'«'luiil, juin ittu. x*i Primauer- unö tuu'UQümtii, foivit iuu in muiloe und allen hoher« ■■ Maihkmattjche 'uug |ur titimtitr uuuz Asprrauiru. i des ttoiiuiiti'-öe- 2V. April. |2öä2 Ji. Elia« ^“^•McbÄh « * Mni oött WZ nS.?Ul,i)enV^h6 >eiuiuchi>ur^Lemistu L MOV. Darmstadl,Lli!lslr.IL iftr. reichh. Katalog üb. i($5i6ar|5«lli((u.pal. ,iow. üb. uutrtiianit u. Kocher ver>end.aii'c.r- lii iu Iranlie ?. Krh- cjandgcjch., Äi^tvorz. ’ttioii J. Vogel ch von Ijtuit 8189 'gk N1 Pension ^tr Aeater jtr“ »?ä fffl» „igeS Rädchen, «»* Mule beiww» I* " , derselben cÜed; M'ÜÄdli , ul0 iäjer, U'UK |»s *1^' 1 ilaiiaul^— i R»rl 'W^SnnaW baB jo na">h°'' gc» l°u"' nericf111^.! Je «nci- c am ,Jtüt 8 iuinö K-N . nttl l^e'ta9 nhr. vom ibenien. Cnaien uni« i bie Expediiwn o. Schüler od. EiuSeiuen n heilerer ü*n'"lie «ut* vuoiuigntoBt vv, , Oher cdjultnnucii fw L4 «*s Freitag 17. April 1V03 153. Jahrgang (Erstes Blatt. Nr. S9 • rfdietnt tflflfl 4 auäer Souniaq«. Tem Siebener *hnen Fragen äußern, auch aus den Kreisen gebildeter Haien wird mandjer schätzenswerte Beitrag gelte।erL Die Ueberzcugung, daß unsere Üiechlspslege in nna-tigen Einzel» heuen jodlommciier und mehr nach dem Rechtsgefühl deS Volkes gestaltet werden lann, ist wert verbreitet, und fdon aus diesem Grunde ist die Geheimhaltung der Beratungen immer wieder zu bedauern. Der jüngste Ongen- stand ter Erörterung in der Kommission war die Bereiäig- ung Den Zeugen im Strafprozeß. Wir glauben nicht fehl» zugehen in der Annahme, daß die nad^ruglicbe Vereidigung, tatt des Voreides, eine Mehrheit von Befürwortern gründen hat. GS ist fd>on jetzt Praxis manches Gerichis- vorsitzinden, zunächst den Zeugen darauf auimerljam zu mad-eis, daß die Aussage späterhin durch den Eid zu be» tiäuitfn fei, und daß der Zeuge demgemäß seine Worte genau überlegen soll. Zn vielen Fällen ist der Gerichtshof gar nicht in oer Lage, im voraus llar zu übersehen, ob der Zeuge zu vereidigen ist, oder ob die Vereidigung nach den Vor,d-ijten der Strafprozeßordnung unterbleiben muß, i. B. ki dem Verdad-t der Verhülfe, der Begünstigung re. ES koiimt aber noch ein anderes wichtiges Moment in Betrae-t: die Tatjad-e, daß vor beulfdjen Gerichten zu viel beschweren wird, ist geeignet, der Bedeutung des Eides Abbruch zu tun. Die Kommission hat sich auch damit bc- schajtiit, und es ist die Frage aufgeworfen worden, ob metü lei unerheb.ichen Auslagen von der Vereidigung Abstand zu nehmen sei, ebenso bei offenbar unglaubwürdigen Aussagen. Wir nwdjten beides für einen Fortschritt halten, wenn eS zur Einführung gelangt. Dadurch würde bann auch gleich die Frage, ob Vor- oder Nachcid, am einfachsten zu Gunsten deS letzteren beantwortet. Man hat gejagt, der Zeuge, der unter dem Eindruck des ihm abgenommenen Eides siehe, bleibe sich mehr der Verantwortlichkeit seiner Aussage bewußt. Das ist richtig, aber ebenso zutreffend ist die häufig in unseren GerichLssälen zu machende Beobachtung, daß die Eidesabnahme in gewissem «inne auf den Zeugen lähmend wirkt. Er wird leid/t überängstlich in dem, was er sagt, und wenn sich gar der Staatsanwalt erhebt und dem Zeugen zuru|t: „Sie stehen unter Ihrem Eide!", dann gerat mitunter der Zeuge in den Zustand völliger Hilflosigkeit. Ruhiger und logischer pflegt sich das Zeugenveihör bei dem Racheid zu entiuidcln. Tie Fragen des Vorsitzctiden an den Zeugen wecken nach und nach in diesem Vertrauen und Sicherheit, unb inenn sdzließ- lich der Vorsitzende die Hauptputitte der Aussage kurz zusammenfaßt, so wird dem Zeugen klar, worauf es aii» komnit, und er hat immer noch Gelegenheit, falls er sich mißverstanden glaubt oder sich mißverständlich ausgedrüdt hat, eine Hinzu|ügung zu machen. Man muß mit der nicht selten anzutrefienden Furcht manches Zeugen redjaien, der, vor seiner Aussage vereidigt, bei jedem ihm vorgehaltenen Widerspruch gleich die schiveren Strafen des MeitteideS kommen sieht und durch diese Angst unter Umständen verleitet wird, sid) auf Aenßeiungen „fesizubeißen", um nicht in den schlimmen Verdaust zu geraten. Psya)vlogi|che Bö» obad/tungen und Erwägungen solcher und äljnlidjcr Art sollten mehr in unseren Gerichts,ölen zur Geltung gelangen. Was nun denjenigen Reformpunkt des Skrafred-ts betrifjt, auf den schon so lange die Erwartung gerichtet ist: Die Einführung der Berufung gegen Straf- kammer urteile, so scheint hier die Erfüllung nodj in weitem Felde zu stehen. Die Bundesregierungen sitid unter sich uneinig, weicher Weg am zwedmaßigsten einzu» sd>lagen ist. So geht ein Jahr irach dem an bereu hin. Dem vom ödMi en genaht wegen leidjlerer Vergehen Abgeurteilten steht die Möglichkeit offen, vor einem anderen Gericht Milderung oder Anullierung der Strafe zu erlangen, dem von der Strafkammer Verurteilten, objdjon es sich meist um viel schiverere Ahndungen handelt, bleibt nur das unsichere Mittel der vuwision beim Reichsgericht. Tas ist ja längst als in hohem Mage unzuträglich erkannt worden. Daß trotzdem die Sache nicht vom Fleck rückt, bleibt zu verwundern, nachdem die Vermutung zurückgelviesen worden ist, daß Bedenken über den Kosteiipunlt die Verzögerung erklären könnten. Hccr und Flotte. Berlin, 16. April. Ter Schlägerei zwischen deutschen und äslerreichlschen Soldaten in Peking mißt man hier wenig Bedeutung bei; man ist insofern davon überrascht, als nach allen früheren Nachrichten die deutschen und österreichischen Soldaten sehr harmonierten. Sehr bedauerlich bleibt eS, daß in Gegenwart zahlreicher Chinesen sich solche unerquicklichen Vorgänge abspielten. Aon der deutschen reduzierten ostasiatischen BejatzungSbrigade (Kommandeur Generalmajor von Rohrscheidt in Tientsin) steht das 2. Bataillon des 2. ostasiatischen Infanterie-Regiments (Kommandeur Oberst Petzel) mit Ausnahme der 4. Kompagnie, die in Schanghai garnifonierl, in Peking. Kommandeur unserer Truppen m der chinesischen Hauptstadt ist Major Graf v. Niontgelas, der zugleich Atilitär-Attachö bei der Gesandtschaft in Peking ist. Unsere Truppen in Peking gelten alS musterhaft; Gras AiontgclaS gilt als ein Offizier, der mit Ruhe unb Freundlichkeit und, wenn eS sein muß, auch mit Strenge die Mannschaft in Zucht zu halten versteht. Wie gesagt, eS handelt sich um em beklagenswertes Ereignis, das aber jeglicher Bedeutung ermangelt und Schlüße auf die Disziplin unserer Truppen in keiner Weise gestattet. Volilische Tagesschau. Die deutsche ttronpriozessia macht den Dänen und Engländern viel Kopfzerbrechen, obwohl von ihrer Existenz noch „Niemand nichts weiß'. Jetzt meldet man auS Kopenhagen: „Wie bekannt, gebrauchte Kaiser Wilhelm in feinem Tanktelegramm an König Christian die Worte, er werde sich in der dänischen KönigSfamllie als „ein Sohn im Hause' fühlen. Eigentlich ist es zu verwundern, daß man erst jetzt Veranlassung findet, diese Worte so auSzulegen, wie sie allenfalls ausgelegt werden könnten, nämlich daß eine Famllienverbindung zwischen den Häusern Glücksburg und Hohenzollern beeabsichtigt sei. Diese Auslegung der kaiserlichen Worte hat nun soeben die Kopenhagener Zeitung „Vort Land' öffentlich zu verbreiten sich bemüßigt gefunden. xj)lan wird also gut tun, sich darauf vorzuberelten, daß vor- läufig — bis zum Dementi — wieder einmal mit fürstlichen Heiratsplänen operiert werde. An welche spezielle Verbindung man dabei denkt, kommt vorläufig noch nicht zum Ausdruck. Die meisten sind hier einstweilen geneigt anzunehmen, daß Prinzejfin Thyra von Dänemark, die Tochter deS dänischen Kronprinzenpaares, deutsche Kaiserin werden solle. Den Dänen könnte eine solche Verbindung natürlich sehr recht sein und schon, um endlich die Prinzessin unter die Haube gebracht zu sehen. Wie manchem Prinzen hat man daS arme Mädchen nicht schon zugcdacht!' Es scheint nach unserem Kronprinzen recht energisch „geangelt zu werden.' Feuilleton. Einzigartig illustriertes TierwerL Im Anschluß an die beifällig aufgenommene volkstümliche Völkerkunde von Dr. Kurt Lampert „Die Völker der Erde", die erste Abteilung des großen Sammelwerkes „Die Erde in Einzeldarstellungen", läßt die Teutsck)e Verlagsanstalt (DonnaLe Eduard Hallberger) in Stuttgart als zweite Abteilung eine populäre allgemeine Tierkunde unter dem Titel „Die Tiere der Erde" ersck-cincn, die nach denselben Grundsätzen bearbeitet und illustriert ist. Ter Der» fasser »des Textes, Professor Dr. W. Marshall, ist eutc anerkannte Autorität auf diesem Gebiet, und sein Name leistet Gewähr für den wissenschaftlichen Wert der Darstellung. Zugleich aber ist er ein Meister populärer Dar Stellung im besten Sinne des Wortes, die ein Haupterforder- NiS lilbet für ein Werk, das eine Tierkunde für jedermann jein und in anregender und unterhaltender Weise die Ergebnisse der Forick)ung den weitesten Kreisen Zugänglich machrn fotL Wie schon in den „Soifern der Erde" wurde auch in diesem Werk ein ganz besonderer Wert auf den illustrativen Teil gelegt, der mehr a.s 1003 31luftratwnen, darunter 25 ganzseitige Farbendrucke in vollendeter Wieder- gäbe umfaßt, die sämtlich auf photographischen Abbildungen nach dem Leben beruhen. Es ist dadurch em in der Tat einzig dastehendes Jllustrationsmarerial von ur- kundlicher Treue gewonnen worden, wie es gleich zuverlässig unb naturwahr lein anderes deutsches Werk auf» -uwiisen hat. Zudem sind alle Ausnahmen, soweit es überhaupt möglich war, an Ort und Stelle gemacht wor» den so daß sie mit den Tieren selbst auch b^e Umgebung, in 'bet sie leben unb sich bewegen, zur Darstellung briimen Wort und Bild wirken auf bas glücklichste zu» lammen unb die Unmittelbarkeit und Treue, die keine Zeichnung zu erreichen vermögen, verleihm diesem um- sasscnben Orbis pictu-3 der Tierwelt auch besonderen Wert für den Gelehrten, den Sportsman und nicht zuletzt für den Künstler, zumal den Maler der oft genug auf einem feiner Gemälde ein Tier dazu Zellen ^at, oljne baß |Ijm ein lebenbes Mobell dafür zur Verfügung steht. Jollen Namr- unb Tierfreunden aber wird h^rmtt ein oollötum- liches Prachlwert originellster Art und von bleibendem Derte geboten, das dem unsere Zeit b^h^rrfcheriden Stcebcn nach Erweiterung der naturwissenschasttichen kkenutnisse in muftergdäger Wesie entgegenfommt zaä erscheint zunäu-st, um bie Un|tvaifung jedermann zu ermöglichen, in 5U Lieferungen a uO v,g., bereu erste Acch jede Sortiments- oder Koepormge-Bu^handlulig zur Ar sicht LU erhalten ift Theodor Roosevelt, der Präschcnt der Vereinig» ten Staaten von ddordamecila ift nunmehr aud) in Deutschland als Sd-riftstctter auf den Plan getreten. Unter dem Titel „Amerikanismus" hat Dr. Paul Rachä eine Auswahl feiner Sieben unb Sd>rifteu veröffentlicht, bie soeben im Verlag von Hermann Seemann IKadjfolger zu Leipzig ersd>ienen ist. (Preis Mk. 1,—.) Schon bie Kapitel» uberichristen: Dre Monroe-Lehre, Ter wahre Ametilanis- mus. Der amerilan.|'d>e Zunge, Tas do.le Leben usw. be- iveisen, daß in bem vorliegenden Buch die packendsten Themata zusammengesteilt sind. Präsident Roosevelt behandelt darin Probleme, die für jeden für die moderne Zeitströmung Empfäliglid-en ton Znterejse sein müssen. 9todj nirgends wurden Wejen und Ziele amenkanisd-er Politil so drastisch klargelegt, wie in Präsident Roosevelts „Amerikanismus". Wiesbaden, 16. April. Die hier im Nassauer Hof tagende internationale Konferenz für Tiefseeforschungen wurde unter dem Vorsitz des Fürsten von Monaco eröffnet Sie ist von Geographie-Pro- sefsoren aus Deutjd)land, England, Frankreid), Norwegen und Sck)wcden besucht Die Kommis,ion, weldja in Dem 1899 stattgehabten internationalen Ee^graphenttngreß eingesetzt wurde, verhandelt die spezielle yrage der Erforschung der Tiefen des Weltmeeres. Von der Konferenz wird heute eine für den nächsten internationalen Geographen- kongreß 1904 in Washington bestimmte Karte der Meercs- tiefen angefertigt — Tie Wiesbadener Fe st vo r st e 11 - un gen sind nunmehr wie folgt festgesetzt: 4. Juni „Oberon", 5. Juni „Die weiße Dame", 6. Juni „Tie Afri- kanerin", 7. Juni „Armide", sämtlich in Wiesbadener Neueinrichtung. Der Kaiser wird sämtlichen Vorstellungen bei» wohnen und während der Zett im Wiesbadener Schloß Wohnung nehmen. Berlin, 16. April. Tas Ministerium der Vereinigten Staaten von Amerika l)at der hiesigen Gesellschaft für drahtlose Telegraphie eine Anzahl leidster fahrbarer Feldstationen für Funkentelegraph.e nach dem System von Prof. Braun und Siemens und Halske in Auftrag gegeben. Tie Lieferung muq bereits im Juli dieses Jahres erfolgen. Die 13. Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins findet am L unb 2. Juni in Breslau statt Tie öffentliche Festsitzung ist am 2. Juni, mittags 12 Uhr, in der Aula der Universität Nack) der Begrüßung durch die Behörden halten Fesworträge: Geh. yofrat Prof. Dr. Behaghel- Gießen „Ein Reichsamt für deutsche Sprache" unu Geh. Justizrat Prof. Tr. Tahn-BreSrau „Tie ersten Fremd- Wörter im Germanischen". Prof. Dr. Paul P- ^ch-Berlrn verkündet ein vom Allgemeinen Deutschen Sprack-verein zu erlassendes Preisausschreiben. Wien, 16. April. Das Wiener Vaterland veröffentlicht einen Protest des Bischofs Bauer von Brünn gegen die in Aussicht genommene Aufführung des Stückes „M a ria von Magdal a" von Paul H e y s e. Der Bischof bezeichnet das Stück als ein dem christlichen Bewußtsein AergerniS erregendes und erklärt, an zuständigem Orte wegen der Nichtzulafsung be&jCiben Dorpcllig zu werden. Vom Historiker-Kongreß in Rom wird geschrieben: Außerordentlich zahlreichen Besud)eS erfreuten ich die verschiedenen auf die Erklärung des Forums und der Ausgrabungsergebiiisse bezüglichen Veranstaltungen Bonis, teils im Sollcgio romano, tells an Ort und Stelle im Anblick der klassischen Monumentalzeugen, die Boni aus dem Schutt der Jahrtausende ans Licht gezogen hat. Er entwickelte bie Planimetrie des Forums und des angrenzenden Palatins, deren rampenartig auf steigenden Verbindungsweg der Kongreß am Palmsonntag zu inaugurieren berufen war, besprach und erläuterte durch Protektionsbilder Via Sacra und bie prähistorischen, vielleicht bis ins d. Jahrhunbert vor Ehr. zurüareichenoen Begräbnisstätten, den Kaiserpaiast und S. Ilaria Antiqua usw. Im Zusammenhang mit diesem Thema wird em Vortrag des Gießener Pros. L. Holzapfel besonderes Interesse erwecken. Wie Mommsen gezeigt hat, ist nach der ursprünglichen Ikbcil.efeiung Rom von Romulus allein gegründet unb ihm Remus erst später als Mitregent an die Seite gestellt worden, um das Toppelregirnent der beiden Konsuln an eine alte Einrichtung anzuknüpfen. Nach Holz- apfels Ansicht war Rornulus nrdsts anderes als der legenbarifdje Stammvater der gens Romul^r oder Romilia. Tteses Geschlecht muß ein hohes Ansehen genossen haben, benn die nach ihm benannte Tribus Romulia nahm in der Reihenfolge der 31 ländlichen Tribus die erste Stelle ein. Ta em Geschlecht einen Einfluß auf die Gestaltung der Ueberlieferung nur in einer Zeit ausgeübt haben lann, da es selbst eine hervorragende Stellung entnahm, so muß die Tradition, welche den Stammvater der Romulii zum Gründer der Staot machte, spätestens im 5. Jahrhundert d. Chr. entstanden sein. Von der Prinzessin Luise von Toskana erscheinen demnach,t im Verlag von $yrmann Seemann Nachfolger zu Leipzig zwei Musikstücke, jie einen seltsamen Ein- blict in das Eefählsleben dieser F.au gestatten. Tie eine dieser Komposition ist eir *b mit bem Titel „Tu allein", die anuete Hompoiition ist em „dapric^elto" für ftiaoier zu zwei Händen, bejm schwermütig walzerartige Weise an ungar.s^e Musik anklingt. drücklich gi Zustand, d sucht nach DcS werden, den etwa austretenden Wünschen des Auslandes Zollfreiheit der Gerbmaterialien stattzugeben. rchle der- industrie in St. LouiS nicht oder nur sehr wenig vertreten sein. Wiesbaden, 16. April. Erbprinz und drb - Prinzessin zu Wied sind mit ihren Kindern zum B«iche der seit längerer Zeit zur Kur hier weilenden fürstlichen Estern eingetroffen, während der König von Württemberg in den nächsten Tagen hier erwartet wird. — Der Fürst >on Monaco ist heute nach Paris abgereist. Kleine Mitteilungen aus Hessen und len Nachbarstaaten. AuS Mainz wird gemeldet: Irin verheirateter Frankfurter Kaufmann geriet in der vergangenen Nacht in einer hiesigen Animierkneipe mit dem Wlrtt in Differenzen. Letzterer zog einen Revolver und schoß |?cn Kaufmann in die Brust. Dieser kam ins RochuShoSpital, iwo ihm ein Verband angelegt wurde. Trotz AbratenS des ArüeS bestand der Verletzte darauf, noch in der Nacht nach Hchise zu fahren. — Die 26 Jahre alte ledige Rosa Kay ion Frankfurt a. TL, deren Eltern Wolfgangstraße 123 wohiln, hat sich am Donnerstag entfernt und vom Bahnhofe au5 einen Brief nach Hause geschrieben, in dem sie mittelst, daß sie sich ein Leid antun wolle. Die Verschwundene trägt graueS Kleid und ebensolchen Pilletot, ihre Wäsche ist ü. K man auch kurz die Frage der Beschickung der WeltauSstegung in St. Louis. Eine Stimmung für die Beschickung sich nicht geltend. Demnach dürfte die deutsche Aus Stad! uni) &nül. Gießen, 17. April 1903. ** Personalien. Se. Kol. H. der Großherzog haben den Hoflakai Dern zum Hofkammerdiener ernannt. — Dem Präsidenten der Königl. Preußischen und Großh. Hessischen Eisenbahndirektion Mainz, Breitend ach, wurde die Krone zum Komturkreuz 2 Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. e* Stadttheater. TaS Operetten - Ensemble hatte gestern abend mit dem .Zigeunerbaron* einen großen Erfolg. Welche prächtige Musik hat Strauß doch in diesem Werke geschaffen! Exakt und freudig wurde sie oon der lebensvollen Handlung getragen, der ein weicher, roukntischer Zug nicht fehlt. Wie die Musik keck und leicht sich emporschwingt, so ist die Operette im ganzen auf einen he glichen, liebenswürdigen Ton gestimmt. Wir hatten auch wieder unsere Freude an dem flotten Spiel unserer Kunsl^gäste. Zsupan, der Schweinefürst, von Herrn Bruck dargesle^t, er- schien in einer vorzüglichen Maske. Es war gut, Hß der Darsteller den dicken Polterer nicht übertrieben gal, denn diese Figur muß hübsch im Rahmen des Ganzen bleilxn und darf einer gewissen Vornehmheit nicht entbehren. Tlan sah mit Genuß, wie sicher und rechtzeitig er sich immcr dann zurückzog, wenn cs galt, die Musik nicht zu beeinträchtigen. Herr Sommer als Zigeunerbaron gefiel in dem sicheren und ruhigen Ansatz seines wohllautenden Tenors. Fräulein Stöger gab eine reizende Safsi und, was die Stimme anlangt, eine recht hübsche Leistung. An Anerkennung hat es ihr im Auditorium auch nicht gefehlt. Auch Frl. Bartl hat recht beifallswert ihre Arsena gestellt. Von den übrigen Mitwirkenden ist zu sagen, daß ihr Zusammenspiel gut ge,ringen ist. Regie und Orchester ließen nichts zu wünschen übrig. Leider war das Theater nicht so stark besucht, wie eS das chöne Spiel verdient hätte. weiteren wurde beschloffen, die zuständigen behördlichen < ellen < u ersuchen, daß jedeSmal, ehe Maßnahmen oder Belehr ngen zur Verhütung von Milzbrand-Erkrankunge^ an Menschen und Tieren erlaffen werden, Vertreter der Zentralvereins, der bereits seit Jahren zur Verhütung icser Krankheit mitgcwirkt hat, gehört werden. Schließlich erö tecte Sommer stellte den Zuhörern eine interessante Kranke mit Stirnnahtverknöcherung vor, woran er das äußere AussHen solcher Kranken und ihre Lebensweise demonstrierte. Daß die Kranke 28 Jahre alt war, war ihr nicht anzusehen. In solchen Fallen darf man nid^t mit abstrakten Methoden an die Leidenden herantreten, sondern muß vielmehr die ihnen möglichen mechanischen Reihen pflegen. Zuletzt besprach Prof. Sommer, freilick wegen der oorangerücklen Zeit nur kurz, die für die Scyulc so bedeutsame Krankheit der Epilepsie. Gerade mit ihr muß die ärztliche Wissenschaft nun vorankommen, nachdem wichtige Vorarbeiten schon geschehen sind. Leider war e5 bisher nur Privatneigung der Aerzte, sich mit solchen Leidenden zu beschäftigen, denn obligatorisch wurde im Examen nichts davon oerlangL Tas wird hoffentlich anders werden, indem die auf diesem Gebiete gezeitigten Feststellungen zu eingehenderem Studium dieser Krankheit auffordern. Somit war der Vortragende zum Schluß gekommen. Er dankte den Erschienenen für das seiner Einladung entgegengebrachte Interesse, worauf Schulrat Dr. Wehr- Hahn-Hannover im Namen des Hilssschulverbandes für die interessanten Ausführungen seinen Tank aussprach Darauf verließen die Gäste die Klinik, in der sie durch die populären Ausführungen des Prof. Sommer, die übrigens auch durch zahlreiche photographische Abbildungen unterstützt wurden, so interessante als nützliche Studien gemacht hatten. ungen auf die Bauart und die Anlage der Wohnräume eines Krankenhauses besondere Fürsorge verwandt werden müsse. Es ist das Prinzip der Differenzierung hier nachdrücklich oeboten. Tie Kranken bedürfen, je nach ihrem Zustand, Der individuellen Wohnung. Dafür erscheint ein einziges, zentralisiertes System der ganzen Klinikanlage nicht geeignet. Außerdem erfordert der Zustand des Kranken nicht Abscheidung von der Außenwelt, sondern im Gegenteil die Rückführung zur normalen Lebenslage. Darum ist unsere psychiatrische Klinik der Stufenfolge der Krankheiten eittsprechend 'in mehreren Abteilungen eingerichtet, wovon die Ausstattung jeder einzelnen für sich oer Angewöhnung der Kranken an normale Verhältnisse dienen soll. Den Leichterkrankten sind einfache Wohnhäuser bestimmt, während zur Versorgung der schwerer Kranken eine entsprechende UeberwaHuugsoiszcplin vorgesehen ist. Allerdings entstehen dabei vrelfättigere Aufwenvungen und Ausgaben als bei einer Zentralisation der Räumlichkeiten. Allein das muß man im Interesse der Kranken mit in des Auslandes, wie Häuteausfuhrzölle, Reiscndcn-BestetSrung u. s. w., beseitigt und die verbündeten Regierungen Kirche und Schule. Debet Kurzsichtigkeit geringen Grades bei den Schulkindern, ihre Ursache und ihre Bedeutung macht Prof. Dr. P. Silex in dem kürzlich erschienenen Bericht der städtischen Waisenverwaltung zu Berlin für 1901 einige allgemeine Bemerkungen, die wir, ohne in der ©adje selbst Stellung zu nehmen, hier wiedergeben wollen. Prof. Silex hat nämlich festgestellt, daß in dem Berichtsjahr 1901/02 von 264 ihm zugeführten Zöglingen des Rummelsburger Waisenhauses 9, also 3,4 Prozent kurzsichtig waren, und schreibt dazu: „Die Kurzsichtigkeit kann in ihrem Prozentsätze von 3,4 bei einer Elementarschule etwas hoch erscheinen, doch ist diese Zahl vom praktischen Gesichtspunkte aus von [einer Bedeutung. Don den 18 Augen hatten nämlich 12 eine sehr gute Sehschärfe und hatten nur die geringsten Grade der Kurzsichtigkeit. Darüber, ob man die Träger solcher Individuen bedauern soll ober nicht, gehen die Ansichten sehr auseinander. Ich für meinen Teil mache kein Aufhebens davon und stimme nicht in den Chorus aller derjenigen, die deswegen die Lehrpläne reformieren und die Schulhäuser niederreißen wollen. Für sehr viele Berufsarten sind solche Augen besonders gut und bieten Vorteile für das Leben, die ganz besonders von den vierziger Jahren ab hervortreten. Und ob die Schule an diesen geringen Graden • der Kurzsichtigkeit Schuld trägt, ist nicht bewiesen. Mir will es steinen, daß, worauf immer zu wenig hingewiesen wird, die Häuslichkeit mehr sündigt als die Schule. Wie schlecht sind dort im allgemeinen die Arbeitsplätze beleuchtet, wie groß ist dort die Zahl der Kinder, die im Dämmerlicht hinter der Gardine die Jndianergeschichten und die Romane verschlingen! Und was für eine Unsumme von Handarbeiten, die die Schule garnicht verlangt, verrichten die Mädchen zu Hause, nur um das Wohlwollen der Tanten und Großmütter zu erlangen. Die wenigen Handarbeitsstunden in der Schule richten wohl kein Auge zu Grunde. Natürlich schaden sie dann, wenn die Kinder an sogenannter Kurzsichtigkeit leiden, und wenn die Augen hereditär belastet ober gar krank sind. Bei der Beurteilung dieser Fragen muß der Schularzt gehört werden, dem mit Vorteil, da heute niemand mehr alle Zweige der Medittn beherrschen kann, ein spezialärztlicher Beirat zu gewähren sein dürste." Ale Kilssschuttagung. ii Mainz, den 15. April 1903. Heute morgen begann die Hauptversammlung des 4. Verbandstages der Hilfsschulen Deutschlands. In feiner Begrüßungsrede gab der .Vorsitzende Stadtschulrat Dr. Wehrhahn-Hann-over einen kurzen Ueberblick über die überaus rasche Entwicklung des Hilfsschulwesens in den letzten Jahren Während im Gründungsjahre des Verbandes 1898 in 52 deutschen Städten Hilfsschulen bestanden mit 4300 Kindern, sind gegenwärtig 174 solche Schulen vorhanden in 147 deutschen Städten mit ca. 15 000 Kindern. Die Zahl der letzteren hat sich seit 1898 etwa vervierfacht. Trotzdem entbehren noch immer viele tausende schwach- befähigter Kinder eines für sie geeigneten Unterrichts, sodaß noch immer viele Arbeit auf dem Gebiete der Verbreitung der Hilfsschulen zu leisten ist. Die Versammlung wurde begrüßt im Namen der Hessischen Negierung durch Oberschulrat Dr. Scheuermann, durch Den ersten Beigeordneten Dr. Schmidt im Namen der Stadt Mainz, durch Kreisschulinspektor Dr. Zang im Namen des Ortsausschusses und der Lehrerschaft. Nach Bestätigung der Beschlüsse der Borversammlung hielt Hilssschulleiter Telitsch^Plauen einen Vortrag über „bas schwach begabt e Kind im Hause und in der Schule". Redner schildert, wie die Erscheinungen der Schwachbefähigung allmählich in den ersten Lebensjahren in Aussehen und Verhallen der Kinder hervortreten, die Gefühle, mit denen die Eltern ihr Heranwachsen begleiten, die Beurteilung, welche sie bei ihrer Umgebung finden und bereu Verhalten gegen sie. Die Stellung, welche in der öffentlichen Volksschule Lehrer und Mitschüler zu ihnen einnehmen. Er betont und begründet die 97ocl> wendigkeit der Hilfsschulen, in welche die Schwachbegabten nur nach voraufgegangener pädagogischer und ärztlicher Prüfung Aufnahme finden sollen, legt dar, wie eine solche zweckmäßig ctttzurichtcn ist und welche besonderen Aufgaben dem Hilssschullehrer obliegen und fordert Einrichtungen für Ausbildung und Fortbildung der letzteren. Als zweider Redner berichtet Oberomtsrichtet Nolte- Braunschweig über „Die Berücksichtigung der Schwachsinnigen im bürgerlichen Recht des Deutschen Reiches". Redner hch zugleich! verwandte Gebiete, vor allem die Zivilprozeßordnung mit heran- gezogen und bietet in seinem Bortrage eine Zusammen- stellung und Erläuterung des hier in Betracht kommenden sehr reichen Ntttterials mit Bezug auf Die verschiedenen Seiten der Betätigung des Individuums im öffentlichen und privaten Leben, z. B. Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Entmündigung, Eheschließung, Fürsorge in Ausübung der elterlichen Gewalt, durch Vormundschaft und Pflegschaft. Des weiteren sand eine Beratung über auf einem früheren Verbandstagc vom Hauptlehrer Kielhorn-Braun- schweig vorgelegte Leitsätze statt, welche allgemeine unterrichtliche Gesichtspunkte und den Stundenplan der Hilfsschule betreffen. Den Schlußvortrag hielt Hauptlehrer Mayer-Mannheim über den Sachunterrichi in der Hilfsschule. Als Versammlungsort für den nächsten Verbandstag wurde Bremen in Aussicht genommen. Nach Beendigung der Verhandlungen fand ein gemeinsames Essen, nachher eine Besichtigung des Tomes und am Abend ein Konzert statt, gegeben von fünf GesangSvereinen der Stadt Mainz unter Mitwirkung mehrerer Solisten Kauf nehmen. Separierung, nicht Isolierung, muß man anstreben. Dem entsprecheild Haven die Soaderzugäuge zu den Garten-Anlagen, toie sie hier vorhanden sind, besondere Vorzüge. Jeder Teck der Anstalten ist von Wegen zugänglich, und beim Aufenthalt Der Kranken in den Anlagen vereinfacht sich der lleberwcm.)ungsoienst insofern, als man von Den Fenstern der einzelnen Gebäude Die Kranken leichter beobachten kann. Interessant war das Alodell eines Wachsaales, Das im Hörsaar aufgestellt war und von Pros. Sommer erklärt wurde. Da jeoer solcher Saal in Verbindung sttht mit einer Ncbenwacye uno Diefe wiederum mit der ärztlichen Aussicht im oberen Stock, |o erforderte diese Anlage allerdings auch vermehrte Auslagen, die aber im Interesse der Krankenpflege sich reichlich lohnen. — Im Anschluß 'an diese Enaurerungen erfolgte unter Führung von Prof. Sommer der Lurchgang Der Anwesenden durch die bäium lichtesten der Klstnk. Alle zeichnen sich durch Zweckmäßigkeit und Sauberkett aus. Ueberall fanden wir praktische Vorrichtungen, die die Tätigkeit der Aerzte und Der Bediensteten technisch erleichtern. Die Betten der Kranken werden durch Klappen an beiden Seilen in guter Lage erhalten, was bei dem unruhigen Zustand der Kranken von Wichttgkeit ist. Alle Betten sind auf Rollen leicht in die ärztlichen Unter- suchungsräume zu verbringen, so daß dadurch den Leidenden Aufregung und körperliche Anstrengung erspart bleibt. Tie ©artenanlagen find auf das Sorgfältigste gepflegt, und e ntsprechen ganz den Anforderungen, die geraoe diese Arten der menschlichen Krankbeiten in dieser Beziehung stellen. So wird denn wohl jeoer Besucher der psychiatri- schen Klinik den Eindruck gewonnen haben, daß sie in ihren Einrichtungen bis in alle Einzelheiten wohl durchdacht ist und geradezu muftergiltig genannt werden kann. — Ter Vortrag, der nun nach Dem Rundgang über das angegebene Thema folgte, war auch sehr lehrreich Prof. Sommer begann mit dem Hinweis auf die mannigfachen Variationen im Zustand schwachsinniger Kinder. Man beobachtet eine Gruppe verschiedener Symptome; nichts Einheitliches liegt da vor. Es erhebt sich nun vor allem die Frage: Wie entstehen diese Symptome? Tenn es ist festzuhalten, daß sie Endprodukte, nicht primäre Erscheinungen sind. Wenn man sich fragt, auf welche Weise die verschiedenen Formen der Krankheiten entstehen, dann kommt man der Sache auf den Grund. Auch in gradueller Hinsicht verzeichnet man die mannigfaltigsten Schwankungen und Abstufungen, zu deren Beurteilung pathologische und psychologische Erfahrungen in gleicher Weise zu Rate zu ziehen find. Bei der Unsumme von Uebergangserschein- ungen ist es häufig gar nickt leicht, gleich das Richtige zu treffen. Man muß ausgehen von den Hauptkategorien der idiotischen Zustände. Prof. Sommer ging sie der Reihe nach durch und kam zuerst auf den Hydrocephalus zu sprechen. Photogrcrphiscke Abbildungen erleichterten den Zuhörern das Verstänonis. Ursache der Krankheit ist ein Vorgang im Innern des Gehirns, wo sich Wasser an- ammelt, wodurch Gehirn und Schädel räumlich sich vergrößern. Schon gleich beim ersten Anblick erkennt man daher die Krankheit. Der Druck, der durch die Wasseransammlung entsteht, richtet sich häufig iiadj unten, wodurch )ann in der Regel die Augenhöhlen verkleinert werden. Cs ist klar, daß solche Kranke vor jeder äußeren Erschütterung ganz bewahrt werden müssen. Der leiseste Stoß, selbst ein schlecht sitzender Hut, wirken nachteilig. Hydrocephalus ist häufig mit Stirnnahtverknöcherung verbunden, und es entsteht Dann die bekannte Keil form des Kopfes. Durch )ie Krankheit kann Epilepsie und Idiotie produziert werden. Bei den periodisch wechselnden Störungen vom Gehirn aus unterliegt der Zustand der Kranken Schwankungen, die den Arzt oftmals irre leiten. Hydrocephalus braucht nicht notwendig schwere Idiotie zur Folge zu haben. Um solche zu verhindern, muß die Behandlung in der Entstehung der Krankheit einsetzen. Arzt und Lehrer müssen babet zu- ämmenarbeiten. Die seeliscken Konsequenzen können beein- lußt werden. Wenn man erst einmal die wahren Ursacken >er Wasseransammlungen im Kopf gefunden haben wird, wird man mit der ärztlick>en Behairdluna auch größere Fortschritte machen. — Der Gegensatz zu dieser Krankheit ist die Mikr oceph alie, die in zurückliegender Stirn und zu geringem Schädelinhalt ihre Ursache hat. Zu dieser Form der Jdiotte mußte Prof. Sommer sich peflimiftischer äußern. ES besteht hier Differenzierung; einzelne Falle ind zu bessern, andere nicht. — Zum Kretinismus änn man optimistischer urteilen. Früher verstand man mruntcr die große oumme idiotischer Erscheinungen. DaS ist falsch; die Kttuckheit hat ganz bestimmte Kriterien, die ich in der Hautbeschaffenhctt, einer eigentümlicken Schwammigkeit der Weichteile und in Runzeln bemertbar machen. Eingesunkene Nasen finb auch das Kennzeichen dieser Krankheit, die dadurch hervorgerufen wird, daß die Schilddrüse nicht richtig funttioniert und die Gifte des Körpers nicht abführt. Nach drei Seiten äußert sich die Krankheit, nad) Haut, Knochen und Gehirn. Skelettveränderungen hat die Krankheit sehr häufig zur Folge. Mtt der Lebensdauer hat ie wenig zu tun, denn Kretinen können 60 Jahre all werden. Persönliche Einflüsse können auf solche Kranke eine gute Wirkung auöüben. Oft beachtet man das nicht und läßt ie leben wie Verschollene. Eine weitere idiotische fjorm ift Porenkephalie. Sie entsteht dadurch, daß die Hirnschale äußere Eindrückungcn erleidet, wodurch die Hirnläufe zu- fammenaepreßt und beeinttächttgt werden. Hier gilt es ;ie in Betracht kommenden Funktionen nach Möglichkeit zu üben. Wenn motorische Störungen, beispielsweise in der Sprack>c, vorkommen, so muß der Kranke körperlich und geiftig beeinflußt werden, man muß fein Sprachvermögen fördern juchen, um allmählich die Uebelstände zu be- feitigen oder dock zu bessern. — JdivtiefÄle mit morphologischen Abnormiiaien müssen so behandett werden, daß «an nur die den Kranken naherliegerüien Fähigkeiten übt und davou abjieht, Da# Unerreichbare zu uwirun. Prof. Eine KUssschuttagung in der Fsychiatrijchen Klinik. V Gießen, 16. April. Eine stattliche.Anzahl von Teilnehmern am vierten Ver- bändölag der Hilfsschulen Deutschlands, der, wie wir an anderer Stelle meldeten, in Nttnnz tagte, sowie Mitglieder der Gießener medizinischen Gesellschaft und Angehörige dcS Lehrerstand cs waren gestern twrmittag 11 Uhr der Einladung bev Pros. Dr. Sommer in die psychiatrische Klinik gefolgt, um dessen Vortrag über die verschiedenen Formen der Idiotie vom St andpun kte der Therapie und Prophylaxe zu l>ören. Auch einige Damen hatten fick eingefunden. Prof. Sommer hat die von ihm Geladenen mit sehr interessanten und klaren Ausführungen erfreut. Zunächst gab er eine kurze Erörterung über die Einrichtungen der .\Uhttf, um Die Orientierung bei der folgenden Besichtigung ui erleichtern. Sr toue bffwuf gut, da« gerade bri. psychischen Erkrank- •* Zur Darmstädter Künstlerkolonie ist, wie man uns mitteilt, der Zeichner (Eiffau, bekannt durch feine kunstgewerblichen Zeichnungen, berufen worden und hat bereits im mittelsten Saale des Ernst-Ludwig-Haufeä seine Tätigkeit begonnen. Man bezeichnet eß uns als hqch er* erfreulich, daß die Wahl auf diesen vielverheißenden Älnftler gefallen ist. Frankfurt a. M., 15. April. Der die gefangen in die Oeffentlichkeit tretenden Gerbervereinigungen Deutschlands umfaffende Zentralverein der deutschen L der- industrie hielt heute unter dem Vorsitz des Herrn Eugen Coupienne-Mülheim a. d. Ruhr hier seine ordentliche Gtneral- Versammlung ab und nahm Stellung zu der Frage bed Neuregelung der Handelsbeziehungen zum AuSlande. Nach ieinem Vortrag des Generalsekretärs R. Krause-Berlin rour(e betroffen, dahin zu wirken, daß, da die Lederindustrie chw.Thlr.20 Zinnldr.Thtr.10 Matland.FrS.45 do. FrS. 10 Lesterr. st. 100 von 18*4. . Pappenh. st. 7 jlictr.tnger st. 7 Ungar. Staats st. 100 . . Samtener 8. SO 132.— 60- 36.6C 138 40 424.— 37.- 31.30 346.20 MÄQ 130.40 60.90 37.- 139.30 87.30 öl.— 20.80 425.60 36.50 31.30 346.- Orpheum herzoglichen Amtsgericht Gießen _ M lehre, Handelsgeographie mit Warenkunde Mk. 25 Mk. 2. S n 5. 3214 Gießen, den 14. April 1903. 3138 Laliittliittie Giöu-üMbu liefert 8212 Hain äi als « 1903i Gießen, den 15. April 1903. 8201 empfiehlt 932 2961 L 20 20 6 10 Stenographie wiafchinenschreiben (pro Kursus) 8134 Uhr. Aniang des Sommer-Semestern Montag den 20. April. Festsetzung des Stundeuplanes: Montag den 20. April, vormittags 11 Mein Büreaa befindet sich jetzt Bahnhofstraße 64. Dr. Stahl, RchtSamalt Der Besuch der Anstalt befreit vom Besuche der städtischen Fortbildungsschule. zu billigsten Preisen bei günstigsten Zahlungsbedingungen. Einzelne Fuhren können zu jeder Zeit von den Werten bei Großen-Illnden abgeholt auch durch »teure Fuhrwerke angeltejert werden. Inh.: Carl Haas jr. in Glessen Fernsprecher: «alkwerke Nr. 200, Wohnung und Kontor Nr. 282 Bahnanschluß: Station Große».Linde» Grösste Ringofen - Kalkwerke Hessens, gegründet 1867 Sommer- und Winterbetrieb Tägliche Leistungsfähigkeit ca. GO 000 Kilo zusammen II. Für die fakultativen Unterrichtsfächer, deren Stunden abends slattsinden: Alice-Kochschul'e. Der Koch-Kursus Geginnt nm 20. April. Anmeldungen nimmt die Lehrerin Fräulein Nenner in der Schule entgegen. 3152 Spazierstöcke Letzte Neuhellen CassckrSthirmlabrik Giessen 9 Seltersweg 9. 3008 Brüder Schmidt 83 Seltersweg 83. Unterricht im Zllchnen und Unken eon eiumcn, Sliaicbcn, r°»d,ch-,ten uiro., sowie allen tuustgcwervlichcu 9lrbcitcn cnetlt h r Ör«u Ü. Kowarzik. Atelier: Hofmann st raße 4, il. 01735 Bürsten in großer Auswahl, doppelte Buchführung, Korrespondenz, Rechnen, Schönschreiben, Sprachlehre, Rechtschreiben, Wechsel- la. Kolfkn per Zentner frei vor das Haus Mk. 1 ,!_<£♦ [2953 BlllhtNhtllNEltzllWbttgtt Marburgerstraße 22. goufniänniiiije ^adjfdiult Siktzru. (Staatlich anerkannte Unterrichtsanftalt.) Das neue Schuljahr unserer Anstalt beginnt Montag den 20. April, nachmittags l*/2 Uhr, zu welcher Zeit sich alle Schüler in der Schule — Nocdanlage 15 — em- zufinden haben, um Lehr- und Stundenplan, Haus- und Schulordnung und andere Mitteilungen entgegenzunehmen. Anmeldungen neu eintreteilder Schüler werden Freitag den 17. und Samstag den 18. April, nachmittags von 12 bis 1 Uhr, bei unserer Schulleitung — Schilleritcaße 5, 2. Siock — entgegengenommen. . Nach Beginn des Schuljahres werden keine Schüler mehr ausgenommen, außer denieuigen, welche erst nach dem 20. April — sei es von auswärts oder aus ließen selbst — in kaufmännische Geschäfte eintreten. Das Schulgeld beträgt: L Für die obligatorischen Lehrfächer — einfache und doppelte Buchführung, Korrespondenz, Verdingung." Die Lieferung von rd. 780 m Bordsteinen aus Basaltlava für den Ausbau verschiedener Straßen soll Samstag d. 25. April d. I., vormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Arbeitsbeschreibung und Be- dingungen liegen während der Dienststundcn auf unserer Amtsstube zur Einsicht offen. An- geböte auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 15. April 1903. Städtisches Tiefbauamt. Braub ach. 3175 Musik-Schule von Minna Körner Lehrfächer: Musikdiktat oder Touschreiben Pnmavista-Siugen ouer Toulesen Theorie der Musik Elementar-Klavierspiel Höheres Klavierspiel , (Solo, Ensemblespiel, Hebungen im Begleiten). Zn den drei ersten Lehrfächern können auch Schüler, soweit Raum vorhanden, als Hospitanten ausgenommen werden. Sie sollen durch eine vollkommene Elementarvorbildung befähigt werden, jedes Instrument mit wirklich musikalischem Verständnis zu lernen. Kalk- uni) Marmomerke, JauWegtlei Äug. Gabriel Jr., (Siegen. »76 Massen Fabrikation, vahuauschlusie. Werke: Abeudsteru. 1. Für Französisch im ganzen Schuljahr -» r Englisch Friedrich Kühne Ww? Heltervweg 26. la. MariM-WeiMkalk - hßraul. Graußlukkalk sowie Juschneide-Lchranstal't Grunbergcrstrasjc 14 a (Mittelbau). Maßuchmcu, Musterzeichneu, Zufchueideu und Verarbeiten kann sede Lame gründlich erlernen. 2931 LV Der Uursus Ocßinut am 20. April 1903. -3^. l.ina Ü*eiri, geprüft? frhrrrin. 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I in der Nachlaßsache der verstorbenen Glisabetha Mandler von Gießen zuin Rachlaßver- walter bestellt worden bin, fordere ich hiermit alle Diejenigen, welche Nachlaßgegen- stände im Besitz haben oder an den Nachlaß etwas schuldig sind, auf, mir binnen vier Wochen, vom ersten Erscheinen dieser Bekanntmachung an, hiervon Mitteilung zu machen. Gleichzeitig fordere ich die Gläubiger der Verlebten bezw. deren Nachlasses auf, binnen gleicher Frist ihre Forderungen bei mir anzumelden, als sonst solche bei Regulierung deS Nachlasses nicht berücksichtigt werden. 2845 Gießen, den 2. April 1903, I. Bo eck. Bekanntmachung. Betreffend: Die Vertilgung der Ranp^.tnester. Tie Garten- und Feldbesitzer der Gemartung Gießen werden hiermit auigesordert, bi« zum 15. Mai dS. Js. ihre Bäume, Sträucher und Hellen von den Raupennesiern zu reinigen. Diejenigen, weiche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen m die in § 368 des ReichsflrafgesetzbuchS befummle Geld- oder vaftfkrafe. Außerdem wird die Beruignng der Raupennester aus Kosten des Säumigen angeordnet iverdcn. Gießen, 14. April 1903. 8186 Ter Oberbürgermeister. I. B.: Georgi, Beigeorbneter. empsiehlt 1997 Victoria-Drogerie Adolf Vieler. Marustraße 5. Größte Auswahl in nur Is.LM- n.eilflitflrioüdn darunter gelbe Mäuschen, Hierntit bringe ich mein Schreibmaierialien-Geschäst verbunden mit Galanterie* und Lederwaren K.n»i'w«ml’e.rll5r'?rc™n8- ®rki»a«,le” in aröbler Auswahl, lofe unb tn elenant.n Kahcllen, Ranjtei. unb »°n.cv,pap!cr, e ‘, y °Uen torouen, tuciu nnb mrbifl, alle Farben Leiden, und Sreppapicrc, (Geschäftsbücher, AonicrUudicr .-tavke miö -Vinfet, Bib iorhapte» nebst Einlagen, Locher, Löscher, Briefwaagen,rintenfässe!/ Skripturenflemmer. 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