Erstes Blatt 153. Jahrgang Donnerstag 15. Oktober 1903 nur noch Pfarrer Schlossi Schriftführer des Vereins d Aus Stadt und Land. , Gießen, den 15. Oktober 1903. ** Der Oberhessische Verein für innere Mission begeht in diesem Jahre die Feier seines fünf* undzwanzigjährigen Bestehens. Von den Männern, die im Jahre 1878 zur Gründung des Vereins einluden, lebt er, der seit 25 Jahren als »ie Geschäfte führt. Von den damals gewählten Vorstandsmitgliedern leben nur noch die Herren Professor D. Stamm und Fabrikant Eugen Aas itakieuische Königspaar in Aaris. „ r , t Paris, 14. Oft Gestern abend sand ein von der fr an co-i tali e n i- iche° Lrga veranstaltetes Festbankett statt, welchem zahlreiche Abgeordnete und Senatoren sowie Beamte des Mrnrs.errums des Aeußeren beiwohnten. Der italienische Senator Lchntrllac karu in seiner Ansprache unter anderem auch auf bte Politik Crispis zu fpredjen, wrlche er als den Interessen des Hrredens ziiwiderlausend erklärte, worauf sofort ein Redakteur des Neapeler Mattino das Wort zur Verherrlichung Crispis ergriff, dem Italien für seine ZLr- drenjte ewig dankbar bleibe. Hiergegen erfolgten von verschieden er: Seiten Proteste. Ein anderer italienischer Redner suchte die Verantwortlichkeit für die Proteste von beu Demokraten abzuwälzen, lvvrauf ein riesiger Tumult entstand. Die Franzosen riefen „Ni e d e r m i t Crispi", während die Italien er Hochrufe auf denselben ausbrachten. Das italienische Königspaar traf heute nachmittag um 3^/z llhr auf dem Bahnhof Bois de Boulogne ein, von einer großen Volksmenge stürmisch begrüßt. Von zwei Uhr ab sammelte sich in den Straßen, durch die das Königspaar kommen sollte, vom Ministerium des Aeußeren bis zum Bahnhof Bois de Boulogne, eine gewaltige Menschenmenge an, welche die zum Spalierbilden heranrückeuden Truppen mit Zurufen empfing. Präsident Loubet hatte sich zum erstenmale in Begleitung seiner Gemahlin zum Ernp- fauge der Majestäten nach dem Bahnhöfe begeben. Als der Zug auf dem mit italienischen und französischen Zahnen geschmückten Bahnhof Bois de Boulogne eintraf, gab das Fort Mont Valerien 101 Salutschüsse ab. Unter Trommelwirbel der Ehrenwache entfliegen der König, der Generalsunisorm mit dem Großkordon der Ehrenlegion angelegt hatte, Königin Helena und Minister Morin dem Wagen, vor dem Präsident Loubet und Frau mit den Mi- nistern Combes und Delcajss Aufftellung genommen hatten. Der König und der Präsident begrüßten sich unter Umarmung, wahrend gleichzeitig Frau Loubet die Königin willkommen hieß. Darauf begaben sich der König und der Präsident, ersterer Fran Loubet, letzterer die Königin am Arme führend, nach dem Gmpfangsraum, wo der König die Minister begrüßte. Sodann traten der König und der Mäsident im vierspännigen Wagen ä la Daumonl, dem die Königin mit der Gattin des Präsidenten in einem gleichen Wagen folgte, die Fahrt nach dem Ministerium des Äeußern an, wahrend die Musik den italienischen Kö- nigsmarjch spielte, die Fahne der Ehrenkompanie sich senkte und das Publikum in laute Hochrufe ausbrach,. Eine Abteilung Kürassiere bildete die Eskorte. Auf'dem ganzen Wege, den die königlichen Gäste durchfuhren, waren die Straßen von einer großen Menschenmenge ein gesäumt, die ihnen begeisterte Huldigungen darbrachte. Bei der Ankunft der Majestäten im Ministerium des Aeußeren, die um 4y2 Uhr erfolgte, wurde der Königsmarsch gespielt. Ein Zuavenbataillon erwies die militärischen Ehren im Bor- raum des Gebäudes. Die Majestäten wurden von der Gattin Delcasses und den der Königin zugeteilten Ehrendamen empfangen. In der Unterhaltung mit Herrn und Frau Deleasss drückte das Königspaar wiederholt seine hohe Befriedigung über den von der Bevölkerung ihnen bereiteten Empfang aus. Minister Delcasso überreichte dem Könige 50 Nach- bildungen von seltenen Medaillen. Der König war über diese Aufmerksamkeit sehr erfreut. Um fünf Uhr traf das Königspaar zum Besuche des Präsidenten im Elysee ein, das es nach einer Hülben Stunde wieder verließ. Die Zusammentunst zwischen Nr. 242 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt d»e Gießener Familien- vtatter Diesmal in bei Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Der» lag bet Brühl'schen Univers..Buch>u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion. LrpedMoa und Druckerei: Schulstruße 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Krrnsprechanschtuß Nr. 51. Kan ff mann, die gleichfalls beide, der erste als Vorsitzender, der andere als Rechner des Vereins noch im Amte stehen, Stiftsdechant Klingelhöffer zu Lich und Professor Dr. Thaer in Gießen. Das Fest wird am 10. und 11. November in gewohnter Weise begangen werden. Die Festpredigt am 10. hat Herr Professor D. Drews übernommen, den Hauptvortrag in der Jahresversammlung am 11. wird der bekannte Pfarrer Lie. Weber aus München-Gladbach über die Frage: „Wie können Autorität und Pietät im deutschen VolVleben wiederhergestellt werden", halten. In der Ab end Versammlung werden Professor D. Stamm und Pfarrer Schlosser einen Rückblick aus 25 Jahre innerer Mission werfen. In der Nachmittagsversammlung wird die Behandlung der inneren Mission in Religions- und Konfirmandenunterricht behandelt werden. Auch wird am Vormittag des 10. wieder der Verband der oberhessischen Erziehungsvereine tagen. ** Ent Haftung. Zu unserer gestrigen Notiz über die Haftentlassung des Agenten A. Jacob ist nachzutragen, daß weder Unterschlagung noch Urkundenfälschung gegen ihn vorliegt. ** Staatliche Versicherung für Privatangestellte. Mitte Oktober sollen bÄanntlich die vom Ausschuß für staatliche Pensionsversicherung für Privatangestellte, dem gegen 350000 Privatangestellte angehörendem Könige und dem Präsidenten trug einen sehr herzlichen Charakter. Das Königspaar begab sich dann nach' dem Senat, und der Kammer, um bei den Parlamentsprasidenten Fal- lisres und Leon Bourgeois Besuche abzustatten. Nach der Rückkehr vom Senatspalais empfing der König den Besuch des Königs der Belgier, den er alsbald erwiderte. Abends kehrte das Königspaar zum Elysee zurück, wo Loubet ein Diner anbot, dem außer den Ministern auch Waldeck-Rousseau, Meline, Freycinet und Lockroy beiwohnten. Bei dem Diner im Elysee brachte Präsident Loubet folgenden von allen Anwesenden stehend angehörten Trinkspruch aus: Sire! Frankreich, ist sich! der Bedeutung des Besuches, den Ew. Majestät dem Präsidenten der Republik macht, bewußt. Es sieht in diesem Besuche eine glänzende Kundgebung des engen Einvernehmens, das zwischen den Regierungen Italiens und Frankreichs hergestellt ist und das in gleicher Weise den Gefühlen und den Interessen des italienischen wie des ftanzösischen Volkes entspricht. In der Gewißheit, daß beide Länder hinfort mit gegenseitigem Vertrauen und mit demselben guten Willen ihre nationalen Aufgaben verfolgen können, begrüßt Frankreich mit aufrichtiger, durch die huldreiche Anwesenheit Ihrer Majestät der Königin noch verdoppelter Freude die &nfünft Äv. Majestät. Von ganzem Herzen erhebe ich im Namen Frankreichs und seiner Regierung mein Glas zu Ehren Ew. Majestät und trinke auf den Ruhm Ihrer Regierung, auf Ihr Wohl wie auf das Wohl Ihrer Majestät der Königin, Ihrer Majestät der Königin Mutter und der ganzen königlichen Familie, auf die Größe und die Wohlfahrt Italiens! König Viktor Emanuel antwortete mit folgendem Trinkspruchv, der gleichfalls stehend angehört wurde: Herr Präsident! Die liebenswürdigen Worte, die Sie soeben an mich gerichtet haben, erhöhen die lebhafte Genugtuung, die ich, in diesem Augenblicke empfinde. Der enthusiastische Empfang, den die Stadt Paris und das gesamte Frankreich der Königin und mir bereitet haben, hat uns tief gerührt. Wie Sie, Herr Präsident, sehe ich in einem solchen Empfange etwas mehr als eine einfache Kundgebu ng dieser ausgesuchten Höflichkeit, oie eine der traditionellen (Ägenschasten der edlen französischen Nation ist. Mit Recht sieht Frankreich, meine Gegenwart als ein natürlich, es Ergebnis des zwischen unseren beiden Länder n glücklich vollendeten Werkes der Annäherung an. Die Interessen Italiens gehen dahin, daß es mll allen seinen Kräften die Erhaltung des Friedens wünscht und seine Stellung in Europa setzt es in die Lage, durch seine Haltung zur Verwirklichung dieses in hohem Grade der Zivilisation dienenden Ergebnisses beizutragen. Nach diesem Zweck richten sich meine heißesten Bestrebungen, ebenso wie die beständigen Bemühungen meiner Regierung. Ich weiß, daß meine Gefühle von Frankreich und von der Regierung der Republik geteilt werden. Ich bin daher doppelt glücklich, mich heute auf Frankreichs Boden zu befinden, glücklich über die Herzlichkeit, die man der Königin und mir bezeigt, glücklich, mein Glas auf Ihre Gesundheit, Herr Präsident, uyd auf die Größe und Wohlfahrt FrankrÄchs zu erheben! Nach dem Trinkspruche des Präsidenten spielte die Musik der Garde Republikaine den italienischen Königsmarsch, nach dem Trinkspruche des Königs die Marseillaise. Der Menschenandrang auf den großen Boulevards erreichte im Laufe des Abends eyte Intensität, die seit den Tagen der höchsten Russenschwärmerei nicht erreicht worden ist. An den Straßenkreuzungen spielten Musikbanden vielfach die neuen, auf das italienische Königspaar zugeschnittenen Lieder, welche das Publikum herzlich mitsaug. Paris amüsiert sich großartig, ohne sich jedoch überlauten politischen Kundgebungen zu überlassen. Tie Festartikel der römischen Presse sind offenbar durch den verschobene n Besuchdes Zaren etwas beeinflußt und bewegen sich meist in konventionellen Phr asen ohne jede politische Spitze. „Pojwlo Romano" schreibt: Wie viele Politiker auch an der Festig - feit des Dreibund es zweifeln mögen, weil Oesterreich-Ungarn und Rußland sich so vortrefflich über die Balkanftage verständigt haben, so könne auch die Pariser Reise die erst kürzlich wieder verstärkten Bande des Dreibundes nicht schwächen. In den Festartiteln der französischen Presse herrscht nur bezüglich der der Königin Helene gewidmeten Komplimente Uebereinstimmung. Die politische Bedeutung des Königsbesuchs wird je nach dem Parteistandpunkt verschieden beurteilt. Die Frage, welchen Nutzen Frankreich erwarten könne, beantworten die Nationalisten mit dem Hinweis auf den unterbleibenden Rom besuch des Zaren und warnen vor einer Gefährdung der fr an ko-russischen Allianz. Die Sozialisten stellen sich dem Besuch freundlich gegenüber. Für die Stimmung Der Klerikalen ist bezeichnend, daß gerade jetzt im „Gaulois" die Spannung zwischen dem Elysee und dem Vatikan besonders bemerkt wird. ßSk Ä «ezngspret»» monatlich^ viertel' Gießener Anzeiger UM — < Y W ^etlenrnef . lokal ISP,. General-Anzeiger w • ..^ä. Amts- und Anzeigeblatt fit den Kreis Sietzen MWZ biml-11.setgentetl: pand Beck. Feuilleton. Der Konzertsaal der Zukunft. Nachdruck verboten. Für die kommende Moche hat Heidelberg die Musikwelt zu einem dreitägigen J-este zu sich geladen. Es soll hier zum erstenmal in größerem Aäaßstabe die Vrvbe aufs Exempel gemacht werden, bis zu welchem Grade sich die von verschiedenen Seiten angeregten, unser Konzertwesen betreffenden Reformen, in der Praxis als durchführbar erweisen werden. Im wesentlichen sind es zwei Punkte, um die es sich zunächst handelt: die Verduntelungsfiage und das verdeckte, respektive versenkte Orchester. Professor Dr. Philipp Wolf rum, der auch bei uns in Gießen lvohl- bekannte begeisterte Vorkämpfer für alles wahrhaft Künstlerische und Moderne, hat es durchgesetzt, daß Der neu- erbaute städtische Konzertsaal in Heidelberg mit alt jenen Modernen Einrichtungen ausgestattet wurde, die es ermöglichen sollen, das lünstlerrsche Genießen von allen ablenkenden und störenden Einwirkungen zu emanzipieren, uni) so die Wirkung des Kunstwerks zu vertieferl. Sowohl das versenkte Orchester, wie der verdunkelte Zuhörer- raum gehören mit zu ben grundlegenden Forderungen der Wagnerschen Kunstpraxis. Ihm selbil bot sich schlleßlich die Möiglichkeit, in Bayreuth sein Prinzip durchzufähren. Obschon die hier sich ergebenden Vorteile klar auf der Hand lagen, fand sich innerhalb der nächsten 25 Jahre nicht eine einzige Brck)ne, die sich der Mühe unterzogen hätte, das versenkte Orchester einzuführen. Bei Neubauten zumal wäre eS ein Leichtes, das Bayreuther Vorbild nachzuaymen. Das Prinz-Regenten-Theater in Plünchen machte vor zwei Jahren den Anfang Damit. Jetzt hat man sich auch in Dessau zu dieser Steuerung entschlossen. Die alle Mage über das Erdrücken der Si.-g stimm en durch die Orchester- majjen ist nur zu berechtigt Hatte man sich dem versenkten Orchester gegenüber bisher fast durchgehends ablehnend verhallen, so fand der verdunkelte Zuhörerraum bald überall Eingang. Wie wllksam diese Maßregel ist, davon haben wir uns i in Gießen bei Anfiührung des Wolfrum'schen Wechnachts- mysteriutns überzeugt. Allerdlltgs die ägypllsche Finsternis, ipie sie in Bayreuth herrscht, hat man im gleichen Maße nur selten nachgeahmt. Vollständige Dunkelhell ist nicht jedermanns. Sache. Es gibt Augenblicke, in denen der Hörer auf einige Momente das Ange ruhen lassen will. Wendet er es nun von der gerade ziemlich dunkel gehaltenen Bühne fort, so starrt er ins ungewisse Dunkel hinein. Vielen mag das ein beängstigendes Gefühl sein. Dem Hörer muß Gelegenhell gegeben werden, sich sammeln zu können. Eine kurze Ablenkurrg ist für die weitere Spannkraft von großer Wichtigkeit. Hierzu ist natürlich so viel Beleuchtung nötig, daß Gegenstände wahrnehmbar bleiben. Ein zu starkes oder gar völliges Verdunkeln würde das Gegenteil von dem zur Folge haben, was man Damit zu erreichen hofft. Die Dunkelheit läßt auf die Länge der Dauer die Spannkraft in demselben Maße erlahmen, wie umgekehrt durch zu grelle Beleuchtung die überreizten Augemrerven eine nachteilige Wirkung auf die Widerstandsfähigkeit des Hörers ausüben werden. Und zudem würde ja gerade die Auftnerksamkeit des Publikums ausschließlich auf die an erleuchteten Pulten sitzenden Konzertanten gerichtet sein. Damit hätte man ja dann das Gegenteil von dem erreicht, was man zu erzielen wünscht, nämlich Die innere Konzentration des Hörers und Das völlige Wlenken von allen Aeußerlichkeiten. Freilich soll Diesem letzten Uebelstande durch den zweiteü Hauptpunkt, durch das Verdecktsein Des konzertierenden Teiles, vorgebeugt werden. Man will eine Schallwand errichten, die die Ausfuhrenden Dem Ange des Hörers entziehen soll. Das Orchester, ja ganze Ehor- massen, werden aus diese Art nunmehr mrsichtbar ihre Tätrgkeit verrichten. Das Pubtitum wird nicht mehr durch die suchtelnDen Bewegunaey d^s Dirigenten, durch das hastige Hin und Her der Streicher unD durch das An- und Absetzen der Bläser gestört werden. Vermutlich werden sich diese Versuche nur auf Chor, Orchester und 'Dirigent erstrecken, Denn den Solisten wird man wohl niemals hinter die Schallwand bannen können. Die solistische Betällgung verlangt notwendig ein Gesehenwerden. Das Mienenspiel des Sängers, die Haltung des Geigers, die Geberden, Die Anschlagsmanieren des Pianisten, vermitteln häufig dem Hörer das Verständnis bestimmter Momente schneller, als lvenn letzterer ausschließlich auf das Hören angewiesen wäre. Was hier von den Sängern und Virtuosen gilt, das trifft auch vielfach auf den Dirigenten zu. Ganz besonders bei unseren modernen Schöpfungen ist viel für das Verständnis derselben gewonnen, wenn der Dirigent durch seine Gesten eine Art sichtlicher Vermittlung zwischen Publikum und Kunstwerk herzustellen weiß. Es gibt Dirigenten, die diese Gabe in hohem Grade besitzen. Erkennt man aber die Wichtigkeit des sichtbaren Dlligierens an, dann würde damll auch das versenkte Konzertorchester illusorisch werden. Denn den dirigierenden Kapellmeister zu sehen, während das Orchester selbst unsichtbar bleibt, das ist natürlich, eine llnmögllchkeit. Anders liegt die Sache bei Aufführungen von Chor und Orchester. Da nimmt Der Dirigent äußerlich eine weniger bedeutsame Stellung dem Publikum gegenüber ein. Hier ließe sich die völlige linsichtbarceit ohne Bedenken durchführen. Noch besser wird es allerdings bei derartigen Aufführungen sein, daß Chor und Solisten sichtbar sind, während das Orchester in Der Versenkung bleibt. Besonders bei weniger starken Chören, Die leicht vom Orchester gedeckt werden, wird sich dieses Verfahren empfehlen. Äuch bei Den neuerdings besonders kultivierten Gesängen mit Orchesterbegleitung ist das versenkte Orchester am Platz. Ueber alt Diese verschiedenen Fragen werden die Hewet- berger Konzerttage mannigfache Belehrungen bringen. ausgegebcnen Fragebogen ausgesWt tverdcn. Wie onsS der sehr starken Nachfrage nodji Fragebogen geschlossen werden kann,-wird die Ausftlllung allgemein werden und es wird b cun.it dem Reichsanrt des Innern ein großes Material unterbreitet werden, ans dem es sich über die Verhältnisse der Privatangestellten zum Zwecke der Vorlage eines Ge>- setzes betr. die Versicherung aller Privatangestellten (Kaufleute, Werkmeister, Techniker, Redakteure, Lehrer an Privatanstallen Forstbeamte ic.) gegen Jnvalidllät und für das Mter, sowie ihrer Witwen und Waisen unterrichten kann. Je mehr Material dem Reichsanll des Innern zugeht, desto besser ist es, nnd lvenn noch ein Privat an aestelller ohrie Fragebogen sein sollte, so kann er drese von den beteiligten Verbänden oder vom. Vorsitzenden des Ausschusses, Th. vom Orde, Bochitm, Dorstener Str. 96, beziehen. ** Mar ke n v e r w e n d u n g zur Invalidenversicherung. Im Juni 1901 wurde von einem Kontroll- beamten der Landesversicherurrgsanstalt Hannover ermittelt, daß ein Arbeitgeber für einen von ihm beschäftigten Versicherten 79 Beitragsmarken zu wenig gellebt hatte; 25 Marken wurden noch nachträglich eingezogen, während 54 Marken bereits verjährt waren. Der Arbeitgeber wurde wegen mangelhafter Verwendung von Beitragsmarken vom Vorstände der Versicherungsanstalt auf Grund des § 176 des Invalidenversicherungsgesetzes in eine Ordnungsstrafe von 10 Mk. genommen. Im September 1902 wurde der Versicherte invalide und stellte einen Antrag auf Invalidenrente. Dieser Antrag mußte jedoch von dem Vorstände der Landesversichermrgsanstalt Hannover abgelehnt werden, well der Versicherte infolge der Nichtv-er Wendung von Beitragsmarken des Arbeitgebers die Anwartschaft auf Rente verloren hatte. Nunmehr verklagte der Versicherte seinen Arbellgeber auf Schadenersatz und erreichte dadurch, daß der verllagte Arbeitgeber sich vergleichsweise vor dem Amtsgerichte zu N. 9L zur Zahlung einer Entschädigung von 500 Mk. an den Versicherten verpflichtete. Hätte der Arbeitgeber seinerzeit regelmäßig geklebt, so wäre ihm nur eine Ausgabe von 7.90 Mk. entstairden, nämlich die Hälfte des Werts von 79 Beitragsmarken ä 20 Pfg. Infolge seiner Saumselegkell sind ihm nun an Kosten erwachsen: .500 9)11. Zahlung an den Versicherten, 10 Dik. Ordnungsstrafe an die Versicherungsanstalt, 5 Mk. für 25 Beitragsmarken ä 20 Pfg,, zusammen 515 Mk. Anläßlich solcher Vorkommnisse können die Atbellgeber nur immer wieder dringend ermähnt werden, in der Markenverwendung für die Invalidenversicherung recht vorsichtig zu fein. ** Ver lauf b er Witterung von Dienstag bis Mittwoch In der Nacht auf Dienstag entwickelte sich auf der Sudostselle des großen Tiefs ein Teillief, welches sich bis Böhmen erstreckte. Da wir uns auf der Rückseite dieser Furche niederen Druckes befanden, trat bei einer Winddrehung von Süd nach West zeitweises Aufklaren, noch wechselnd mit Regenschauern ein- Heute, Mllt- woch, hat sich das Hoch unter Verstärkung über die Alpen verlagert, das Tief ist nordostwärts weiter gezogen. Infolgedessen blieb es heute Dormittag bei südwestlichem Wende trocken. Doch ist westlich Irland ein neues Ties erschienen, unter dessen Einfluß heute mittag schon der Wind nach Süden dreht und die Bewölkung rasch zunimmt. Nach- inlltags fällt wieder Regen. Das Tief dürfte dem vor angegangen en nachKiehen. Dabei würde der Wind von Süden allmählich nach! Südwesten zu drehen, das trübe, milde Wetter mit Regenfällen und zeitweise lebhafter Lustbeweg- ung also in deri nächsten Tagen noch an hall en. Peppler. ** Tempvra mutantur ! Wir lesen im Hungener Lokalblatt: Es war der schönste Tag seines Lebens: Gemütlich lag er zu Hause, um sich von den Strapazen des eben genossenen Mittagsmahles etwas zu erholen, das schneeweiße Haar, den ehrwürdigen Bart hübsch, glall gekämmt, — recht festtäglich! — Da, horch! — Aiusik draußen vor dem £or! Herein kam eine Deputation, um in höchster Ehrerbietung den Alten herauszuholen und ihn unter Triumph klängen hinzuführen zur Hauptstraße, wo schon ein stattlicher Festzug seiner wartete: Vorreller, blumenge- schmückte Radfahrer, Gesangverein und Kriegerverein mit ihren Fahnen, der Bürgermeister im Vollglanz seiner Herrscherwürde; weißgekleidete Chrenjungfrauen empfingen ihn; — dicke Tränen der Rührung traten ihm in die Augen, er fühlte sich als den Helden des Tages, und er war es auch! — Es ist doch schön auf der Well! — Dann führte man den Alten — führte im eigenllichen Sinne des Wortes — in stattlichem Zuge, Weinlaub im Haar, unter den Klängen eines eigens komponierten Festmarsches durch, die f atmen- geschmückten Straßen, hin zum Festplatz, wo er noch den ganzen Tag hindurch den Mittelpunkt des Jubels und der Verehrung bildete, sogar auf ein Bild setzte man ihn — es sollte sein letztes fein! — Kaurn zwei Monate, später hauchte er seine große Seele aus, aber — sic traarfit gloria rnundi! — in dem Getriebe des Alltags war er ganz vergessen worden, keine Träne floß um ihn, die meisten erfahrens nicht einmal, keiner tat ihm die letzte Ehre an, sang- und klanglos ward er verschirrt! — der Gaisbock von Langsdorf. R. B Darmstadt, 14. Oll. Die morgen hier statt- findende Wahlmännerwahl bietet leider wieder ba&> selbe Bild der Parteizerrüttung, wie die Hauptwahl im Herbst vorigen Jahres. Die Aullsemiten sind, wie wir schon voraus angekündigt haben, heute in der Tat noch mit einem Aufruf hervorgetreten, in welchem sie Wahlenthaltung proklamieren. Der Wahlausschuß des deutschen Reform-Vereins und die hiesige Abteilung der christlichsozialen Partei erklären gemeinschaftlich die llärtionalllberalen seien bei der Ausstellung der Kandidaten einfettig vorgegangeu, indem sie zwei ihrer Vorstandsmitglieder ausstellten, anstatt einen dem Parteileben fernstehenden Kandidaten mit zu proklamieren. Und da sie auch mit den Freisinnigen und den Sozialdemokraten nickst paktieren könnten, so ersuchen die Vorstände ihre Mitglieder und Freunde, sich der Wahl zu enthalten. Die Motivierung dieses mrverständlichen Beschlusses ist äußerst dürftig; es leuchtet aus der ganzen Erklärung nur die Verstimmung der antisemitischen Führer darüber tjeroor, daß man sie nicht vorher um Erlaubnis gefragt hat, ob man die Herren Landgerichtsrat Buss und Stadtverordneten Müller aufstellen dürfe. Bessere und geeignetere Kandidaten, als die beiden Genannten, hätten die Herren gewiß nicht vorzuschlagen vermocht. Hoffenllich erbringt der morgige Tag den Beweis dafür, daß die gemäßigt liberalen Elemente auch ohne die Antisemiten ihren Mann zu stehen wissen. B. B. Darmstadt, 14. Okt. Der Großherzog tarn heute früh mit bet Zarin und der Großfürstin Sergius oon Schloß Wolfsgarten nach Darmstadt. Während der Großherzog im Residenzschloß eine größere Anzahl Audienzen erteilte, begaben sich die beiden fürstlichen Schwestern nach der russischen Kapelle, um dort dem Gottesdienste bei» zuwohnen, zu welchem sich auch die russischen Hofchargen und der Minister des Auswärtigen, Graf Lambsdorff, eingefunben hatten. Später trafen die fürstlichen Herrschaften im Alten Palais zusammen, wo sie das aus Schloß Heiligenberg heute vormittag hierher übergesiedelte neuvermählte Ehepaar begrüßten. Um 12 Uhr begaben sich die fürstlichen Herrschaften mit der Bahn nach Wolfsgarten zurück, wo bald darauf Hoftafel stattfand. Nachmittags halb 3 Uhr unternahmen das Zarenpaar, der Großherzog und die übrigen Fürstlichkeiten einen Ausflug mittels Automobils. Da um 5 Uhr in Wolfsgarten der Tee eingenommen werden sollte, so erscheint die Prophezeihung in mehreren Blättern, daß sämtliche Fürstlichkeiten heute nachmittag zum Diner nach Cronberg fahren würden, so gut wie ausgeschlossen. — Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen gedenken am nächsten Freitag, Großfürst und Großfürstin Sergius am nächsten Samstag von hier aus wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Seligenstadt, 13. Oll. Hier war nach dem in Bad- Nanheim erfolgten Tobe unseres Bürgermeisters ber Steuerkommissariatsgehilfe D. Singer $um Nachfolger gewählt worben. Diese Wahl mar seinerzeit angefochten nnb wegen einer Anzahl vorgekommener Formfehler kassiert worben. Der Kreisausschuß bestätigte diese Kassierung mib ordnete eine Neuwahl an; die Neuwahl zeitigte ein ähnliches Resultat: Singer erhielt 361, sein von den Sozialdemollaten unterstützter Gegner Böres 344 Stimmen. Dies veranlaßte Böres, sowie 3 seiner Freunde Berufung einzulegen mit der Begründung: 1. daß wegen nicht rechtzeitiger Zustellung des Beschlusses des Kreisausschusses an Die Reklamanten daS Urteil nicht rechtskräftig sei; 2. daß ohne ortsübliche Bekanntmachung des veränderten Wahlresultats eine Neuwahl anberanmt worden sei; 3. die Offenlegung der Wählerlisten sei nicht vorschriftsmäßig erfolgt. In seiner Entscheidung erkannte nunmehr der Provinzial- ausjchuß die Gründe, welche für eine Giltigkeit der Wahl sprachen, an, da die erste Entscheidung des Kreisausschusses doch wohl rechtskräftig geworden sei und zudem Dritte ein Recht zur Vertretung der ersten Rellamanten nickst besitzen, die Neuwahl sei auch erst nach rechtzeitiger Bekannt- machung des ersten definitiven Resultates erfolgt. Die Beschwerde bezüglich nickst rechtzeitiger Offenlegung der Listen feien ungerechtfertigt. Die Rellamanten werden daher ab* gewiesen, in die Kosten der Verfahren zuzüglich der Anwallskosten des Singer verurteilt und haben einen Aver- sionalbetrag von 30 Mk. an die Provinzialkasse zu zahlen. — Dem Landwirt P. M. Kemmerer wurde heute nacht die Kommode erbrochen und 600 Mk. gestohlen. Als ber Tat bringenb verdächtig erscheint ein Handwerksbursche, ben Kemmerer zur Arbeit eingestellt hatte, ber aber jetzt spurlos verschwunden ist. . Frankfurt a. M., 13. Okt. Die Vorbereitungsarbeiten zu dem am 25. und 26. Oll. hier tagenden deutschen Arbeiter kougreß sind beinahe beendet. Als TagungsloLal ist das JoseplMheim in Bornheim gewählt worden, wohin gute Straßenbahuverbindung führt. Der Kongreß tagt öffentlich, der Zutritt ist jedermann gestattet. Als Delegierte können hingegen nur Arbeiter ober aus dem Arbeiter stände hervorgegangeue Beamte fungieren. Für die Besorgung von Logis lourde ein besonderer Wohnungsausschuß gebildet. Cronberg, 14. Oll. Prinz und Prinzessin Andreas von Griechenland statteten heute nachmittag auf Schloß Friedrichshof einen mehrstündigen Besuch ab. Sie waren mit Automobil von Schloß Heiligenberg hier eingetroffen. Vermischtes. • Cöln a. Rh^ 14. Okt. Im Zirkus Kremser stürzte gestern abend dieReitkünstlerin LuciaPriani vom Pferde und zog sich sehr erhebliche Verletzungen zu. Sie wurde bewußtlos aus der Arena getragen. * Trier, 14. Okt. In der Eifel wütete orkanartiger Sturm. Die Bahngeleise werden durch entwurzelte Bäume mehrfach gesperrt.. Der vom Sturm angerichtete Schaden ist bedeutend. * Berlin, 14. Okt. Professor A. v. Wenckstern erlitt heute bei einer Droschkenfahrt eine erhebliche Verletzung. Dio^ Droschke war von einem Omnibus heftig angefahren worden, wobei Profeffor v. Wenckstern aus dem Wagen geschleudert wurde und eine Schulterverrenkung da- vontrug. * Breslau, 13. Oll. Auf der Straße von Oberlangen- bielau nach Peterswaldau wurde die schrecklich verstümmelte Leiche eines gut gekleideten Mannes aufgesunden. Die Persönlichkeit des Toten ist noch nicht fest- gestellt. * Sonneberg, 14. Okt. In vergangener Nacht ist die Spielwarensabrik von Fleischmann und Krämer, die größte am Platze, niedergebrannt. Das Feuer brach im Packraum aus. 60 Arbeiter und viele Hausindustrielle sind infolge des Brandes beschäftigungslos geworden. * Stuttgart, 14. Oll. In Amstetten bei Geislingen ist ein volles Pulverfaß, dem ein Knabe nahe kam, explodiert. Der Knabe wurde sofort getötet. * Straßburg, 14. Okt. Der „Lothringer Ztg." zufolge wurde Leutnant Bilsen vom 16., in Forbach gar» räsonierenden Trainbataillon verhaftet. Die Ursache der Verhaftung bildet ein von Bilsen veröffentlichter Roman, in welchem die Verhältniffe der Forbacher Garnison und dortiger Persönlichkeiten unter fingierten Namen in überaus ungünstiger Weise geschildert sein sollen. * Brüssel, 13. Ott. In Tongern kam es in der vergangenen Nacht zwischen Wilddieben und Waldhütern zu einem Zusammenstoß, wobei zwei Wilddiebe erschossen wurden. Obwohl die Waldhüter erklären, in der Notwehr gehandelt zu haben, wurden sie doch verhaftet. — In Ppern verursachte gestern ein Zyklon großen Schaden. Zwei Personen wurden durch ihn in die Höhe gehoben und zu Boden geschleudert, wobei sie tätliche Verletzungen da- vontrugen. * Trient, 14. Okt. Gutsbesitzer Michael Weber in Deutsch-Metz wurde wegen Erbschastsstreitigkeiten von seinem eigenen Sohne erschossen. Der Mörder ist flüchtig. * Prag, 13. Oll. Der Kassierer Kü.chelmeister von der hiesigen Papierfabrik Eismann u. Co. verübte Wechsel- fälschungen in Höhe von 500000 Kronen. Geschädigt sind 20 Firmen und einige Banken, welch letztere angeblich gedeckt sind. * Wieder ein Automobilunfall wird gemeldet. Der Präfekt von Nantes wurde in Paris von einem Automobil überfahren und lebensgefährlich verletzt. • Die Untersuchung in der Pariser Mord- affäre ergab, daß Greuling, der nach behördlichen Feststellungen in Bayern geboren ist, die Ermordung der Elise Popescos vorher geplant hat, möglicher Weise, um sie zu berauben. Seine Eltern besaßen in Aix les BainS ein Hotel, er selbst wohnte in Nizza und handelte mit Postkarten. Gerichissaal. Gießen, 13. Oll. Schiedsgericht für Arbeiter v e r s ich e r u n g. Die dem Ofenwärter Wilh. Schreiber II. zu Treis-Horloff wegen der Folgen die bei einer Explosiv n aut ber Grube Friedrich bei Hungen zu gezogen en Brandwunden gewährte gesetzliche Vollrentc hatte die Sektion I der Knappschaftsberufs- genosfenschaft zu Saarbrücken auf 662/3 Prozent herab- «. Diese Herabsetzung erachtete das Gericht mangels ;gens einer wesentlichen Besserung in dem Zustand und der darauf beruhenden Erwerbsfähigkeit des Schreiber nicht für gerechtfertigt. Die Berussgenossenschaft murb'e daher zur Weiterzahlung der Vollrente verurteilt. Dieselbe Derufsgenossenschaft hatte die dem Lokomotivführer Will). Filsinger I. zu Utpha bewilligte 15proz. Rente eingestellt. Der hiergegen eingelegten Berufung wurde vom Gericht der Erfolg versagt, da das Gericht auf Grund der erfolgten Inaugenscheinnahme des verletzt gewesenen Armes in Uebereinftimmung mit den ärztlichen Sachverständigen zu der Ueberzeugung kam, daß eine im wirtschaftlichen Leben meßbare Ertoerbsbeeinträchtignng nicht mehr vorliegt. In Gemäßheit des § 94 Ms. 3 des Unfall* versichernngsgesetzes für Land- und Forstwirtschaft hatte die iandw. und forstw. Berufsgenossenschaft für das Gooß- h erzog tum Hiessen beim Schiedsgericht Antrag auf Einstellung der der Katharina Vdaul zu Rad-Mhl znge- sprochenen Rente von 10 Prozent gestellt, da nach dem Gutachten des Großh. 5treisgesundheitsamts L. eine die Erwerbsfähigkeit beschränkende Unfallfolge nicht mehr vorliege. Dem Antrag mußte das Gericht nach den weiter angestellten Erhebungen stattgeben, zumal die Rentenbewerberin, deren perchnliches Erscheinen zu dem Verhandlungstermin angeordnet war, nicht erschienen ist. — Dem 14jährigen Sohne des Weichenstellers Jvhs. Noll zu Zell, Karl Noll, hatte am 17. Oll. v. I. eine Kuh, die er putzte, mit dem Schwanz in das linke Auge geschlagen; durch die dadurch entstandene Verletzung verschlechterte sich das Sehvermögen dieses Auges so, daß er in die Univ.- Augenklinik zu Gießen auf genommen werden mußte. §ier stellte Prof. Dr. Voßius fest, daß Tuberiulose des linken Auges vorliege, welche Erkrankung nicht als die Folge des Unfalles aufgefaßt werden könne, vielmehr auf tuberkulöser Allgemeinanlage zurückzuführen sei. Auch habe Voll an Tuberkulose des linken Hüftgelenks gelitten. Es müsse jedoch zugegeben werden, daß die Verletzung durch den Schlag mit Dem Kuhschwanz zu einem schnelleren Umsichgreifen der Tuberkulose geführt habe. Sicher sei, daß auch, ohne diese zufällige Verletzung das linke Auge all°- mählich verloren gegangen wäre. Die landw. und forstw. Berufsgenossenschaft wies den Entschädigungsanspruch zurück mit der Begründung, von den Unfall folgen seien keine die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigende Folgen zurückgeblieben. Die Erkrankung des linken Auges fei durch den Unfall nicht verursacht worden, vielmehr habe dieselbe vorher schon bestanden. Der Vater des Verletzten wandte sich nun an das Schiedsgericht, das zunächst noch gutachtliche Aeußernngen durchs Prof. Dr. Voßius eiuholte. Letzterer sprach sich dahin aus, daß Noll vor dem Unfall infolge der tuberkulösen Hüftgelenkentzündung und Verkürzung des linken Beines, sowie infolge Schädigung der Augen um 40—50 Prozent erwerbsbeschrüntt gewesen sei. Die Beklagte erklärte sich nun bereit, dem Noll eine Rente von 25 Prozent des um 50 Prozent gekürzten Jahresarbeitsverdienstes jugendlicher männlicher landw. Arbeiter zu gewähren. Der Vater des Verletzten erklärte sichi hiermit nicht einverstanden. Das Gericht verurteilte die Genossenschaft zur Zahlung einer Rente von 25 Prozent des um 40 Prozent gekürzten Jahresarbeitsverdienstes. — Friedrich Lochet zu Glashütten hatte sich beim Verrichten von landw. Arbeiten eine Verletzung au der rechten Hand zu- gezogen. Es entstand dadurch eine Phlegmone des rechten Vorderarmes, aus der sich dann eine Blutvergiftung entwickelte. Die Berufsgenossenschaft lehnte den Eritschädig- ungsanspruch ab, da die Erkrankung des Armes nicht durch einen Betriebsunfall verursacht worden fei. Auf die von Löchel eingelegte Berufung sprach ihm das Schiedsgericht nach! nodjmaliger Anhörung des Kreisass. Arztes Dr. Langermann zu Gedern und auf Grund der Inaugenscheinnahme des verletzten Armes gewonnenen Ueberzeugung für die Zeit vom Beginn der 14. Woche nach dem Unfall bis auf weiteres eine Rente von 100 Prozent zu. - Der Dieustlll'echt Karl Wirth zu Sickendorf hatte angegeben, er fei im März 1902 beim Schleifen von Holz aus dem Gemeindewald zu Herbstein über einen Prügel gestürzt und habe sich infolgedavon eine 5Mstgeleukeutzüudung zugezogen. Der Arbeitgeber, sowie die von Wirth genannten Zeugen wußten nichts von dem angeblichen Sturze, ebensowenig der behandelnde Arzt. Die landw. und forstw. Berufsgenossenschaft lehnte daher den Entschädigungs-Anspruch ab, da es weder nachgewieseu noch wahrscheinlich sei, daß die z. Zt. bei Wirth besteheitdeu Beschwerden auf einen landwirtschaftlichen Betriebsunfall zurückzuführen fei. Wirth ließ hiergegen durch den Rechtsanwalt Scheer zu Lauterbach Berufung einlcgen, die vom Gericht als unbegrünbet verworfen wurde, da sich nach den neuerdings angestellten eingehenden Ermittelungen die Angaben des Wirth als nicht zutreffend herausgestellt hatten. — Die Kath. Finkernagl Witwe zu Stumpertenrod war von der Berufsgenoffenschast zur Behandlmlg in das medieo. mech. Institut von Dr. Ziußer zu Gießen eingewiesen worden. Dieser Anordnung leistete sie keine Folge, ließ vielmehr gegen den Bescheid der Genossenschaft durch die Rechtsanwälte Grünewald und Leun Berufung verfolgen. Das Gericht erachtete die vorgebrachten Weigerungsgründe nicht für stichhaltig und verwarf die Berufung. — Ebenso erging es der von der Marg. Eichenyaner zu Angersbach gegen den ablehnenden Bescheid der Berufsgenossenschaft eingelegten Berufung. Das Gericht trat der Beklagten darin bei, daß die bei der Klägerin bestehende Erwerbs- beschräntung tlicht durch einen Unfall verursacht, sondern auf cm bei ihr bestehendes Frauenleiden zurückzu- führen sei. — Mehr Erfolg hatte Philipp Thön g es II. zu Rödgen, da ihm bie von der Bernfsgenossenschaft entzogene Rente von 10 Prozent wieder zu gesprochen wurde. — Die JnvalidenversichernngSanstalt Großh. Hessen hatte den Antrag auf Gewährung der Invalidenrente des Heinrich Kappes zu Heimertshausen deshalb abgelehnt, well die gesetzliche Wartezell von 200 Beitrags- I i ei Mtmu 1 dcW «""se (in» b'1 en SelLsrras. PrE'ö Ddeu iMuis vieistet (träfe smd foei leiden 1 cheolotz in Thomi sord 2 jetzt b lichte i Prosej jchickt nad v y-nnaß )iech tsst tultaien z.' macht» dal laßen biet des röiml Lorkennln gen «öymr leinWen, zwijchm ' -einen ar Lortur ein M bildung. lichen Ei einjemest schen, me gerturju; ersten 6 L & ft woch-en l>i3 zum Eintritt der Invalidität nicht erfüllt feL Das Gericht erachtete die ALlehnungLgrüude nach weiteren Erhebungen für zutreffend und wies die eingelegte Berufung als unbegründet zurück. Dortmund, 14. Okt. Ter Bankier Wulff der Dortmunder Handelsbank wurde wegen Vergehens gegen das Handelsgesetz und wegen Meineides zu 2y2 Jahren Zuchthaus, 6000 Mark Geldstrafe und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte Gutsbesitzer Waldering wurde freigesprochen. Berlin, 14. Okt. Wie die „Staatsü. Ztg." mitteill, find die in Anaelegenheit der K o n i tz e r M o r d a f f ä r e gleichzeitig mit Dem Gnadengesuch Mvritz Lewys eingeceich- teit Gesuche des Redakteurs des genannten Blattes, Dr Bötticher uiü), des Verlegers und Reichstagsabg. Brüh u um Unuvandlung der gegen sie erkannten Gefängnisstrafen von 6 Monaten bezw. einem Jahr Festungshaft in Geldstrafen a b g e l e h n t worden. München, 14. Okt. In einem Falschspieler- Prozeß wurde heute nachmittag folgendes Urteil verbündet: Der Schenkkellner Tamm erhielt drei Monate Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe, Kaufmann Dammberaer 6 Ääonate Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe, Bäckermeister Msch'beck 4 Monate Gefängnis und 4000 Mark Geldstrafe und Restaurateur Hunger 50 Mark Geldstrafe. Unwersitäts-Uachrichten. — Ein Erlaß des preußischen Kultusministers bezüglich der Zulassung der Abiturienten von deutschen Realgymnasien und preußischen Oberrealschulen zum Rechtsstudium ist neuerdings den Dekanen der juriiuscherr Fakultäten zugegangen. Bei dieser Zulassung ist der Vorbehalt ge- macht, daß es jenen Studierenden bei eigener Verantwortung überlassen bleibe, sich die sür ein gründliches Verständnis der Quellen des römischen Rechts erforderlichen sprachlichen und sachlichen Vorkenntnisse anderweit anzueignen. Tas Gleiche ist für diejenigen Gymnasialabiturienten bestimmt, deren Reifezeugniß im Lateinischen nicht mindestens das Prädikat „genügend" aufweist. Inzwischen sind bei der Mehrzahl der preußischen und auch bei einzelnen außerpreußischen Universitäten besondere sprachliche Vorkurse eingerichtet worden, welche geeignet sind, jene für ein erfolgreiches Rechtsstudium notwendigen Ergänzurigen der Vorbildung zu vermitteln, nämlich zwei einsemestri'ge Kurse zur sprachlichen Einführung in die Quellen des römischeir Rechts und ein einsemestriger nur für realistisch vorgebildete Studirende der juristik- schen, medizinischen und philosophischen Fakultät bestimrnter Ansän- gerkursus im Griechischen. Der Besuch dieser Vorkurse ist den im ersten Satz bezeichrreten Sludirenden nachdrücklich zu enrpfehlen. — Berlin, 13. Okt. Zwei schwarze Studenten sind soeben an der Universität immatrikuliert worden. Die beiden jungen Neger sind Amerckaner und haben sich hier bei der theologischen Fakultät einschreiben lassen. Der eine Richard R. Wright, der Sohn des Präsidenten des Staatskollegs zu Euthbert in Georgia, ist bereits Baccalaureus der Theologie, der andere, Thomas B. Lillard aus Maryville (Tennessee), Hal zuletzt das Hartford Theological Serniiiary besucht. Die Studierenden erhalten jetzt bei der Immatrikulation. den Vortrag „Wissenschaft uiid Sittlichkeit, ein Wort an die männlick;e Jugend" von Dr. A. Herzen, Professor der Physiologie an der Universität Louisiana. Vorangeschickt ist der kleuien Schrift ein Vorwort uon Prof. D. Adolf Har- nack und Franz Brentano. Arbeiterbewegung. Armentieres, 14. Okt. Die Unruhen dauerten gestern abend bis gegen 9 Uhr. Bei Einbruch der Dämmerung richteten die Ruhestörer aus Einrichtungsstücken, die sie aus den Häusern geraubt hatten, aus Eisendrähten und Pflastersteinen Barrikaden. Ein Fabrikant wurde auf der Straße a n g e f a l l e n und gegen ihn ein Revolverschuß abgefeuert, der jedoch fehl ging. Ein Haus wurde in Brand gesteckt. Die Feuerwehr wurde verhindert, den Brand zu löschen, so daß Soldaten die Löscharbeit übernehmen mußten. Dank des starken Militäraufgebotes trat alsdann wieder Ruhe ein. Die Nacht ist ruhig verlaufen. Militärpatrouillen durchzogen die ganze Nacht hindurch die Straßen und hielten bis heute früh die Ordnung ohne Zwischenfall aufrecht. Um 10 Uhr vormittags versammelten sich die Ausständigen im Volkshause. Als die Aiisständigen die Ver- sammlung verließen, stieß die bewaffnete Macht auf Schwierigkeiten, die Ruhe aufrecht zu erhallen. Tie Menge, die sich wieder nach der Rue Bayard begab, wo gestern die Ruhestörungen stattgefunden hatten, wurde jedoch zerstreut. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berlin, 13. Okt. In der heutigen Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank wurde der Rechnungs-Abschluß für das erste Halbjahr 1903 vorgelegt. Die von der Direktion gemachten Mitteilungen über das Gesamtresultat der Bank im ersten Semester, sowie über den Geschäftsgang seitdem, wurden mit Befriedigung entgegengenommen. Syndikus Carl Michalowsky, Vorstandsmitglied der Deutschen Ueberseeischen Bank August Schulze und die seitherigen Prokuristen Gustav Meisnitzer, William Felz, Georg Kraner und Hugo Schmidt wurden zu stellvertretenden Direktoren bei der Zentrale der Deutschen Bank ernannt. — Vom Geldmarkt. Seit Ende vergangener Woche wird wieder ein leichtes Anziehen am Geldmarkt beobachtet. Der Privatdiskont ist bis 3 6/8 pEt. in die Höhe gegangen und es stellt sich heraus, daß die Geldflüssigkeit der ersten Oktoberwoche zum großen Teil auf der Unterbringung der am Quartalsschlüsse übrig gebliebenen Gelder beruht hat und daß jetzt die natürlichen Verhältnisse des Marktes sich wieder geltend machen. Aus diesem Grunde sind auch die deutschen Anleihen wieder etwas rückgängig. — Englische und deutsche Kousols. Bei uns hat die Regierung gewissermaßen halbamtlich s.Z. Andeutungen fallen lassen, daß sie eventuell, nach Lage der Umstände, wenn sich die Situation noch weiter verschlimmern sollte, in Erwägung ziehen würde, ob, wie und wann sie eingreifen könne, oder auch würde. In England aber soll, wie Wiener Blättern gemeldet wird, die Regierung direkt eingegriffen haben. Es seien ganz bestimmte Anzeichen dafür vorhanden, daß die Bank von England ihre Politik geändert hat und zwar direkt auf Wunsch der Regierung. Man hat das Sinken des Konsolkurses um jeden Preis aufzuhalten gesucht und es ist geglückt. Die Bank hat Gold auf dem offenen Markt gekauft und es ist alles geschehen, um diesen Markt zu stützen. Man kann nicht gerade nachweisen, daß dies direkt durch die Regierung ge- schehen ist, wer es aber behauvtet, .wird kaum dementiert werden. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Samstag, den 17. O k t o b e r 1903. Vorabend 5.15 Uhr. Morgens 9.00 U h r. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärnug. Sabbathausgang 6.10 Uhr. Gottesdienst ber israelitischen Aeligionsgesellschast. Sabbathfeier am 17. Oktober 1903. Freitagabend 5.00 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. Sabbathausgang 6.15 Uhr. Wochengottesdieirst: morgens 7.00 Uhr, abends 5.00 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Oktober 1903. Wetter 14. 14. 15. 225 925 747,4 748,9 743,3 14,8 10,7 9,4 9,3 90 8,1 74 94 92 W. 8. 8. 1 1 2 Bed. Himmel Bew. Himmel ■ • Höchst e Temr >eratur am 1 3. bis 14. Ok tob er 1 4,9 0C. ötiedrigste „ , 13. , 14. 8,8" C. Mchkutliche Wersicht der Todesfälle in der Stadt Ließen. 41. Woche. Vom 4. bis 10. Oktober 1903. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (inkl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitszifser: 25,12, nach Abzug von 6 Ortsfremden: 13,53 °/co. Kinder Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Lungentuberkulose 1 1. Lebensjahr: 2.—Io. Jahr 1 — — Darmkatarrh 2 — 2 — Gehirnapoplexie 1(1) 1(1) — — Herzfehler Anämie 3(2) 3(2) — — KD KD — — Altersschwäche 2 2 — — Gehirnentzündung 1 — — 1 Rerunglückung KD 1(D — — Selbstmord KD 1 (1) — — Summa: 13 (6) 10 (6) 2 1 Jede Mutter, die in Verlegenheit kommt, was sie ihren Kindern kochen soll, mag sich mit großen Buchstaben: Kathreiners Malzkaffee über den Herd schreiben. Das ist in jedem Falle das gesündeste, unschädlichste und angenehmste Getränk für die Kleinen! Besonders mit Milch gekocht nehmen es die Kinder dauernd gern, während reine Milch oft bald widersteht und in vielen Fällen überhaupt nicht gut vertragen wird. 7083 «5 © r» ä o ■*=> H CK «ft 6? co o ■XD p P p p c «st e CD CD CO o CD CO o CD c p- e E E E e :C P E CD E C g a o E Z E E -EL =O CD — «—* afr *■* "5- c N- o CD o U S p <3 CD-w P E «ft PT. C XD _Q C § — o Z P CD 00 c, rH P Z _ «ft uQ E CD E £E- CD' E E -E E CD<£ xC tT7 E 60 - E «ft CD g5: P ° - S) Q -5 •+-» SÄ' «ft K r-- = £ 25 C -P C5 1=■ «2 ED CD C C iE, g L) P e> S E P o C o_ «ft ti E Q . .2 o ? S B uo § E -O E E S .S P g -E *§* «ft a , o Z CD E >b 25 c E p- -wiE- & c g p 8 L - E 3- « E E E «L E- ■e-2 5 p 2 F CD CD C «ft 1 B ° E tl JO CO «« Z K C P " -‘g'.s ‘p’.B ? o 'E -P P >P o CD «ft -E O T~' jQ c C r- E cu o CD.- o 'C P E © = 'S ♦ E § 2 G f-'o S c W p ° ® E o E CD ■i . CD 27 äEQ CD . P E P C o w 'Z _p2.5 -p'>E'>8' p p-.e -p E „p P o E B O — S . . o !-> CD P CDUD' E «OQS®. P--PD CO o o = p 9 VC .•e‘s?s e' o ’S"“ .? V» E E O C JO E E GV 2 :O ? ■§dS' " <- cd vd «2 ^"tO^‘p" _ o E JE cd " Ct E 'S c ZD E E 8 ZHp Q ** CQ© § ° 2 ■s-s p CQ E PO 5 E .2 «ft E P VP g S.-5 CD E Ä "5 od 5 LZ P TO o E yg' P PlE-iS E L g g P CD-^, Z-ZZ ° oj *5 L*r-E p 27 c CD 7" Sa § «ft p .2 CD >o ä 2^0 ’S p «ft «ft c . > JD E E. cDu— -P P f2) o >E''^P PpP, VD CDQL) ö E VD E ixa .2 p MAGGI’5! KWMWMW >i \ b r £12 und 16 Pfg. für 2 getrennte Portionen bezeichne ich als die besten aller heute existierenden Produkte, um augenvucmcy — nur mir J.-X&j Nasser — eine vollständige Fletsch- oder Kraftbrühe von hohem Wohlgeschmack — herzuftellen. 7867 Wilhelm Pfeiffer, Liebigstraße 71, Ecke Ebelstraße. ❖ Echte 05036 7689 Gießen, Oktober 1903. ♦ akademisch geprüfter Zuschneider. ♦ Glücklich ♦ Kolon.-Waren Kolon.-Waren Schulstraße. 7747 merksam. [6357 Emil Fischbach. 7363 Fluß- und Seefische ‘r: 7758 Königswalde in der Neumark, 13. Oktober 1903. 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Wenn der normale Stromverbrauch dieser Motore pp. zusmnmen mindestens 1 Kw. beträgt, dürfen jedoch bis zu 2 Glühlampen von je höchstens 0,25 A. Stromverbrauch zur Beleuchtung de§ Motorenraumes oder des unmittelbar angrenzenden Arbeitsraumes an bie Krastleitung arlgeschlossen werde,l. Der Ort für diese Lampen wird vom Elektrizitätswerk bestimmt. Bei elektrisch belnebenen Musikwerken ist die gleiche Ausnahme auch bei weniger als 1 Kw. Stromverbrauch gestattet, wenn die Einschaltung der Lampen nur gleichzeitig mit der des Motors erfolgen kann. Es wird dies mit dem Ansügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die vorstehende Bestimmung vom 1. Januar 1904 ab auch für die zur Zett schon angeschlossenen Anlagen Gültigkeit erhält. Gießen, den 13. Oktober 1903. 7765 Grollherzognche Bürgermeisterei Gießen. % Mecum. Joh. Heine. Helberger Frankfurt a. M., Vilbelerstrasse 29. VW* Trambahnttnie: Hauptbahnhof-Borrrheiur UBE Betten . 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