Nr. 190 Erscheint täglich außer Sonnlags» Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'schen Untverl.-Buch- u. Steindruckerri (Pietsch Erben) Medaktton, Expedition und Druckereir Schnlstratze 7. ^^Evstes Blatt. 153. Jahrgang Samstag 15. August 1903 ® BezngSpreiSr jf“2?▼ M W monallich75P^ viertel» Gietzener Anzeiger General-Anzeiger SSR i«t*X Mm Xah 1^3101 .GerichtSsaal-. August GStz: iür den An- zeigenteil: Hans Beck. Hommel’s i/uL nluu unju^u Acn|tni» AXtgiiotuae vepnouchien Schwein emarkt auf gefüllt und so eingerichtet, daß er für das Hochwasser nicht mehr erreichbar ist. Otter über den Platz von der Rodheim erstraße nach der Bleiche zm hat man einen schönen, auch bei Regenwetter passierbaren Weg angelegt. — Konrad Rübsamen hat zwischen der Brücke und den Badeanstalten seit Wochen einen Dampfbagger in Betrieb, welcher zum Zwecke der Kiesgewiirnung an desr Entfernung der Inseln in der Lahn arbeitet. Sind erst diese Inseln verschwunden, so wird auch dadurch eine Verbesserung der Hochwasserverhältnisse vor der Lahnbrücke herbeigeführt, weil das Wasser besser hinter der Brücke abfließen kann. ** Der Ve rein der G a st w i r t e von Gießen und Umgegend begeht am 20. d. M. aus Anlaß seines 19. Stiftungsfestes ein Waldfest. Bei dieser Gelegenheit wird dem Besitzer des Windhofes, Chr. Duill, welcher in diesem Jahre strie, Darmstadt, Robert Warschauer n Meyer u. Sohn, Hannover, Baruch rino u. Sichel, Cassel 97.18 Prozent. Warburg, Vorschußverein Marburg, Berlin 98.27 Prozent. Deutsche Bank, )f., Cassel, .Hildesheimer Bank, Hildes- Dislontogesellschaft Frankfurt, L. 3 Prozent, Dresdener Bank-Berlin, Maurern. Plant, Cassel, Hermann Bartels, .Hannover, Menke Eichelberg u. Sohn, Marburg 98.63 Prozent. . als Gastwirt feiert, ein Diplom über- 'Eitig Angestellten des Gastwirtsgewckr- rene Dienste Auszeichnungen, die vom rte gestiftet sind, behändigt werden. -u konzer 1 findet morgen, Sonn^ der Südanlage mit folgendem Pro- iser-Ouverture von Voigt; 2. Glüh- 1 Vincke; 3. Kuß-Walzer von Strauß; enzi von Magnow. n, 15. Aug. Unser Kirchweihfest, Jahre schon im Monat Juli gefeiert 'der aus die altgewohnte Zeit, Mitte »rden. Großartig sind auch diesmal er Teilnehmerinnen beträgt 9; der )chen. Tie Teilnehmerinnen erhalten 'ion. Schulrat Buß zu Büdingen er- 7, 14. Aug. Nicht der Firma C. List der Großherzog eine Bestellung auf 7 osiola" aufgegeben, sondern der 3. Aug. Bei der Submission auf >z en tiger Marburger Stadt- de Geböte abgegeben worden: Bank tretende Milch stamme, während sie zum Teil nur — sozusagen — Reiz- oder Lösungsmittel sind, durch welche Vorräte aus dem Organismus zur Milchhereitung gewonnen werden. Gewiß haben sie dadurch- einen hohen wirtschaftlichen Wert, aber sie erschöpfen, wenn ihr Gehalt ein der Milchproduktion sonst nicht entsprechender ist, den Organismus an seinen Reservestoffen, nach deren Konsumtion die Abnahme der Produktion nicht ausbleiben kann. Erkennung der Bodenart ans dem Unkraut. An den aus Feld und Flur von selbst wachsenden Pflanzen kann man schon aus der Ferne unterscheiden, mit welchen Bodenarten man es zu tmi hat, und zwar ohne daß man den Boden vorerst näher gesehen oder untersucht hat. Je massenhafter z. B. der Rettichhederich auftritt, je häufiger er aus den Feldern unter den Kulturpflanzen vov- kommt, desto sicherer ist anzunehmen, daß wir es da mit einem vorherrschend sandigen oder sandigem Lehmboden zu tun haben. Es giebt aber noch mehr Unkräuter und Pflanzen, die den Sandboden oder den besseren sandhaltigen Lehmboden kennzeichnen. So sieht man schon aus weiter Ferne die lebhaft braun schimmernden Blütenstengel des kleinen Sauerampfers, namentlich auf solchen Feldern, wo er dem angesäeten Klee den Rang streitig macht, oder auf ungepflügten Brachfeldern. Unsere Kleearten sind meist kalk- und kalibedürstige Pflanzen, gehören deshalb zu den Kalkpflanzen. Dagegen besitzen wir eine Kleeart, den sog. Katzenklee, kenntlich an seinen kleinen, länglichen, rötlich- grauen, sehr weich und samtartig an^ufühlenden Blütenköpfen, der auf abgeernteten Sandfeldern, namentlich in feuchten Sommern, häufig erscheint. Er gehört zu den Sandpslanzen. Ebenso der kleine Ackerspörgel. Endlich sei noch die allbekannte blau blühende Kornblume erwähnt. Von den zu den Kalkpslanzen gehörigen Unkräutern, die dort, wo sie massenhaft auf unseren Feldern wachsen, deren Gehalt an Kalk anzeigen, ist ein weitverbreitetes Unkraut der unter dem Namen gelber Hederich bekannte; Ackersenf, Bauernsenf, auch Senshederich genannt. Ueberall, wo wir ihn finden, ist der Boden mehr oder weniger kalkhaltig. Andere Kalk anzeigende Pflanzen sind: das Feuerröschen, auch Teufelsauge genannt. Dasselbe kennzeichnet besonders die mageren Mergel- und Tonmergelbööen und kommt am häufigsten als Unkraut in den Winterfrüchten vor. Ferner die Kronenwicke mit ihrem weißroten Blüten- büschel. Die Pflanze schmeckt unangenehm bitter und schädlich. Häufiger kommt auf kalkhaltigem Boden die haarlose, grauhaarige und glatte Hastdolde vor. Auf kalkhaltigen Tonböden findet man den großblättrigen Huflattich, den Rittersporn und den Hahnenfuß. — Mageren Boden ohne Rücksicht ans die Bodenart zeigt die Hungerblume an, die gewöhnliche Wolfsmilch, die Hungertrespe usw. Von Wiesenpslanzen sind zunächst diejenigen zu erwähnen, die ohne Rücksicht auf die Güte des Bodens Nässe anzeigen. Es sind das vor allem die Binsen und Riedgräser, die sehr leicht kenntlich sind, weil sie alle keine fuotigen Halme haben; sie vertragen und lieben den feuchten Standort. Neben diesen sind es noch eine Masse anderer Pflanzen, zum Teil giftige, die Nässe im Boden anzeigen, z. B. das Läusekraut, der Sumpshahnenfuß, der Wasserschierling und andere. Als Heilpflanzen findet man dagegen den Sumpfenzian und den Fieberllee. Mehr auf quelligem Terrain und an Bachusern findet man die gelbe Kuhblume (Schmalz- oder Butterblume). Gute Wiesen mit entsprechendem Kalkgehalt verraten die aus solchen üppig gedeihenden Kleearten und Wickpslanzen. Die Herbstzeitlose ist zwar kein besonderer Bodenanzeiger, aber sie ist weder aus zu nassen noch auf zu trockenen Bodenarten zu finden. Auf trockenen Wiesenplätzen findet man besonders den Wiesen- salbei mit seinem dunkelblauen Blutenkolben, die Sand- lnzerne mit ihren gelben Blütenköpfen, ferner die Günzel mit hellblauen, ins weiße oder rötliche schimmernden Dlumenkolben, das Fingerkraut mit den erdbeerähnlichen sekretion. Das vor kurzer Zeit geborene junge Tier, welches naturgemäß unfähig rst, sich seine Nahrung selbst zu verschaffen und an die Ernährung durch der Mutter eigentümliche Stoffe aus der hinter seiner Geburt zurückliegenden Zeit gewöhnt ist, verlangt oie Muttermilch und deren Abgabe in gleich>er Weise. Die Wünsche von Mutter und Kind begegnen sich also in dem Akte des Säugens. Das letztere übt nun durch die instinktive Art, wie das Junge mit dem Kopf das Euter inassiert und durch die Zun^e die Milch nach den Aussührungsgängen zieht, einen die Absonderung direkt fördernden Einfluß aus, und das straff gefüllte Euter, dem ebenso instinktiv das Material zur Milchbildung vom mütterlichen Organismus zugesührt wird, ist für den die Ausscheidung erleichternden Einfluß dankbar. Fehlt derselbe, dann ist die Drüse gezwungen, ihre Produkte von selbst ausfließen zu lassen. Die Milchabsonderung gehorcht also einem von innen kommenden Druck und einem von außen wirkenden Zuge, den das säugende Tier oder der melkende Mensch ausübt. Bei der absondernden Tätigkeit der Milchkuh, soweit sie nach der Entfernung des Kalbes in Funktion tritt, spielen nun diese beiden entgegengesetzt gearteten, aber in demselben Sinne wirkenden Kräfte eine bedeutsame Rolle, je nachdem die Intensität der einen die der anderen übertrifft. Es ist bekannt, daß das Melken eine Kunst ist, die nicht allgemein gut verstanden wird. Die Stetigkeit des Ziehens, die Vermeidung jeder schmerzerregenden Zerrung, die Kraft des Zuges, vor allem aber die Gründlichkeit der Milchentziehung sind so wichtige Mittel, den Milcheritrag der Kuh nt steigern, daß es in der Regel keine diese Kunst anerkennende Lohnerhöhung gibt, die sich dabei nicht bezahlt machte. Der dänische Tierarzt Hegelund hat eine Methode des Melkens erfunden, derzufolge bei geschickter Handhabung 2—3 Liter Milch täglich pro Kuh mehr als sonst gewonnen werden sollen. Es liegt nun aus der Hand, daß einer derartig gesteigerten Entziehung eine gesteigerte Stoffwanderung nach dem Euter entsprechen muß. Gibt das regelmäßig dem Tier dargebotene Futter und die aus ihm stammenden in der Blutbahn zirkulierenden, leicht zu gewinnenden Stoffe hierfür ein genügendes Material nicht, dann wird der Be^ darf an Milchbildungsstcfssen zurückgreifen auf die im Körper abgelagerten Reservestoffe. Ein kräftiges Melkejn ohne genügend reichliche Ernährung wird zur Abmagerung der Kuh führen. Andererseits kann eine Ernährung, welcher eine Milchabsonderung nicht entspricht, weil das Melken nicht gehörig oder erfolglos gehandhabt wird, den Charakter eines Druckes annehmen, welcher gegenüber dem milchentziehenden Zuge prävaliert. Es ergeben sich hieraus die bekannten Stoppungen oder Anschoppungen int Euter, welche zu krankhaften Erscheinungen führen, oder wenn auch derartige Abnormitäten nicht Vorkommen, doch wenigstens die Milchproduktion nicht zunr möglichen Mgximum gelangen lassen, die Rentabilität also beeinträchtigen. Die nicht in Milch umwandelbaren Stoffe nehmen einen anderen Lauf oder lagern sich an anderer Stelle ab. Die Mhe werden fett. Die Verzögerung der Milchbildung oder die einem Rückstau gleichenden Einflüsse aus die Milchdrüse brauchen nun aber ebensowenig in dem mangelhaften Zuge nach außen wie in der unzureichenden oder erschwerten Zufuhr von innen ihre alleinigen Nrsachen zu haben. Auch die Art und Weise, wie im -Euter die Stollwechsel-Vorgänge erfolgen, die Energie und die Zeitdauer der Milchbildung können im entgegengesetzten Sinne ebenso gut bestimmend sein. Wir sehen von gewissen Futtermitteln, sobald sie andere an sich gehaltreichere ersetzen, nicht eine!n die Milch^- sekretion störenden, sondern vielmehr einen sie störenden Reiz ausgehen. Daß in dieser Beziehung die ensilierteU säurehaltigen Futterstoffe, vor allem jedoch die meisten Grünfutterpflanzen ganz besonders kräftig einwirken, ist bekannt. Diese Stoffe, bezw. gewisse Bestandteile demselben, scheinen den Prozeß der Milchsekretion zu beschleunigen, die im Blute disponible Milch bildenden Körper schnell nach dem Euter gelangen zu lassen, dort den Zerfall der Zellen in Milch zu befördern und sie abzuhalten, im Körper eine andere Verwendung sich zu suchen; ja sie scheinen sogar die Zufuhr aus dem Lager der reservierten Materialien, auch ohne äußere Veranlassung, lediglich durch die Steigerung der Milchbildung im Innern der Drüse, zu erzwingen. Solche Stoffe kommen infolgedessen in den Ruf, spezifische Milchbildner zu sein: sie erwecken den Anschein, als ob aus ihnen selbst die in größerer Menge nach außen Staaten, in denen'Schwurgerichte, aber keine Schöffengerichte bestehen, während wieder andere Staaten sowohl Schwurgerichte als auch Schöffengerichte kennen. _ Diesem Zustande wurde durch das Gerichtsverfassungsgesetz vom 27. Januar 1877 ein Ende gemacht. Tas heute geltende deutsche Recht kennt sowohl Schwurgerichte wie Schöffengerichte. Tie Begründung zu dem Entwurf des Gerichtsverfassungsgesetzes stellte sich auf den Standpunkt, daß die Frage, ob zu der Rechtsprechung in Straflachen Laien- >!lemente heranzuziehen seien oder ob eine ausschließlich durch Juristen erfolgende Rechtsprechung den Vorzug verdiene, als in ersterem Sinne erledigt angesehen werden fginne. Sie erkennt aber an, daß es streitig sein kann, in welcher Form und in welchem Umfang die Mitwirkung des Laieneleinents bei den Strafgerichten der verschiedenen ryg AMTLICH GLXnZEND BEGUTACHTET: USALUTARIS® TOILETTE-FETT-SEIFE Unübertroffen für fiaut- u tcsntpfleaet Rein, mild, sparsam. C. Naumann, Seifen-u. Parfönwiefabrik, Offenbach a.M. Blättern und gelben Blüten u. a. m. Torf- und Moorboden werden gekennzeichnet durch das Vorkommen der Torf- oder Wollblume mit ihren weithin sichtbaren und schneeweiß schimmernden wolligen oder seiden- haarigen Büscheln, welche nach der Blüte erscheinen, der gelben Trollblume, der Riedgräser u. a. in. Warnung vor Fälschung IVaJaf in noch Pulverform noch mit Kakao Ivütlvl gemischt, sondern nur in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist | Haematogen echt. 92 MeßbuchwZtMM i>es Kreises Gießen Wir weisen wiederholt darauf hin, daß unser 32 werden in unserer Geschäftsstelle und durch unsere Zcitungsträger entgegen genommen. Urek-AdrE und der sämtlichen Lan Bestellungen auf daS Adreßbuch zum Vorzugspreise von Hit Bekanntmac Am 17., 20. und 21. d. Mts. werde Hospital das dort befindliche Niobiliar (- Stuhle usw.), Haus- und Küchengeräte, K Kinderzeug, BeNwerk, Reinigungsmittel dielend veri'reigert. Gießen, den 10. August 1903. Die Armen-Depulalion der C Eurschmann. Nttlilögevs-Silün; pro 31. Aktiva.