LS8. Jahrgang Zweites Blatt« Amt;- und Anzeigeblatt für den Mreis Gießen w J®rSozessia Elisabet h vorn Messen f ae! 8429 __ stellen iich vor der Be- setzen, die Am. W! ’trasse 121II tschlands zur ssen. ° 12, Annahme von Anzeigen üi Die ’fcageSnummet jtfl pormUiagfl 10 Uhr, veilen prell; iotal 12 Pl^ aultpärtfl 80 Plg. tiicamireectltdb tüt den pvltl and adflcm. Teil U rvtttko. tüt ,6tatH unD tanD* and Jßencbrltacd*: Uaaust Götz, tüi den iln- ^etaentetl t>an« Beck. Ende gegen 11 Uhr. AfcdeilbO, 3^0,2.50 Mkl tod an der Abente ?rein. 7. November ierPück in Wta agthla Kmyert-DFreiN. Gießen, 15. Rvv. GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger w Nr. 2ß» Erscheint täglich außer Sonntags. Dem (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit den, Vekstlchen Landwirt btt Siegener Familien« Hättet viermal in der Woche deigeiegi, Rotationsdruck a. Verlag de, Brühl 'schen llntverl.'Buch' u. Stein- druckerei (Pietsch Erdens Redaktion, txveDitton and Druckerei: Schalstraße 7. NdreNe füx Depeichent Anzeiger «tetzea. FerniprrchcinichillßNr 61. üttM n D' oi8 Äend B Werken. M.______. , io, reiset DIZ Damen Scbw’esternhaoS' ie0, lowne*^__ Montag 16. November 1903 VezngspesiO» monatlich 7b Pi^ oterteU jährlich DU. 120; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pi., durch die Pott DU. 2.— ütertel* jährt. auölcfjL Bettellg. Tas gestrige zweite Kvnzsrt, mit dem der Borst-md dem zahlreich erschienener: Publikum einen großen Germß bereitete, war insofern sehr interessant, als es von Anfcnrg bis Ende mir Solostücke für Klavier in schöner Wwechsel- img mit Sololiedern mit Begleitung brachte. Für den gesanglichen Teil des Konzerts war die weit und breri durch ihre glänzenden Leistungen bekannte Kannner- iängerin Frau Erika Wedekind von der Dresdener Hofop«r gewonnen, und den picmistischen Teil hatte der von früher der bestens bekannte Herr Professor Kwast aus Frankfurt am Main übernommen. Um zunächst mit den Bortragen der Sängerin zu beginnen, fa> bemerken wir gleich- daß der große künstlerische Ruf, der ihr voraufgmg, durchaus berechtigt war. r' ~ cn— verdient. Die Mn war z. B. in dein vergeblichen Ständchen von Brahms die musikalische Zeichnung der beiden auftretenden Personen. Der Knab wurde mit forte, und das Mädchen mit zartem piano bedacht. Alle weiteren Sachen, die mir schon oben erwähnten, waren in gleick-er Meise geeignet, die große Kunst unseres Dresdener Gastes im günstigsten Lichte erscheinen zu lassen. Wir nennen außer dem wohlgelungenen Vortrag der Arie von Verdi noch die Forelle imb die Nachtigall, die unseres Erachtens zu den besten Leistungen der Frau Kammersängerin gehörte. Ms einen Pianisten, der große Vorzüge sein eigen nennt, möchten wir Herrn Professor Kwast aus Frankfurt am Main bezeichnen, der vor einigen Jahren mit Herri: Konservatoriumsdirektor Scholz, ein Klavierkonzert d:eses Komponisten zur Aufführung brachte. Der gestrige Abend zeigte uns den Künstler nur als Solisten und als vorzüglichen Begleiter der vorgetragenen Sologesänge. Mit dem geschmackvollen Spiel eines Präludiums und Fuge von Back) eröffnete er die Reihe seiner Borträge, eines großen Klaviermeisters würdig. Es folgten im weitern Verlaufe ein Intermezzo (Es dur) und eine Rhapsodie (G moll) von Brahms, mit deren Wiedergabe der geehrte Künstler gleichfalls vielen herzlichen Beifall erntete. Als geschrnackvoller und feinsinniger Komponist zeigte er sich am Schluß mit drei gut erftmdenen Klavierstudien in C dur, Des dur und A dur. Mit diesen drei Piöcen erweckte er in dar Zuhörerschaft so lebhaften Beifall, daß er noch eine Zugabe, Etüde von Rameau, spendete. Pr. Die „Neue Musik-Zeitung" (Verlag von Carl Grüninger, Stuttgart) bringt in Nr. 2 ihres neu ausgestatteten und vergrößerten 25. Jahrgangs einen interessanten Aussatz über das Thema der modernen Thea t erbau frage von Dr. Paul Marsvp, der in Gießen besonderes Interesse erwecken dürste Heute vormittag um Uhr erhielten wir die erschütternde telegraphische Meldung von dem plötzlichen Tode des einzigen Töchterchens unseres Landesherrn. Prinzesstn Elisabeth ist heute, Montag, um 9% Uhr in Skiernewice in Polen, gestorben. DaS Großherzogtum Hessen steht in tiefstem Leide unter dem Eindrücke dieser ganz unerwarteten Todcsbotschast. Das liebreizende Prinzeßchen Elisabeth wurde von dem unerbittlichen Tode dahingerafft, fern von der Heimat, im zartesten Kindesalter, im Älter von 8!/9 Jahren. Die näheren Umstände sind uns z. ZI. noch unbekannt, nichts anderes wißen wir zur Stunde, als daß sie der Tod auf dem polnischen Lustschloffe ihres kaiserlichen Oheims, des Zaren, ereilt hat. Ihr bedauernswerter Vater, der Großherzog, hatte, wie uns wenige Stunden vor dem Eintreffen dieser Trauerkunde auS Darmstadt gedrahtet wurde, die Absicht, morgen, Dienstag, abend mit der nun dahingeschiedenen kleinen Prinzessin nach Beendigung der polnischen Jagden nach seiner hessischen Residenz zurückzukehren. Run ist wohl anzunehmen, daß sich der Aufenthalt dort noch verzögern wird, und Darmstadt wird den heimkehrenden Fürsten statt mit der alten Freude, in tiefster herzlichster Trauer empfangen. Tas hessische Prinzeßchen, der Stolz und die Freude Und die Hoffnung des ganzen Landes, ist dahin gegangen, ehe es müde getoorden war, ehe es die Bitternisse dieses Lebens hatte erkennen und erfassen lernen. Es hat die Sonne geschaut und die kleinen lieblichen Freuden eines wohl behüteten Kinderlebens gekostet, und in den Armen des besten Vaters, unseres edeln und gerechten Fürsten, der jeden ihrer Schritte bewachte mit größter rührender Fürsorge, hat es seine unschuldsvolle Seele ausgehaucht. Wer hat mehr gehabt und müßte nicht sagen, dieses Mehr ist vom Nebel! Was alles aber erhoffte der beklagenswerte Vater, unser Landesfürst. von seinem einzigen geliebten Kinde! Die Reihe ihrer Vorträge eröffnete die geschätzte Künstlerin mit einer in italienischem Texte vor- zügllch gesungenen Arie aus „Ernenn" von Verdi. Iw weiteren Verlauf sang sie mit gesteigertem Erfolge ^zunächst nieder von Schubert (Forelle), Schumann (^uftrAlE) und Brahms (Vergebliches Ständchen), die sv großen Verfall sanden, daß sie sich schon nach dem Brahmo'schen med tu einer Zugabe von Mozart (ein Veilchen auf der Wiese stand), verstand. Mit gleichem Erfolge trug sie d:e werteren -Gesangskompositionen von Cornelius (Untreue), E>r:eg lquteu Morgen), und am Schlüsse „Tie Pachtigall" von Älabiess vor, deren letzte Strophe sie als Zugabe noch em- •tnal wiederholte. Worin bestehen nun die Vorzüge dreser ausgezeichneten Künstlerin? Zunächst verfügt sie über emen in allen maen völlig ausgeglichenen herrlichen Sopran, der überall gleichviel ob 'hoch oder tief, mit staunenswerter Lerch- ligkert anspricht, und in Bezug aus seme dlllanrrerungen in der Tonbildung und in den ver,ch:edenen Umsätzen, dre jie jedem Lied entsprechend anders sang, das höchste -ob einen viel schlimmeren Eindruck gemacht haben würde, als die Diskussion selbst. Der Zar selbist habe sich lange gegen die Vertagung seiner Reise gesträubt, -sich jedoch schließlich in die aus der diplomatischen Zwangslage hervorgegangenen Situation gefügt. Tie römische „Tribuns veröffentlicht eine Unterredung ihres Pariser Korrespondenten mit dem Fürsten Nrussow. Urilssow erllärte, der Zar habe nicht aus Furcht vor einem Anschläge gezögert, sondern weil er irgendwelche feindselige Kundgebung fürchtet und die Kaiserin, die ihn habe begleiten sollen, einer solchen nicht habe aussetzen wollen. Tie Vertagung der Reise habe in keiner Weise die Beziehungen zwischen Italien und Rußlandändern können, während irgend ein Zwischenfall entgegen den Wünschen des Kaisers allen Russen 3« S > 1 '<>'• RoMische Tagesschau. Die vertagte Romreise des Zaren. Fürst Urussow, welcher Ende d. I. den Dosten des russischen Botschafters in Rom übernehmen wird, äußerte sich gegenüber dem Pariser Korrespondenten des römischen „Eiornale d'Jtalia" über die Ursache der Vertagung der Romreise des Zaren. Tiefe Verschiebung sei darauf zurückzuführen, daß die italienische Regierung die in der Kammer von den Sozialisten hervorgerufene Debatte über die Reise des Zaren nicht verhindert hatte. Schon am Tage nach dieser Diskussion habe der Botschafter Netidow deshalb bei dein italienischen Minister des Aeußeren Beschwerde geführt. Tiefer habe jedoch geltend gemacht, daß die Unterdrückung einer solchen Debatte auf das italienische Volk großes Mißbehagen geschaffen hätte. Das Reiseprojekt, fuhr Nrussow fort, sei nicht aufgegeben. Der Besuch Nege in den Wünsckwn des Kaisers und ganz Rußlands. Er werde mit allen Kräften für den Abschluß eines russisch-ita- tienischen Handelsvertrages eintreten. Eine neue Verschwörung am Balkan. Aus Sofia wird geschrieben: Seit Monaten werden zwischen den Belgrader Verschwörern und bulgarischen Offizieren geheime Verhandlungen! geführt, die eine, toerm nöt:g, gegen den Willen beider Regierungen zu unternehmende Kriegsaktion gegen die Pforte zum Zwecke haben, und wurden sogar zu diesem B>ehufe zwei Komitees: in Belgrad und Sofia, gebildet, welche eine unter der Form einer Der- sonalunion herzustellende Verschmelzung beider Staaten anzustreben haben. Tie Agitation soll tief in bulgarische Heerkreise gedrimgen sein, und es ist auch festgestellt worden, welche bulgarischen Regimenter für den Flibustrierkrieg gewönne:: wurden. Die fürstl. Regierung sah jichi auch gezwimgen, eine ganze Mnge von Offizieren in den Äarnisonen von Küstendil, Philippopel, Kasanlik, und Brednik durch Entfernung, Versetzung und sogar durch In h a s t i e ru n a soviel als möglich unschädlich zu machen. Tie Zahl der Gernaßregelten beläuft sich auf etwa 140 Offiziere. In Bulgarien soll erst der Thronwechsel durchgeführt werden. Das Kabinett Detrow weiß sich keinen anderen Rat zu schaffen, als — durch fortgesetzte glatte Dementis. Wenig Anmut und viel Unverfrorenheit! Das heißt den Vogel Strauß in der unverantwortlichsten Weise spielen! In der Tat ist die Lage am Balkan, namentlich in Bulgarien, ernster als je geworden. Mit Sicherheit läßt sich voraussehen, daß, wenn es den Mächten nicht gelingen sollte, die Wintermonate zur Herbeifilhrung einer gründlichen Vazifikation in Mazedonien auszunutzen, im nächsten Friihjahre der gan^e slawische Balkan iu Flanrmen 'tehen dürfte. F ü r st Ferdinand dürfte bis dahin gekürzt und in Bulgarien die Herrschaft der V e r - chwörer ebenso errichtet worden sein, wie sie es in Serbien ist. Tie S o b r a n j e zu Sofia wurde am 15. d. Mts. durch den Fürsten eröffnet. Tie Thronrede stellt fest, daß das Volk, in Würdigung des Ernstes der gegenwärtigen Zeit, den jetzigen Inhabern der Mandate eine schwierige Aufgabe anvertraut hat, an der Wohlfahrt des Landes, dem Erfolge der nationalen Bestrebungen und der Größe des Vaterlandes mitzua^beiten. Tie Thronrede weist dann darauf hin, daß die Ereignisse dieses Sommers die Regierung zu außerordentlichen Ausgaben genötigt haben, die aber unumgänglich' notwendig gewesen seien, um die Arme^ in den S and zu setzen, den sie als Wächterin über die Unverletzlichkeit des Landes und d-e Unabhängig- teit des Vaterlandes haben müsse. Tie Regierruig werde Und was alles erhoffte das ganze Land von seinem ^rrn- zeßchen! Die lieblichste und lauterste Quelle wohltätiger Anregungen und segensreicher Mrkungen hoffte man in ihr sich entwickeln zu sehen! Mas sind Hoffnungen, was sind Entwürfe! Unser Fürstenhaus ist reich geworden an harten Schicksalsschlägen. Was unser Landesherr als Menscb erlitten hat, was er an Enttäuschungen erfahren hat, bas trägt dazu bei, die Liebe und Verehrung fiir ihn im ganzen Volke aufs höchste zu steigern. Wenn einem von solcher Volksliebe wie von einem rrndurchdringlichen Malle umgebenen Monarchen ein solches Leid, wie der Verlust des einzigen Kindes widerfährt, dann macht sich die allgemeine Zuneigung in elementarer Weise Luft. Und wenn es etwas gibt, was den schweren Herzenskummer des erlauchten Hessenherzoas ob dieses bejammernswerten Ereignisses um ein Kleines zu lindern vermag, dann ist es das Bewußtsein, daß das unerbittliche Schicksal, das ihm soeben sein Teuerstes genommen hat, ihm liebende Geschwister und das Her^ seines nun im tiefsten Schmerze doppelt mit ihm verbundenen, treuen Hessenvolkes gelassen hat, das ihm nun entgegenschlagt mit ganzer Kraft in wärmstem Mitempfinden. Aus Darmstadt geht uns noch folgendes Telegramm zu: _ R. B. Darmstadt, 16. Nov. Dre Trauernachrrcht, daß Prinzessin Elisabeth heute morgen sanft entschlafen ist, ruft hier überall große Bestürzung und Trauer hervor. Auf dem 5^ofmarfchallamt ist niemand zu sprechen. Das erste Telegramm von heute früh 10 Uhr sprach zuerst von einer fchweren Erkrankung der Prinzessin, kurz danach kam die Todesnachricht. , sd. D a r m st a d t, 16. Niov. (Eigener Drahtberrcht.) Eine ofsizielle Nachricht über die Todesursache der Prinzessin Elisabeth liegt hier auf dem Hofmarschallamt noch nicht vor. Man spricht hier von Lungenentzündung. —i Tie Theater und andere Vergnügungsveranstaltungen sind fiirS nächste abgesagt. 8555 MM alle ryre Bemühungen darauf richten, die guten Beziehungen zu erhalten und weiter zu entwickeln, mit Rußland und den anderen ^Großmächten, ganz besonders aber midi mit den Nachb -rstaoten. Trotz der verhältnismäßig kurzen Zeit, welche der Regierung geblieben ist, kündigt die Thronrede doch eine Anzahl Gesetzentwürfe an, deren erheblichste diejenigen über die Errichtung landwirtschaftlicher M u st e r s ch u l c n, über die Wanderungen in der Organisation der Armee und über die Beamten sind. Deutsches Deich. Berlin, 5. Nov. Gestern Härte der Kaiser die Boi> kräge des Staatssekretärs des Reichsmarineamtes und des Chefs des Marinekabinetts. Das heutige Bulletin lautet: Tie Wunde ist beinahe zugeheilt. Der Kaiser kann seit g estern die FIüsterspra ch e gebrauchen. Das nächste Bulletin wird übermorgen ausgegeben. — Ter D-andelsmrnister Mö l l e r hat in Stettin noch, eine Rede gehalten, die nachstehende Sätze brachte: „Deutschland sei seit den siebziger Jahren von . einem Agrar st aat in einen Industrie st aat h i n^e i n gewachsen. Ohne die Entwicklung Von Handel, Industrie und Schiffahrt würden wir nicht tu der Lage sein, die sich -stetig steigernde Bevölkerung zu ernähren. Wäre Deutsch^- land ein Land geblieben, wie es Ende der sechziger Jahre war, ein lediglich landwirtschaftlicher Staat, so würde unsere Landwirtschaft sich in ganz ariderer Lage befinden, als es gegenwärtig der Fall ist; sie würde mit Preisen rechnen'müssen, wie die Russen. Ich weiß sehr wohl, daß das mir ein teilweiser Ausgleich ist gegen Zustände, die früher herrschten, es sind das aber solche, cm denen nicht der Staat und die Regierung, die Gewerbe und der Kaufmannschaft schuld sind, sondern es liegt dies in der Entwickelung der ganzen Welt." — Tie Veröffentlichung des Termins des Reichs- ^tagsbeginns steht unmittelbar bevor; die Tagung vor Weihnachten wird nur kurz sein. Wie halboffiziös mitgeteilt wird, wird alsbald der Etat, das Handelsver- tragsprovisorium mit England, die Novelle jum Militärpension s- und zum Börsengesetz dem Reichstage zugehen. — Tas Ergebnis der Landtagswahl liegt noch immer nicht vollständig vor. Als gewählt sind bis jetzt 'bekannt. 130 Konservative, 49 Freikonservative, 90Zentrum, 77 Nationalliberale, 23 Freisinnige Volkspartei, 9 Freisinnige Vereinigung, 13 Polen, 2 Dänen und 5 Wilde: 19 Mandate sind unentschieden. Wie aus Danzig gemeldet wird, ist nach den Resultaten aus den Landkreisen nunmehr eine liberale Mehrheit gesichert Königsberg, 15. Nov. Die Haftentlassung der Sozialdemokraten Braun und Nowagrvtzki wurde abgelehnt. Die Anklage lautet jetzt auf Beihilfe zum Hochverrat gegen das russische Reich und auf Beihilfe zur Beleidigung des Zaren. Ausland. Paris, 15. Nov. In Cherbourg verhaftete man den Anarchisten Lambiten, der ein eifriger Anhänger der Propaganda der Tat ist, obgleich er erst 20 Jahre alt ist. Im Dezember 1901 hatte er eine Bombe an der Kirche zu Troyes niedergelegt, während in derselben an Kinder Unterricht erteilt wurde. Turch einen glücklichen Zufall wurde damals niemand verletzt, der durch die Explosion ungerichtete Schaden war aber groß. Ter Anarchist erklärte im gestrigen Verhör, niemand könne besser wie er Bomben unfertigen. Er kenne alle Explosivstoffe und deren Handhabung, weil er mehrere Fahre in einem chemischen Laboratorium tätig gewesen sei. Wegen des Attentates von 1901 wurde er zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Ter Anarchist ist gestern abend in Be- gleittmg mehrerer Polizisten nach Paris gebracht worden. P i s a, 15. Nov. Der König und die K ö n i g i n traten heute früh die Reise nach England an. Der Minister des Aeußern Tittoni begleitet das Königspaar. Auf der Reise nach London sandte der König von Italien heute nachmittag beim Betreten ftanzösischen Gebiets ein Sympathietelegramm an den Präsidenten Lou- Det. Das Königspaar berührte nachmittags Nizza und Marseille, doch unterblieb jeder Empfang, da die Reise im strengsten Inkognito vor sich geht. Der Zug des Königspaares wird deshalb morgen ftüh direkt von der Südbahn nach Versailles auf her Westbahn übergeführt, ohne Paris zu berühren. Wien, 15. Nov. Boris Sarafow, der am'Freitag mit 65 Hauptmitgliedern des mazedonischen Komitees in Küstendil eintraf, war Gegenstand großer Ovationen seitens der Bevölkeruna. Sofianer Depeschen wollen sogar wissen, daß Fürst Ferdinand Sarafow einen Ehrensäbel hat überreichen lassen. Bon mehreren bulgarischen Millionären erhielt Sarafow bedeutende Geldgeschenke. Sza tm ar (Ungarn), 15. Nov. Der Handelsminister Hieronymi hielt in einer Wählerversammlung eine Rede. Er bekannte sich als Gegner der Schutzzo llpolitik, weil eine solche in Ungarn, wo 8 5 Pro z. derBevölker- ung Landwirtschaft treiben, unheilvolle Folgen haben müsse. Sodann wies der Minister darauf hin, daß die gegenwärtigen innerpolitischien Verhältnisse der Aufnahme von Vertragsverhandlungen mit den ftemden Staaten im Wege seien. „Wir verdanken es nur dem politischen Bündnisse mit Deutschland, sagte der Minister, daß der Handelsvertrag mit Deutschland noch nicht gekündigt ist. Es wäre für Ungarn von großem Nachteil, wenn infolge unserer inneren Streitigkeiten Deutschland zuerst einen Vertrag mit Rußland abschließe und die hierbei erzielten Zoll- tarifvereinbarungen auf uns anwendete." Konstantinopel, 13. Nov. Die türkischen Matter veröffentlichen die offiziöse Mitteilung wonach laut amtlichen Erhebungen im Wilajet Monasnr im Kreise Ochrida 1421, im Kreise Kastoria 1322, im Bezirk Binletschte, Sand- schak Korytza, 384 Häuser ni edergebrannt wurden, welche jetzt mit einem Kostenaufwand von 515 436 Piaster wieder aufgebaut werden. Auch Geldunterstützungen werden verteilt. In , den übrigen Kreisen dauern die Erhebungen über die gleichen Maßnahmen noch fort._______________ Aus Stadt und Kund. Gießen, 16. November 1903. ** Bazar. Tank der fteundwilligen Unterstützung aller Kreise unserer Bürgerschaft verspricht der Bazar, der am Mittwoch den 18. Nov. nachmittags 4 Uhr in den Räumen des neuen SaalbaueS (Steins Garten) beginnen, und Freitag Abend enden wird, wahrhaft glanzvoll zu werden. Unsere Stadt hat in ihren Mauern schon manche Veranstaltung gesehen, die jeden nach seinem Belieben in die Lage versetzt, ein gutes Werk zu tun, aber sicherlich noch kein Wohltätig- kcitsfest, das lange vorbereitet und vorbedacht, so viele Ueber- raschungen bieten wird wie der bevorstehende Bazar. Seit Wochen sind unsere liebenswürdigen Damen am Werk, ein farbenprächtiges, lebensvolles Bild in Szene zu setzen und tausend schöne Gaben spendend werden sie aller Augen entzücken. Und die zwiefache Gelegenheit, ein paar frohe Stunden zu verbringen und einem guten Zweck zu dienen, wird hoffentlich gar viele veranlassen, den Bazar zu besuchen. Wir wünschen von Herzen, daß dem verdienstvollen Unternehmen ein klingender Erfolg beschieden sein möge. ** Provinzialausschuß. Wie wir schon berichteten, hatte sich der Provinzialausschuß der Provinz Obcr- hessen in seiner heutigen um 9 Uhr beginnenden Sitzung mit dem Antrag auf Konzessionsentziehung gegen die Wirte W alp er und Schmidt zu Romrod, Kreis Alsfeld, wegen Uebertretung der Gewerbeordnung zu beschäftigen. Die Wirte Walpcr und Schmidt zu Romrod haben gegen das unter Androhung der Konzessionseutziehung erteilte Vevbot, dem Georg Diemer in Romrod geistige Getränke zu verabreichen, oder diesen auch nur in der Wirtschaft zu dulden, verstoßen, weshalb das Großh.,Kreisamt Alsfeld unterm 10. Juli d. I. in Gemäßheit der §§ 33 und 53 der Gewerbeordnung und § 67 der Vollzugsordnung hierzu beantragte, das Verfahren zur Entziehung der Wirtschafislonzession gegen die Genannten einzuleiten. In der heutigen Verhandlung bestreitet Walpcr, daß weder er noch eines seiner Angehörigen dem Diemer geistige Getränke verabreicht hätte. Schmidt dagegen gibt zu, dies getan zu haben, da D. bei ihm gearbeitet habe und er diesen mit Essen und Trinken versorgen müsse, bestreitet jedoch, sich einer strafbaren Handlung schuldig gemacht zu haben. Zeuge A. Mohr von Romrod bestätigt, daß Diemer in den Wirtschaften schon Branntwein vor sich stehen gehabt habe, von wem er ihn jedoch erhalten habe, könne er nicht sagen. Der Provinzialausschuß nimmt auf Grund der Beweisaufnahme als erwiesen an, daß Diemer in der Wirtschaft geduldet wurde und auch geistige Getränke erhalten hat, wodurch das Verbot übertreten sei. Eine Verfehlung liege vor, auch wenn D. in dem Lokal geduldet werde und von anderen Gästen geistige Getränke erhalte. Es liege also ein Grund zur Konzessionsentziehung vor, da aber nur einzelne Fälle nachgewiesen seien, wird von einer KonzessiouSentziehung abgesehen, Walper und Schmidt jedoch in die Kosten des Verfahrens verurteilt. — Das Gesuch des Wilhelm Rinn VIII. zu Heuchelheim um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft wird mangels Nachweises eines vorhandenen Bedürfnisses abgclehnt, die Kosten des Verfahrens werden dem Rekurrenten auferlegt und dieser zur Zahlung einer Verhatidlungsgebühr von 10 Mark an die Provinzialkasse herangezogen. — Tas Gesuch des Philipp Möller zu Mainzlar um Erlaubnis zum Betrieb einerGastwirtschaft wird auf Antrag des Vertreters des Rekurrenten, Rechtsanwalt Leun zu Gießen, zwecks Ladung weiterer Zeugen vertagt, da die heute erschienene Zeugin nicht ausreicke, den Nachweis des vorhandenen Bedürfnisses zur Errtchtung einer Gastwirtschaft zu begründen. — Auch wurde das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 3. Juni 1903 bestätigt, welches das Gesuch des Heinrich Heyer zu Melbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft mangels Nachweises eines vorhandenen Bedürfnisses cck- gelehnt hat. Rekurrent hat eine Verhandlungsgebühr von 5 Mark an die Pvovinzialkasse zu entrichten und die Kosten des Verfahrens zu tragen. Hierauf wurde die Sitzung um 123/4 Uhr geschlossen. *♦ Oberhessischer Geschichtsverein. In der am 12. ds. stattgehabten ordentlichen Mitgliederversammlung hielt nach Erledigung der Geschäfte — die vom Ausschuß beantragte Satzungsänderung wurde einfHmnvg und debattelos genehmigt und auf Grund derselben nach Wreder- wahl der verbliebenen Vorstandsmitglieder die Herren Uni- versitätsbuchidrucker Kindt, Lehramtsassessor Klein und Kreisamtnrann Dr. Kranzbühler neu in den Vorstand gewählt — Herr Prof. Dr agendorff aus Frankfurt a. M. den angekündigten Vortrag. Er führte in demselben u. a. etwa aus: Was heutzutage bei Ausgrabungen in unseren Gegenden zu tage gefördert wird, erregt bei vielen eine gewisse Enttäuschung; die Ausbeute ist manchmal sehr gering, läßt sich vielleicht in einem Zigarrenkistchen nach Hause tragen und erregt meist keinen ästhetischen Genüße da es vielfach nur Scherben sind. In früheren Zeiten war das ja anders und ist auch heutzutage im Orient hier und da noch anders. Scherben im eigentlichen Sinne hat man bei Beginn der Ausgrabungen, etwa am Anfänge des 18. Jahrhunderts in Italien gar nicht beachtet; was dort aus den etruskischen Grabern zu tage kam, waren meist ganze Gefäße. Zwar leitete Winckelmann um die Mitte des Jahrhunderts die Forschung in richtige Bahnen, aber auch dann legte man auf die Umstände, unter denen die Funde gemacht wurden, noch kein Gewicht, sondern betrachtete nur die einzelne Vase. Das wurde anders erst durch Eduard Gerhardt, am Beginn des 19. Jahrhunderts, besonders als man auch in Griechenland ausmgraben begann und es sich dabei ergab, daß man dort die Gefäße als Gegen- ftände des täglichen Gebrauches in großen Mengen fand. Man lernte daher allmählich, sogar die Fabriken unterscheiden, aus denen die Ware stammte, und aus denen sie auf dem Handelswege nach Italien gekommen war. Man hat dann ferner auf römischem Boden und in der Provinz gelernt, die Ware sogar zum teil bis auf das Vierteljahrhundert in ihrem Alter zu bestimmen, auch ist man durchaus in der Lage, etwa nach Gallien oder Germanien importierte Ware von im Lande selbst verfertigten Nachahmungen zu unterscheiden. Diese Beschäftigungen mögen ja manchmal ein Lächeln Hervorrufen, sind aber wissenschaftlich notwendig. Cs ist ein Unterschied zwischen Metall und Tonware, abgesehen davon, daß jene schon ihrer leichteren Zersetzungsfähigkeit wegen weit seltener ist, ist sie auch viel kostbarer, viel teurer gewesen als diese, deren Material sich viel öfter und viel leichter gewinnt und findet; einfache Töpfe kann man fast überall darstellen; daher sind sie auch erst später zu einer den Transport lohnenden Ware geworden: Griechische Ware ist erst dann nach Italien gekommen, als es dort schon griechische Kolonien gab und ebenso kommt italienische Ware erst nach der Festsetzung der Römer nach Deutschland, aber auch nicht weit über die Grenze. Während aber im allgemeinen die Formen der Metallware dieselben bleiben, wandeln sich die Formen der Tongefäße. Aus Metallgegenständen, auch Münzen, läßt sich die Zeit nicht genau feststellen, sie geben nur einen Anhalt für die frühest mögliche Zeit, sie können ja viel länger gebraucht werden. Eine Münze aus der Zeit des Augustus z. B. besagte doch nur, daß das betreffende Grab oder die Ansiedlung nicht alles sein kann, wohl aber kann sie jünger sein, viel jünger sogar. Anders ist es bei Tongefäßen; sie geben einen genaueren Anhalt für die Datierung. Vor einigen Jahren glaubte man die vielgesuchte Stell« von Cäsars Rheinübergang gefunden zu haben. Es stellte sich aber bei Betrachtung der Gefäßfunde heraus, daß die betreffende Ansiedlung um Hunderte von Jahren älter war. Andererseits hat man bei Haltern in Westfalen vor kurzem eine sichere römische Niederlassung entdeckt, eben durch Scherben, die aus augusteischer Zeit stammen; und zwar ist es teils Geschirr, aus Italien stammend, teils solches aus Gallien. Aber auch kulturhistorisch interessant sind die Scherben. Sehr bekannt sind die aus Terra sigillata.^ Diese Ware stammt zunächst aus Italien, wird aber in alle römische Provinzen, meist auf dem billigeren Wasserwege, verhandelt. Tann aber begann etwa zurzeit des Augustus in Gallien die Nachahmung; man kennt ganze Töpfereien, deren Produkte später die italienische Ware ganz verdrängte; aber in Deutschland verschwindet am Elide des ersten nachchristlichen Jahrhunderts auch die gallische Ware, indem unter dem Schutze der römischen Besatzungen auch, in anderen Gegenden Töpfereien entstanden, deren Dekorationen freilich viel roher waren. Das ist also römischer Kultureinftuß, der sich z. B. auch in Trier, Bonn, Andernach konstatieren läßt. — An den Vortrag schloß sich eine kurze Besprechung und es machte hierauf der Museums-Konservator Herr Hauptmann a. D. Kramer ausführliche Mitteilungen über die von itym und Herrn Major v. Schlemmer auf dem Trieb ausgefi'chrten Ausgrabungen,, -deren Funde, zi:m teil von der geschickten tziand des Herrn Ratsdieners Ochs schon wieder zusammengesetzt. ausgeü--llt waren. ** Besitzwechsel. Das Bäckermeister Ludwig Kämmerer'sche Besitztum, Seltersweg 28, Ecke Teufelslustgärtchen, ging für 52 000 Mk. durch Kauf in den Besitz des Kaufmanns Fritz Nowack über. * * Der Wohltätigkeits-Verein „Fechtverband Gießen—Lahr" hielt vorige Woche seine Generalversammlung im „Deutschen Hof" ab, wobei sich bei der Nechnungs- ablage ein Ueberschuß von 555 Mk. ergab. Der Vorsitzende brachte zum Vortrag, daß außer diesen Geldern im verstossenen Vereinsjahr auch über 100 Mk. zu wohltätigen Zwecken verwandt worden seien, und daß das Gesamtvermögen bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegt sei. Es wurde der Beschluß gefaßt, einen Teil des Vermögens an hiesige bedürftige Armen zu verteilen, und zwar soll er in Kohlen und Brot verausgabt werden. Wie aus dem Llnnoncenteil ersichtlich ist, sind schriftliche Meldungen bis zum 22. d. Mts. bei dem 1. Vorsitzenden, Herrn I. Weisel, Sonnenstr. 6, einzureichen. Außerdem soll nach dem Reichs- ivaisenhaus in Lahr an sämtliche sich dort befindlichen Pfleglinge ein Weihnachtsgeschenk, wie auch im vorigen Jahre, sowie an die Verwaltung ein Geldbetrag zu Weihnachten gesandt werden. Weiter wurde beschloßen, dem sich dort befindlichen Pflegling Wilhelm Rink von Gießen in das bereits voriges Jahr vom Verein angelegte Sparkassenbuch einen weiteren Betrag von 10 Mark beizufugen. Für das neue VereinSjahr sind ein Familienabend, eins Weihnachtsfeier und zwei Maskenbälle mit Ausflügen festgelegt worden. Trotz des schlechten Llblaufs des letzten Sommerfestes, welches durch die schlechte Witterung sehr geschädigt war, kann der Verein auf ein gut verlaufenes Geschäftsjahr zurückblicken. • * Das Wintervergnügen desWohltätigkeits- vereins „Contentia" erfreute sich am Samstag abend eines sehr großen Zuspruchs in dem mit Tannen- und Jichtenbäumchen geschmückten Neuen Saalbau, dessen Wände in hübschen, malerischen Dekorationen sich präsentierten. Herr Wagner, der Vorsitzende des Vereins, begrüßte die Gäste und wies u. a. kurz darauf hin, daß aus den mittleren und höheren Kreisen die edle Sache des Vereins noch nicht die verdiente Unterstützung fände. Die Musik unserer Regimentskapelle unterhielt in einem längeren, ausgesuchten Programm die Festgäste, und nach einigen lustigen Szenen auf der Bühne wurde die Stimmung besonders gehoben. Zwei humoristische Szenen „Backfisch und Gouvernante^ und „Babette und Nanette", welche beiden Dienstmädchen im Laufe ihres Schwatzes auf der Straße inne werden, daß sie beide mit demselben Herrn Unteroffizier ein gütliches Verhältnis haben, wurden von jungen Damen sehr lebendig gesprochen und dargestellt. Eine außerordentliche Heiterkeit erregte dann noch der Schwank „Trudchens Schatz", wobei „Pieperchen", der Vater, in komischen Ausbrüchen seines hitzigen Temperamentes der Lachlust viel Stoff bot. Gegen 12 Uhr nachts wurden die Tanzkarten ausgegeben, und der Ball begann, der bis zum frühen Morgen in gelungenster, ungestörter Weise verlief. * * D er hiesige Zweigverein vom Roten Kreuz veranstaltete gestern nachmittag im Caf^ Ebel eine Versammlung zur Gründung einer Sanitätskolonne. Sie war nicht so zahlreich besucht, wie man hätte erwarten können; u. a. waren Provinzialdirektor Dr. Breidert und 15 Herren vom Evangelischen Arbeiterverein erschienen. Amtsgerichtsrat Wiener eröffnete die Verhandlungen, indem er Stabsarzt Dr. Ehrlich das Wort erteilte zu einem Vortrag, in dem dieser die Anwesenden mit Zwecken und Zielen einer Sanitätskolonne, welche fast schon in allen größeren Städten existiere, bekannt machte. Nachdem eine Liste zirkuliert war, hatten sich 19 Herren eingezeichnet; die Zahl wird sich indessen vermehren. Vom Gardeverein haben sich schon eine Anzahl von Herren gemeldet. Nach dem Vortrag entspann sich eine rege Debatte, wobei verschiedene Meinungen laut wurden über die äußerliche Kenntlichmachung der Mitglieder der Sanitätskolonne. Eine endgiltige Bestimmung darüber wird noch getroffen werden. Nächsten Sonntag nachmittag 4 Uhr soll der erste Vortrag mit praktischen Hebungen in der zur Verfügung stehenden Turnhalle der Stadt- Mädchenschule stattfinden. An den folgenden Sonntagen sollen von 3—4 Uhr und an einem noch zu bestimmenden Wochentage abends weitere Vorträge mit Hebungen erfolgen. Den Kursus wird eine Prüfung abschließen, und für die Organisation und Leitung der Kolonne werden geeignete Leute' als Führer und Ordner bestimmt werden. *• DieBüchersammlnngdes Alldeutschen Verbandes hat den Zweck der Begründung von Volksbüchereien in national bedrohten Gebieten in- und außerhalb des Reiches. Auf den ersten Aufruf, den seiner Zeit die hiesige Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes im Anzeigenteil unseres Blattes veröffentlicht hat, sind derselben von verschiedenen Seiten Spenden zugegangen, die in zwei Sendungen bet Berliner Hauptleitung überwiesen werben konnten. Mit dem Dank, den die Ortsgruppe den Spendern und Spen- berinen ausspricht, verbindet sie die dringende Bitte um weitere- Haltungsschriften jeglicher Art u. a. liche Parteizugehörigkeit ihn unterstützen könnte. SVaO/o’Reichsanleihe Herr led-Rat Professor A, 102.05 90.65 101.85 90.70 100.25 100.00 102.80 3% 8V.°/o 3°A) 31/2% . 26.70 . 91.30 . 114.30 . 104 60 . 212.80 . 196.50 . 145.25 . 159.40 . 165.00 , 143.70 . 18.2-3 . 190.50 . 238.50 . 188.00 . 202.50 zu einem >!«.<>.......... .....~ . Ein Polizist wurde angesallen und mißhandelt. Die Polizei wurde überrumpelt. 103.60 52.80 31.90 37.20 146.40 44.45 42 50 3% Mexikaner . . . 41/a% Chinesen . . . Electric. 8ch ackert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien Diskonto-Kommandit . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Oesterr. Staatsbabn . . Lombarden . • • • Gottbardbahn .... Laura hütte..... Bochum ... . . - Harpener..... Tendenz: fest. 4°/0 ItaHon. Rente , . . 4Va% Portugiesen , . . &o/t Portugiesen, ♦ « . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Griech. MonopoL-Anl. 41/.% äussere Argföntiner do. Konsole , do. . . Hessen Oberhessen Sprengkörper explodierte. Die Gendarmerie, die auf den starken Knall herbei eilte, habe eine vier Kilogramm schwere Eisenmasse vorgefunden. • Montreux, 15. Nov. Der seit einigen Tagen vermißte 21jährige Turist Rudolf Weil aus Kassel, der bei schwierigen Schneeverhältnissen eine Besteigung der Nayeselsen unternehmen wollte, wurde am Fuße einer Felswand tot aufgesunden. Die Leiche wurde nach Montreux gebra cht. * New-Orleans, 15.Nov. Bei Kentwood ist ein Expreßzug derJllinois-Zentralbahn auf einen Personenzug aufgefahren, wobei 40 Personen getötet und 23 verletzt wurden. Die meisten der Verunglückten sind Neger. * Taganrog, 14. Nov. Heute nacht wurde von unbekannten Personen das Bahngeleise zwischen dem Bahnhofe Pokrowskaja und der Ausweichestelle Koschnino zerstört, wie es scheint, um den nach Wolotschisk gehenden Kurierzug zum Entgleisen zu bringen. Dadurch stürzte ein Güterzug, der die Strecke vor dem Kurierzug befuhr, herab. Ein Reisender wurde getötet, mehrere Beamten verletzt. 30 Wagen wurden zertrümmert. sind tot. * Eonstanz, 14. Nov. Der Seidenbandweber Gottfried Brenner wurde heute vom Scharfrichter aus Freiburg mittelst Guillotine hingerichtet. Brenner hatte im Mai vorigen Jahres s ein e Tocht er ermo r d e t und derselben beide Beine abgesägt. Sein Mitangeklagter Sohn Fridolin Brenner wurde vom Schiwnuserrcht seinerzeit zu 6 Jahren Auchithaus verurteilt. r * Helsingsors, 14. Nov. In ter lutherischen Kirche zu Abo überfiel während des Gottesdienstes em Unbekannter ein jung es Mädchen und tötet e es durch Messerstiche, worauf er die Flucht ergriff. * Rom, 14. Nov. Die Königin-Mutter erlitt heute nachmittag einen Automobil-Unfall, wobei sie selbst leicht, ein Begleiter schwer verletzt wurde. i »Rom, 15. Nov. Nach einer Meldung der „Tribuna" aus Parma wurden bei dem Bahnhofe Eollechio Steine auf dem Bahngleise entdeckt und beseitigt, wodurch augenscheinlich der Schnellzug Rom-Mailand zum Entgleisen gebracht werden sollte. Ein Mann, den man für den Urheber dieses Anschlags hält, wurde verhaftet. — Der „Avanti" wird aus Vizenza berichtet, daß am 14. November früh bei Montebello unter dem vorbeisahrenden Expreß zu g ein Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 16. Nov. In einer im Charlottenburger Volkshause abgehaltenen Versammlung sozialdemo- kr a tisch er Delegierter des Wahlkreises Teltow-Beerkow- Storkow wurde beschlossen, auf der Forderung eines Mandates als Gegenleistung für eine sozialistische Unterstützung der Liberalen des Kreises zu bestehen. Kein sozialistischer Wahlmann, der im Falle einer Ablehnung dieser Forderung für einen Liberalen stimmt, dürfe weiter als Parteigenosse anerkannt werden. Als eventuelle sozialistische Kandidaten für den Landtag wurden in erster Reihe Schriftsteller Paü.l Hirsch-Charlottenburg, in zweiter der Abg. Zu b eil ausgestellt. New-Orleans, 16. Nov. Ein furchtbarer Kampf zwischen Weißen und Farbigen fand in Gillsburg (Louisianna) statt. Es wurde dort ein Neger gelyncht. Im Anschluß daran kam es zu einem wütenden Kampfe zwischen Weißen und Farbigen, wobei 18 Neger getötet und viele schwer verwundet wurden. d) die Neukonstituierung des nationalsozialen Landesvereins für Hessen und Nassau, e) die , Hilfe" als Organ weiter zu behalten, ä) für Vereine und Einzelpersonen den Anschluß an den nationalsozialen Preß- verein." Von der in Aussicht genommenen Schaffung eines monatlich erscheinenden Organs wurde vorläufig Abstand genommen. Mit der Neukonstituierung des Landesvereins für I Hessen und Nassau wurde der Frankfurter Ortsverein betraut. (Franks. Ztg.) Kniversttüts Nachrichten. Hamburg, 14. Nov. Bei der Budgetberatung forderte Dr. Cohen, Senat und'Bürgerschaft sollten der Errichtung einer Universität aus Staatsmitteln ernstlich näher treten. Der Vertreter des Senats, Bürgermeister Mönckeberg, erwiderte, er würde sich von Herzen über die Verwirklichung dieses Planes freuen, finanzielle Gründe sprächen aber dagegen. Familien Nachrichten. Geboren: Geheimrat Prof, von Behring, Marburg, ein Sohn. Telephonischer Kursbericht* Frankfurt a. iä., 16. November 1903. ie Armen überwiesen. Darmstadt, 14. Nov. Beim lleberschreiten der Gleise im Ludwig-Bahnhof wurden dem 19 jährigen Bahnarbeiter Reinheimer beide Beine abgefahren. Der Verunglückte wollte.dem nahenden Schnelllzug ausweichen und wurde hierbei von einer Rangiermaschine erfaßt. Heute Vormittag entgleiste der von Groß-Zimmern kommende Güterzug 8470 zwischen den Stationen Roßdorf und Gundern- hausen auf freier Strecke. Die Maschine und zwei Wagen sielen um. Personen und Güter wurden nicht beschädigt. Die Urjacheder Entgleisung ist noch nicht bekannt. (Franks. Ztg.) Frankfurt, 15. Nov. Heute Abend war hier eine Zusammenkunst von Vertretern der Nationalsozialen, bic s. Zt. den Anschluß an. bie Freisinnige Vereinigung ab- lehnten, zwecks Besorechung einer gemeinsamen Organisation. An Stelle des verhinderten Vorsttzenden des vorbereitenden Ausschusses, Pfarrers Gros, führte Fabrikant Schlosser den Vorsitz. Außer Frankfurtern waren meist Ver- tretet von Städten der Umgegend anwesend. Nach dem Be- richt von Dr. Cahn hatten sich auf das Rundschreiben des Ausschusses bis jetzt etwa 300 Mitglieder des aufgelösten nalionalsozialen Gesamtvercins zum Beitritt gemeldet. Es erfolgte eine lebhafte Aussprache, in der allgemein die Gründung einer besonderen politischen Organisation für ganz Deutschland Töchterschule einzurichten. Ü. Wetterfeld, 15. Nov. Vor zwei Jahren ist hier eine Wasserleitung gebaut worden, welche reichlich vorzügliches Wasser liefert. Sie wurde, da der Gemeinderat ihre Erbauung abgelehnt hatte, von einer provisorischen Genossenschaft übernommen. Schon Über ein Jahr wurden nun Unterhandlungen gepflogen zwischen der hiesigen Bürgermeisterei und dem Kreisamt Schotten zwecks Uebernahme der Leitung auf die Gemeinde; da es aber zu einem Resultat nicht kommen konnte, wurde die Wasserleitung von der Genossenschaft definitiv übernommen. Sie zählt über 70 Mitglieder. Die Gemeinde muß der Genossenschaft jedes Jahr 200 Mk. für die Benutzung der Wasserleitung bei etwaigen Bränden zahlen. )( Grünberg, 14. Nov. Emgangs der Heutigen Gemeinderatssitzung wurden die Angebote der Holzsubmission bekannt gegeben; darnach erhielt den Zuschlag für Eichen- Bau- und Grubenholz die Firma Weth in Freuchtesburg und für die übrigen Holzarten die Oberhejsische Holzindustrie Mücke. Sodann wurde eine längere Aussprache gepflogen über die Einführung des Oktrois analog den Alsfelder Bestimmungen; die Beschlüße über die einzelnen Positionen sind folgende: Wein und Most per Hektoliter 2 Mk., Obstwein per Hektoliter 1 Mk^ Bier per Hektoltter 2 Mk., alle Sorten Branntwein per Hektoliter 3 Mk. und für Mehl (nur einge- fähttes) per 100 Kttogr. 50 Pfg. Des wetteren wurde die Vergrößerung und sorgsamere Pflege der städtischen Obstanlagen sowie die Anpflanzung von Nutzhölzern in der Nähe der Stadt beschlossen. Dem Angebot emes Bürgers, als! Archivar die zahlreichen Urkunden und alten Akten in übersichtlicher Weise zu ordnen, wurde zugestunrnt; desgleichen der Aufstellung einer Laterne in der Heege. Nach Erledigung einiger kleiner Vorlagen und Genehmigung einer Anzahl von Rechnungen wurde die Sitzung um V210 Uhr geschlossen. R B. Darmstadt, 16. Nov. (Eigener Draht- berich't). ' Die Kaiserin von Rußland hat dem hessischen Verein vom Roten Kreuz ein Geschenk von 1000 Mk. überweisen lassen. — Wie jetzt feststeht, hat der Zar dem Staatsminister Rothe zur beliebigen Verwendung 5 0 00 Mk. und Oberbürgermeister Morneweg ebenfalls 5000 Mk. für VerinLichreK. • Auf der Eisenbahnstrecke Lichtenfels — Coburg wurden am 14. d. M. an verschiedenen Stellen zwei Personen überfahren und getötet. * Stettin, 15. Nov. Ein Segelsckiff hat die Baum - brücke angerannt, wodurch ein Teil derselben ab brach. Der Schiffsverkehr ist gesperrt. , * Straßburg, 15. Nov. In einer Stemgrube der Gemeinde Hochstatt lösten sich Steinmassen und zerschmetterten den Wegemeister Bötsch, sowie dessen Gehilfen; beide Arbeiterbewegung. Genf, 15. Nov. Die Regierung wies 17 Italiener wegen Teilnahme an den Streikunruhen am Freitag aus und ließ sie sofort über die italienische Grenze bringen. Darunter befinben sich auch als Anarchisten bekannte Leute, welche zur Plünderung der Banken und Verwüstung der Arbeitsplätze ausgesorüert hatten. Weitere Ausweisungen Gerichlssaal. Metz, 15. Nov. Leutnant Bilse hat das gegen ihn ausgesprochene Urteil endgültig anerkannt. Ferner ist an zuständiger Stelle von der Einlegung der Berufung seitens des Gerichtsherrn bis jetzt noch nichts bekannt. Breslau, 15. Nov. Der Beleidigungs-Prozeß Karlo B ö ck l i n gegen den P r o s e s s o r M ut h e r ist durch ein Schreiben des Letzteren an das Berufungsgericht beendigt worden. Muther zieht die Berufung gegen seine schöffengerichtliche Verurteilung zu° rück, weil seine Absicht erreicht sei, in wirksamer Weise zur Vorsicht vor den Nachlaßwerken Arnold Bocklins zu mahnen und weil er den Namen imb die letzte traurige Lebenszett des großen Künstlers nicht zwecklos diskreditiert wissen möchte. Hannover, 14. Nov. Der Inhaber des Blattes „Freie Meinung-, ein wegen Unterschlagung und Beleidigung schon vielfach vorbestrafter ftüherer Annoncen-Akguistteur aus Frankfurta.M., wurde heute wegen Beleidigung des Reichstags-Abg. Dr. Max Jännicke zu 9 Atonalen Gefängnis verurteilt. Er wurde sofort verhaftet. 87, % 4% Oesterr. Goldrente . 4'-/s% Oesterr. Silberrente 101.10 4% Ungar. Goldrento . . 100.05 Sandel und Verkehr. Uolksumllchast. „.. ran r- sä‘ä WÄLL»«-'«. «««'■«» gesellschaft sind aus Gründen, die nur des Näheren auseinander eljten, in den letzten Tagen um ca. 6 Proz. ^"^egangen. Inzwischen ist bereits wieder eine Wendung zum Besseren emgettet n und der Kursverlust ist am Samstag allem wieder voll herein- geholt wordem Als Ursache der Avance zirkulierten Geruehte von einer Preiskonvention, die demnächst unter den Elektrizitctts-; qesellschasteii abgeschlossen werden soll. Weiter verlautet, daß die^ Pariser Verhandlungeii mit der ©eneral Electric Eo. zu einem günstigen Ende geführt haben. „ , _ Deutsche Fahrradindustrie. Als besonders huereffant dürfte zu konstatieren sein, daß von den 28 341 Doppelzentnern Fahrrädern uiid Fahrradteilcn im Werte von rund 17 Mill. Mk., die insgesamt im laufenden Jahr bis Ende September aus Deutschland ausgeführt wurden, annäherild 20 Proz. nach den Niederlanden gingen. Der Gebrauch der Fahrräder nimmt m den Niederlanden von Jahr zu Jahr stark zu und der weitaus größte Teil dieser Räder wird aus Deutschland bezogen. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 16. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise:' Menen Btt. 16.25—00.00, Kurhessischer Älk. 16.50—00.00, La Plata Mk. 17.00—18.00, Kansas Mk. 17.00—18.00, Roggen (hiesiger) Mark 13.25—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.25—15.50, Franken- ielder Mk. 16,00—16,25, Hafer Mk. 13.00—13.75, Mais Mk. 12.50—12.75, Weizenmehl 0 Alk. 25.75—26.25, 2. Qualität Mk. 23.75 bis Mk. 24.25, 3. Qualität Mk. 21.75—22.25, Roggenmehl 0 Alk. 22.00—22.50,1. Qualität Mk. 19.25—20.25, Weizenkleie Mk. 8.75 bis All. 9.00, Roggenkleie Alk. 9.75—10.25, Maiskeime Mk. 10.25 .bis Mk. 9.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk.00.00—000.0. Alles per Zuwendungen (alter Zettschriftenbände, Jugendschristen, Unter- als nicht sehr aussichtsreich bezeichnet, aber auch der vorge- ' Haltungsschriften jeglicher Art u. a.) Der Zweck ist ja ein schlagene Anschluß an eme-bestehende liberale p^s4 so allgemein nationaler, daß jeder ohne Rücksicht auf burger- (Deutschen nahm- an der Ferer teil Kurz vor 2 Uhr nahm die Feslversainnilung bei den alten Schulhäusern Aufiteltung. Die tfeier wurde durch einen Ehoral eröfsnet. Lehrer Stör hielt die Adschiedsrede. Nachdem ter Schülerchor gesungen hatte, setzte sich ter Festzug nach dem Neubau irr Bewegung. Boran schritten die Lehrer mit den Klassen, es folgten bie Freifrau v. 9tordeck-Friedelhausen, die Vertreter derGteßener Behörden, der Schul-, Kirchen- und Ortsvorstand, ter Kriegerverein und der Gesangverein „Frohsinn". Bor deut ftatttichen Raub an, der den Festgästen irr seinen schönen, modernen Farben und Formen schon vom Bachthos aus ent- gegenleuchtete, nahm ter Festzug Aufstellung. DerSchueer- chor fang wieder, worauf unser langjähriger Ortsgeistlicher Pfarrer Weber die Weiherede hielt. Nach dem Schlußgebet sang der Gesangverettr Frohsinn. Ein Schulkind übergab au| gesticktem Kissen den SckMjsel dem obersten Leiter des Baues, Baurat Diehm, der ihn dann Regeerungsrat Dr. Wagner überreichte. Dieser sprach den Wunsch aus, daß das Haus attezett eine Psl-a.Hstatte der Gottesfurcht, der Liebe und Treue zu Fürst und Vaterland, Kaiser und Reich und ein Ort wahrer Volksbildung und Gesittung sein möge. Der Bürgermeister Aumann nahm von dem Hause Besitz und öffnete es, wobei er die Hoffnung aussprach, daß aus diesem Hause der Gemeinde ein reicher Segen erwachsen möge.! Ter Gesangverein Frohsinn trug ein Lied vor uiü) i die Gemeinde saug: „Nun danket alle GotP', woraus teui Festgästen die Besichtigung des Neubaues gestattet wurde. Du-- erste Stockwerk enthält die beiden Schulsäle, der zweite Stock ist Farbwert und enthätt die beiden Lehrerwohnungen. Fenster, Türen, Balken und Giebel sind in hübschen Farven gestrichen. Die Schulsäle send nach allen Forderungen der dualem: eingerichtet. Der Bau mit seinen Nebenanlagm tostet nahezu 50000 Mk. a» Friedberg, 14. Nov. Die Stadtverordnetenversammlung hat sich gestern in geheimer Sitzung mit der geplanten Errichtung einer Bürgerschule für Mädchen befaßt. Die Schule soll bereits mit Beginn des Schul- ;ahrs 1903/04 ins Leben treten. Man beabsichtigt, das Henkelmannsche Anwesen in der Burg zu mieten und als stehen bevor. Paris, 15. Nov. Gestern hielten die Arbeiter der staatlichen Streichhölzerfabriken in den Vorstädten von Pantin und Aubervilliers eine Protestkundgebung gegen die Einführung von Streichhölzern aus dem Auslande ab. Die Versamnilung nahm einstimmig eine Tagesordnung an, worin gesagt wird, daß der Import ausländischer Streichhölzer die Arbeiter in ihrem Einkommen beeinträchtige und daß erwartet werde, der Finanzminister werde fein Versprechen halten und die Einführung ausländischer Zündhölzer verhindern. — In Elermond-Ferrand beschlossen alle Syndikate, sich mit den ausständigen Straßen bahnangestellten solidarisch zu erklären und am Donnerstag Den Generalausstand zu proklamieren, falls sie bis dahin Genugtuung nicht erhalten haben. St. Quentin, 15. Nov. Die Weber der FabrikBoudoux fina gestern in den Ausstand getreten. Sie begaben sich vor andere 100 Kg. ab hier. m fc. Frankfurt a. M., 16. Nov. (Telegr. Orrg.-Berrcht des Gieß. Aiiz."). Amtliche Notierrmgen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 429 Ochsen, 174 aus Oestreich, 45 Bullen, 1 aus Oestreich, 739 Kühe, Fersen, Sttere und Rinder, 1 aus Oestreich, 249 Kälber, 364 Schafe und Hammel, 1248 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 73—75Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 63—66Dck.; Bullen l.Qual. 66 bis 68 Mk., 2. Qual. 62—65 SDIL; Kühe 1. Qual. 65—67 Mk., 2.Quall 61—63 Dck., 3. Qual. 51—53 Mk, 4. Qual. 48—50 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber:!. Qualität83—85 Pfg.,Lebendgewicht 52—54 Pf., 2. Qilal. 75—80 Pfg., Lebendgewicht 45—47 Pfg., Schlachtgewicht 61—64 Pfg., Schafe: 1. Quast Schlachtgewicht 66—68 Pfg., 2. Qiial. 56—58 Pfg., 3. Quast 00—00 Mg.; Schweine 1. Quast 56—00 Pfg., Lebendgew. 44 Pfg., 2. Quast 54—55 Pfg^ Lebendgewich 43—00 Pfg., 3. Qual. 46—48 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Hornvieh gut, Ueberstand unbed. Kleinvieh gut, unbed. Ueberstandt, Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag ben 17. November*): „Hoffmanns Erzählungen." AUttwoch den 18. November geschlossen. Donnerstag den 19. November: „Zar und Zimmermann." Freitag den 20. Nov.: „Mignon". Samstag den 21. November: „Das Glöckchen des Eremiten." Sonntag den 22. November: „Oberon". Dlontag den den 23. November: „Die Fledermaus." Dienstag den 24. Novbr.: „Oberon." Schauspielhaus. Montag den' 16. November"): Zur Feier der 25j ä h r i $ en Wirksamkeit des Herrn Karl Hermann am hiesigen Theater: Neu einstudiert: „Freund Fritz." Dienstag den 17.Nov.: „Die Jungfrau von Orleans." Mittwoch den 18. November geschlossen. Donnerstag den 19. November: „Sodoms Ende." Freitag den 20. November: „Die Jungfrau von Orleans." Samstag den 21. November: „Geschäft ist Geschäfst" Sonntag den 22. Nov., nachmittags halb 4 Uhr: „... so ich Dir"; abends 7 Uhr: ^Freund Fritz." Niontag den 23. November: „Tie Jungfrau von Orleans." Dienstag den 24. November: Zum ersten Male: „Zapfen- ftr et ch." •) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. und S) herein, L®at’ieil d°Z ttf&j aitr rn -uch j^Nunt« Wt Ä," Ni(6 “ Äetct "^Kvns^^ung » SST °- q05erNter Qubtn. 28, q, Ludwig im «r- i“ w°hN°iige» «"«elegf [(i. ,$Cl! « V-mS,« und zw« jod er ®ie « dem "»ch Mitgen tie lb!n' H'm I. W nach btm Ach d-rtdejiadlichenHg. "4 int notigen K«, ^(tag ju Weihmtz«, üen, bent sich bod be. n Gießen in ba§ bc« de Tpackassenbuch einen fügen. Ur ba§ neue ine Weihnachtsfeier und tgelegt worden. Trotz nersesles, welches durch war, tarnt btt Verein pirMitten. am Samstag abend mit Tannen- wär lalbau, Wand', ch yr^enßecken. $en bec^We die Gäste ans den mittleren und ßeremS noch nicht die tusik unsem Regiments- auSgesuchten Programm fügen Czmen aus der nderS gehoben. Zm ch Gouvernante' und ihm Dienstmädchen m r mne werben, W lIC litt ein güW$cri amen sehr leM ve- .dch°n? * w b jen AuriM '6tne§ viel n «HW* Rötgen »3efun9* vom ^oter 1 Ebel em Se.ilät^olonne Am hätte erwatt« ttr. Breidert mi 2 6^ienen‘bl « Adlungen, «de« iu einem öwca'" „rietet io« « LP l5atbe”x htm Bett«! ^rich'-den^^ sgiit. enbev11’^ t(Ig * mit pr«™ebtr Stabt- Turnh^ gunnfag" fotgenbclftjntntenb«1 s-i-Ä ^■abr^cnX nnb versuchten, die Ärbeileiid u aufzuwiegeln. Es kam dirig. Arzt d. Kiiiderkrankh. in M. schreibt: In mehreren Fälleii ö- --...... ^uiamnienstoß, wobei zwei Arbeiter verletzt mürben, von chroliischen Ausschlägen und Wundsem der Kinder habe nut 1 ‘ 1 .....Obermeyer's Herba-Seife sehr gute Resuttate erzielt. Z. h. 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Jüfjrfsbdtrng 2gik., Eintrittsgeld 1 Mk. derselbe wird vom Nereinsdiener Adolf Schwan im Laufe dieser Woche erhoben werden. Wir machen darauf aufmerksam, daß jeder Quittung eine Beikarte (nicht übertragbar) beigefügt wtrd, daß aber weitere Bettarlen gegen Ausstellung des mitfolgenden Bezugsscheines und gegen Entrichtung von 50 Psg. pro Stück gefordert werden können. Beikartcn können nur für die Hausstandsmitglieder der engeren Familie verlangt werden und sind nicht übertragbar. Mißbräuchliche Benutzung dieser Karten zieht zunächst den sofortigen Ausschluß aus dem Verein nach sich und wird gegebenen Falles gerichtlich verfolgt. Die Bezugsscheine und Eintrittsbeikarten sind beim Vereinsdiener oder auch beim Vereinsrechner, Herrn Augu st Kuhr, Schottstraße 10, erhältlich. Gießen, den 6. November 1903. 8441 Der Vorstand. zum Besten der Alice-Schule Hießen am 18., 19. aiiö 29. November 1903 im Neuen Saaibau. Anfang 4 Uhr nachmittags. Ende 12 Uhr. 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