Erstes Blatt 153, Jahrgang Samstag 17. Januar 1903 16. s Aus Audi und it. — ttbiefi« tüt Tevetchem Anzeiger «Stehen. Krrnlprrchanlchluß'ttr 5t. Gießen, 17. Januar 1902. ** Gedenktage. Zu Boston wurde am 17. Januar 1706 Benjamin Franklin geboren, der sich nicht allein durch Erfindung des Blitzableiters, sondern auch als Der- fafser und Verbreiter nützlicher Volksschriften und erster Begründer einer öffentlichen Bibliothek in Nordamerika verdient gemacht hat. Als kluger Geschäftsführer seines Vaterlandes in Paris erzeugte seine schlichte Erscheinung solchen Enthusiasmus für die Freiheit, daß viele reiche französische Edelleute Nr. 14 Äufett Sonntag*. t)*m Gtetzener Anzeiger werden Im Wechsel mit dem Üesstfche, Landwirt die Sieheaer Lamilien« Hätte» viermal in der Woche beigelegt. Äotationflbrurf u. ©et» lag der Brüh IJdjcn ltnivers^Bnch- u.Slein- drucke re» (Plehch Elben) •Ubaftion. «irpebuum und Drucke re» r zurzeit noch unerfüllt, und sofern der Kronprinz in fein Orientprogramm nicht einen Bc-such der dortigen englischen Besitzungen, Maltas oder Cyperns, aufnimmt, wird es der rwar sehr selbstbewußt austretenden, im Grunde aber um das Wohlwollen Deutschlands besorgten englischen Presse als ausgemacht gelten, daß Deutschland und Rußland im Orient auf das Unheil des Jnsclreichs bedacht sind. politische Tagesschau. „Unaufschiebbar." Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm Januar: den gestrigen Debatten noch weiter entstellt worden. Er behauptete, er setze bei 30 Mk. für den Zentner zu, und wir beweisen, daß die Lampertheimer Labakbauern mit Mk. 22 vollauf zustieden sind, obgleich jeder Lampertheimer Tabakbauer teurere Aecker hat als Herr v. Hehl, der das Scipiosche Gut so billig erwarb, jedenfalls viel billiger als Fürst Loewenstein das Nachbargut des Pariser Rothschild. Und jetzt kommt das Beste: Während der Pachter des fürstlich Loewenstein'schen Gutes seinen Tabak von der Ernte des Jahres 1900 für Mk. 29 verkaufte und Herr v. Hehl denselben Jahrgang für Mk. 30 und zwar an die Zigarrenfabcik P. und I. in Hockenheim, behauptet Hehl, er setze Geld zu und der fürstlich Loewen- stein'sche Nachbarpächtcr hatte 1900 seine ganze Pacht aus cem Tabak decken tonnen! O Herr, ungleich sind die Güter dieser Erde verteilt, auch ungleich Mutter Sonne unter Nachbarn. Sie Ktyische Tabai.relotution. Zu der Reichstagsdebatte vom 13. d. M. und der Resolution des Freiherrn v. Heyl aus Worms betr. die Tabakestuer, äußert sich die „Süddeutsche Tabakztg." in Mannheim wie folgt: Mit der Resolution könnten auch wir einverstanden sein, obgleich dem fiskalischen Interesse und auch der Ruhe im Tabakgewerbe mit einer Erleichterung des Jnland- baues wenig gedient ist. Der deutsche Tabakbau ging zurück, weit der Pfeifenkonsum erheblich nachtieß, weil dre mächtige ZigarrentndustrienurguteTabake verwenden kann, und weil ein Fünftel dieser guten Tabake in Form der Tabakrippe im Preise entwertet der Pfeifentabakindustrie zugcsührt werden. Diese Tabakstengel werden für 2 Mk. für den Zentner heute verkauft, obgleich sie als y8 Bestandteil des Jnlandtabaks mit 221/s Mk. für den Zentner versteuert werden. Und die Tabakrippe der aromatischen überseeischen Tabake, Die den deutschen Pfeifentabak veredelt, werd mit 10 Mk. für den Zentner verkauft, obgleich sie fast ein Fünftel Bestandteil überseeischer Tabake bildet, dre vom Zigarrenfabrikanten mit 42y3 Mk. sür den Zentner verzollt wurden. Gegen 2 bezw. lO^Mark für den Zentner Surrogate kann eben kein Pfeifentabak konkurrieren, und da in Deutschland — besonders in Hessen, also bei Herrn v. Heyl — vorwiegend Pfeifentabak wächst, rst es kein Wunder, daß dieser Jnlandstabak keinen großen Markt hat, nachdem die Zigarre die Pfeife verdrängt hat. Und die Zigarre kann Tabakrippen nicht verwenden, die eben zur Schneidtaüak-Fabrilätion übergehen, wo sie aus den Preis der Jnlandstabake einen mächtigen Druck ausüben. Das wird nicht besser, solange die Zi- garren-Judustrie soviel Blatt-Tabak verwendet und solange in Deutschland mehr Schneid- als Zigarrentabak produziert wird. Da das letztere Vorwiegeno von der Degeneration der Tabakböden in HcsDm und der Pfalz abhäng,, desgleichen von der Witterung, so kann da kein MandatS- ficber Wandel schassen. Es ist alles nur Sand in die Augen für die Labakbauern in Hessen und der Pfalz. Warum nehmen die Tabakpflanzer im b a d i s ch e n Ober- lande und im Neckartale die Tiraden des Interessenten v. Heyl nicht ernst? Weil dort Zigarrentabake produziert werden und die Bauern mit den Preisen für Zigarrentabake zufrieden sind. Freilich, das Wetter war im Juli, August, September 1902 so bitter böse für den Tabakbau, daß die Labatpreise sür die letzte Ernte auch sür Zigarrenrabake niedrig waren, denn die Tabake werden kräftig, und kräftige Zigarren raucht man nur in den billigjten Preislagen. Tiefes wirtschaftliche A-. B. C. ist durch gehässige Bemerkungen des Freiherrn v. Heyl in Plaudereien aus der Kaiserstadt. (Nachdruck verboten.) Berliner Abzahlungsfallen. — Junge Meister und wie sie enden. — In der Sprechstunde eines LheaterlehrerS. Ls ist schier unglaublich, was man in der Millionenstadt alles aus Crcdit bekommen kann, vielfach ohne jede Garantie späteren Bezahlens. Ehrliche Menschen, die den beim Jtauf abgeschlossenen Abzahlungskontrakt gewissenhaft innehalten, um mit der Abführung der letzten Rate auch wirklich in das Eigentumsrecht der bis dahin nur leihweise erhaltenen Sachen zu gelangen, sind leider dir Leidtragenden dieses wirtschaftlich unge,unden Systems, an dem nicht nur kleine Leute Jahrzehnte lang kranken. Auch mittellose junge Aerzte und vornehme Leute, die vermögenslos eine Heirat aus Neigung schließen, schleppen diese Hörigkeitskette viele Jahre lang mit sich herum, wobei sie natürlich oft das Doppelte und Dreifache des reellen Wertes der erworbenen Gegenstände zahlen müssen. Denn die Unternehmer dieser Beglückungsinstitute^habeli horrende Verluste bei den unehrlichen Leuten, die trotz aller Kontraktparagraphen die entnommenen Sachen in das bestzahlende Leihhaus tragen oder anderweitig „verschärfen", um mit dem Erlös von der Bildfläche zu verschwinden. Und reich werden wollen die Herrschaften außerdem! Für die Leichtgläubigen und Unverständigen sind vor allem jene Geschäfte berechnet, die bei Einkäufen auf Kredit gleich noch etwas zrigeben, sei's ein goldner Ring oder eine kostbare silberne Taschenuhr. Daß es außer diesen eine Reihe streng solider Firmen giebt, die sich erst nach gewissenhaften Erkundi- : mgen auf Abzahlungen einlassen und dabei keinen oder nur einen ganz geringen Ausschlag gegen den Barpreis! berechnen, ist natürlich selbstverständlich. Aber falsche Scheu, Großmannssucht und Dummheit führen die Menge ä um eint dorthin, wo keine Lohengrin-Fragen ertönen, oder doch die Angaben „über Stand und Art und woher man -er Fahrt", nicht lange nachgeprüft werden. Auch ganze v>eschüstseinrichtungen werden auf solchem Wege erworben. So mancher Geselle wiro zum Meister durch diese Fallen, der gan zgut täte, sich noch ein bischen Wind um die Nase n»ehen zu lassen. Denn die Herrlichkeit dauert in der Dgel nicht lange. In einer neugebauten Straße des Ostens nm en beispielsweise in kurzen Zwischenräumen drei neue Larbierg.su, üfce eröffnet. Blutjunge Kerlchen standen in Hren weißen Jacken ai5 neugebackene Meiner in den Laden- taren, de blanken Becken, das Wahrzeichen der Figaros, kleine Beamte, Militärs, Diener und Köchinnen! Und natür> lich alles Spreu, mit geringen Ausnahmen!" Er klingelte; noch einmal, und ich wurde Zeuge einer Unterredung, die mein geplagter Freund mit einer Dame hatte, die sich nach den ersten Worten als Ausländerin erwies. ,Hck möchten lernen bei Sie die gutte Aussprach in Deitschl" sagte sie nach kurzer Einleitung. „Ich sprächen schonn ferr gutt, abber das letzte Schliff feilt noch meine Aussprach. Und muß man haben, wenn man will zu deitsche Bühne tzehn!" Sie war Belgierin und sang in einem Variete Theater fünften Ranges Pariser Chansons. Aber das genügte ihrem Ehrgeiz offenbar nicht. Sie wollte eine zweite Sorma werden. Ter ungalanie Mensch hörte sie nicht eint mal bis zu Ende an, sondern sagte ihr in ruhiger Deutlichkeit, daß er nicht in der Lage sei, der deutschen Bühne oiefen Stern zuzuführen, da an Rollen wie Riccault in „Minna von Barnhelm", noch dazu für Damen, zunächst noch ein schrecklicher Mangel in der Tramenliteratur sei, worauf sie beleidigt von dannen rauschte, um „bei Ihre Konkurrent" ihr Heil zu versuchen. Wir lachten fröhlich hinter ihr drein. Aber so ein Stückchen Unverschämtheit war uns beiden denn doch noch nicht vorgekommen. Seit dem Tage glaube ich es, daß Brüssel die Hochburg des Wind- beuteltums ist. Nach dieser Seite fehlte unserer Donna auch Lein Titelchen mehr, auch nicht ,chas letzte Schliff!"*) _______ AR. ♦) Wir möchten bei dieser Gelegenheit aufmerksam! machen auf ein sehr verständiges, in seiner Art höchst vor- trefsliches Buch des kgl. sächs. Hofschauspielers Windsbetitelt „Aus der Werkstatt des Schauspielers", das wir allen denen, die sich zur Bühnenlaufbahn berufen! fühlen, zum eifrigen Studium dringend empfehlen. Dieses Buch ist so etwas wie ein Leitfaden für angehende Bühnen-» künstler und wird vielen jugendlichen Theaterfreunden die Augen öffnen über die dornenvolle Laufbahn des Mimen. u m o r c 3 fÄi" aus dem Schauspielerleben dagegen veröffentlichte jüngst der auch bei uns wohlbekannte ausge-l zeichnete Frant.üNer Charakterdarsteller dNax Vayri Hammer. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, wird aber auch aus diesem niedlichen kleinen Büchelchen, das bei Gebr. Knauer in Frankfurt erschienen ist, manche ernste Lebens-- lehre ziehen und hinter buntem, lockendem Flitter, hinter Glanz und Tagesruhm ein Scheinglück finden, das rvenig neidenswert ist. monatlich 76 PI., plertefo jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch tue Post Alt. 2.— viertel» fährt, ausichl Betlellg. Annahme von Anzeige» fih die tageflimmmex bi- pormttlagf 10 Uhr, 8eUmpTt»4:lofaUl'We au-ivärt- 80 tMg. verani wortltchr tüt den poliL n. allgem» teil; P. Witiko: töt »Stadt und Üanb* und .toendnsiaor; ftntl Plato, füi den Anzeigenteil: Hans Deck. Kur Krievtreise des Kronprinzen. Ts läßt sich voraussehen, daß die für das Frühjahr geplante Orientreise des deutschen Kronprinzen, obgleich ihr alleiniger Zweck der der Wissensbereicherung ist, der Deutung im politischen Sinne so wenig entgehen wird, wie seinerzeit die Orientsahct Kaiser Wilhelms. Man wird sich noch des Lannens derjenigen englischen Blätter erinnern, die die Hetzerei gegen Deutschland als Spezialität betreiben, als Kaiser Wilhelm damals beim Sultan die Kvnzessionserteilung an die unter deutscher Führung stehende Kapibaliste-ngruvve zum Bau der Bagdadbahn erwirkte. ES gall damals diesen Kritikern als „feststehend", daß Deutschland die Erlangung politischen Einflusses in Kleinasien bezwecke, um England dort den Wind aus den Segeln zu nehmen. Zwar müßte die Grundlosigkeit dieser Annahme auch dem Mißtrauischsten jetzt als erwiesen gelten, aber der Zufall will, daß der erste Besuch des deutschen Kronvrinzen in Petersburg, wenn auch nicht unmittelbar, so doch nur um eine kurze Spanne Zeit der Orientsahrt vorangeht. Das wird Wasser aus die Mühle der antideutschen Presse Englands sein. Tenn was kann vorn Standpunkt dieser verblendeten Presse aus der Aufenthalt des Kronprinzen an der Newa anders anftreben, als die „Vorbereitung" für eine deutsch-russische „Annäherung in Kleinasien", deren Tendenz natürlich gegen England gerietet ist? Daß dieser „Bacillus" in London in der Lust liegt, hat ja kürzlich der Dardanellen-Zwischenfall gezeigt, als die englische Presse Deutschland geheimer Begünstigung des russischen Vorgehens zieh. Sollte der Kronprinz auf seiner Orientfahrt mm gar mit dem Sultan eine Begogimng haben, dann ist kaum daran zu zweifeln, daß seitens der englischen Presse die halb in Vergessenheit geratene Ko lv e i t - Frage wieder aufs Tapet gebracht, d. h. daß Deutschland unterstellt werden wird, es plane die Besitzergreifung des an der türkischen Seite des persischen Golfs gelegenen Hafens Kvweit, um von dort aus mit Rußland genieinsame Sache in der Zurückdrängung d.s englischen Einflusses zu machen. Ein Moment darf bei alledem nicht außer acht gelassen werden, was jedem unvoreingenommen urteilenden Poli- iker zwar mit Recht belanglos erscheint: daß die in England eit längerem gehegte Erwartung, eine der ersten Seereisen )eS deutschen Kronprinzen werde eine britisch eKolonie zum Ziele haben, unerfüllt geblieben ist und ]ür absehbare Zeit wohl auch bleiben wird. Anfangs beschäftigte sich die englische Presse mit der Idee einer gemeinsamen Indien-Fahrt des engli,chen und deutschen Thronfolgers. Tann wieder wollte man wissen, Kronprinz Wilhelm werde König Eduard auf der Fahrt zur Krönung nach Indien begleiten. Ob ein solches Projekt überhaupt bestand, ist ungewiß. König Cdiiard wurde jedenfalls durch seine schwere Erkrankung im vorigen Jahre genötigt, die Jndienfahrt grundsätzlich aufzugeben, und den kürzlich in Delhi veranstalteten Krönungsseierlichkeiteri wohnte der Großherzog von Hessen bei, dieser aber nicht in offizieller Vertretung des Deutschen Reichs. Die in England bezüglich der Reisen ieä Kronprinzen Wilhelm gehegten Hoffnungen sind also blitzten im Sonnenschein, und auf den Marmorplatten vor den großen Spiegeln drinnen standen in stolzer Reihe die iZlaschcn mit Bay-Otum, Eau de Eologne und Klettenwurzel- Oel. Aber trotz der „billigeren Preise" für Haarschneiden und Rasieren, die ihnen den <5 in tritt in die Innung unmöglich machten, erhielten sie keinen ausreichenden dtundentreis. Eines schönen Vormittags erschien ein großer Möbelwagen vor der Tür des ersten, und Kutscher und Packer luden die hübscken Sachen fein säuberlich wieder auf. Eine halbe Stunde später stand der Wage:» bei dem zweiten und wieder ein halbe Stunde später bei dem letzten der drei armen Narren: die Konrödie war aus! Ein einziger Lieferant hatte sie alle drei hineingelegt, die Anzahlung und die ersten Raten geschluckt und, jedenfalls der Einfachheit wegen, ihnen an einem Tage die Einrichtungen wieder abholen lassen, als die fälligen Raten einmal ausgeblieben waren. Wie ich später erfuhr, hatte der betreffende Unternehmer sie seinerzeit, als sie noch in guten Geschäften Gehilfen waren, ausgesucht und bearbeitet, bis sie endlich an den M-Öber des mühelosen Selbstälidigwerdens angevissen hatten. Ach, wie osr wiederholt sich bicje schmutzige Art von Geschäften, wie eirtdringlich roarnen erfahrene Leute die törichten Opfer, und wieviel einfällige Jungen, zumeist aus Heinen Orten zugereiste, fallen immer wieder darauf herein! Der mir den betrübenden Verlaus seines kurzen Meister- traums erzählte, hatte natürlich die Lust verloren, wieder- unter das Kommando eines Prinzipals zu gehen, und da er an freien Aberrden vordem in einem Theater-Verein mit gemiemt hatte, und wahrscheinlich von blassen SlährnansellS als ausgehender Stern am Himmel der deutschen Schauspielkunst angeschwärmt worden war, so fand ich ihn bald nach seinem geschäftlichen Zusammenbruch im Wartezimmer eines Lehrers für die dramatische Kunst. Er wollte Lerufsschau- spieler werden. Als er endlich an der Reihe war, hörte ich ihn alsbald mit einem unglaublichen Stimm en au sw and und grausamer Betonung eine Stelle aus „Maria Stuart" zitieren. An seinem betrübten Gesicht beim Heraustommen merkte ich, daß er abgewiesen war. Er wird natürlich sein Glück bei einem anderen Mentor versucht haben, der weniger streng ist, wenn nur irgend ein Honorar dabei herausspringt. „Sie glauben gar nicht", erzählte mir der mir befreundete Lehrmeister, „was für Leute tagtäglich bei mir ankiopfen, die den sogenannten „inneren Drang" verhören. Gymnasiasten und höhere Töa)ter, kleine kokette Ladenfräulein, „unverstandene" junge Frauen, die sich an Ibsen den Magen verdorben haben, Kaufmannslehrlinge, Tie offiziöse „Norbd. Allg. Zta." bringt heute abend die dem diesjährigen M i I i t ä r e t a t beigefügte Denkschrift zum Abdruck, in der die Notwendigkeit der Errichtung einer militär-technischen Hochschule begründet wird. Ties ist ein Beweis, einen wie hohen Wert die Regierung auf die Errichtung des Instituts legt. Wir find in der Lage, mitzuteilen, daß der preußische Kriegsminister im Reichstag die Bewilligung der hierfür in den Etat ein«* gestellten Forderung (103 000 Mk.) — die bekanntlich im vorigen Jahre'abgelchnt wurde — als u n a u s s ch i e b b a r bezeichnen und voraiissichtlich in der Budgetkommission vertrauliche Mitteilungen machen wird- die sich auf die wissenschaftliche Behandlung der Militärtechnik bei fremden Armeen beziehen dürften. Wahrscheinlich werden au* die fttiegdminifter oder Milltärbevollmäch^ tigten der Bundesstaaten auf die Dringlichkeit der Forde^ rung Hinweisen. Die in der Denkschrift gegebene Begründ düng ist unleugbar eindrucksvoll, und da der neue Militäretat gegenüber dem für 1902 vielfach eine Minderausgabe voriieht, bestehen für die Bewilligung der mllitär-tech- nischen Hochschule gute Aussichten. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amtt- und Anzeigeblatt für den Krds Gießen M * ein hl1* leit. nur (Ä't feSrs r , ;* auf btt if'l* Beratern °°n v-r benÄUe- n°ch dn L 'drtcht ' '"em eit tot Ne toSKWS* «äS Stal fitr t Lb-iMdieZW. M Angeklagten «Y Anbolüt und ßentütai W Zweikampfs N w-gen Zweikampfs M -chnldfiage wegen Kartell. ier ernstlichen Bemühung, ^e 6 Monate Fest, e lliüerfuchungshast. Tie >en lrergefprochen.^ s ■ Untier Herz ist durch ^weiz abholle, hier rage, Frauenmörder Bidal l Aix gebracht, um der Ber. beulen Loubet beizuivohnen. mde Volksmenge über* Vidal führten, schlug diesen ihn blutig. Der Staalsan« anterie vor den Zuilizpalasl ihe konnte Vidal der Volks« gebracht werden. - Der lf gesternffrederic hum« , was aus den S Millionen Gründung der Ledensrente« 'N. Humbert antwortete, sofort SM000 Francs rden. wovon er die Mrn srancs feien für den ^n« tUbed verwendet worden. Gesetzwidrigkeit dieses Vorbei, die sich noch steigerte, inen von ,h,u geschriebenen Vergessen wir nicht, N einjige Hoffnung ifL 6» $luM uibem et , jit S8iblt»^tea m.lgno D»c°i! ’en Ahirdm M 1 bamü begounen. [’S mit : i. >. MfÄi auch btlL [,r W* 1 tment Zeile $oot I« nen MM J. C. Schweimler, Hoflieferant Zimmer von Mk. 3,50 an. mal wieder der Besuch führt werden. _ . ** Ober hessischer Geschichtsverein. In der nächsten Versammlung des Vereins, die wahrscheinlich am 29. i. M. stattfindet, wird Herr Professor Sauer über neuere bauliche Entdeckungen in und um Gießen sprechen, die von kultur- oder kunsthistorischer Bedeutung^sind. Nach dem Vortrag sollen Erinnerungen an das Frankfurter Parlament, die deutsche Revolution usw. vor gezeigt und erklärt werden. Die Gegenstände stammen teilweise aus dem Museum, teilweise sind sie Privatbesitz. Mitglieder und Freunde des Vereins, die im Besitze ähnlicher Andenken find und die Gelegenheit benutzen wollen, ihre Schatze einmal einem größeren Kreis zur Ansicht vorzulegen, vielleicht auch sich selbst Aufklärung verschaffen möchten über das eine oder andere Stück, werden gebeten, sich mit dem Konservator des Museums, Herrn Hauptmann a. D. Kramer (Frankfurterstr. 4) oder Herrn Dr. Vogt (Löberstr. 17) ui Verbindung zu setzen. ** In der Gemälde-Ausstellung am Brand hat diese Woche wieder ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgesunden; es sind ca. 60 Gemälde und Radierungen neu ausgestellt. Darunter befinden sich dieses- sehr beachtenswerte Werke und es fei daher der Ausstellung aufs angelegentlichste empfohlen, umsomehr, da ein Teil derselben nur einige Tage ausgestellt bleiben kann, weil kommende Woche wieder eine Aenderung der Ausstellung vorgenommen werden muß. Das Kolossal-Gemälde von H. Koberstern, Berlin, Neibt nur noch bis zum Mittwoch dieser Woche ausgestellt. ** Die diesjährig e Hauptv ers ammlung des Hessischen Landes-Lehrervereins findet in der Pfingstwoche am 2. und 3. Juni in Neu-Isenburg statt. Es wird auf derselben der Antrag Alzey betreffend Gründung einer Militär-Darlehnskasse zur Beratung kommen. Auf der am 1. Oktober 1902 in Mainz abgehaltenen Vertreterversammlung wurde beschlossen, daß die Kasse bei einer Beteiligung von etwa 1000 Mitgliedern ins Leben ui rufen sei. Ferner wurde der Vorstand beauftragt, in Keser Sache an die einzelnen Bezirksvereine Zirkulare zwecks Beitritts zur Kasse gehen zu lassen. Dies soll m aller Kürze geschehen, worauf der Vorstand der Versammlung einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten wird. Gegenstand des Vortrags auf der Hauptversammlung wird die „Lehrerbildungsfrage" sein. — Vom 1. Januar 1903 ab sind diejenigen Mitglieder, welche als Einjährige dienen, vom Beitrag zum Landes-Lehrer-Verein befreit. )( Allendorf a. d. Lda., 16. Jan. Ein Obstbautechniker aus Friedberg hielt hier einen Vortrag über: Mutzlose Anpflanzungen junger Obstbaume in die Lücken alter Obstanlagen/' Der Redner warnte eindringlich davor, em junges Bäumchen an die Stelle zu setzen, wo vorher lange Zeit hindurch der Boden durch Baumwurzeln, die sich äußerst weit verzweigen, ausgesogen wäre; er zeigte durch zahlreiche Beispiele aus feiner Erfahrung sehr treffend, wie verkehrt solche zur Gewohnheit gewordene Praxis ist. Man solle auf Stellen, wo noch keine Bäume gestanden, Neupflanzungen anlegen, und die Magen, daß die Bäume nicht mehr so wuchsen wie in früheren Zeiten, würden verstummen. () Laubach, 16. Jan. In der Versammlung des christlich-soz. Vereins am vergangenen Mittwoch hielt nach Rechnungsablage und Vorstandswahl der zweite Vorsitzende, Pfarrer Volp, einen Vortrag über die Blütezeit des Handwerks und legte nach einer geschichtlichen Darstellung auseinander, was von jener Blütezeit für die Gegenwart zu lernen sei. Die darauffolgende Besprechung war lebhafter als je, indem sich fast alle Anwesenden daran beteiligten. Auf Anregung von Pfarrer Fritsch wurde noch über die näch st e n Reichs tags wählen gesprochen, besonders über Beteiligung an der Wahl in Siegen. — In einer armen hiesigen Familie starben innerhalb weniger Tage Mann und Frau und das sieben Wochen alte En kelkind, während die älteste Tochter noch im Stift liegt und an ifirem Aufkommen gezweifelt wird. Das Kreisgesundheitsamt hat als Todesursache bei der Frau zwar Lungen- über das Meer setzten, um in hochherziger Begeisterung Gut und Blut für den amerikanischen Freiheitskampf zu wagen, mit dem sie RousieauS Ideale verwirklicht zu sehen glaubten. Franklin starb am 17. April 1790 in Philadelphia. Am 18. Januar 1873 starb zu Torquay der berühmte englische Schriftsteller und Staatsmann Eduard Bulwer, ber nicht nur in England, sondern auch in Deutschland viel gelesen wird. Sein bedeutendes Geschick, die einzelnen Szenen seiner sozialen Romane zusammenzufügen, die treffende Zeichnung der Personen und Charaktere, seine Betrachtungen über lÜterarische und kulturelle Verhältnisse werden ihm stets einen geachteten Platz in der Litteratur sichern. ** Provinzialausschuß. Am SamStag, dem 24. Januar, vorm. 9 Uhr findet im Sitzungssaal deS Regierungsgebäudes hier eine öffentliche Sitzung des Pro» Vinzial-Ausschusses der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1) Klage des Großh. Frskus, vertreten durch die Grube Ludwigshoffnung gegen den Fürsten von Solms-Braunfels und Genossen, wegen Abtretung von Eigentum zu Bergwerkszwecken. 2) Hebammendienst zu **^E n^t eignung. Endlich wird am Seltersweg gegenüber der Wolkengasse die Passage auf dem Trottoir fieigelegt. Nachdem die Stadtverordneten-Versammlung die Baufluchtlinie vor dem Lampus'schen und früher Leoschen jetzt Metzger Schreiner'scheu Häusern festgesetzt hat, bei welcher Gelegenheit der Oberbürgermeister bereits erklärte, daß nötigen Falles an dieser Stelle enteignet werden würde, hat man mit der Witwe Lampus wegen freihändiger Ueberlassung des störenden Teils ihrer Hofiaithe ohne Ergebnis verhandelt, und es soll nunmehr mit der Enteignung vorgegangen werden. Das früher Leo'sche Haus wird abgerissen und an dieser Stelle ein Neubau aufge- entzündung festgestellt, jedoch auch Anzeichen einer Thphn»» erkrankung gefunden. ? Braunfels, 16. Jan. Der Hotelier Ostermann, ber, wie wir schon meldeten, das Hotel Seipp hier erworben hat, beabsichtigt gleich nach der Uebernahme des Hauses im Februar dasselbe zeitgemäß umzugestalten. Erstens soll durch den Anbau eines Festsaales Raum für größere Veranstaltungen getroffen werden, ferner ist eine Vermehrung der Fremdenzimmer gplant, die durchweg der Neuzeit entsprechend eingerichtet werden. )( Marburg, 16. Jan. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde der Magistrats-Antrag betreffs Anlage einer Pferdebahnverbindung nach, eifrigen Debatten einstweilen zurückgestellt. Auszug m dru Stkfubksamlsrkglstrrs der Atsdl Hießen. Aufgebote. Am 9. Jan. Heinrich Heineck, Buchbinder in Nidda mit Bertha Karoline Christiane Klara Landmann dahier. Am 10. Jan. Anton Mohr, Schuhmachermerster tn Klem-Linden mit Anna Katharine Kehl dahier. Am 12. Jan. Franz Friedrich Theodor Pilz, Ingenieur in Darmstadt mit Anna Johanna Loutze Wilhelmine Bötticher dahier. Am 13. Jan. Peter Olter, Schutzmann m Karlsruhe mit Katharine Schalch dahier. Am 15. Jan. Bruno August Bartel. Sergeant dahier mit Luise Eva Henriette Jrle hterselbst. Heinrich Schmidt, Sergeant dahier mit Katharine Huhnergart in Helpershain. Eheschließungen. Am 12. Jan. Adam Becker, Schneider dahier mit Luise Mathilde Müller Hierselbst. Geborene. Am 24 .Dezbr. Dem Acquisiteur Heinrich Sonntag eine Tochter, Marie. Am 6. Jan. Dem Maler Leonhard Ludäscher ein Sohn. Am 7. Jan. Dem Hauptmann und Compagmesuhrer Georg Großmann ein Sohn, Am 8. Jan. Dem Vizefeldmedel Friedrich Reitz ein Sohn, Friedrich Wilhelm Ludwig. Dem Briefträger Hemrick) Rück ein Sohn, Robert August Heinrich. Dem Kaufmann Robert Hasse Zwillinge. Am 9. Jan. Dem Fuhrmann Philipp Modus eine Tochter, Katharine. Am 10. Jan. Dem Sattler Johann Georg Gies ecke eine Tochter. Dem Kassendiencr bei der Gewerbebank Karl Währum ein Sohn. Dem Lokomotivheizer Adolf Rücker em Sohn. Dem Kaufmann Siegmund Rosenbaum ein Sohn, Rudolf. Am 11. Jan. Dem Bauausseher-Aspirant Heinrich Philippi eine Tochter. Am 12. Jan. Dem Küfer August Klemmrath eine Tochter. Gestorbene. Am 9. Jan. Georg Hahn, 35 Jahre alt, Bierkutscher dahier. Am 10. Jan Liselte Strauß, geb. Battenberg, 93 Jahre alt. ohne Beruf dahier. Margarete Menz, 56 Jahre alt, Privatin dahier. Am 11. Jan. Wolf Benno Wertheim, 43 Jahre alt, Kaufmann dahter. Am 12. Jan. Wilhelm Rübe, 78 Jahre alt, Großh. Domänenrat i. P. dahier. Hasse (noch ohne Vornamen), Sohn des Kaufmanns Robert Hasse dahier. Am 15. Jan. Minna Zinser, fleb. Schocker, 50 Jahre alt, Ehefrau von Conservator i.P. Georx- ■ Zinfer dahier.__ . —---e M nö 5 *2 o L'-L 9 o ”■2 V 1 'S = dss:ß 0*5 Sä s 5 a o CO ts y- = dD. sr K L <2 " rr L CD N d §5$ 12 Q öS o^> t^T- • 8 «St = E X E xr s: VH'-O 5 s sÄ CD E 'S« CD - S caic k e Z GM c> s K O -o E? Z C 3 SS B • 2D. iO w G rr cd cd je ■- E E ü Sill - rr H sL-sQ- z y «»5® - q .S rr c E 5.2 - E CD«*»sS S "-äQ .5§>e «$> öS -S* (SD. ä - 5 o C d " s-» S :S tf Ö t tX5— :o N rr y £ C gS 8 «'5 e sfi' ö w X ° -S3 03 -r 2 E E®“0 C Ö 3 Mr- F .. — ® z-s ßssS- ^3 "5 2 » opwss &J- ® jtiggS-ES-f (s) e äs <5 AP ® § s g-g « B S ®5 85 s G £ D B .B «* rr vd c c S © CD^O $ ixn CDi S c c 3 * c "5 E rr q ^6) ex <3 e «A *8" 5 — i-, C M r-» — --- IS) o o SN Z <22 c <2 KM -E-S s § <9 5S Q. . >8'*e- 5 X c rr cl» "S <** — o ‘ CD 'fr®» tn äl»l »i-k k.?°S-n° -s »falten. s»tt »uni füt ®Nm **“*‘Sa ZDLü Stellt bun9 A ^nberin^i , Jen mit Wna fi\?n,on d).^(jeoboru 5Ql^tine u>'e AlhLH""-ur u^'nann in Hatu5?lld,er ' Äruno mit e Arle hiechlbV a™e tt. l6ic b* mit 8ui|i sr-L-s sgsas *9- yem neitraner fum, ?e>M Sein LL Tem Fuhrmann Phi^ ? K$em Sallln A J “alienbiencr bei der I8e« ■em Lokomotivheizer Adoli ’iegmunb Rosenbaum ein ^uijeher-Aspiraiit Heinrich tem Rufer August Riemm- hre alt, Bierkutscher dahin, tenberg, 93 Fahre alt, ohne Me alt, Privatin dahier. i Fahre alt, Raulmann i 18 Fahre alt, Grosth. To- cljne Romainen), Sohu des Um 15. Fan. Minna Zinser, am Konservator i.P. Georf 110 ta IhmM r, HoflieferanL p 5 t? c £ J.5 *ü (9 w ea c c-° jo L S r- ü § : * p >p » o 5 tP C p v § o- *p V y Ä»F Ma« Verlage ausdrücklich fttffl man m ro ent gen amnuten mit RAG6P Bouillon-Kapseln a te °°a 12 ntg. i für je 2 Portionen vorzüglicher Kraft- oder Fleischbrühe her. — Nur mit koch «dem Wasser überbrüheu. — AGGI’fl Vouillou-Kapfelu. 873 Kartoffeln magnum bonum rote und gelbe Rosen auch andere Sorten, per Zentner Mk. 3.— frei Keller empfiehlt 1494 J. Weise*, Telefon 235. Sonnenstraße 6. 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