«ttiiifunhiit,,.,. stufe» Spülsteine pauke Rinnsteine terbänke loroit W Mi PIM jeder An. -KichMW ifattons-gloyien p'N stnö J.oge ^salzzitgel it - ’lland-Cemenl : anderen Bauartikel billigsten Prellen 12692 iii Horst ieu, Liebigstr. 31. .aui Drehscheiben, —- -< K M äfejki** Hai- U»IW«de,e bsärbende Leierei* Nr. RS Erschein» täglich außer Sonntag«. Tein Gießener An;eiqer werden im Wechsel mit dem hessischen tandwirl bu «»ittzener Familien- blauet viermal in der Idodic beiqclegL Roiaiionsdrurt u. Verlag der t51 ü h l'schen Uiuverl.-Buch- u. Stein» druckerri »Pieklch Erden) tHcöahion, ErpebMoa und Druckerei: Schul st raste 7, Ad,eße tüt Teoeichenr Anzeiger «testen. tfrrniiprfdbanldUiifc4fr 61. Donnerstag 16. April 1 «03 153. Jahrgang Erstes Blatt. ~ JjjF O ® monatlich 76 Pi., vtettel« GlehenerAnzelgerW M General-Anzeiger " *** S:S?J v den polu. und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen V ” zetaenteil: t>an« Bert. Aeruss- und Laienrichter. Dir haben in Deutschland zwei Arten ron Strafgerichten, tn denen Laien in Gemeinschaft mit Juristen zur Rechtsprechung berufen sind: Die Sck)äsi entrichte und die 3tr.wurßcnd)tc. Wahrend sich nun jene tm allgemeinen gut bewährt haben, und -lagen über sie kaum irgendwo laut werden, treten die schweren Mängel, welche den Scl-wur- gerichten anhasten, je länger je mehr xu tage und haben der großen Volkstümlichkeit, der sich diese Tribunale früher zu erfreuen hatten, mächtig Abbruch getan. Fehlsprüche der ^schworenen, regelmäßig in der Richtung unmotivierter Freisprechungen, sind keine seltenen Erscheinungen. Daß die Gesckpvorenen, anstatt Recht zu sprechen, Gnade üben zu dürfen glauben und damit die selisamsten Urteile fällen, ist eine so häufig beobachtete Tatsache, daß man hierüber sich aufzuregen allmählich verlernt hat. Einen charakteristischen Beitrag zu dieser gefährlichen Tendenz der Schwurgerichte gibt Landgerichtsrat Opp.er in der Zeitschrift „Tas Recht". Er teilt drei von den fünf Fällen mit, welche das Sclzwurgericht zu Metz in seiner im vergangenen Januar stattgchabten Session abgeurteilt hat. In allen drei Sacl)«n hatten die Angeklagten die ihnen zur Last gelegten Straftaten eingestanden, und doch verneinten die Geschworenen jedesmal die Schuldfrage. Besonders kraß liegt der eine dieser Fälle: Ein in auskömmlichen Verhältnissen lebender Beamter, der offen einräumte, daß er unterschlagen und gefälscht habe, um dem Trünke fröhncn zu können, wurde sür nichtschuldig erklärt. Ein derartiger Spruch spottet jeder Erklärung uiid wirkt geradezu ungeheuerlich weil er allem sittlichen Empfinden offen ins Gesicht schlägt. Soll — so fragt Lppler — das wirklich so weiter gehen? Sollen dte Grundlagen unseres Rechtsstaates bis in ihre Tiefen erschüttert tverden ? Dabei ist daS Bedenklichste der Mangel jeden wirksamen KorrreltivS gegen die Geschworenensprüche. Sind doch die Urteile der Schwurgerichte fast unangreifbar, die Revision gegen eine solche Entscheidung aussichtslos. Eine Abhilfe ist hier dringend geboten, und mit allem Nachdruck muß, wenn nicüt die Umwandlung der Schwurgerichte in große Schöffengerichte, so doch jedenfalls die Mitwirkung des Richters bei der Schuldfrage in einer Form gefordert werden, die offenbare Reck>tsverietzungen unmöglich madjt Eure den Interessen des Staates und der Ge- fellschast gerecht werdende Losung der Schwurgerichtssrage überragt an Bedeutung und Dringlichkeit weil die der viel erörterten BerufungSjrage und wird bei der bevorstehenden Strasprozeßccform eine Hauptaufgabe deS Gesetzgebers bilden müssen. • • • Fehl- und Falschsprüche sind tatsächlich bei den Schwur- gerickften häufiger, als bei den ordentlichen, wie es ja an sich wunderbar genug ist, daß man Laien plötzlich mit einer Tätigkeit betraut, deren Ausübung von anderen erst nach einem mühevollen B.ldungsgang erlangt werden kann. Auch gehört ja zur Rechtsprechung nicht nur exakte wisienschafl- lictye Ausbildung, sondern die Trainierung des Intellekts und des Eharakters zur Objektivität; das „Recht- jprechen", das heißt die absolut objektive Betrachtung des Falles im Ansä/luß an die Rechtsgrundsatze, muß mühevoll erlernt werden; dem Richter wird schließlich die Fähigkeit, das „Rechte" zu finden unter scharfer Abwägung aller in Betracht kommenden Verhällnisse zur zweiten Natur, die ganz unabhängig ist von feinen übrigen Charaktereigenschaften. Diese wichtigste Fähigkeit geht dem Laien naturgemäß ab, der gewohnt ist, nach subjektivem Ermessen und mit starkem Einschlag des gefühlsmäßigen Elementes zu „richten". Wie kommt man nun also dazu, gerade bei schnüren und großen Verbrechen das Laienelemcnt zur Rechtsprechung hinzuzuziehen? Der Kalkül ist sehr einfach und psychologisch erklällich. Alle Verbrechen haben neben der 'nem „rechtlichen" Seite auch eine „allgemein-mensch- lidjc", und damit nun der Richter nicht nur recht, sondern auch billig richte, hat man ihm den Laien zugesellt, der aus seinem Herzen heraus urteilen und dem Menschlichen und Allzumeiiscylichen beim Uriellssallen seine Bedeutung und Berücksichliguiig zusichern solll Das ist zweifellos human gedacht. Wenn aber die Geschworenen in Geiuhlsduselei verfallen und offenbare Verbrecher freisprechen, so ist das sehr bedenklich, denn das Rechtsgefühl wird auch durch einen unberecht.gten Freispruch venetzt. Diesen Fehl- sprächen könnte indes, wie der „Rh. Cour." recht Dcr|tanbig auSfuyrt, durch eine Reform der Schwurgerichte entgegengearbeitet werden. Sck)vn jetzt bestehl die Einrichtung, daß daS Gericht den Wahrspruch der Geschworenen kassieren kann, wenn es einstimmig der Ansicht ist, daß die Geschworenen zu Ungunsten des Angeklagten geurteilt haben. Man er len ne dem Gericht dasselbe Reust des Einspruchs zu, wenn die Geschworenen zu Gunsien des Angeklagten em nach der einstimmigen Meinung der Richter falsches Votum abgegeben haben; es muß bann eine neue Verhandlung mit Heuen Geschworenen stattfinden. Solchermaßen würde man ein Korrektiv gegen Fallustprüche der Geschworenen schaffen, ohne aber doch die Mitwirkung des Laienelementes zu beeinträchtigen. Von klarem Blick pir unstrn komplizierten und immer vielgestaltiger werdenden wirtschaftlichen und svz.a.en Lr- acuusmus zeugt der neulich von uns mitgeteilte, van »iner stattlichen Zahl h e s s i s chc r La nd t a g s a b g e o r d- n e t c r in unserer zweiten hessischenKammer ei..gcbrachte An- iraa auf Ausbildung deS juristischen Nachwuchses in Handel, Industrie, Gewerbe, Genossenschaftswesen, Landwirtschaft usw. Hoffentlich beabsickstigt man nicht allein die zillunfugen Ver- waltungsbeamtt.n, foiu-ern auch d.e zukü.,f..gen Richter des Landes nach dieser Richtung auszublloen. Tenn es ist zweifellos auch, um in gerichtlichen Streitfällen aus allen diesen Gebieten das „Rechte" xu finden, ein hohe» Maß sachlicher einschlägiger Kenntnisse erforderlich xum objektiven Urteil. Diese fachlich - sachlichen Kenntnisse müßte auch der Richterstand in gewisser Weise wenigstens sich anzueignen Gelegenheit haben. Vorläufig hat seine Vorbildung noch zu wenig Berührungspunkte mit dem praktischen Leben unb ist nicht wohl geeignet, dem zukünftigen Richter ein annähernd lebenswahres Bild der außerordentlich komplizierten Verhältnisse des praktischen Lebens zu vermitteln. Jmnierhin dürfte auch, wenn dieser Antrag demnächst, was wir hoffen wollen, zum Gesetz erhoben werden sollte, bei den Landgerichten, wie jetzt schon bei den Amtsgerichten, in gewisien Fallen die Zuzühung des Laienelemen- teö zur Reckstsprechung in wohllvollende Erwägung xu ziehen fein. Wohl könnten für Kriminal- und Streitfälle mit wirtschaftlichem, sozialem, gewervlichem Hintergrund den Richtern eo ipso sachverständige Leute zugesellt wer- den, die jenen als Informations-Korps bienen; diese Sachverständigen halten nicht ohne weiteres mitziiurtellen, sondern in erster Linie den Richter in die sachliche Materie mit ihrem Fachwissen einzuführcn. Solcherweise würde mancher F h.,p.uch vermied.n. Das wäre au.h ein moralischer Erfolg, weil absolutes Vertrauen zur Rechtsprechung der wichtigste Faktor eines geordneten Staats- lebens ist. yuiihldjt Lal)tsschali. Die Legende von HollebevS Abberufung. Nach einer Washingtoner Meldung sollte der bisherige Botschafter v. Holleben definitiv in Deutschland verbleiben, während der ihn vertretende Gesandte Speck v. Stern- burg — ,Specki', zu deutsch .Speckchen', soll ihn neulich der Präsident Roosevelt höchst forbial genannt haben, als Herr v. Speck, entgegen allen bipiomatischen Gepflogenheiten, auf bem Washingtoner Bahnhof erschienen war, als Roosevelt seine Reise burch bie Staaten antrat — Anfangs Ium sowohl HollebenS Abberufungsschreiben als auch feine eigene BestallungSurkunbe bem Präsibenten Roosevelt überreichen wirb. Die New-Porker ©enfationSpreffe findet in dieser Meldung bie erwünschte Gelegenheit, daS Thema von HollebenS Abberufung noch einmal burchzukauen. .Eines AbendS', so erzählt bie .Newyork World' ihren Lesern, .wohnte Dr. v. Holleden einem Empfange beim russischen Botschafter bei, als ein Bote erschien und ihm folgende Kabelbepesche ein« händigte: .ES hat unserem kaiserlichen Herrn gefallen, Sie sofort üon allen weiteren Diensten zu entbinden. Am besten wäre es, wenn Sie zum Scheine krank würden („get eonn-ni-mt y »ick ) und sofort nach HauS kämen. v. Richthosen.' .Dr. v. Holleben', erzählt die .World' weiter, .laS die Depesche ohne ein Zeichen bet Erregung, entschuldigte sich beim Grafen Cassini und eilte zur deutschen Botschaft, wo er seinem Kammerdiener befahl, in aller Eile seinen Koffer zu packen. Er nahm den Mitternachlszug nach New-Pork, wo dann am nächsten Tage berichtet wurde, Dr. v. Holleben sei krank geworden unb werde einen ausgedehnten Urlaub antreten.' Diese höchst merkwürdige Geschichte will bie .World" von niemand anders als vom Botschaftsrat Grafen Guabt erfahren Haden, als dieser in der legten Woche New-Pork passierte, um nach Deutschland zurückzukehren. Im übrigen soll den Kaiser Hollebens Kurtoisie gegen Lady Pauncefote beim vorjährigen NeujahrSempfange geärgert haben, so daß er schon damals an seine Abberufung gedacht habe. Kurz, die Akten im Falle Holleben sind von der .World' jetzt .historisch' festgestellt. Vielleicht, ‘meint ein beutsch-arnerikanischeS Blatt witzig, ergänzt sie ihre hübsche Geschichte eines Tages noch bahin, daß der Kaiser bem Botschafter anfänglich bie seidene Schnur habe schicken wollen, unb daß Freiherr v. Richt- hofen seine ganze Überredungskunst habe aufbieten müssen, um den erzürnten Monarchen zu besänftigen unb wenigstens daS Leben des unglücklichen Diplomaten zu retten. Ter Bund der deutschen Bodeureformer hielt am Dienstag abend in Berlin feii.e Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende A. Damaschke gab zuerst eine lieber» sicht über die Tätigkeit des Bundes sett der letzten Bundesversammlung. Danach sind in den letzten 15 Monaten in 72 deutschen Städten (barunter auch in Gießen) von 91 Rebnern, barunter zwei Damen, Vorträge über Boden- reform gehalten. Während bie]'er Zeit hat der Bund neben 600 Einzelmitgliebern noch gewonnen: fünf politische unb sieben Gewerdeoereine, elf Bau- unb Siedelungsgenossen- sckaften, 24 Beamtenvcreine, 29 Mietervereine, 36 Arbeitervereine unb 29 gewerkschaftliche Vereinigungen, sodaß Die Zentralorganisation augenblicklich mehr als 107 000 Mitglieder zählt. Im Anschlup an den Geschäftsbericht wurde ein Antrag angenommen, der bestimmt, daß künftig der Hauptversammlung eine gestossene R^itgliederoersammlung .auf Antrag; unmittelbar vorausgehen soll, um erwa.ge Sterne Fragen, bie für die Oesfenttichkeit nicht bestimmt sind, zu eneDigen. Nacb längerer Debatte einigte man sich ourch Abstimmung dayin, die künftigen Hauptversammlungen in eine Zeit zu verlegen, in der keine Hochschulserien sind, da zahtreiu-e Professoren und Studierende Dem Bunde der 'Bodenreform angehorten, während bir Ferien- zett aber für Veriammeungen schwer zu haben wären. Beschlossen wurde daher, künftig die Generalversammlung im November abzuhalten. Der hierauf erstattete Kai'ien- berüfat wies für da- letzte Jahr eine Einnahme von 11012 Mark und eine Ausgabe von 10094 Mark auf, mithin einen lieberschuß von 913 Mk. Bei der dann folgenden Wahl des Bundesvorstandes wurden bie bisherigen Mitglicber des Vorstandes roiebergeiuäblt Außerbem wurden noch 50 Beisitzer aus verfchiedenen beutfd)cn Stabten nach ber vom Borstanbe aufgesteilten Liste ohne Wiberspruch gewählt. Zum Schluß hielt yerr Neuhaus einen Vortrag üoer bie Erfolge ber Steuer nach gemeinem Wert in Preußen. Wo bleibt die Schlachtvieh-Verficheruug? Wir lesen in der „C. V. L": Ter 1. April ist vorüber und bas Schlachtvieh- unb Fleischbeschaugesetz ist in Kraft getreten, nach immer aber ist es gänzlich still b^Küglich eines Schlachtvieh-^Lersicher- ungsgesetzes, baS bach vom Reichstag unb den Land« tagen als unbedingt erforberliches Korrelat bes Fleisch- befchuugesetzes wiederholt bezeichnet worben ist. Dem preußischen Abgeordneteichause ist ber Bescheid erteilt worden, baß ber Reichskanzler ersucht worden ist, zunächst eine Umfrage bei ben Einzelregierungen über ihre Stell- unguahme zu ber Frage halten zu wollen, unb bie preußische Regierung har ihre istcllungnabme von bem Ausfall Dieser Umfrage im Wesentlichen abhängig gemacht. Ja anderem BunDesstauten yar man sich infolgedessen gleichfalls abhalten lassen, mit eigenen Maßnahmen oorzugehen, ]o ist im Großherzogtum Hessen erst vor wenigen Tagen bie Erklärung abgegeben worden, daß man noch abwarten müsse, ob das Reich auf diesem Gebiete vorgehen werde, sonst werde man sofort einen eigener* Gesetzentwurf, der bereits voibereitet sei, ein Dringen. Nur das Fürstentum Reuß j. L hat sich durch nichts ab- balten lassen, das sür richtig Erkannte durckizuführen: dasselbe bat in wenigen Wochen ein solches Gesetz zu stand« aebracyt und es ist dort sei: dem 1. April eine der «chwarzburg-Sonde^shausenschen nachgebildete obligatorische Schlack-tviehversicherung bereits in Straft Vom Reiche aber und von den Ergebnissen der Umfrage hört man noch nichts. Tiefe Anfrage ist Anfang Januar LerauS-, gegangen und es ist schon em volles Vierteljahr seitdem vergangen, die hessische Regierung hat gleichfalls die Hoffnung ausgesprochen, daß eine AnUvort des Reiche- bald zu erwarten sein möte; darnach müssen also die Bundesstaaten doch wobl meist sck)on geantwortet haben, es wäre daher doch außerordentlich erwünscht, wenn diese Antworten recht bald bearbeitet und ihr Ergebnis bekannt gegeben würde, damit aus dieser Umfrage nicht allmählich eine Deisckileppung der ganxen Angelegenheit wird. Wie dringend das Bedürfnis nach einer obligatorischen und möglichst gleichmäßigen Schlachlviehversicherung ist, geht aus den maffengaften Gründungen kleiner lokaler Schlachtviehverslcherungsoereine, die jetzt wie die Pilze ander Erde schießen, hervor. Daß dadurch aber nicht dem Interesse der Viehbesitzer, insbesondere dem kleinen Mantt ausreichend gedient werden tann, das ist schon so oft llargelegt worden, daß wir das nicht immer zu wiederholen brauchen. Je buntscheckiger aber das Bild der privaten Schlachtvieboersicherung wird, desto schwieriger wird bie staatliche Regelung berfelben, beshalb möchten wir boch Den Herrn Reichskanzler erfuchen, bacauf hinzuwirken, baß die Stellungnahme Der Einzelregierungen und dementsprechend auch diejenige der ReichSregierung zu derselben baldigst geklärt werde; sonst kommt der Sommer unb ist wieder alles auf Urlaub und bamit hätte man bie ganze Frage glücklich wieder auf ein Jahr vertagt Wie wir gestern milteilten, hat die Mainxer Fleischer- innung von der Errichtung einer Schlachtvi^yverficherung durch die Innung vorerst Abstand genommen. Die „Alla. Fleischerztg." teilt zur Frage der Einführung einer obligatorischen Schlachtoichoetsicherung für das Reich mit, der größte Teil der Bundesstaaten habe eine ablehnende Stellung eingenommen, und fügt hinzu: „Da nun der Weg der 'öceichsgesetzgebung für die Einführung ber obligatorischen Schlachtoiehversicherung von den Bundesstaaten zurückgewicsen, andererseits bie Errichtung von staatlichen S^lachtoi.bversicherungen in den einzelnen Staaten vom Landwir.schastsminister von Podbielski als unausführbar bezeichnet worden ist, so sollte man endlich den Gedanken der staatlichen Schlacht- vichversicherung ganz aufgeben, zumal die Hauptinter- essenten, die Fleischermeister, davon absolut nichts wissen wollen. Freilich die Agrarier werden nicht ruhen und die Regierung immer wieder bestürmen. Deshalb ist eS auch Pflicht des Fleischergewerbes, bie Augen offen zu halten unb in der Abwehr dieses agrarischen Lieblings- gedankens, dessen Aussührung lediglich im Interesse der Landwirtschaft liegt, nicht zu rühm." ----- __ -----. Internationaler ttougreß gegen den ÜlikohollSUiUS. Bremen, 15. April. Der 9. internationale Kongreß gegen den Alloholismus wurde heute Vormittag eröffnet, ßum Vorsitzenden wurde Direktor Dr. Telbrück-Bremen gewählt. 9lamen5 des Reiches begrüßte Staatssekretär Graf Posadowsky die Teilnehmer des Kongresies. Er führte in längerer Diebe, welche nut lebhaftem Beifall ausgenommen wurde, aus, daß bic Entwicklung der modernen Kultur, m der sich baS Leden vorwiegend Nicht mehr in Gottes freier Natur, sondern in geschlossenen Räumen vollziehe, an bie geistige unb körperliche Spannkraft jebes Einzelnen erhöhte Anforderungen stelle unb die Gefahr eines übermäßigen Al- koholgenufieS erhöhe, daß deshalb die Belämpfung der Alko- holgcfahr um so notwendiger ieu Tie Art dieser Bekämpfung, ihr Umfang und ihre Ziele würden nach ber 6iaenad eines Volkes, nach den allgemeinen Lebensgewohnheiten und nach den klimatischen Verhältnissen des Landes wesentlich verschieden sein müssen. Tie Freude an körperlicher Hebung in frischer, freier Lust und die Verbessernng der Wohnungsverhältnisse der ärmeren Volksklaffen würden aber allerwärts ein geeignetes Mittel sein, um den Feind zu bekämpfen. Die Gesetzgebung würde nur äußerlich, gewissermaßen mechanisch, eine gewisse Hilfsaktion leisten können, die innere Heilung des Hebels müffe ohne Beschränkung jeglichen LebenSgenuffes aus einer veredelten Volkssitte hervorgchen. Unb hier erwachse namentlich den höher gebildeten Gesellschaftsklassen die ernste Pflicht, Führer der Miffion zu sein. Jugendkrasl schöpfe ein Volt nur auS der Verfolgung idealer Ziele, deshalb sei es mit Freude zu begrüßen, wenn sich warniherzige Vertreter der Wiffenschast und Praxis zusammenftnden, um solche Ziele zu ihrer Lebensaufgabe zu machen. Alle gebildeten Völker stehen in diesem Kampfe für die geistige nnd körperliche Gesundheit der Menschheit Schulter an Schulter. Möchte deshalb, so schloß der Staatssekretär, der Kongreß ein neuer Merkstein sein auf dem Wege des Fortschritts menschlicher Gesittung. Hierauf bot Bürgermeister Dr. Pauli, gleichfalls Ehrenpräsident des Kongresses, der Versammlung den Willkommen der Stadt Bremen. Es folgten eine Reihe von Begrüßttngsansprachen auswärtiger Vertreter. 31. Hessische Konferenz des Deutschen Evangelischen Schutvereins. fc-Frankfurta. M., 15. April. An der Konferenz, die heute nachmittag im Hotel „Taunus" hier staltfand, nahmen einige 60 Personen teil: Professoren, Geistliche, Lehrer und Lehrerinnen. Den Vorsitz führte Lehrer Diehl-Frankfurt ereme noen gimmger, wenn rt nch um die Anzahl der wahlberechtigten Mitglieder (selbständigen Handwerker) handelt. Bei der Wahl deS Vertreters und Eriatz- manneS für den hiesigen Bezirk beteiligen sich also auch die fünf übrigen Vereine entsprechend der Zahl ihrer ftimmberechtigten Mitglieder und eS dürfte da ohne weiteres klar (cm, daß sie ein recht gewichtige- Wort mitreden tonnen, wenn sie wollen. Wenn nun die Stimmenzahl, die auf den seitherigen Ersatzmann, Herrn Geibel-Homberg siel, infolge eine- Mißverständnisses auch nicht o groß ist, als sie sonst halte sein können, so wird ihm dadurch bod) von den Landvereinen dasselbe Vertrauen zum Ausdruck gebracht, daS schon durch die Gießener Versammlung dem Vertreter ausgesprochen wurde. Emer vom^Land^ Höchste Temperatur am Niedrigste , , Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Die verabredeten Konsirmanden-Spariergänge müssen aut bessere Zeiten verschoben werben. Psarrer Schlosser. Hottesbtrull brr israelitischen Deligioasgesrllschast. SamStag, den 18. und Sonntag, de« 19. April 1903. Pafiahscst-Lude. 7. r a g. Vorabend 7 Ubr. Vormittags 8 Uhr. Nachmittag 4 Uhr. 8. $ a g. Vorabend 8.15 Uhr. Vormittag 8 Uhr. Nachmittag 4 Uhr. FeitesauSgang 8J5 Uhr. WocheiigotteSdienst: AlorgenS 6LO Uhr, nachmittags 6.80 Uhr, abends 8J5 Uhr. Landwirtschaft. DieDurchschnittspreise der wichtigsten Lebensrnittel betrugen nn März 1903 (im Vergleich zum Februar) für ic 1000 Kilogramm in Mart: Weizen 151 (150), Roggen 132 (138), Gerste 153 (137), Hafer 138 (138), Erbsen 242 (244], ^petsebobnen 284 (278), Linsen 357 (360), Eßkartoffeln 50,6 (50,4), Richtslroh 42,4 (43,2), Heu 56,2 (55,9), Rindfleisch irn Großhandel 1113 (1116-; für ein Kilogramm in Pfennigen: Rindfleisch von der Reule 141 <140), vom Bauche 110 (118), Schweinefleisch 143 (146), Kalbfleisch 139 (141 , Hammelfleisch 137 (135), geräucherter Speck 168(172), Eßbutter 230 (225), Schweineschmalz 173 (172), Weizenmehl 29 (30), Roggenmehl 25 (25 >, em Schock Eier 346 (416). Empftndllche Haut wasche man nur mit .Patent-Myrrholiw Seife', sie ist durch Gehalt an „Myrrholin' naH AiiHt wiütnidjüitli^r Autoritäten die beste Ioilettc]ciic für alle, die zu Hautstörungen neigen oder ait solchen leiben. lleberaU, auch in den Apotheken erhältlich, woselbst ' hochinteressanten Myrrholin-Bilder grätig zu habe« deS armen KmdeS, baS fürchterüche Sranbnnmben bmxxntrnq und noch in der Nacht starb. 9lun wurde die junge Verbrecherin in paft genommen und auch bai Verfahren nochmals wegen Brand- nftung aufgegriffen. Zu chrer Beobachtung kam ste m die psychiatrische fllinit nach Dießen. In der Verhandlung vor der hiesigen Strafkammer wurden 25 Zeugen und sechs Sachverständige vernommen. Herr KreiSassistenzarzt Dr. Dresch er-Mamz bekundete, daß m der Familie der Angeklagten von Geistesstörungen nichts bekannt sei. Tie Angeklagte selbst weise keine Merkmale von Krankheit auf. Von Verstocktheit könne ebensowenig wie von Schwachsinn d,e Rede sein, vier komme mehr daS Woblgeiallen und der Reiz zu emern Experiment in Frage. Der Psychologe und Cberarjt der Mlinir in Gießen, Dr. Tannemann, bemerkte, daß bei her Angeklagten eine gewisse epileptische Erscheinung im weiten einne vorhanden fei. 'Auch äußere sie eme Anzahl nervöser Züge, wie Gittern der Hände, fortgesetztes Hinstarren auf einen Punkt und Zittern der Augenlider. 66 feien dies nur eine Reihe kleiner Punkte, die aber, zusammengenommen, eine nervöse Schwäche bezeichnen. Das Verhalten der Angeklagten in der Klinik sei ein entgegenkommendes, sreundlicheS und bereitwilliges gegen jedermann gewesen. Nur habe die Angeklagte einen außerordentlichen Hang mm Lügen gezeigt, waS ihm aufgefallen fei. Charakteristisch sei, rote sie in ihrer Abteilung den anderen PatieMen den Sachverhalt ihrer Taten erzählte. Sie suchte sich immer in den Vordergrund des Interesses zu stellen, suchte zu glänzen und schmückte ihre Taten phantastisch aus. Wo sie cs gar nicht notwendig, zu lugen, log sie darauf los, daß man merkte, daß sie eine gewisse Freude am Lügen hatte. Diesen Lügen habe jeder Mangel an Ueberzeugung gefehlt Sie habe sogar eine vollständige Kritik über ihre Lage an- qeftelll und sich die Frage vorgelegt, was wird aus mir. Die An- gcflagic weiche nicht von der allgemeinen Form her Menschen ab, ein wirkliches Gesuhl besitze sie aber nicht. TaS Gericht sprach hie Angeklagte wegen Branhstistung frei, ferner rourbe hie Frage beS Morhes ober Totschlags verneint unb Körperverletzung mit tätlichem Erfolge angenommen. Das Gericht konnte nicht die Ueber- Skiung gewinnen, daß die Angeklagte daS Kind töten wollte, oben bas Gift in ben Körper gelangt sei, nur schäbigen Habe sie bas Kleine wollen. Es rourbe auf 2 Jahre Gefängnis erkannt unb an hieser Strafe 6 Monate Untersuchungshaft m Abzug ibracht. April 1903. Barometer auf 0° reduziert 1 Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung ■U •a jQ C Z Wetter 15.' 2- i 742,0 + 8,0 5,2 91 8W. Regen 15. 9« 743,8 + 1,7 4,6 90 W. Heller Himm. 16. 7“ 746,9 -t- 2,6 4,6 82 SW. Sonnenschein w Ct »«*■* S S r«- & = rs « o s Jo x c CSX rs-? »S'-e c i- •— JO X S <5 CD X o 5* S? e 5 c s 1O .2 JO est e o Z jo c o sx —-o o X. 6^ z S x L ■*? £■ o 1 — «Xi tx o e Z » 2 £ % - -o -x X JO X X «a x X X c IS) 2 X ix: x « 2^ O X CD 2 5 Z — «s 2 p = — CS‘TT = s X - «O O Z <3 8311 -c • — C/ S 5 V* X r_> a JO , m o =5 <5 = . c .2* x o - I-hL = (9 X c 2 . • x Zz -2. E ° x Cz jo ÄJO < « X ®—• j "So' Z CD 2 ix = m o X -5 c- « o r = -s-- .0 JO »JO *X.2 X S 2 -- JO <0 CD o §, 3 -o JO - X ®3‘S 6» v X ! Je jo •» %* io C «X c „ o X .5^- o JO vX- X C 3.^2 c: E --2(9 5! S» X w w = C?3 x «e x S 2 E K® 5 ** 5- 2 s « “ - K 9 fsi-ss . g c *X X e> C»» g?ssä2-5. £49 £.5 X *X ff", o ä- s . * X X ,, o 5» >5 s c ■‘X - »*x- -1 ■“ U “ Q AL o :X O E 2 qd*? — xl E W rs x o ic ■— JO r. JO 5*2 =”§s 3? se *X" s c*— O =2 *x 05 ®wB- c. — 2 0 c o e c x £ "2 X x x tr-o e o X X — . ö - «LZ« 55 a Z 8 'S — 2 X jö e- « 5,S x x öS ö 5 Ö-? - 3 --- s Z. t c Z o 5 -5 q x 5i-<^S-CGäD Ederstraße 14, und in Reiskirchen l/ciff0Q Zum Kliffen dfU ■ ■ ffr schön ist ein zarte«, reines »csicht, Hl y| Q H PJ mit rosigem jugendsrischen Aus- ' irhrti metüer. laniinetmei8ier empfiehlt 2452 sortrnhifs incrustalM wöchentlich Irisch gebrannt, in vorzüglichen Qualitäten, per P'd. 100, 120, 140, 160, 180 4, eignen, empfehle ich dieselben dem geehrten gegend und bute um geneigten Zuspruch. Bestellungen werden bei mir selbst, bei Konrad Damm enigegengcrwmmen. 01770 sehen, weißer, sarninetweicher Haut u. blendend schönem Teint. Alles dies erzeugt: Radebeuler Stedcnpscrd-^lliknmilch-Selse v. 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