Nr. 40 Zweites Blatt. 153. Jahrgang Dienstag 17.Februar ISOS • rlfietnt täglich autzei 6onntag*. Dem «Lietzener Anzeiger »erden tm Wechsel mit dem Kesstschea Landwirt bu Siebener Kamillen- blätter viermal tn der Woche beigelegt. Äoiaiionflörud u. Der- lag der Brühl 'scheu Ünivers.-Buch- u.€icti»» b ruderet (Ptetlch Erben) Rebaftton, Lxveditwo und Druderet: Schul st ratze 7. Adresse füt Depeschen, Anzeiger Gtcheu. ^ernsprechan'chtubAr 51. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen veza g»peet», monatlich7bPL viertel» iährlich M. 2.20, durch Abhole- u. ^iveigstelle« monatlich Go Bl., durch die Post ‘Dll . 8.— otenet- läbrL ausichl Besiellg. Annahme von flnjetgee (h b>, iagr«nuniinet il vormittag« 10 Uhr. Zetlenorei«. lokal lltik au«ieärt« 8ü Big. 13 e ( a n i r»e <1 h d)i fOt den polll m. aügcm teil V Wtllko tüt .Stadt und Uanb* uni ^erichtesaai' ftaH Plal o, lür den An- zeiuenteil t>an« Bect Iie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten Kclrannlmachung. Die Grabenstraße wird wegen Vornahme von Kanali- sationSarbeiten von Mittwoch dem 18. l. Mts. bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 17. Februar 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Heinrich Karpf scheidet aus dem Institut der Dienst- männer aus und hat die Aushändigung der von ihm hinterlegten Dienstkaution beantragt. Wir fordern deshalb diejenigen, welche Ansprüche an diese Kaution aus der Eigenschaft des rc. Karpf als Dienstmann erheben zu können glauben, auf, solche bei Meidung des Ausschlusses binnen acht Tagen bei uns vorzubringen. Gießen, den 16. Februar 1903. Großherzoglicues Polizeiamt Gießen. Hechler. Aer MttterwlnLel. Mit dem Ausgang des Winters hat sich das Wetterleuchten auf dem Balkan prompt eingestellt. Daß sich ein Frühjahrsgewitter daraus entwickele, siird die Balkan- wächter Oesterreich-Ungarn und Rußland an^ scheinend mit Erfolg zu behüten bestrebt. Der von ihnen der tatcnlustigen bulgarischen Regierung aufgelegte Dämpfer hat feine Wirkung getan. Die Balkan Wächter werden also selbst zu Guirsten der drangsalierten Bewohner Mazedoniens beim Sultan vorstellig, und an Versprechungen wird's Abdul Hamid auch diesmal schwerlich fehlen lassen. Mit anderen Worten: es bleibt alles, wie es war, wenigstens in der mazedonischen Frage. In der sonstigen politischen Konstellation auf dem Balkan ist eine kleine Verschiebung eingetreten, insofern nämlich, als König Alexander von Serbien den Milan schen Traditionen treu zu werden, d. h. aus der Gefolgschaft Rußlands in diejenige Oesterreich- Ungarns überzutreten sich anschickt. Der Serbenkönig fühlt sich verletzt, weil die ihm vor Jahr und Tag erteilte Zusage, er werde gemeinsam mit Königin Draga am Zarenhose empfangen weroen, bisher nicht eingelöst ist und hinsichtlich der Königin schwerlich je eingelöst werden wird, weil hier die Zarin eine Begegnung ablehnt. General Zontschew ist wieoer in Drenowo interniert. Aitdere verhaftete Macedonier wurden in anderen Orten interniert. Eine von Maceoonien einberusene Versammlung in Sofia verlief ohne Zwischenfall. Mauer-An- fchläge von Macedoniern fordern ine Deputierten auf, gegen die ungesetzlichen Verhaftungen zu protestieren. Die russische und östreich-ungarische Regierung wurden über die von ihren Botschaftern in Konstantinopel ausgearbeiteten Vorschläge zur Besserung der Verwaltung der europäischen Vilajets einig. Die beiden Botschafter erwarten telegraphische Ordre, um hierauf bezügliche Schritte bei der Pforte zu tun. Aus Adrianopel wird gemeldet, daß vor einigen Tagen eine bulgarische Bande von 12 Mann int Dorfe Moratfchin, nördlich von Adrianopel, die männlichen bulgarischen Einwohner zusammenries und sie zwang, zu beschwören, daß sie dem Komitee beitreten uno dessen Tätigkeit unterstützen werden. Diejenigen, die den Schwur nicht leisten wollten, wurden m iß h a nd eit. Ferner wurde ein Einwohner damit betraut, Beiträge für das Komitee zu sammeln. Auch in zwei anderen Dörfern östlich von Adrianopel am Schwarzen Meer fanden ähnliche Bedrohungen der Einwohnerschaft statt. Seitens der türkischen Behörden wurden Maßnahmen zur Ueberwachung der Dörfer getroffen. In der italienischen Kammer erklärte bei Beantwortung einer Anfrage Minister Baccelli, die italienische Regierung habe niemals aufgehört, wachsam den Ereignissen auf dem Balkan zu folgen. Dabei kämen stets zwei Gesichtspunkte in Frage, erstens: Besserung der Sage der christlichen Völkerschaften in der europäischen Türkei und zweitens: Aufrechterhaltung des Status quo hinsichtlich des Territorialbesitzes der Balkanstaaten. Oesterreich-Ungarn und Italien hätten seit langem erkannt, daß die beider- Jeitigen Interessen in der Aufrechterhaltung des territorialen Status quo lägen. Infolge Uebereinstimmung der Ansichten und des loyalen Zusammenwirkens von Italien und Oesterreich-Ungarn habe das Vorgehen des Grafen Lärnsdorsf, der mit seiner Reise nach Wien dasselbe Ziel wie Italien und Oesterreich-Ungarn verfolgte, von der italienischen Regierung nur mit lebhaftester Genugtuung aufgenommen werden können. Die Reise habe alle Zweifel und Befürchtungen beseitigt und sei geeignet gewesen, die Forderungen öer Zivilisation mit der Aufrechterhaltung des territorialen Status quo in Uebereinstimmung zu bringen. Wenn eine endgiltige Uebereinstimmung zwischen den Mächten, welche den Berliner Vertrag unterzeichnet hätten, erzielt würde, würde niemanb sich mehr freuen als die italienische Regierung, ba die beste Garantie, welche man gegenwärtig für die Aufrechterhaltung des Status quo und Durchführung bürgerlicher Reformen wünschen könne und welche geeignet seien, die Ruhe in diesen Staaten zu sichern, in der Uebereinstimmung der Mächte, die den Berliner Vertrag unterzeichneten, liege. Die griechische Regierung traf umfassende Maßregeln, Damit sämtliche Provinzen aufs strengste überwacht und VoliUsche Tagesschau. Bitter. Berliner und Posener Blattern zufolge hat der Ober- präsident von Posen, Tr. von Bitter, die Absicht kund gegeben, von seinem Amte zurückzutreten. Man geht wohl nicht fehl, so bemerkt die „Post", zu dieser Nachricht, wenn man diesen Entschluß mit den vielfachen Angriffen, denen der Oberpräsident in leider Zeit in der Presse wie im Parlament ausgesetzt war, in Zusammenhang bringt ? Dr. v. Bitter hat sein Abschiedsgesuch natürlich mit dem Üblichen Hinweis auf seine erschütterte Gesundheit begründet. Durch die an die Namen Löhning und Willich sich knüpfenden Vorgänge der letzten Zeit ist auch der Oberpräsident in Mitleidenschaft gezogen worden. Im ganzen Reiche weiß man heutzutage, _ wie heiß der Boden in der Ostprovinz ist, und es dürste kaum ein hoher Staatsbeamter Neigung verspüren, an Herrn v. Bitters Stelle zu treten. Die geeignetste Persönlichkeit für diesen Posten wäre wohl der Staatssekretär v. Posadowskt). Er kennt die Ostmark v-n Iugeno an uno ist ,p «stell mit den schwierigen Verhältnisien Posens durch eine vierjährige Tätigkeit als Landwirt und Landeshauptmann vertraut. Auch auf Grund feiner Vorurteilslosigkeit und Besonnenheit erscheint er für die Regierungsleitung^ in Posen berufen, '.über man würde an maßgebender Stelle diese hervorragende Straft wohl nur schwer als Chef des Reichsamts des Innern, uno vielleicht am wenigsten gegenwärtig, missen wollen. Dandenüberfälle sowie der Wasfenschmuggel nach der Türkei verhindert werde. Infolge Intervention des armenischen Patriarchen hat der Sultan dem Attentäter Agoy und seinen Genossen die Todesstrafe nachgelassen. Der russische Botschafter in Konstantinopel erhielt aus Minowitza die Meldung, daß die Albanesen ein Attentat gegen das Leben des dortigen russischen KonsulsTscher- b i n a s planen. Die Pforte gab die Zusicherung, daß die türkischen Behörden Befehl erteilen, den Konsul in jeder Beziehung zu schützen. Ainezuila. Dem Reichstage ging eine Denkschrift zu über die Beilegung der Äreitigkeiten zwischen Deutschland und Venezuela. Dieselbe führt aus: Nach Ablehnung der Forderungen des deutschen und britischen Ultimatums in Caracas verhängten Deutschland und Großbritannien die Blockade über die venezolanischen Häfen, der sich Italien anschloß. Auf Wunsch Venezuelas sanden darauf zur Beilegung der Streitigkeiten Verhandlungen in Washington statt zwischen den Vertretern der drei beteiligten Mächte und Venezuela, welche am 13. Februar durch Unterzeichnung des deutschen, englischen und italienischen Protokolls zum Abschlüsse gelangten. Die in dem deutschen Ultimatum aufgestellten Forderungen sind nunmehr erfüllt. In ähnlicher Weise sind auch die Forderungen Englands und Italiens erledigt. Die Mächte werden daher unverzüglich die Blockade auf heben und die diplomatischen Beziehungen mit der venezolanischen Regierung wieder Herstellen. Hierauf folgt das deutsche Protokoll im Wortlaut. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet vom 16. d. M.: Gestern mittag erhielt Kommodore Scheder den Befehl, die Blockade aufzuheben und die weggenommenen venezolanischen Kriegs- und Handelsschiffe, einschließlich des „Restaurador", an die venezolanische Regierung rurückzugeben. Aus allen venezolanischen Häfen mit Ausnahme von Coro und Higuerote wird durch Reuter aus Caracas gemeldet, daß die Blockadeschiffe zurückgegangen sind. Sofort nach Eingang dieser Meldungen entsandte die Regierung nach allen Richtungen hin Truppen zur Unterdrückung des Aufstandes. Tie „Köln. Ztg." me.det aus Washington: Venezolanische Primawechsel, welche zur Sicherung der an Deutschland zu leistenden Zahlungen dienen sollen, sind dem deutschen Gesandten bereits ausgehändigt worden. Bei dem Diner des Newyorker Presse-Klubs am Samstag, zu dem der deutsche Gesandte Freiherr Speck von Sternburg eine Einladung angenommen hatte, ging ein Telegramm von ihm ein, in welchem er sein Bedauern ausspricht, daß er trotz Erledigung der Venezuela- Frage noch zu sehr in Anspruch genommen fei, um zu dem Feste erscheinen zu können. Er höre mit Freuden, fügt der Gesandte hinzu, daß das getroffene Ueberein- lommen alle Beteiligte zufrieden stelle. Tie vier Herren hätten in Dohtommener Harmonie und voller Offenheit die Verhandlungen gepflogen und trennten sich jetzt mit besten FreundscbaftsgesInnungen. Wenn vier Männer sich zu verständigen vermöchten, so scheine kein Grund zu fein, warum vier Nationen sich nicht sollten verständigen können. Er fei überzeugt, das wäre sehr woyl möglich, in derselben Weise einander zu vertrauen und sich zu verstehen, wie es die Unterhändler einige Zeit hindurch zu tun wußten. Der deutsche Geschäftsträger- Graf Quadt hat, wie aus Washington berichtet wird, um Urlaub nachgesucht und wird Ende des Monats mit Familie nach Berlin reifen. Tas venezolanische Kriegsschiff „Miranda", welches bisher in Maracaibo gelegen hat, ging mit 1200 Mann und 2 Millionen Patronen nach Tucacas ab, um der Regierung Verstärkungen zur Niederdrückung der Revolution zuzuführen. Deutsches Deich. Berkin, 16. Febr. Von den durch den Kaiser für die Marine bestimmten farbigen Reproduktionen des Bildes „The GcrmanS to the front" sind durch den Staatssekretär des Reichsmarineamts der Ostseestation 1376, der Nordseestation 2534 Exemplare zur Verteilung überwiesen. Davon sollen alle an der Seymour-Expedition beteiligt gewesenen Offiziere und Mannschaften (auch die in der Zwischenzeit entlassenen) je ein Exemplar erhalten; von den sonstigen Teilnehmern an der Chinaexpedition wird jedem Lstizier und durchschnittlich jedem vierten bis fünften Mann ein Bild zugewiesen werden. — Der Kaiser sprach heute wieder beim Reichskanzler vor und hörte später im königlichen Schloß den Vortrag des stellvertretenoen Chefs des Zivilkabinetts. Mittags empfing der Kaiser den Kommandanten des östrei- chischen Husaren-Regiments Kaiser Wilhelm IL, Obersten Grafen Zedtwitz, zur Meldung. — Tas preuß. Landes-Oekonomie-Kolle- g ium trat heute zu einer Tagung zusammen. Landwirk- fchaftsminister von Podbielski verbreitete sich in einer längeren Rede über einzelne Landwirtschaftsfragen. Er wies auf die Notwendigkeit hin, daß Die Landwirtschaft der Erteilung der Patente ihre Aufmerksamkeit zuwende, damit bei ungerechtfertigten Patenten, die den Landwirten sehr schaden können, rechtzeitig Einspruch erhoben wird. Weiter seien Einrichtungen nötig, um den kleinen Mann allenthalben von den Preisnotier ungen für (betreibe und Fleisch zu unterrichten. Tas ländliche Schulwesen werde mit Recht als mangelhaft hingestellt. Tas ganze landwirtschaftliche Schulwesen müsse einheitlich ausgedaut werden. Die Landwirtschaftskammern sollten sich eingehender mit dieser Frage beschäftigen. Fortdauernd müsse an der Verbesserung der Beförderungsmittel gearbeitet und es dürfe dabei nicht zu ängstlich auf die Kosten gesehen werden. Zum Schluß betont der Minister die Wichtigkeit der Beschaffung besten Saatguts, das sich meist besser bezahlt mache, als alle möglichen Meliorationen. — Tas Tischtuch mit dem Bunde der Land- wirte hat der Dandwirtschaftsminister v. Podbielski bekanntlich in der Landtagssitzuna am 29. Januar zerschnitten. Nach einer Rede des Aog. Dr. Hahn erklärte der Minister: „Nach solchen Ausführungen ist das Tischtuch mit mir absolut zerschnitten." Nun schreibt aber die „Deutsche Volkswirtschaft!. Korresp.": „In Regierungs- treifen ist in der Landwirtschaftlichen Woche von zerschnittenen Tischtüchern nicht viel die Rede gewesen. Es soll in der Berliner Wilhelmstraße eine ganze Reihe von Diners mit der Zuziehung hervorragender Konservativer und Mitglieder des Bundes der Landwirte stattgefunden haben, ohne daß ein übermäßiger Konsum von DamasttisuMchern stattgcfunden hat ober von einem Speisen an ungedeckten Tischen die Rede gewesen ist." — Im preuß. Abgevrdnetenhause war heute abend ein Festessen zur Feier des 80. Geburtstages des früheren Präsidenten von Köller, an dem Abgeordnete aller Parteien, zusammen 160 Personen, teilnahmen. Vizepräsident von Hecreman hielt die Festrede, feierte von Köller als Menschen und Patrioten und rühmte seine Geschicklichkeit und seinen Gerechtigkeitssinn in der Führung der Präsidialgeschäfte. Köller dankte und schloß mit einem Hoch auf das preußische Vaterland. — Ter sozialdemokratisckie Abg. v. Volkmar ist bedenklich erkrankt. Tie Aufregung über den Tod seiner Mutter soll seinen Zustand verschlimmert haben. — Gegenüber einer Blättermeldung, daß die Regierung beabsichtige, an Stelle des zuerst geplanten Em- schertal-Kanals die Kanalisierung der Lippe zur Ausführung zu bringen, bemerkt die „Nordd. Allg. Ztg.", daß die starke Bebauung des Industriegebiets die Ausführung des Emschertalkanals von Jahr zu Jahr erschwere und daß deshalb die Vorarbeiten für eine den veränderten Verhältnissen angepaßte Umgestaltung des Emschertalkanals notwendig geworden seien. Tie weiteren hieran geknüpften Schlußfolgerungen träfen nicht zu. — Sechzehn Millionen Briefumschläge für die bevorstehenden Neichstagswahlen sind von ber Regierung zur Ausschreibung gebracht worden. Sie sollen aus festem weißen Papier gefertigt werden und auf der Innenseite durch schwarzen Ueberdruck Lichtfestigkeit und völlige Undurchsichtigkeit erhalten. Um die Erlangung dieses Riesenauftrages, wie er in diesem Umfang noch nie vergeben wurde, bewerben sich alle größeren Briefumschlagfabriken Deutschlands. Möglicherweise wird der Auftrag geteilt. — Tie „Magdeb. Ztg." bringt aus Berlin die Meldung, es würden sich die Parteien, welche an dem Zustandekommen des Zolltarifs mitgeroirU haben, für die nächsten Wahlen ihren Besitzstand gegenseitig garantieren. (Besonders glaubwürdig klingt das nicht.- Braunschweig, 16. Febr. Leutnant a. D. Bron - fort o. Schellendorfs hat gegen Dr. Peters die Beleidigungsklage wegen der gegen ihn erhobenen Beschuldigung der Fälschung des Tucker-Briefes angestrengt. Dresden, 16. Febr. Der Zustand des zweiten Sohnes des Kronprinzen von Sachsen, des Prinzen Friedrich Christian, giebt aufs Neue zu großen Besorgimssen Anlaß. Gestern abend haben die Aerztc über eine Stunde an seinem Krankenbett geweilt. In der Nacht zum Sonntag ist die Temperatur wieder auf 39 Gr gestiegen und der Patient fühlte sich auch im Lause des gestrigen Tages recht schwach. Leipzig, 16. ,;tur. ^ie Abteilung des Verbandes reisender Kaufleute Deutschlands beschloß, eine Massenagitation gegen die sächsische Perso- n en-Tarifreform unb für den An schluß Sach- sens an die preußisch-hessische Gemeinschaft. Ausland. London, 16. Febr. H^sigen Blattern zufolge herrscht irr Regierungskreisen die Absicht, ein Nordgeschwader zu gründen und verschiedene Häfen der östlichen Küste Englands in Kriegshäfen umzuwandeln. Heute wurde über das Projekt im Ministerrat verhandelt, doch ist über den Beschluß noch nichts bekannt. Brüssel, 16. Febr. Jaurös erklärte, er habe früher geglaubt, der berüchtigte gefälschte Brief des deutschen Kaisers habe in der Affäre Dreyfus nur eine sekundäre Rolle gespielt; jetzt wisse er, daß man sich seiner seit 1897 bei allen entscheidenden Anlässen bedient hatte, um die Rehabilitation Dreyfus zu verhindern. Sensationelle neue Tatsachen habe er nicht vorzubringen, dies sei die einzige. Parts, 16. Febr. Die Deputiertenkammer genehmigte nach Annahme der Dringlichkeit der Beratung des bereits vom Senate angenommenen Antrags auf Verbot des Verkaufes von Inseln, Inselchen, befestigten Schlössern usw. ohne Benachrichtigung des obersten Marinerates und ohne Genehmigung des Parlaments. Madrid, 17. Febr. Nach den letzten Meldungen aus Fez vom 11. Febr. haben die Truppen des Sultans die Hyaina-Kabylen, die auf seilen des Prätendenten stehen, angegriffen. Die Aufständischen schlugen sie zurück und richteten ein großes Blutbad unter ihnen an. — Der Kaid Omar schlug die Stämme der Tsul und Branes und sandte 100 Gefangene nach Fez. Bei den Gefechten gab es viele Tote. Omar beabsichtigt jetzt, im Verein mit dem Kriegsminister die Riata-Kabylen anzugreisen. Zu diesem Zwecke sind Verstärkungen und Munition von Fez abgcgangen. — Aus Tanger wird depeschiert: Offiziös verlautet, daß mehrere englische Majore ein- tressen, um den Oberbefehl über die marokka- nis che Artillerie und Kavallerie zu übernehmen. Danach erscheint der englische Einfluß am Hose des Sultans wieder größer. — Zwischen den Sultanstruppen und den Anhängern des Thronbewerbers fanden mehrere blutige Gefechte mit zweifelhaftem Ausgang statt. Der Thronbe-/ Werber rückt angeblich wieder gegen Fez vor. Preußisches Abgeordnetenhaus. Abg. Krause-Waldenburg (frt; wünscht, daß in der Zahlung von Zeugengebübren an Arbeiter möglichst weitherzig verfahren werde, damit nicht die Arbeitgeber gezwungen würden, den Lohn für die durch die Zeugnispflicht in Anspruch genommene Zeit zu bezahlen. — Minister Schönstedt giebt eine entgegenkommende Antwort. Der Justizetat ilst damit erledigt. — Cs folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfs betr. die Gebühren der Medizinalbeamten. Nach kurzer Debatte wird der Entwurf an eine Llgliedrige Kommission überwiesen. — Es folgt die erste Lesung des Entwurfs eines Ausführungsgesetzes zum Reichsseuche ngesetze. — Minister Studt bemerkt, der Entwurf beschränke die Anzeigepflicht nicht auf die im § 1 des Reichsseuchengesetzes genannten Krankheiten, sondern führe sie bei einer großen Anzahl anderer Krankheiten, wie Diphterie, Kindbettfieber, Tuberkulose usw. ein. Eine Belästigung des Publikums müsse natürlich nach Möglichkeit vermieden werden. Er empfehle den Entwurf zur Annahme. — Abg. Martens (nl.) wünscht, daß auch der Keuchhusten und die Malaria unter die Anzeigepflicht fallen. Wichtig sei es, daß der Entwurf die Anzeigepflicht für Geschlechtskrankheiten derjenigen Personen einsühre, die gewerbsmäßig Unzucht trieben. — Abg. Rügenberg (Ztr.) fürchtet, daß durch das Gesetz den Gemeinden neue Lasten aufgebürdet werden. — Abg. Dr. Langerhans (frs. Vp.) ist im allgemeinen mit dem Entwurf einverstanden und tritt dann für obligatorische Leichenschau ein. Auch über die Notwendigkeit der Leichenver°< brennung äußert sich Redner. — Abg. v. Savigny (Ztr.) polemisiert gegen die Leichenverbrennung. — Die .Vorlage wird an die Kommission verwiesen, der auch der Entwurf betr. Gebühren für Medizinalbeamte überwiesen worden ist. Mainzer Karneval-Derein. Fremden sitzung. Mainz, 16 Februar. Von Ost und West, von Nord und Süd, vom Rhein and Main, von der Nahe und vom großen Woog waren sie alle gekommen, die fafchingsfrohen Menschen, die sich wieder einmal hier bei uns in Mainz amüsieren und von Herzen lachen und sich freuen wollen. Nun kamen sie alle auf ihre Kosten. Präsident Hans Metz hatte eine Sitzung vorbereitet, die sich „gewaschen" hatte. Den Anfang bildete die Eugen Binder'sche Eröffnungsszene, die ihre ausgezeichnete Wirkung bewährte. Das Gutenberg-Monument hatte man mit Blumen umgeben. Die Regie führte der närrische Oberhofregisseur Rücker. Das große Mandarinenquadrille-Spektakelstück der närrischen Kapelle setzte em und erregte Heiterkeit. Der „feuerfeste Kunrad", der närrische Protokollant Gerlich verlas sein pudelnärrisches Protokoll, in dem er denen vom großen Woog, vom Salzbach- ltrand, von der Nahe, vom Rhein und Main, die da so zahlreich zusammcngeströmt waren, viel Schmeichelhaftes sagte, lieber die bekannte letzte „Sachsengeschichte" bemerkte er ur- kohlig-. Was ist denn nach der Scheidung die ganze Ge- lchichte noch wert? Eine Bagatelle, em Quark, nur 171 ^Qrf* ?ie ift ein Sachsen-los; ein Sachsenlos kostet nach dem Kurse 168 Mk. Er ist e.n Kreuz-los; das kostet nur 3 Mark. Zusammen also 171 Mark. Glossen über das frankfurter Opernhaus, den Wiesbadener Tierschutzoerein, das Mainzer Festspielhaus u. a. m. waren ebenfalls in dem ae- lungenen Protokoll enthalten und beivirkten, daß alles über den „feuerfesten Kunrad" des Lobes voll war. äcschätzter Opernsänger Narr Rünger faszinierte oas narrische Auditorium durch seinen herrlichen Gesang und dann erschien der fürstliche Narr August Fürst auf der Tribüne und hielt einen Vortrag, der als die piece de re- siatance des Abends zu bezeichnen ist. Seine Ausführungen erregten riesige Beifallsliurmc. In der Rubrik „Schenken" hieß es: De Heinrich Heine wird nach Berlin In die Siegesallee getan — Unn d- Gras Pückl-r kimm, nach Jm.s-l-m Als König von Reu-Kanaan I Dort stellt man dem Pückler ein Tentmal einst — Auf einen Dreschflegel grandiose — ' ..... Erne Nähnadel, die triehl er in die Hand Unn bann flickt er dem Ahlwcndi die — ^Dic, Gebt emol acht, das is Politik, Bald sitze m'r im Essig — Do krieht Darmstadt e nei Kolonie — Unn Indien — deß werd hessisch! Tann werd Darmstadt — Hauptstadt von Indien Und's Geld fällt wie aus de Wolke, Tie Odewälder Milchhändler komme zu uns — Unn roerr’n m'r noch mehr gemolke! Man sieht, was der „kleine" August Fürst da vortrug, ist nicht böse gemeint, und Narrheit-Einigkeit ist und bleibt die Devise. Daß der bewährte Redner immensen Beifall und unzählige Tusche errang, versteht sich von selber. Nach dem so erfolgreichen Redner kam ein ausgezeichneter Trompeter von Mainz an die Reih', Narr Alexander, der mit seines Hornes schönen Melodeien — jeden und jede tat herzlich erfreuen I Weiter folgte ein urgelungenes Zwiegespräch zweier Marktweiber — die Narren Karl Koeberich und Mahnegeld — deren drastisch-humoristische Ausführungen drastisch zündeten. Mit seiner ganzen Künstlerschaft paradierte schließlich unser Bühnentömiker Narr Ernst Herz mit einem komischen Tanzduett. Seine Braut, Flatusia, Narr Karl Koeberich, war seine Partnerin auf den Gebieten der Komik und Mimik. Als aber Präsident Hans Metz vor Schluß der Sitzung verkündete, daß alle Aussicht vorhanden sei, daß Se. Tollitäl Prinz Karneval und seine hohe Gemahlin während der drei Faslnachttage ihr Hoflager in Mogunlias Mauern aufschlagen würden, da wollte der Jubel kein Ende nehmen. (Mainzer Anz.) Aus Htaöl unb Land. Gießen, den 17. Februar 1903. ** Provinzialausschuß. Die Mitglieder des Pro- vinzial-AuSschusses, Bauinspektor Becker und Geh. Justizrat Jöckel-Friedberg als Vertreter des Staates, die Vertreter der einzelnen Gelände-Eigentümer, diese selber, sowie die Professoren Bollröm und Poppert, außerdem andere Zeugen und Sachverständigen, versammelten sich gestern nachmittag um 3 Uhr zu einer Lokalbesichtigung des eoent. zu enteignenden Klinikgeländes in der Wilhelmstraße. In dem um diese Zeit herrschenden Schneegestöber wurde von hier aus das für die Kliniken vorgeschlagene Gelände begangen und im einzelnen besichtigt. Ein Gang durch den mit etwa 600 Zwergobstbäumen bestellten Gabriel'schen Garten, sowie durch die einzelnen Etagen der Villa Gabriel bildete den Schluß der Lokalbesichtigung. Im Anschluß hieran begab man sich in 'die Nähe der Cholerabaracke, wo die Rechtsanwälte Grünewald und Justizrat Hirschhorn, das Gelände bezeichneten, welches sie für die projektierten Kliniksbauten viel geeigneter ;ielten, als das in Aussicht genommene. Der Vorsitzende Provinzial-Direktor Dr. Breidert beraumte darauf einen weiteren Termin zur Fortsetzung der Verhandlungen vor dem Prooinzialausschuß auf Samstag, den 28. Februar, vormittags 9 Uhr, an. Da die Rechlsbeistände der Gelände- Eigentümer erklärten, sie würden mindestens 8 Stunden zu ihren Ausführungen benötigen, so ist als weiterer Verhandlungstag in dieser Sache auch noch Montag, den 2. März, vorgesehen. ** Ortsgewerbeverein. Allmählig gehen die am üblichen Abhange des Nahrungsberges errichteten Siechenhausanlagen ihrer Vollendung entgegen und bilden durch ihre malerische Anordnung und Ausführung eine neue hervorragende Zierde für Gießens nächste Umgebung. Aber auch die innere Einrichtung bietet außerordentlich Interessantes und Neues, sodaß es von den Mitglieden des Gewerbeoereins dankbar erkannt werden wird, daß denselben Gelegenheit gegeben ist, durch das freundliche Entgegenkommen des Erbauers dieser Anlagen, des Geh. Oberbauraths v. Wentzien, auch diese innere Einrichtung kennen zu lernen, bevor die Anstalt ihrer Bestimmung übergeben wird, was, so viel uns bekannt ist, Anfangs April der Fall sein soll. Möge diese wohltätige Anstalt unserer Stadt und Provinz zum Segen gereichen! "Die Glocken unserer Stadtkirche feiern in diesem Jahre ihr 50jähriges Wiegenfest. 1853 wurden die Glocken umgegoffen und am Sylvester, also zu Neujahr 1854, zum ersten mal geläutet. ** Vereinigte Theater Gießen-Marburg- Nauheim. Wie wir Horen, werden unter der Direktion Stein gotter als Spielabende Dienstag, Donnerstag und Sonntag bestimmt werden. Für jeden dritten Sonntag i"t indessen ein Spielabend in Marburg vorgesehen worden. Zu diesen Vorstellungen treten dann weitere neun von Seiten des Theatervereins und zwölf volkstümliche Bor- ellungen.' Hinsichtlich der Vorstellungen zu besonderen Zwecken, wie z. B. Schülervorstellungen, sind Abmachungen nicht getroffen; doch sollen während der Saison im Ganzen mehr wie 90 Vorstellungen nicht gegeben werden. Der Vertrag des T h e a t e r v e r e i n s mit Herrn Steingötter unterscheidet sich von den, mit den bisherigen Verträgen dadurch, daß er der Direktion weiteren Spielraum läßt; die einzelnen Bestimmungen sind im allgemeinen dieselben geblieben. Als Personalminimum hat Herr Steingötter 24 Mitglieder zu engagieren und zwar möglichst mit Jahresvertrag. Endlich ist es Herrn Steingötter reigestellt, auch gelegentlich Friedberg und andere Orte der Umgegend zu besuchen. Friedberg, 16. Febr. In der Generalversammlung des hiesigen Geschichts- und Alterthumsvereins wurde die Mitteilung gemacht, daß im verflossenen Jahre die Ausgraubungen hauptsächlich auf prähistorischem Gebiete höchst ergiebig waren. Von dem Friedberger Urkundenbuch, das die historische Kommission für Hessen und Waldeck herausgibt, hofft man, im Laufe des Jahres den ersten Band der Oeffent- lichkeit übergeben zu können. Bei den Abbruchsarbeiten der Vortreppe, die zum Judenbad führt, wurden Teile einer alten Kirchenglocke gesunden. Hoffentlich sinden sich auch noch die fehlenden Teile, damit der Text der Inschrift festgestellt werden kann. Herborn, 16. *Febr. Der 9. Gesangwettstreit des nassauischen Sängerbundes soll am 18., 19 , und 20. Juli m Herborn abgehalten werden. Es sind bereits eine große Anzahl Ehrenpreise zugesagt, u. a. von der Erbgroß- herzogin Hilda i ; < '.den. Auch ist begründete Aussicht auf einen ■ - • K n i icrc vorhanden, um den 'amtliche am Weuür. ii l ciemgicn Vereine zur Konkurrenz zugelaffen werden. Die Bewohner unserer Stadt haben schon jetzi eine große Begeisterung für das genannte Sängerlefk unn werden alles aufbieten, um den Gästen hier frohe Tage zu bereiten^ () Darmstadt, 16. Febr. Wie soeben bekannt wird, ist der Sergeant und Z a h l m e i st e r - A s p i r « n t S ch u l z von der reitenden Batterie des hier gamisonierenden Feld- Artillerie-Regiments Nr. 25 seit einigen Tagen flüchtig. Er hat sich verschiedene Unregelmäßigkeiten zu Schulden kommen lassen, und es ist ein Steckbrief hinter ihm erlassen. Offenbach, 15. Febr. Eine tragikomische Szene spielte sich am Freitag abend in einer hiesigen Gastwirtschaft ab. An einem Tische hatte sich ein Herr in mittleren Jahren mit einer jüngeren Dame — beibc offenbar aus Frankfurt kommend — niedergelassen, als plötzlich eine andere Dame — die richtige Gattin des Herrn — hereinstürzte und das Paar unter Schimpfwarten mit einer Hundspeitsche zu bearbeiten begann. Mit fabelhafter Geschwindigkeit verließ der Ehemann, gefolgt von den beiden Rivalinnen, das Lokal: die übrigen Gäste aber saßen noch lange starr vor Erstaunen über dieses sonderbare Intermezzo, bis sich die allgemeine Verblüffung m große Heiterkeit auflöste. Mainz, 16. Febr. Das hiesige Krematorium wird am ersten April eröffnet werden. — Auf der Strecke Mainz- Frankfurt wurde vorgestern unfern der Station Bischofsheim ein Rangierer von der Lokomotive eines Güterzuges erfaßt und gegen einen Wagen geschleudert. Der Mann erlitt schwere Verletzungen am Kopfe und hat auch mehrere Rippen gebrochen. Der Verunglückte, der verheiratet und Vater mehrerer Kinder ist, wurde in das hiesige Rochushospital geschafft. — Mit Ausnahme von zwei Mann ist das sämtliche Ladepersonal einer hiesigen Rhederfirma geitern und heute gefänglich eingezogen worden und zwar wegen fortgesetzter Diebstähle an den durch die Firma zur Verladung gekommenen Gütern. Die Diebstahle sind meistens bei nächtlichen Verladungen ausgeführt worden. — Der Stadtverordneten-Versammlung ist soeben eine Vorlage Zur Bevilligung von 564 500 Mk. zur Erbauung einer Oberrealschule und höheren Handelsschule unterbreitet worden; in dem Gebäude werden 21 Schülerklassen für 630 Schüler eingerichtet. Da sich die Beschaffung des Mobiliars auf 27 500 Mk. beläuft, so sind 592 000 Wik. für bas Schulgebäude erforderlich. Dieser Bettag soll durch Kapitalaufnahme der Bürgermeisterei zur Verfügung gestellt werden. Frankfurt a. M., 16. Febr. Das seltene Fest des 75jähr. Bestehens konnte am Sonntag der „Lieder kränz" feiern. Bei der akademischen Feier dieses Jubiläums, der unter anderen Ludwig Thuille und Fritz Steinbach beiwohnten, teilte der Präsident des „Lieder- kranzes" mit, daß der Kaiser dem Verein die goldene Medaille für Kunst verliehen habe. An die akademische Feier schloß sich ein Festkonzert an, in dem auch ein vom Intendanten Claar gedichteter Prolog zum Vortrag kam. Frankfurt a. M., 16. Febr. Eine der bebeutenbfteh Stiftungen, die der Stadt zugesallen sind, ist die Jügel- ft i f tun g. Die Gebrüder August und Franz Jügel haben die Stadt zum Erben ihres Vermögens, das sich auf 2 360000 Mk. beläuft, eingesetzt mit der Bestimmung, daß die Stiftung „einen einzigen Zweck verfolgen solle, sei es im Gebiete der öffentlichen Armen- und Krankenpflege, sei es im Gebiete des Schul- und Unterrichtswesens". In einem Nachträge hatten die Stifter „ohne der seinerzeit zu treffenden Entscheidung vorzugreifen, und dieselbe hiermit irgendwie beschränken zu wollen", auf eine Wohltätigkeitsanstalt für altersschwache, hilflose und unheilbare Personen hingewiesen. Als nun im vorigen Jahre die Stiftung der Stadt zufiel, erwartete man vielfach die Errichtung eines Altersheims. Die Verwaltung der Stiftung beschloß jedoch auf Betreiben des Oberbürgermeisters, „daß das Stiftungsvermögen zur Errichtung einer öffentlichen allgemeinen akademischen Unterrichtsanstalt für die Gebiete der Geschichte, Philosophie, sowie der deutschen Sprache und Literatur dienen soll." Darüber kam es zunächst zu lebhaften Auseinandersetzungen in der Stadtveroroneten-Ver- sammlung, denn die Akademie sollte auf dem Gelände des jetzigen Bürgerhospitals errichtet werden und die Stadt für das Spital einen neuen Platz beschaffen. Das wurde mit 26 gegen 21 Stimmen abgelehnt, aber die Satzungen der Jügelstistung wurde später bei Stimmengleichheit burrf) den Stichentscheid des Vorsitzenden genehmigt. Nun machte einer der Testamentsvollstrecker, der Rechtsanwalt Dr. Schmidt-Polex, der von Anfang an den Akademiegedanken bekämpft hatte, weil er nicht den Absichten des Erblassers entspreche, einen letzten Versuch. Er wandte sich an das Staatsministerium, nm. dieses zu einem Einschreiten zu ver anlassen. Daraufhin ist soeben eine gemeinschaftliche Entscheidung vom Justizminister, vom Kultusminister und vom Minister des Innern eingelaufen, wonach sie sich zu einem Ein schreiten nichtveranlaßt sehen. Nach dem Inhalte des Testaments unterliege es keinem Zweifel, daß die Entscheidung darüber, welchem der beiden von den Erblassern in Aussicht genommenen Zwecke der Nachlaß gewidmet werden soll, dem freien und ausschließlichen Ermessen der Stiftungsverwaltung überlassen ist. Von einer Verletzung des letzten Willens der Erblasser durch den von der Stistungsverwaltung gefaßten Beschluß könne daher keine Rede fein. Nach dieser Entscheidung wird die geplante Akademie endlich ins Leben treten können. Kleine Mitteilungen au5 Hessen und den Nachbarstaaten. Tie ministerielle Genehmigung zur Eingemeindung des Ortes Niedergirmes zu Wetzlar ist jetzt erfolgt. — In F r a n k f u r t a. M. wurde der Pfarrer Dr.Schwarzlose aus Köpenick zum Pfarrer an der Katharinen- Kirche gewählt. Vermischtes. Essen a. d. Ruhr, 16. Febr. Bei einem Streite im Nachbarorte Borbeck wurde em Wagenmeister erschossen und dessen Bruder tätlich verletzt. Zundel und Verkehr. Volkswirtschaft. Mülheim, 16. Febr. Für das abaelausene Geschäftsjahr beantragt die Verwaltung der Mülheimer Handelsbank die Verteilung einer Dividende von 9 pEt. Berlin, 16. Febr. Heute wurden an der Börse zum ersten male die Aktien der Westlichen Boden-Aktie ngesell- ch a s t mit dem Kurs von 130 p(St. gehandelt. Berlin, 16. Febr. In der heutigen Sitzung des Zentralaus- jchusses der Neichsbank mürbe der vom Reichsbankdirektorlum entworfene Verwattungsbericht für 1902 nebft Bilanz unb Gewinnberechnung, sowie Doffchlcigen für die Dorteilung beS Gewinnes eerldett. Todann erstattete der Deputierte Geheimrat Frenhel das von den Deputierten des Zentralansschuffes entworfene Gutachten, welches einstimmig genehinigt wurde und nebst der Gewinnbcrech- nung dem Reichskanzler zur definitiven Festsetzung überreicht werden wird. Schwerin, 16. Febr. Irr der am 14. Februar stattgehabten Sitzung des Aussichtsrates der M e ck l e n b u r g i s ch e n S p a r - bank wurde die Bilanz für 1902 vorgelegt. Dieselbe ergibt nach Tilgung einer Unterbilanz von Mk. 107 838 und nach Abschreibungen von Alk. 101 525 aus zumeist ältere Geschäfte einen Ueberschuß von Mk. 25 494, welcher in Reserve gestellt wird. Innerhalb der nächsten Wochen wird ein Konsortium, bestehend aus der Deutschen Bank und der Mecklenburgischen Hypotheken- und Wechselbank, das ihm zuslehende Optlonsrechl auf eine Million neue Aktien der Mecklen- ^urgischen Sparbank zum Kurse von 100 pCt. ausüben. Mannheim, 16. Febr. Die heute in Neustadt a. H. tagende Versammlung der Obligationäre der Att^Ges. Gebrüder Hemmer in Konkurs ubertrug Rechtsanwalt König in Mannheim die Vollmacht zur ausschließlichen Wahrnehmung der Obllgationärinteresjen im Konkursverfahren unter Ausschließung jeder selbständigen Wahrung der Konkursinteressen seitens einzelner Obligationäre. Rechts- anivalt König wurde ein Beirat von zwei Herren der Versammlung zur Seite gestellt und der Gläubigerausschuß in einer daraus- folgenden allgemeinen Gläubigerversammlung auf 5 Mitglieder ergänzt. Rechtsagent Blum aus Neustadt a. H., der bisher der provisorische Konkursverwalter war, wurde in diesem Amte bestätigt« — Die neue 5 % ige Rumänische Reute soll beute zum ersten male an der Berliner Börse zur Notierung gelangen. — Ju der Generalversammlung der Düsseldorfer Bank wurde die sofort zahlbare Dividende von 11 pCt. genehmigt. — Lchomburg u. Löhne. Die für 1901,02 auf 5 pCt. festgesetzte Dividende der Aktiengesellschaft H. Schomburg u. Söhne wird von jetzt ab mit 50 Alk. pro Aktie ausgezahlt. Gerichlssaal. Newyork, 16. Febr. Der Streit über die Frage, ob bei der Taufe der Yacht „Meteor" vor einem Jahre deutscher oder französischer Champagner gebraucht worden ist, Hal einen Schadenersatz-Prozeß zwischen dem Vertreter des deutschen lSöhnlein u. Comp.) und des französischen (MoSt et Lhandon) Weinhauses veranlaßt. Ersterer behauptete, letzterer habe einen Kniff gebraucht, für welche Aeußerung die Geschworenen in Milwaukee dem französischen Weinagenten 2000 Dollars z u s p r a ch e n. Der Prozeß zeigte, daß Holleben nach Milwaukee schrieb, es sei t a t s ä ch l i ch deutscherWein verwendet ivorden, woraus die französische W e i n s i r m a Beschwerde gegen Holleben bei dem Staatsdepartement erhob. Universitäts-Nachrichten. Die „Allgemeine Deutsche Universitäts- Zeitung", Halbmonatsschrift für geistige Bestrebungen (Organ der Allgemeinen Deutschen Studerrtenschaft), hat soeben ihren 17. Jahrgang begonnen. In den 16 Jahren ihres Bestehens hat sie unter der Leitung ihres Gründers, Geh. Sanitätsrats Dr. Äonrad Küster, immer in der vordersten Reihe der akademischen Blätter gestanden. In vornehmer und sachlicher Weise nimmt die „Allg. Deutsche Universitäts-Ztg." zu allen Zeit- und Streitfragen aufklärend und versöhnend Stellung, Wissenschaft, Künst und Literatur finden in ihren Spalten ein gleichmäßig verteiltes Interesse, wie auch dem Theater durch die ständigen Foyer-Gespräche von Carl Wilhelm Marschner Beachtung zu teil wird. — Das den Interessen der medizinischen Fakultät dienende, von Dr. Hans Lehrecke (Karlshorst) redigierte Beiblatt „Aesculap" macht die HcftbMonatsschrift zu einer auch in ärztlichen Kreisen geschätzten Zeitschrift. — „Für Wahrheit und Recht!" aus allen Gebieten des öffentlichen Lebens kämpfend, tritt die „Allgem. Deutsche Uni- versitäts-Ztg." in ihren 17. Jahrgang. Bezugspreis pro Semester 3 Mk. (Postnummer 105.) Probenummern und Bezug durch die Geschäftsstelle: Verlag „Aesculap", Berlin N. 24. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungcn des Gießener Anzeigers. R. B. Darmstadt, 17. Febr. Die Zweite Kammer setzte heute die Geueraldebatte über den Haus halt-Etat fort. Es beteiligten sich an derselben die Abgg. Kore.ll, Hirschel, Dr. Entfleisch und einige andere Redner, worauf die Generaldebatte geschloffen wurde. Darauf begründete StaatSminister Rothe die Vorlage, betr. Dienstwohnungen der Beamten. Alsdann wurde die Sitzung abgebrocheu. Nächste Sitzung heute nachmittag 3‘/3 Uhr. Berlin, 17. Febr. Wie das „B. T." zu berichten weiß, nennt man in politischen Kreisen als zunächst in Betracht kommende Kandidaten für den durch den Rücktritt von Bitters erledigten Posener Oberpräsidentenposten den jetzigen Chef der Reichskanzlei Conrad und den früheren Chef dieser Behörde, den freikonservativen Abg. von Tiedemann (der früher in Bromberg als Regierungspräsident tätig war). Auch der jetzige Bromberger Regierungspräsident Kruse soll in Frage kommen. Berlin, 17. Febr. Die von einem parlamentarischen Korrespondenten verbreitete Nachricht, daß aus Anlaß der bevorstehenden Wahlen eine Kundgebung des Kaisers gegen den Bund der Landwirte erfolgen werde, ist vollständig unbegründet. Welche Stellung die einzelnen Minister in dem Wahlkampfe gegenüber dem Bunde einnehmen werden, sei dagegen noch eine offene Frage. Berlin, 17. Febr. Der Kaiser wohnte gestern abend einem Mahle beim Ofsizierkorps des 3. Garde-Regiments zu Fuß in dessen neu hergerichteten Kasinoräumen bei. Auf eine Ansprache des Regimentskommandeurs antwortete der Kaiser in längerer 9iebe. An das Festmahl reihten sich Ausführungen der jüngeren Offiziere des Regiments an. In angeregtester Stimmung verweilte der Kaiser bis gegen Mitternacht im Kreise des Offizierkorps. — Bei dem Landgericht II schwebt ein Untersuchungsverfahren gegen einen Schöneberger Natur heilkundigen wegen unlauteren Wettbewerbes. Derselbe bezeichnet sich als den Erfinder einer neuen Heilmethode, die im wesentlichen in der Anwendung eines Oeles, welches er Lebens-- O e l nennt, beruht und mit Hilfe eines Stachcl-Apparates unter die Haut gebracht wird. Berlin, 17. Febr. Im Verlauf dieses sommers sollen in Gegenwart des Kaisers und anderer Fürstlichkeiten auf dem Truppenübungsplatz Münster in der Lüneburger Heide große Kavallerie-Truppenübungen statt- sinden und mehrere Kavallerie-Diviswnen verschiedener Armeekorps dazu herangezogen werden. Dresden, 17. Febr. Auch der Bruder des schwer leidenden Prinzen Friedrich Christian, Prinz Georg, ist erkrankt, befindet sich jedoch auf dem Wege der Besferung. London, 17. Febr. Unter dem Vorsitze des Mitglieds des Parlaments Haldane fand gestern eine Versammlung statt, in der darüber beraten wurde, ob es wünschenswert sei, ein Nor d see g e sch w a d e r zu bilden mit der Basis an der Ostküste. Während einige Redner, darunter mehrere Parlamentarier, es als notwendig hin- stellten, spezielle Vorkehrungen an der Ostküste Großbritanniens mit Rücksicht auf die wachsende Macht der deutschen Flotte zu treffen, rieten andere Redner zu erhöhten Aufwendungen für die Marine in allgemeinen Ausführungen, ohne speziell auf Deutschland hinzuweisen. Sie forderten gleichmäßige Ermäßigungen der Ausgaben für das Heer. Nach längerer wesentlicher Debatte schloß die Versammlung, ohne daß irgend ein Beschlußantrag zur Abstimmung gelangte. San Remo, 17. Febr. In einem Hotel hier hat Lachenal von Genf aus Zimmer bestellt, die die Prinzessin Luise in nächster Zeit bewohnen soll. (?) Man habe jedoch Lachenal geraten, die Prinzessin nicht vor Beendigung des Karnevals an das Mittelmeer reisen zu lassen, da sie sonst neuen Belästigungen ausgesetzt wäre. Palma, 17. Febr. Das italienische Schiff von Newyork nach Marseille unterwegs, ist hier angenommen. Der Lotse und der Bootsmann sind unterwegs gestorben, mehrere Matrosen erkrankt. Man glaubt, es handle sich um Bubonenpest. Wien, 17. Febr Die Nachricht von der bevorstehenden Vermählung Leopold Wölflings mit Fräulein Adamovice wird von feinem hiesigen Rechtsanwalt b ementiert Dagegen bestätigt es sich, daß Wölfling, der sich Erzgroßherzog von Toskana nennt, sich in größter finanzieller Bedrängnis befindet. Laibach, 17. Febr. Gestern abend 8 Uhr 59 Min. sand hier ein heftiges Erdbeben statt, das als das stärkste seit 1897 bezeichnet wird. Krakau, 17. Febr. Bei Szczucin ist die Weichsel aus den Ufern getreten. 30 Qkm. stehen unter Wasser. Etwa tausend Wohnhäuser sind zerstört und gegen 10000 Bewohner obdach-- und brotlos. Es werden viele Menschen vermißt. Militär ist zur Hilfe gerufen. Odessa, 17. Febr. In Sinsewpol wurde der C i r k u S - Direktor Slobin von einem seiner Angehörigen auß Rache durch einen Revolverschuß lebensgefährlich verletzt. Algier, 17. Febr. In Boue wurde ein Araber verhaftet, der ein Haus, in dem sich vier Araber befänden, in Brand gesteckt hatte, wobei die vier Insassen verbrannten. Einer der Unglücklichen konnte, bevor er starb, noch den Brandstifter bezeichnen. Montevideo, 17. Febr. (Havas.) Joso.Battle y Ordonez wurde zum Präsidenten gewählt. Bei der gestrigen Eröffnung des Parlaments wurde eine Botschaft des Präsidenten Cuestas verlesen, in der fest gestellt wurde, daß die Lage des Landes eine blühende sei und in der die Fortschritte aufgezählt werden, welche während der Amtstätigkeit Cuestas gemacht worden sind. Tas Schriftstück hat bei der Bevölkerung einen günstigen Eindruck hervorgerufen. T>er Wechsel der Präsidentschaft wird sich in Ruhe vollziehen. Washington, 17. Febr. Das Protokoll zwischen Venezuela und der Union-Regierung ist nunmehr abgeschlossen. Es ist darin bestimmt, daß die Präsidenten Roosevelt uni) Castro je einen Kommissar ernennen zwecks Beilegung der strittigen Punkte. Sollten Beide sich nicht einigen können, so soll der König von Spanien als Schiedsrichter angerufen werden. — Der „Times" zufolge gilt es als wahrscheinlich, daß Lord Beresford zum Oberbefehlshaber des Kanals ernannt wird. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. J*. 3l/i% Reicheanleihe . . 103.05 3°/u do. ... 93.10 3V,°/o Konsole .... 103.00 d% do.....93.05 8l/g% Hessen .... 101.30 3 % Oberheeeen . . . 100 20 4% Oeeterr. Goldrente . . 103.50 4‘,,% Oeeterr. öilberrente 101.40 4% Ungar. Goldrente . . 102.25 4°/ Italien. Rente . . . 103.90 4,/1% Portugiesen . . . 51.85 °/ Portugiesen. .... 32.75 1% C. Türken .... 30 60 Türkenloee......134.60 4°/o Uneoh. Monopol.-AnL 45.75 41/', % äussere Argentiner —.— 17. Februar 19g3. 3u/q Mexikaner . . . 26. | ■P/g /u Chinesen .... 93.25 Electric, öonuckert . . . 102.60 Nordd Lloyd . . . . 98.40 breditaktien . ... 218.80 Diekonto-Kommandit, . . 198.40 Darmstädter Bank . . . 142.10 Dresdener Bank .... 151.20 Ber iner Handelsges. . . 162.60 Oesterr. Staatobahn . . . 149.80 Lombarden ..... 15.90 Uottbardbahn ..... 182.00 Lauranütte......221.50 Bochum.......185.30 Harpener......174.75 Tendenz: fest. Oeffentliche Vergebung. Für Großh. Landgericht Gießen und die Staatsanwalt- fchast bei diesem Gericht soll die Lieferung der für 1903/04 erforderlichen Schreibmaterialien (mit Ausnahme der Aktendeckel) und die Fettigung der Buchbinderarbeiten im Angebotswege öffentlich vergeben werden und können verschlossene Angebote und Muster der Materialien bis zum Eröffnungstermin: Mittwoch, den 4. März 1903, früh 11 Uhr, auf der GerichtSschceiberei Großh. Landgerichts (Juslizgebäude Zimmer Nr. 33) niedergelegt werden. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893, betr. das Verdingungswesen, enthaltenen allgemeinen und den dahier aufgestellten besonderen Bedingungen, welche, wie auch der Tons für Buchbinderarbeiten, auf der Gerichtsschreiberei zur Einsicht offen liegen bezw. erhältlich sind. Der Zuschlag bleibt 7 Tage Vorbehalten. Gießen, den 14. Februar 1903. ____________Der Großh. Landgerichts-Sekretär.________1492 Nutzholz-Versteigerung. Freitag, den 20. d. Mts., kommen in dem Gemeinde- wald zu Frankenbach folgende Holzsortimente zur Versteigerung: 1. Distrikt 10. 32 Eichen-Stamme mit 33,99 fm, sehr für Schreiner geeignet. 2. Distrikt 6. 172 Nadelholz-Stämme mit 44,31 fm, 6 bis 13 m Länge und 14 bis 35 cm Durchmesser. 3. 11 rm Nadelschicht-Nutzholz. Der Anfang beginnt des Morgens 10 Uhr im Distrikt 10 Eichenhardt am Eichen-Stammholz bei Nr. 177. Frankenbach, am 14. Februar 1903. Der Bürgermeister. ______________Schneider._______________1470 NnWWWWWstUKisi Wir ersuchen unsere Mitglieder, die Bestellscheine bis ZUM 1. März ausgesüllt an den ersten Vorsitzenden, Herrn A. Dickore, Schanzenstraße 8, zurückzugeben, andernfalls auf rechtzeitige Lieferung des bestellten Kohlenquantums nicht gerechnet werden kann. Mitglieder, welche Briketts (Grube Friedrich) wünschen, vollen diese ebenfalls bis zum obigen Termin bestellen, jedoch licht unter 25 Centner. 1499 Gießen, den 17. Februar 1903. Der Borstand. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Burkhardsfelden für 1903/04 liegt vorn 19. Februar 1903 wiederholt acht Tage lang zur Einsicht der Beteiligten auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Burkhardsfelden, den 16. Februar 1903. Großh. Bürgermeisterei. Hoffmann. 1486 Ortsgewerbcverem. Hiermit werden unsere Mitglieder zu der am Donnerstag dem 19. Februar, nachmittags 4 Uhr, stattfindenden Besichtigung der hochinteressanten Siechenhaus-Anlage freundlichst eingeladen. 1502 Der Vorstand. Hohverstcigerung Nächsten Freitag den 20. d. Mts. soll im Steinbacher Gemeindewald, Distrikt Helgenwald, nachverzeichnetes Holz versteigert werden: 198 rm Buchen-Scheitholz 81 „ Buchen-Knüppel 61 „ Buchen-Slöckc 2400 Buchen-Wellen 4 Eichenstämme von 0,67 fm Inhalt. Der Anfang ist morgens 10 Uhr zunächst ber Lehmkaute. Steinbach, 16. Febr. 1903. Gr. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer.1500 Bmuhch-LcrslMiM im Gemeindewalde Niederkleen, Samstag, den 21. d. Mts., Beginn vorm. 9 Uf)V, Distrikt 13, „Ledernbrück". Buchen: 216,5 rm Derb- und 1425 rm Reiferholz, Nadelholz: 13 rm Derb- und 55 rm Reiferholz. 1492 Gr.Rechtenbach, 14. Febr.1903. Das Bürgermeister-Amt. Hohversteigerung Montag, den 23.Februar l. Fs. werden aus den Distrikten Horfacker und Vorderster Igel- Hein 2 (4 km von Station Schotten) unter Anderem von 11 Uhr vorm. ab versteigert: 4 3 5 rm Buchenscheiter ,.Klasse. Zusammenkunft auf der Kreis- straße Betzenrod—Altenhain. Sämtliches Holz sitzt in der Nähe dieser Kreisstraße. Schotten, den 14. Febr.1903. Gr. Oberförslerei Feldkrücken. ______Diesenbach. 1478 Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heule mib morgen: 1468 VchMriiq ’iü W». Sttarinffirifdi 54 tilg. v wiu Waschen und Bügeln in 0 u. außer dem Hause empfiehlt sich Fr. eiiniher^Schottslr. 11. (0737 0736] Schneiderin emps. sich in u.auß.d.Hause. t:udrviqskr.I2, HI. 14 Mer, 1M 1428 Kirchenplatz Nr. 2L Marie Hüllstrang Carl Schlenke Verlobte. 14s? Remscheid, im Februar 1903. g U n Continental Bester PNEUMATIC für Fahrrad und Automobil. 1879 mit den Bärtchen und Trünkchen, die als Hausmittel gegen Erkaltungen det Luftwege n-ch gebraucht werden. Ihre Wirkung ist äusserst irug.vü-dig und jedenfalls verliert man darüber koit^are Zelt. 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