Freitag 17. JE ISO» Gießener Anzeiger ** General-Anzeiger Amts- und Altzeigeblatt str den Ureis Gießen Sch«lftr«tze 7. Adresse für Depeschenr «rr-etger Gießen. Fmrsprechcmschluß Nr. 51. jährlich Mk. S.20; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel jährt. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die TageLnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZettenpreiSrLokallLP^ ouSroättÄ 20 Psg. Berantworrttch für den poltt und nllgem« Dell: P. Wittto: für „Stadt und 8anb' und «V'LL'Ä zeigenteil: Hans Beck. «r. 165 Srscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem yeMschen Landwirt die Gievcner Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck «. Verlag der Brühl^^n Me heutige Mmmer umfaßt 8 Kette«. UolMsche Tagesschau. Dir rrrue Mlttarvorlage. Wenn neuerdings mehrfach die Meinung austritt, ein etwaiger Widerstand des Reichstages gegen eine HeereSfvrdernng sei durch einen Appell an das Volk leicht zu überwinden, so möchten wir, schreibt die „Null. Kvrresp.*, bei Zeiten vor dieser Art von Optimismus gewarnt haben. ES ist auch nicht ganz zutreffend, wenn gesagt wird, die aus sickher Veranlassung heroorgetreterren Schwierigkeiten seien durch eine Auflösung des Reichstages noch immer überwunden worden. Im Jcchre 1893, als wegen der sogenannten Caprivi^schen Militärvorlage zur Auflösung geschritten wurde, hing daS Zustandekommen einer Mehrheit bei den Wahlen für die Hüne'sthe Reduzierung der Forderung der verbündeten Regierungen an einem seidenen Faden. Unserer Ansicht nach hat die „Freis. Ztg." recht, wenn sie schreibt: „Nichts könnte der Sozialdemcckratie gelegener kommen, als eine solche Auslösung. — Das Recht zu einer solchen steht dem Kaiser sicher zu. Die bürgerlichen Parteien aber werden sich auf den Standpuntt stellen muffen, „lieber nicht". Und jedenfalls nicht, bevSr sie mit der Ausbildung ihrer Organisation auf einer ganz anderen Stufe angelangt sind, als dies bislang der Fall tfL* Scharfmacher. Man schreibt uns aus Berlin, 16. Juli: „Deutschland und Amerika stehen unmittelbar vor einem Zollkriege", so verkündigt der Londoner „Daily Telegraph" der staunenden Welt und sieht bereits voraus, wie deutsche Würste, Weine und Biere, wenn sie nicht ganz dem neuen amerikanischen Gesetz, Wer .unver- fÄfchte Lebensmittel entsprechen, zurückgewiesen oder von den amerikanischen Zollbehörden zerstört werden würden. Ein schlimmes Zukunftsbild — und das nach der glanzenden Aufnahme des amerikanischen Geschwaders in Kiel! Nur weiß mau in Stettin noch nichts ism der angeblich so nahen Gefahr eines schweren wirtschaftlichen Konfliktes nut der Union. Daß die EnMWer als unsere Konkurrenten einen frischen ftühüchen deutsch-amerikanischen Zollkrieg sehr gern Men, ist freilich einleuchtend. Ar erwähnte, aus Melo York datierte SJte&ntg des „Daily Telegrchch" ist ein liebenswürdiger Fingerzeig, wie es die Amerikaner an- stellen sollen, die deutsche Einfuhr zu Manieren. EiMland wird nachgerade zum „Scharfmacher" unter den Völkern. Nur ist verwunderlich, daß bei soviel llebuna auf diesem Gebiete die zur Anwendung gelangenden Mittel noch immer die alten, abgenutzten und plumpen geblieben sind. A»S SrrLttu. Nach einer BeNgrader Depesche werden die bisherigen Gesandten in Lorttwu, Paris und Athen auf ihren Antrag in deu Ruhestand versetzt. Die Gesandten posten in ÄLH^rr rmo Lorr don weiden überhaupt a u fge h v b e n. Der! Stand der Finanzen gebietet offenbar diese Er- sparnismaßregelm denn eine solche diplomatische Vertretung kostet viel Geld. In Berlin bleibt der bisherige Gesandte Serbiens, llebrigens ist nach der Versicherung unterrichteter Personen Rußland bisher mit keinem Wont toiebcr auf tM Bestrafung der Wuigsuwrder zu sprechen gekourmen. Die „Anregung" gilt als still- schweig»end erledigt. Heer und Flotte. Der Rücktritt des Kriegsministers von Gotzler wird in der ,Mein.-Westf. Ztg." in Zusammenhang gebracht mit den vielen Bekleidungsreglements des preußischen Staates, durch die fast alle Stücke der mllitärischen Ausrüstung verändert worden sind. — Einer Londoner Depesche zufolge erwarb die englische Admiralität eine Erfindung, vermittels deren unterseeische Boote ohne Gefahr für die Mannschaft große' Entfernungen zurücklegen können. Die Erfindung, die von einem Offizier her- rührt, wird geheim gehalten._____________________ ____ Kirche und Schule. Der deutsche Verein für da s Fortbildungsschulwesen hat fid); wiederholt bemüht für die Ausbildung einer Lehrerschaft Sorge zu tragen, welche in diesem Sinne in ländlichen Schulen zu wirken vermag. Seine Bemühungen fanden nicht den gewünschten Beifall, sodaß er seit 1899 nicht wieder Kurse für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen eingerichtet hat. Die Tatsache, daß, in diesen Anstalten die Fottschrttte sich nur sehr langsam vollziehen, bestimmen L>en Verein, für das Jahr 1904 wieder die Abhaltung von sechswöchenttichen KursenfürLehrer an ländlichen Fortbildungsschulen in Aussicht zu nehmen. Die Kurse würden vom 5. Juni bis 15. Juli 1904 in Leipzig abgehalteu werden, wenn sich uttndestens ädpr Teilnehmer finden sollten. Leipzig ist gewählt worden, weil die in dieser Stadt vorhandenen Anstalten die geeigneten Lehrkräfte, dis dort bestehenden Einrichtungern daS nötige ÄuschanungsmaterLal bieten. Ans Stadt und Kau-. Gießen, den 17. Juli 1903. ** lieber eck ne bevorstehende Kaiser begegn nung in Darmstadt im Monat September berichteten wir schon früher gerüchtweise. Eine von einem Wiener Blatte dieser Tage gebrachte ähnllche Nachricht ist nur eine Auswärmung unserer früheren Meldung. Zu der für Oktober, nicht, wie aus Men jetzt überall hin gedrahtet wurde, für September geplanten Vermählung des Prinzen Andreus von Griechenland mit der Prinzessin von Battenbertg werden, wie längst seststeht, sowohl das Zarenpaar, wie der König und die Königin vou Griechenland und der König von Dänemark in Darmstadt anwesend sein. Der Kaiser hat aber über ferne Teilnahme an der Feier bis jetzt keine bestimmte Meldung ergehen lassen und dürfte sich die Entscheidung darüber auch bis zu seiner Rückkehr von der Nordlandreise Vorbehalten. ♦* Militärdienst nach richt en. Zahlmeister Saxe vom 3. Bat. Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessin Nr. 116 zum 1. Bat Jnf^Regts. Hessen-Homburg Nr. 166 versetzt ** Zweiter: Stenographentag der Schule Stolze-Schreh. Die Schule Stolze-Schxeh hält in den Tagen vom 2. bis 6. Oktober d. I. ihren zweiten Stenographentag in Frankfurt a. M. ab. Das Ortskomttee ist eifrig mit den Vorbereitungen beschäftigt Die geschäftlichen Beratungen, sowie die Festsitzung, die für Sonntag den 4. Oktober vorgesehen ist, werden im Gesellschaftshaufe des Zoologischen Gartens ab geh alten werden. Für Samstag den 3. Oktober ist ein großer Festkommers geplant (Ueich- zeittg mit dem Kongreß soll eine stenographische Ausstellung arrangiert werden, für die der Saal der Polytechnischen Gesellschaft gemietet ist Dem Ehrenausschuß für den Stenographentag sind bereits viele Mnner beigetreten, die in Mssenschäft, Kunst, Polittk, Handel und Industrie eine hervorragende Stelle bekleiden. Sowett sich bis jetzt übersehen läßt, werden sich sehr viele Anhänger des Systems Stolze-Schrey, sowie Freurwe der Stenographie, in Frauk- futt a. M. einfindeu. -i-Lich, 16. Juli. Se. Kgl. Hoheit der Großh erzog und Ihre Großh. Hohett die Prinzessin Elisabeth haben ihren Besuch im fürstlichen Schlosse zu Lich anläßlich des Geburtstages Ihrer Durchlaucht der Fürstin angesagt. Die Ankunft der hohen Herrschaften wird am Sonntagabend etwas nach 6 Uhr erfolgen. -h. Freiens een, 16. Juli. Der Gesangverein ,Kiederkranz" dahier feiert am 19. und 20. Juli das Fest der Fahnenweihe. Der Verein besteht bereits über 10 Jahre. Zahlreiche Vereine haben ihr Erscheinen zugesagt. R. B. Darmstadt, 16. Jult Nach unseren genauen Informationen stellt sich die Armelegeu^it, die den Ge h^ Oberbergrat Prof. Dr. Lepsi^S und sein Ausscheid«! ans dem Amt betrifft, ftlgeudermaßen dar: Schon vor längerer Zett soll eine größere Anzahl hiesiger Mn- seumsbeamter bei der Großh. Regierung Beschwerden und Beschuldigungen hinsichtlich der Amtsführung des Genannten erhoben haben. Nachdem auf Grzmd derselben von feiten der Regierung vorläufige Ermittelungen vorgenommen waren, ist beschlösten worden, gegen Dr. Lepsins das Disziplinarverfahren einzuletten. Die Sichtung des rechß umfangreichen Materials nimmt natürlich viel Zett in An- Im WMagsschuellzug Kießen-Aarmstadt. (Original-Feuilleton des Gießener Anzeigers.) Ter Mittagsschneltzug von Kassel läuft in Gießen ein, erwartet von zahlreichen Reisenden, die ihn benutzen wollen. Wo kommen die Menschen alle her, die heute reisen! Vergebens sucht man ein halbgefülltes Wtell, überall erscheinen in der MittagAglut die Platze schon überreich besetzt. Da entdecke ich in einem Nichftmucherabteil einen freien Eckplatz, die übrigen Plätze finit von Damen besetzt. Ich mache nicht einmal Mrene, ettrzusteigM, da warnen mich auch schpn 5 drohende Augenpaare: Wenn Du es wagst! Än vorübergehender Beamter trö-stert, es werden noch Wagen angehängt. Neue Entztauschun^ nur zwei Wagen zwetter Klasse werden bereitgestellt und ich will dritter Klasse fahren. Die Not steigt am höchsten, ich eile zurück nach dem vorhin beobachteten freien Eckplatz, die Damen haben chn gut bewacht, die dolchartigen Augenblitze gleiten an mir ab, ich sitze und schütze mich mtt einer Zeitung, in die ich mich! scheinbar vertiefe. In unserem Weil herrscht Gewitterschwüle. Das liegt an der Mittagssonnenhitze, vielleicht auch, an der Gemütsstimmung. Ich erwarte d>as Losbrechen eines Unlvetters^ aber der erlösende erste Donnerfchlag bleibt aus. Es ist still wie in einer Kirche in unserem Abteil. Ich fühle mich allmählich sicherer und fange an, meine Mitreisenden zu beobachten. Mir gegenüber im anderen Eckplatz sitzt eine Dame, die am besten ausgerüstet erscheint, Eindringlinge! abzuwehren. Das Alter lasse ich unbestiMnt, über einen scharfen ein gekniffenen Mund, der sich in mancher Auseinandersetzung bewährt haben mag, sentt sich eine lange spitze Nase wie ein Schutzdach. In chr, der Dame, scheint eine ganze Wetterwolke zu stecken. Die jugendllchste von allen sitzt zu meiner Linken und sieht bis nach Frankfurt, 1 Stunde und 15 Minuten lang, scharf halblrnks, zum Fenster hinaus. Ich habe ihr holdes Angesicht nrcht em einziges Mal richtig beobachten können. Die anderen werden allmählich beweglicher, sie finden sich in die Lage. Der Zug läuft in die Station Butzbach ein. Die Dame, die ich fürchte, eilt an die Tür, um zu- ösfnen und auszusteigen. Der Drücker giebt nicht nach, das Klopsen an dre Fensterscheibe bleibt unbeachtet. Ich greife ein, dre Mp öffnet sich, die Dame steigt mit einem Gepäckstück aus! und ruft nach einem Gepäckträger. Aber Butzbach und diensteifrige Gepäckträger! Wieder springe ich helfend ein, da sind runde Schachteln und eckige Schachtel^!, Rosenbouquestts und nicht zuletzt ein großer Handkoffer, der eigentlich in den Packwagen gehörte. Endlich ist alles draußen, die Dame steht auf dem menschenleeren Biltzbacher Bahnsteig inmitten ihrer Schätze, sieht sich stumm rirrgsum und bricht in die Worte ans: ,^Jst das Nauheim?" „Neiw', erwidere ich höflich, „das ist bloß Butzbach," ,^oy aber ich wollte doch nach Nauheim!" „Dann aber geschwinde wieder herein." Und nun stapele ich alles wieder ordnungsmäßig auf, zuletzt reiche ich der Dame die Hand, halb zog ich sie, halb half sie sich selbst, da war der Zug auch schon wieder in Bewegung. Wer hat nicht schon einen der trüben Spatherbsthimmel gesehen, der seine Schatten über die sonst so schöne Erde wirft und im Menschen Gemütsstimmungen weckt, die zu Selbstmordgedanken steigern? Bricht dann plötzlich Sonne durch und baucht die Landschaft in ein Meer von Licht und Glanz, so kann der Unterschied nicht größer sein als der, welcher sich in den Gesichtszügen meiner feindseligen Nachbarin mcckte. Alle Wetterwolken waren verschwunden und Auge und Mienen strahlten im Ausdruck von Dankbarkeit für die geringe Hllfeletttnng. Vielleicht ttägt das lleine Vorkommnis dazu bei^ daß die Dame in der Abwehr mitreisender männlicher Personen in Zukunft vorsichtiger wird. Auch mtt einigen der anderen Damen bahnte sich ein besseres Verhältnis an. Ich bemerkte, daß sie sich für die Depeschen über das Befinden des Papstes interessierten, die meine Zeitung enthiett. Die Ueberlafsung derselben wurde dankbar angenommen. Ich mußte mir dann allerdings in Frankfurt das Watt, das einen Aufsatz ans München über die „Depression im Nahrmrgsmittelverkehr" enthielt, wieder suchen. Es war arg versessen. NachdON die Besorgnis wegen eines etwa ausvrechenden Unwettcws im Abteil geschwunden und der Inhalt der Zeitung durchflogen war, konnte ich mich- wieder erfreuen an den Bildern, die die Landschaft dem Auge bietet. Scharf heben sich die Umriste der fernen und nahen Höhen am Himmel 'ab. Die Felder gewähren einen erfreulichen Anblick. Ueppig sehen die Halmfrüchte, die der Sichel entgegenreifeu^ gerade nicht aus. Nur zwischen Butzbach und Ostheim zeigt sich Lagerfrucht, sonst außerordentlich selten. DaS verrät einen nicht dichten und einen nicht üppigen Stand der Halmftüchte. Ein leichtes Lagern des Getteides, wenn die Ausbildung der Körrier fast vollendet ist, sieht der Landwirt gern. Die Kartoffeln sehen wohl von allen Feldftüchsten am besten aus, sie konnten bei der vorherrschend trocknen 'Witterung auch tadellos sauber gehalten werden. Jetzt verlangt aber alles nach durchweichenden, nicht zu heftigen Regenfällen. Rüben, die meist rotbraunen Wiesen, die Meefewer haben Regen dringend nötig. 'Noch hat bis Fraukftrt hin der Roggenschnitt nicht begonnen, die früh gesäte Gerste scheint ebenso in der Reife vorgeschritten ftn sein, wie das Korn. Unser Zug -läuft in Frankfurt ein. Eine Flut von Menschen strömt über den Bahnsteig und staut sich auf vor der Bahnsteigsperre. Ungeduldige Reisende murren, wenn, besonders Damen, ihre Fahrkarte im letzten Augen- Nick an den anscheinend unmöglichsten Orten suchen und so die Abferttgung der Zurückstehenden aufhatten. Der nächste Zug nimmt mich auf und führt mich der Residenz entgegen. Auf den warmen Sandfeldern in der Umgebung Frankfurts reift die Kartoffel früher als bei uns. Lange Reihen von Arbeitern graben Frühkartoffeln auch die Säcke der begehrten Knolle zu neuen Heringen und jungen Bohnen werden auf dem Felde verwogen, auf bereifftehende Wagen geladen und den Konsumenten dirett zugeführt. Der Zug fuhrt uns an der neuerbauten RiesenvWa des Herrn von Mumm vorbei, der schattige Wald nimmt uns auf und nun beginnt auf dieser Strecke der ftrtwährende Wechsel zwischen Feld, Wiese und Wald. Trotz des sandigen Bodens stehen die Halmftüchte, Roggen und Hafer sehr gut, besonders wo das Grurrdwaffer nicht zu tief steht- Die Haferselder erscheinen üppiger wie in der Wett^au. Die höher gelegenen Felder unterscheiden sich sofort durch schlechteren Bestand. Jenseits der Station Längen wttd auf den meist einschürigen Wiesen noch Heu gemacht. Wie dürr die Obergräser dieser Wiesen sind, geht schon' darairs hervor, daß solche Wiesen durch Funken aus den Lokomotiven in Brand geraten sind. Ilm nicht mißverstanden zu werden, füge ich hinzu, daß es sich hier um Wiesen handelt, die noch iricht gemäht sind. mehr wir uns Darmstadt nähern, unrso sandiger scheint der Sandboden meist zu werden. Da wird auch der erste Roggen gemäht, am 1. Juli. In normalen Jahren beginnt an den Hängen der Berge um Gießen der Röggen- schuitt etwa am 10. Juli. IN dieser Sandebene erhebt sich die chemische Fabrik von Merck, mit ihren zahlreichen Gebäuden eine lleine Stadt bildend. — Mr kommen in der Residenz an, die Rheinstraße ist beinahe lebhaft, die Geschichte mit dem Aeeessisten ist längst vorbei. Und doch ist jeder dritte Mensch, den man gern sprechen möchte, nicht zu Hause. Bedauere, Herr so und so ist verreist! Und' da wundert man sich über die Schnellziige, die überfüllt sind uud allerlei die Eingmrge zu den Abteilen hütende Wesen, die ich bei Leibe nicht mit Drachen verglichen wissen tvill. Irene Triefch wird auch im nächsten Winter Rezitationsabeude, au denen alttestameutliche Dichtungen zum Vortrage gelangen, veranstalten. Nach dem Erftlge dieser Vortrage im letzten Winter erhielt die Künstlerin Einladungen von den literarischen Gesellschaften Hamburg, Köln, Bonn und Karlsruhe zur Veranstaltuilg gleicher Rezitationsabende. Die Künstlerin gedenkt diesen Aufforderungen zu entsprechen. 1. Vierteljahr 1903/04. 5582 ssen Zwiebelkuihen ^Öltoffdll Tieustaas, Donnerstags und ö I I Samstags von morgens 9 Uhr größte Auswahl, billigste greife 5179 an zu haben bei J. Hankel, Schloßgasse 6. Flasche Mk. 1.50 nur in der Adler-Drogerie, Seltersweg 39. Räumungs Verkauf Liiiker Schomber Walltorstratze 51. zuahmen 4688 Grilndstücken. 3. Schulgelder für die höhere und erweiterte Mädchen ist dass alle Fabrikanten heute dieses System nach bestrebt sind. Zahltage: Täglich vormittags. Gießen, den 17. Juli 1908. Stadtrasse Gießen: Doepfer. - Petersburg, 16. Juli. Im Dorfe PokrowSkoi im Gouvernement Samara zerstörte gestern em Großfeuer 500 Häuser und alle Kornspeicher. Fünf Menschen smd in den Flammen urntzekommen. 'Wirbelsturm. Wie der ,,53off. 319- V™8 gemeldet wird, bringt die ostasiatische Post Nachrichten über einen furchtbaren Wirbelsturm, der am 10. Ium Hanoi verwüstet hat. Zahlreiche Dächer wurden abgetragen, mehrere Häuser, darunter sestgebaute Regierungs-Paläste, wurden arg beschädigt, Bäume ausgerissen, ganze Telegraphen-Ltmen zerstört und mehrere Dutzend Flußschiffe versenkt, Eisenbahnzuge aus den Geleisen geworfen und gegen 300 Eingeborene getötet und verwundet. In Namdiuh soll ein Taifun noch schlimmer gewütet haben als in Hanoi. Der Schaden ist enorm. Täglich von morgens 9 Uhr ab frische Heidelbeeren. 5492) I. Hankel, Schloßgasse 6. Heios Kopf. u. Kaarwaßer l das beste der Welt, i Reinigt die Kopfhaut und erhöht ihre Tätigkeit, wirkt stärkend auf den Haarwuchs und verhütet das Ausfallen der Haare. Dieses Haar- wasser, nach langjähriger Erfahrung hergestellt, ist als das denkbar beste Kopf wasser erprobt und anerkannt. Bekanntmachung. Bis Ende dieses Monats sind bei Vermeidung der Beitreibung zu bezahlen: 1. Gemeindesteuer, 2. Ziel 1903/04. 2. Pachtgelder von Triebvierteln und anderen städtischen größte Auswahl, billigste Preise. la. Lperse- luLMartchln 100 Psund Alk. 6.—. (5493 Gaskoks Gegenwärtige Preise: Mark* Ecearius M“*kt Gasbadeöfen neuesten Systems mit Sicherhcitsfeuerung. Meuenhonig 5409 neuen empfiehlt Döll, Wieseck. Vermischtes. • Essen, 16. Juli. Bei der Ausschachtung eines Brunnens in Velbert gingen plötzlich vier Sprengschüssc los. Ein Brunnenarbeiter wurde auf der Stelle getötet • Christiania, 16. Juli. Während des Besuches des Königs in Digermulen (Nordland) brach die Landungsbrücke zusammen. Etwa 100 Menschen stürzten ins Wasser. Viele wurden verletzt, teils schwer. * Dover, 16. Juli. Der Dauerschwimmer Hollbain wird am 26. August einen zweiten Versuch unternehmen, den Aermelkanal zu durchschwimmen. * Gibraltar, 16. Juli. Während das Kriegsschiff „Irresistible" das Kriegsschiff „Cäsar" zur Uebung ins Schlepptau nahm, ging ein Schlepptau los und nahm ein anderes Seil mit. Zwölf Mann an Bord des „Casar" wurden schwer verletzt. "Wien, 17. Juli. Beim Rangieren cmes von Lmz nach Prag verkehrenden Zuges in Budweis stieß die Maschine auf einen stehenden Zug, wobei neun Personen verletzt wurden. Die Schuld trägt der Heizer, der in Abwesenheit des Lokomotivführers die Rangierung vornehmen wollte. Schulgelder für die höhere und erweiterte MaOHen-io schule und das Realgymnasium nebst Realschule,^ & Landwirtschaft. fr. Ranstadt, 13. Juli. In hiesiger Gemarkung wurde mit dcfr Ernte begonnen. Die ersten Korn- und Gerstenhaufen schmücken bereits das Feld. Die Leute sind mit der Ernte sehr zufrieden, denn die Quantität und die Qualität der Früchte ist ganz vorzüglich. Beweis für die Vorzüglichkeit und Sparsamkeit des Gasherdsystems Prometheus Zur Selbstbereitung des gesündesten Tasel- und Einmache-Esfig. Man verlange und nehme nur die feit 1875 bestbewährte ßlb's Mg-Mnz. Origmatflacons zu 10 Literfl. Tafel-Efsiq,naturell oder wem- farbig, 1 Mk. In Gießen echt zu haben bei Emil Fischbach PH. Herrmann Wilhelm Haas Earl Schwaab [Georg Wallenfels Ehr. Wallenfels. [4095 tznmch, umsomehr, aS M edr großer neu oer «»«w betnW tontmumen Beaurten int SotnmerurLaub befindet. Mit der Untersuchung utid Verfolgung der An gelegen ist, wie wir hören, Däruisterialrut Brauu beauftragt, dieselbe nmnewZ der Negierung vor dem Ve r w a l tu n g s - Gerichtshof vertreten dürfte, vor welchem sve, wve wtr Wenfalls noch mitteilen wollen, etwa un Spätherbst zur Lerbandlung komnten wird. _ furt a. 16. Juli. (Aus dem Palm en - arten.) Einen besonderen Anziehungspunkt bilden stets die Blumenanlagen vor dem Gefellfchaftshaiye, deren abwechslungsreiche Gestaltung von allen bewundert wird, die Interesse an »Blumen und Pflanzen haben. ^on hervor- Eender Wirkmrg ist in dem großen Parterre das in der liegende Band von Begonia semperflorens mugiir- fiea, deren orangescharlachfarbenen Blüten mit dem dunkel- Sten Laub in eigenartiger Weise kontrastieren Wrr besitzen in dieser Begonie eine der wertvollsten Züchtungen öer letzten Jahre, ,ebenso wie in den federbuschartigen firtWnfnfflmffl, Celosia plumosa mqgnifica, deren leuck)- twdeS Gelb oder glühendes Rot durch den tief blauen Grund aus Lobelien bestens unterstützt wird. Großblumige ÜZetunien, Pelargonien, Knollenbegonien verschiedener Art, Pentstemon und Mapgueriten haben in geeigneter Weise ^Bexwendung gefunden, niedriger Phlox-Drummondi, teils in einfarbigen Varietäten, teils in reichem Färbensprel gemischt, erweist sich als außerordentlich wirkungsvoll. Cm gewisses attuelles Interesse bieten die Teppichbeete cm der !Boschuna vor dem Gesellschaftshause, rechts und eine Qhra mit in modernen Linien gehaltener Umrahmung, in 'üer Wüte in ruhigeni, breiten Rahmen die Karsertrone, von zwei Adlern ftankiert. Die Farbenwirkung ist gut auSgedacht, die Zeichnnng in all ihren Teilen nrit gröGer Sorgfalt ausgcführt. Das Blumenparterre des Mmen- garteiis ist in seiner diesjährigen Bepflanzung ein hervorragendes Stück gärtnerischer Dekorationskunst. — Neben diesen Blumenanlagen ist noch der Flor der Topfchornelken besonders hervorzuheben, die auf den Rasenslachen hinter' den Gewächshäusern angepflanzt sind. Bekanntmachung. Nachdem die Stadtverordneten-Versammlung in ihrer Sitzung vom 9. d. Mts die Festsetzung der Fluchtlmierr siw die Straße In den Neuen Säuen" beschlossen har, bringe ich bteS auf Grund Art. 5 der allgemeinen Bauordnung mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis, daß der Entwurf des FluchUmienplanes btS XTlO/beg kommenden Monats auf dem fladtt chen Tiefbauamt -»«ssr 3«n - «« Der Oberbürgermeister. I. D.: Eurfchmann, Beigeordneter. Samstag, den 18. Juli, abends 8% Uhr: Festkommers im Reuen Saalbau (ftüher Steins Garten). Sonntag, den 19. Juli, morgens 6 Uhr: Weckruf durch die Straßen der Stadt; 11 Uhr: Früh-Bankett (Restaurant Royal, SelterS- weg); 21/2 Uhr: Aufstellung des Festzuges am Walltor Aig durch die Stadt nach dem Festplatze. — Daselbst Begrüßung, Beginn des Prelsschießens und Vollsfestes. Montag, den 20. Juli, morgens 10 «hr: Frühkonzert auf dem Festplatze. Mittags 1 Uhr: Festessen im Schützenhaus-. Von 4 Uhr ab: Konzert und Volksbelusttgungen. Abends: Lampwnumzug. Dienstag, den 21. Juli, nachmittags 6 Uhr: Tanz und Volksbelustigungen. Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Stück-Koks ........ ^ 1,10 Mk. Nutz-Kots, ausschließlich trocken gelagert, m zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenfchächte Schützen-Verem Gießen. MW- Vom 18. bis 31. Juli 1903: 25 jähriges Stiftungsfest verbunden mit Pretochiessen n. Volksfest auf dem Festplatze des Schützenhauses. passend zerkleinert: , Größe Str. 1, etwas großer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gang- barste Sorte . .......1/25 Mk. Größe 9ir. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit......1,25 Mk. Zu Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stücktoks.......1,05 All. Nutztors Nr. 1.....1,20 . Nutzkoks Nr. 2.....1,20 , Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Stücktoks ....... 1,— Mk. Nutzkoks Nr. 1.....1,15 , Slutzkots Nr. 2.....1,15 , Für Koksabnebmer, welche zwei und mehr Doppelwaggons . bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Psg. für den ZeiUner. Für Anfuhr au das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Koks — bis zu 6 Zentnern — auf die betr. Lagerplätze (Keller, Stall rc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet rmr ein Verkauf von über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der Klemttkms btt Molts | von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenheimer & Schaumberger, Marburgerstraße 22,1 Andreas Euler, Steinftraße 11, Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34, Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofftraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Lrcherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks /amt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch m Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktroirückvergütuug von 4 Pfg. für den Zentner. 63 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Appenzeller Stickerei! Gestickte Blusen Preisliste mit Abbildungen umgehend. Seiden-Fabrik lienne- berg, Zürich. 34 < M£ .Z Einmaliger Eintritt 30 Pf., Tageskarten 50 Pfg., Dauer- lrlNtMmllktllk* karten 1.20 Mk., tm Vorverkauf 1 Mk. Zu den Dauerkarten ♦ Eden Beikartcn für erwachsene Familienmitglieder zu je 50 Psg. ausgegeben. Dauerkarten berechtigen zum Besuch des Festtommerscs im Muen Saalbau. . 5 Karten im Vorverkauf zu haben bei H. Noll, Mäusburg, C. Retter, Schulstraße und Sonntag, Seltersweg, Daniel Heil Nach?., Lindenplatz, Caf^ Hettler, Sudanlage, C. G. Kleinhenn, Bahnhofstraße. z/ bis 5576 50% BaM. Hermann Katz 5 Mäusburg 5. Gtto schaas, Gienen fabrth cbemifchcr u. cosmetifcber praeparatc 4453