Dienstag 16. Juni 1803 153. Jahrgang 6-rfted Blatt. Grund deS neuesten vorliegenden Etats (zumeist von 1902) den Taten auS dem Reichshaushalt angefügt. Die Veröffent- lionen Mark außerordentliche). Die Staatseinnahmen belaufen sich bei den BundeS- Ubrefit für Levelchenr «nzetgrr grm1prtd)anld)lufi9tT.5L Tie Finanzen der rvuudesstaateu. Das Kaiserliche Statistische Amt veröffentlicht in dem pn wie auf Grund der letzten vorliegenden Rechnung gegeben. Den Taten der einzelnen Bundesstaaten sind die entsprechen- lichung ist in Text- und Tabellenform erfolgt. Die gesamten StaatSauSgaben betragen nach den Voranschlägen für die Bundesstaaten 4376 Millionen Mark (darunter 166 Millionen Mark außerordentliche), für Reich und Bundesstaaten 6816 Millionen Mark (darunter 316 Mil- * Semlln läßt sich die „Nat.-Ztg." unter Vorbehalt melden, daß im Lrerse dortiger Politiker auch eine Per- onaLunion -wischen Serbien und Bulgarien schen Konsulate eine lebhafte Demonstration und rieten: „Glieder mit den uönigsmörbern! Hoch die Republik!" Das Konsulat wird letzt bewacht. Zu erwähnen ist endlich noch ein Selb st mord eines Offiziers. Am 14. d. M. erschoß sich Leutnant Lazar I o w a n o w i t s ch vom 8. Infanterieregiment aus K r ä u k- ung darüber, oaß er oom Ossizierlorps bc£ Regiments .. . . r 1 ----‘-•1, an bei tragen sie für die Bundesstaaten 11 293 Millionen Mk., für Fundierte Einnahmen stehen der Höhe nach voran der Bedarf, bezw. der Ertrag von Erwerbseinkünften mit 1861 Millionen Mark in Ausgabe, mit 2621 Millionen Mark in Einnahme. Es handelt sich hierbei um Domänen, Forsten, Bergwerke, Eisenbahnen, Posten, Telegraphen und sonstige Staatsbetriebe. Tie Staatseisenbahnen sind allem mit 1330 Millionen Mk. ober 31,6 v. H. an den ordentlichen Ausgaben und mit 1898 Millionen Mark oder 46 v. H. an den Einnahmen beteiligt. Den nächsiwichtigen Tell der Einnahmen bilden die Steuern. Als Landessteuern ergeben sie 599 Mill. Mk., und zwar in Form von direkten Steuern 434 Millionen Mk., l von Aufwandsteuern 83 Millionen Mk. und von VerkehrS- steuern 82 Millionen Mk. In Bezug auf das Staats kapitalvermögen sind lediglich die Geldbestände und Geldforderungen in der Statistik berücksichtigt, während die bedeutenderen m Grundstücken, Jnventarien, Raturaloorräten 2c. liegenden Werte nicht festgestellt wurden. Dagegen sind die Staatsdomänen und Staatsforsten, sowie Staatseisenbahnen nach ihrem Umfang, letztere auch mit dem Anlagekapital, nachgewiesen. Was endlich die Staatsschulden anlangt, so be« 8 Sterne Dep-sch- der Regierung, mit der der Mt-nste» präf^nt Av°kuL>>Ätsch de-n Fürsten jfcterK» feit dj die vollzogene D>nigswie weitere Forderung, daß sie eine Wiedervereinigung der Parteien zustande bringe, in große Verlegenheit, trat aber trotzdem für seine Wahl ein. Die provisorische Reaierung wandte sich sofort drahtlich an Uaragcorgiewitscv um Einsendung einer Photo - raphie. Man will davon Rachbildungen im ganzen «ande verbreiten. Bis heute früh ist diesem Wunsche nicht nahe."' In Sabae (Serbien, wurde der Gondarmerre- major Nikolitsch, der seinerzeit den Arrangeur des Sabacer Putsches, Amwantitsch, erschoß, verhaftet. Die Serben in Budapest veranstalteten vor dem serbi- lebhafte Demonstration und nefen: jömörbern! Hoch die Republik!" Das König, die nach dessen Ende fortgesetzt werden. Mau miß- bMigt es, daß die an dem Morde beteiligten Offiziere in den Vordergrund treten. Im Nachlaß des Königs Alexander hat man die Namen von etwa 90 Offizieren und 1000 Personen im Innern des Landes gefunden, welche am 20. Juni vor der Durchführung des geplanten neuen Verfassungsumsturzes hatten um gebrachtwerden sollen. (Eine Bestätigung dieser Nachricht bleibt wohl abzuwarten.) Ein Journalist, der trotz strenger Bewachung unter Führung eines Offiziers in den Konak gelangte, entwirft ein anschauliches Brio des Vandalismus, mit dem bic Offiziere in den ZiöuigSgemächeru gehaust haben. Durch das Sprengen der Tür wurde auch der Türstock herausgerissen, wobei eine kostbare Sövresvase, ein Geschenk des Prä,identen Loubet, zerbrach. Die Slucldecke ist abgeiallen, i Teppiche, Gobelins voller Blut, Vorhänge, Bettzeug, Laken, ! Sessel, alles ist zerstochen oder von Säbelhieben zerschnitten, Spiegel find zertrümmert. An der Leiche der Königin Draga war eine Brust abgeschnitten, der Unterleib aufgeschlitzt. Ihre Leiche zeigte 45 Wunden und Spuren von Fußtritten. Dem „Wiener Tageblatt" zufolge ließ Milan im Jahve 1898 in Wien König Alexander fünf Tage lang von den ersten medizinischen Autoritäte u unter- suchen. DaS Ergebnis lautete, Alexander werde in eurigen Jahren ein gewalttätiger Narr werden. Hierüber wurde ein Geheimprotokoll aufgesetzt. Trotzdem fidertc die Wahrheit durch. Die Partei öurrageorgiewilsck bereitete ein Pamphlet vor, welches betitelt war: „Dem Irrenhaus König Aeter I. von Serbien. T-ie Skupschtina und der Senat wühlten gestern, wie vorauSzusehen war, in gemeinsamer Sitzung ein- ! ^stimmig Peter Karageorgiewitsch zum König unb benachrichtigten ihn telegraphisch von der Wahl. So meldeten wir gestern abend bereits durch Extrablatt, nachdem wir schon in unserer gestrigen sJhiuimer auf Grund eines eigenen Telegramms aus Belgrad hatten neiden können, daß eure Vorverjammlung in der dk-acht von Sonntag auf Montag den gleichen em stimmigen Beschluß gefaßt halte. Tie ei^ung der Nationalversammlung wurde, nach den heute uns vorliegenden Meldmrgen, vom Senats- Präsidenten Welimirowitsch mit einer Ansprache eröffnet, in der er die Wahl Peter Karageorgiewirsch zum König empfahl. (Begeisterte Zivioruse.) Tie hierauf vor- genommene namentliche Abstimmung ergab die einstimmige Wahl deS Fürsten Peter Karageorgiewilsch. Ter Justizminister teilte alsbald das Wahlergebnis der vor dem Palast harrenden Volksmenge mit, welche die Ankündigung mit freudiger Zustimmung aufnahm. Von der Artillerie wurden 101 Kanonenschüsse abgegeben. In der Stadt, so wird hinzugefügt, herrscht lebhaftes Treiben. Tie Wahl ist in vollkommen legaler Weise vollzogen worden. Tie Bevölkerung begrüßte die Wahl des neuen Könige mit großer Begeisterung. Tie radikale Strömung geht dahrn, sich von Peter Karageorgiewitsch die Zusicherung gew is se r V o l kS- rechke auszubedingen, die die Macht des Königs in verschiedener Hinsick)t beschränken sollen. Es soll festgesetzt werden, daß die Beamten unb die Armee dre Verfassung zu beschwören haben. Ter Generalissimus soll von der Skupschtina gewählt und die Ver- assung von 1888, durch das allgemeine Stimmrecht vervollständigt, angeführt werden. Angeblich stellte Lara- georgiewitsch ebenfalls Bedingungen auf, barunter forderte er die Entfernung der am Attentate beteiligten Offiziere auS der Hauptstcü>t. Ter ehemalige Gesandte in Paris, Najowllsch, begab sich nach Genf, um mit uarageorgiewitsch Vorbesprechungen etu- juiteiten. Tiefer hat inzwischen eurem Vertreter der schwei- zcrischen Tepeschenagentur in Gens, wo er sich rmmea noch aufhält, erllärt, daß er die Krone an nahm und den Namen Peter L führen werde Er fei tief gerührt von Dem Beweis deS Zutrauens, obschon ihm die Nachruht nicht mehr unerwartet gekommen sei. Er werde an das serbische Volk eine Proklamation richten, in der er dem Volke dafür danken werde, daß es die Tradllionen ferner Vorfahren wieder aufnehmen wolle. Er selber werde, treu diesen Traditionen, sich besorrders vom Andenken an Jemen verehrten Vater Leiten lassen. Er gebe sein Wort, ba p er alles was sich in den letzten 40 Jahren zuaetragen habe, beraeffen, uno gegen feinen sein er Widersacher Groll bewahren werde. Er werde die Rechte sämtlicher Beamten unb Angestellten respektieren unb dieselben bitten, sich genau an bas Gesetz zu halten, nnb die normale öe- chästigung wieder aufzunehmen. - Ter neue Lvrng wird wahrscheinlich in Begleitung seincS schwerzenscken Personals am Donnerstag abend über Wien nach Belgrad abreisen. Seine Wohnung wirb von rabfahren^n Polizisten bewacht. DaS im Hause aufgelegte Gluckwunschregister fiult 138 aus,er €omuagt. Dem GtetzenerAn-etqer werden tm Wechsel mit dem Kessischen Landwirt die eichener Samlllen- blätter viermal in der Woche betqclegL NotatwnSdruck u. Verlag der Brüh l'schen Untveck.-Vuch- u.Stem- brudtm (Vletsch Erden) ventiliert wurde. ,, . , r Die Vorbereitungen zu einem Anschläge gegen König Alexander datieren bereits zwei Jahre zuruck. Schon zweimal war ein Termin dazu in Aussicht genommen. Beide Male erfuhr der Lönig rechtzeitig davon, hierauf sind verschiedene letzthin erfolgte Versetzungen von Offizieren in die Provinz zurückzuführen, ebenfo einige in O fizierskreisen gehaltene Reden des Königs, worin der Lontg die Offiziere an ihren Lid erinnerte und die Hofs- nun« aussprach, daß sie ihn in der Stunde der Gefahr schützen würden. — In dem Kampfe des einbnngenben Militärs gegen die in den Nebengebäuden des Konaks unter- gebrachte Gendarmerie fielen beiderseitig 30 Mann. Dnevni List" veröffentlicht den sektronsbefunb! her" Leiche des Königs Alexander. Die Schädelbecke ist auch diesem Belgrader Watte zufolge 11 Millimeter dick (bei normalen Schädeln höchstens 6 Millv- meter). Beim Großhirn fanden sicy Verwachsungen mit der Schädelbecke. Das Kleinhirn war hypertrophisch, die Leber ungewöhnlich -groß und von schwarzer Farbe und speck- artia beaenerierL Der Königsmord wird, trotz der Gegnerschaft gegen Alexander und" des Hasses gegen Draga, keineswegs unb ®.mbe5|taaten 14 106 MMi-nen Ml. $ Ter König Peter Karageorgiewitsch empfing nach anderen Meldungen gestern nachmittag m Genf drei Tespe sch en auS Belgrad. Tie erste stammte vom Mllnster- Diähbentcn, welche Karageorguwitsch s«ne _^ltun°^c Wahl zum Könige anzeigte. Tie zweite Depcschemeldetc id in d euAus g an g der Skuptschina-^itznng und den Tank A^nee. Tie dritte Depesche künbot. den Abgang einer Mutation aus Belgrad mit dem Oneut-Expreßzug an, m^lAe dem König persönlich seine (Smcmuing übermitteln - > i 1IltK jhn einlabet, nach dem Daterlande zurückzukehren. ftönifl aSorSe mit einer Depesche, worin «den kL'7l°r-L-^» »SÄ netenl Am Mittwoch wird die Deputation m Gans ern- ILe;f7^r T schickte Depeschen an den König ton Italien den Fürsten von Montenegro unb an die Kais« £Älanb Sb Oesterreich DaS ^^welchmd« Köniq wohnt, ist von einer grotzen VolVmenge belagert. Ls ist eüi eigener Sicherheitsdienst eingerichtet worden. Ser König -rhMi maffen^aft Blmnrn und Gllulwun,ch-Tele. vrzugSpretSr monaluchvbPl^ oiertH* hShdtd) Mk. «JO; durch Vlbhote- u. Zweigstelle» inonQthd) Go Pf.; durch drePott Aik.L.— otertel* läbrL russchl. Bestellg. 2nnah»e von Hnitlgce für bie Tage«nummer bifl voirntttagt 10 Uhr. Zeilen pre«: lokal auirodete tO IMg. 8(tanl»orlll(b Ita den pultt. und algtm. TeU: U ttlttte; fÜt ,etQÖt und tianb' und eti>end)l*1aaie: August Dötz; tüi den Anzeigenteil: Pans Deck. GichenerAnzeiger General-Anzeiger 57 Amk- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen entsprochen worden. Rußland gibt feinen Segen zur Wahl. Die russische Regierung zieht sich mit der ^orrnd von der „Mastein- mi chung in die inneren VerhÄtnisse Serbiens" aus der Af äre. Die Formel ist zuerst von Wien ausgegeben worden, und man hat in Petersburg nichts besseres gefunden, um über die Bluttat zur Tagesordnung übergehen zu können. Ties Lapitel ist allem Anschein nach geschlossen, itöiuß Peter soll, wie es heißt, die Konzession dem empörten Rechts- gefühl machen, daß er die Vorstellung der am lonigsmord Beteiligten sich verbeten hat. Da werden gar viele sich dem Thron semzuhalten haben. Aber wie lange? Die Militärpartei in Belgrad betrachtet sich offenbar als Herrn der Situation; solche „Wnigsmacher" lassen es sich schwerllch gefallen, zum Lohn der „Vater- lanbäbefreiung" abgeschüttelt zu werden. J-n den bürgerlichen | Parteien hat sich schon ein grimmiger Zank um bie Ver- sassung erhoben. Lönig Peter kommt in ein Chaos hinein, m eine Situation, die mit Aufruhr und Verschwörung geladen ist. Er wird sich die (Erfüllung seines Herrschertraumes anders vorgestellt haben. Zugleich mit den Vorbesprechungen der Parteien tagte übrigens in Belgrad eine Offiziersverfammlung, welche beschloß, die Namen der Teilnehmer an dem Gemetzel im Lonak geheim zu halben. Gleichzeitig wurde erklärt, daß die Siegicrungdform nur monarchisch fein dürfe. Tiefer Beschluß übte, so beißt es, auf die Entschließung des Parlaments einen entscheidenden Einfluß aus. Ter Belgrader Lorrespondent des Pariser „Temps" hatte eine Unterredung mit dem Minister deS Aeußeru Kaljewitsch, welcher unter anderem sagte: Cb et ft Naumowitsch, einer der Teilnehmer an der stier-. ~ - o ------h A w des ermordeten Königs ist dreimal star ker ge- snich t willfahrt werden tonne.__________________ wesen, als die eines normalen Menschen. Tie Ereignisse in der Nacht vom 10. Juni seien gewiß schrecklich und beklagenswert, wenn man aber bedenkt, daß die inneren Geschichte Serbiens in den letzten 20 Jahren nur die Ge-! Statistik des Deutschen Reichs in Fottsetzung einer tm Vot- fd)id)te der Eheangelegenheiten Milans und Alexanders ge- . , m crrten mQ[e gegebenen Darstellung eine Arbeit über wesen ist, so könne man sich darüber kaum wundern. Unsere ^nanzen der deutschen Bundesstaaten. Wte im Vorjahr, ist es, t ne w.° bere gut 1 d» bie8maldie Vielgeswlligkest der Bud. serbisch e Volk unter den gegenroärtiaen Umstanden be- getS der Emzelstaaten und deS Reichs zu einem emheilluhen obachtet und das Wohlwollen des gesamten Blld Über die gesamten deutschen Finanzen zu veremtgen. Europas erlauben uns, viel von der Zukunft zu hoffen."IDie mitgeteilten Ergebmffe beziehen sich auf die Ausgaben, Ter Temps-Korrespoudent fügt hinzu, daß diese Erllarung Einnahmen, wichtigeren Bestandteile deS StaatsoermögenS den Jnhall des Rundschreibens roiebergebe, welches Llalje- s^ie die Staatsschulden. Die Nachweise sind sowohl auf witsch an die Ntächte gerichtet habe. * ........ r. Minister Kaljewttsch beftätigte in einer Unterredung mit dem Berichterstatter eines Berliner Blattes, daß bie un- gebändigte Herrschsucht der Lönigin Draga ui der gräßlichen Lösung des Lonsliktes zwischen Thrau und Armee die Ursache gewesen sei. Die Offiziere, die an der ton langer Hano cuigeleiteten Verschwörung teilnahmen, hätten zunächst kein Blutvergießen beabsichtigt, ondem nur den Lönig Alexander zu einer Aenderung der Regierungsweise unb schlimmsten Falles zur Abdankung veranlassen wollen. Der Monarch sei ab er von seiner Gemahlin immer stärker gegen sein Volk ans. m . .------ ----------------------------- gehetzt worden. Als vor einigen Monaten beifiaaten auf 4356, bei Reich und Bundesstaaten auf 6796 eTflärt Nerg"eichenIEten Mark,' darunter 146 bezw. 297 Millionen Mark ^ürbe geschehen; der Lönig müsse dem Volk bie Faust Einnahmen aus Grundstock, Anlehen und sonstigen verfüg- 1 baren Staatsfonds. Bei den bundeSstaallichen ordentlichen Ausgaben und Schulden sind davon 11 246 Millionen Mark, beznr. 13 980 Millionen Mk. Auf den Kopf der Bevölkerung treffen im Durchschnitt bei den Bundesstaaten an fundierten Schulden 200 Mk., an Reichs- und Staatsschulden 248 Mk. Komische Tagesschau. Wahlen und Kaiserbesuch in Hamburg. Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns: In dem Bundesrat nahestehenden hanseatischen Kreisen hofft man, daß die bürgerlichen Parteien Hamburgs die größten Anstrengungen machen werden, um den Sozialdemokraten wenigstens eines der drei Hamburger Reichstagsmandate zu entreißen, wenn auch erst in der Stichwahl. In die Vorbereitungen zur Stichwahl wird dann der Besuch Kaiser Wilhelms in Hamburg fallen — zur Einweihung des Denkmals Kaiser Wilhelms 1. — und man glaubt, daß unter dem unmittelbaren Eindrücke dieser Feststunden die bürgerlichen Parteien sich zusammenfinden und besonders die rund 50 000 hamburgischen Wähler den Sieg erringen helfen werden, die bei der letzten Reichstagswahl der Urne fern blieben. Ein solcher Sieg — für den wohl nur der dritte hamburgische Wahlkreis in Frage kommt — würde dem kaiserlichen Gast der Hansestadt ohne Zweifel Genugtuung bereiten, doch die Zersplitterung unter den bürgerlichen Wählern Hamburgs, zum Teil hervorgerufen durch lokalpolitische Angelegenheiten, ist auch jetzt noch derart, daß die Zuversicht der Sozialdemokraten, wiederum im ersten Ansturm auf der ganzen Linie zu siegen, nicht unbegründet erscheint. Heer und Flotte. Der Erbprinz von Sachsen-Meiningen wird in seiner Eigenschaft als Inspekteur der 2. Armeeinspettion den diesjährigen Kaiser -Manövern beiwohnen. Aus Stadt und Kund. Gießen, 16. Juni 1903. Nachrichte« trag Stadt und Land sind uns stets willkommen und werden angemeffen honoriert! "Jubiläum deL oberhessischen Geschichtsoereins. Gestern beging der oberhessische Geschichtsverein das Jubiläum seiner Gründung vor 25 Jahren. Von den ersten Mitgliedern des Vereins sind noch 35 Personen am Leben. Männer wie Prof. Gareis, Buchner, Dr. Klewitz u. A. gehörten mit zu den Begründern. Die Gründung war ein glücklicher Gedanke, denn dadurch ist in unserer Universitätsstadt eine Stelle geschaffen worden, an welcher das Bürgertum gemeinsam mit den dazu berufenen Männern der Wissenschaft für die Forschung nach der geschichtlichen Vergangenheit Oberhessens und speziell unserer nächsten Umgebung etwas tun konnte. Nur dem Zusammenwirken beider Faktoren ist es zu danken, daß es möglich war, in den verflossenen 25 Jahren so Bedeutendes zu leisten, daß es in einer verhältnismäßig so kurzen Spanne Zeit gelang, den Boden unserer Heimat sachgemäß nach den Spuren der Vergangenheit mit Erfolg zu durchforschen. Die Begründung des Museums im Rathause ist ein Ruhmesblatt unseres Geschichtsvereins, auf welches derselbe besonders stolz sein kann. Wer den Konservator des Museums darüber berichten hört, wie besonders die arbeitende Klasse sich für die Sammlungen interessiert und wie so mancher wichtige Fund durch dieses Interesse dem Museum zugeführt wurde, der wird anerkennen müssen, daß der oberhessische Geschichtsverein auch eine sozialpolitische Tätigkeit entfaltet, die für unser Volk nur segensreich sein kann. Hauptmann a. D. Kramer, ein eifriges Mitglied des Vorstandes hat eine Chronik verfaßt, welche demnächst im Druck erscheint. Egenroth (Unter-Taunus), 15. Juni. Als gestern abend der Förster Jung sich auf einem Pürschgange befand, erhielt er aus großer Entfernung von einem Wilderer einen Schuß in die Waden. Der Förster, welcher den Täter noch im Anschläge erblickte, riß sein Gewehr an die Wange und erschoß den Wilderer. Während er sich zu dem Gefallenen begehen wollte, stürzten zwei weitere Wilddiebe aus dem Dickicht heraus, ergriffen den Körper des Gefallenen und entflohen. Bis jetzt konnte die Persönlichkeit der Wilderer nicht ermittelt werden. Wiesbaden, 15. Juni. Hiesige Bürger sind beim Magistrat dahin vorstellig geworden, der Magistrat möge Schritte tun, daß der von der freisinnigen Volkspartei im Reichstag gestellte, vom Reichstag angenommene Antrag, der dahin geht: den Städten die Erhebung von Accise auf Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl und andere Mühlenfabrikate, auf Backwaren, Fleisch, Fleischwaren und Fett zu verbieten, entweder wieder aufgehoben werde, — oder daß ein Zusatzparagraph als § 10b Gesetzeskraft erlange: daß die Aufhebung von Accise nur mit Zustimmung der Gemeindebehörde erfolgen könne". — Der Magistrat hat erwidert, daß zum Zwecke eines gemeinsamen Vorgehens im Sinne des Antrages die Vetreter aller beteiligten Städte im September d. I. in Dresden znsammenkommen und beraten würden, da bie Aufhebung der Accise eine bedeutende Erhöhung der direkten Steuern zur Folge haben würde. Schwurgericht. Gießen, 16. Juni 1903. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen die 33 Jahre alte, unbestrafte Taglöhnerin Karolrne Roth von Köddingen bei Ulrichstein wegen Meineids. Den Gerichtshof bildeten Landgerichtsrat Prätorius, Vorsitzender, die Land- gerichtsräte Müller und Schmeckenbecher, Beisitzer. Die Staatsbehörde vertrat GerichtSaffessor Dr. Hetzel, während die Verteidigung von Rechtsanwalt Weidig geführt ivurde. — Der Tatbestand der Anklage war kurz folgender: Die Angeklagte, welche früher als Dienstmädchen beim Metzgermeister Seng in Gießen tätig ivar, hatte beim Kaufmann Docter in Gießen Waren auf Kredit entnommen, Zahlung aber nicht geleistet, so daß der Gläubiger feine Forderung ausklagte und, da die Zwangsvollstreckung ohne Erfolg blieb, wegen der Schuld oon 93 Mark die Leistung des Offenbarungseides gegen die inzwischen langst nach Köddingen verzogene Roth betrieb. "Nach Ulrichstein zur Leistung dieses Eides an das Amtsgericht vorgeladen, erklärte die Angeklagte, daß sie nur einen Schrank und die nötigsten Kleider und Wäsche besitze. Die Frage des amtierenden Richters, ob sie denn keine Grundstücke besitze, verneinte die Angeklagte und beschwor dies auch. Hinterher stellte es sich aber heraus, daß die Angeklagte gemeinsam mit ihrer Schwester Katharine Roth von ihrem verstorbenen Bruder ein Aeckerchen im Werte von 150 Mk. geerbt hat, welches sie für den gemeinsamen Haushalt mit Kartoffeln bestellt hatten. Nach dem Tode des Bruders ist der Uebergang des Ackers in das gemeinsame Eigentum der Schwestern Roth auch in das Mutationsver- zeichnis gerichtlich eingetragen worden, wovon allerdings nicht der Angeklagten, sondern nur deren Schwester Katharine von Seiten dcS Gerichts schriftlich Kenntnis gegeben wurde. — Der Bürgerin eister von Köddingen ertlärte, als Zeuge vernommen, die Angeklagte habe genau gewußt, daß sie zur Hülste Eigentümerin des Aeckerchens durch den Tod des Bruders geworden sei. Sie habe ihre gesunden Sinne und sei keineswegs cm sogenannter Troddel. Tas ganze Torf wisse, daß die Karolme Roth genau wisse, was sie tue. — Kreisarzt Dr. Königer - Schotten giebt fern Sach- verständigen-Gutachten dahin ab, daß die Angellagte zwar dumm und beschrankt, auch ein wenig hysterisch veranlagt sei, daß aber bei ihr kein abnormer Geisteszustand zu konstatieren sei, der als Strafausschließungsgrund dienen könne. Die Angeklagte fei, wie ihre beiden Geschwister, unehelich geboren, habe ihren Vater nicht gekannt, könne auch nicht lesen, schreiben und rechnen. Es liege hier ein Fall vor, der nahe an die Grenze dessen streife, was man als annormal bezeichne. Die Angeklagte wiffe aber genau im vorliegenden Falle, was sic getan habe. — Staatsanwalt Dr. Hetzel plaidierte für die Bejahung der gestellten Schuldfrage, daß nämlich die Angeklagte wissentlich falsch geschworen habe, und stellt in Aussicht, daß er einen Antrag des Verteidigers auf Milderung der Strafe durch einen Gnadenakt des Landesherrn gern befürworten werde. — Der Verteidiger, Rechtsanwalt Weidig, sprach für Freisprechung seiner Klientin. Würden aber die Geschworenen dem nicht folgen können, so bittet er, die Frage wegen Meineides zu verneinen, dagegen die auf seinen Antrag gestellte Schuldfrage wegen fahrlässigen Falscheides zu bejahen. — Die Geschworenen folgten den Ausführungen des Verteidigers darin, daß sie die Frage wegen des fahrlässig falsch geschworenen Eides bejahten, worauf der Gerichtshof auf 6 Monate Gefängnis erkannte, wobei die erlittene Untersuchungshaft anzurechnen fei. Vermischtes. • Berlin, 15. Juni. Geheinirat Prof. Schweninger ist feit drei Tagen nicht unbedenklich erkrankt. * Wattenscheid, 15. Juni. Aus der hiesigen Zeche „Holland" stürzten, infolge Seilbruchs, ein Maschinensteiger, ein Elektrotechniker und ein Schlosser mit Dem Arbeitskübel, indem sie sich von der sechsten zur siebenten Sohle begeben wollten, ab, verunglückten, gerieten in einen Sumpf und erstickten. Zwei Leichen sind bereits geborgen. * Marseille, 15. Juni. Der Postdampfer „Harra" traf bei Boneficio einen vorgestern in Marseille aufgestiegenen Ballon aus dem Meere treibend an und rettete zwei Insassen. * Malaga, 15. Juni. Auf dem englischen Kreuzer „Good Hope", welcher in der Nähe der Meerenge von Gibraltar übte, explodierte ein Torpedo im Lancierrohr. Vier Matrosen wurden getötet, zwanzig verwundet. Nach der Ausschiffung der Toten und Verwundeten setzte der Kreuzer die Uebung fort. Die Ursache der Explosion ist unbekannt. Warschau, 15. Juni. Hier stürzte ein massives Wohngebäude ein. Bis jetzt sind 19 Tote aus den Trümmern hervorgezogen worden, es werden aber noch bedeutend mehr Menschen, die in dem Hause wohnten, vermißt. Zunächst sind die Leichen der Bewohner der oberen Stockwerke des Hauses geborgen worden. Tie Zahl der Bewohner wird auf 80 bis 4 0 geschätzt, die voraussichtlich alle ihr Leben ein gebüßt haben. • Der bekannte Schriftsteller Professor Karl Frenzel ist in Teplitz-Schönau, wo er zur Kur weilte, bei einer Spazierfahrt aus dem Wagen gestürzt, hat sich jedoch nur leichte Verletzungen zugczogen. * Roosevelts 1OO-Kilometerritt. Kurz vor Schluß seiner großen Rundreise durch die Vereinigten Staaten hat Präsident Roosevelt eine P a r f o r c e l e i st u n g zu Pferde vollbracht, die ihm zum mindesten kein lebendes Staatsoberhaupt nachahmen Dürfte. Er hat die Tisianz von Laramie nach Cheyenne in Wyoming an einem Tage zu Pferde überwältigt, das ist eine Strecke von 60 englischen Meilen ober nahezu 100 Kilometern. Er machte sich in der neunten Morgenstunde in Begleitung des Generalarztes Rixey, des Dundessenators Warrens und einiger anderer einheimischer Herren aus den Weg. Tie Reiter brauchten nur vier Stunden und fünf Minuten, um die 31 Meilen lange Strecke über den Black Hills Trail bis zum Gute des Herrn v. Tassel zurückzulegen, sie ritten also den Kilometer in durchschnittlich fünf Minuten. Bei Herrn v. Tassel erwartete sie ein kxäftiges Frühstück und eine kurze Ruhe. Um 2 Uhr nachmittags wurde dann abermals aufgefefjen und bereits gegen 8 Uhr abends die Hauptstadt Cheyenne erreicht, wo Da tut die Reiter mit großem Äppettt ihr Nachtmahl einnahmen. Dieser wilde Reiterritt hat natürlich in Amerika Sensation gemacht. Wahrscheinlich wird sich jetzt eine lebhafte Bewegung unter den Sportreitern entwickeln, die lOO-Kilometerleiftung des Präsidenten möglichst zu übertreffen. * Der angehende Dramatiker. Studiosus (-um Leibfuchs): Tu, ich hab' eine sehr gute Idee für ein Drama! Im ersten Akt sitzen also alle im Wirtshaus. Plötzlich ruft der Held meines Dramas aus: Kellner, zahlen! Sofort fällt der Vorhang —~ber erste Akt ist zu Ende. Nun denk' Dir mal die riesige Spannung des Publikums: wird er im folgenden Akt zahlen oder nicht?-- * Beschönigt. Studiosus A.: Ja, was ist denn das eigentlich — Tein Ueberrock ist ja ganz beschmutzt. Studiosus B.: Ach, bet ist mir gestern in bie Gosse gefallen. Studiosus A.: Warum hast Du ihn denn nicht besser festgehalten? Studiosus B.: Ich hatte ihn ja an? KniversUlUs-Ullchrichir«. — Am schwarzen BrcU der technischen Hochschule in Darm- s: adt war fücgliä folgen bet Anschlag zu lesen: ,S)ie Herren Studierenden und Hospitanten setzen mir davon in Kenntnis, daß der große Senat beschlosien hat, die seitberigen Studierenden für Elektrotechnik. Samuel Link aus Jvolizag, Silvius Marcus aus Kreszta-Menes, Fritz Szabo aus Kaloeja, für das laufende ■c.« Semester aus der Hochschule auszuschließen. Tie Betreffenden haben bet der 'Meldung zur Tulomprimmg im Frühjahr 1903 fremde Zeichnungen emgeltesen, in denen der N a m e des Verfassers wegradiert, und durch den eigenen ersetzt nxir. — Yn Jena ist Dr. Karl Konrad Müller, Direktor der Universitätsbibliolhek, gestorben. — In Heidelberg ist am Sonntag der emeritierte Pro» feffor der Anatomie, Geheimrat Karl G e g c n b a u e r, gestorben. Litleralur. Prof. Dr. Kinzel, Wie reist man in der Schweiz Ein Buch zum Lust-und Planmachen. Mit Berücksichtigung der Städte Straßburg, Freiburg, Zürich, Gens, Basel, Bern, Como, Mailand, Heidelberg, (yranfüirt a. Main, Umbau, Konstanz, Friedrichshafen, Ulm, Stuttgart. 2. umgearbeitete und start nein rtc Auflage. Mit 5 Stabtplänen und 3 Karten. Verlag von Fr. Bahn in Schwerin L M. Das Büchelchen zeigt auf jeder Seite den erfahrenen Bergwanderer und - «gleich bc.t feinsinnigen Beobachter und gemütvollen Naturfreund. Für Kenner der Schweiz ist es litchl geschrieben io ivenig rote fürHoehtouristen oder solche Sommerfrischler, die sieb an einem Ort festsetzen. Cs will vielmehr dem Touristen, der noch Neuling r\ und dem mit wenigen bestimmten Planen gedient ist, die Wege weisen, ferner den Wahn zerstören, als fonnc man-in der Schwert nicht von Ort zu Ort roanbern, oder doch wenigstens nicht ohne großen Aufwand. Tie Grundsätze sind: mäßige Ansprüche an Kräfte und Geldbeiitel und babei die höchsten und schöiisten Genüsse m Natilr und Kunst. Das Bttch ist em angenehmer und wertvoller Reisefreutid. Dürer-Mappe, heratisgegeben vom Kunsuvart. 14 Blätter und 7 Abbildungen im Text. Text von Ferbmanb Aveltarius. (München, Kuiistwarwerlag Georg D. W. Callivey) .Preis Alk. 3. Zu den Dingen, die eine spätere Zeit an der unfrigen nicht begreifen wird, dürite auch die Tatsache gehören, daß bis zu Wechnachlen 1902 das deutsche Bolt noch feine Sammlung wohlfeiler Nachbil düngen der besten Werke seines größten bildenden Künstlers besaß, noch keine Dürer-Mapppe. Tie Werke, die dtirch bald vier Jahrhunderte der deutschen Kirnst mehr als alle anöem ihre Ebenbürtigkeit neben der größten Kunst der anderen Völker enuieieit, Dürers Schöpfungen, ine ihr und ihm Wellruhin verschafften — es gab bisher noch feinen einzigen Versuch, sie rotrflid) ins Voll zu führen, damit sie dort lebten als Hausgenossen an Werk- und Feiertag. Ter Kunst- ivart, der zuerst billige Einzelblätter nach Albrecht Dürer ins Volk brachte, hat nun in einer Mappe das Herrlichste aus Türers Schöpfungen zusammengestellt, es in den bestmöglichen Techniken vorzüglich vervielfältigen laßen, Texte von ,jerb. Aoenarlus beigegeben und das Ganze in jo großer Auflage in den Handel gebracht, daß es für drei Mark abgegeben werden kann — für so ivenig Geld, heißt das, wie früher die Machbilbug eines einzigen der hier gebrachten etroa zwanzig Werke kostete. Jetzt kann wirklich vndlich jedes Haus seinen Dürer haben, ivie es feinen Goethe und Schiller hat! Sport. Frankfurt, 15. Juni. Gestern hat hier auf der Radrennbahn bet Griesheim ein Radrennen stattgefunden. Tie Sache nahm insofern gestern mittag schon einen ungemütlichen Anfang, als em Gerichtsvollzieher erschien und die Tageskasse pfändete. Alsdann weigerte sich der Radrennfahrer Dickentmann zu starten, wenn er nicht vorher das vereinbarte Honorar erhalte. Die Renn Veranstalter wollten aber nur einen Teil vorauszahlen und so startete Dickentmann überhaupt nicht. Mit ben Unterhandlungen ivar aber allmählich eine volle Stunde hingegangen und das P u b l i f u m schickte sich an, die Rennbahn mit Gewalt zu st ü r in e n, um jein Geld wieberzubekommen oder ivenigstens für fein Entree Radau zu machen. Es wurde geschrieen, gejohlt, gepfiffen unb es drohte, einen e r n |t e n Skandal zu geben. Endlich entschloß man sich, das Stundenrennen ohne Dickentmann zum Schluß ausfahren zu lassen. Die Rennen nahmen bann ihren Fortgang und tourt)en um halb 9 Uhr beendet. Handel und Uerlrehr. yulkbivaifdjafL berliner Lörse vom 15. Juni 1903. (Mttgeteilt von der Bank für Handel unb Jnbustrte, Gießen.» Im Hinblick auf ben Ausfall ber morgenben Börse war bet Verkehr heute ein äußerst geringer. Tie Teitbenz war im Einklang nut den oon außerhalb geinelbeten Kursen ziemlich fest; in erster Reihe sanden Türfenwerte bei anziehenden Kursen etwas Beachtung, da roicöerum Paris als Käufer auftrai. Eanada verkehrten m leicht abgeschwächter Haltung im Anschluß an Newyorl; von sonstigen Bahnen erfreuten sich Lübeck-Büchener Eisenbahn-Aktien einiger Nachfrage. Bank-Aktien und Montanwerte lagen bei stillem Verkehr gut behauptet, ebenso zeigte der Kassaindustriemarkt gute Disposition. Privat-Diskont 3l/4 Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit.... 208.— 208.— Deutsche Bank . . . 209.60 209.25 Darmstadter Bank . . 136.— 136.25 Bochumer Guß . . . 177.— 176.50 Harpener Bergbau . . 181.70 181.50 Schluß-Tendenz: Ruhig. Posen, 15. Ium. Zn dem morgen stattfindenden Wol > - m a r 11 betragen bis jetzt bie Zufuhren 600 Zentner gegen 1500 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Dasselbe Quantum dürste kaum nicht mehr werben. Tie Wäsche soll gut sein. Tie Verkäufer verlangen dis 20 Mk. mehr als tm Vorjahr. Sricskasten der JUiiniüiiJn. (Arrouhnte Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Ausbildung von Laudwirtschaftslehrcru. Für das Groß- herzogtlim Hessen sollen bie Vorjchristen über Ausbilbung von Lanbwlrtschastslehrern in nächster Zeit erlassen werden. Für Preußen :e. sind bestimmte Vorjchristen seit längerer Zeit in ®eüimg. Der Herr Fragesteller kann sich hierüber aus den onpplementbänbcn zu den landwirtschaftlichen Jahrbüchern orientieren, wo die Satzungen regelmäßig abgebrueft werben. Die landwirtschaftlichen Jahrbücher, herausgegeben durch Thiel, befinden Nchaus ber hiesigen Universitäts-Bibliothek. A>ieieoiDiüßt|(t)e ^biobadjiuiigett der Station Gießen. Wetter Juni 1903. 0*5 = ; 15. 2” 15. 9” 741,3 , 15,7 742,6 13,0 9,0 67 8,3 75 SSW. 8. 2 Beb. Himmel 2 16. 7“ 743,4 11,2 8,4; 85 S. 2 j * 1 1 1 Höchste Temperatur am 14 — Niedrigste , ,14.— 15. In 15. , ii 16,2“ C. 11,8" C. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Aus- bL.'tung, stilrein und preiswert die Brühl'sche Universitäts-Druckerei, Schulstr. 7 JASMATZI-C1GARETTEN \ mit wertvollen Coupons In den Cigarren-Spedalgeschäften erhältlich w versenden kostenlos und portofrei an jedermann unseren illustrierten Katalog, der 160 verschiedene Gegenstände enthält, die vir gegen Coupons gratis und franco emtauschen GEORG R. JRSMRTZI RKT. GES. Spezial-Rbteilung Dresden-R., Prager Strassej Gothaer Geld-Lotterie Ziehung 23.—26. Juni 1903. Höchst gewinn evt l. Mk. 1S85OOO. M. so.-—15.-——L - So» 30 W- rr,u1 l4767 versendet F. Ld. Oliiiackeiv Darinstiidt. öekannlmachuntz. In ba» hiesige Gcnosjen- schaftS-Register wurde eingetragen: Heinrich Philipp Spaar m Beuern ist als Direktor gewählt. 4807 Gießen, am 2. Juni 1903. Grobherzogliches Amtsgericht. Kergevung oml KMarbeitcn. Montag den 22. l. M., nachmittags 5 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Wieselt nachstehende Arbeiten und Lieferungen öffentlich in Akkord gegeben werden: veranschlagt zu All. Zimmerarbeiten 232,00 Weißbinderarbeiten 12,00 Chaussierarbeiten 81,55 E-ementrohrlieferung 22,40 Gießen, den 16. Juni 1903. Lcnßfelder, 4810 Kreisstraßenmeister. Versteigerung. Mittwoch den 17. Juni l. I., nachmittag» 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale versteigert: 1 Sopha, 1 Schreibtisch, 1 Bücherregal, 1 Auszieh- tlsch, 1 Aquarium, 2 Faß thtem, 2 Alctallsärge, 8 Hobelbänke mit Werkzeug, 14 Türen, 2 geschnittene Eichenstämme, 1 Partie Tannen- dielen, 22 Türfüllungen, 1 große Partie Schuhwareri (Herren und Damenstiesel), einige Faß Weißwein, 1 große Partie Flaschenweine u. v. a. 4785 Geißler, Gerichtsvollzieher. Heugras- Versteigerung. Donnerstag den 18. d. Mts. soll das diesjährige HeugraS von sämtlichen Gc- meindewiesen, in welchen auch die früheren Tomanialwiesen in den Geuiarkungen Queckborn und Harbach eingeschloffen sind, an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist vormittags 10 Uhr in der Gemarkung Harbach bei der Kolbenmühle. Queckborn, am 15. Juni 1903. Gr. Bürgermeisterei Queckborn. _____Schmidt. 4814 Holz- Versteigerung. Donnerstag den 18. Fuui, von uachmitlags 3 Uhr ad, werden im Hotel Einhorn, Eingang Wenslemgasse gutes Eccheu-, «utz- uud Brennholz, alte Ziegel, Türen uuD Fettster I028o8 versteig . 3n der Nachlaßsche des am 8. November 1902 ver- storbcncn Taglöhners Konrad Rahn von Heskem werden die unbctaiuucn Erben, Gotthard und Koilrad i<ö>ng, beide verheiratet, und Julianna Sälzer von Geilshausen ausgeiordcrk, ihre Erv- ansprüchc gcltcnb zu madien und sich bis zuili 24. d. Mts. bei dem UnterzeiÄneten zu melden. [4r96 Heskem, den 7. Ium 1903. Der Pfleger I oHannes Schmitt. iverden irnnen uiw gui repariert L.üklldezögkk fader MM Glichen. Seltersweg 9. W r Freund einer ernten Suppe Int, verwende MAGGI8 4400 1379 Continental Caoutchouc u. Guttap. Co., Hannover. Seltersweg 6. 4482 2 Meter 1 Ml. 1 4268 Moire. C. Klingelmeyer, 4539 Kostenanschläge gratis. Tnlby - 16ti. 1k. 15000 es 6000 UQ B 9 J. Stürmer, Strassborf i. E. Bl. OlUI IIICI , MIuSMUlft LL. jg Generalagent,Laugestr.l07.Ä| N. 4 10 50 400 1931 60000 40000 25000 10 000 10000 10 000 10000 10000 10000 20 000 57 930 Flasche Mk. 1.50 nur in der Adler-Drogerie, Seltersweg 39. z 9 3 31000 = 3000 5 ü 5Ü0 = 2500 20 ä 100 = 2000 400 (jei.zis. 5000 s = 62000 = 41000 = a 200= zus. t Geld-Lotterie r d. SlriKbori-leBd. Arleileraeims • M » 41000 ' Haoptgew. 115000 MsteuMren Parsümeriell n. Seifen Lailette - Artikel. Höfos tftopf- v. Haarwasser das beete der Welt. Stets srisch und m den verschiedensten Sotten zu haben bei Adolf Lcnhardt, Frankfurterstraße 66. Seiden-Satin, reizende Muster . . . Madapolam- und Brokatstoffe . LappettS, Blusenstreifen . . . . Herrliche Äleidcrdruckbiber, gute Qualität Ranigt die Kopfhaut und erhöht ihre Tätigkeit, wirkt stärkend auf den Haarwuchs und verhütet das Ausfallen der Haare. Dieses Haarwasser, nach langjähriger Erfahrung hergestellt, ist als das denkbar beste Kopfwasser erprobt und anerkannt. Otto Schaaf, Gietzen Fabrik chcrmfch tr u. cosmetifcher praeparate 4 4 53 offeriere ich um mit meinem großen Lager schnellmöglichst zu räumen F zum Selbstkostenpreis, “1 C. Stein, chießen i Moltkeftraße 20, II. । Besenborden mit oder ohne Kordelschutz laufen niemals ein, verhüten durch stets härteren Besen das Durchschleissen sowie die Siaubaafnabme des Saumes, und behalten wie „Mästu“-Kragencinlagen „Porös“ und „Dicht" ,,Kästu“-Ston8 mit und ohne Beeen „Ma3tu“-Rockgaze „Mästu“-Wattierleinen nach jeder Nässe, sobald getrocknet, ihre ursprüngliche Härte und Elastizität: Alles antiseptisch. 1618 Mustu-Tabrikate nur mit Stempel „Mäste" ■»erlange man bei: Robert Haas Nacht., Seltersweg. Naturreine Moselweine, Rheinweine Bordeaux- re. Weine Ittaf! IWrtp! I Ziehung bestimmt 20. Joni 1903. HlI.Wohlthaügkeits-E für Fahrrad und Automobil. Erstklassig in Material, Ausführung uud Ltonstruktion. Generalvertretung der Vereinigung zur Ausnutzung von Wertpapieren. Scala-Harmonium kann Jedermann ohne O)lu|tftennt- niße sofort spielen nach unbegrenztem Revertoir nir ernste uitd hellere Musik. 4224 Tie neunten Musikwerke und -Automaten zubilltgsteuPreiseu Grammophon Ansorge Wettmünster iTaunus». t 2060 „ „ 7500 ~ Bar ohne Abzug aaszahlbar _. Los I Mk., II Lose I Mk„ Z Porto u. Liste 25 Pf., Nach- Z nähme teurer, empfiehlt 1 Prämie 1 dio. 1 Hauptgewinn 1 dro. 2®ero.ä5000 = markefür 2 Teller ;£ ZSTERNY Suppe. Klllk- MillMlMrke, lömpßicgdei Ang* Gabriel jr., Gretzen. 676 Maffen-Fabrikattou. Bahnauschlüffe. Werke: Abcudstcru. ES gibt wohl billigere Reifen, aber auf der ganzen Welt keinen befferen Reifen als den Continental HM-Wamilt!. Iloppni Bringe mein neu hergerichtetes Bierlokal nebsi Billard in ^niüehlendc Erinnerung. — Vorzügliche Biere und Weine. Muten, billigen Mittagstisch. Logio von Mk. 1.50 an. Daselbst mehrere möblierte Zimmer zu vermieten. 4599 Hochachtend Kob* IWeuSCP« 1 , Emaillierte Waren in großer Auswahl billigst. Zu regem Einkauf ladet ein 4802 c. E. Volfland, Sachsen-Weimar. Mästu- „Trilby“ 31/,, 4, 5, 7 und 10 cm breite ganz neue Verlängerungsborden laufen ment mehr ein und geben, durch dauernd feste Appretur, dem Bocksaum em stets plattes Aussehen. Jede 1 arbe lieferbar. Mastu“-Kock kalter meu), waschbar, rostfrei, tadelloses Verbindungsorgan zwischen Rock und Taille, verdrängt alles andere. „Mästu“- . 2 . 2 . 3 Hcmdcntuchc und Hcmdeuslauclle .3 Großer Posten schöner Äoftüm -Siddc von Alpacca Leinen, Rips. — Dameu-Schürzen in Riesen-Auswahl. Ferner: Posten Paradies-Wolle . . . V, Pfund für 1 Mk. Posten Blumen und vieles andere. Markt-Anzeige. Bitte lesen Sie! Der $Sch$. 1 M. Riesen-Bazar von C. VoBland kommt diesmal zum Markt. Riesen-Aus wähl Neuheiten. Eiss chränke werden in allen Grösten und vorzüglicher Ausführung angesettigt. Gllltt«kiks schönes Material. Anfuhr pronipt imb billig. [2789 Conr. Rübsamen Telephon 259. Westanlage 60. Restaurant zum Andres Empfehle guten billigen Miltagstflch. 3986 Reichhaltige der Saison entsprechende Speisentarte. Weine eigener Kelterung. Helles Lager-, Münchener und Dortmunder Bier Hochachlend Wilh. Comes. Wegen vorgerückter Saison der Waschschirme bedeutend ermässigt Größte Auswahl, feinstes Genre. Solideste Ausführung. 4804 II. Levi, SchirmsalmK. Garten-Schläuche bewähtte Qualitäten Wiich-MW, ettohlrohtt rc. Reparaturen billigst. Carl Aug. Faber, Marttstratzc 1. 4474 Täglich prima Mttrbmle Seibei’s We nftube Ludwigsplatz. 4659 Täglich frische Eier nni Butter sind zu i.abcn zu jeden. Wcchen- marktpreis bet Johannes Schomber, Wiescck, Aliceslraße 45. 14620 2500 toeldgewiniie und 2 Prämien. Nur 17 500 Lose. Moellt toistlieiiliiDg IM» beviooaoy itblM Zu dieser äußerst günstigen Louerie empfehle ich Lose so lange Borrat: 1 10 Alk. 3.—, xltl All. 6.—, 1 , All. 15.-, ’/t All. 30.— (für Bono wid Liste 30 Pfg. nrehr). Richard Bachacker. toteBe»> Aeuenbauc 5. Llartostein, ganz prtma magnum bonum, ein» vnehlt billig 4328 I Sonnenstrabe 6. ■ Xi viMÜl, Telephon 235. ■ cd TS Schreinerei, Ludwigstraße 57. IW er wagt, gewinnt! 41. ISalhuer WWolitrit. Ziehung vom 23.-26. -uni 1903 unter Aufsicht der Lotterie-Direktion in Darmstadt. n Grosser Inventur-Ausverkauf zu ganz enorm billigen Preisen Damcn-Wäschc Man Besonders beachtenswert: Taghemden Naebthemden . 3.50 Mk. Beinkleider Beinkleider seinsädige Stoffe mit breitem Handfestem - Volant mit breiter Stickerei-Volant Serie I Serie II Serie III englisches Fauh o-reitan u- Potsdam Nachricht vo enthielt. Kc ^'che und ^br he dle Gefahr Ncn glückj beur des Un ^Keskemet, mU erlügen Hofbaurats 1 glommen i LV »tfcjr*»’ SS d-s 9eIetiiet die hat T- ^er A?"2 w SZL S&1 Mk. 2 — Ltk. 2.25 Mk. 2.75 IW* Zu obigen Preisen nie mehr zu haben. Fritz Nowack Ansstattimgs - Geschäft und Wäsche-Fabrik. Anstandr-Roeke la. Flock-Piquö Stück 2.20 Mk. la. Diagonals mit ausgebogtem Volant, Stück 2.30 Mk. Sämtliche Wäsche tadellos frisch, prima Stoffe, beste Ausführung. Außer der aufgeführten Dameu-Wäsche sind noch größere Partie« in hochfeiner Wäsche ausgelegt, ferner größere Poste« Kinder - Wäsche. Serie L 3.25 Mk. Serie HL 4. Mk." seine reinleinene f SA Ware, 48 cm groß, A /!I per Dtzd. . . 100 M weisse TasckentBcber 5™. 2.70« LV Keglige-Jacljea starker Jlock-Piquv 1.45 Mk. Göper mit farbiger Stickerei .... 2 — „ Cöper, Piquö und Satin mit reicher Stickerei 2.75 „ . . Dtzd. 0.50 Mk. . . „ 6.80 „ • • 99 6. „ . . „ 7.— „ Dtzd.8.50 u. 11.— „ Baumwollene Waschkleider-Stoffe Meter 30 Pfg. und 33 w 1500 Meter weisser Flockpiquä "‘-gs 80