Zweites Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch IS. Juli 1903 W Metzener Anzeiger General-Anzeiger 99 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezngspreis monatlich 75 Pi., viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole» u. BroeiglieUen nwnatltd) 65 Pl.; durch die Poft Mk.2.—vienel- jährl. auSjchU Beftellg. Annahme von Anzeigen ür die i-agetinumnier ji5 pormttiag» 10 Uhr. ^eilenpTtt»; total ILM, auswärts 20 Ptg. Brraatworlitch lür den poltt und aUgerru Teil P. Wtttto, für , Stadt und iLandE and -lAerrchrsjaalE: Auaust Götz, für den An» fletgenteil: $>an« Beck. Nr. 163 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Zamtiien- dlätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck a. Verlag bei Brühl 'schon Urlivers-'Buch» u. Stein» dructerei (Pietsch Erben) Redaktion. Grpedittoa und Druckerei: Schnlstratze 7« Adresse für Depeschen! «uzetger Gtetzeu. FkmlprkchanlchlußNr. 51. JHe Heutige Kummer umfaßt 10 Selten. Volilische Tagesschau. Zur Fahrt des Kaisers nach Oesterreich. Der Herbstaufenthalt Kaiser Wilhelms in Wien wird sich anscheinend höchst glanzvoll gestalten. In der H-osburg ist man bereits jetzt mit den Empfangsvorberell- ungen beschäftigt, und was die „Neue Freie Presst von dem in Aussicht genommenen Empfang zu erzählen weiß, läßt die Freude des greisen Kaisers Franz Joses über den Besuch seines Verbündeten erkennen. Vielleicht ist aber noch bemerkenswerter, was nicht in dem Programm steht: es Kdort Ungarn. Die Stadt Budapest wird also den schen Kaiser, dem sie im Winter 1896 eine begeisterte Ausnahme bereitete, bei dieser Gelegenheit nicht in ihren Mauern sehen, obgleich die ungarischen Magnaten damals dem Wunsch stürmisch Ausdruck gaben, den Kaiser bald wieder in der Hauptstadt Ungarns begrüßen zu können. In den letzten sieben Jahren hat sich indessen mancherlei geändert, nicht auf deutscher, wohl aber aus ungarischer Seite. Es ist dort ein Chauvinismus gezüchtet worden, der den östreichischen Staatsmännern, nicht zulc^t dem von Gerechtigkeit erfüllten Herrscher selbst, argen Verdruß bereitete, und die es vor allem abgesehen hat aus die Unterdrückung der deutschen Sprache und die Ausrottung deutschen Wesens. Kaiser Wilhelm dürfte, wenn nicht durch die Darlegung der Tagespresse, so aus den Jahresberichten des Allgemeinen deutschen Schulvereins zur Erhaltung des Deutschtums im Auslande, von diesen Vorgängen Kenntnis genommen haben. Schwerlich mit Behagen. Sollte er also in der Tat auf einen erneuten Besuch Ungarns verzichten, so kann das dem deutschen Empfinden nur zur Genugtuung gereichen, umsomehr, als Graf Bülow im Reichstag es ablehnte, durch die Organe des Auswärtigen Amtes Vorstellungen in Budapest zu erheben. Der in Ungarn immer trotziger das Haupt erhebende politische Radikalismus hält übrigens auch Kaiser Franz Josef der Hauptstadt dieses Kronlandes fern. Herr v. Tirpitz und Herr Hollman«. Man schreibt uns aus Berlin, 14. Juli: Marinestaatssekretär v. Lirpitz weilt wieder im Schwarzwald, in St. Blasien, wo er seinerzeit, unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Ostasien marinepolitischen Studien für das Flottengesetz sich hingab. Da die Begründung der Kreuzervorlage bereits vorbereitet ist, ist der Gedanke an das vom verflossenen Reichstag ab gelehnte neue Dienst- aebäude für das Reichsmarineamt wohl der einzige, der Herrn v. Tirpitz jetzt in seiner Muße von Amtswegen beschäftigen könnte. Es gibt Leute, die da meinen, Herr von Tirpitz werde in diesem neuen Gebäude nicht mehr seiner Tätigkeit nachgehen. Die Kombination ist einigermaßen wohlfeil, denn es werden Jahre ins Land gehen, ehe das neue Dienstgebäude für das Marineamt fertiggestelll ist, und bis dahin können in Herrn v. Tirpitz wie in jedem anderen Mitgliede der Regierung „Gesundhellsrücksichten" auftauchen. Fest stehe jedenfalls, daß Admiral Hollmann, in dem viele ob seiner vertrauten Beziehungen zum Kaiser — „Babel-Bibel-Brief" — den kommenden oder richtiger den wiederkommenden Marinestaatssekretär sehen, nicht im neuen Dienstgebäude amtieren wird. Es kann mit aller Bestimmtheit versichert werden, daß Hollmann der Rückkehr in ein Staatssekretariat oder Ministerium grundsätzlich abgeneigt ist. (£r hat dies auch dem Kaiser zu erkennen gegeben, als ihm seinerzeit das Portefeuille der Reichspostverwaltung angeboten wurde. Rußland als „Störenfried". Man schreibt uns ferner aus Berlin, 14. Juli: England will den Krieg. Zwar nicht im eigenen Lande, auch nicht in seinen Kolonien, sondern in Ostasien. Wäre die Sache nicht bitter ernst: die krampfhaften Bemühungen der der englischen Negierung nahestehenden Blätter, die politische Lage im fernen Osten als äußerst gefährlich hinzustellen, könnten Ergötzen erregen. Natürlich ist Rußland der friedenstörende Bösewicht. Japan und die Vereinigten Staaten haben von dieser Seite angeblich das Schlimmste zu gewärtigen, und wenn sie sich nicht alsbald aufraffen und mit gezogenem Schwerte den Russen gegen- übertreten, dann ist es mit ihrem politischen Einfluß in Ostasien ein für alle mal vorbei. Sie sind von dem uneigennützigen, nur auf das Wohl seiner Freunde bedachten England rechtzeitig gewarnt worden. Der feine Spott ist verdient, mit dem die deutsche Regierung mehr andeutungs- als ausdrucksweise zu den Alarmnachrichten der englischen Blätter Stellung nimmt, und zwar durch die offiziöse ,Nordd. Allg.Ztg.". Diese gibt z. B. heute eine ruffische und eine englische Schilderung der Lage in Ostasien in unmittelbarer Aufeinanderfolge wieder — sie stehen natürlich im vollkommenen Gegensatz — und bemerkt trocken: »Es lvird sich zeigen, welche Auffassung der Wirklichkeit besser entspricht." Der russische Kriegsminister hat von Port Arthur aus die Heimreise angetreten. Damit ist genug gesagt. Die deutsche Regierung neigt in dieser Frage zweifellos der Ansicht Rußlands zu; sie ist überzeugt, daß General Nuropattein die Situation nicht für kritisch hält, und daß Rußland nicht daran denkt, auf einen offenen Konflikt in Ostasien. hinzuarbeiten. England kann durch das Gebühren seiner Presse leicht zum Spott den Schaden davontragen, ; indem es der japanischen und amerikanischen Negierung Anlaß zu Mißtrauen gibt. Die Dergröberuag der politische« Kampfesweise. Es ist eine zwar bedauerliche, aber unbestreitbare Dcll- sache, daß die Form und der Ton der Wahlkämpfe von Wahl zu Wahl sich ganz wesentlich verschlechtert hat und zwar zeigt sich diese Erscheinung gleichmäßig bei allen extremen Parteien. Die Offenbacher Vorgänge sind ja bekannt. Der Fall, daß Bündler gegnerische Agitatoren oder Vertrauensmänner mißhandelt haben, wie in dem früheren Wahlkreise des Dr. Derlei, ist nicht vereinzelt geblieben. Aus einer Reihe von Wahlkreisen worden ganze Akte unerhörter Roheit gemeldet; sozialdemokratische Zettelverteller wurden mll Hunden aus den Orten bezw. den Gutshösen gehetzt, mit Schimpsworten wie Lumpen, Schufte regaliert, Steine auf sie geworfen und noch Schlimmeres ü^nen angedroht. Um die abhängigen Existenzen einzuschüchtern, wurde kein Mittel des Terrorismus unversucht gelassen. Aus . der Gegend von Lübeck verzeichnet der „Nordd. Cour." folgenden charakteristischen Fall: Am 16. Juni wurden im Gute Futterkamp bei Lütjenburg für den sozialdemokratischen Kandidaten Weinheber 26 Stimmen abgegeben. Jnsolgedesj^n beschloß der Rittergutsbesitzer von Platen-Hallermünd-Weißeuhaus-Futter- kamp Vergeltung zu üben: Ec ließ sämtliche Jnsten-Ein- wohner mll so vcelem Land, da, fte eine Kuh daraus halten können — dahin verständigen, daß vom 1. Mai 1904 an ihnen das Land genommen würde, sie also ihre Kuh bis dahin veräußern müßten. Wie die Bauernbündler in Bayern am Wahltage in Aktion traten, zeigt folgende Schllderung der klerikalen „Köln. Vollsztg.": Im Larwauer Bezirk, wo der Bündlerkandidat Mitter- maier wohnt, hatten an manchen Orten handfeste Bündler die zum Wahllokal führenden Wege besetzt. Nahte sich ein Zentrumsverdächtiger, dann wurde er einer Leibes-Visitation unterworfen, ihm der Zentrumszettel genommen und durch den allein wahren Bündier- zettel ersetzt. Die Verfolgung erstreckte sich im Dauerlauf hier und da bis ins Wahllokal. Weniger bekannt dürfte es sein, daß ihr Wahlrecht ausübende Zentrumsleute verhöhnt und fast boykottiert wurden, was manche am Stichwahltage von der Urne f ernt) leit Mll welchen Mitteln von der Kanzel für die Zen- trumskaudidaten gearbeitet worden ist, zeigt die bauernbündlerische „Nene Bayer. Landesztg." an folgenden zwei Fällen: Mehrere achtbare katholische Bürger der zum größten Teil bauernbündlerischen Gemeinde Eßleben äußern in einer Zuschrift an die Redaktion ihre Entrüstung über eine Predigt, welche der Pfarrer Altheimer von Obergleichfeld am Peter- und Paulstage hielt. Der Zentrums- Pfarrer sprach u. a. von der „schlechten Gemeinde Eßleben" und schimpfte über die in Egleben viel gelesene „Landes- Leitung", durch welche Erwachsene und Kinder, ja sogar Die Kinder im Mutterleibe verdorben würden. Am gleichen Tage hat in Rupprechtshausen der P. Boni- sazius vom Ktoper Fährbrück in seiner Predigt ebenfalls die Bauernbündler heruntergevutzt, weil sie sich von „gewissenlosen Menschen", die sich ihrer seinen Bildung und Religiosität bei jeder Gelegenbell rüümen, aber keine Svur davon haben, und die Geistlichen bet jeder Gelegenheit verleumden, irre führen ließen. Zu den schlimmsten Ausschreitungen gehört Wohl, was, nach dem Bericht der ,^Leipz. Volksztg.", dem sozialdemokratischen Vertrauensmann für den Wahlkreis Düren-Jülich widersahren ist. Bei einer Agitationstour entging er nur mit Not dem Geschick, von fanatischen Zentrumsanhängem in ein en Teich geworfen undertränktzu weroen. Wahlziffern. Nach den amtlichen Wahlergebniffen verteilen sich die Parteien mit ihren Wahlstimmen auf die einzelnen Staaten wie folgt: Sozialdemokraten: Preußen 1664 006, Bayern 213 506, Sachsen 441 764, Württemberg 99 743, Baden 72 300, Hessen 69 130, Mecklenburg 56 144, Oldenburg re. 62199, Thüringische Staaten 142 674, Hansestädte 136 343, Elsaß-Lothringen 68 294, zusammen 3 025 103. Zentrum: Preußen 1128835, Bayern 422642, Sachfen 4786, Württemberg 89978, Baden 134 158, Hessen 3316 3, Mecklenburg 0, Oldenburg rc. 16 032, Thüringen 1535, Hansestädte 2544, Elsaß-Lothringen 20034, zusammen 1853 707. Konservative: Preußen 750 441, Bayern 18375, Sachsen 81014, Württemberg 13 958, Baden und Hessen 0, Mecklenburg 39 219, Oldenburg rc. 0, Thüringen 6707, Hansestädte und Elsaß-Lothringen 0, zusammen 909 714. Nationalliberale: Preußen 648 040, Bayern 154 574, Sachsen 110 857, Württemberg 61403, Baden 103530, Hessen 6886 5, beide Mecklenburg 67 04, Oldenburg rc. 8579, Thüringen 60 588, Hansestädte 3362, Elsaß- Lothringen 16 891, zusammen 1 243 393. Freisinnige Volkspartei: Preußen 385 972, Bayern 32 545, Sachsen 25 935, Baden 1329, Hessen 9 7 48, Mecklenburg 7325, Oldenburg rc. 18 073, Thüringen 21763, Hansestädte 20 815, zusammen 523 505. Reichspartei: Preußen 264 633, Mecklenburg 7496, Thüringen 2716, Eltaß-Lothringen 7709, zusammen 282 454. Freisinnige Vereinigung: Preußen 132873, Sachsen 2590, Mecklenburg 21650, Oldenburg rc. 5788, Thüringen 36 853, Hansestädte 23 993, Elsaß-Lothringen 17 869, zusammen 241116. Antisemiten: Preußen 125103, Bayern 3594, Sachsen 77963, Hessen 105 9 5, Oldenburg rc. 9842, Thüringen 14 548, Hansestädte 2942, zusammen 244 587. Mittelstandskandidaten: Preußen: 26809. Chrisi- lichsoziale: Preußen 23115. Nationalsoziale: Pre'.i- ßen 11 262, Sachsen 1770, Württemberg 102, Oldenburg:c. 5534, Thüringen 5304, Hansestädte 3362, zusammen 27 343. Welsen: Hannover 90010, Braunschweig 4141, Hamburg- Land 63, zusammen 94 214. Bauernbund: Bayern 98197, Württemberg 19130, zusammen 117 327. Bund der Landwirte: Preußen 52 647, Bayern 18 287, Württemberg 15 817, Baden 10266, Hessen 2529, Oldenburg rc. 12211, Thüringen 2283, Hansestädte 310, zusammen 114 350. Wildliberale: Preußen 12 332, Bayern 10625, Sachsen 3333, Oldenburg rc. 24514, Hansestädte 36 618, Elsaß-Lothringen 15 552, zusammen 102 974. Deutsche Volkspartei: Preußen 9129, Bayern 5885, Württemberg 62 609, Baden 7815, Elsaß-Lothringen 9166, zusammen 93 804. Bei der Hauptwahl im Jahre 1903 waren im Ganzen 12 490 660 Wahlberechtigte vorhanden (1898: 11441094). Abgegeben wurden insgesamt 9 495 952 gültige Stimmen (1898: 7 752 693). Die Zahl der Wahlberechtigten hat sich um 1049 566 vermehrt, dagegen ist die Zahl der abgegebenen Stimmen um 1743 259 gestiegen. Die Wahlbeteiligung übersteigt also die natürliche Zunahme der Wahlberechtigten um fast 700000 Stimmen. Falsche Nechenexnnpel. Die Reichsregierung beschäftigt sich jetzt post feetnm mit Betrachtungen darüber, wie schön alles hätte werden können, wenn nur überall die bürgerlichen Wähler einig wie ein Mann zusammen gegen die Sozialdemokratie gestanden hätten. Nicht gewachsen wäre die Sozialdemokratie, nein, sie läge jetzt kläglich zerschmettert am Boden. Die offiziöse ,Nordd. Ztg." stellt jetzt folgendes intereffante Rechenexempel an: Im Wahlkreise Randow-Greifenhagen z. B. siegte der Sozialdemokrat mit einem Vorsprung von 148 Stimmen, während 10 600 Wahlberechtigte der Urne fernblieben. Im Wahlkreise Gotha betrug die Mehrheit des Sozialdemokraten nur 65 Stimmen. Dort beteiligten sich 6300 Wahlberechtigte nicht an der Wahl. In Rostock- Doberan stehen der Mehrheit von 548 Stimmen für den Sozialdemokraten 4000 Wahlberechtigte gegenüber, die nicht gewählt haben; in Darmstadt-Groß-Geran betrug die sozialdemokratische Mehrheit 743 Stimmen bei 7100 Wahlenthaltungen, in Braunschweig 1611 Stimmen bei 10 700 Wahlenthaltungen, in Elberield-Barmen 1256 Stimmen bei 11 500 Waylemhaltungen, in Breslau-West 2535 Stimmen bei 13 000 Wahlenthaltungen, in West- Havelland nur 99 Stimmen bei 4000 Wahlenthaltungen. In Zittau siegte der Sozialdemokrat im ersten Wahlgange mit einer Mehrheit von 228 Stimmen, während 4500 Wähler den Urnen iem- blieben; in Plauen betrug die sozialdemokratische Mehrheit 1047 Stimmen bei 9200 Stimmenthaltungen. In München L. haben rund 39 000 Wahlberechtigte nicht gewählt: dort siegte der Sozialdemokrat im ersten Wahlgange mit einem Mehr von 9000 Stimmen. . . . In allen diesen Wahlkreisen hätte eine regere Beteiligung der bürgerlichen Parteien zunächst Stichivahlen zuwege bringen können und bet einem geschlossenen Vorgehen gegenüber der Sozialdemokratie die 9heberlage der letzteren im zweiten Wahlgange. An 20 Wahlkreise hätten der Sozialdemokratie aus diese Weise abgenommen werden können. Rechnen wir dazu die 24 Wahlkreise, die dank der Lässigkeit und Uneinigkeit der bürgerlichen Parteien der Sozialdemokratie bei den Stichwahlen zugesallen stitd, so wäre die sozialdemokratische Fraktion im neuen Reichstage nicht in Stärke von 81 Mann, sondern nur mit 37 Mann erschienen/ Die Rechnung hinkt! Die Wahlbeteiligung ist diesmal wie bei uns im Wahlkreise Gießen, fast allenthalben im Reiche viel größer gewesen als bei früheren Wahlen. Auf die bürgerlichen Kreise kommt dabei wie bei uns so im Reiche ein sehr erheblicher Anteil. Zwar ist keineswegs zu leugnen, daß noch regeres Interesse so manches Wahlergebnis von Grund aus geändert hätte, und daß der größere Teil dir Wahlsäumigen im bürgerlichen Lager zu suchen ist. Nichts desto weniger haben die Stichwahlen an verschiedenen Orten bewiesen, daß auch die Sozialdemokratie noch Wahlsäumige aufweist und es deshalb unrichtig ist, wenn das reichS- ossiziöse Blatt alle Wahlsäumigen einfach den bürgerlicheu Parteien zuweist. Deutsches Reich. Berlin, 14. Juli, lieber den bisherigen Verlauf der Nordlandsreise des Kaisers wird aus Bergen (Norwegen) telegraphiert: Die Jacht „Hohenzollern" trat am 11. Juli morgens 8 Uhr von Swinemünde die Reise nach Norwegen an und passierte bei schönem Wetter nachmittags den Sund. Den Salut für die dänische Flagge gab der begleitende Kreuzer „Nymphe" ab. Die Erwiderung, erfolgte von dem dänischen Fort. NackM wurde in der Bucht von Skagen geankert. Am 12. morgens wurde die Fahrt fortgesetzt. Abends gegen 10 Uhr warf die „Hohen- zollern" an der norwegischen Küste vor Kvpervik Anker und ging am 13. Juli morgens nach Bergen Weller, das gegen 2 Uhr nachmittags unter dem Salut der Forts er reicht wurde. Das Wetter war bis zum 12. Juli abcirds schön, wurde dann aber kalt und regnerisch. — Eine angebliche Acußcrung des Kaisers wird von der sozialdemokratischen „'..iinchener Post" verbreitet. Danach soll sich der Kaiser nach dem Frühstücke, das er in Hamburg bei dem dortigen Gesandten v. Tfchirjchky und Bögendorff einnahm, zu seinem Gastgeber folgendermaßen geäußert haben: „D i e s o z i a l d e m o k r a t i s ch e Ba n d e lajet Uesküb schon angefangen. L. U. können. Neuen Saalbau versuchen, das Orchester in nächster Zeit wieder zu einem Gastspiel zu gewinnen, dem, ivenn dieser Versuch gelingt, hoffentlich der dem gefeierten Orchester angemessene Besuch nicht fehlen wird. Das Orchester begibt sich von hier zunächst nach Frankfurt, um dort im gends hat er bezahlt. In Frankfurt wurde ihm, wie mitgeteilt, kürzlich die Rennkasse gepfändet. Mainz, 14. Juli. Der Tüncher Büchner, der bei ralogie, Dr. Reinhard Brauns, wurde zum Rektor der Landes Universität für die Zeit vom 1. Oktober 1903 bis 30. September 1904 ernannt. ** Geh. Kirchenrat Prof. D. Kattenbusch hat sich entschlossen, dem Rufe an die Universität Göttingen Folge zu leisten, doch ist noch nicht entschieden, ob er schon zum Wintersemester oder erst zum 1. April nächsten Jahres Gießen Palmengarten zu konzertieren. *♦ Die Radaumacher, die, wie wir gestern in unserer Notiz „Krieg im Frieden" mitteilten, die Leute im Schlafe störten, sind von derPolizei ermittelt und zur Anzeige gebracht worden. ** Diebstahl. Der Haus- und Fahrbursche eines gestern abend im neuen Saalbau ein Konzert gab, hat nur ganz unzureichenden Besuch gesunden, da das Gießener Pubseiner Mutter in der Bahnhofstraße 7 wohnt, stürzte sich heute morgen vor 6 Uhr vom dritten Stock seiner Wohnung in den Hoi hinab und wurde tot vom Platze getragen. Der Aer Ialjlcsvcncht der Hrotzy. Kundetskammek Kietzen. VI. verlassen wird. »* Das Berliner Tonkünstler-Orchester, das wählt. m. Selters, 13. Juli. Mit der Errichtung eines Bades hier scheint es doch ernst zu werden. An dem er- bohrten Brunnen, der große Mengen Salzwasser auswirst und 4—5 Meter hoch springt, wird rüstig weiter gebohrt. Alan hofft durch eine tiefere Bohrung eine größere Wärme der Soole zu erlangen. Gestern waren auch Herren von Darmstadt hier und haben in der Nähe ungefähr 60 Morgen ^Land erworben. Sie haben es nut 800 bis 1400 Mk. pro Kamm erbe sch luß veranlaßte. o , 3 o Belgrad, 14. Juli. Der Mazor Lukas Lazare w i t s ch, einer der Hauptverschwörer, wurde der den letzten Beförderungen über seh en, weshalb er mit seinem Entlasjungsgejuch drohte. Daraufhin wurde er noch am Abend zum O b e r st l e u t n a n t b e j ö r d e r t. Die Blätter greisen den Kriegsminister heftig an. Konstantinopel, 14. Juli. Der Sultan befahl, der Wiedereröffnung der bulgaxischen Kirchen und Schulen keine Hindernisse mehr zsu bereiten. Ferner ollen saft alle wegen Teilnahme an den Unruhen verhafteten Bulgaren unter der Bedingung sreigelajsen werden, daß sie auf das Evangelium schwören, zukünftig treue Untertanen des Sultans zu sein. Hiermit ist in Wi- Drogen- und Farbwarenhandel. a) Großhaude l. jcaäj dem Berichte einer Firma in Gießen waren zwar im vergangenen Jahre der Verbrauch und der Absa tz in Drogen mit) Färb waren größer als im Vorjahre, doch hielt der Verdienst nicht gleichen Schritt mit Aus Stadt und Kund. Gießen, den 15. Juli 1903. Der ordentliche Professor der Mine- essante Enthüllungen als Beitrag zur Revision be51 Dreyfusprozesses. Außer durch Esterhazy seien Schriftstücke und Bordereaus von einem Offizier der Artillerie schule in Fontainebleau an Deuts ch land geliefert worden, dessen Namen die Redaktion kennt; sie bezeichnet ihn mit „Ft.". Wessel denunzierte diesen Osfi- zier 1896 den Generalstabsossizieren Lauth und Junk, die 1897 behaupteten, die Untersuchung gegen „Ft." sei ergebnislos geblieben. Wessel bekräftigte abermals, daß die falschen Aussagen Czernuschis in Rennes diesem von .Hauptmann Marechal und Prylwrolvsri diktiert worden den war. Ward-Worms empfahl den Beitritt in den Verein ausgefunden. Der Verlebte mag etwa 20—25 Jahre alt zur Vermittelung von Land- und Kuraufenthalt mit einem sein, trug dunklen Anzug und schwarzen weichen Filzhut. Jahresbeitrag von 25 Mk., was gerne geschah. Als Ort der An Barmittel sanden sich noch 11 Mark bei ihm. (Kl. Pr.) nächsten Generalversammlung 'wurde Auerbach ge- Morgen bezahlt. Wie verlautet, sollen auf dem Gelände Gebäude errichtet werden. )( Nieder-Gemünden, 13. Juli. Das Bezirks» fest des Hassia-Krieger Bezirks Homberg a. O, sand heute hier statt. Gleichzeitig feierte der Kriegerv erein sein F a h n e n w e i h f e st und der Bezirk jein 2ojahnges fe. Mainz, 14. Juli. „Direktor" Steffens,, der hier, in Frankfurt a. M., Darmstadt und anderen Städten große Radrennen „machte", ist von der hiesigen Staatsanwaltschaft wegen Betrügereien in Untersuchung gezogen worden. Steffens hat Land und Leute angeschmiert. Nir- sind. Die diesbezügliche Enquete des „Temps wurde vom Generalstabe niedergeschlagen, weil Wesses den Agenten des Temps" die Falschheit des Zeugnisses Czermuschis^be- wiesen hat. Im Mürz 1900 forderte ihn Marechal im Ter- minus-Hotel zu Nancy unter Androhung der Auslieferung an die deutschen Behörden aus, unter seinem Diktat einen Bericht zu schreiben, den er mit dem Kriegsnamen, 5en er als Agent des deutschen Auskunftsdienstes führte, nämlich K.", ^unterzeichnete. Durch diesen Gegenberrcht, den der Nationalist Alphonse Humbert in der Sitzung vom N. Mm 1900 verlas, mußte er erklären, die dreyfusfeindliche Aussage Czernuschis in Rennes sei wahrheitsgetreu. Demnach sei also Hauptmann Marechal der Urheber von Czernuschis falscher Aussage in Rennes, und nachdem Wessel dem Generalstabe die Falschheit derselbeii bewiesen, zwang ihn derselbe, Marechals Gegenbericht niederzuschreiben, ocr mi Mai 1900 die Niederschlagung der Revisionsbewegung durch müßte mit Feuer und Schwert vertilgt wer-I den. Dergleichen Schlappheit der Regieru ng wie bei den letzten Wahlen werde in Zukunft nicht geduldet werden." (Cane andere gerade entgegengesetzte Aeußerung, welche doui Kaiser bei der Regatta in stiel nach gesagt wurde, ist alsbald offiziös dementiert worden und diese wird dem offiziösen Dementi wohl ebenso anheimsallen. D. Red. des „Gieß. Anz."> , — Prinz Adalbert von Preußen begeht heute rm . Beisein der Kaiserin in seiner Villa in Dysterubrook bei Kiel seinen 19. Geburtstag. .. — Der bisherige Oberpräsident der Provinz Schlesien, Hermann Herzog zu Drachenberg, Fürst von Hatz- feldt ist 1848 geboren. Er wurde 1870 Kammergerichtv- reserendar. Bei Llusbruch des Sieges gegen Frankreich tnciit ar in das Gardeturassier-Regiment. Seit 1872 wurt^ er' bei den Offizieren ä la suite der Armee geführt, und ist im Laufe der Zeit bis zmn Gen e ra lmaj or aufgerückt. 1874 starb der Vater des Fürsten, dieser wurde dadurch Besitzer des Fürstentums Trachenberg und widmete sich nun der Verwaltung seines ausgedehnten Besitzes. Daneben nahm er lebhaften Anteil an der Provinzialverwabt- ung Schlesiens als Kreisdeputierter und Landesältester und ebenso beteiligte er sich am parlamentarischen Leben, indem er den Wahlkreis Militjch-Trachenberg alS Mitglied der Reichspartei von 1878 bis 1893 int Reichstage vertrat, während er dem preußischen Herr en hause alS erbliches Mitglied anaehört. 1894 erfolgte die Ernennung des Fürsten zum Oberpräsidenten der Provinz Schlesien. Neujahr 1900 wurde er Herzog zu Trachenberg, beim Ordensfest dev folgenden Jahres erhielt er den Schwarzen Lldlerorven und 1902 die Kette dazu, die medizinische Fakultät der Universität Breslau ernannte ihn 1901 zu ihrem Ehrendoktor und! die Stadt Breslau jetzt beim Ausscheiden aus seinem Amtel zum Ehrenbürger. Im Hofstaat des Kaisers bekleidet der I Herzog seit 1884 als Oberftjchenk eine der obersten Hos- — In einer Erklärung an der Spitze der „Neuen Zeit"! erklärt Bebel zu der durch Cd. Bernstein angeschni^ tenen Frage des V izep r ä s id iu m S im Reichstage, daß er bei Abfassung seines Artikels über das gazit der Wahlen den Artikel Bernsteins noch nicht gekannt habe, der die Besetzung einer Vizepräsidentenstelle durch seine Partei fordere. ,L2ären mir", so schreibt Bebel, „Bernsteins Auslassungen bekannt gewesen, so hätte ich dagegen aufs schärfste Stellung genommen." Und weiter sagt er: „Es fehlte gerade noch, baß sich die Partei ihren großartigen Sieg vom 16. Juni durch Betrachtungen verekeln ließe, wie sie Genosse Bernstein zum Jubel unserer Gegner zum besten giebt. Sollte hier oder dort in der Partei ein Zweifel bestehen, was die Wahl vom 16. Juni zu bedeuten hat, dann empfiehlt es sich, daß der Parteitag zu Dresden klipp und klar seine Meinung darüber äußert. Unsere Vertreter haben besseres zu tun, als über die Niederlage des bürgerlichen Liberalismus larmoyante Betrachtungeii anzustellen und um die Gunst der bürgerlichen Parteien zu buhlen." — Im Wahlkreise M a r i e n w e r o e r VI, Konitz-Tuchel, ist gewählt: Kulerski (Pole- mit 6024 Stimmen. Es erhielten: v. Sikorski (Pole) 2959, Aly (kons.) 2670 Stimmen. Dresden, 14. Juli. Das offiziöse „Tr. I." schreibt m einem Artikel über die Zusammensetzung der zweiten Kammer: Das Ministerium des Innern veranstaltete nach Schluß des letzten Landtages Erhebungen über diese Frage, die nicht als durch das Gesetz vom 28. März 1896, end gütig entschieden angesehen worden ist. Das Ergebnis! habe die Regierung in der Ansicht bestärkt, daß das jetzige Wahlrecht die unbeabsichtigte Wirkung hatte, den E'.nD jluß der in der dritten Wahlklasse gewählten Wahl-j männer auf die Wahl der Abgeordneten aus ein den Grund-; sätzen der Gerechtigkeit nicht entsprechendes Maß her ab- zudrücken. Die Regierung habe daher eine Reform des Landtag Wahlrechts ernstlich ins Auge gefaßt und gedenke, sich hierzu angesichts der außerordentlichen Schwierigkeiten der Aufgabe des Beirates einer Ende August oder Anfang September einzuberufenden Versammlung zu bedienen, an der namentlich auf diesem Gebiete besonders erfahrene Mitglieder beider Ständekammern teilnehmen sollen. Dresden, 14. Juli. Unter dem Vorsitz des Königs and im Beisein des Kronprinzen wurde im Ministerrat beschlossen, eine besondere Kommission aus den Mitgliedern des Landtages zur Beratung der Frage einer Aenderung des Landtagswah l-Gesetzes für den Spätsommer Bestehen R. B. Darmstadt, 14. Juli. In den Kreisen der arbeitenden Bevölkerung herrscht eine nicht unbedeutende Verstimmung über den ungünstigen Abschluß, oen die „Vereinigte Ortskrankenkasse Darnistadt", der über 12000 Mitglieder angehören, für das Jahr 1902 zu verzeichnen hat. In der gestern abetid abgehaltenen Generalversammlung in der „Stadt Psuilgstadt" hatte der Geschäftsführer Abel die schwierige Aufgabe, den Verwaltungsbericht zu erläutern. Darnach hat die Gesamteinnahme 1902 nur 424 918 Mark und die Ausgabe 395 738 Mark betragen, während sich im Jahre 1901 die Einnahme auf 479 233 Mk. und die Ausgabe auf 446187 Mk. belief. Infolge dieses ungünstigen Abschlusses war die Kasse auch nicht in der Lage, die gesetzlich vvrgeschriebene Rücklage von 10 Prozent 2il machen, sondern konnten zuni Reservefonds nur 29 584 Ntark, d. h. 8,8 Prozent, abführen. Als Ursache dieser rück- I gängigen Ergebnisse wird von der Kafjenleitung die verringerte Bautätigkeit angegeben, es sollen in den von ihr beeinflußten Berufsarten über 2000 Anmeldungen weniger erfolgt sein. Dazu kommt rwch, daß namentlich die Ausgaben für die Krankenrente gestiegen sind. Ti.e Zahl der Erkranknngsfälle betrug 5582 mA 129 235 Verpslegungs- tagen im Jahre 1902 gegen nur 5536 Erkrankungen mit 119 550 Verpflegungstagen im Jahre 1901. Von den 887 Unfällen erforderten 28 eine mehr als 13 wöchige Dauer. — Eine lebhafte Debatte rief in der Versammlung ein Bericht des Geschäftsführers über den Frankfurter Kongreß zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten hervor. Der sozialistische Arbeitersekretär Sparr suchte dazutun, daß das ganze Unwesen der Prostitution nur von den schlechten Löhnen herkomnie, die den weiblichen Arbeitnehmern gezahlt würden. Mit Recht machten dagegen mehrere Arbeitgeber geltend, daß die Prostitution auch bei einem Tagelohn von 5 Mark nicht aus der Welt geschafft werden würde, und daß es auch nicht Aufgabe der Ortskrankenkasse sei, die sozialpolitischen Ursachen zu untersuchen, sondern nur, in welcher Weise die Kasse im Kreise ihrer Mitglieder die Krankheit energisch bekämpfen könne. Nach dem weiteren Referat über die Frage, wie sich das neue Krankenversicherungsgesetz auf das Vereinsstatut geltend mache, und wobei der Geschäftsführer feststellte, daß es ö„.,0 w„0 7_. _,J| o., , ... . .. , ca. 20 000 Mark Mehraufwand ersorden würde, stimmte likum vorher nicht genügend darauf aufmerksam gemacht die Versammlung noch der Einbeziehung der Dienstboten worden und Viele von der Veranstaltung überhaupt keine in die Krankenversicherung zu, wie sie auch von der all- bietungen sich vollauf dankbar erwies. Im Programm standen . Darmstadt, 14. Julu OekonomieratDett- sehr gute Nummern. Mancher bedauerte nur, daß Wagner ^.^1) teilt mit, dag er infolge der bekannten Zeitungs- nicht vertreten war. Für die hiesigen Musikliebenden wurde ^^tizen seinen Entschluß geändert und sein En tl a s sun gs- cs ein seltener Genuß gewesen sein, zu hören, mit welcher Gesuch (als Kellerkontroleur) zurückgezogen habe. Präzision und Klangfülle die Ouvertüren 311 „Oberon", zum Darmstadt, 14. Juli. Darmstadt gibt im An ei fern „Glöckchen des Eremiten", die Verdi'sche Phantasie aus seiner Bewohner zum Schmücken der Balkone und Fenster „Traviata" u. a. wiedergegeden wurden. Es war auch für ein Beispiel, das Nachahmung verdient. Wie in Mainz die Besucher der letzten Straußkonzerte hier interessant, das werden auch dort die am schönsten lle^chmu ten gestrig- „Blumongeflüst°r", di-selb- Zugabe vor kurzem Zaster und ™net t °uch Straug gab anzuhbren und den Vergleich zu S'ehen, dem Komitee zur Verfügung gestellt. Auch die der zu Gunsten der Berliner aussiel. Franz von Blon din- Stadtverordneten-Versammlung hat aus Antrag des Obergiert ruhig, vornehm, was besonders angenehm bei ben gürgermeifterd, wie un vorigen Jahre, die Abgabe von ernsteren Kompositionen aufsiel. Streichorchester wie Bläser Ehrenpreisen genehmigt. Von verschiedenen Vereinan erfreuten — die Soli waren tadellos — durch absolute Ton- und Privaten sind nacy dem „M. T." ebenfalls Ehrenreinheit. Mehrmals verstand sich der Dirigent, durch den preise gestiftet usw. “uMÄ »u,?° ‘S! Burgenkunde wohlbekannten Architekten Bodo Ebhardt aus Berlin vorgenommen. Ein staatlicher Baubeamter ist beauftragt, im Verein mit einem Architekten aus dem Atelier des Herrn Ebhardt eine genaue zeichnerische Aufnahme der ganzen Burganlage vorzunehmen und die hierzu nötigen Fundament-Aufnahmeil und Bodenuntersuchungen zu veranlassen. Die Aufnahme erfolgt in erster Linie im Interesse der Kunstdenkmäler-Jnventarisation, dient aber auch dazu, festzustellen, welche Teile der Ruine ausbesserungsbedürstig sind, und danach eventuell, falls Mittel hierzu vorhanden, in planmäßiger Weise die für j die Erhaltung der Burgruine gebotenen Maßnahmen in die Wege leiten und im Laufe der Jahre ausführen zu einzuberufen. Stuttgart, 14. Juli. Die Kammer der Abgeord^. .. - „ L ~ , zieten beendete heute die Beratung der Gemeindesteuer- hiesigen Möbelgeschäftes, der bereit» feit einem halben ^ahre | Vorlage. Man erwartet, daß die Ständekammer den Be- verschiedene Stosse re. seinem Arbeitsherrn entwendet hat, schlüssen beitreten wird, womit die jahrelangen Beratungen wurde gestern aus frischer Tat ertappt und durch die Polizei- über die württemb er gische Steuerreform endlich zum Ab- behörde in Hast genommen. Bei Durchsuchung seiner Wohnschluß gelangen. Die Warenhaus st euer wurde in | ung fand sich noch ein ziemlicher Vorrat der gestohlenen obligatorischer Form angenommen und zwar soll sie auf Sachen. , , , 2.»B - Grund des Jahresumsatzes durch Zuschlag von 20 bis 50 ** D i e s r e i e V e r e i n i g u n g d e r O r t s k r a n k e n- Prozent des Gewerbesteuerkapitals erfolgen. lassen im Großherzogtum Hessen hielt am Sonntag in • Anwesenheit von 116 Delegierten, die 54 Krankenkassen — Die Resultate der letzten Wahlen zeigt in Übersicht- Porträten, in Friedberg ihre elfte^ordentliche^ H^upt- licher Weise s! F- r e y t a g s R e i ch s t a g s - W a h l k a r le veri°mmU,ng 2er Sch für dre nächsten drer ^°hre rst d e s D en t s ch e n R e i ch s 1S 03 (Verlag von &. F-reytag & Mainz. Der 1. Vorch-ende Berndt, Wien, VII/1, Schottenfeldgasse 64). Alle Wähl-! 9“, und namentlich ar,ch den Vertretern der^crsamter J Amtmann Wörä junge Mann wollte sich am nächsten Äamstag der'heiraten. ^a9eae6enen Trinen ©t,™ S bet Men erwiderte den Dank und betonte das Interesse der - 5zeute morgen hat sich ferner aus der Strecke Webe» B^lnna d«^ck^.«and^ ^lbkteUiauna « Verwaltungsbehörde für bie Vereinigung. Hierauf sprach Jngelheun-Mainz die 16jährige Diefenbach ans Und in Interessante Weile lmt der' Karte dcw aÄte?lt Dr. F-uld aus Mainz über die Krankenkassen-Novelle und Ober-Ingelheim t o t f ah r e n la s s en. (M. Tgbl.) Und rn rntere,iantec L.eye auf de^.frar^orrgciteUt. I bedingte Statutenänderung der einzelnen Frankfurt a. M., 14. Juli. Fürst und Fürstin von Kassen, sowie über die Ausdehnung der Kraukenversicher- M ou ten e g r o sind mit dem Erbprinzen, der Erbprinzesfin ungspflicht der Dienstboten durch landesgesetzliche Bestimm- und dem Prinzen Peter von Montenegro gestern nach^ London, 14. Juli. Der Schriftwechsel zwischen Gr o ß- ung. Am Schlüsse seines Vortrags schlug er der Versamm- mittag ans Kreuznach hier eingetrofjen und setzen die Reise Britannien und den Regierungen Deutschlands und lung eine Resolution dahingehend vor, daß die Dienstboten nach Heidelberg {ort, wo sie noch einige Wochen verweilen Belgiens über die Handelsbeziehungen zu Groß- baldmöglichst durch Gesetz der Landesregierung mit in die werden. Britannien und den britischen Kolonien wird veröffentlichjt. Krankenversicherung einbegriffen werden, mit welchem An- Frankfurt, 14. Juli. Heute vormittag wurde von Er umfaßt 72 Depeschen aus der Zeit vom 9. Mai 1897 trag sich die Versammlung einverstanden erklärte. Der einem Forstbeamten im Stadtwald an der Mörfelder Land- bis zum 8. Juli 1903. 2. Vorsitzende Petry bat dann die Versammlung um An- straße an der Einbiegung der Waldbahn nach Niederrad, — Der Stadtrat von Dublin hat die Ueberreichuug nähme der Satzungen, die auch erfolgte, nachdem ein Ab- etwa 200 Meter vom Wege, die Leiche eines unbekannten einer Huldigungs-Adresse an das Königspaar änderungsvorjchlag des Wormser Vertreters abgelehnt wor- jungen Mannes mit einem Schuß in die rechte Schläfe bei seinem bevorstehenden Besuche in der irischen Haupt- ' ' ‘ ~ stadt ab gelernt Br ü s s el, 14. Juli. „Petit Bleu" veröffentlicht inter- Mk. 4. Gesamt-Verkehr: Reichsbanknebenstelle Lauterbach. Telephonischer Kursbericht. 3Vb% Reichsanleihe Tendenz: ruhig. Bereinigung 5543 im Kaiserhof (Harnickel). Der Vorstand. Ntucllbliile 17 L. Stemhauser. Kaufmann Knieriem die Bestätigung erteilt. Der deutschen Konsul Mohr besichtigte der Kaiser die Fontofkirche deutschsprechender Verwandten vom Domherrn Matunczi im Unterhause auf eine Interpellation über die eng Im Im Im Im 18,5° C. 9,8° C. Oest. Kredit. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . 3% 3V,% 3% 372% 37,% Umsätze Wechselverkehr Lombardverkehr Giroverkehr diversen Verkehr 102.50 91.40 102.50 95.40 101.10 100.00 103.10 101.05 101.80 103.30 49.55 31.10 34 05 130.40 44.00 1901 863 288,20 Mk. 33 400,— „ 3 416 485,79 „ 159 636,80 „ 1901 2 676 187,57 178 800,— 11187 286,49 206 939,15 1902 2 142 150,39 Mk. 97100,— „ 6 311809,62 „ 3 429 911,26 „ 1902 3 038 505,18 Mk. 306 000,- „ 14 306 632,22 „ 6 040 966,31 „ do. Konsole « do. . . Hessen Oberhessen der 4 WohlLhätigkeits-Iereine Freitag den 17. Juli, abends S Uhr beginnend Gesamt-Bsrstandsfitzmrg 1. Gärtner in Bad Salzhausen, Friedrich Möser, ist auf sein Nachsuchen aus dem Dienste entlassen worden. R o st o ck, 15. Juli. In dem Bauerndorfe Rethwisch brach Feuer ans, wodurch bei heftigem Winde binnen wenigen Stunden 24 Gebäude niederbrannten. Menschen kamen nicht zu schaden. Bergen, 15. Juli. Der Kaiser empfing gestern an Bord der „Hohenzollern" den Hafenvogt Jversen, dem erden Kronenorden verlieh. Nach dem Frühstück beim 8^/q Mexikaner 4%% Chinesen . Electric, öchuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges. Oesterr. Staats bahn Lombarden . , Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum ...» Harpener . . . Patronen zur Explosion gebracht. Niemand ist verletzt. Die starke Detonation, infolge welcher viele Fensterscheiben zertrümmert wurden, rief jedoch große Bestürzung hervor. Die Urheber des 'Anschlages find mutmaßlich einige und lehrte dann nach der „Hohenzollern" zurück. Gymnasiasten, die vor wenigen Tagen wegen Verhöhnuung Anfangs- . 208.60 . 210.50 . 136.25 . 173.70 Geschäfts - Empfehlungen liefert billigst vkirhi'sche Universitäts-Druckerei, Gießen. polizeilich bestraft wurden. Eine strenge Untersuchung über die Angelegenheit, welche keinerlei politischen Hintergrund hat, . . 27.00 . . 92.30 . . 91.05 . . 98.00 . . 208.60 . . 186.80 . . 136.70 . . 147.30 . . 153.70 . . 143.50 . . 18.10 . . 191.50 . . 214.80 . . 173.80 . . 179.00 jb'rankiurc ». ja., 15. Juli 1903. Neueste Meldungen. Orrginaldrahtrneldnngen des Gießener Anzeigers. R. B. Darmstadt, 15. Juli. (Original-Telegramm des Gieß. Anz.) Der Großherzog hat dem von der Stadtverordneten-Versamnrlung in Bad-Nauheim zum 1. Beigeordneten gewählten Ortsgerichtsvorsteher Heinrich Langsdorf und den zum 2. Beigeordneten gewählten London, 15. Juli. Kriegs-Minister Brodricks erklärte lischen Verluste und Abgänge im Som«-^- lande: Die Engländer hätten bisher 16 Offiziere und 2 weiße Soldaten verloren, an Eingeborenen 338. Krankheiten erlegen sind 1 Offizier, 4 weiße Soldaten, verwundet ein weißer und ein eingeborener Soldat. Die bisherigen Kosten des Feldzuges belaufen sich auf 450000 Pfund Sterling. Die augenblicklichen Ausgaben betragen monatlich 50000 Pfund. £. London, 15. Juli. Die Beamten des Marine- Departements in Washington sind dem „Daily Expreß" zufolge betroffen über den baufälligen Zu st and der amerikanischen Flotte. Kaum ein Schiff konnte an den diesjährigen Manövern teilnehmen, ohne eine vorherige Ausbesserung zu erfahren. Sieben der neuesten Schlachtschiffe erforderten Reparaturen, bevor sie nach ihren Stationen abgehen konnten. Gegen 15 Kreuzer und zahlreiche Torpedobootszcrstörer waren in seichtem Zustande. Tas Kriegsschiff „Kearsarge" mußte von der Europareise her renoviert werden. Das Schlachtschiff „Iowa" ist aus gleichem Grunde mehrere Monate außer Dienst gestellt worden. Fast das ganze Pacificgeschwader mußte in Dock gehen. Die Reparaturfonds sind beinahe aufgebraucht. Paris, 15. Juli. In Nu eil explodierte anläßlich der Nationaiseier ein Böller. Ein weiterer Unfall ereignete jich in Marigny bei einer Festvorstellung. Ein Seil, an welchem eine Anzahl Darstellerinnen in der Luft 'hingen, riß. Die Frauen stürzten herunter und trugen sämtlich Verletzungen davon, darunter 13 schwer. Nom, 15. Juli. Die erste ärztliche Autorität Italiens, Professor Eardarelli, wiederholt in einem öffentlichen Briefe die Behauptung, daß jeder Kliniker und wenn er nur die Bulletins gelesen hätte, die Diagnose der Papstärzte stark anzweifeln und eine ganz andere Krankheit annehmen müsse. Lapponi und Mazzoni erklärten, man müsse auf den Eintritt der Gehirnanämie gefaßt sein. Rom, 15. Juli. Die letzte Nacht hat keine Veränderung in dem Zustande des Papstes mit sich gebracht. Der Patient befindet sich meist im Delirrum und muß geschüttelt werden, wenn man ihn wecken will. Hände und Füße sind geschwollen. Die fortschreitende Urämie ist erwiesen und (Die Atemnot in starker Zunahme begriffen. Der Patient wünscht beständig Sauerstoff. Die Jnjektier- ungen von Digitalis und Kampferöl in zunehmenden Dosen rufen wenig oder gar keine Reaktion mehr hervor. Es ist Diarrhoe eingetteten. Der Kranke vermag sich weder auszurichten noch umzudrehen. — Der Papst hat sich auch gestern den Anordnungen der Aerzte nicht gefügt. Man hatte ihm unbedingte Iiuhe anempfohlen. Er hat aber auch seinen Beichtvater und den spanischen Bischof Vivez empfangen, der ihm den Segen des Franziskaner-Ordens überbrachte, wofür der Papst dankte und über den Orden den pontifikaren Segen aussprach. Von Zeit zu Zeit erkennt er niemand, hat er sich aber wieder gesammelt, so knüpft er das unterbrochene Gespräch ruhig wieder an, ohne sich der vorübergehenden Störung des Gedächtnisses zu entsinnen. — Am Konklave dürften etwa 60 Kardinäle teilnehmen. Bei der Wahl dürfte es sich nach dem gegenwärttgen Stande nur um die Kardinäle Gotti und Vanutelli handeln. Triest, 15. Juli. Der Ausbruch der Pest in Kiew hat die Regierung zu besonderen Schutzmaßregeln für sämtliche österreichisch-ungar csche Häfen veranlaßt. Petersburg, 15. Julü Eine Feuersbrunst zerstörte in Tschau len 72 Wohnhäuser, darunter auch die Synagoge. Der Brand erregte unter der Einwohnerschaft eine furchtbare Panik. Mehrere llnglücksfälle sind zu verzeichnen. Petersburg, 15. Juli. Die Gerüchte von einer bevorstehenden Reise des Zaren an den englische n H o f werden als erfunden bezeichnet. Warschau, 15. Juli. Infolge eines Dammbruches aus der Strecke Mischkow-Porei entgleisteein Güterzug, der den Damm hinabstürzte. Drei Personen sind tot. Ateteorotogische Beobachtungen der Station Gießen. 3. Im Giroverkehr Im diversen Verkehr 14 249 213,21 Mk. 23 692 103,71 Mk. 1. 2. 3. 4. Umsätze 1. Im Wechselverkehr 2. Im Lombardverkehr Vermischtes. * Kiel, 14. Juli. Bei einer Feuersbrunst, die in einem Geschäft der Laubstraße ausbrach, erlitten fünf Bewohner schwere Brandwunden. Ein Brandmeister trug geringe Verletzungen davon. * Paris, 14. Juli. Die 28jährige Comtesse de Mallespaille, geschiedene Gattin eines reichen Bankiers, die nach vielen Abenteuern bis in die Klasse der unteren Halbwelt hinabsank, wurde gestern abend in dem Augenblick verhaftet, als sie mit Hilfe von drei gedungenen Strolchen die Freundin ihres letzten Liebhabers, eine Verkäuferin, zu ermorden versuchte. Nach ihrer Verhaftung versuchte sie sich den Kopf an der Wand der Gefängniszelle zu zer- i schmettern. Ihr ganzes Wesen macht den Eindruck, als sei! sie geistig nicht normal. — Das „Journal" will erfahren haben, daß wahrscheinlich die auf den 8. August angesetzten Verhandlungen im Prozeß Humbert auf Antrag von Mme. Humbett, die bereits seit längerer Zeit die schwer Leidende spielt, für eine andere Schwurgerichtsperiode vertagt werden. * Zürich, 14. Juli. Hiesige Blätter bringen ein Inserat, laut dessen Nerchstagsabg. Bebel seine unmittelbar am See gelegene Villa mit 50 Ar Land, 14 Zimmern, 2 Badezimmern, Verandas, Balkon, Bootshafen und ähnlichen! modernen Zubehör zu verkaufen beabsichtigt. Bebel pflegte übrigens seine Villa, in der er sich jedes Jahr einige Zeit aufhielt, zu vermieten, sich selbst nur eine kleine Mansardenwohnung vorbehaltend; die Gerechtigkeit verlangt die! Feststellung, daß ihn seine sämtlichen Mieter als das Muster eines Hausherrn priesen. * Bern, 14. Juli. Der Kaufmann Salomon Meyer in Chaux-de-Fonds, Chef der Firma Meyer Sohn u. Co., wurde wegen Wechselfälfchungen im Betrage von 200 000 Frcs. verhaftet. Meyer, der sich bei seiner Ver- haftung zu vergiften suchte, ist geständig. * Prag, 15. Juli. In Honnersdorf erstach ein tschechischer Knecht die Tochter seines Dienstherrn und tötete sich dann selbst. "Agram, 14. Juli. Nachts wurden vor dem Hause des DomHerrn und Abg. Matunczi, ferner vor dem Hause des Bischofs Krabae und des Kanonikus Schwinder- mann, sowie im Gebäude der „Narodne Novine" Dynamit- Gesamt-Verkehr: 4 472 810,79 Mk. 11 980 971,27 Mk. Die hohen Sätze des neuen deutschen Zolltarifs für Chemikalien- und Gebrauchsartikel bedeuten für den Trogen- und Farbwarengroßhandel ebenfalls eine er- erhebliche Schädigung, und es ist daher zu wünschen, daß die Sätze bei den Handelsvertragsverhandlungen auf ein erträgliches Maß herabgesetzt werden. b) D etailh and el. Der Detailhandel mit medizinischen Drogen, Chemikalien, chemischen und pharmazeutischen Präparaten war im verflossenen Geschäftsjahre im allgemeinen zufrieden- stellend, wenn auch der Absatz in technischen Drogen und Chemikalien infolge der schlechten Geschäftslage in manchen Industriezweigen weniger groß und durch die hohen Preise einzelner Artikel wenig lohnend war. — Befürwortet wiro die Freigabe einiger unschädlicher, oft verlangter Heilmittel für die Drogengeschäfte, wie Brusttee, Brustpulver, Rhabarber, St. Germaintee n. cr, die auch von dem Rhemisch«-Westfälischen Drogisten-Berband beanttagt worden ist. Buchdruckerei. Gleichwie im Vorjahre hatte dieser Geschäftszweig auch! im Jahre 1902 unter der allgemeinen Geschäftskrise §u: leiden, die sich sowohl durch verminderte Aus-! träge, als auch durch vermehrtes Angebot der Druckereien, insbesondere auch der auswärtigen, unangenehm fühlbar machte. Infolgedessen konnte bei sehr vielen Aus- ttägen von einem Verdienst nicht mehr die Rede fein; man war, namentlich in den Sommermonaten, froh, Personal und Maschinen überhaupt beschäftigen zu können. — Auch in diesem Geschäftszweig wird nach einem Bericht aus Gießen geklagt, daß die angesehensten und größten Firmen in Gießen zum weitaus größten Teil ihren Bedarf au Drucksachen außerhalb decken, ohne sich! vorher von der Preiswürdigkeit und Leistun gs fähig keit d er einheimischen Firmen zu überzeugen. Reichsbanknebenstelle Alsfeld. «Das Wort,,Bibel" scheint eine fruchtbare Wirkung auf Stabrermbil düngen auszuüben: Babel — I Bibel, Bebel — Bibel usw. sind bereits Stichproben. Die „Frkf.Ztg." teilt als neueste Zusammenstellung mit:Blutwurst — Bibel. (Allerdings ein miserabler Stabreim, denn beginnt das eine Stabreimwort mit zwei Konsonanten, so muß das zweite mit denselben beiden beginnen. D. Red. des „Gieß. Anz.") Man schreibt dem Blatte: Daß em Fleischermeister aus religiösen Bedenken die Herstellung von Mutwurst emstellt und dies seinen Kunden unter Berufung auf eihige Bibelstellen mitteilt, ist wohl kein alltägliches Vorkommnis. Vor mir liegt eine Postkarte, die von einem Fleischermeister in Mülheim a. d. Ruhr an einen Kunden in der Nähe Dortmunds gerichtet ist und wortgetreu lautet: Herrn K. in M. Ich bitte freundlichst zu entschuldigen, daß ich keine Blutwurst mitgeschickt habe. Ich mache solche seit Februar des Jahres nicht mehr, | und zwar aus Grund von 1. Mose 9. 4. und Apstlg. 15, 20. [29. Vergaß selbiges auf der Postpaketadresse zu bemerken. Halte mich bestens empfohlen für die Zukunft. Mit srdl. Gruß L. Y. Die angeführten Bibelstellen lauten: „Alles, was sich reget und lebet, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich es euch alles gegeben. Allein esset das Fleisch nicht, das noch lebet in seinem Blut". (1. Mose 9, 3. 4.) „Gott sind alle seine Werke bewußt von der Welt her. Darum beschließe ich, daß man denen, so aus den Heiden zu Gott sich bekehren, nicht Unrecht mache, sondern sckireibe ihnen, daß sie sich enthalten von Unsauberkeit der Abgötter, und vom Erstickten und vom Blut." (Apostelgesch. 15. 18. 19. 20.) „Denn es gefällt dem heiligen Geist und uns, euch keine Beschwerung mehr aufzulegen, denn nur diese nötigen Stücke, daß ihr euch enthaltet vom Götzenopfer, und vom Blut, und vom Erstickten; von welchen, so ihr euch enthaltet, tut ihr recht. (Apostelaesch. 15. 28, 29.) * Die teuer ft e Zeitung der Welt ist die in Dawson City, der seit den Goldfunden am Klondykestrom erstandenen Stadt, erscheinende „KLondyke Morning Post", die im Abonnement jährlich 1500 Marr kostet und von der eine einzelne s)hintmer für 30 Mark zu haben ist. Der Preis für Anzeigen in diesem Blatt ist dementsprechend 300 Mark die Zeile. Die ersten neuen holl. Vollheringe per Stuck Pfennig 5547 sind soeben in prachtvoller Ware eingetroffen. u. Schlußkurse. 208.87 210.50 136.37 173.40 178.20 Fräulein Olga Thesss, Kreuzpl.10 empfiehlt sich zur Amertigung künstlicher Gebisse in Gold und Kautschuk, Kronen- und Brückeuarbetten, 03327 Kupfer, Cement und Porzellan! LchmcrziöicS MnMheH. Umarbeitung schlecht sitzender Gebisse; Reparaturen äußerst schnell u. billig. Schonendste Behandlung. Prompte Bedienung. Billige Preise. — Sprechstunden 9—12, 2—6. Von 12—2 für Unbemittelte umsonst. Sonntags nur gegen vorherige Anmeldung. Gerichtssaal. — Kriegsgericht. In Leipzig verutteilte das Ober- kriegsgericht den Kanonier Steinmüller wegen Fahnenflucht und schweren Diebstahls zu 15 Jahren Zuchthaus. — Das Kriegsgericht der ersten Marine-Inspektion in Kiel verurteilte den Matrosen Ohlisch wegen tätlichen Angriffs aus eine Infanterie-Patrouille zu einem Jahr und einer Woche Gefängnis. Sandel uni» Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 14. Juli 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Die kleine Aufbesserung der New-Yorker Börse genügte, um auch unserem Markt ein vollständig anderes Aussehen zu verleihen. Wenn die Umsätze sich auch nicht wesentlich gehoben haben, so zeigte doch unser Markt heute auf allen Gebieten eine kräftige Erholung, welche deutlich erkennen ließ, daß die allgemeine Börsenlage an unserem Platze eine günstigere Beurteilung findet. Renten, Bankaktien und Bahnen zeigten von Anfang an bessere Haltung und zogen im weiteren Verlauf, unterstützt durch festere Auslandsmeldungen, wie auch durch die Kurssteigerungen auf dem Kassaindustriemarkt, noch weiter an. Für Möntanwerte zeigte sich heute weniger Interesse, doch war die Tendenz im Einklang mit der Gesamtstimmung ebenfalls fest. Besorrders gute Meinung behielt man hier ä la longue für die Aktien der russischen Baukinstitute sowie für diejenige der großen Kohlenzechen. Privat-Diskont 3 Prozent. bem steigenden Umsätze. Wie schon früher betont wurde, können gerade die wichtigeren Artikel der Branche nur mit geringem Nutzen gehandelt werden, da die Konkurrenz n?immune* der kleineren Fabriken gegenüber dem Großhändler von ‘ J * Jahr zu Jahr schärfer wird. — Ein großer Nachteil ergiebt sich für den Großhandel durch die sich immer mehr ern- kärgernde Gewohnheit der Spezialitätenfabriken, dem Großhandel vertragsmäßig Preise festzuseßen, die mit Rücksicht auf die Geschäftsunkosten als viel zu niedrig bezeichnet werden müssen. Gelingt es nicht bald, die Großhandels- sirmen zusammenzufassen und sich gemeinsam gegen derartige Uebergrisfe der Fabrikanten zu wehren, dann ist zu befürchten, daß sich die angedeuteten Mißstände noch verschlimmern; die jetzt abgeschlossenen Verttäge lassen die Händler vielfach nur noch als Hörige einzelner großer Aktiengesellschaften erscheinen. Im Interesse der Konsumenten und der Händler ist ferner eine Revision der Patentgesetzgebung dahin zu fordern, daß die Frist für Patente auf Arzneimittel erheblich herabgesetzt wird, denn jetzt wird mit einzelnen der durch Patente geschützten Medikamente angeblich großer Wucher betrieben. Harpener Bergbau . . 178.00 Schluß-Tendenz: fest. Frankfurter Börse. Die Zulassung zur Börse wurde für folgende Werte genehmigt. Für 20 Millionen auf die Inhaber lautende 4proz. Hypotheken-Oblrgationen Serie 43, 10 Millionen der gleichen 3,75proz. Obligationen Serie 44 und 15 Millionen der gleichen 3,50proz. Obligationen Serie 45 des FraMsurter Hypothekenkreditvereins, 5 Mill. 3,50proz. Anleihe der Stadt Freiburg i. Br. pro 1903, 4735600 3,50 abgestempelte Schuldverschreibungen. Der Stadt Mainz Lit. At. M. von 1891, 6 Millionen 4,50proz. Teilschuldverschreibungen der Aktiengesellschaft Zellstofffabrik Waldhof bei Pernau in Livland und 1 Million Aktien der Mannheimer Mtienbrauerei, Mannheim. Höchste Temperatur am 13.—14. Juli Niedrigste , „ 13.—14. „ 4% Oesterr. Goldrente . . 41/ö% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente, . . 40/0 Italien. Rente . . . 4%% Portugiesen . . . 3°/ Portugiesen..... 1% C. Türken . . . . Tüvkenlose...... 4% Grieoh. Monopol.-Ank 41/, % äussere Argentiner Juli 1903. , Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Liift Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung ^rvstquM Wetter 14. 225 747,7 18,2 6,8 44 E. 2 Sonnenschein 14. 935 748,5 13,6 8,6 74 NNE. 1 klarer Himmel 15. 735 1 748,7 12,2 8,1 76 ISE. 1 bew. Himniel 5555 Dießen, den 15. Juli 1903. 5539 $ Dießen, den 14. Juli 1903. 5369 werden ■X ia*t. bar HO 000 Louis Faber 1 Gewinn bar 1. 10 000 und Frau. O 3 Gei. Bar ä WH = 13 000 ' 4 Gew. bar ä 500 — M. 2000 (5345) Lti! SetterSweg 43. 5550 Weinfässer, mch entleerte, werngrün, m 210011111! 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