste abzulehnen. Das sozialistische Zentral-Wahlkomitee sordert im Vorwärts die sozialistischen Wahlmänner auf, bei den Abgeordnetenwahlen in allen Wahllreisen möglichst zahlreich zu erscheinen. , ,. „ Marburg, 17. Nov. Nachdem nun hier dre Wuhb- männer-Muhlen beendigt sind, sind im ganzen hiesigen Wuhlkreise 71 Konservative, 66 Nationallrberale und 48 bündlerische Wahlmänner gewählt. Dre Mahl des seitherigen Vertreters des Lonservativen Landrats von N e g e l e i n gilt als sicher.- Die Wahlmanner des Kreises Kirchhain beabsichtigen, chre Stimmen aus den Regierungsrat Freiherrn Schenck zu Schwerns- berg zu vereinigen. Dem seitherigen konservatweu Ber- Kandel und Verkehr. Dolkswittschasl. Köln, 16. Nov. Die zwischen dem rheinisch-westfälischen Kohlensyndikat und den Zechen der Familie Haniel geführten Verhandlungen wegen Beitritts der letzteren zum Kohlensyndikat sind einstweilen abgebrochen. Dieselben sollen demnächst wieder ausgenommen werden, wenn das Syndikat geneigt ist/ der Frage der Betettigung jener Zechen mehr Emgegenkommen zu zeigen. Märkte. Gieße«, 17. Nov. Marktbericht. Aus heutigem Wocbenmarkt /osteten: Butter pr. Psd. 1.00-1,15 Alk., Hühnereier 1 St. 8-9 W, 2 Stck. M—00 Pfg., GänseeierOO—00 Pfg^ Enteneier8—0 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg^ Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr.Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar0,70-09,09)If., Hühner pr. Sü 1,30-1,80 Ntk^ Hähne pr. Stück 0,70-1,60 Alk., Enten pr. Stuck 1,70—2 20 9)«., Gäiise pr. Psd. 50—60 Pfg^ Ochsenfleisch vr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- wid Rindfleisch pr. Pfund 62—66 Pfg., Schwem^- fleisch pr. Pfiind 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzem pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70-76 Pfg., Hamme fleisch pr. Pfund 65-74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,00-5,50 9)ck Weißkraut per Stück 5-7 Pfg., per ZenMer 1.30-1.60 Mk.. Zwiebeln pr.ZenMer 4,50—5,00 9)ck., 9)lilch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 16 bis 02 ML, in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 40 Pfg. Sonnenstrasse 25 erlaubt sich hiermit zum Besuch seiner diesjährigen bedeutend vergrösserten Weihnachts-Ausstellung in Kinder-Spielwaren einzuladen. November 1903. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute । Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 16. 236 741,6 7,1 5,8 77 SSW. 4 Bew. Himmel 16. 9” 742,2 4,5 5,8 92 SW. 1 Hell. Himmel 17. TJV» 743,1 2,2 5,1 94 SW. 2 Bed. Himmel Lscksmsamlllng der nationalli&eralen Landespartei im Crchherzsgtum Meo. Zu der am Sonntag den 22. d. M., mittags 12 Uhr, in der ^Rosenau" in Frankfurt a.M. stattfindenden Landesversammlung laden wir alle nationalliberalen Parteimitglieder im Großherzogtum Hesien hiermit freundlichst ein. Darmstadt, im November 1903. Der geschästsführende Ausschuß. I. V.: Schmeel L, Justizrat. 8559 Beste Backzutaten zur Konfett- und Kuchen-Bäckerei Adäer-Orogerie, Seiiersweg 39. Otto SchaaL 8582 ' Oafe Leib (Inh.: Jacob Roll). 8571 mit ftiut. Nachmittags von 6 Uhr au: Metzelsuppe. Große humoristische Abend - Unterhaltung. Der Boranschlag der Äemeindc Leihgcster« fiw das Jahr 1904/05 liegt vorn 19. November bä. an„.a% lang auf bem Sürgermcifteret-SBureau dahier zur Emsicht der Jntereffenken offen. , 1Qn„ 0599 Leihgestern, ben 16. November 1903. 00« ^^Großherzogliche Bürgermeisterei Leihgestern. Wir richten hierdurch an unsere Mitglieder die Aus- /orderuna, der neu gegründeten Sanitätskolonne betzutreten. ES ist unsere Pflicht, unserem Vaterland zu dienen, wo wir können. Alle, welche nicht mehr die Waffe fuhren, können dieser Pflicht in bester und nützlichster Wetse durch ihren Beitritt zur Kolonne genügen, welche dem Dienste leidender Mit/nenschen auf den Schlachtfeldern und bet Ung^cksfallen gewidmet ist. — Die erste Unterrichtsstunde findet Sonntag den 22. d. M., nachmittags von 4—^6 Uhr m der Turnhalle der Stadt-Mävchenschulc (Weitanlage) statt, und werden dort Anmeldungen entgegengenommen. 8566__Der Vorstand.____ Mk- ul Mrmrmrke, LuGeM Auiffe Gabriel jr., Gtetzen. 676 Masseu-LabrUatiou. BahuauschMsse. Werke: Abeudsteru. MUMMZ Kem Heinrich Sack I B Gießen, den 17. November 1903. 8580 Wege» Ablebens Ser Prinzessin Elisabeth non Hessen ist bie für ben 21. November angesetzte 8594 M JeMchkeit bis auf Weiteres verschoben. Der Vorstand des Synagogen-Gesangvereins Gießen. Schreinermeister sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schwabe und die vielen Ehrungen am Grabe sagen auf diesem Wege innigen Dank Die ticfbetrnbten Hinterbliebenkn. W S‘ M Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die überaus reichen Blumen- spenden bei dem Hinscheiden meines unvergeßlichen Mannes, unseres Vaters Anfertigung nach Mass in feinster Ausführung Herren-Moden Gehrock-Anzüge . • « • . von Mk. — bis O*— Frack-Anzüge. ..... „ . «JJxX— „ ^0>— (Einzelne Fräcke, Westen und Beinkleider) Weisse Frack- und Gehrock-Westen K 1 ß von Mk. V*— » — Fantasie-Westen in gemusterten Stoffen .... „ „ 3 — „ 12.— In Seide........ „ 9.50 „ 20.- (Sehr. Siam Marktplatz, Schulstrasse. Telephon 384. (8588 parfraerieii. Toilettetnittd. Reichhaltiges Lager. 8581 Adler-Arogerie, Settersw^g 39. Htto Schaaf. VorzögLEffusten uHelserkd t a Be u tel 25 V«USI. V» «eitvfl*. Hamm!-. fOr reisende HOSPIZ Damen ■ im evang. Schwesternhaus, Giessen, Jobannesstr. 7. Eau de Cologne: ,Zur Stadt Mailand' Einzige Originalmarke des Erfinders vom Jahre 1696. Rprühmt als merrt*cht vor- Derunmi nehmes Parfum. Dnu/ührt als nervenstärkend f. DCWdilll Gesunde u. 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