VezugsprerSt Iie heutige Yummer umfaßt 8 Seite«. Botschaft zahlreiches Publikum, das in Hochrufen auf Frank- lährl. ausschl Lestellg. Annahme von Anzetgen sirr Die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ßetlenpret»; total 12 aufl rvürtfl 20 Pig. '■ISecafiiro^rlliA Tüt den poltL und aÜflem, TeUi U ©Utto, für .Stadl und Kanir und JSertcfyt5|aalei August Götz, für den An- jetqentetli HanS Beck. Heute vormittag begab sich der Präsident der Republik mit Gemahlin nach dem Palais des Ministeriums des Aeußern und holte das italienische Königspaar ab. Alsdann fuhren die Herrschaften zusammen nach dem Jmvalidenhotel. Auf der ganzen Strecke, die der Zug passierte, hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge eingefunden, die das italienische Königspaar lebhaft akklamierte, mit den Rufen: Es lebe Italien, es lebe die Königin. Die hohen Herrschaften bestiegen alsbald nach Ankunft auf dem Bahnhofe den bereit stehenden Sonderzug, der sie nach Versailles brachte, wo sic um 10 Uhr 15' Minuten eintrafen. Auf dem dortigen Bahnhofe hatten sich der Präfekt des Departements Seine et Oise, der Bürgermeister von Versailles sowie die Spitzen der Zivilund Militärbehörden zur Begrüßung eingesunden. Vom Bahnhofe begaben sich die Herrschaften unter lebhaften Ovationen des Publikums nach dem Schloß, wo das Königspaar das Museum in Augenschein nahm. Um 12 Uhr fand im Schloß ein Dejeuner statt. Während des Frühstückes regnete es in Strömen, bald aber ließ der Regen nach und das Wetter wurde schöner. Der König und die Königin unternahmen in Begleitung des Präsidenten und Madame Loubet eine Spazierfahrt in den Park von Trianon. Nach Besichtigung des Trianon traf das Königspaar mit dem Präsidenten und Gemahlin wieder im Ministerium des Aeußern ein. Die am Bahnhofe und am Ministerium versammelte zahlreiche Menge brachte Hochrufe auf das Königspaar aus. Präsident Loubet und Gemahlin begaben sich nach dem Elysee. Heute nachmittag versammelte sich vor der ftanzösischen reich, Italien und den König seine Freude über den dem Königspaar in Paris bereiteten Empfang ausdrückte. Die Galavorstellung in der Großen Oper zu Ehren des Königspaares verlief ohne Störung. Bei der Ankunft auf dem Opernplatz, wo sich eine große Volksmenge eingefunden hatte, wurden Präsident Loubet und seine Gäste lebhaft begrüßt. Der Opernsaal, in dem alle Notabilrtäten der Republik anwesend waren, bot mit den reichen Toiletten der Damen und den zahlreichen Uniformen ein prächtiges Bild. Die Königin trug ein weißseidenes Kleid, mit Brillanten besetzt, und ein großes Diamandendiadem. Die Vorstelluug, welche, da jedermann auf das Signal des Königs wartete, ohne das geringste Beifallszeichen blieb, umfaßte den zweiten Akt von „Aida", den dritten 'Akt von Molißres „Le bourgeois- gentilhomme“, Massenets „Meditation de Thaiis“ und das Ballet „La maladetta“ von Vidal. Auf dem Heimwege brachte die Menge dem Cortöae laute Ovationen. 4. BeförderungvonBriesendur ch Agenten. Die Katserl. Oberpostdirektion in Leipzig hatte Ende v. I. gegen eine g-irma in Rheydt eine Strafverfügung erlassen, weil sie ihrem Leipziger Agenten offene Briefe und Postkarten, die an Empfänger in Leipzig gerichtet waren, in verschlossenen Briefen mit der Poft zugesandt hatte, und der Agent die Briefe den Empfängern entweder selbst zugestellt oder nach der Ortstaxe frankiert in Leipzig zur Poft geliefert hatte. Die Posrver walturig erblickte hierin eine Zuwiderhandlung gegen Z 1 des Gesetzes über das Postwesen vom 28. Oktober 1871, weil hier eine Beförderung geschlossener Briefe vorliege, für die der Agent eine Vergütung erhalte, die in seiner Provision mit einbegriffen sei. Die Kammer befurchtet von dieser auch vom Schoss engerichte zu Leipzig vertretenen Auslegung eine Schädigung des geschäftlichen Verkehrs, denn dem Agenten werden nicht der Portoersparnis halber die Sammelsendungen übermittelt, sondern um ihn über alle Beziehungen der Firma zu ihrer rkuudschaft in seinem Bezirie zu informieren. Sie wird daher, falls auch die höchste Instanz der Ansicht des Schöffengerichts zu Leipzig beitreten wird, zur Beseitigung jenes Mißstandes eine entsprechende Aenderung des Reichsgesetzes über das Postwesen beantragen. 5. E iM g ä n g e: a) Scharf u. paese, Handel und Wandel, Lesebuch für junge Kaufleute, Wittenberg, R. Herrose's Verlag; b) Mitteilung des Reichspostamts, betr. Eröffnung des internationalen Postverkehrs nach Ostasien via Sibirien, vom 1. Okt. d. I. ab; c) Den Schriften der Vereinigung der in Deutschland arbeitenden Privat-Feuerversicherungs-Gesellschaften zu dem Entwurf eines Reichsgesetzes betr. den Versicherungsvertrag ; d) Eingabe des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen Interessen des deutschen Handels und der Industrie von Fleisch- und Fettwaren an den Bundesrat, betr. das Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetz; e) Eingabe des Vereins zur Wahrung gemeinsamer Wirtschaftsinteressen der deutschen Elektrotechnik an den $2ernt Reichskanzler, betr. Abschluß von Handelsverträgen mit Schweden und Norwegen; s) Eingabe der Vereinigung für die Zollfragen der Papier verarbeitenden Industrie und des Papier- Handels an den Herrn Reichskanzler, betr. Neuregelung unserer Handelsbeziehungen zu Oesterreich- Ungarn ; g) Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer Mitteilungen zugegangen über eine internationale Kunst- und Gewerbeausstellung für Erzeugnisse aus Metall und Stein in St. Petersburg, die Förderung der deutschen Einfuhr nach Rumänien, den Absatz nach Beira und dessen Hinterland, den Absatz deutscher Maschinen nach Shanghai, den amerikanischen Wettbewerb in Shanghai, deutsche und ameritänische Drähtnägel auf dem chinesischen Markt, die Anknüpfung von Geschäftsverbindungen mit chinesischen Kaufleuten in Amory, die Absatzgelegenheit für deutsches Bauholz in Transvaal, den Absatz deutscher Waren im Staate Amazonas, den Absatz von Maschinen, Textilwaren und Weißmetallwaren in Uruguay, die Bildung von Kaffeesyndikaten in Brasilien, über das unreelle Geschäftsgebahr en einiger Singr- naer Exporthäuser und zweier rumänischer Firmen, ' sowie über zweifelhafte Firmen in Madrid und : Budapest. Die Eingänge können wahrend der üblichen Geschäfts- ’ Seit im Bureau der Handelskammer eing^jehen werden. 1 6. Nach Erledigung der Tagesordnung folgten die Mit- 1 glieder einer Einladung des Herrn August Gabriel ( j u n. zur Besichtigung der L a h n k a lk - und Marmor- 1 Industrie m A b en dsteru bei Gießen. Das Werk wurde un November 1888 in Betrieb gesetzt und tft seit i dieser Zeit in ununterbrochmrem Sammer- und Winter- < betrieb. In dem zuerst erbauten Ringofen ist seit dem - Aus Stad! uns KauS. Gießen, 16. Oktober 1903. Der Nachdruck unserer Originalartikel wird nur unter Zitierung in der Form „Gieß. Anz." gestattet. ** Kreisausschuß. Samstag, den 17. Oktober l. Js., vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes dahier eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rekurs des Ludwig Hellmold zu Gießen gegen einen Polizeibefehl der Großh. Bürgermeisterei Gießen betr. Beseitigung eines Schuppens. 2. Rekurs der Wilhelm Volz Wtw. zu Gießen gegen einen Polizeibefehl der Großh. Bürgermeisterei Gießen betr. Herstellung eines Jauchebehälters und einer Abortgrube. 3. Beschwerde der Hch. Sonntag Ehefrau zu Gießen gegen eine Verfügung des Ortsarmenverbandes daselbst. 4. Beschwerde der Gg. Bausch Ehefrau zu Gießen gegen eine Verfügung des Ortsarmenverbandes daselbst. 5. Beschwerde der Joh. Schmidt Eheleute zu Gießen gegen eine Verfügung des Ortsarmenverbandes daselbst. 6. Gehalt des Markrechners zu Bellers- heün. Hieran schließt sich eine nichtöffentliche Sitzung. ** In Sachen des Gießener Bahnhofs-Um- und Erweiterungsbaues findet, wie wir hören, am nächsten Montag in Frankfurt eine Konferenz statt. ** Evangelis eher Bund. Es wird uns mitgeteilt, daß ber hiesige Zweig verein des Evangelischen Lundes seine allgemeinen Familienabende im Neuen Saalbau (früher Steins Garten) für den 15. November, den 24. Januar und den 21. Februar vorgesehen hat. — Nachdem durch verschiedene Vorkommnisse in hiesiger Stadt das evangelische Bewußtsein weiter Kreise geweckt und geschärft worben ist, Werderi diese Abende, die allen Evangelischen zugänglich sind, noch mehr wie bisher ihre Anziehungskraft bewähren. Wir sind letzt schon iif der Lage, mittellen zu können, daß es den Bemühungen des Vorstandes gelungen ist, für den ersten Abend Pfarrer Duseck, einen tschechischen evangelischen Geistlichen aus Kolin in Böhmen, zu einem Vorträge über die böhmischen kirchlichen Verhältnisse zu gewinnen. R. B. Darmstadt, 15. Okt. Bei der heutigen Er- satzwahl der Wahlmänner für die beiden von der Kammer als ungiltig erklärten Darmstädter Landtagsmandate erzielte die nationalliberale Partei einen großen Erfolg. Nr. 243 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche bergelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'schen Univers.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben) «edaktton. Expedition und Druckerei: Schnlftratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Krrnsprechanschluß Nr. bl. Aas italienische Königspaar in Faris. Paris, 15. Okt. ^eftern abend ereignete sich ein Zwischenfall, der leicht üble polgen hätte haben können. Bei der Illumination geriet einer der Masten in Brand, wodurch eine Panik entstand, die noch dadurch erhöht wurde, daß ein Droschkenpferd scheute und einen Mann überrannte, der schwer verletzt wurde. Erst als das Feuer gelöscht war, trat unter der Menge wieder Beruhigung ein. — Die Polizei entfernte gewaltsam eine auf dem Gebäude der Arbeitsbörse gehißte rote Flag ge, wogegen die anwesenden Arbeiter protestierten, indem sie erklärten, daß die rote Farbe keineswegs eine herausfordernde (ei, da sie bereits von Loubet, Waldeck-Rousseau und Anderen defiliert sei. Trotzdem wurde die Fahne entfernt, nachdem die Polizei gedroht hatte, die Arbeitsbörse besetzen zu lassen. tagen gefahrene Spätzug Gießen-Lich -Hungen in dem WinterfahrfÄan 1903/04 nicht vorgesehen ist, so hat die Kammer cm die Königl. Eisenbahndirellion Frankfurt a. M bas Ersuchen gerichtet, den Zug für die Folge endgilttg bei- zubehalten, event. ihn noch einige Monate probeweise verkehren zu lassen, um zsü prüfen, ob auch für den Winter ein Bedürfnis für die Beibehaltung des Zuges vorliegt. Die Direktion hat die erforderlichen Ermittelungen eingeleitet und wird nach deren Beendigung der Kammer wettere Mittellungen geben. 2. Wahl der Handelsri ch ter. Am Ende dieses Jahres läuft die Amtsdauer der seitherigen Handelsrichter ab. Die Kammer nahm daher die erforderlichen Neuwahlen für die Jahre 1904—06 vor und wird die Gewähllen dem Herrn Präsidenten des Großh. Landgerichts zu Gießen für das Amt des Handelsrichters, bezw. Ergänznngsrichiters in Vorschlag bringen. 3. Einfuhrzoll für Wein zur E ssigbereit- un g. Der Verband deutscher Essigfabrikanten in Fohr (Rheinland) übersandte der Handelskammer eine. Eingaoe an den Bundesrat zur Unterstützung, in der die Verzollung von Wein zum Zwecke der Essigbereitung nach vorhergegangener Denaturierung mit Essig zum Zollsätze für Essig beantragt wird. Unter den geltenden Zollsätzen ist es für die einheimische Weinessigindustrie schwierig, "mit der ausländischen Industrie aus dem deutschen Markte zu konkurrieren, da der Einfuhrzoll für..Weinessig nur 8 Mk. pro 100 Kilogramm beträgt, während der für die Essigbereitung einzuführende Wein einem Zollsätze von 24 Mk. pro 100 Kilogramm unterliegt, falls er nicht in einer Zollniederlage stichig geworden ist. Die Kammer beschloß nach Anhörung hiesiger Interessenten die Eingabe des genannten Verbandes zu unterstützen. 8. Sitzung der Grotzh. Handelskammer Gießen, für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug. Gießen, 13. Okt. 1903. Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Balser, Ihr ing, Katz, Moll, Nowack. Rinn, Röhr, Schirmer, Zurb uch, sowie der Syndikus Dr. &ntL ^nS dem Geschäftsbericht ist folgendes mit- zuteilen: . a. Das Großh. Ministerium des Innern hat in einem Rundschreiben an die hessischen Handelskammern darmif hin- oeroiefeit, daß die Verwendbarkeit ihrer Jahresberichte erheblich gewinnen würde, wenn diese von allen Kammern in der gleichen sachchchen Einteilung abgefaßt und rn dern- selben Format veröffentlicht würden. Die Handelskammer Gießen hat sich scheu vor Jahren gegenüber dem Deni^ scheu Handelstage in ähnlichem Sinne ausge,prvchen und sich auch jetzt bereit erklärt, der Anregung des Großh Ministeriums Folge zu geben. , b Die erste der von den Großh. Handelskammern zu Friedberg und Gießen in Aussicht genommenen Konferenzen für die Lehrer in den Kaufmännischen Fortblldungsschulen -Oberhessens fand am 10. Oktober statt. Abgesehen von einigen anderen Punkten standen zur Berattm«: Der Under- richt im 'Deutschen an den Kaustlmunifchen Fortbitoungs- sckulen insbesondere die neue Rechtschreibung und der Entwurf einer gemeinsamen Haus- und Schulorouung. lleb-er die Ergebuille der Verhandlungen wird un Jahresbericht ber Handelskammer eingehend Mitteilung gegeben werden. c Ta der in den Monaten Juli-September an Sonn- Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Ml. 2.— viertel» Jahre 1888 noch das erste Feuer. Ursprünglich bestand das Werk nur aus einem Ringofen, einer Waggon- und einer Fuhrwerkswage. Infolge der starken Nachfrage nach den verschiedenen Stein- und Kallprodukten, wurde die Anlage fast in jedem Jahre vergrößert, sodaß das Werk heute eine große Bedeutung erlangt hat und sein Absatzgebiet immer mehr erwettern kann. Gegenwärtig umfaßt das Werk u a. zwei große Ringöfen zum Brennen von Kalk und Ziegelsteinen, eine Dampfziegelei und verschiedene Anlagen zum Zerkleinern der Kalk- und Marmor- stücke. Zum Betriebe der Zerkleinerungsanlagen, bestehend aus Steinbrecher, Walzwert nebst anderen Zerkleinerungsmaschinen, dient ein im letzten Frühjahr in Betrieb gesetzter Zirkulations-Röhrentessel, der im stände ist, eine zehnpferdige Dampfmaschine zu treiben. Eine 45 pferdige Dampfmaschine dient augenblicklich noch zum Betriebe der verschiedenen Zerkleinerungsmaschinen und zur elekttischen Beleuchtung des ganzen Werkes, das etwa 100 Glühlampen erfordert, Tie Dampsziegelei wird durch eine weitere etwa 30 pferdige Dampfmaschine angetrieben. In dem Gabriel'schen Werke werden hergestellt: 1. Bau- und Düngerkalk in Stücken und in feinster Mahlung, 2. Terrazzosteine und Steinmehle für die künstliche Steinfabrikation in den verschiedensten Farben und Körnungen, und ferner 3. Ziegelsteine, die im Ringofen gebrannt werden. Das Rohmaterial für die Dampfziegelei, der Lehm, findet sich m vorzüglicher Beschaffenheit und größten Mengen direkt am Werke, während Kalksteine und Marmor aus den Brüchen bei Bieber mit der Biebertalbahn herangeschafft werden. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß die Marmorkalksteine ca 99i/2 Prozent kohlensauren Kalk enthalten, also fast chemisch rein sind. Die günstige Lage des Wertes an der Kreuzung der Staatsbahn und Biedertakbahn gestattet in bequemster und billigster Weise den Geleisanschluß an die beiden Linien. Da überdies die gesamte Anlage in jeder Richtung von Geleisen in praktischer Weise durchschnitten ist, so ist es möglich, die bedeutendsten Quantitäten mit Leichtigkeit zu befördern. Die gute Qualität sämtlicher Produkte wird durch zahlreiche vorzügliche Atteste betätigt; auf den beschickten Ausstellungen erhielt das Werk die höchsten Auszeichnungen, so auch jetzt wieder auf der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Gießen. Von besonderem Interesse und großer Entwicklungsfähigkeit erscheint auch die noch neue Zndustrie, die ans den zerlleinerten Kalk- und Marmor- fteinen künstliche Steine, wie künsttichen Marmor und Bausteine, Terrazzosteine, und das als Fußbodenbelag usw. Verwendung findende Steinholz herstellt. Was die Gesamtfördenuig des Werkes feit Ende 1888 bis 30. August 1903 anbetrifft, so gelangten insgesamt 33 454 Toppelwaggons a 10000 Kilogramm zur Produktion, Verbrauch, bezw. Versandt. U. A. werden jetzt ca 800 Doppelwaggons Kalk pro Jahr gebrannt, bezw. versandt. Alle Teilnehmer gewannen bei der Besichtigung des Werkes die lleberzeugung, daß dieses in jeder Beziehung auf das praktischste eingerichtet ist, und unter feiner vorzüglichen Leitung noch einer großen Entwickelung entgegengeht. Zweites Blatt. 153. Jahrgang , Freitag 16. Oktober 1903 Sietzener Anzeiger ' General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Als der Lloyd- Das Opfer einer Blutrache. 2. < Betr.: Staatskommissar. 9 Ö 0 2 (y) x- o © © ö OPtlZfr «so S ö im bescher t mit fein & '£3 Jö 4- Fri De In hiesiger verlo Der spruch al Gie 4ur Ein Ta. ^egen fii abzusch Bi In 30. 01 bie Ar nämlich d hat in Nothjchloß bei Nimptsch der Arbeiter Oh ne sorge seiner Frau mit einem Rasiermess er die Kehle d u r ch g e s ch n i 11 c n. Ufrtflt 10 S-t-tg- hatte, war, als von einem Redner der Name Bismarck erwähnt wurde, der Zwischenruf ertönt: „Der ist sch o n k r e p i e:r t* Der Nufer wurde in der Person des Maurers Szymanski ermittelt, der durch Urteil des Schöffengerichts wegen Verübung groben Unfugs zu einer G e l d st r a f e von 15 M k. verurteilt worden ist. Bemerkenswert sind folgende Ausführungen in den Urteilsgründen? Durch die fragliche, in der Oeffentlichkeit gefallene und auch in die weitere Oeffen'tlichkeit gelangte Aeußerung mußten sich die deutsch- gesinnten Kreise der Bevölkerung in hohem Grade verletzt und beunruhigt fühlen, da ihnen das Andenken an den Fürsten Bismarck ein teures, fast möchte man sagen, heiliges ist. „ Derartige rohe, von fanatischem Haß diktierte Aeußerungen gefährden aiich den „äußeren Bestand" der öffentlichen Ordnung, da sie zur noch größeren Verbitterung uud Aufreizung der deutschen und polnischen Volkselemeiite gegen eiimnbcr nicht wenig beitragen. — Szymanski mar Mitglied des Schrodaer Kriegervereins, aus dem er sofort ausgestoben wurde. Königsberg i. Pr., 15. Okt. Die Strafkammer ver> handelte heute gegen zwei hiesige Einwohner wegen Wahloergehens. Diose hatten bei der letzten Reichstagsstichwahl auf Grund je zweier für verschiedene Wahlbezirke geltenden Einladungen zur Wahl, die ihnen irrtümlich zugesandt waren, ihre Stimmen auch an zwei Stellen abgegeben. Die Strafkammer sprach die Angeklagteii mit der Begründung frei, daß die Angeklagten infolge straflosen Rechtsirrtums die Tat begangen haben, Oldenburg, 15. Okt. Unter starkem Andrang des Publikums begann die Verhandlung ui de>n Prozeß gegen, den Oberlehrer D r. Ries und Redakteur Biermann wegen' Bele i d i g tl ii g des I u st i z m i n i st e r s D r. R u h st r a t und des Landrichters paake. Die Verteidiger erklärten, daß sie den Gerichtshof wegen Besorgnis der B ef a n g en h e i t ab lehnten. Rach längerer Erörterung wurde dem Einwenden des Verteidigers nur bezüglich eines Richters stattgegeben. Unter den Zeugen befindet sich Justizminister Dr. Ruhst rat, der sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschloffen hat. Rach Vernehmung der Angeklagten wurde der Prozeß auf unbestimmte Zeit vertagt, da zwei Zeugeii, auf welche die Verteidigung nicht verzichtet, nicht erschienen sind. Vermischtes. Eine überaus peinliche Affäre macht seit einiger Zeit in Danzig viel von sich reden. Der im vergangenen Herbst verstorbene Abg. Rickert hatte seiner Frau, mit der er in zweiter Ehe vermählt war, neben dem Nießbrauch seiner Billa in Zoppot eine Rente von 5000 Mk. vermacht, welche die Erben von Rickerts nicht unbeträchtlichem Nachlaß zahlen sollen. Die in den besten Vermögens- Verhältnissen lebenden Erben, Dr. Heinrich Rickert, ordentl. Professor der Philosophie in Freiburg i. Br., Frau Senatspräsident Emily Germershausen, geb. Rickert, und Dr. Franz Rickert, sollen nun nach Zahlung für einige Monate aus unbekannten Gründen die diente nicht weiter geleistet haben, sodaß die Witwe Rickert zu ihrem Lebensunterhalt die Hilfe von ihren und ihres verstorbenen Mannes Freunden in Anspruch nehmen muß und den Rechtsweg beschritten hat Ihr Rechtsbeistand ist der Landtagsabgeordnete und Stadt- verordneten-Vorsteher Keruth in Danzig. Bei der Beliebtheit und dem "großen Ansehen, dessen sich Rickert besonders in Danzig erfreute, ist es begreiflich, daß diese Sache dort sehr peinlich empfunden wird. * Gattenmord. Wie aus Breslaii berichtet wird, dampfer „Selene", von Konstantinopel kommend, im Hafen von Val di More Anker warf, schifften sich zwei junge Montenegriner ein, welche auf einen Konstantinopeler Passagier, der gleichfalls Montenegriner ist, losgingen ilnd mit dem Revolver beschossen. Der Passagier zog gleichfalls einen Revolver und verwundete einen Angreifer schwer. Ihm selbst wurde bald darauf durch einen Stockhieb der Schädel zerschmettert. Der Kapitän übergab die Attentäter und den toten Passagier den montenegrinischen Behörden. Der Ermordete wollte in seine Heimat fahren, um zu heiraten, und wurde in Antivari erwartet. Er wurde das Opfer der Blutrache, weil er vor Jahren einen der Mörder in Konstantinopel tätlich insultierte. Unter den zahlreichen Passagieren des Dampfers entstand große Panik. Mehrere Frauen wurden ohnmächtig. 15 Revolverkugeln wurden während des Vorganges abgeschossen. * BetrunkenesRindvieh richtete dieser Tage in dem havelländischen Dorfe Stölln allerlei Unheil an. Auf der dortigen Gutsbrennerei war aus Versehen Spiritus in die für das Vieh bestünmte Schlempe geraten, wodurch sich dieses einen Viordsrausch antrank. Die Kühe wirtschafteten darauf wie toll in dem Stall herum und konnten nicht gemelkt werden. Noch ärger betrugen sich die vor die Pflüge gespannten Ochsen, welche wild losstürmten und die Knechte mitschleisten, wodurch einige Verletzungen erlitten. Am nächsten Tage litt das gesamte Rinovieh sichtlich an einem großen Katzenjammer. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Letr.: Saw Weisung Wssegrur Zusa Settenhau bekannt g Die bekannt zr 1. ! Wt* e«'*' OUV^ »u -lotatU"* prutter*" taib * Die nationalliberale Wahlmännerliste erhielt 2170 Stimmen, bie der Freisinnigen dagegen nur 780 und die der Sozialdemokraten 1365 Stimmen. Bekanntlich waren bei der vorjährigen Wahl die freisinnigen Herren Langenbach und Saeng mit geringer Mehrheit gewählt worden, weil sie von den Sozialdemokraten sehr energisch unterstützt wurden. Stach dem jetzigen Wahlergebnis hätte auch das vereinte Vorgehen der Freisinnigen und Sozialdemokraten nicht ausgereicht, um die Särtionalliberalen, die früher seit vielen Jahren stets die beiden Mandate in ihrem Besitz hatten, aus dem Felde zu schlagen. Die deutsche Resormpartei und die christlich-soziale Partei hatten, wie schon gemeldet, in einem gemeinsamen Aufruf Wahlenthaltung proklamiert, das allerdings nur sehr schwach vertretene Zentrum dagegen die Wahl der national- liberalen Wahlmänner empfohlen. Frankfurt, 14. Okt. Ein Berichterstatter, den ein freundliches Geschick gestern nachmittag in die Kaiserstraße führte, hatte Gelegenheit, die Fürstlichkeiten zu sehen, die von Darmstadt zu kurzem Besuch nach Frankfurt gekommen waren, und schildert, was er geschaut und erfahren, wie folgt: „Der Zar hat auf die Personen, die ihn in den einzelnen Geschäften bedienten, einen völlig ungezwungenen Eindruck gemacht, Der Zar war heiter gestimmt, freundlich, liebenswürdig und sichtlich befriedigt von der Leistungsfähigkeit der Frankfurter Firmen. Er stattete der Papierhandlung von A. H. John und, wie die „Franks. Ztg." erwähnt, dem Porzellangcschäst von Bing jr. u. Co. in der Kaiserstraße einen Besuch ab. Bei Bing weilte er fast eine Stunde; er bekundete ein hohes Interesse für die einzelnen Künstgegen- stände und machte bedeutende Einkäufe an Kunstwerken, Lampen, Tierfiguren u. a. Vor dem Geschäft hatte sich eine Anzahl Neugieriger angesammelt, die sich jedoch auf die Bitte eines Beamten zerstreute. Der Zar hat einen zwecken Besuch in Frankfurt in Aussicht gestellt." Wiesbaden, 15. Okt. Der Fürst und die Fürstin von Schwarzburg-Sondershausen sind heute nachmcktag zu längerem Aufenthalt hier emgetroffen. ^Kassel, 15. Okt. Der Reisende, welcher sich gestern tn einem Klosetraum des westfälischen Nachmittags-Schnellzuges erschoß, war, wie jetzt festgestellt wurde, der frühere Bankdirektor, jetzige Rentier Hermann Fischer aus Barmen. Er befand sich auf der Reise zu Verwandten. — Die eben in Treysa abgehaltene Herbstkonferenz des Ev ang elischen Psarrervereius für den Konsistorialbezirk Kassel faßte eine Resolution, in der sie mit Bezug auf den bekannten Vortrag des Professors Ladenburg chr Bedauern darüber ausspricht, daß die Leitung eines wissenschaftlichen Kongresses einen derartigen Ueb er griff aus das Gebiet der Religion geduldet habe. — Hier verstarb im 71. Lebensjahr Prof. Dr. Hch. Möhl, eine Autorität auf dem Gebiete der Wetterkunde und Lecker der hiesigen kgl. meteorologischen Station. Möhl war lange Jahre Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften an der weiland kürfürstl. Polytechnischen Schule, späteren kgl. Höh. Gewerbeschule, die nun seit einigen Jahren eingegangen ist. Dcar WirM >venn wir Zollten. § h-v. Ä bie S immti Land Siiäfi bin Nerr . Den, i Mr Sjen S'" "«w in t e'nen "(leben, jf SWhnh-it- anbct( Wieben. » W c§ Ür Win, ?.'= We Zch schnitt' es ßern in alle Rinden ein, O daß ich meine Heiserkeit und den abscheulichen Husten nur durch Kay s ächte Sodener Miueralpastillen losgewor- den bin. lieber Stacht last ist das Wunder geschehen und die ganze Geschichte hat nur 85 Psg. gekostet, lind das soll nun jeder wissen, Damit ein jeder weiß, was er zu tun hat, wenn ihn ein Katarrh oder auch nur ein Husten mit ’Wf obligater Heiserkeit befällt: Er soll „Sodener" kaufen. In ©jeder Apotheke, Drogen- und Mineralwasser-Handlung zu haben.___________________________________________6911 Gerichtssaat. — Beschimpfung des Andenkens Bismarcks. In einer Reichstaaswählerversammllmg, die am 19. April in (Posen) unter Dem Vorsitz des Prälaten v. Jazdzewski stattgefunden i > i •rntiringusc.nes ■■■ ■■ __J _ Elektro- u. Maichinen- TechmECMm JSmenau ln»enia;En,kflr und -Werkmeister. — —cflS.52 «Su ev (Io «so «so «so ($V «so ev «so SS- «so «SO -=n «SO «SO «so «So ~ i-1 3 Z» «SO CD .-t- «SO ZS 3 ö S 9-5 9 ss (S) £2 co - o w CT «SO 3 O >-L - >0*2 ö-co — C& ö 02 3 ts «So SS 2. 55. to Oktober 1903. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 15. 2« 741,3 13,0 9,5 86 SSW. 2 Bed. Himmel 15. 926 742,9 11,4 8,8 88 NW. 4 Regen 16. fit 743,4 9,2 7,5 87 SSW. 2 Bed. Himmet Höchst c Tem peratur am 1 4. bis 15. Ok tober 1 4,16 C. 9tiedriqste „ 1 L „ 15. ff 7.3u 0.'