Erstes Blatt 153* Jahrgang Freitag 17. Juli 1803 Be^ngSpretSr viertel» monatl Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Giehener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt str den Krds Gießen Nr. 165 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giehener Kamillen' blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der BrühNchen Univerf.-Buch-u.Stein- druckerei(Pieqch Erders jäkrlich Mk. 2.20; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 6a Ps.; durch diePost Mk. 2.—viertel» jährl. ausschl. Bestellg. Annadme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittag» 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12$L auSwärt» 20 Psg. DeraatwortUch Br den poltt. und allgem. Teil: P. Wtttko: für ^Stadt und Crnitr mtb .GertchtSfacü": August Götz; für den An» zeigentettr Han» Beck. " KekMlltmachung. Die Hamm st raße, von der Unterführung an der Westanlage bis zur Wieseckbrücke, wird wegen Chaufsierungs- arbeiten von heute ab bis auf weiteres für den Fuhrwerksund Fahrrad verkehr gesperrt. Die Zu- und Abfahrt nach dem Güterschuppen erfolgt durch die Klinikstraße. Gießen, den 16. Juli 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. DeKamttmachung. Konrad Sperling zu Gießen hat die Konzession als Dienstmann mit der Nr. 4 erhalten. Gießen, den 16. Juli 1903. Hechler. ’ yjl] Großherzogliches 'Polizeiamt Gießen. Kekanntmachung. Durch Beschluß des Kreisausschusses vom 28. April l. Js. ist dem Karl Germann dahier die Erlaubnis zur Ausübung des Gewerbes als Gesindevermieter erteilt worden. Die Gebühren sind: für einen ersten Gesellen • . . Mk. 3.— für einen zweiten Gesellen .. . . Mk. 2.— für einen dritten Gesellen ♦ . . Mk. 1.50 wovon der Meister wie Geselle je die Hälfte zu tragen hat. Gießen, den 15. Juli 1903. GroßherzogUches Polizeiamt Gießen. Hechler. Aer steröende Uapst. Rom, 16. Juli. Die „Tribuna" schreibt: Infolge vermehrter Ansammlung von Flüssigkeit in der Brust des Papstes sei die Atmung sehr schwierig geworden, doch ist das Herz gesund. Dadurch erkläre sich die unglaubliche Widerstandsfähigkeit des Kranken. — „Giornale ü'Jtalia" bestätigt die Abnahme der Kräfte und sieht ein schlechtes Zeichen darin, daß Lapponi vormittags den Vatikan nicht verlassen hat. Mazzoni hatte um fünf Uhr nachmittags mtt Rossoni eine Besprechung und begab sich gegen 6 Uhr 30 Min. nach dem Vatikan, um gemeinsam mit Lapponi dem Papst einen Besuch abzustatten. Da der Papst beim Eintreffen der Aerzte schlief, ließen sie ihn ruhen. Lapponi teilte mit, daß das Allgemeinbefinden unverändert sei. Um 8 Uhr kam Mazzoni nochmals in den Vatikan und konnte, da der Papst erwacht war, feststellen, daß sich in dem Zustande des Papstes nichts änderte. Mazzoni verließ den Vatikan um 9 Uhr. Die Aerzte glauben nicht, daß die Katastrophe unmittelbar bevorsteht. Sie teilten dem Papste mit, daß eine Operation eventuell vorgenommen werden müßte, sie sei aber noch nicht absolut nötig. Der Papst wurde dann auf Wunsch, weil ihm das Atmen schwer wurde, auf einen Lehnstuhl getragen, wo er ruhiger wurde. Um 8 Uhr ließ der Papst Rampolla rufen, dem er einige i Die Namen der neuen Reichstags- Abgeordneten, so schreibt ein Leser der „Brem. Nachr.", schwirren mir immer noch im Kopf herum; und wenn sich dieselben in meinem Bericht über unsere erste Ferientour immer wieder hineindrängen sollten, so bitte ich Sie, geehrter Herr Redak- | teur, mir etwa dadurch entstehende stilistische Unebenheiten diesmal noch verzeihlich finden zu wollen. Der Verlauf unseres Ausfluges 'war folgender: Von Oldenburg marschierten wir über Fräßdorf nach Wattendorf am IPodenberg. Hier besichtigten wir natürlich die Ruine Bieberstein und wanderten dann Frank, Fröhlich, Frohme weiter. Indem wir den Grün berg links und den Aren berg im Zentrum hatten, gelangten wir durch das liebliche Schmalfeldt nach Böhlendorf. Wegen der Hitze wurde nun gefahren, und zwar durch das sonnige Herzfeld über Kardorff nach Gersdorff mit dem herrlichen Buchwald. Der Förster, der auf der Jagd nach einem Bock sich befand (er hatte noch nichts erlegt, nur ein Fuchs hatte sich in der Fußangel gefangen), führte uns durch das Holtz ins Blumenthal, welches von dem Dasbach und Fahrenbach durchflossen wird. Hier sahen wir einen Haas, und Moritz pustete im Jagdeifer seine brennende Zigarre aus seiner Bernsteinspitze auf das Tier, wodurch beinahe ein Heydebrand entstanden wäre, der ihn eventuell noch vor den Richter gebracht hätte. Endlich Slangten wir in Stubbendorf an und ließen uns in einem il n'e i p h a u s e nieder, wo alles für uns bereit stand. Nach einem Hoch auf Lehmann ließen wir uns am Starnm- . lisch die Speisen und Getränke, die man sich für einen billigen Preiß erstand, wohlschmecken. Einige von uns aßen Kohl mit Speck, andere zogen Pfannkuch vor; auch Krebs j war zu haben und Rettich. Eine Spezialität des Ortes war eine Stolle von dem dortigen Semler, so heißen in jener Gegend die Becker (so schreibt man in Offenbach). I ^ach den: Essen besorgte uns ein Bauer eine Göhre von I Lchüler zum Kegelaussetzen; wir hatten aber keinen rechten I Neuner bei uns. Bloß Schmidt hatte Glück, weil er Anweisung» erteilte. Als Rampolla dem Papste ernmtigead zusprach und ihm sagte, daß alle für ihn beteten, lächelte der Papst und segnete Rampolla. Deutsches Keich. Berkin, 16. Juli. Der Kaiser ist, wie der Draht meldet, heute im besten Wohlsein in Molde eingetroffen. Sieben Grad Wärme. Fortdanernder Regen. An Bord alles wohl. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Anläßlich der Gin- weihuug der KronprinA Wilhelm-Volksheilstätte bei Obornik wurde cm den Reichskanzler Grafen v. Bülow folgendes Telegramm gerichtet: Eurer ^zellenz widmen die zur Einwechung der Kronprinz WilhelmÄZolksheilstätte für die Provinz Posen versammelten Arbeitgeber und Arbeitnehmer den wärmsten Dank für das wohlwollende, wettschauende Interesse aus den Gebieten der sozialen Fürsorge und senden ehrerbietigsten Gruß aus dem ostmärkischen Walde nach dem Strande der Nordsee. Namens der Landesversicherungsanstalt Posen und der Gäste Landeshauptmann v. Dziem- bowski. — Die „National-Zeitung" erfährt von einer unterrichteten Seite, daß alle Blättermeldungen über Kandidaten für den Posten des Oberpräsidenten von Schlesien, darunter auch die Nennung des Fürsten Lichnowsky, auf leeren Kombinattonen beruhen. — „Wolffs Telegr.-Bur." meldet aus Caracas vom 15. Juli: Der fällige Schlußw ech s el zur Bezahlung der deutschen Reklamationen wurde gestern eiugelöst. Tie deutschen erstklassigen Forderungen in .Hohe von 1718 815.67 Bolivares sind nunmehr bar bezahlt. — Tie sozialdemokratischen Führer setzen ihren Streit fort. Die hinter Vollmar stehende „Münchener Post" schreibt jetzt: Bernstein fei zwar nicht die Partei, aber jeder habe ebensogut das Recht, seine freie Meinung zu äußern wie Genosse Bebel. Stuttgart, 16. Juli. Staatssekretär Freiherr vo-n Richthofen wurde heute im Beisein des Minister präs- denten, des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten und des preußischen Gesandten vom Mnig in Friedttchshafen in Audienz empfangen. Kolonialpost. —«Die „Deutsch-Südweftafr. Ztg." beschäftigt sich mit einer Protestversammlung der Ortsgruppe Berlin des Alldeutschen Verbandes" vom 21. April, die sich gegen die „großen Landkonzessione ninDeutsch-Südwest- afrika" richtete. Zu den Ausführungen des damaligen Hauptredners Dr. Forster und z«ul der Nachricht, daß die Versammlung eine Eingabe an den Reichskanzler beschlossen habe, bemerkt die „Deutsch-Südwestasr. ZtH": „Der Himmel schütze uns vor unseren Freunden, möchte man ausrufen, wenn man diesen Bericht liest! Wirklich ernst M nehmen sind alle diese Ausführungen ja in der Tat nicht; es wäre aber doch sehr zu wünschen, daß dem Alldeutschen Verbände auf seine Eingaben hin von maßgebender Stelle einmal deutlich und entschieden gesagt würde, daß das! Schutzgebiet denn doch zu etwas anderem da ist, denn als Versuchsfeld zu dienen für seine Experimente und Träumereien." Ausland. Loudon, 16. Juli. (Unterhaus.) Premierminister Balfour erklärte auf eine Anfrage: Es ist mir bekannt, daß die rumänische Regier ung mit der Durchsicht i^es Zolltarifs beschäftigt ist. Mr haben keinen Grund gn der Annahme, daß über einen besonderen Vertrag mit Deutschland verhandelt wird, oder daß irgend eine Absicht besteht, dem deutschen Handel wesentliche Vorteile zu unseren Ungunsten zu gewähren. Ich weiß, daß in gewissen Zweigen der britische Handel mit Rumänien Ku- rückgegangen ist. Zwischen dem brttischeu Gesmckten in Bukarest und der rumänischen Regierung hat ein Meinungsaustausch hinsichtlich^ der Sicherung der britischen Interessen stctttgefunden. Black (lib.) fragt an, ob die Erklärung des englischen Botschafters in Berlin vom 24. Aprll 1903, dahingehend, er glaube, daß in gewissen Fällen die englische Regierung Vergeltungszölle auf deutsche Marens legen würde, die Zustimmung der Regierung gefunden habe. Wenn dies der Fall sei, wozu dann weitere Untersuchungen in der Zollsrage angestellt werden müßten. Balfour antwortet, er habe die erwähnte Stelle in der Depesche; durchgelesen und stimme ihr in der ursprünglichen Fassung vollständig bei. ©ie sei der Ausdruck der Meinung des englischen Botschafters gewesen, die er gleichfalls teils, nr& scheine gerade auf die Notwendigkeit einer zollpolitischen Untersuchung hinzuweisen. Bei Besprechung des Heeres- etats erklärt Kriegsminister Brodick, die Frage bezüglich der in Südafrika zurückzuhaltenden Truppen sei vom Kriegsamt und dem Verteid-igungsausschuß erwogen worden, wellher empfehle, eine beträchtliche Streite macht in Südafmka für den Dienst in Indien bereitW^ halten für den Fall eines plötzlichen Ereignisses. Die Recherrmg habe daher vorgeschlagen, 25000 Mann in Südafrika zu behalten, und zwar 4 Kavallerie- Regimenter, 14 Batterien, 14 Linienbataillone und 4 Gar- nison-Regimenter. Die Unterhaltungskosten für diese Truppen in Südafrika sind um IV2 Millionen hoher, als für die gleiche Streitmacht in Großbritannien. Die indische Regierung werde jäoch aufgefordert werden, einen Tml befc Mehrausgabe zu übernehmen. Bezüglich des Somcrli^ l an des führte der Kriegs Minister aus, es sei nicht beabsichtigt, irgend eine große Expedition zu uuternchmen. Die Regierung glaube, daß die vermehrte britische Streitmacht in der Lage sein werde, den entscheidenden Schlag gegen den Mullah zu führen. Dieser habe in seiner neuen Stellung im Nordweften des Somalilandes seit seiner Niederlage durch die Abessynier keinen Angriff auf.einen englischen Posten unternommen. — Amerikanisch e Kriegsschiffe bemächtige ten sich einiger 20 kleiner, England gehöriger Inseln, Borneo gegenüber und pflarrzten dort die amerikanische Flaaae auf. (?) Amsterdam, 16. Juli Die Meldung, daß die Kö^ nigiu Wilhelmine einem freudigen Ereignis? entgegensehe, wird an kompetenter Stelle als durchaus unbegründet bezeichnet. Sofia, 16. Juli Die Pforte zeigte der bulgarischere Regierung an, daß sie zur Verbesserung der Beziehungen zwischen der Türkei und Bulgarien beschlossen habe, einige gegen das Bandenunwesen getroffene Maßnahmen aufzuheben, die in Hast befindlic^n verdüchttMt unterwegs einen Hufnagel gesunden hatte. Bei der mm folgenden Kneipe wurde noch mancher Thaler vvyehrt. Rother schmeckt immer gut,nur darf er nicht vom Kraemer sein. Bier gabs in allen Sorten: Bock, Braun, Witt, auch Münchner. Meist machte e§ der Wirt selber, indem er Helles Bier färbte; die Leute nannten chn deshalb M ü n ch - Ferber^ Leider kam es noch zu einer Schlägerei, lieber Leser. Ein Geck, der einen Spahn oder Wurm im Kopfe haben mußte und ein Held im Tttnken war, brach 'einen Stteit vom Zaune. Noch'n Schoppen, schtte er, mein Zehnter! Dann ullte er un§ an. Lieber Mann, lasten Sie uns zuftteden, sagte Traeger ganz artig. Scherre er sich hinaus, Sir! war die Antwort. Zuletzt ttß uns die Geduld und«einer von uns, er war ein Sachse und ein rechter Rauke, packte den Friedensstörer am Nacken. Doch er wurde Patzig und immer Groeber und schließlich fielen Müller und Schulze, wie sich ein Geyer rmd Sperber auf seine Beute stürzt, über ihn her, nahmen ihre Stöcker und prügelten ihn windelweich, wie David in WagnerS ^Meister-Singer" den Beck-Messer; dann setzten wir alle Hebel an, um ihn über die Grenz' zu bringen. (Hier fehlt: wo er sein Heyl in der Flucht suchte. Wir aber kehrten zu unserer Hey-ligen Staedt zurück. D. R. d. Gieß. Anz.). Der Sieg war unser, wenn auch ein Spiegel dabei in Stücke ging. Abends tanzten wir mtt den Engeln des Orts manchen Walzer, bis Dewitz, unser Fül)rer und Herold, das Horn nahm und zum Aufbruch blies und so fuhren wir mit der Bahn wieder Heim. Will damit schließen." Bonn, 16. Juli. Ein Denkmal f ü'r Karl S i m r 0 ck, den rheinischen Gelehrten und Dichter, ist gestern hier im Hofgarten enthüllt worden. Das von Prof. Albert Küppers modellierte Denk- ,nal besteht aus einem Unterbau von Granit, auf dem sich das in Bronze gegossene Standbild Simrocks erhebt, zu den: eine gewappnete altgermanische Frauengestalt einen Lorbeerzweig emporreicht. Dieben der Germania lehnt sich eine Harfe an den Sockel des Denkmals, auf dessen Stufe Helm, Schwert und Eichenlaub ruhen. Im Anschluß an die Enthüllungsfeier sand ein Festessen statt. Vom Kultusminister Studt, Aiinisterialdireltor Althosf, Gene- aloberst v. Loö, Fürst Wilhelm zu Wied, Oberpräsident Dlasse und den Dichtern Wilhelm Jordan und Julius Rodenberg waren Glückwünsche zu der Denkmalsenthüüung eingelanfen. — Rheinische Goethe-Festspiele. Em Zyklus von F a u st - Darsteümrgen in Düsseldorf fand bei vollständig ausoer- kauftern Haufe seinen Abschluß und brachte särnttichen Darstellern stürmische Ovationen. Der Erfolg der Fauft-2lufführuugen laßt sich ttffermäßig feststellen. Wahrend der erste Zyklus außer dem festen Abonnement von rund 12 000 Mk. noch eine Tagesttnna^ne von 2716 All. aufwies, betrug die Tageseinnahme des zweiten Zyklus 6076 Mk, die des brüten 7963 Mk. Die Münchner Wagner-Fe st spiele. In Folgen dem sei ein Auszug aus dem Anfführnngsplane 1903 beigefügt. Darin sind die einzelnen Aufführungstage angegeben; zugleich tft zu ersehen, wie eine Auswahl von sieben Aufführungssolgen er- moglicht witt> für Kunstfreunde, die durch Besuch eines Gesamt- zyklus lebendigen Ueberblick über die gewaltigste Schaffensperiode des Meisters gewinnen wollen: über die Zeit vom Beginne des Tannhäuserweckes bis zur Beendigung der Götterdämmerung, also von 1843 bis 1874! I.: August 8711. Ring des Nibelungen, 14. Lohengrin, 16. Tristan, 17. Tannhäuser, 18. Meistersinger. II.: August 17. Tannhäuser, 18. Meistersinaer, 21. Lohengrin, 22. Tristan, 2Ö./28. Ring des Nibelungen. III.: August 18. Meistersinger, 21. Lohengrin, 22. Tristan, 25./2S. Ring des Nibelungen, 31. Tannhäuser. IV.; August 21. Lohengrin, 22. Tristan, 25./2S. Ring des Nibelungen, 3L Tannhäuser, September 1. Meistersinger. V.: August 22. Tristan, 25./2S. Rmg des Nibelungen, 31. Tannhäuser, September L Meistersinger, 4. Lohengrin. VI.: August 25./2S. Ring des Nibelungen, 31. Tannhäuser, September 1. Meistersinger, 4. Lohengrin, 5. Tristan. VII.: Septenrber 4. Lohengrin, 5. Tristan, 7. Tannhäuser, 8. Meistersinger, 11./14. Ring deS Nwelungen. — ^Früchte der Bildung", Komödie in vier Akten von Leo Tolstoi, deutsch von August Scholz (Verlag von Otto Hendel in Halle) ist von Direktor Max Reinhardt für das Neue Theater in Berlin erworben worden und wird an dieser Bühne als eine der ersten Novitäten der nädjften Saison in Szene gehen. Das Stück zeigt den großen russischeri Dichter als Satyriker, der den in lllußland wie bei uns grassierenden spiritistischen Humbug gewisser überbildeter Gesellschaftskreise verspottet. — Maximilian Harden, der Herallsgeber der ,Z u - fünf t", wird in der ersten Hälfte der kommenden Saison am Josesstädter Theater in Wien als Conferencier austreten. Er beabsichtigt, den litterarischen Abend einzuleileii, an dem August Strind- bergs „Fräulein Julie" (in deutscher Uebertragung Verlag von Herrn, ©cemaim Nachf. in Leipzig) zur Ausführung gelangt. Dieses Werk ist zwar seit drei Jahren von der Zensur verboten, doch erhofft Direktor Jarno die Freigabe. bauten Nordflügel des neuen Zentralbahnhofs in Prag modellierte Jünglingsgestalten auf ihren Schultern tragen. soll von vornherein vorgebaut werben und jugendlichen Personen, unter der Bedingung, daß sie sich bessern, Strafaufschub oder Straferlaß möglich gemacht werden. f' ministerielle Vorschrift ist um so bedeutungsvoller, als die Schritte dazu gleich bei Einleitung des Strafverfahrens zu erfolgen haben. Auch die Schöffenrichter sollen sich unter dem persönlichen Eindruck des Angeklagten zugleich bei der Verhandlung urkundlich darüber äußern, ob der Angeklagte einer Gnade würdig erscheint. t. Klein-Linden, 16. Juli. Heute abend hat der schütteln ist, aufgestempelt, und das Fortkommen erschwert Auch lernt keiner im Gefängnis etwas Gutes. Deshalb Kamm geschoren werden. Hat einer einmal im Gefängnis gesessen, so wird ihm hierdurch ein Makel, der schwer abzu- Und diese Jünglinge sind vollständig nackt! Das war zu viel für das sensible Sittlichkeitsgefühl jener Leute, die päpstlicher sind als der Papst und sittlicher als der Schöpfer. Natürlich zeterten sie so lange und so.laut, bis ihre Rufe sittlicher Entrüstung Gehör fanden. Das Eisenbahnministerium sandte sofort den Sektionschef Stane — der Name verdient nicht verschwiegen zu werden — nach Prag, um das große Aergernis in Augenschein zu nehmen, und auch er scheint sich bei diesem Anblick m seinen sittlichen Gefühlen verletzt zu haben. Denn an die Bauabteilung der Staatsbahndirektiop — kn« a. O'ziif a Sov* witf g | g C ll* erst nach verzweifelter Gegenwehr mit der blanken Waffe kampfunfähig gemacht und verhaftet werden. * Hamburg, 17. Juli. Die Polizeibehörde verhaftete den internationalen Scheckfälscher Masterson, der in Kalifornien Schecks in Höhe von 1OOOOO Dollars fälschte. * Mailand, 16. Juli. Am Montag hatte das Königspaar im Park von Racconigi in Piemont einen Automobil-Unfall, der bisher verheimlicht wurde. Beim Prüfen kam ein neues Automobil ins Rollen; der König fuhr ohne Führer und konnte nicht bremsen. Endlich fuhr das Automobil gegen einen Baum und hielt. Die Königin verstauchte beim Abspringen ein Fußgelenk. — Auch die Königin -Mutter Margherita hatte einen Automobil- Unfall. Zwischen Vicenza und Venedig warf das Fahrzeug, in dem sie saß, die Landkutsche eines Arztes um, ohne ein Unglück anzurichten. * Paris, 16. Juli. Nach nunmehriger Feststellung sollen die Verhandlungen in der Humbertschen Strafsache am 8. August beginnen. Da gegen 80 Belastungszeugen, bisher 54 Entlastungszeugen, vorgeladen sind, wird angenommen, i daß die Verhandlungen mindestens 8 Tag« in Anspruch nehmen werden. • Konstantinopel, 16.Juli. Leutnant vonSaltz-» mann von der ostasiatischen Besatzungsbrigade, der am 2. Januar von Tientsin quer durchChina und die Pamirgruppe nach Turkestan ritt, ist gestern wohlbehalten hier eingetrosfen. — Auf der Insel Samos sind archäologische Funde von großer Bedeutung gemacht worden. Der Direktor des Berliner Museums, Wigand, Vermischtes. Berlin, 17. Juli. Gestern abend schoß ein Mann * Ein Geschick) tchen, aus dem man sehr bemerkens- -------e ziehen kann, erzählt der Washingtoner Kor- jer „N. Y. Tribüne". Frhr. v. Rheinbaben, „ __ .. ,der preußische Finanzminister, brachte im In- Darmstadt, 16. Juli. Gestern fand hier eine alb landssteuerbureau den Hilfssekretär des Schatzamts, Horace gemeine Studenten-Versammlung der hiesigen 91. Taylor, und den Binnensteuerkommissar, General John - "" " ‘ 'W. Yerkes, durch eine plötzlicb aufgeworfene Frage in nicht geringe Verlegenheit. Der Finanzminister ließ fid) über die amerikanische Methode der Tabaksteuer er H ebung Aufschluß geben. So oft dabei der Ausdruck,Aug" fiel, sah Freiherr von Rheinbaben die amerikanischen Beamten fragend an. Endlich aber platzte er mit der Frage heraus: „Was verstehen Sie eigentlich unter Plug?" Ohne sich auch nur eine Sekunde zu bedenken, fuhren Hilfssekretär Taylor und Kommissar Yerkes mit der Hand in die Hüftentasche und packten ihr Klötzchen Kautabak. Im selben Moment durchschoß der gleiche Gedanke chr Hirn; sie blickten sich verständnisinnig an und brachten beide die Hand wieder zum Vorschein — -leer. Beide trugen Plötzlich Bedenken, dem hohen Gaste zu verraten, daß sie Tabak zu kauen gewohnt sind. Preußens Finanzminister blickte die Herren i verwundert an. Da lachte Hilfssekretär Taylor aus vollem Halse: Yerkes, warum ziehst Du denn Deinen Plug nicht heraus?" „Ach", meinte Kommissar Yerkes, „ich, hab nur noch ein ganz kleines Stückchen". Nun brachte der Ämmissar ein noch recht anständiges Stück Kautabak zum Vorschein, während Hilfssekretär Taylor das, kleinere Endchen zeigte. * Der Ruf nach dem Feigenblatt. Den eben er- hat sich sofort dorthin begeben. * Im Ueberschwemmungsgebiet der Weichsel stehen, wie aus Kr a k au gemeldet wird, viele Tausende Quadratkilometer Land unter Wasser. Etwa 350000 Menschen sind brotlos. Der Gesamtschaden wird auf 120 Millionen Kronen geschätzt. — In Breslau stürzte ein Teil der «vierstöckigen Sternberg'Mn Spirttus- rbrik ein. Die Vorderfront des Gebäudes war von den -luten der Oder schon tagelang bespült worden. Am Mittag hatte beretts in der nebenan belegenen Spiritusfabrik von Altschaffel u. Co. der Einsturz eines Schuppens . r . stattgeftmden, dem ein weiterer Einsturz um 5 Uhr nach- Anfang dieser mittags folgte. Die angrenzenden Gebäude sind stark ge- einen fährdet. Wie weiter aus Breslau telegraphiert wird, ‘tt fi P I / V . , <_ . -> <___1!___ 0-1 L..— zi Ulli: Bulgaren in Freiheit zu setzen, einen Deik der an dcr^renzel ^ 8 Etwa 60 Zeugen sind geladen. Geschädigt sind '" meist ältere Frauen, Nähmädchen usw. Reichelsheim i ß., 14. Juli Im benachbarten Winterkasten wurde bekanntlich ein größerer Komplex Gelände zur Erbauung einer Heilstätte für weibliche Lungenkranke angekauft. Da bereits auch die Bauprojekte und -Pläne fertiggestellt sind, toüb der Bau selbst Pächter der Domäne Kloster Altenberg bei Wetzl«, s^^^grrfst^enEme^ werden.^^ au Gungerrch, emen erheblichen Verlust erüllen. Als zwei ^öffnen zu können. Auch dieErbaunng einer Ptckerstatton femer Fuhren Mit Hafer beladen nach Gießen unterwegs 'stn Anschluß an die Frauenheilställe vorgesehen. waren, stürzte plötzlich em wertvolles Pferd, rote vomI 1 «ziädenbach 15 Juli Bei den diesjährigen!haben. Denn an die «auaoreuung oer oiaatsoac Schlage getroffen, tot nieder. Da das Pferd sehr dick »tteisivno den steht von sollen des Wnigsl. Oberkonsi- erging der Auftrag, gewisse Teile derFtgurcn mit—, „ roat, nimmt man als D-desursache Kvllk an Vorüber- Wiesbaden folgendes Thema auf der Tages- blättern zu bedecken. Die Sittlichkeit Prags ist gerettet, gehende nahmen sich des verzweifelten Kstechtes an und Ordnung: Mit welchen Mitteln können die kllchlichen • Eine Menschenfresserin wurde dieser Tage in ^hm das tote Pferd mtsMnnen und tnden nahen x,rgane^ den Sinn, das Verständnis und den Eifer für die $ 0 j 10 unter großer Erregung der Einwohner in Uniet» auial^erSS>e^^Ä Kle^mLitcken°den Mscher <“1® Mission in den Gemeinden wecken und fördern?" ,uchungshaft eingeliefell. Schon seit längerer Zeit ging das ff äSKZ Ä «SW w tiefen flet«8t, «a^enb etne Frun aus Kafr-Sakr im Distrikt von Wagens mit seinem Gespann von Gießen zkrück, um die ^h e'im ^B^b^das^ReaieruMs-flharkieh auf der Straße spielende Kinder aufgrtffc, um sie zweite Fuhre noch vor Nacht nach Gießen zu dringen. memn e^ri^t ^Äe Smtode war mll deic Auchühruuqcm 1» verschleppen und zu verzehren. Die Behörden legten k- 17^- 3U£‘ . 2wei steche Einbruchs- AsRefMntm ewvers^ckm Md es wurde die ItottoenbigJ batauf hinzielenden Meldungen zunächst kein großes Gewicht diebstahle wurden hier hinteremander verübt. M dem leit di^Gemei^en mll Aker besümmten Missionsgesell- bei, weil ihnen die Sache zu ungeheuerlich erschien. Da aber fSl* zu machet'und die Klagen der Einwohner sich mehrten, ivurde ein Geheim- dks^starke Sofck^nicht^iachAkb ^ 6175!^^« Ten "toar bec Mijsionsgesellschaft, für welche bie Gaben der Polizist nach Kafr-Sakr entsandt, und es dauerte mcht lange, ?mnd Es aetana ihnen nicht'in das Haus mi komuu.ii I Gemeinde verivandt würden, allgemein anerkanni zis er tatsächlich das Weib beim Verspeisen von Menschen- sodaß sie wieder abziehen mußten. 586;^ gcüma ben ®n' I l nt'116 kV1 U 0 C th “t“ S ' e n u ltAf^ fleisch überraschte und festnahm. Es ist danach kaum mehr brechern ihr Vorhaben bei dem Landwirt Philipp Feld-ntelbei ttnä Han au,daß bei .„eMhast, daß eine Anzahl verchwundener Kinder der Kanm- Taschenuhr weg,u zo^en urwemerrt ab. (:) R 0 dheim a. B., 15. JE Die für bie gemeinsame Ortskrankenkasse des Rodheimer Bezirks in der (Generalversammlung vom 3. Mai d. I. beantragte Statutenänderung hat von feiten des Bezirksausschusses die Genehmigung erhalten. Diese Abärlderung tritt auch sofort für bie Kassenmitglieber in Kraft. knb^-toetT^efcTtn^rh^1 ^°ndwerksburschen überfallen Da aS^cI^ Fieber. Aus Rio b e Ian eiro und schwer verletzt worden ist.___________________________ meldet die ,,Frkf. Ztg.": Die französische Aerztemisfton reifte heute ab, nachdem sie zwei Jahre lang das gelbe Fieber studiert l)at. Ihre Forschungen bestätigen die Keun- übertragung durch MoSquitoS. , , । * Ein (Sträfling als Erfinder. Wie aus New- auf feine Frau und aus feine .Hausnachbarn. Er konnteIYork berichtet wird, hat der 20Mrige Ctzarles Filer, der wegen Einbruchs gesessen hat und setzt nrit einem Schein entlassener Sträfling in New-Jersey tft, die englischen Rechte auf eine Erfindung für eine Kettenstich-Nähmaschine für 300000 Mark verkauft. Mer sagt, daß ihm Lei seiner Arbeit in der Schneiderwerkstätte des Gefängnisses die Idee zu seiner Erfindung gekommen sei. Die Maschine ist in 34 Ländern patentiert worden. * Was ist ein betrübtes Leden? Diese Frage hat ein Mohrunger Bvlksschüler (auch Herder besuchte vor etwa 150 Jahren die Volksschule jenes ostpreüßischen Städtchens. D. Red . d. Gieß. Anz.) in seinem Aufsatz, über Schillers „Lied von der Glocke" wie folgt beantwortet} „Der Dichter schildert uns das freundliche Leben und das betrübte L^ben. Das freundliche Leben ist das Leben von der ersten Jugend an bis zum Jüngling und zur Jung- frau. Das betrübte Leben ist das Leben als Ehepaar!" — Kunst und Wissenschaft. Petersburg, 16. Juli. Im letzten Heft des offiziellen Organs des russischen Verkehrsministeriums finden wir einen Artikel über die neue Erfindung des Ministers, Fürsten Ehilkoff. Es handelte sich um ein Projekt billiger Schienenwege, die in erster Linie für Automobile, dann aber auch für alle anderenFuhrwerke mit geeigneter Spurweite dienen sollen. Diese Schienenwege werden aus Holz oder armiertem Beton hergestellt. Die Anlagekosten sollen 1000 bis 2000 Rubel pro Kilometer nicht übersteigen. Es ist bereits beschlossen, eine derartige Automobilbahn in der Umgegend von Zarskoje Selo zu Versuchszwecken zu errichten. Daber sollen auch verschiedene vom Minister projektierte Schienenarten erprobt werden. Außer der Billigkeit haben die neuen Schienenwege nach der Versicherung des Organs des Verkehrsministeriums noch den Vorzug, daß sie leicht übertragbar sind. Selbstverständlich mißt es ihnen große technische und wirtschaftliche Bedeutung bei. Universitäts-Nachrichten. Laut v$tiien. Allg. Ztg." vermachte der am Dienstag ver- florbeue Präsident des Wiener Handelsgerichtes Dr. Rudolf D e -- er et sein Vermögen von 200 000 Kronen der Wiener Uni« verf itüt zu einer Stiftung für mütellose Rechtshörer. Gerichtssaal. fc. Frankfurt a. M., 16. Juli. (Oberkriegsgericht des IS.Armeekorps.) Emern „rafffiniertenSoldaten- fchinder", wie ihn der Vertreter der Anklage nannte, verhalf heute das Oberkriegsgericht zu seiner wohlverdienten Strafe. Anfangs d. Js. wurde der Kanonier Georg Sachs von der 3. Komp. 3. Fußartillerieregiments in Mainz, gebürtig aus Kalk- Heim im Obertaunuskreise, geisteskrank. Alan forschte nach den Ursachen und stellte alsbald fest, daß Sachs von seinem Korporal, dem Unteroffizier Karl B o r n e m a n n, in der niederträchtigsten Weise gequält worden war. In der dienstfreien Zeit machte sich der Unteroffizier stets mit ihm zu schaffen. Mit Vorliebe setzte er ihn in die Kniebeuge und ließ ihn „Schemel strecken", wobei der Schemel durch irgend ein Gewicht beschwert wurde. War dann der Soldat dem Umfallen nahe, dann durfte er sich ausruhen, aber nicht indem er sich auf den Schemelsitz setzte, sondern er mußte den Schemel umdrehen und sich auf ein Bein desselben setzen, oft eure halbe Stunde lang. Selbstverständlich hatte Sachs permanent Stubendienst. Dabei kam es nicht fetten vor, daß ihm der Unteroffizier befahl, den Stubenboden mit seiner Zahnbürste zu schrubben. Die Lampe mußte er mit der Nase ausblasen. Nachts jagte der Unteroffizier den armen Teufel oft aus dem Betr und ließ ihn für andere Mannschaften Kleidungsstücke flicken. Damit er aber dazu nicht ein Extralicht brauchte, mußte er sich mit der Arbeit auf die — Latrine setzen, wo ja eine „Funzel" brannte. Auf dem Exerzierplätze trat ihm der Unteroffizier mit dem Anschein, als ob es aus Versehen geschehe, auf den Fuß, daß das Blut aus den Zehen drang. Vor bem Mainzer Kriegsgericht verneinten dir Sachverständigen den ursächlichen Zusammenhang zwischen den Mißhandlungen imb der Geisteskrankheit des Sachs; Bornemann wurde daraufhin zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, aber nicht degradiert. Gegen dieses Urteil hat der Gouverneur von Mainz als Gerichtsherr Berufung eingelegt. Bornemann hatte sich bei dem Urreil beruhigt. Das Oberkriegsgericht erkannte den vom Kriegsgericht festgeftellten Tatbestand auch bezüglich des Sachverständigen Gutachtens als zu Recht bestehend an, erhöhte aber doch die Strafe auf ein Jahr Gefängnis. Auch wurde auf Verlust der Treffen erkannt. In der Urteilsbegründung wurde Bornemann, der mit scheinheiliger und weinerlicher Miene versichert hatte, er habe den Soldaten nur „erziehen" wollen, besonders darauf hingewiesen, daß er eines Tages den von ihm Gemarterten, als dieser, in der Kniebeuge sitzend, bittere Thränen weinte, zugerufen habe: „Mit dir habe ich fein Erbarmen!" Wie könne er da verlangen, daß das Gericht mit ihm Erbarmen habe? Berlin, 16. Juli. Im Pommernbankprozeß beantragte der Staatsanwalt gegen Schultz 6 Jahre Gefängnis und 50 000 Mk. Geldstrafe, gegen Romeick 5 Jahre Gefängnis und 30 000 Mk. Geldstrafe, gegen den Mitangeklagten Taxator Hamel wegen Beihilfe zur Untreue 6 Monate Gefängnis und 5000 Mk. Geldstrafe, gegen Bohl ein Monat Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Paris, 16. Juli. Das Schwurgericht von Segrö verurteilte -gestern vier Mönche zu je 25 Fcs. Geldstrafe und verfiigte außerdem die Schließung der Kapellen, welche von diesen Mönchen geleitet wurden. Die Verurteilung veranlaßte eine Kundgebung der anwesenden Menge. Die Unruhen pflanzten sich auf der Straße fort. Ein Gendarm wurde verletzt, zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Die Weiber von Wosnessenskoje. Streitbare Frauen scheinen — so schreibt man aus Petersburg — die Bäuerinnen aus dem kleinen, im Bezirke Stawropol gelegenen russischen Dörfchen Wosnessenskoje zu sein, denn 57 von ihnen hatten sich vor Gericht zu verantworten, da sie mit Miftschippen, Heugabeln und anderen nützlichen Instrumenten den Vertretern der Behörden wenig zart und weiblich entgegengetreten waren. Und das ging so zu. Im Dörfchen war unter dem Vieh die Maul- und Klauens euche ausgebrochen und in weiser Fürsorge schickte die Regierung den Tierarzt aus der Bezirksstadt hinaus, um durch Impfen dem weiteren Ausbreiten der Seuche vorzubeugen. Doch sei es, daß die Bäuerinnen nicht viel von dem Segen der Lymphe hielten, sei es, daß sie glaubten, die Behörden wollten ihnen ihr Vieh verhexen oder schließlich gar auf diese Weffe eine Zählung zwecks neuer Steuern veranstalten — kurz mit bewaffneter Hand traten die Bäuerinnen dem Tierarzt und den ihn begleitenden Polizisten entgegen. Sie unternahmen einen regelrechten Sturm auf den Hof, in den das Vieh getrieben war, schlugen mit Knitteln die Tore ein und bemühten srch nach Kräften auch den Schädel des Tierarztes mit einigen wohlgemeinten Hieben zu bedenken. Die Polizisten konnten ihn nur mit Mühe und Not schützen. Das Gericht war milde gestimmt, denn die Haupträdelsführerinnen, die drei angesehensten und kampfeslustigsten Bäuerinnen, erhielten nur je drei Monate Gefängnis, 34 Frauen wurden mit Arreststrafen von 4 Tagen bis 2 Wochen belegt und 20 der Angeklagten wurden gänzlich freigesprochen. Arbeiterbewegung. r. M ainz, 16. Juli. Nach elfwöcheutlicher Duner hat ber Maurer aus stand heute, wie schon telegraphisch mitgeteilt, endlich aufgehö-rt. Die Ausständigen haben weder Lohnerhöhung noch ihre fonftigeit Forderungen von den Bauunternehmern bewilligt bekommen, sondern sind nach einer gestern abend shattgehabten, sehr stürmisch verlaufenen Versammlung heute bedingungslos zu der Arbeit zurück- gekehrt, sodaß der Ausstand mit einem vollständigen Siege der Bauunternehmer geendrgt hat. Die unangenehmen Folgen des Ausstandes für die Arbeiter werden nicht lange auf fich warten lassen, indem Lei. der bereits- weit vorgeschrittenen Jahreszeit keine Neubauten mchr begonnen werden und die Sug^ogenen fremden italienischen Maurer vertragsmäßig bis Anfangs Oktober beschäftigt werden müssen. So wird alshald Arbeitsmangel eintreten. — In den letzten Tagen haben von Ausständigen noch verschiedene arge Ausschreitungen stattgefunden, die noch gerichtliche Nachspiele haben werden. Eine besonders brutale Aus- schr-tmrg verübten eine Anzahl Ausständiger, welche als sogenannte Streikposten ausgestellt waren. Sie bewegten zwei von auswärts eingetroffene Maurer, die im Begriff standen, zur Arbeit zu gehen, mit in das Versammlungslokal der Maurer zu kommen, wo noch eine größere Anzahl Ausständiger versammelt waren, die alsbald mit Stöcken, Stühlen rc. über die fremden Maurer hersielen und ohne Erbarmen auf sie einschlugen. Ms die Geschlagenen später Polizei requirierten, war das Veffammlungslokal leer, sodaß es schwer ist, die Täter zu ermitteln. Budapest. 16. Juli. Im ganzen Lande mehren sich die Arbeits-Einstellungen der Schnitter. In mehreren Orten mußte Militär einschreiten und die Ruhe wiederherstellen. Die Erntearbetten erleiden hierdurch großen Schaden. Washington, 17. Juli. Halbamtlich wird erklärt: Die Besprechung der russischen Beamten in Port Arthur bilde einen wichtigen Schritt der in Petersburg entworfenen Pläne, eine eigene Verwaltung in der M an d s ch urei ein- zurichten, in der Weise, daß Rußland in die Eröffnung der Häfen, die von den Vereinigten Staaten und Japan gefordert wurde, einwillige ohne Störung oder unbillige Aufgabe der russischen Interessen. Die Angelegenheit sei im wesentlichen zu ihrer gegenwärtigen Lage in der Besprechung zwischen Staatssekretär Hey und dem russischen Botschafter Cassini vom 28. Juni gekommen. Cassini war damals im Besitz der notwendigen Ermächtigung, Zusicherungen zu geben, die jetzt eingelöst werden. Diese wurden durch den ersten Sekretär der russischen Botschaft, Hansen, beim Besuch im Staatsdepartement schriftlich niedergelegt. Landwirtschaft. — Aus Rheinhessen, 16. Juli. Aus verschiedenen Tellen unserer Provinz wird berichtet, daß in den Weinbergen und Weingärten, in welchen das Schwefeln verabsäumt worden ist, der A e s ch e r i ch (Oidium) in verheerender Weise sich aus- breitet. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft Berliner Börse vom 16. Juli 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Die Festigkeit, welche schon seit einigen Tagen an unserer Börse zu verzeichnen war, herrschte auch heute noch vor. Auf allen Gebieten waren größere Kursavancen wahrzunehmen, welche, wenn auch bei geringen Umsätzen, sich bis zum Schluß behaupten konnten. Vor allem zeigte sich wieder lebhafteres Interesse für Kohlenwerte, auch italienische Bahnen waren begehrt, ebenso Schiff- fahrtsaktren. Kanada Shares, welche bereits über New-York Parität eröffneten, zogen in Erwartung einer befestigten heutigen New-Yorker Börse noch weiter an. Auf dem Kassaindustriemarkt waren durchwegs Kursaufbefferungen zu bemerken. Privat-Diskont 27/a Prozent.; Anfangs- u. Schlußkurse. Oesll Kredit.... 209.50 208.37 Deutsche Bank . . . 210.65 210.62 Darmstädter Bank . . 136.25 136.25 Bochumer Guß . . . 173.90 173.62 Harpener Bergbau . . 179.90 180.00 Schluß-Tendenz: ziemlich fest. — Fremdsprachliche Warenzeichen. Die Handelskammer in Offenbach a. M. äußerte sich über die Frage betr. Anmeldung von Warenzeichen fremdsprachlichen Charakters für Tabakfabrikate dahin, daß sie den Gebrauch fremdsprachlicher Phantasieworte als Warenzeichen und deren Eintragung in die Schutzliste des Kaiserl. Patentamtes für zulässig, keineswegs aber für unlauter erachtet. Dagegen hat die Handelskammer es als angezeigt bezeichnet, daß jedes fremdsprachliche Wort zurückgewiesen werde, welches durch Firmenbezeichnungszusätze oder durch die Beifügung von Vornamen re. den Eindruck von Firmenbezeichnungen machen oder vermöge seiner sprachlichen Bildung im Verkehr als Personennamen aufgefaßt werden, sowie dadurch über die Herkunft der Waren täuschen könnte. Reichsbank. Am 27. Juli wird in Limbach (Sachsen) eine von der Reichsbankstelle in Chemnitz abhängige Reichsbank- nebenftelle mit Kaffeneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Märkte. Limburg a. d. L., 16. Juni. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Matter. Roter Weizen 14.10 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 11.16 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 6.90 All., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 6. Sonntag nach Trinitatis, den 19. Juli. Kollekte für die evangelische Gemeinde Viernheim. Gottesdienst Ju der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Scheune mann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Markusgemeinde. Vormittags 91/» Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Ju der Johauueskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Vormittags 978 UhrPfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Die Versammlung und Bibelbesprechung im Könfirmanden- saale der Johanneskirche fällt diesmal aus. Katholische Gemeinde. Samstag, den 18. Juli 1903. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenhell zur hl. Beichte. Sonntag, den 19. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6 7» Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. Vormittags um 9 V2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2ya Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalifche Bruderschafts-Andacht. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Samstag, d e n 18. I u l i 1903. Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Schrifterklärung. Sabbathausgang 9.15 Uhr. Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben nnberücksichtigt.) Ein treuer Abounent. Fahrpreisermäßigung bis zu 50 pCt. des gewöhnlichen Fahrpreises wird nur für 1. bis 3. Wagenklasie gewährt. Die Fahrt ist in Personenzüben ans^u- führen und es müffen mindestens 30 Fahrkarten hierzu gelost werden. Der Fahrpreis Gießen—Frankfurt a. M. beträgt in diesem Falle für 3. Klasse und einfache Fahrt pro Person 1,35 Mk., für Hin- und Rückfahrt 2,70 Mk. Antrag ist rechtzeitig bei der Abgangsstation zu stellen. Schiffsnachrichten. Norddeutsch er Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 15. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben - Schnellpostdampfer „Kaiser Wilhelm II.", Kapt. D. Högemann, vom Norddeutschen Lloyo in Bremen, ist gestern 10 Uhr vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 15. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Königin Luise", Kapt. O. Volger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 9 Uhr vormittags wohlbehalten in New-York angekommen. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 17. Juli. Auf dem Tegeler See kollidierte ein mit vier Personen besetztes Stoot mit einem Dampiser der Spandauer Dampfschiffcchrts-Gesellschaft. Das Bvot wurde über fahren und'versank in den Fluten und die Insassen kämpften mit den Wellen, konnten aber gerettet werden. — Eine Versammlung der Kleingewerbetreibenden, die gegen den 8 UhEadenschluß Stellung nahm, verlief sehr lebhaft und mußte vom Vorsitzenden aufgelöst weroen. Vor der Tür kam es zu erregten Auseinandersetzungen und Beleidigungen, die ihr Nachspiel vor Gericht haben dürften. — In einem Tors im Kreise Osthavelland feuerte der Zimmermann Schlusin, ein Witwer mit sieben Kindern, auf seine Nichte, die ihm nach dem Tode seiner Frau den Haushalt geführt hatte, seine Heirats-Anträge aber ablehnte, drei Revolverschüsse, durch die das Mädchen anscheinend tätlich verletzt wurde. Ter Täter wurde verhaftet.' Leipzig, 17. Juli. Das Schwurgericht verurteilte den Privatier Friedrich, Besitzer großer Grundstücke und,' eines Vermögens von einer halben Million, wegen zwiefachen Meineides, schwerer Urkundenfälschung unö versuchten Betruges zu 6 Jcchren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. L. London, 17. Juli. König Eduard ließ durch einen seiner Sekretäre aus eine Anfrage von Marineoffizieren mitteilen, er würde sich fteuen, wenn allgemein bekannt würde, daß er sich'gen au so hochgeehrt fühle, wenn sein Wohl mit Wasser getrunken würde, als wenn es mit Wein getrunken wird. London, 17. Juli. Das Gerücht von der Besitzergreifung von 2 0 klein en, En g land gehörigen In s eln in der Nähe von Borneo durch amerikanische Kriegsschiffe wird durch Depeschen aus Washington dahin richtig gestellt, daß es sich lediglich darum handle, daß der kommandierende General der Armee auf den Philippinen eine größere und 14 kleine zu der Kagayan-Sulu-Gruppe zu rechnende Inseln, die durch den Vertrag von Paris durch Kauf von Spanien an Amerika übergegangen waren, nunmehr durch Flaggenhissung formell namens der Union in Besitz genommen hat. Paris, 17. Juli. Zwei Zeugen, die in dem Grb> s ch aftspr ozeß Ban d erdilt-Fair falsche Aussagen gemacht haben sollen, wurden hier verhaftet. Es handelt sich um einen Automob ilun fall, durch den im August vorigen Jahres das Ehepaar Fair ums Leben kam. Durch den Prozeß sollten auf Grund der Festffellung, welcher der beiden Gatten zuerst getötet wurde, die'Erbfchastsansprüche der Familien Fair und Vanderbilt enffchiedw werden. Rom, 17. Juli. Um Mitternacht stellte sich eine lebhafte Nierentätigkeit und infolgedessen'eine große Erleichterung des Wgemeinbefindens des Papstes ein. Es verlautet, daß trotz Leugnens der Aerzte^ dennoch die dr i tt e Oper atio n vorgenommen wurde. Bei der'Entdeckung von neuer Pleurw-Flüffigkeit war der Papst tief niedergeschlagen und vergebens suchten ihn die Aerzte zu beruhigen. Später wurde der Kränke von Krämpfen befallen. Er klagte und stöhnte, bis er auf den Polsterstuhl gehoben wurde, wo er sich etwas besser fühlte. —' Angesichts per Ereignisse im Vatikan trafen die Behörden die Bestimmung, daß sofort nach Bekanntwerden des Todes des Papstes der Petersplatz durch Militär abgesperrt wird. Außerdem werden Truppen bereit gehalten, um ev. die Polizei zu unterstützen und Reiter-Patrouillen werden das ganze vatikanische Viertel durchstreifen. Nach dem Tode des Papstes wird niemand in den Vatikan eingelassen, der nicht eine vom Kamerlengo ausgestellte Erlaubniskarte besitzt. Rom, 17. Juli. Um 4 Uhr morgens war das Befinden des Papstes stationär. Durch die schwache Zunahme der Nierentätigkeit ist die Nacht verhältnismäßig ruhig verlaufen. Der pathologische Prozeß bleibt trotzdem sehr ernst. — Zwischen dem heiligen Stuhl und der politischen Behörde wurde die Vereinbarung getroffen, daß nach dem Ableben des Papstes der Staatstelegraph> auf zwei Stunden dem heiligen Stuhle ausschließlich zur Verfügung gestellt wird, damit zunächst alle Staatsoberhäupter, die fremden Kardinäle und die ErMschöse von dem Ableben des Papstes in Kenntnis gesetzt werden können. — Wie verlautet, haben sich die Gruppen Rampolla, Gotti und Agliardi wegen der Wahl Göttis zuM Papst geeinigt. Sollte Gotti gewählt werden, dann werde Agliardi Staatssekretär und Rampolla Präsekt des Propaganda side. Athen, 17. Juli. Die Zeitung „Neon Asty" meldet, die Hochzeit des Prinzen AndreasvonGriechenland mit der Prinzessin Alice von Battenberg findet Ende Au gu st in Darm sta d t statt. (Bgl. unsere heutige Lokal-Nachricht über die Kaiserbegegnung.) Krakau, 17. Juli. Im Kurorte Zakapane wurde nachts der Gutsbesitzer Zermak von dem Liebhaber seiner Frau im Walde meuchlings er- mordet. Dem geflüchteten Mörder ist man auf der Spur. Telephonischer Kursbericht* Frankfurt a. JJU. 17. Juli 1903. 372% Reichsanleihe . , 102.65 3% do. ... 91.40 37,% Konsole .... 102.25 3% do......91.45 372% Hessen .... 101.20 37a % Oberhessen . . . 100.00 4-6 Oesterr. Goldrente . . 103.05 476% Oesterr. Silberrente 101.10 4% Ungar. Goldrente, . . 101.85 4% Italien. Rente . . . 103.30 4%96 Portugiesen . . . 99.40 8% Portugiesen. . . . . 31.10 1-6 0. Türken .... 34 05 Türkenlose ...... 131.00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.00 47,56 äussere Argentiner —.— 3% Mexikaner .... 27.00 4%% Chinesen .... 82.05 Electric. 8ohuckert ... 90.50 Nordd. Lloyd . . . . 99.45 Kreditaktien ..... 208.80 Diskonto-Kommandit * . 187.10 Darmstädter Bank . . . 136.90 Dresdener Bank .... 147.40 Berliner Handelsges, . . 154.00 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.70 Lombarden.....18.00 Gotthardbahn.....192.00 Laurabütte ...... 216.00 Bochum ...... 173.90 Harpener......180.50 Tendenz: fest. ll. ,u,v-rkE^dw.gHplatz^,,IIL »“»>«» ridltUMfl, zu S«» Mk., HCL zu Mk. 1. Eementröhrenliefentng ♦ uns 5588 5136 Vor den bevorstehenden SOBWroid*I*©iSCIl unt 5535 an die Exp. d. Bl. erb. 6 Mk. empfiehlt (5601 Teleph.235. J.Weisel, Sonnenslr.6. ihinfCH'lndje I '•— ■. Zu vermieden Mrekgeluche Offene S’trllcii Zu uerkaufen Stkllen-Gesnche Verschiedenes Ein heller 898.— 200.— Kamerad Meyer, Brandplatz. Anzug: Tuchrock und Helm. Rauchfleisch mit dicke« Bohnen. Mk. 10 000 , 20 000 , 30 000 5598 Der Vorstand. Kartoffeln! Prima Speise-- und Salat- Kartoffeln, per Etr. 5,50 bis eine 2-Zmuner-Wohnung nut ad- geschloßenem Korridor und allem Zubehör zu vermieten Marburgerstraße 27. Für Samen! i . Gesichts- und Armhaare rc. werden beseitigt in memqen Minuten. Garantiert unschädlich. Näheres A. Welz, Seltersweg 6. Zu dem am Sonntag Nach- mittag stattfindenden Festzug des Schützen-Vereins ersuchen mir unsere Kameraden, sich zahlreich zu beteiligen. Ailtreteii nachnilttags 2 Uhr am Turmhaus am Brand. (5596 Uniform: Tuchrock und Helm. Dav Kommando. und eine kleinere -n 300 Mk. gleich oder spater zu vermieten 8 Schottstraße 7. Wir ersuchen unsere verehrlichen Mitglieder, an dem Fest-Kommers des Schützenvereins morgen, Samstag abend Sl/2 Uhr, im Neuen Saalbau, sowie am Festzug Sonntag den 19. d. Mts., nachmittags 21/, Uhr, LLch, den 16. Juli 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Sich. Heller. Zur Anfertigung °on Prima Ziegelsteine (Feldbrand) haben "och Unter- reichnete zu verkaufen. Dieselben filmten auch «ngesahrm w°rk°n. J973] Birkenstock & Schneider. Bekanntmachung. In der Gemeinde Garbenheim ist die Herstellung einer Cementrohrleitung,veranschlagt für 2700 Mark, zu vergeben. Der Kostenanschlag liegt aus dem hiesigen Bürgermeister- Amte zur Einsicht offen und sind Angebote bis zum 1. August er. an mich einzureichen. (5587 Krofdorf, den 14. Juli 1903. Der Bürgermeister: Lichtenthaeler. Coupon-Pollcen über Mk. 5 000 , 10 000 , 15 000 Mk. 5.— , io.- , 15.- Abmarsch nach Wieseck Sonntag d. 19. d.M. nachmittags 1 Uhr vom Walltor Ecke Ostanlagc- Marburgerstraße aus. (5600 Zahnbürsten /owie Frisier- u. Kleiderbürsten unter Garantie der größten Haltbarkeit empfiehlt billigst (5583 H. Tichy, Seltersweg 43, Ecke der Goethestraße. ÄLW Bühl. iJimmtr mit Kaffee und Bedienung. Offerten nebst Preisangabe unt. 03399 an die Expedition d. Bl. Gießener Radfahrer-Perein 1885 Kunstverein. Sic Gemälde- mid kunstgewerbliche Ausstellung im Turmhaus am Brand ist nur noch bis zum Sonutag dem 19. d. Mts. geöffnet. Der Borstand. P u m p e n in halr- und Eisrnkonstrnktion empfiehlt sich 5584 Carl Germer in SeHelhem Garantie für guten Gang und höchste Leistung. Zleparatnrea gut und öilkig.- Ais Sprachlehrer hält sich bestens empfohlen (03396 Carl Mohr, Bankbeamter in Lollar. 03403) Kl. Mineralw.-Apparat abzugeben Westanlage 25. Caf6 Ebel. Heute abend 4910 Maurer können eintreten bei 5556 Birkenstock & Schneider. ?Frem.EMWFrmmIil Unsere verehrlichen Mitglieder werden gebeten, an dem Fest-Kommers des Schützenvereins morgen, Samstag abend S1/2 Uhr, im Neuen Saalbau, sowie auch an dem Festzuge am Sonntag nachmittag sich recht zahlreich beteiligen zu wollen. ,x Aufstellung zum Festzuge um IV2 Uhr nachmrttags bei Kalk- otÜ Marmwerke, IaHsziezclei Ane. Gabriel jr., Gießen. 676 »afienWitation. Bab°-«s»lüsse. Werke: Abcndst-r». 03409) Reue Kartoffeln und Johannisbeeren verkauft Gg. Unverzagt. 5585) Schöne 4°Zim.-Wohng. (Mans.) zu verm. Asterweg 52. i] Eine 3-Zimmer- und Zimmer-Wohnung mit ab- Aeleranen-Aerein Gießen. Wir bitten die Kameraden, der Ein- _ . ladung des Schützeu-BereinS Gießen zu seinem 'am Samstag dem 18. Juli, abends 81/, Uhr, tm Neuen Saalban stattfindenden Fest-Kommers recht zahlreich Folg- zu l-ist-n. @onntag bc# gaI. 1903; Abfahrt;n drr Enthüüungsfeirr des Krieger-Denkmals in Friedberg. Moracns 8.02 Uhr: Absahrt derjenigen Kameraden, die tm I. Jäger-Bataillon gedient haben. Mittags 12.05 Uhr: Abfahrt der Kameraden zur Beteiligung an der Enthüllungsfeier. Diejenigen Kameraden, die nicht nach Friedberg gehen, werdrn gebeten, sich am BeztrkSfest in Wieseck zu beteiligen. 5590 Der Vorstand. $tra(hna m Aaterialliescmg. Zur Kanalisicnnrg der Stadt Sich sollen nachstehende Licscrunaen im SubmisstonSwege vergeben werden: ' y veranschlagt zu lästige Maurer finden fof. Beschäftigung bei (5580 Reifing & Ziggel, Baugeschäft in Marburg. 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