8 i t v»be i | ■W! Nfr, g l 'V,* bei lf Bieler, !^Machsttaßeö. tzarti» Q^C ^Unrein;. -Sr mfäi-a S «eienpletb Wett v fr A fee's Stoßer beliebt, m neuen Mischun. ch besonders aus. [6357 Fischbach. >OQOOQD itHti, w itmf xaW M913 nbe Seibel wigsplatz. 1OOOOOQ [e Lottcu Wi en Tagesprei en. ankeh iskgaye 6. 7711 i, Briketts erneut Lacke etc, erartikel Dnngenug empftehu 6962 L W «W^—7-g, MM Lhraitt O"-,, „Sl , C«.l90 n *v* qi.rfielL «««" >Ä lllw Air heutige Dummer umfaßt 8 Seite«. — Die ^Liverpool Daily Post" hört aus unanfechtbarer äußersten Osten zuzuschreiben se Die „Italia" bringt die Enthülle einer Aus Stad! utiit Kaud. färsterei Dornberg versetzt. e r e Echnlftratze V. Adresse für Depeschenr Auzetger Gießen. -ernsprrchanschluß Nr. 5L Die gesamte russische Streitmacht, die in der Nähe von Port Arthur zur Verfügung steht, soll nach amtlichen Ausland. London, 14. Okt. Aus Kapstadt wird eine große kommerzielle Depression gemeldet. Die Handelsstatistik weist allein in Wollen einen Ausfall von sechs Millionen Mark in einem Monat nach. Die herrschende Dürre verursacht große Sorge in den ländlichen Distrikten. Die Farmer verlieren eine sehr große Menge Vieh. Zum ersten Male in der Geschichte der Kapkolonie leben dte Land- bewohner von importierten Gemüsen, Fleisch, Stern und Butter. Im Anschluß an die Bekanntmachung des Großherzogl. Staatsministeriums vom 31. Dezenter 1902 und an unser Amtsblatt vom 30. Dezember 1902 bestimmen wir weiter, daß im Schulunterricht fortan nur noch diejenigen Doppelschreibungen angewandt werden dürfen, die in das neu erschienene „Amtliche Wörterverzeichnis für di Deutsche Rechtschreibung zum Gebrauch de preußischen Kanzleien. Gemäß dem Beschluss des Königlichen Staatsministeriums vom 11. Jun' 1903.* (Berlin, Weidmännische Buchhandlung, 1903, Preis 10 Pfg.) ausgenommen worden sind. Auch die dort als an sich nicht unzulässig bezeichneten, in Klammern beigefügten Doppelschreibungen sind im Schulunterricht zn vermeiden. Im Hinblick darauf, daß sich die meisten Abweichungen dieses Verzeichnisses von dem seither maßgebenden auf Fremdwörter beziehen, Unterlasten wir übrigens nicht, in Erinnerung zu bringen, daß dem Gebrauch entbehrlicher Fremdwörter in der Schule bet jeder gebotenen Gelegen hell nachdrücklich entgegenzuwirken ist. Eisenhuth. de Beauclair. m Gießen, den 13. Oktober 1903. Betr.: Die neue Rechtschreibung. Die Großh. Kreisschulkommission Gießen au die Schulvorftäube -es Kreises. Wir beauftragen Sie, das nachstehend abgedruckte Aus- schretben den Lehrern zur genauen Nachachtung, namentlich auch betreffs des Schlußsatzes, mitzuteilen. Dr. Breid er t Zu Nr. M. d. I. I 26687. Darmstadt, am 16. September 1903. ffietr.: Die einheitliche deutsche Rechtschreibung; hier: die Doppelschreibungen. Das Großh. Ministerium des Innern (AbteiiMg für ZchlliaMikgrlcheitru) an die sämtliche« unterstellten Großh. Direktionen, die Kreis - Schulkommisfioueu und die Kuratorien der höheren Bürgerschulen. — Zu der Resolution, welche auf dem Parteitag der Freisinnigen Vereinigung angenommen worden ist, bemerkt der ,Vorwärts", daß dieselbe den Anforderungen entspricht, die von sozialdemokratischer Seite an die Liberalen gestellt wurden. — Aus dem 15. Reichstagswahlkreise Mittweida, in welchem infolge der Mandatsniederlegung Göhr es eine Nachwahl nötig .sein wird, schreibt man: Im sozialdemokratischen Verein zu Mittweida hat man sich am letzten Sonnabend mit der neuen Wahl beschäftigt. Zunächst miß- j billigte man es, daß Göhre, ohne den Kreis zu fragen, sein Mandat niederlegte; anderseits war man auch darüber einig, daß der Zurückgetretene nicht anders handeln konnte. Von verschiedenen Seiten wurde auch das Vorgehen Bebels scharf verurteilt. Die Meinungen gingen in der Hauptsache dahin, Göhre abermals als Kandidaten aufzustellen. Straßburg, 14. Okt. Der Präsident des elsaß-lothringischen Landesausschusses Dr. von Schlumberger hat aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt. Schlumberger führte das Präsidium seit Gründung des Landesausschusses im Jahre 1875. I ** Der Provinzialausschuß der Provinz Ober^ Hessen verhandelte in seiner gestrigen öffentlichen Sitzung über den Rekurs des August und des Georg Pfeiffer von Staden gegen einen Polizeibefehl des Großh. Kreisamts Friedberg. Der Sachverhalt ist etwa folgender: De- Pfarrer Bernbeck zu Staden führte bei der Kreisschul- tommfiswu Friedberg darüber Beschwerde, daß die beiden Fortbrldungsschüler August und Georg Pfeiffer von Staden, dte schon während ihrer Schulzeit durch rohes u n d g e - waltt'ätiges Benehmen, sowie' durch andere Vergehen öfter zu scharfer Bestrafung Anlaß gegeben hätten, tro^i Vorladung zur Verantwortung nicht erschienen seien und bat die Großh. Kreisschulkommission zu veranlassen, daß chm die beiden ^ortbildungssch-üler vorgeführt und der Vater derselben wegen seines ungebührlichen Benehmens zur Rechenschaft gezogen werde. Der Vater weigerte sich nämlich, seine Jungen zum Pfarrer zu schicken. Auf diesen Antrag empfahl die Kreisschulkommifsion dem Schulvorstand zu staden, den beiden Schülern eine Arreststrafe von je drei Stunden zuzudiktieren. Da sich jedoch diese weigerten, die Arreststrafe zu verbüßen, erließ das Großh. Kreisamt Friedberg mtterm 11. März 1903 einen Polizeibefehl gegen dieselben, in welcher ihnen mit einer Geldstrafe von je 25 Atart gedroht wurde, wenn sie die Strafe nicht verbüßten. Gegen diesen Polizeibefehl ver- Volttische Tagesschau. Gegen das weibliche Mandarinentum in den Ostmarken. Die „Nationallib. Korr." klagt darüber, daß im preußischen Osten das Offizierkorps und Beamtentum auf die Geltendmachung der Rangunterschiede übertriebenen Wert legen. Wo die Beobachtung des Rangunterschiiedes und der Nummer der Stufe auf der dienstlichen Leiter unbedingt notwendig ist, wie bei Wahrnehmung amtlicher Handlungen, wird, fo- heißt es in einer oiese Aufschrift tragenden Betrachtung der genannten Korrespondenz, niemand, der die Wichtigkeit der Disziplin anerkennt, ein berechtigtes Diaß von Kastengeist und Mandarinentum missen wollen Wenn aber d es Dienstes ewig gleichgestellte Uhr abgelaufen ist, muß der Deutsche auch, wo immer er dem Deutschen begegnet, in erster Linie den Landsmann und nicht den Herrn Obersten oder den Herrn Superirumerarius, den Herrn Geheimrat zweiter oder erster Klasse oder den Subclltern- oder Unterbeamten zu erkennen bemüht sein. Insbesondere liegt den Frauen unserer deutschen Landsleute in den Ostmarken die Pflicht ob, ihre Vorliebe für Rang-, Titel- und Ordensunterschiede zu bezwingen zu Gunsten des Erfordernisses, daß die Deutschen in den Gebieten, um die es sich handelt, auftreten müssen als eine wie national so wirtschaftlich und sozial möglichst geschlossene Gesellschaft und Macht/ Noch vor wenig Jahrzehnten fuhr in Berlin der Generalleutnant nicht mit dem Dienstmann zusammen in einem Straßenbahnwagen. Heute kann man das jeden Tag sehen. Auch die Frau Geheimrätin spricht unter Umständen auf dem Markt mit chrer Schneiderin oder der Nachbarin ans dem Keller. Wenn irgendwo, müssen im Osten die Klassen-, Rang- und Dienstunterschiede so wenig tote möglich betont werden, und wenn die Offiziers- oder Ge- heimratsgatlinnen sich, dieser nationalen Notwendigkeit nicht unbequemen wollen, — — müssen sie verseht werden! Rußland und Italien. Gar nicht beruhigen kann man sich in Italien über die Besuchsabsage des Zaren. Die Regierung ist bestürzt und die Opposition macht sich die deprimierte Stimmung zu Nutze, indem sie die Schwäche und Einfluß l o s i g ke i t der Regierung an diesem Beispiel darzutun sucht. Sonniös „Giornale d'Jtalia" schreibt: Kaiser Nikolaus werde sicher nach Italien konkmen, das ihn erwarte, wenn eine Regierung v o r h a n d en, d i e d i e s e s N am en s wü r di g sei! Dem Kabiliett Zarnadelli kann also das eigenartige Schicksal passieren, ein Opfer der Erregung und Unzufriedenheit zu . werden — wenn der Zar Rom für keine sichere Stadt hält. Ein Glück, daß jetzt die italienische Kammer nicht tagt; in ' elementarer Weise würde die Leidenschaftlichkeit der 1 kränkten Römer sich Luft machen. < Nr. 242 außer Sonntag«. Dem Gießener A nzetger werden hn Wechsel mit dem Hessische« Landwirt Me Gretzener Kamillen, blätter viermal tn der Woche betgetegt btokrNonSdruck n. 8er- jag. der BrühlNchen Untveck.-Buch- u. Stein- beuckerei (Pietsch (fcrben) Zweites Blatt. 158. Jahrgang Donnerstag 15. Oktober 1S03 -NK Bezugspreis, rajr «0110111^7581, eiertet- GleßenerAnzmer» M General-Anzeiger ” Sg Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WM ____ _______________________________ letgentetl: Han« Beck. Für Rußland ist der tiefe Eindruck, den die Absage hervorruft, schmeichelhaft, ja et Übertrifft alle Erwartungen. Nach einer römischen Privatmeldung äußerte sich ein russischer Diplomat, er sei erstaunt über die Mrknng des Auf- chubs. Man möge die Folgen nicht übertreiben. Der Zar seiglücklich, cmS der F-erne der Reise des Königs nach Paris beizuwohnen und der Wiederversöhnung des verbündeten Frankreich mit dem ihm stets sympathi scheu Italien. Die Enttäuschung ist aber zu herb, als daß die besten Trostgründe verfingen. Ob man auch in Rußland entzückt ist über die Annäherung zwischen Italien und Frankreich!? Tie russische Politik traut der ftanzösischen Auslandspolllik, ,—______Uu» uuum^uuvec Letter, Delcasss, seit langem nicht über den Weg. Quelle, daß König Eduard Freihändler, daaeaen der -m »--- »..v.,u>. L'o^' SeWb^wuM^u'Republik . ' " Sto-USlekreiür deSAukwüttigen. Lord Lan-do>vnc, zu steigern, andererseits das Bündnis mit Rußland unö i^uzösische Botschafter Cambon unterzeichneten eine im Wert herabzumindern. Als Frankreich nod)i auf._ö giUige Uebereinkunft, wonach Streitigkeiten allein stand, da war die Vergötterung Rußlands an der juristischen Charakters oder Streitigkeiten, die sich auf die Ta.gesordmmg, Rußlands Wunsch war Befehl, russische Kunst, Auslegung der zwischen England und Frankreich russtsche Moden feierten ihre Triumphe. Jetzt mehren sich bestehenden Verträge beziehen, soweit sich solche ergeben, und von Tag zu Tag dre Strmmen, daß es auch ohne Rußland nicht auf diplomatischem Wege ausgeglichen werden konnten nötig fX, '^^*3^ "^Rone H°ag°- Schiedsgerichtshof unterbreitet werden In Paris begrüßen die Sozialist en beti ° r ti r f <> r 1 a r\w o- w " < . Besuch des Köni gspaares: „Es lebe Italien!" ’U1, 14. Oft ^zn Brugge wurden gestern abend ruft Jaurös. Die römischen Sozia listen verheißen, ^egen den Wagen des Schloßherrn van Seoeren de Knuydt, den Zaren auszupfeifen. Gegensätze, die die rnssi- welcher als liberaler Kandidat für die am nächsten Sonntag sche Zurückhaltung nur allzusehr begreiflicherscheinen lassen, stattftndenden Gemeinderatswahlen aufgestellt ist, zwei Schüsse Der llallenische Ministerpräsident Zanardelli wird abgegeben. Es handelt sich allem Anscheine «tach um ein feinen Urlaub abbrechen und am Samstag nach Rom zu- politisches Attentat. ruckkehren, weil voraussichtlich ein Ministerrat abgchalten Belgrad, 14. Okt Die ordentlllbe Taauna bet werde. Der „Italia" zufolge hatte der russische Botschafter Skupschtina ist eröffnet^^worden U aeD> efn m Rom, Baron Nelidow, mit dem Generalsekretär im Aus- Adressenentwurf zur Verteilung der' dem Könicw dankt wclltigen Amte Malvano eine Besprechung über Wi e de r- für Tie unb bS Laben d^ ® b der -o erhandlu ng en über dte Reise! Krone und des Volkes die auf aemeinfame nn=> ’rfij -N V o laus nach R o m. — Der Deputierte gewiesen seien. Die Volksvertteter' seien überzeugt daß in ■ ^er-^Emer eine Interpellation an den Serbien nun in eine Epoche glücklicher Tage getreten sei. über die Grunde, die den Aufschub der Bei der Besprechung der Stelle der Thronrede^ welche die bereits amtllch an- Beziehungen zum Auslande betrifft, betont der Adressenge kündigt war, veranlaßt haben. Em ministerielles Kom- enttvurs, die Skupschtina sei glücklich, daß sich die Wünsche r ^E^chen Reise des Königs mit denen des Volkes decket, nämlich das zwisc^u einzig und allein den Verwicklungen im Serbien und Rußland, dessen Dasein allein schon eine ™ 6er ft en O st en zuzuschretben Jer ! sünere Bürgschaft für den Bestattd und die bessere ^e ,^5talta'z bringt bie Eiithüllung, daß Viscontt-Ve-1 oec llemeren slavischeu Völker sei, bestehende Bande au Thronbesteigung des Zaren Nikolaus die pflegen,, die besten Beziehungen mit der benachbarten Mon- rusfische Regierung wegen einer Romretse des Zaren archie zu erhalten und die Beziehungen aufrichttaer kEttte^undftch^ einen Refusholte, und ftagt deshalb Freund sckM jtit den BenaÄariV ÄrnSSn m Petersburg sich stärken. Bezüglich der Herstellung normaler Verhältnisse Zaren vergewflsert habe. in der Türkei hoffe auch die Skupschtina aus das Gelingen Crbot: St? oirh Durchführung der Reformen für die schwer heimgefuchte yfUIjflJtS Stfluj, Bevölkerung, gegen deren Schicksal ©erbten nicht gle^. Berlin, 14. Ott. Em neues k°is-rlich-s Jagd-'«--WAne 14 ’ V. / revier soll bei Waldenburg geblldet werden. Es sind iww f " V 'Statthalter Alexiejew be. die Oberförstereien Regentym, Steinbusch, Hochzeit ^nd st »00 Soldaten die an den Manöver» Schlappe zu einem Hofjagdreoier in Aussicht genommen st größten russischen Armee tellgenommen haben, die - Der Reichskanzler Graf von Bülow^h" ihm mst""ton5entrJieti roar" Den Fremden von dem .Verbände der Kriegsfreiwilligen von JTe&e ®eleSen.^.1■ 9e9e6en, bem beläuroo^nen. 1870/71 - angetragene Ehrenmitglie dsch °ft angenommen st s-sZ ° Stre.tm acht, dre in der Nähe Graf Bülow war ün Juli 1870 in das damalige Königs- Mlltelluuoen^ö n o"a fo“ .na<^ ^"ichen Husaren-Regiment (1. Rheinisches) Nr. 7 als Fahnenjunkerst^ ."0 00 6Mann betragen. Wie von Beamten freiwillig -^getreten und h°7 vpn Anfang Oktober ab an sts^S°ben w rd, haben d-e,° Manöver den Zweck allen Schlachten und Gefechten des Regiments teilgenommen. ^g-nuber anderen Mächten. Zwei — Es ist bestimmt zu erweckten, daß dem Reichstage st Kreuzer sind von Rußland unterwegs, in seiner nächsten Tagung eine Novelle zum Bürs en. st m!^r Statum verstärken sollen, g e setz zugehen wird. In der Vorlage sind einige Verstde- SInf^t russischer Offiz«re der Japans über, rungen hinsichtlich der Auslegung des Börsentermingeschästs • 9 geplant, ferner können in Zukunft auch solche Personen, die gewerbsmäßig Bank- oder Börsengeschäfte betreiben, bei der Börse zugelassen oder als Kaufleute im Handelsregister ein-, _ r getragen, eine rechtsgilltge Verpflichtung bei Börsengeschäften Gießen, lo. Oktober 1903. eingehen. Außerdem soll eine zeitliche Begrenzung bei An- ** Personalien, S. K. H. der Großherzog haben 'echtung von Geschäften auf Grund des Differenz- und Re-1 cn Steuerkommissären Wilhelm Flath zu Butzbach und gistereinwandes angesetzt werden. Karl Damm zu Bingen den Charakter als Negierungsrat Es bestätigt sich, daß dem Bundesrat in allernächster verliehen. — S)cr Oberförster der Oberförsterei Alzey, Friedrich Zeit eine Vorlage wegen der abermaligen Verlängerung i)e§ tour^e gleicher Diensteigenschaft in die Ober- eit 1898 bestehenden deutsch-englischen Meist- begünstigungs-Provisoriums zugehen wird. fohjten nun die Genannten form- und fristgerecht Rekurs an den Provinzial-Ausschuß. Der in der gestrigen Verhandlung erschienene August Pfeiffer erklärte auf Befragen des Vorsitzenden, datz er deshalb nicht zum Pfarrer gegangen sei, weil es ihm sein Vater verboten l)abe. Er habe nichts verübt und er brauche auch nicht hinzugehen. Auf Antrag deS Vertreters des Großh. Kreisamts Friedberg, Kreisamtmann Dr. Warner, erkannte der Provinzial- Ausschuß zu Recht, daß der Rekurs abzuweis en und den Rekurrenten die Kosten des Verfahrens auszuerlegen seien. Verhandlungsgebühr wurde keine erhoben. — Der zweite Punkt der Tagesordnung betrefftnd die Kreis str aß en- unterhaltung im Kreise Büdingen pro 1902/03 hier: Dei- tragsleismng der Betriebsunternehmer der Breitenbrunner Steinbrüche „Vereinigte Rousselle'sche Basaltwerte zu Klein- Steinheim" mußte ausfallen, da der Provinzialausschuß nicht beschlußfähig war. — In Sachen Gesuch des Louis Dieffenbach zu Echzell um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft erkannte der Provinzia laus schuß zu Recht, daß unter Aushebung des Urteils des Kreisaus- fchusses deS Kreises Büdingen vom 2. Mai 1903 dem Rekurs stattzugeben sei. Louis Diesfenbach zu Echzell bat unterm 20. April 1903 vor der Guoßh. Bürgermeisterei daselbst um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. Der Gernelnde- rat verneinte in seiner Sitzung vom 10. April l. I. die Tedürfnissrage, und legte dann dem Kreisausschuß Büdingen die Sache zur Entscheidung vor, welcher zu Recht erkannte, daß dem Gesuchsteller die nachgesuchte Erlaubnis zu erteilen sei. Gegen diese Entscheidung verfolgte der Vorsitzende des Kreisausschusses des Kreises Büdingen im öffentlichen Interesse Rekurs an den Provinzial-Ausschuß mit dem Anträge, unter Aufhebung der Entscheidung des Kreisausschusses des Kreises Büdingen vom 2. Mai 1903 dem Gesuch steiler die nachgesuchte Erlaubnis zum Betrieb einer Gasrwirtschast zu versagen und begründete in der gestrigen Verhandlung vor dem Provinzialausschuß seinen Rekurs -etwa folgendermaßen: In Echzell beständen bei einer Einwohnerzahl von 1631 Seelen 10 Gast- bezw. Schankwirtschaften, sowie 6 Branntweinausschankstellen. Der Gemeinderat habe das Bedürfnis zur Errichtung einer weiteren Wirtschaft nicht anerkannt. Auch er halte den Nachweis aines'vorhandenen Bedürfnisses nicht für erbracht. Er beantrage, dem Rekurs stattzugeben. Trotzdem sich die ver- -nommeneu Zeugen für die Errichtung einer Wirtschaft aussprachen und auch der Vertreter des Gesuchstellers, Rechtsanwalt Engisch, nach längerer Ausführung versuchte, den Nachweis eines vorhandenen Bedürfnisses zu erbringen, konnte der Provinzial-Ausschuß nicht die Ueberzeugung gewinnen, daß ein Bedürfnis zur Errichtung einer weiteren Wirtschaft vorhanden sei. — Auch wurde der Rekurs des Adolf'Beckes zu Alten-Buseck gegen das Erkenntnis des Kreisausschuffes des Kreises Gießen abgelviesen unter Verurteilung' d^ Rekurrenten in die Kosten des Verfahrens ind) Zahlung einer Verhandlungsgebühr von 10 Mark an die Provinzialkasje, da dem Provinzialausschuß ebenfalls kein Nachweis eines Bedürfnisses nach einer neuen Wirtschaft in Alten-Buseck erbracht wurde. Sodann wurde die öffentliche Sitzung geschlossen. ** Empfang bei Hofe. S. K. H. derGroßher- Z-vg empfingen am 14. Okt. unter anderen den Professor van Ealker von der Landesuniversität Gießen. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Noch- nals fei auf bie morgige Premißre von rU eher den Wassern^ hingewiesen, die auf das sorgfältigste vorbereitet mit ersten Kräften besetzt in abgerundeter Darstellung einen hochinteressanten Theaterabend verspricht. Das Werk hat bisher überall größtes Aufsehen erregt. — Die nationalliberale Landespartei Hessens Hat für die am 18. Oktober in Darmstadt stattfmdende .Sitzung des Landesausschuffes folgende Tagesordnung festgesetzt: 1. Gesetzentwurf, die Landstände betr. 2. Die Ab- 'änderung des Gesetzes über die Gemeindeumlagen. 3. Aufgaben der Partei im Reichstage. 4. Orgamsationssragen. £. Einberufung einer Landesoersammlung. ** Naturseltenheit. Einen Strauß der schönsten reifen Wald- und Garten-Erdbeeren uni) Blüten brachte mau uns heute auf die Redaktion. Wenn auch kein Hase, so doch wenigstens etwas! Sie sind in einem Garten auf dem Nahrungsberg gewachsen. ()Lich, 14. Oki. Bei der heutigen Beig eordn eten- wahl würbe der seitherige Beigeordnete Därmer mit 240 gegen 125 Stimmen wiedergewählt. i. Friedberg, 14. Okt. 700 Mark unterschlageii und damit die Flucht in die Schweiz angetreten, hat der erst 17 jährige Drucker Wllhelm Schäfer an einer hiesigen Zeit- .ung Er wurde schon seit längerer Zeit non dem Versicherungsagenten Damm mit dem Einrreiben der Prämien betraut und besorgte dies stets aufs beste. Am Sonntag wurde er wiederum beauftragt in Nieder-Wällstadt Gelder einzukassieren. Dies tat er mit Hilfe seines Bruders. Die bedeutende Summe von rund 700 Mark verlockte die jungen Leute, und sie entflohen Sonntag nacht in die Schweiz. Agent Damm und Polizeikommissar Weiß von hier weilten am Montag in Ilbenstadt, dem Heimatsdorf der Ausreißer. Der etwa 20 jährige Bruder kehrte gestern von Basel zurück und wurde sofort verhaftet. Man fand bei ihm noch etwas Geld und eine neue wertvolle Uhr. Der jüngere Wilhelm Schäfer befindet sich noch mit der Hauptsumme in der Schweiz. R. B. Darmstadt, 15. Okt. (Eigener Drcchtbericht.) Der Automobilausflug, den das Zarenpaar, der Groß her zog, Prinzessin Heinrich und Großfürst und Eroßfürstin Sergius gestern nachmittag von Wolfsgarten aus unternahmen, erstreckte sich nach, Frankfurt, wo die Herrschaften Einkäufe machten und um 6 Uhr wieder nach Wolfs garten zurückkehrten. Heute vormittag iamen die Kaiserin, die (Äoßfürstin Sergius und die Prinzessin Ludwig von Battenberg mit Automobil nach Darmstadt und begaben sich ins alte Palais, wo die Kaiserin einer seit längerer Zett erkrankten Hofdame einen Besuch ab stattete. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die mit dem Gymnasium zu Worin Z verbundene seitherige Realschule ist mit rückwirkender Kraft für den Ostertermln 1903 als Oberrealschule unter diejenigen Lehranstalten ausgenommen worden, bei welchen der einjährige erfolgreiche Besuch der Untersekunda zur Darlegung der wissenschaftlichen Befähigung zum einjährig-freiwilligen Milüärdienst genügt. — Wie italienische Blätter melden, sei die Billa Krupp auf Eapri in den Besitz des Professors v. Behrmg in Marburg übergegangen, der daselbst eine Anstalt für Serum-Therapie gründen wolle. — Die „Rordd. Allg. Ztg." dementiert offiziös die Nachricht, daß eine Verlegung des Regierungs-Präsidiums von Wiesbaden nach Frankfurt a. M. beabsichtigt sei. Kricgserleöniffe eines Mitglieds des Kriegervereins. Gießen, 15. Oft. Der Kriegerverein hatte gestern abend in seinem Verein slokal eine Monats Vers ammlung, die äußerst interessant und unterhaltend war. Der Bezirksvorsitzende, Herr Bruch Häuser sollte nämlich einen Vortrag hallen über eine persönlichen Erlebnisse im Krieg 1870/71. Von allen hiesigen militärischen Vereinen waren Gäste er- chienen, und der Saal in der Sieftauration Feidel war vollbesetzt. Amtsgerichtsrat Wiener eröffnete den Beginn mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog und machte Mitteilung von dem Hinscheiden des Kameraden Joh. Ruhl, dem er warme Worte des ^tachrufes widmete. Nack) einigen geschäftlichen Mitteilungen über die bevorstehende Winter- kampagne des Vereins, betreffend die Sammlung für die Kameraden in Schlesien und die Empfehlung der Lektüre eines sehr interessanten Vortrags, den Ntedizinalrat Dr. Vogt aus der letzten Dekanatssynode in Friedberg gehalten hat und der im hessischen Kamerad" in Nr. 3/ abgedruckt ist, ferner die November- und Dezember-Veranstall- ungen des Vereins betreffend, nahm Herr Bruchh äuser das Wort zu feinem Vortrag, der die Anwesenden stundenlang in Spannung hiell. Die Freuden uiid Leiden des Krieges, ernste uni) heitere Episoden auf den Märschen durch frarizäjisches Gebiet wußte er so ungeschminkt und mitunter drastisch zu erzählen, daß niemand die Stunden zählte. Mehrere anwesende Kameraden, die „auch dabei" gewesen sind, verbürgten, wie Herr Bruchhäuser voraus- chickte, die Wahrheit seiner Berichte. Zur Zeit des Feldzuges hatte der Erzählende schon elf Fahre gedient imd ist dann erst Sergeant geworden. Beim Ausbruch des Krieges übernahm er die Geschäfte eines Feldwebels. Auf dem Lindenplatz sanden die Appells statt, und im Kasernenhof ging es danials, wie sich denken läßt, zienllich drunter und drüber. Alle Kleidungs- und Ausrüstungsstücke wurden da auf Haufen zusammengetragen und dann hieß es: „Sucht Euch 'was Pulsendes!" Der Konipagnie hätte taum etwas Schlimmeres passieren können, als sie chren Hauptmann verlor. Rlchrmals mußte sie während des Feldzuges den Chef wechseln. Auf dem Ausmarjch nach dem Feindesland passierten gleich am Anfang einige belustigende Geschichten. Bei Klein-Linden jagte Feldwebel Bruch- Häuser zu (einem Kompagniechef: „Ja) glaube, wir haben einen Manu zu viel". Jnfolgedes,en wurde einer zum Ersatzbataillon geschickt. Später stellte sich heraus, daß die Zahl doch gestimmt harte. Im Lahntal gab's eine äußerst gute Verpflegung, Herr Bruchhänfer erzählte von Kotelettes und anderen Leckerbissen; auch auf der Fahrt mit der Eisenbahn bis Mombach wurden Die Truppen überall mit Jubel begrüßt. Ein lustiges Geschichtchen von einem Packpferd, einem Schimmel, und einem zweirädrigen Karren, der unterwegs zusammenbrach, ereignete sich mit heiteren Nebenumständen, bis man über Alzey in Wörstadt anlangte. Dort wurden die Erkennungsmarken ausgegeben, und Feldlvebel Bruchhäujer mußte die Kriegsstauimliste an fertigen. Jeder Soldat, der am Kriege teilnahm, erhielt eine Erkennungsmarke. Bei dieser Tätigkell (teilte der Feldwebel fest: wir haben eine Marke zu viel und einen Mann zu wenig. Als der Oberst das erfuhr, rief er erleichtert aus: „Gott (ei Dank, die dritte Kompagnie hat zwei Munn zu viel". Also hatte der Bestand beim Ausmarsch damals doch gestimmt. In der Gegend von St. Johann und Saarbrücken jähen die Truppen noch die Spuren der ersten Schlacht; Patronen und ähnliche Dinge lagen auf den Feldern, und die Leute erzählten jchrecklichc Geschichten von Turkos, die mit Broten auf den Bajonetts erschienen seien. Dort mußte das ganze Regmient an Kaiser Wilhelm vorbeimarjchieren. Dann ging's über das Schlachtfeld der Spicherer Höhen, wo nocy die Toten lägest. In Forbach wurden ganze Rotten versprengter Franzosen aus Verstecken, Kellerii u,w. heransgetrieben. In Herny war der erste Feldgottesdienst. Dmin marschierten die Truppen weiter nach Remilly. Tort waren Plünderungen begangen worden, die nun dem Regiment zur Last gelegt wurden, aber unbegründet wareii. In Remllly betrat Feldwebel Bruchhäuser mit einem Kameraden ein Wirtshaus, um da zu Vtittag zu ejsen. Beim Eintritt gab es eine kleine Unterhaltung mit einem dort fitzenden Rittmeister, wobei dieser meinte: ,Hier gibts nichts, schafft Euch hinaus!" Alle Eülwend- ungen halfen nichts; der Rittmeister blieb bei seinem Befehl. Draußen trafen die Abgewiesenen mit dem Büchsenmacher Engel zusamnien, der ebenfalls Hunger hatte. Die beiden machten sich den Scherz, ihm rnitzuteilen, in dem Wirtshaus hätten sie vorzüglich zu Mittag gegessen. Wässrigen Mundes trat er ein und wurde oom Rittmeister angefahren : Hier gibt's nichts; machen Sie sich fort, sonst werse ich Sie 'raus! Der Büchsenmacher machte Entschuldigungen mit dem Erfolg, daß er tatsächlich zum Gaudium der Draußen st eh end en zur Tür herausflog. Bei Orleans gab es ein Wiedersehen mit dem Rittmeister, der fein Verhalten im Wirtshaus damit rechtfertigte: man dürfe das nicht übelnehmeu, „es sei damals einmal so gewesen!" Man kann nur leise vermuten, daß dabei das ewig Weibliche eine Rolle gespielt hat. Teini Abmarsch von bcemilly wurden zum erstemnale die Gewehre geladem Auf dem Marsch ncuiji dem Schlachtfelde von Mars la tour jähen die Truppen viel gefangene Franzosen. Unterwegs sah man am ersten Hause eines kleinen Dorfes einen Franzosen hängen, den man deshalb da aufgehängt hatte,» weil- er auf deutsche Soldaten geschossen haben sollte. Seine Angehörigen bejranden später darauf, das sei nicht der Fall gewesen. — Es müssen sehr schwere Strapazen gewesen jein, die die deutschen Soldaten damals durchmachten, als sie immer wieder, wenn einmal das Abkochen usw. begonnen hatte, die Biwaks abbrechen und wellermarfchieren mußtem Ans dem Schlachtfeld von Gravelotte jah es sehr ernst aus. Der Truppenteil des Feldwebels beerdigte einen Kameraden namens Schott, indem seine Gelvehrteile zü einem Kreuz für fein Grab zusammengefügt wurden. — lieber das „Mirabellenbiwak" von Pierrevitliers, wo sich die Soldaten durch das Verspeisen der vielen Früchte Magenbejchwerden holten, ging der Marsch weiter nach Noftseville, wo General von Rantzau die Schlacht von Sedan bekannt machte. Ans Noisseville wurde der Feilid Vertrieben, worauf dort biwakiert wurde. Das Betreten der umliegenden Gärten war wegen der dort verwundet liegeiiden Franzosen und Turkos (ehr gefährlich. Bei Rezonoille verlebte man die schlimmsteii Tage im ganzen Feldzug. Es regnete und man mußte acht Tage lang im Rasten liegen. Tie Pappeln an der Ehaussee von Gravelotte bis Rezonville wurden sämtlich nieoergeyauen, um Hütten bamii zu bauen. Dann mußten die Truppen wieder' ein Stück Wegs auf der Chaussee nach Gravelotte zurück; in Ars jur Moselle gab es wieder heitere Stückchen. Am 27. Oktober wurde die Kapitulation von Metz bekannt. Im Verfolg des Befehls, in Eilmärschen nach Orleans zu marschieren, kam man durch die Wälder von Fontalliebleau. Leonville war ein gutes Quartier. Da waren hübsche Bauernhöfe mit einem außerordentlich großen Vorrat von Hühnern und sonstigem Geflügel. Es wurde, nach den Worten des Erzählers, gerupft, daß überall die Federn umher flogen, gekocht, gebrotzell und gebraten, daß schließlich durch das viele Feuer die Balken eines Hauses in Brand gerieten und ein Loch in die Decke des Zimmers brannte. Da wurde unter Milli ahme all der Braten ausgerückt, und das Feuer glücklich wieder gelöscht. Die Eilmärsche waren so überaus aristrengeiid, daß viele Soldaten im Gehen schliefen und dabei oft gegeneinander anstießen. Nach kleinen Vorgefechten wurde schließlich Orleans eingenommen. Dort suhlten die Soldaten )ich in den Quartieren ziemlich mollig. Aber bald kam wieder der Befehl zum Weitermarsch. Weihnachten konnte nicht in Ruhe gefeiert werden. Rach einigen Gefechten bei Briare kam man nach Ehattillon für Lorng, wo Leutnant Prätorins aus einem Hauö ins Bein gefchojfen wurde. Der Täter wurde entdeckt und mit dem Bajonett durch die Brust durchstoßen, fodaß die Waffe noch in die Wand eindrang. Feldwebel Bruchhäuser kant dann in ein Quartier, wo die Hauswirtin den Soldaten Tücher um die Kopse band, damit sie die sauberen Kissen nicht befäxmutzten. Aus dem Rückzug nach der deutschen Grenze pausierten auch noch viel lu]tige Geschichten. Rian zog durch Bergzabern und wurde in den ersten deutschen Dörfern mit Begeisterung empfangen. Die bayerischen Orte bereiteten den Zurückkehrenden begeisterte Enipsäiige. lieber HMrenheim, Bensheim und Alsbach, wo der Empsang besonders glälizend war, hiel^ man dann wieder den Einzug in die Heimat. An feine Schilderungen knüpfte Herr Bruchhänfer die Mahnung an die jüngeren Mitglieder, sich bieje glorreiche Zeit ein Ansporn fein zu lassen zu treuen Dienjien für oav Vaterland, dem er zum Schluß ein begeistert aufgenommenes Hoch ausbrachte. — Ter Vorsitzende brachte oem Erzähler warmen Dank für feinen intereffcmten Bericht dar, in welchem der Erzähler die Leiden uuo Schrecken des Krieges Nicht altzu sehr in den Vordergrund gestellt habe, uno obgleich die Mitter- nachtstunde schon geschlagen hatte, blieb man doch noch unter dem Gesang patriotischer Lieoer einige Zeit zusammen. Trotz der vorgerückten Zeit ergriff der Vorsitzende des Kriegervereins, Amtsgerichtsrar Wiener, noch einmal das Wort, um eine Episode aus der Regirneiitsgeschichte von Kamerad Bruchhänfer zur Verie,ung zu bringen, die allgemeinen Beifall fand. Zum Schluß ieiUe Kommerzienrat Koch noch einiges aus seinen perjonlichien Kriegserinneruiigen mit und feierte nochmals die Verdienste des Karnerabeu Brnch- yänser, die fich Olef er als Bezirrsoor sitzender erworben habe. Eingesandt. (Für Form und Jnharr uuv, v.vjer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redatnon dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Nr. 236 des Gießener Lllizeigers bringt einen Bericht über die Gründung des deutschen Obetlehrervereins. Wir Vollsschullehrer Härten keine Veranlafsung, hierzu Stellung zu nehmen, hätte nicht der Referent bei der konstituierenden Versammlung, Herr Oberlehrer Prof. Block-Gießen, in feinet: Begrüßnngsreoe sich ungerechtfertigte Angriffe auf unseren Staiid erlaubt. Diese Angriffe wird der deutsche Lehrerverein wohl in allernächster Zeit zum Gegenstand ferner Erörterungen machen. Wenn aber der Gießener Lehrerverein in dieser Sache auch das Wort ergreift, so geschieht das deshalb, weil gerade durch die hiesige Tagespresje der Inhalt jener Rede zur Kenntnis unserer Mitbürger gelangt ist. Herr Prof. Block macht mobil gegen die Macht, die den jemitiariftifch gebildeten Lehrern durch ihren Zn- jammeiischlnß im deutschen Lehrerverein gegeben ist, „eine Ri acht, die auch den Oberlehrern gefährlich werden könne"; er möchte eine „Macht" schaffen, die den „Uebertreibungen" der seminaristisch gebildeten Lehrer, besonders in der „Bil- dungsfrage" entgegentreten soll. Was fürchten Sie denn von uns, Herr Professor? Glauben Sie, daß wir eine Erweiterung und Vertiefung unserer Blldung anstreben, um in Ihren Besitzstand einzubrechen und Sie daraus zu verdrängen? Darüber können Sie beruhigt jein. Alles, was wir in dieser Beziehung erstreben, erstreben wir zur Hebung der Volksschule; denn wir vertreten die Meinung, daß es der Voltsschule zu gute kommt, wenn unsere Bildung vertieft wird. Die Gleichstellung des ^emiiiarabgangszeug- . nifses mit dein NlllluritätSzeugnis für alle Fächer des Universllätssllidiums haben unseres Wissens unsere Lehrervereine noch niemals verlangt. Sie sehen also, Herr Professor, unsere Bestrebungen schließen keine Gefahr für Ihren oder für einen anderen Stand in sich; wir wollen bleiben, was wir sind, deutsche V o l k s s ch u 11 e h r e r, die es nicht gelüftet, über ihren Besitzstand yiiiausZUgreifen. — Die Angehörigen anderer Stande hatten, wenn sie em- pftndlich und nervös waren, vielleicht viel eher Grund über ihnen gefährliche Bestrebungen anderer Leute sich zu beklagen. Wir möchten Ihre Ausmerksamkein Herr Professor, einmal auf die Titelfrage lenken, obgleich die uiiS von jeher außerordentlich nebenfächlich war, fo nebensächlich, daß Sie in unseren Vereinssatzungen vergeblich nach den Worten Titulatur, Rangstellung usw. suchen werden. Bis vor wenig Jahren führten in Hessen die Volksschullehrer, die zur Leitung einer Schulgruppe berufen wurden, den amtlichen Titel „Oberlehrer". Den Bestrebungen des Vereins akademisch gebildeter Lehrer in Hessen haben wir es zu verdanken, oatz dieser Titel uns entzogen uno durch einen anderen ersetzt wurde. Bis vor wenig Jahren war der Titel „Professor" ein Ehrentitel, der fa,r ausschließlich dem Stande der Univerfitätslehrer zukam. Den Bestrebungen der akademisch gebildeten Lehrer ist es zu verdanken, daß dieser Titel, wir dürfen wohl fageit, in einer Art entwertet ist, daß er kaum noch als eine große Auszeichnung gelten kann, da er mit einer bestimmten Geyallsklasse jedem Oberlehrer von selbst in den Ochoß fällt. Auf diese Weise haben sich die Bestrebungen der Herren Oberlehrer den Angehörigen anderer Stande gegenüber geltend gemacht. — Unsere Meinung nach dem oben AuSgefühnen ist die: Herr Prof. Block hätte fcijöner gehandelt und seiner Sache einen besseren Dienst geleistet, wenn er sich für feine Begrüßungsrede über unsere „Uebertreibungen" usw. besser informiert hätte und wenn er diese Begrüßungsrede nicht dazu benutzi hülle, seine Zuisörer schar, zu machen gegen den Volksscyullehrerstand mit seinen „gefährlichen Bestrebungen", dem es so wie so seit langem klar ist, welche Anschauungen über ihn gerade in den Reihen der Rlänner herrschen, von denen inan im Interesse oer Volksbildung und -Erziehung erwarten sollte, daß sie nut ihm Hand in Hand gingen. Zum Schluß noch einige Worte, die erklären mögen, w .’J u-s!" our Ä tfiOw Kie 1® Kn S-> ss w zu' Smluuß • G entwich teruierte ^neunjähri Dynam Ümftänd Löwenbc Wärters rrfchei böse C grau ei kürzlich Währen fir su sie sich Da t Nahv bemäi ftänbi einer wünsl gciviE sich n verpn ein Li Sratm keilen ftnden stümi venve und Pers Handk auf de wie m Kasse i Med. 2 ber Fa weise t MS d büchnn mals bi ÄorM sache, j brecher den schreitet mußte N'M .ön ücrfi der sie 5 Wahrrieh Men r Atern o Nftfoi Prüfung Wien Knaben, besonder- ^atjache, hat, ben tourbiqe ■ ^rpmiä geisii! hres Er man bet Sch > toe, Warzen ? Unr N E*ä Astern, Ole Geji ^jehen Ul "«ch so We Zcer w >r Mat: Handel und Derkchr. Valkümirtschaft. Berliner Börse vom 14. Oktober 1903. (Mitgeteilt von der Bant für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskortt 31/* Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit .... 205.90 206.50 Deutsche Bank . . . 215.80 215.90 Darmstädter Bank . . 141.75 141.50 Bochumer Guß . . . 183.40 183.62 Harpener Bergbau . . 195.00 195.75 Schluß-Tendenz: Fest. — Deutsche ReichSbartt. Den neuesten Meldungen zuiolge waren die Rückflüsse bei der Reichsbank in den letzten Tagen stark, so daß die Bank aus der Notenfteuer herauskam. Gold ist hi geringen: Maße aus dem Ausland zugeflossen. — Stadtarrleihe«. Wir haben vor einiger Zeit mitgeteilt, daß von Seiten der betr. Emissionshäuser in der letzten Zett viel geklagt wurde, daß in Kapitalistenkreisen die Nachfrage nach 3 72 - prozentigen Anleihen der Städte außergewöhnlich fchwach sei. Wie uns nun von sachkundiger Seite mitgeteilt wird, ist m den letzten Tagen eine merkliche Besserung eingetreten. So haben insbesondere verschiedene große süddeutsche Verwaltungskassen namhafte Pisten Stüdteanleiheu aus dem Markt genommen. Dadurch hat sich das Angebot sehr vermindert, und es ist nur noch fraglich, ob die wieder zunehmende Geldverstreifung nicht abermals eine Verschlechterung bringt. — Deutsche Bank. Der Aufsichtsrat nahm in seiner letzten Sitzulig davon Kenntnis, daß das Resultat des ersten Semesters ein günstiges war und daß auch für die fernere Zett sich die Tätigkeit fruchtbringend zu gestalten scheint. Markte. )( Gränberg, 14. Ott. Schon von jeher hat sich der hiesige Gallusmarkt einer starken Frequenz von auswärts zu erfreuen, was auch am heutigen ersten Markttage zu konstatieren war, wAcher stets den Haupttag bildete. Sowohl in der Stadt wie auf dem Festplatze war reges Leben und Treiben, und der Umsatz bei den Verkaufsständen ist wie in den Läden der Stadt durchschnittlich befriedigend zu nennen. Für die Grünberger Bewohner bildete abends ein Ball im „Hirschen" und ein Varietö-Ensemble im „Wilden Mann" die Hauptanziehungskraft. — Der vormittägige Schweinemartt war sehr stark befahren und die Preise äußerst niedrige. Für mittlere Ferkel wurden bezahlt 40—50 Mk., geringe mit 20—30 Mk„ Einlegeschweme erzielten einen höheren Preis. Der Rindviehmarkl wird anläßlich des heutigen jüdischen Feiertages morgen Donnerstag ab- gehalten, weshalb auch für .den zwetten Tag noch eine größere Anzahl Marktbesucher zu erwarten ist. Limburg a. d. L., 14. Oktober. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Alalter. Roter Weizen 13.39 Att., altes Korn 00.00 Mk., neues Korn 10,00 Mk„ Gerste 0.00 Att., Hafer 7.40 Mk., neuer^Hafer 6.00 Mk., Erbsen 0.00 -DIL, Kartoffeln 0.00 Mk. Schisssmichrichlen. Norddeutsch er^Lloyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 13. Okt. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Schuellpostdampser^Kaiser Wilhelm 11.'', Kapitän D. Högemann, voui ^torddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 6 Uhr morgens wohlbehalten in 9tew-Pork angekommen. Unlveil'lMs-Uüchrichten. 150—180 Mk. Uch noch im Laufe dieses Jahres, werden übrigens folgende Ber- fchiebungen bezüglich der Ausbildungsbedingungen eintreten: Es wird die Reife für die Prima verlangt, eine Lehrzeit wie bisher; baim aber nur ein Jahr Gehilfenzeit vordem Studium, das auf vier Semester ausgedehnt wird. Nach dem Staatsexamen sind noch zwei weitere Jahre Gehilfenzett zu absolviren, worauf erst die Approbation erteitt wird. Lehrgeld wird meistens nicht verlangt, Kostgeld jedoch daun, wenn der Lehrling beim Apotheker wohnt und verköstigt wird. Das Gehttfengehalt beträgt bei freier Station 100—120 Mk. monatlich, bei Selbstverpflegung Der Gießener L eh r er d er ein. •) Wir haben dazu zu bemerken, daß der in unserer Nr. 236 .enthaltene Bericht, der nicht aus Oberlehrerkreisen stammt, auch in einer Reihe anderer deutscher Blätter Aufnahme gefunden hat. Diese Tatsache hat Herrn Prof. Block nach einer auf unserer Redaktion getanen Aeußerung bisher abgehalten, darin enlhaltenen Ungenauigkeiten allein an dieser Stelle entgegenzutreten. Unsere gestrige Briefkastennotiz teilte bereits nut, daß m Fachblättern der Bericht zur Sprache gebracht werden imrb, die auch u. E. die einzig dazu geeignete Stelle sind, zumal ja auch die Hallenser Versammlung eine nicht öffentliche sein sollte. D. Red. des Gieß. An^. Vermischtes. • Göttingen, 14. Okt. Aus der Provinzialheilanstalt entwichen drei zur Beobachtung ihres Geisteszustandes internierte schwere Verbrecher. • Danzig, 14. Okt. Im Dorfe Mirchau wurde dem ^neunjährigen Schulknaben Neumüller durch eine explodierte Dynamitbombe der Leib aufgerissen. Die näheren Umstände sind noch nicht aufgeklärt. * Breslau, 14. Okt. Auf Dominium Zobten bei Löwenberg erkrankte die ganze Fami'lie eines Viehwärters nach Genuß von Kuchen an Vergiftungserscheinungen. Zwei Kinder sind bereits gestorben. * Strelitz, 14. Okt. Unter der Ueberschrift: Die böse Schwieger — tochter schreibt der „Str. Anz.": Die Frau eines jungen Besitzers eines benachbarten Dorfes hatte kürzlich ein heftiges Renkontre mtt ihrem Schwiegervater. Während eines Strettes spie sie ihm ins Gesicht, wofür sie mit seinen nicht gerade kleinen Fäusten Bekanntschaft machen mußte. Vor Wut über die erhaltene Züchtigung legte sie sich ins Bett und verweigerte jede Nahrungsaufnahme. .Da die Frau nach achttägigem „Krankenlager" noch alle Nahrung zurückwies, dabei aber recht wohlgenährt aussah, bemächtigte sich ihres Gatten und Schwiegervaters eine vollständige Ratlosigkeit. Eine Untersuchung des Bettes während einer kurzen Abwesenhett der „Kranken" sollte jedoch die gewünschte Auftlärung bringen, und was man entdeckte, war gewiß geeignet, Staunen zu erregen. Die „Kranke" hatte sich nämlich für die Dauer ihres Schmerzenslagers vorzüglich verproviantiert; es wurden aus dem Bette zu Tage befördert: ein Topf mtt etwa 2 Pfund Butter, diverse Schinken- und Bratwürste, sowie für 40 Psg. Backware. Auch für Süßigkeiten hatte die „Kranke" gesorgt, denn neben anderen Kleinigkeiten wurden im Bett einige Tafeln Schokolade gefunden. — Die nun folgende Auseinandersetzung war derart stürmisch, daß die Frau nun von da ab keine Speise mehr verweigert. * Arad, 14. Okt. Zwischen den Stationen Monder und Glygobat wurde aus einem aus Erdly kommenden Personenzuge von unbekannten Dieben eine eiserne Handkasse, welche sich mit einem Inhalt von 2 00 0 00 Kr. auf dem Transport befand, gestohlen. Die Diebe haben, wie man annimmt, sich in den Packwagen geschlichen und die Kaffe während der Fahrt herausgeworfen. * Zu dem Fall Dipp old schreibt die „Deutsche Med. Wochenschrift" u. a.: In medizinischer Hinsicht bietet der Fall nichts außergewöhnliches: die ganze Handlungsweise des sadistischen Verbrechers ist typisch und entspricht gcrnd)r (Offrfc SfHIr [Hifteilungen in feiniter und iauberiier Husiührung billigst. Die Beerdigung findet Freitag den 16, L Mts., nach- mütags 4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs 77621 1 schön möbl.hell.Zimmer i. l.St. z. v. J.H.Fuhr, Sonnenstr.25 Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. hunger Jagdhund, VL I. a., bill. abzugeben. Bahnhosstr. 35. 7769 Der Vorstand. Reiche Heiraten! Herren jed. Stand, iu Alt., wenn a. oh. Verm., erh. n. Diitteil. ihr. Adresse sof. 600 reiche Partien u. Bilder z. Ausw. U. A. wünsch, f.z. verh.: 1 jg. Waise m. 150000 Alk. Verm., 1 Häusl, erz. Damem.200000Alk.Vrm.u.lGuts'- bes.,Wm.,m. ccu 350000 Mt. Verm. u. spar. Erbe. Alles Nähere d. F. Gombert, Berlin L. 14. [7695 ein Damen-Negeu- XHUVUll schirm v. Nordantage bis Stein-- od. Marburgerstraße. Gegen Belohnung abzugeben Nordanlage 12, Prof Schwalch. Was steht auf dem Spiel? Entgegen unserer gestrigen Mitteilung, die Perrfiorrsfrage der Privatbeamteu betreffend, machen nnr darauf aufmerksam, daß dre Ausgabe der Fragebogen an ben bereits bekannt gegebenen Stellen erst Sonntag den 18. d. Mts. beginnt und bis zum 24. d. Mts. dauert. Der von dem Reichsamt des Innern angesetzte Endtermin ist der 15. November d. I. instliul Boiiz, tam j. Schnell. sich.V orber. z.Einj.-,Fähnr.- ä u. Prim.-Examen. Frag, tr. löüir M 8»izrlislhtt Srfeita-Strtii. Wir setzen mrsere Mitglieder von dem Ableben unseres langjährigen Mitgliedes KttNl -fotognes teM W. Maschiilkllstrilkeil von Strümpfen u. Austricken. Auch werden daselbst Namen und Monogr. sauber u. billig angefertigt. 04977 Westantage 27, 3 Tr. Leere Wkissjgschen werden gekauft Kirchenplatz 10. . 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