Erstes Matt. 153. Jahrgang Donnerstag L6.JuliiS03 ins Wasser wcu Diplomen und Echulstratze 7. Adresse sür Depeschen: «n-etger Gtetze». Fernsprechanschluß Nr. bl. Der stklöenve Fapst. Rom, 15. Juli. Die Aerzte Rossoni und Mazzoni begaben sich um 5 Uhr 45 Min. nachmittags in den Vatikan, um gemeinsam mit Glücksritter aaf Aktie«. Einer unsereriuristischen Mitarbeiter schreibt uns: Den soliden Mrenunternchmungen stehen zunächst die mit von vornherein auf Schwindel berechneten Betriebe Nr. 164 Erscheint täglich außer Sonntags. Dera Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen ilnivert-Buch- u. Stein- bruLkerer (Pietsch Erden- gegenüber. Solche krasse Geschäftsblüten wachsen nur auf Großstadtbodeu, im Großstabtsumpf, unter welchem sie ebenso über Nacht versinken, wie sie noch Dags zuvor groß und vrachti^ aus'scchen, als das Aktienkapital von den Gründern eurge^ahst wurde, d. h. als die Opfer ihr Geld würdiger Herr mit vielen Titeln, Volttische Tagesschau. Im gothaischen Landtag führt der Oberbürgermeister Liebetrau das Präsidrmch während der Sozialdemokrat Bock "Vizepräsident ist. Zwischen diesen beiden Männern spielte sich dieser Tage nach der „Magd. Ztg." folgende Szene ab: Gelegentlich einer Aeußerung über die Kornzölle bei seinen Ausführungen über den Uebungsplatz ruft der Abg. Hildebrandt dem ALg. Reinhardt eine unparlamentarische Bemerkung zu, infolge deren er vom Präsidenten einen Ord- nungsrus erhält. Der Abg. Bock bemerkt hierauf, daß dieser Ordnungsruf in einem so kommandomäßigen Tone erfolgt sei, „als ob wir dumme Jungen" wären. Infolge dieser Beleidigung legt der ^äsident, Oberbürgermeister Liebetrau, den Vorsitz nieder. Vizepräsident Bock überv- nimmt die Leitung der Verhandlungen. Im Verlauf der Sitzung wünscht Vizepräsident Bock, daß Präsident Liebetrau den Vorsitz wieder übernehme, worauf dieser erklärt, daß seine Geschäftsführung in so tief verletzender Weise ange- reiften w^en sei, daß er sein Mandat in die Lxinde der Wähler zurücklege. Mehrere Abgeordnete versuchen, den Abg. Bock zu veranlassen, feinte beleidigende Aeußerung zurückzunehmen. Bock unterbricht die Verhandlungen, um die Angelegenheit zu regeln. Nachdem mehrere Abgeordnete den Präsidenten Liebetrau ersuch: haben, auf seinen Posten Lappoui den Papst zu untersuchen. Der Zustand des Papstes ist stationär. Das Allgemeinbefinden war heute früh ein wenig besser infolge nächtlichen Schlafes, der jedoch mehr ein leicht komatöser Zustand war. Das Bewußtsein ist vollständig wiedergekehrt. Währeno der Nacht sagte der Papst zu Lapponi und seinem Diener Centrcr, die bei ihm wachten, sie sollten ihm gehorchen und zur Ruhe gehen, er fühle sich besser. Lapponi erwiderte: „Sie sind es jetzt, heiliger Vater, der gehorchen muß." Manchesmal stellt der Papst sich schlafend, um der Umgebung Ruhe zu verschaffen, oder er bittet darum, ihn allein zu lassen, da er schlafen wolle. Die Ernährung des Papstes leidet darunter, daß er flüssige Nahrung zwar gerne nimmt, feste aber zurückweist. Lapponi verließ heute früh 9 Uhr den Vatikan, um nach seiner kranken Tochter zu sehen, und kehrte um halb 11 Uhr dorthin zurück. Um eine neue Flüssigkeitsansammlung im Brusd fell des Papstes möglichst zu verhindern, entnehmen die Aerzte die Müssigkeit von Zeit zu Zeit mit einer großen Pravazspritze, die etwa 100 Gramm faßt. Die Nadel ist so fein, daß der Papst keinerlei Schmerz empfindet. Die Aerzte erklären ihm dabei, es handle sich um eine Einspritz-- ung von Arzneimitteln. Die gestern abend eingetretene Erleichterung wird auf die Flüssigkeitsentnahme dieser Art zurückgeführt. Lapponi gestattete heute gegen 1 Uhr dem Papste, kurze Zeit aufzustehen. Man brackte ihn mit großer Sorgfalt in den kleinen Thronsaal nächst dem Schlafzimmer. Der Papst sprach auch heute von seinem nahen Ende. Seine Stimme war außerordentlich schwach. Den ganzen Tag empfing dec Papst niemanden, nachdem jetzt sämtliche hier weilenden Kardinäle empfangen sind. Heute trank, wie die „Jtalie" meldet, der Papst einige Tropfen Lourd es-Wasser, das Lourdes-Verehrer aus Eifersucht gegen die Mitra des Januarius geschickt haben. Es kann aber sein, daß diese Meldung nur zu Reklamezwecken verbreitet worden ist. Die Erlaubnis, sich der Kondolenz wegen in das in den Vorsälen aufliegende Register einzutragen, ist aufgehoben, da heute folgende Phrase gefunden wurde: „Ein junger At Heist wüns cht dem alten Pontifex gute Nacht." des Hotelbesitzers. Er ist ihm als höflicher Manu Dank schuldig für eure kleine Gefälligkeit: Seitdem die Direktion der „Fortuna" bei Einbau der Patentanlage die Garantie für 14 000 Mk. Kohlenersparnis pro Semester übernahm, hat der Hotelier nennenswerte Ausgaben für Kohlen ein* K überhauvt nicht mehr durch die Bücher lausen lassen, >ern für die Kleinigkeit selbstverständlich einige Wechsel aus die „Fortuna" gezogen. Daß an Kohlen gerade noch so viel, wie früher, bezogen werden muß, ist eben einem Kesselkonstruktionsfehler des Ingenieurs zuzuschreiben, was aber unberufene Augen nicht zu sehen brauchen, sonst leidet der Ruhm des Patents. Der Hotelier weiß das schon aus seiner früheren Geschäftsverbindung mit dem Erfinder und quittiert jetzt dessen Anerkennung über die taktvolle Buc^ sührung mit verständnisinnigem Händedruck. Die Darstellung der Berliner Lokalblätter über die Erfolge des For- tuna-Concentrators war in den nächsten Tagen denn auch derartig, daß sich die Zahl der Aktionäre täglich vermehrte. Das war die Zeit, wo das reife Korn den Schnittern winkte. Jetzt nur keine falsch^ Bescheidenheit ! Wer wäre auch, jetzt noch so vernressen, dem Patentgeheimnis nachzuforsch>en? Genug, daß der Kraft--Concentrator erfunden war und für jeden, der es auf den Bureaus der Gesellschaft nachge- schlagen haben wollte, täglich dutzendemal in Ausführung kam unter Leitung von 14 Ingenieuren, sodaß binnen kurzem die Gesellschaft allein die Verwertung der Er- finoung nicht mehr bewältigen konnte. Der riesenhafte Geschäftsbetrieb brachte schließlich eine Ueberarbeitung des Direktors mit sich Auch entstanden Differenzen mit dem Aufsichtsrat, der unter dem Einfluß eines unverantwortlich pessimistischen Technikers das Aktienkapital von 2 Mill, auf 78 000 Mk. herabsetzen und unter Zugrundelegung eines Patentwertes von 45 Vit. .das Unternehmen erneuern wollte. Zum Glück verhinderte der Direktor und die Seinen als Besitzer der Aktienmehrzahl durch Stimmenmehrheit baA Unglück. Der Erfinder wurde jedoch begreiflicherweise vor Aerger krank. Die Aerzte rieten ihm nach Wiesbaden. Er bevorzugte aber ein südamerikanfiches Seebad zusammen mit seinem Liebling, der so schön singen konnte. Vorher suchte jedoch der viel geprüfte Mann zu retten, was zu retten war. Er verkaufte den Betrieb des Patentes in den inländischen Provinzen für 100 000 Mk. und verteilte sämtliche- Aktien zur Hälfte . cs Nominalwertes an bedürftige Mitmenschen. Die kräftigsten Wünsche begleiteten ihn über den Ozean; andererseits nahmen ihm unverständige Menschen das übel. Wie unrecht! War der Mann nicht ein Genie? Als er nach Berlin gekommen war, besaß er nichts, als das veraltete Patent eines Feuerungsrostes in Papierwert des Originals. Tie Aktiengesellscha,: Fortuna geriet nach Verlust seiner genialen Leitung mit 1172 Mk. Aktiva gegen 31/4 Mlllion Passiva in Konkurs. Leider fanden sich unter den Beteiligten einige arme Schlucker, die sogar so schofel waren, daß sie über den Verlust der lumpigen paar tausend Mark ganz melancholisch wurden, obwohl es doch, so schön gewesen war. So ist die geniale Erfindung durch menschlichen Unverstand verdorben. Die Berliner Kriminalpolizei angelt auch — vermutlich immer noch geduldig weiter nach dem Direktor der „Fortuna"; aber Angeln hängen ins Wasser und, tote gesagt, der Goldfisch ist längst — übers Meer. Z Ku en mit geschickten Händen: Dann geht's los ganz os, beiläufig in Berlin kürzlich etwa so: In der Friedrichstraße hielt der Direktor der Aktiengesellschaft — niennen wir sie Fortuna — Gmpfangsabend. Ein Hauptmann a. D. und ein Leutnant nahten sich als verspätete Gäste. ,Mässen Sie auch, Kaurerad", sagte der erstere, „daß ich, eigentlich meine Frau, an der Geschichte jetzt mit cci. 40 Mille beteiligt bin; na, verdoppelt sich's, um so besser, schlägt's fehl, auch gut!" „Sie Glücklicher", lachte der andere, „ich habe bis jetzt nur zwei Aktien vom Schwiegerpapa in spe auf Pump. am ja, habe Chancen bei der Schönsten der schönen töchter." „Da kann mau wohl schon gratulieren", erwiderte der Hauptmann, fassen Sie sich Ihr Ideal nicht rauben, aber die Kleine erinnert manchmal verteufelt an eine famose Actrice aus Warschau, die auch jo unnachahmlich Fazios war. Wie entzückend die sagen konnte: Papa sieht's ja nicht, das hätten Sie hören müssen. Aber pst, da sind wir an der Garderobe." Bald hatten die beiden abgelegt uird nahmen an der Festtafel Platz. Es war eine wirklich auserlesene Gesellschaft. Was Eleganz heißt, hier war's entfaltet. Ein Oberingenieur hielt gerade eine Rede auf den Gründer deA Unternehmens, den Festgeber und die Seele des Ganzen. Der dankte in bewegten Worten: „Alle meine Gäste", sagte er, „darf ich mit Stolz Freunde nennen. Sehnte doch mancher von den Herren sich nach, einer seiner Befähigung und doch auch seiner gesellschaftlich hohen Stellung entsprechenden Beschäftigung, und hat nun, kann ich mit Stolz sagen, sei eks als Mtglied des Aufsichtsrates, sei es als kaufmännischer oder technischer Mitarbeiter unseres Riesenunternehmens ein rmgeahnt reiches Arbeitsfeld. Zu besonderer Freude aber gereicht e§> mir, Sie alle zur Besichtigung einer Betriebsanlage unseres Patentes im Hotel König Karl natürlich mit nachfolgendem Souper einzuladen. Seit.einem halben Jahr ist dort unser Patent in Betrieb. Produktionskostenersparuis bis jetzt 14 Mille! Finden Sie sich, bitte, recht zahlreich ein und bewundern Sie unsere Erfolge. Man sieht: Der Mann redet wie ein Buch, vornehm und liebenswürdig zugleich; dann singt sein Lieblingstöchterchen russische Steppenlieder; etwas schwermütig zwar, aber jeder Ton ein Traum von Licht und Schönheit. Die Zeit verfliegt; erst spät verläßt man das glänzende Mst, und sieht man am nächsten Tag den Betrieb der Kraft- ersparungsanlage im Maschinenraum des Grandhotels, vielmehr man ahnt sie nur im Flammenmeer des Riesenkessels, aber man bewundert in den vorgelegten Geschäftsbüchern die zahlenmäßige Ersparnis infolge dieser einzigen Erfindung. Kein Zweifel, es ergibt sich schwarz auf weiß eine Wenigerausgabe an Kohlen mit 14000 Mk. im letzten Halbjahr. Während des Festessens betrat der geniale Erfinder nochmals, und zwar diesmal allein, das Privatzimmer d ® monat?td>75$"o‘ertd. Gießener Anzeiger ** General-Anzeiger SSK Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ______ ___________________________________________________________ -eiqentetl: Pans Beck. Zur Keschichte der Reichsgründung. Nachdem vor einigen Wochen der Leipziaer Historiker Brandenburg in der „Historischen Zeitschrift" oas Werk von Ottokar Lorenz „KaiserWilhelmunddieBegründ- ung des Reiches" einer scharfen Kritik unterzogen hat, tut das Gleiche Hermann Oncken im neuesten Bande der „Forschungen zur brandenburgischen und preußischen Geschichte" (Leipzig, Duncker und Humblot). Oncken stellt den hohen Quellenwert des Lorenzschen Buches ebensowenig in Abrede, wie den patriotischen Sinn der deutschen Fürsten, die ihr geschichtliches Material Lorenz zur Verfügung stellten und mit diesem Material die Auffassung des Jenenser Historikers maßgebend beeinflußten. Aber Oncken bedauert, daß Lorenz sich nicht auf die geordnete Herausgabe seines Materials beschränkte, sondern ein Buch zu den Materialien schrieb, und damit eine nützliche Quell en sammlung zu einem verfehlten Werke machte. Die Hauptanklage Lorenz' besteht bekanntlich darin, daß er dem Fürsten Bismarck Schwäche gegen Bayern vorwirft, Bismarck als bayernblind behandelt. In Bezug hierauf stellt Oncken bei Lorenz „Ansätze zu richtigen Gedankenreihen" fest, wie denn das ganze Buch außer seiner prinzipiellen Versehltheit noch an erheblichen inneren Mder- sprüchen leide; aber in der Hauptsache verkenne Lorenz die treibenden Kräfte der Bismarckschen Politik bis zur völligen Urteilslosigkeit. „Es ist", schreibt Oncken wörtlich, „so viel über Bismarcks Realpolitik geschrieben worden, daß man glauben sollte, ein Begriff davon gehörte zum Gemeingut des denkenden Deutschen; und dem Historiker vollends sei eine tiesergreifende Vorstellung in Fleisch und Blut übergegangen: mit Ueberraschung sieht man hier, wie weit doch wieder das Verkennen des Eigentlichen getrieben werden kann. Bismarck schätzte den bayerischen Staat imnrerhin als Macht ein, als eine Realität, die Respekt erforderte, und mit der mau in bem neuen Reiche aus alle Fälle rechnen mußte; gut behandelt, tonnte sie eine Stütze des Neugeschajsenen, genötigt aber mußte sie ein ernstes Hemmnis werden . . . Die ganze Bayernpolitik Bismarcks ist von demselben gesunden Realismus getränkt, der sein ganzes Lebenswerk auszeichnet, sie ist ein wohlbegreifliches Werkstück des ganzen Baues; und die Gegenwart scheint mir eher für als gegen die Notwendigkeit zu sprechen, es weiterhin zu respektieren." Die zweite Hauptanllage, die Lorenz erhebt, ist der Vorwurf, daß Bismarck zu Unrecht als der Reichsgründer bezeichnet werde, daß dem eigentlichen Urheber des Reiches, Wilhelm L, der wohlverdiente Ruhmesanteil weggenommen sei. In dieser Hinsicht erkennt Oncken eine starke, zuerst durch das Medium Sybels hindurchgeleitete Beeinflussung der Geschichtsauffassung von feiten Blsmarcks an, und betont, daß man sich von den Bismarckschen Tendenzen der Geschichtsauffassung befreien müsse, „^amit wird allerdings", fährt dann Oncken fort, „die Wahrheit nicht aus der Welt geschafft, daß in den Jahren 1862—1871 die Schöpfung des Reiches von Bismarck ausgegangen ist; er hat nicht alles getan, natürlich nicht, sondern eine unsägliche Masse des Verdienstes gebührt den verantwortungsvoll Mithandelnden, dem König Wilhelm I. an erster Stelle, ferner and) allen Mitstrebenden, wie jenen patriotischen Fürsten, und sckfiieß- lick) allen, die in ihrem Kreise, bis zum letzten Train- soldaten herab, während des Feldzuges ihre Pflicht und Schuldigkeit taten; aber der Mann der jedesmal entscheidenden Entschließungen auf dem Wege zum Hohenzollern- schen Kaisertum ist in jedem Stadium Bismarck gewesen, und deshalb dürfen wir ihn als den schöpferischen Gründer des Reiches bezeick)nen, ohne den anderen ihre Kränze, und den reichsten und schönsten dem Könige, zu versagen." Die überaus scharfen Angriffe Lorenz' gegen „Herrn v. Sybel" und die ganze bisherige Geschickfisschreibung veranlassen Oncken schließlick) zu der Zurückweisung: „Die Grundlage der Lorenzschen Darstellung ist fast regelmäßig unzureichende Kenntnis der Literatur, unkritische Lösung der Probleme, mangelnder Sinn für die Realitäten und eigemvilligsles Bordringell einer allesbesserwissenden Persönlichkeit. Es bestraft sick) dock), von dem Stalldpunkte der Kleinen, der Zuschaiwr, der nur an zweiter und dritter Stelle Mithandelnden Dinge zu beurteilen, die man zu allererst von dem Zentrum aus zu begreifen versuchen muß; und es bestraft sich nicht minder, dies in so überheblicher Weise zu tun, wie es hier (bei Lorenz. D. Red.) geschieht." — Die Steinkohlenzeit, d. h. die Erdperiode, in diejenigen Pflcmzeniormen, aus welchen unser wichtigstes Heizmaterial, die Steinkohle, sich im Lause der Jahrtausende gebildet hat, die Fluren der vermutlich von höheren Lebewesen noch nicht bewohnten Erde bedeckt haben, stellt eines jener Gebiete dar, die uns nahezu die besten Aufklärungen über die Entwlckelungsgeschichte der Erde gegeben haben. Die Funde, die namentlich m neuerer Zeit in den großen Kohlengruben Deutschlands und Frankreichs gemacht wurden, haben bereits die Atöglichkeit gegeben, die wichtigsten Pflanzenfornzen jener frühen Erdperiode so genau zu rekonstruieren, als wären uns Abbildungen von Zeitgenossen übermittelt worden. Einer der glänzendsten Versuche, eine Vegetationslandschaft aus der Steinkohlenzeit wiederherzustellen, ist in neuerer Zeit von dem ausgezeichneten Dozenten der Pflanzenpalaeontologie an der Kgl. Bergakademie zu Berlin, Professor Dr. Henry Potonw, unternommen worden, deßen farbenreiche Schöpfung den Hauptanziehungspunkt der 35. Lieferung der großen Publikation Hans Kraemers: „Weltall und Menschhei t", Geschichte der Erforschung der Natur und Verivertung der Narurkräfle, (Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., BerUn und Leipzig) bildet. In den jüngst erschienenen Abteilungen des 2. Bandes führt zunächst Professor Dr. Hermann Klatsch seine allerseits mit größtem Beifall aufgeitommene Darstellung der Entstehung und Entwickelung des Alenfchengeschlechtes zu Ende, während gleichzeitig Prof. Potoni« seine Darstellung der Entwickelung der Pflanzenwelt'mit einer geistvollen Erörterung der Frage „Was ist Leben?" beginnt. Dem „Staatsanzeiger" zufolge verlieh der K a i s e r anläßlich der diesjährigen Großen Berliner Kunstausstellung den: Bildhauer Pros. Adolf B r ü l t - Berlin, dem Maler Johann S a r g e n t - London, dem Maler Karl B a n tz e^r -Dresden die große goldene Atedaille fiir Kunst, Den Malern Fritz Burger- Basel, Edwin A11 stin - A b b e y - London, den Bildhauern Hugo Lederer- Berlin, Ferdinand L e p t e - Berlin, den Architekten Fraitz u 0 it Hoven und Ludwig 9c eher- Frankfurt a. Al. und dem Alaler Karl V i n s c 11 auf Gur Osterudorf, Kreis Lehe, dle kleine goldene Aiedaille für Kunst. tl Per Jahresbericht der Orohy. Kuudelskammcr Hießen. VII. Petroleumhaudel. Die Standard Oil Company in Newyork hat im vergangenen Jahre ihre Bestrebungen, beu Artikel Petroleum vollständig zu monopolisieren, fortgesetzt und war nach wie vor im stände, die Preise an der Newyorker Börse zu diktieren. Wenn auch, die russische Petroleunr-Jndustrie im letzten Jahre größere Anstrengungen gemacht hat, mit dem ante» titanischen Petroleum durch billigere Preise und Lieferung einer guten, brauchbaren Qualität zu konkurrieren und hierin erfolgreiche Resultate aufzuweisen hat, so bleibt für Heer und Flotte. — Das Ritterkreuz 1. ftlajje mit der Krone des Großh. Hess. Verdienstordens Philipps des Großmütigen wurde dem Major Wa lter im Infanterieregiment Graf Kirchbach. (1. Niederschlesischen) Nr. 46, das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens dem Major B a p st im 4. Magd. Infanterieregiment Nr. 67 und dem Major v. Trotta gen. Treyden im K'ö- nigsinsanterieregiment (6. Lothr.) Nr. 45, dem Hauptmann v. Schrader, Lehrer au der Kriegsschule in Danzig, verliehen. Aus Stadt uuö Saud. Gießen, den 16. Juli 1903. ** Die Sternschnuppen im Juli und Augus Der beste Kenner der Sternschnuppenschwärnre, der englische Astronom Denning, stellt in den „Astron. Ncrchr." die Meteorschauer zusammen, die etwa in derselben Jahreszeit mit den berühmten Perseiden eintreten. Um eine Beobachtung zu erleichtern, giebt er eine Tabelle der Strahlungspunkte, von denen die einzelnen Schwärme am Himmel ausgehen. Diese Arbeit ist sehr verdienstlich, weil in den letzten 25 Jahren während der Monate Juli und August über 100 Sternschnuppenschwärme beobachtet worden sind. Denning teil: die Erscheinungszeit in drei Abschnitte, nänrlich vom 6. bis 16. Juli, vom 20. Juli bis 16. August und vom 19. bis 25. August. Das gebotene Schauspiel ist oft sehr schwach, jedoch bleibt es für die Astronomen wichtig, weil die Meteore sie doch noch sehr viel zu tun üb^rig, um gegen die amerr- !'an i scheu Monopolisten mit gleicher Energie und gleichen Mitteln den Konkurrenzkampf ausnchmen zu können. Hierzu gehört in erster Linie der in Angriff genom^ menen Petroleumröhrenleitung Baku-Batum, welche leider erst bis Mitte 1904 fertig gestellt werden kann. Bis jetzt waren die Transport-Verhältnisse nach den Ausfuhrhäfen, besonders nach dem Schwarzemeerhasen Batum, vo-llständig unzureichend, indem die Eisenbahn Baku-Batum nur un- aesühr Vs von dem Petroleum-Quantum befördern tonnte, welches Baku für das Ausland zum Transport anzubieten vermochte. ... . . . . In zweiter Linie ist unbedingt notig, daß Die russi- chen Rafsinerieen sich von den amerikanischen Verträgen, welche ihr Absatzgebiet nach Deutschland und England beschränken, vollständig frei machen und sich hiermit eine reie Konkurrenz zur Erschließung des deutschen Marktes ' koxx anderen Ländern, welche Petroleum produzieren, haben im letzten Jahre auch Oesterreich und Rumänien größere Anstrengungen gemacht, nm chr Oel in Deutschland mehr wie bisher einzuftihren. Die Raffinerien offerierten dasselbe zu billigeren Preisen, wie das amerikanische und lieferten ebenfalls ein gutes brauchbares Leuchtöl. Um aber mit den Amerikanern erfolgreich und dauernd konkurrieren zu können, ist dringend anzuraten, daß die Deutsche Regierung auf ihren Eisenbahnen den Produktionsländern Oesterreich! und Rumänien denselben Aus- ahme-Tarif für Petroleum gewährt, den sie bereits seit uns Jahren Rußland gewährt hat. Wie wenig Einfluß die russische, östreichische und rumänische Konkurrenz auf den amerikanischen Markt gehabt hat, geht daraus hervor, daß die Monopolisten es mit Leichtigkeit fertig brachten, den Preis des amerikanischen Petroleums, welcher in den ersten neun Monaten des vorigen Jahres 7,40 bis meistenteils 7,20 Cents per Galone an der Newyorker Börse notiert wurde, vom 15. Oktober bis Ende Dezember successive auf 8,30 zu erhöhen. Das bedeutet also am Schlüsse des Jahres eine Erhöhung zurückzukehren, und auch den Wg. dock seinen Ausspruch zurück genommen hat, erfolgt die einstimmige Wiederwahl öiebetraus zum Präsidenten, und ba auch die Staatsregierung keine Einweichung macht, führt Liebetrau die Etats- beratung durch, womit der Gesamtetat erledigt und im ganzen einstimmig angenommen wird. Arbeitszeit der Frauen. Was die Erhebungen über die Arbeitszeit der Frauen öetrisft, so hat der Staatssekretär des Innern im Reichstag unumwunden erklärt, es handle sich keinesfalls um eine Kulisse, wenn das Bestreben bekundet werde, eine Verkürzung der Arbeitszeit herbeizuführen. Dies beweist auch der Erlaß, welcher bestimmt, daß die Dauer der täglichen Arbeitszeit der in den Fabriken und den diesen gleichgestellten Anlagen beschäftigten Arbeiter über 16 Jahre, sowie über Zweckmäßigkeit und Drirchführbarkeit einer wei- teren Herabsetzung der gegenwärtig zulässigen Dauer der täglichen Arbeitszeit der Arbeiterinnen einer zusammenhängenden eingehenden Erörterung unterzogen werde. Die ganze Frage der Arbeitszeit für erwachsene Fabrikarbeiterinnen verdankt ihre Anregung dem 2lbg. Frhrn. Hehl zu Herrnsheim, welcher unermüdlich für die Durchführung des zehnstündigen Arbeitstages für die Arbeiterinnen Mer 16 Jahre gekämpft und gesprochen und zuletzt noch in seiner eindrucksvollen Rede vom 9. Februar auf die überaus günstigen Erfolge dort, wo diese Arbeitszeit eingeführt ist, hingewiesen hat. Peter Harun al Raschid. Ter neue König von Serbien scheint, einem Belgrader Briese des „Daily Expreß" zufolge, den Drang zu empfinden, die Verhältnisse in seiner Hauptstadt mit eigenen Augen zu betrachten und die Ansichten seiner Serben mit eigenen Ohren zu hören. Vor einigen Tagen trat er eines Abends in ZivÜ allein in eine Heine Wein kneipe, wo Arbeiter und Heine Leute beim Kartenspiel zusammen- saßen Er setzte sich zu seinem Schoppen, hörte eine Weile dem Gespräche zu, zahlte und erhob sich, um hinauszugehen. Dabei wurde er indessen erkannt und von den Gästen jubelnd begrüßt. An einem andern Tage schlüpfte er morgens sehr zeitig aus dem Konak, ging auf den Markt, wo die bäuerliche Bevölkerung der Nachbarschaft in ganz früher Stunde zusammenströmt, und kaufte Obst. An einer Bude sand er den Käse teuer und gab der Verkäuferin offenherzig seine Ansicht zu erkennen. Die Frau aber blieb ihm die Antwort nicht schuldig, sondern rückte mit einer ganzen Reihe von Klagen heraus, die in der Erklärung gipfelten, die Steuern seien viel zu hoch Der neue König hörte ihr eine Weile schweigend zu und reitete sich dann durch den Rückzug vor dem Strom der Beredsamtell, die bei den Hökerinnen auf dem Markte zu Belgrad noch überwältigender ist als bei ihren Schwestern im westlichen und nördlichen Europa. Am folgenden Tage machte der König wiederum unerkannt seinen Ausgang, setzte sich in eine Droschke und fuhr zum Militärkrankenhause. Er wandle sich mit der höflichen Bitte an den Pförtner um die Erlaubnis, die Krankensäle zu besuchen, bi,e auch dem gut- geHeideten und Vertrauen einflößenden alberen Herrn nicht versagt wurde, und so ging denn der König durch die verschiedenen Räume und plauderte mit den Patienten. Dabei {teilte sich aus Nachfragen heraus, daß feiner von den Aerzt en zurStelle war und daß derjenige, der Dienst hatte, drüben, dem Krankenhause gegenüber, im Cafe beim Kartenspiel saß. König Peter vernahm das, ohne eine Miene zu verziehen, und bat einen Krankenwärter, hinüber zu gehen und den Herrn Doktor zu bitten, sich ins Haus zu bemühen, weil ein ftemder Herr chn zu sprechen wünsche. Der gefällige Wärter eilte hinüber, kam oder alsbald mit einer unsäglich groben Antwort und dem Bedeuten zurück, der Doktor könne sich nicht in seiner Partie stören lassen. Der ftemde Besucher vernahm das, ohne ein Wort zu sagen, schrieb sich den Namen des groben Heilkünftlers m3) Kartenspielers in sein 'Notizbuch und ließ sich dann das Besucherbuch vorlegen, worin er seinen vollständigen Namen und Titel eintrug. Vom Kranken hause ging der König zu einer nahe gelegenen höheren schule. Er sand einen beträchtlichen Teil der Schüler auf dem Spielplätze, erkundigte sich, wo der Klassenlehrer sei, und vernahm, der Gospodin habe sagen lassen, er könne erst später am Nachmittag kommen. Der König beschloß, sich, die Sache näher anzuseheu. Er setzte sich der Schule gegenüber in ein Kaffeehaus und wartete eine gute halbe Stunde bis zu der Zeit, wo der Klassenlehrer längst hätte eingetroffen sein müssen. Dann ging er in das Klassenzimmer, nahm die Kreide, schrieb an die Tafel: „König Peter ist hier gewesen" und ging, ohne weitere Worte zu verlieren, ruhig seiner Wege. Die vorstehenden Anekdoten tragen für den, der Belgrad und Serbien kennt, den Stempel der Wahrheit. Ob die Leute für diese ruhig-ernste Auffassung empfänglich sind, muß sich bald zeigen. führt nicht zur Untreue gegen das Konjirmativnsgelübbe. Könnte diese schöne Sitte der Siebenbürger Sachsen unter irgend einer Form auf altdeutschen Boden verpflanzt werden, so würden die Klagen über Verwahrlosung des Heranwachsenden Geschlechts nicht ganz verstummen, aber gewiß bedeutend geringer werden! ** Ueber ein s ozialdemokratisches Parteifest im benachbarten Trohe wird dem sozialdemokratischen „Offenb. Abendbl." aus Gießen geschrieben: „Schade, daß Ihr nicht am vorlgen Sonntag unserem Kreis» wahlveremsfest in Trohe beiwohnen konntet. Es war ein herrlicher Genuß, die Tausenden Proletarier mit Frau und Kinder wie eine große Familie beisammen zu sehen. Wein Mißton stört unsere Feste; Masjenbewußtsein und Solidarität sind die sesten Träger wahrer, wirklicher Nächstenliebe, und sie sind uns auch die tröstliche Bürgschaft iür rüstiges Norwärtsschreiten und endlichen Sieg unserer großen, heiligen Sache; wir können auf unseren Vormarsch hier und da vorübergehend aufgehalten, der endliche Sieg verzögert, aber mis nicht entrissen werden." () Wetzlar, 14. Juli. Nachdem durch Verfügung der von rund 15 Prozent. Trotz alledem fangen die Monopolisten an, mit ihrer Konkurrenz zu rechnen, und die Furcht, daß ihnen ein Teil ihres Absatzes entrissen werden möchte, läßt sie zu olchen verwerflichen Mitteln greifen, die man von einer o groß dastehenden Gesellschaft nicht erwarten sollte. Wie schon bekannt sein dürfte, hat sich die Standard Oil Company im letzten Jahre die Aufgabe gestellt, wie olches bereits feit mehreren Jahren durch sie in vermiedenen Städten geschehen ist, den Zwischenhandel der Grossisten zu befeitigen, und in ganz Deutschland den direkten Straßentankwagen-Betrieb an die Detaillisten usw. ür ihre Rechnung in die Hand zu nehmen. Zu diesem , wecke macht sie die größten Anstrengungen, an allen größeren und Heineren Eisenbahnstationen Tanks zu errichten, um sich dadurch ein örtliches Monopol zu erwerben. Ist dieses erreicht, so fällt es nicht schwer, die ihren Abnehmern bewilligten, billigen Preise, welche nur als Lockspeise und zur Erlangung der Kundschaft gedient haben, nach ihrem Belieben zu erhöhen. Die Beweise hierfür sind an den Plätzen, wo die Gesellschaft seit einigen Zähren ihr Verkausssystem eingeführt hat, tatsächlich vorhanden. Es ist deshalb eine irrige Meinung von manchen Kaufleuten und Konsumenten, wenn sie glauben, es wäre der amerikanischen Gesellschaft nur darum zu tun, durch Ausschaltung des Zwischenhandels, den sie ja selbst übernimmt, den Verbrauchern durch billigere Preise Vorteile zu gewähren. Speziell hier im Gießener Bezirk und namentlich aus dem Lande hat die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesell- chast bereits einen großen Teil Abnehmer gefunden, welche etzt die Erfahrung machen müjsen, daß der ursprünglich offerierte billige Preis von 15 Psg. für das Liter, welcher unter Einkaufswert war, nicht lange stand gehalten hat, indem der Preis hier am Platze auf 15i/a Pfg. und auf dem Lande auf 16—16y3 Psg. erhöht worden ist. Möge deshalb jeder jeinen Teil dazu beitragen, den Auswüchsen dieses Monopols entgegenzuarbeiten und zwar zum Schutze der Allgemeinheit. Insbesondere ist anzuerkennen, daß die Eisenbahnen und städtischen Behörden nicht Wlllens sind, Gebäude und Gleis-Anschlüsse zu Tankanlagen abzugeben; denn hierdurch würde die Monopol- Gesellschaft nur unterstützt in ihrem Bestreben, hier und überall in Deutschland dauernd festen Fuß zu fassen. Baugewerbe. Das Berichtsjahr brachte jur das Baugewerbe in Gießen ungünstige Verhältnisse. Privatbauten wurden nur in geringer Zahl ausgeführt; die meisten neuerbauten Wohnhäuser sind sogenannte Spekulationsbauten. Auch für das laufende Jahr ist eine Besserung nicht zu erwarten, da in den Vorjahren weit über die vorhandenen Bedürfnisse hinaus gebaut worden ist und dementsprechend die Mieten stark gesunken sind. — Ein Mißstand, über den häufig Klage geführt wird, hat sich im Baugewerbe daraus ergeben, daß manche Unternehmer nur am die gefällige, äußere Ausstattung der Neubauten Wert legen, Dagegen im Innern oft minderwertiges Material, wie schlechte Fußböden, mangelhafte Türen und Türbeschläge oder schlechte Anstriche verwenden. Hierdurch wird nicht nur der spätere Käufer des Gebäudes getäuscht und geschädigt, sondern auch dem soliden Bauunternehmer eine unlautere Konkurrenz bereitet, sodaß er für seine Häuser kaum die Selbstkostenpreise erzielen kann. Die Handwerker leiden andererseits dadurch, daß manche Bauunternehmer chre eigenen Schlosser-, Glaserund Schreinergesellen haben, die zwar billig arbeiten, aber oft feine soliden und gediegenen Arbeiten liefern. Andere Bauunternehmer lassen solche Arbeiten von Dorfhandwer- i fern ausführen, die bei chren geringeren Unkosten auch ■ billiger arbeiten tonnen; als die Handwerker in der Stadt. ange Zeit hindurch immer genau von denselben Strahlungspunkten kommen. Der bedeutendste dieser schwärme, der Perseiden, besonders bekannt unter dem von Wilhelm Jordan in einem schönen Gedichte („Strophen und Stäbe") angewandten poetischen Namen der „Tränen de8 heiligen Laurentius" wechselt gleichfalls sehr an Stärke. In einigen Jahren haben sie zeitweise 150 bis 200 Stern- chnuppen stündlich geliefert, in anderen wieder nur 20 bis 30. Nach einer sorgfältigen Bearbeitung sämtlicher Aufzeichnungen ist Denning zu dem Schlüsse gekommen, daß der Perseiden- chwarm eine Priodizität von 104 bis 123 Jahren besitzt. Die größte Entwickelung erreicht er in diesem Jahre in den Morgenstunden des 12. oder des 13. August. ** Bekämpfung der Tuberkulose. In die der Jnvalidenversichermigsanstalt Gr. Hessen gehörige Ernst Ludwig-Heilstätte bei Sandbach i. O. wurden im Juni 53 ( eit 1. Januar 1903 252) lungenkranke Männer neu ausgenommen und 37 (feit 1. Januar 1903 216) int gleichen Zeitraum wieder entlassen. Ende Juni befanden sich noch 111 Personen in Pflege. Bei dieser starken Inanspruchnahme der Heilstätte wurde die Männerstation in Sberbad) bei Reichelsheim i. O. im März wieder eröffnet und in diese bisher 18 lungenkranke Männer eingewiesen. Die Jn- validenversicherungsanstall läßt ihre weiblichen Lungenkranken in Reichelsheim i. O. (Pension Göttmann) ver- iflegen, und wurden in der Zeit vom 1. Januar 1903 bis 30. Juni 1903 dort 73 weibliche Lungenkranke in Pflege genommen und 57 wieder entlassen. Ende Juni befanden ich noch 37 J-rauen und Mädchen dort in Behandlung. Wir weisen wiederholt daraus hin, daß in diesen Anstalten auch minderbemittelte Personen, die der reichsgesetzlichen Für- orge nicht unterliegen, gegen mäßige Pensionssätze Aufnahme finden können. ** Lektüre und Verbrechen. Es ist eine Erfahr» ung der Kriminalisten aller Kulturvölker, daß für sehr viele Verbrechen namentlich jugendlicher Personen ungesunde Lektüre verantwortlich gemacht werden muß. Welch' einen ittlichen und sozialen Schaden verursacht z. B. der sogen, realistische Roman, indem er in unreifen Köpfen und Gemütern die schlimmsten Gelüste erweckt und alle Achtung vor göttlicher und gesetzlicher Ordnung, besonders in Bezug auf einen sittsamen Lebenswandel, mit frivoler Gewissen- osigkeit erstickt. Die Geständnisse jugendlicher Verbrecher prechen in dieser Hinsicyt eine deutliche Sprache; Gefäng- lisdirektoren, Strasanstaltsgeistliche und Behörden können aus ihrer Berufstätigkeit Beispiele dafür in Menge an- jühren. Einer der hervorragendsten Kriminalisten Frankreichs schreibt: „Die Auswahl der Bücher und Schauspiele ist für die Gesundheit des Geistes ebenso wichtig, wie die Auswahl der Speisen für die Gesundheit des Körpers. Wie die Eltern, so haben die Romanschriftsteller einen Teil der Verantwortlichkeit für die Häufigkeit der Selbstmorde und der aus Leidenschaft begangenen Verbrechen zu tragen, aber viele sind sich dessen nicht bewußt, denn die Menschen kennen im allgemeinen nicht ihre ganze Verantwortlichkeit. Tie Literatur/ die durch die Verbreitung gesunder Ideen so viel Gutes hervorbringen könnte, stiftet unermeßlichen Schaden, indem sie das moralische Gefühl der Leser vernichtet und das Laster, den Ehebruch, den Selbstmord und die leidenschaftliche Rache poetisch verherrlicht." Besonders groß ist die Gefahr der ungesunden Lektüre naturgemäß ür die Jugend. Sie ist noch nicht reif genug, die richtige Kritik zu üben, wird vielmehr durch Bücher, in denen zügellose Begierden und Leidenschaften geschildert werden, verwirrt und auf Irrwege getrieben, besonders wenn diese Schilderungen in hinreißender Sprache geschrieben sind, die ruhige, naturgemäße Entwicklung des jugendlichen Em- psindens und Seelenlebens wird gestört durch die vorzeitige Anfachung von Leidenschaften und die cynische Verhöhnung alles dessen, was ehrenhaft und was unantastbar sein sollte. Darum Ihr alle, deren Obhut die Jugend anvertraut ist, habt ein wachsames Auge auf das, was die Jugend lieft, und bewahrt sie um ihretwillen vor ungesunder und oberflächlicher Lektüre. ’* I u g en d g en o s s e n s ch a f t e n. Einen bedeut» samen Beitrag zur Fräße der Besserung der unleugbaren Schäden des gegenwärtigen S Pi n n st u b e n w e s en s auf dem Lande bringt nachfolgende Mitteilung: Eine eigenartige Sitte zu Nutzen und Segen der Heranwachsenden Jugend herrscht beiden Siebenbürger Sachsen. Hier wird der Knabe oder das Mädchen, die die Schule beendigt und die Konfirmation empfangen haben, Mitglied der „Bruderoder Schwesterschafll". Sämtliche konfirmierte Burschen ober Mädchen des Torfes sind zu einer Genossenschaft vereinigt. Dieselbe wählt sich ihre Vorsteher, die Altknechte und Altmägde selbst, aber auch der Kirchenvorstand, Presbyterium genannt, setzt Hus seinen Mitgliedern der Bruder- und ^chwesterschaft die Knecht- und Magdväter. Die Bruder- nnd Schwesterschast verpflichtet ihre Mitglieder zum Besuch der Fortbilliungsschule und der Christenlehre, sorgt für geordneten Kirchenbesuch und Abendmahlsfeier der Jugend; in derselben Genossenschaft aber findet auch die Jugend ihre Geselligkeit, Spiel und Tanz und geistige Anregung. Die Tanzbelustigungen finden unter den Dorflinden oder in einer luftigen Scheune statt. Der Pfarrer genehmigt sie, das Dorf schaut zu, der Abend endigt sie. Niemals wird im Wirtshaus getanzt, im Winter geht man ins Elternhaus der Altkiiechte und Altmägde. Für Ordnung und Aufrechterhaltung der Sitte, für Vermeidung von Zank und Streit ist gesorgt durch die Bestimmungen, die von der feierlichen Gesaintversammlung der Bruderschaft, dem „Zugang" getroffen sind. So wacht die Jugend selbst üvev ihrer Ehre, halt den Verführer, den Unmäßigen und Ziohen : aus ihrer Mitte fern, und bindet sich aus eigener Freiheit an Zucht, Keuschheit, Ehrenhaftigkeit und Gottesfurcht. Kein Bursch, tein Mädchen bleibt sich selbst überlassen, jeder findet Anschluß und Führung, und der jugendliche Frohsinn 8rolouialpost. London, 15. Juli. Engnju.)e amtliche Nachrichten aus China besagen, die deutsche Regierung habe bis auf weitere Untersuchungen durch die Ingenieure die Hafenarbeiten in Kiautschouein stellen lassen, da die Brauchbarkeit desselben als Kriegshafen ebenso zweifelhaft sei als der Töeihaiweis. Regierung zu Coblenz am 8. August 1902 die Drenstinstrub- tion für die Ortsschulvorstände im Regierungsbezirk Coblenz eine Fassung erhalten hat, gemäß welcher fortan der Ortsschulvorstand aus dem Ortsschulinspektor, als Vorsitzenden in äußeren Angelegenheiten, den drei Mitgliedern der Schulgemeinde und aus einem Lehrer der Schule, der an mehrklasjigen Schulen in der Regel der erste Lehrer sein soll, besteht, sind lin diesen Tagen die betreffenden Lehrer über ihre neue Funktion in Kenntnis gesetzt worden. Somit ist auch den Lehrern im hiesigen Aufsichtsbez-irk nach wiederholten Vorstellungen bei der vorgesetzten Behörde endlich ein Recht Kuerkanut worden, das unsere Nach- barkollegen in Hessen und Nassau schon längst besitzen und sowohl der Schule als. auch, ihren Lehrern zum Segen gereicht. Wetzlar, 15. Juli. Im Interesse der wirtschaftlichen Hebung des nördlichen Teiles unseres Kreises fordert der Jahresbericht der hiesigen ^Handelskammer wiederum die Erbauung einer Bahnlinie Wetzlar- Ho h en sv lrns-Gl a d enb ach, zumal damit auch der landwirtschaftlichen Bevölkerung eine willkommene Gelegenheit geboten würde, ihre Produkte bequemer und besser zu verwerten als seither. Auch für die Nutzbarmachung der Wälder und die Hebung vorhandener Bodenschätze durch den Bergwerks betrieb seien hinreichende Unterlagen gegeben. Gegen den ablehnenden Standpunkt des Eisenbahnministeriums, der damit begründet worden ist, daß mit dem Bau dieser Dahn kaum eine Rente zu erzielen sei, macht der Bericht geltend, daß, wenn diese Rücksicht allein maßgebend sein sollte, damit eine Gegerrd dauernd vom Verkehr abgeschlossen bliebe, die sich in dieser Abgeschlossenheit jetzt nur mühsam durch Bebauung eines nicht gerade fruchtbaren Ackerlandes ihre Existenz erhält, durch einen Bahnanschluß an Wetzlar aber sofort wirtschaftlich außerordentlich gestärkt würde. Wie so oft au anderen Orten, würde die Bahn hier vornehmlich Meliorationszwecken dienen und einen Verkehr erst schaffen. Etwas größeres Interesse als für die nördliche Linie zeigte die Eijenbahnverwaltung für eine Eisenbahnlinie Wetzlar-Butzbach, lieber die Linienführung sind weitgehende Verhandlungen geführt worden. Die Borennittlungen sind eingeleitet. Des weiteren handelt es sich bei den Eisenbahnwünschen um eine Verbindung d er Koblenz-Gießener Gisenbahn- strecke mit der Station Usingen im Süden, und weiter mit Homburg und Frankfurt, die sowohl von Weilburg als Wetzlar angestrebt wird. Ein Dell des Weges von Weilburg aus ist bereits gebaut bis Weilmünster. Angestrebt wird das Verbindungsstück Weilmünster-Usingen. Auch über diese Linienführung waren heftige Meinungsverschiedenheiten entbrannt, die sich sowohl für die Führung durch das Weiltal, als durch das Wies- bachtal über Grävenwiesbach aussprachen. Beide Linien berühren zwar den Kreis Wetzlar nicht, gleichwohl hatte die Handelskammer Gelegenheit genommen, die nunmehr auch genehmigte Führung über Grävenwiesbach zu befürworten, weil sie der Ansicht ist, daß es nur eine Frage der Zeit sein wird, bis sich die Pläne für die Eisenbahnbauten im Kreise Wetzlar so verdichten, daß die Verbindung von Wetzlar bis Brand ob ernborf gebaut wird, und dann die Herstellung der kurzen, wenn auch technisch schwierigen Strecke zwischen Brandoberndorf und Grävenwiesbach sich aussichtsreicher gestaltet. Mit einer solchen Bahn würde eine zweite Verbindung Wetzlar- Brand oberndorf -Usingen-Frankfurt h.rgestellt sein. Vermischtes. * Stuttgart, 15.Juli. Am Montag fand unter dem Vorsitz des Fürsten Karl zu Löwenstein die Gründung einer Stuttgarter Ortsgruppe der Antiduelliga statt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Geh. Rat v. Schall, zum 2. Vorsitzenden Reichsgerichtsrat a. D. v. Geß, zum provisorischen Schriftführer Redakteur Eckhardt gewählt. Es soll demnächst ein allgemeiner Aufruf veröffentlicht werden. * Nürnberg, 15, Juli. Zum deutschen Turnfest sind bis jetzt über 27 600 Anmeldungen erfolgt. Die heutige lokale Vorfeier brachte Vorführungen mittelsränkischer Turnvereine und Liedervorträge der Nürnberger Sänger- geuoffenschast. London, 15. Juli. Nach einer bei Lloyds heute von der Insel St. Pierre et Miquelon eingegangenen Depesche ist der Dampfer „Monterey", von Montreal nach Liverpool bestimmt, aus der westlichen Bank ausgelaufen und wahrscheinlich leck geworden. Ein Teil der Ladung würde gerettet werden können, wenn sofort Hllse ausgesandt wird. „Monterey" gehört der Canadian Pacific Company. * Liverpool, 15. Juli. Auf dem Waterloo-Bahnhof entgleiste heute nachmittag ein Personenzug. Ein Teil der Wagen ist zertrümmert. Wie bisher festgestellt ist, sind acht Personen getötet und fünf verletzt. * Bregenz, 15. Juli. Der Kalandaberg spaltest sich und droht Häuser und Kulturen zu verschüttem Die Bewohner flüchten. • Agram, 15. Juli. Auf dem Akademie-Platze wurde heute abermals eine Bombe gefunden, die mit einem Kilo Dynamit angefüllt war. * Chiavenna, 15. Juli. Im Calandagebirge in Graubünden fand ein großer Bergsturz statt. Da weitere Bergstürze drohen, müssen viele Häuser geräumt werden. * Brände. Jn Hilib (Ungarn) sind 100 Wohnhäuser samt Wirtschaftsgebäuden niedergebrannt. — Einer Hamburger Depesche zufolge ist in der Harburger Jute- fabrik eine Feuersbrunst ausgebrochen. Das Feuer brach in einem Maschinenschuppen aus und griff auch auf die neue Weberei und den Abfallraum über. • Ueber die Ursachen des Haarausfalls lesen wir in der neuesten Nummer der „Medizinischen Woche": Seit etwa zweitausend Jahren besteht in der Medizin ein Streit über die eigentliche Veranlassung der Haarkrankheit, welche manche Partien des Schädels plötzlich durch Kahlheit entstellt. Zwei Theorien stehen einander gegenüber; während die eine die Haarkrankheit als parasitär und ansteckend bezeichnet, führt die andere sie auf eine Nervendisposition zurück, die selbstverständlich nicht übertragbar ist. Neuerdings wird nun die infektiöse Ursache des Haarausfallens von französischen Aerzten geleugnet. Nach Dr. Jacquet besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Zustande des Gebisses und der Behaarung des Menschen. Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, daß die mit der Haarkrankheit behafteten Individuen zugleich an Zahnverderbnis oder an Zahnfleischentzündung litten. Rassen, die sich durch ein besonders gesundes und starkes Gebiß auszeichnen, wie die Negerrasse, hätten auch die dauerhafteste Behaarung. Bei der kaukasischen Rasse wurde die im Gebiß entstandene krankhafte Reizung nach Dr. Jacquet durch die Nerven auf die Kopfhaut reflektiert. Ob die neue Erklärung von der Wiffen- schaft endgiltig angenommen wird, bleibt abzuwarten. Landwirtschaft. ? Vom Lande. Wie wird das Erntewetter werdens lautet gegenwärtig die alle Kreise unseres Landvolkes beherrschende Frage. Die Saatenstandsberichte lassen für das ganze Reich eine gute Mittelernte erwarten. Welchen Wert aber haben die schönsten Ernteaussichten, solange nicht die reife Frucht geborgen ist! Wenn irgendwo, gilt für den Landmann das Wort: An Gottes Segen ist alles gelegen. Auch die in Hellen Scharen ausgezogenen Sommerfrischler schauen erwartungsvoll zum Himmel auf, von dessen Willen sie nun auch vollständig abhängig geworden sind. Ein verregneter Tag ist ein verlorener Tag. Im Volksmunde führt der Juli schon lange den Namen Reffe- und Regenmonat; jedoch tut ihm die öffentliche Meinung mich manchmal unrecht, wenigstens diesmal scheint er eine Ausnahme zu machen. Viele Tausende werden es ihm danken. Damit soll natürlich nicht dem Wunsche nach ununterbrochener Trockenheit und Hitze Ausdruck gegeben fein. Derartiges Wetter behagt dem Landwirt so wenig wie dem Sommerfrischler. Hin und wieder einmal ein abkühlendes, lustreiniaendes Gewitter ist jedermann willkommen._________ _ Wöchrlliiiche irr Todesfälle m der Stadt tzießkü. 27. Woche. Vom 28. Juni bis 4. Juli 1903. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Mann Militärs Sterblichtettsziffer: 23,19, nach Abzug von 7 Ortsfremden: 9,66 o/lX,. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Tuberkuose der Lungen 1 1. Lebensjahr: 2. 1 — -15. Jahr Darmkatarrh 2 1 1 Masern 1(1) — 1 (1) _ Lungenentzündung 1(1) H)1 — Influenza 1 1 *■1 —— Herzfehler KD KD — —— Bruchleiden KD KD — — Darmblutung Kl) Kl) — _ Hirngeschwulst 1 — 1 Knochenmarkentzündung KD —— 1(1) Unglückssall Kl) — —— 1(1) Summa: 12 (7) 7(4) 2(1) 3(2) Annr.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankhert auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen._____________________________ Brutkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) N., Siefersheim. Wir haben am 14. Juli eine 910(5)^6* rung ab 1. Juli an das Postanrt in Wöllstein abaesandt. Suvmr^ious-Kalenöer. 20. Juli. Friedber g. Großh. Bürgermeisterei. Lieferung der nötigen Gußröhren und Faronstücke für die Erweiterung des Rohrnetzes des Gas- und Wasserwerks in 1903. Bedingungen ebenda. — 23. Juli. Darmstadt. Großh. Eisenbahn-Bauabteilung. Lieferung von Zemenrröhren zu Wegedurchlässen, zusammen rund 600 Meter verschiedener Lichtweiten. Bedingungen 0,40 Mk. — 23. Juli. Darmstadt. Großh. Eisenbahn-Bauabteilung, Lieferung von gußeisernen Muffenröhren zu Bahndurchlässen im Gesamtgewicht von rund 63400 Kg. Bedingungen 0,40 Mk. Wie die Nahrung zum Leben, so ist die „Patent-Myrrholin- Seife" unentbehrlich zur rationellen Gesundheits- und Schönheitspflege der Haut. Infolge absoluter Reizlosigkeit und Müde eignet sich diese Seife ganz besonders für die zarteste Haut der Frauen und Kinder beseitigt auf naturgemäßem Wege Hautunreinheiten und erzeugt einen wunderbaren Teint. Die „Patent-Myrrholin-'Seife" ist laut ärztlichen Aeußerungen unerreicht in Wirkung. Man verlange überall, auch in den Apotheken erhältlich, woselbst auch Prospekte über die hochinteressanten Myrrholin-Bilder zu haben sind, nur diese Seife. 242 Kn «ft tr? s £ c o £< p >9' zt Wohnort Darmstadt Offenbach Offenbach Gießen Gießen - Alzey Alzey 'S s o Mainz Petri. o c Cu o mtumchrrng. ordneten-Versammlung in ihrer Sitzung tzung der Fluchtlinien für die Straße eschlössen hat, bringe ich dies auf Grund äS § ä s p .5 5 P .in CQ E p£) iE." N-b- - E 1O IO Sammle, Velvets, direkt an Private. W8iwllG“»“ verlange Muster. 1 Kpurrah !f‘bl.i.k ”• KrefekL 1 i i ! Gewerbe Schornsteinfegermeister Schneider Bäcker Metzgerei Bäcker Bäcker Bäckerei Jnstallationsgeschäst Tüncher ö 2 2 <*-* s iweinepest in Utphe erl CD 5 <3 CT. CS P P- P- P E A Cl> • «o S-> tz & *—•£ «ft 'S o d. Es UD S C x> c er c £ es © JE cc cp e S? 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Kindersärge in jeder Grobe. des sonstigen Preises. Hermann Katz, 5 MäuSburg 5. ’fe Versteigerungs Anzeige. Montag den 20. Juli l. I., vormittags 9 Uhr anfangend, findet die letzte Versteigerung des zur ttonkurS- maffe Bönsel gehörigen Warenlagers statt. Es kommen zum Ausgebot: 1 Faß Rüböl, 1 Faß mit Honig, ca. P/i Centner ver- schredene Sorten Farben, eine Quantität Tabak, mehrere Zuber, Fässer und Euner, eine Partie Holzkoffer, ferner: Schlösser, Beschläge, Schrauben und Schraubenmuttern, mehrer Maurerhämmer, Pferde- und Schafschuren, Hobel- und Stemmeisen, mehrere Pack Schlüffel, Ratten- und Mausfallen, 1 Revolver, 1 Terzerol; mehrere Oefen und Ofenteile, 10 Wasserschiffe, eine Partie Chamottesteine, 1 Häckselmaschine, 1 Pfuhlpumpe, 1 gußeiserne Säule, 2 Träger, Achsen für Karren, sowie eine größere Quantität Papierdüten, 1 Dezimalwage, 2 Schreibpulte, Ladeneinrichtung usw. Auf Wunsch werden die Steigpreise gegen Stellung eines Montag, den 20. Juli, morgeus 10 Uhr: Jrühkonzert auf dem Festplatze. Mittags 1 Uhr: Festessen im Schützenhause. 4 Uhr ab: Konzert und Volksbelustigungen. Abends: Lampionumzug. Dienstag, den 21. Juli, nachmittags 6 Uhr: Tanz und Volksbelustigungen. Samstag, den 18. Juli, abends 8^ Uhr: FestkommerS im Neuen Saalbau (früher Steins Garten). Sonntag, den 19. Juli, morgens 6 Uhr: Weckruf durch die Straßen der Stadt; 11 Uhr: Früh-Bankett (Restaurant Royal, Settersweg); 21/, Uhr: Ausstellung deS FestzugeS am Walltor, Zug durch die Stadt nach dem Festplatze. — Daselbst Begrüßung, Beginn deS Preisschießens und Volksfestes. Schützen-Verein Gießen. Erzeugt mühelos yatt- liaren Glanz'. Zu haben in den meisten Geschäften. Fabrikant: Carl («enti.er, Göppingen. Mz-MllWn m Km TlänKiirr 12 Maigasse 12 empfiehlt Schreiuermeister Selten güllstigt Gelegenheit für tzottliers, öravtlkute, private. Poften Schlitzet Betttüchhalbleiiiell 160 bis 170 Ctm. breit, Rasenbleiche. Mer 82 Ctm. breit, schwerste Qualität. 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