153. Jahrgang Drittes Blatt. monall ; burtb z" am Volitische Wochenschau. Geschäfts-Empfehlungen u-j-n br&gft StW jche Umoerfitätr-DruUerei, Sietzen. Diese beiden aufregenden Geschehnisse vermochten selbst ein so bedeutsames Ereignis, wie das mit Spannung erwartete prinzipielle Eintreten des englischen Kabinetts für die C h a m b er l ain sch e n Zoll Projekte, Wie wählt man? Gießen, 15. Juni. Für den morgenden Wahltag ist folgendes bevorstehenden Re ichStagSwahlen in Deutschland in den Hintergrund zu drängen. Chamberlain. der mit dem Lande und mit dem Kabinett zerfallen schien, wurde vor >en dichtgedrängten Tribünen des Unterhauses durch ernrn „starken Mann", den Mmisterpräsidenten Balfour, gedeckt. Er hat öffentlich erklärt, daß die Zollunionsplline Großbritannien vor eine welthistorische Ausgabe stellten, wie daS kaum in Zwischenräumen von Jahrhunderten geschähe, und deshalb dürfe man vor diesen Aufgaben nicht zurück- ebenen Tas Kabinett sei zur sorgfältigen Prüfung der s)leuorbnung des großbritannischen Zoll- und FinanzwesenA bereit. Man läutet also dem Freihandel in England berat» das Grabgeläut Während in Deutschland die Rückkehr des Geschwaders des Prinzen Heinrich von seiner spanischen Reise das öffentliche Interesse in nur geringem Maße fesseln konnte, brachte die vergangene Woche Frankreich ein sehr frohes und ein sehr betrübendes Ereignis. Sern Feldzug gegen Figig in Marokko hat schnell den von ihm gewünschten Erfolg gehabt, die fruchtbare marokkanische Lase, seit Jahren ein Störenfried für Frankreichs Pläne in Südalgier, fällt ihm als reife Frucht in den Schoß — und es wird sie wohl festzuhalten wissen. — Tränen und Jammer dagegen weckte der grauend olle Unter gang des großen Dampfers,,Liban" im Marseiller Hafen infolge eines unerklärlich brutalen DraufloSsahrenS eines Dampfers derselben Gesellschaft, lieber 100 Menschen fanden jähen Tod. Das Unglück roarf gerade kein günstiges Licht aus die Pflichttreue und das Organisationstalent in der modernen französischen .Handelsmarine. Und da der Saß im Wirtschaftsleben aucy gilt: „Was den enen süt Uhl, is den andern sin Nachtigall", so erstrahlt einmal wieder auf dem Hintergrund der Katastrophe im Marseiller Hofen der Stolz des modernen Deutschland, die exakte Leitung, besonders die sorgfältige Pflege aller Rettungseinrichtungen in unserer aufstrebenden Handelsmarine im hellsten Licht. Das Wasser hat keine Balken — so wird das auf den Verkehr unserer Gesellschaften nicht ohne Wirkung bleib«. Man hat auch in Frankreim dafür ein lebhafte- Gefühl. So ist bereits eine vom Parlamente angeregte Untersuchung im Gange, ob in diesen modernen Rettungseinrichtung«, die hier versagten, allgemein die französische Handeks- marine vor der ausländischen, vor allem der deutsch«, im Rückstände ist. Wir furchten, daß die französische Handelsmarine diese Prüfung mehr zu scheuen hat als die deuffche. aufgelegt noch verteilt werden. Gut ist es auch, wenn man ein Ausweispapier — cm Militärpapier ober dergleichen — bei sich hat, damit man beweisen kann, wer man ist. Im Wahllokal erhält man nun ein vom Staat geliefertes und abgestempclteS Kuvert (Umschlag). Damit geht man in die Wahlzelle, die so eingerichtet ist, daß der Wähler nicht beobachtet werden kann. Dort steckt man dann seinen Stimmzettel in den Umschlag, kommt dann wieder vor und giebt da- Kuvert dem Wahlvorsteher, der es, so wie es ist, ohne es zu besehen, in die Wahlurne zu werfen hat. Niemand darf den Wähler beobachten oder kontrollieren, welchen Zettel er in den Umschlag steckt. Es ist wünschenswert, die Stimmzettel ungefaltet in die Umschläge zu legen. Der Umschlag darf verschlossen werden, daS empsiehlt sich aber nicht, weck sich sonst die Feststellung des Wahlergebnisses sehr verzögert Nach Schluß der Abstimmung werden dann die Umschläge nti5 der Wahlurne genommen und nneröffnet gezählt; danach erfolgt erst die Prüfung der Umschläge und Stimmzettel und darauf die Verlesung der Stimmzettel und Zählung der Stimmen. Wenn irgend jemand daS Wahlgeheimnis verletzt, so stelle man die Sache sofort durch mehrere Zeugen fest. Die Wahl dauert bi« 7 Uhr abend«. Die Wahl soll vollkommen geheim sein! Jeder soll nach seiner Ueberzeugung stimmen können, unbeeinflußt. So will eS daS Gesetz! Darum auf zur Wahl am Dienstag! Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß folgende Stimmzettel ungültig sind: 1. Stimmzettel, welche nicht m einem amtlich abgestempelten Umschlag oder welche in einem mit einem Kennzeichen versehenen Umschlag übergeben worden sind; 2. Stimmzettel, welche nicht von weißem Papier sind; 3. Stimmzettel, welche mit einem Kennzeichen versehen sind; 4. Stimmzettel, welche keinen ober keinen lesbaren Namen enthatten; 5. Stimmzettel, au« welchen bte Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; 6. Stimm- zettel, welche eine Verwahrung ober einen Vorbehalt gegenüber bern Gewählten enthalten. — Mehrere in einem Umschlag enthaltene gleichlautenbe Stimmzettel gelten als eine Stimme; in einem Umschlag enthaltene, auf verriebene Personen lautenbe Sttmmzettel sind ungullig. Stimmzettel, über welche ber Wablvorstanb einen Beschluß gefaßt hat, sinb bem Protokoll bcizufügen. Alle anberen Sttmmzettel hat der Wahlvorsteher m Papier einzuschlagen unb zu versiegeln unb so lange aufzubewahren, bis der Reichstag die Wahl definitiv für gültig erklärt hat. Jh. 137 tLgktch außet Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Semillei« Hättet viermal tn der Woche beigelegt Rotationsdruck tu Verlag der Brüh l'sehen Univeck^Buch- u. Gtetn- drückerei (Pietsch Erben) beachten: Man gehe möglichst frühzettig zur Wahl, am besten Vormittag. Seinen Stimmzettel, lautend aus den Namen des Kommerzienrats Heyligenstaedt in Gießen, nehme man sich von Hause mit. Die Stimmzettel müssen von weißem Papier und dürfen mit keinem Kennzeichen versehen sein; sie sollen 9 zu 12 Zenttmeter groß und von mittelstarkem Schreibpapier sein. Auf dem Stimmzettel darf allenfalls auch, was für diejenigen gesagt sei, die sich Zettel au6 der Hand von anderen Leuten vor den Wahllokalen zuftecken lassen, em Name durchgestrichen und ein anderer baruntergeschrieben sein, boch ist darauf zu achten, baß die Person des Kanbibaten beutlich unb zweifelsfrei bezeichnet wird. Jebenfalls müssen bic Wähler ben Sttmmzettel schon von brau feen ins Wahllokal mitbringen; denn in diesem dürfen währenb ber Wahlhanblung Stimmzettel roeber Kirche und Schule. Eisenach, 13. Juni. Die Eisenacher ft trtfym* konferenz einigte sich auf einen engeren Zusammenschluß ber beutschen evangelischen LanbeSkirchen, vorbehaltlich bet Zustimmung ber obersten Kirchenbehörden. jährlich _ Adhole- u. RwetgfteQen nwnaHkb 65 Pk»; durch gewesen. Sieben junge Leute faicn ohne werteres er- chossen worden, wett sie Kundgebungen gegen die Dynastte veranstalteten. Biele Opfer deS Anschlags scheinen sich verzweifelt gemehrt zu haben, denn in den Spitälern werden 17 verwundete Offiziere gepttegt. Da- Vermögen der Königin Draga wird auf fünf MillionOn Francs ge- chätzt, ES sott meist in französischen Banken angelegt ein. Wie es heißt, sott dies Vermögen als ein dem Staat mtfrembeter, unrechtmäßiger Erwerb gerichtlich bean- tmicfrt werden Wie sehr Draga den König in der Gewalt hatte, etgiebt sich außerdem aus der Tatsache, daß gegen 7 Millionen Franken auf den Namen von Dragas Schwester, Frau Persida Petrowitsch, in ausländischen Geldinstituten deponiert sind, und in Brüssel aus deren Namen ein Haus für 60000 Franken gekauft wurde. Diese Summen können ebenfatts nur dem mit Kalamitäten kämp° enden serbischen Staatssäckel sträflicherweise entnommen worden fein. Frau Petrowitsch, welche mit ihren zwei Schwestern unb Kindern sich jetzt in Sxxu^ arreft befindet, suchte bei der Regierung nach, man möge sie in- Ausland gehen lassen. Diesem Gesuche wurde nicht willfahrt, denn man will Mittel unb Wege sncyen, um die entfremdeten Summen dem Staatssäckel zurückzuverschaffen. Ter Oberstleutnant Neja Malchin, ein Verwandter der Königin, wurde in dem Augenblick verhaftet, als er verkleibet nach Rumänien flüchten wollte. — So war beim Serbien der Dynastie Obrenowitsch unb Ljunewitza Maschin ledig, und allenthalben herrschte in Belgrad alsbald rauschender Jubel. Alle Standes- und Rangunterschiede waren toi? weggeblasen. Ob Leutnant, Feldwebel oder Gemeiner, alle waren in diesen schaurigen Stunden Brüder. Sie küßten und umarmtem einander und johlten und sangen. In ihrer tierischen Freude über da? jammervolle Ende ihres obersten Kriegsherrn hatten sie die Kokarden und affe anderen Uniformabzeichen, die sie an Alexander noch erinnern konnten, herabgerisien unb an ihre Stelle Zweige und Blumen gesteckt. Es wurde fast überall geflaggt? Die Bevölkerung hatte Feiertag. Man sah sogar am Tage noch der Bluttat in einem Restaurant den Obersten Mischitsch ruhig, als ob nichts geschehen wäre, bei einem Glase Bier fitzen, der kurz vorher un gestraft auf seinen Königgeschossen hatte. Merk würdigerweise zeigten sich auch die respertableften Männer von ber Muttat befriedigt. Alle stimmten mit ein in den Ruf: „Es lebe Peter Karagevrgiewiffch?" AnS der halbamtlichen Presse Oesterreichs kann man ersehen, daß die maßgebenden Kreise dieses Landes von Peter ftarageorgiewitsch die Wiederherstellung der Ruhe in Serbien erwarten. Heute. Montag, wird die Skuptschina über die Person des Königs entfdiciben. Neber Nacht Hai sich inzwischen eine neue Partei gebildet, bie der Skuptschina eine Vorlage unterbreiten will, in der verlangt wird, daß ein reiner Serbe (die Mutter von Peter ftarageorgiewitsch war keine Serbin^ zum .ftöntjj gewählt werde. Als Kandidat wird der illegitime Sohn MilanS, Jessew, ausgestellt, der sich in Konstanti nopel aufhält. Er wurde bereits davon verständigt. Es ist eine Proklamation erlassen worden, in ber es beißt: „Serben? Wir wollen einen wahren serbischen König wählen. Es lebe Jessow. ber Abkömmling aus altem Ser- benhause'" Die Partei betreibt eine starke Agitation im Lande. Man befürchtet innere Wirren. Sämtliche Großmächte unb bie übrigen Staaten außer Rußland haben indes die Mitteilung von der fetzten Umwälzung hr Serbien offiziell zur Kenntnis genommen und sie als eine innere Angelegenheit Serbiens bezeichnet — Ter afte Konak, wo sich die blutigen Ereignisse abfpielten, bietet ein erschrecken deS Bild. Tie von Dvnamit gesprengten Tvre und aufgerissenen Fußböden, die erbrochenen ^nftcrfäbcn, die von Revolverkugeln durchlöcherten Wände und die überein- ander geworfenen vollkommen zertrümmerten kostbaren Möbel bieten ein Bild der Zerstörung schaurigster Art. Tte größten Blutfachen wurden von der Feuerwehr wqg- gewoschen. doch sind ihre Spuren noch zu sehen. Am ärgsten verwüstet ist das Boudoir der Königin. Wenige Tage nur nach der abscheulichen mörderischen Stwatsunnvalzrrng in Serbien traf aus Wien die Meldung ein, daß der greise Kaiser Franz Josef der Gefahr, von einem offenbar geistesgestörten Individuum mit be waffneter Hand an gefall en zu werden, glücklich ent- Gerichtssaal. R. B. Darmstadt, 12. Juni. Schwurgericht. Der Anstiftung -um Meineib angeklagt wurden heut ber Dienft- fneebt Konrad Daldhau s-Reinherm, 20 Jahre alt und L OcftcQg. Annahme oo* »*zeige* für He Tage»nummer bii Dütmiuag« 10 Uhr. 3rtlcnprcte: total UtM- a uswäN» 20 INfl. Verantwortlich Ä brn und aUgrm. Teck: V. »tttko: tüt Stadl und Land^ und .Gerichts aal : A u au st vötz; tüt den Anzeigenteil: pan« veck. Montag IS. Juni IVOS aairgen. Die in Oesterreich-llngarn, so warb cnrch in bem Der habsburgischen Monarchie so innig befreundeten und so fest verbündeten Deutschen Reiche die Kunde, daß es gelang, den Geistesgestörten unschädlich zu machen, bevor er dem bei ihm vielleicht plötzlich aufgetauchten tückischen Gedanken, dem Kaiser llnhett zuzufügen, die Tat folgen lassen formte, mit aufrichtiger Genugtuung begrüßt. Der Dolch ist, wie verschiedene Attentate in neuerer Zeit gezeigt haben, es sei hier nur an die Ermordung des Präsidenten Carnot und an das tragische Ende der Kaiserin Glrsabekh, der unvergeßlichen Lebensgefährtin Kaiser Franz Josefs erinnert — eine furchtbare Waffe, zumal wenn ehr Irrsinniger sie gebraucht, dem im Moment des Handelns weder moralische Skrupeln noch der Gedanke an das eigene Schickstck dis Hand unsicher machen. Auch diesmal hat somit zum Helle der Völker Oesterreich-Ungarns und zur imrigetr Freude aller derer, die dem bochbetagten Monarchen verebrungsvott zugetan find, die Borfebung über Kaiser Franz Josef, der im Laufe seiner langen Regierung so mancher Gefahr mannhaft ins Auge gesehen hat, schützend und schirmend gewaltet. Kunst und Wissenschaft. g tt m Sängerwettstreit. DK Kommentare über beet Frankfurter Sängerwettstreit werden sobald noch nicht zur Ruhe kommen. Ter von ber engeren Konkurrenz ausgeschlossen« „Bonner Mannergesangverein* hat eine Eingabe an bie Berliner ftommisnon gerichtet, worin er um Aufklärung über bie Gründe seines Ausschlusses hütet mtb zugleich anregt, daß in Zukunft den einzelnenBeremen die detaillierte« Ergebnisse des Pre tsrich ter-Ko llegiums mrtacteät werben, damit sie daraus eriehen könnten, welche Fehler ft« fwr die Folge besonders vermeiden muffen. Justus Liebig wurde anläßlich ferne« 100. Gebnrtslaaes auch in New - Dork gebührend gefeiert vom dortigen deutsch*» gefellig-wiffenschattlichen Verein. Ter Feier wohnte ein zahlreiche« unb auserlesenes Publikum bei, darunter auch Carl Dievig, ein in New-Pork ansässiger Großneffe deS Gefeierten. Drei Redner versuchten den Verdiensten Liebigs gerecht zu werden: Dr. W. C. Al- vers schilderte ben Charakter und Lebenslauf Dehig'S, Dr. I. A. Schmal bebanbritc das Thema: Liebigs Einfluß auf die Entwickck- unq ber metuzinischen MiffenschaÜ. Eine hochwiffenschafckich« Skizze von Justus Liebig als Forscher und Reformer entwarf Tr. Rodert Hübner. Mustk schloß die Feter. GietzemkAnzeiger ** General-Anzeiger w S Amis- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen ßf«rntprechrungmte Haufe keine Schonung, es entstand em mehrstundtges @e» metzel, der König, die ftömgtn und «ne Anzahl letner Getreuen wurden, tettS tm teils tn intaen erschossen, auch d-.c betten nntgeren Srutet ber Königin. Von diesen iolltc eincmsoeben nn A nch i» b e s KönigAlexander vorgeruntenen Gesetz-End- wurf zufolge, welcher ter Skuptschina tor^egt werben sollte Nicodem LjunewitzQ zum ^.hrourvlgev ausaerufen werten; ter andere, sowie MN Schwestern un/ein Neffe ber Königin aber sollten zu Mttglt^rn des königlichen Hauses ernannt werten und thnen lamfltth Apanagen überwiesen werten. In enter Unterredung äußerte der neue Minister des Aeußercn, ^aftewttsch, der Schlüssel zit her Tragödie sei, daß Kontg Alexander fetn Schicksal mit >cm Dragas verknüptt.habe, dte das kor- ruvteste Weib gewesen sei, das ic aur einem Throne ge- ftssm habe Ter als Thronfolger in Ausiubt genommene Selber der Königin habe einem älteren xnmptmaxtr.®a= [er an ben Kops geworren unb ser mchr barur bestraft «wnbtide das Snrerq'je a- den für morgen 1« M. V außer vv ff*®*( JIW«'* jLoche t*i0 ffffttf ES** «oz^-er »i Tie Sku tvie vorauszi -stimmig P nnb benachrid So melde dlatt, nachder auf Grund eu 'leihen löinici dou Honnlug |W gesaßt Tik vchw bc ijeute w pusihenteo 2x m der er du MpftHl. Mvminene n- mige Ahl d ZuMmster dem Palast fy tüjibiguiig mit Lrullerie tour Stabt, so toir Sie Wahl ist 1 :. jnm um». Gothaer Geld-Lotterie 3 Mk. 30.- 15.— versendet F. La. Ohnacker, Darmstadt. Höchstgewinn evtl. Mb. 125 000. 1/s x/i. Porto und Liste 6.—----S — t'oi 30 Pfg- ertra [4767 am am am Krüger. [4684 Schneider 4716 4708 Joh. Fischer. Aacmurdcr Colorlia, Aliccstr. 19. 4. Montag den 22. Juni l. I., vorm. 9 Uhr, Stein 6,6 bei Södel von der Strafe Södel—Melbach. 5. Dienstag den 23. Juni l. I., vorm. 8 Uhr, Kilometerstein 29,6 in der Nähe von Bad-Nauheim. 6. Mittwoch den 24. Juni 1. I., vorm. 8V2 Uhr, Chauffeehaus bei Dortelweil von der Straßenpflanzung Uhr, Butz- 4697 daselbst und um 11 Uhr am Abzweig der Straße Vilbel— Offenbach von dieser Pflanzung. für Haushaltungen im Werte von: Mk. 10000.— , 2UOUO.— „ 30000.— Kouponpolicen über: Dtt. 5000.— , 10000.— , 15000.— 7. Donnerstag den 25. Juni l. I., vorm. 8 nächst der Brücke am Stein 13,8 von der Straße bach—Ach. Friedberg, den 11. Juni 1903. Der Großh. Kreisbauinspektor. I. A.: Ccllarius, Regierungs-Baumeister. Kirschenversteigernng. Die diesjährige Kirschenernte von nachoerzeichncten Straßeupflanzungen im Kreise Friedberg soll wie folgt versteigert werden: 1. Donnerstag den 18. Juni l. I., vorm. 8 Uhr, an der Ackerbauschiüe bei Friedberg von der Straße Friedberg—Homburg und um 11 ,/a Uhr am südlichen Eisenbahn- vtadukt bei Niedcr-Wüllstadt von der Straße zwischen Nieder- Wöllstadt und Okarben. 2. Freitag den 19. Juni l. I., vorm. ll3/4 Uhr, am Chausseehaus bei Ilbenstadt von der Straße Ilbenstadt— Assenheim. 3. Samstag den 20. Juni l. I., nachm. 2 Uhr, am südlichen Ausgang von Fauerbach von öcr Straße Fauerbach—Ossenheim. Lieserrmgs - Verdingung. Die Lieferung von ca. 2470 Zentnern Anthrazitkohlen II, 1815 Zentnern I und II gew. Nußkohlen, 500 Zentnern melierte Kohlen, 150 Zentnern Elerformbriketts (Zeche Alte Hase), 2480 Zentnern II Hüttenkoks und 800 Zentnern Hüttengroßkoks, 150 Zentnern Braunkohlenbriketts aus der Grube Wölfersheint, 22 Raummetern Buchen-Scheitholz und 81 Raummetern Tannenscheitholz soll auf dem Wege öffentlicher Verdingung vergeben werden. Angebote sind bis zum 27. lfd. Mt§., oornuttags 11 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Oeffnung derselben auf unserer Amtsstube stattfindet, verschlossen unter der Aufschrift „Angebot für Brennmaterialien" bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Die Lieferungsbedingungen sowie das Verzeichnis der beziehenden Institute rc. können auf unserer Schreibstube lBismarckstraße 22) eingesehen werden. Gießen, den 10. Juni 1903. Großhcrzogliche akademische Administrationskommission. In Vertretung des Kanzlers: Zu weiterer Auskunft und zürn Abschluß von halle "ich mich bestens empfohlen. MnW Kcutt-VcMcmgö-WGch (iolonm. begründet 1839. «aranticmittcl Mark 21078 254.—. Die Gesellschaft übernimmt außer Feuerversicherungen unter liberalen Bedingungen und zu billigen Prämien auch Versicherungen gegen Einbruch "Ttev af)L Warcn-Verstcigcrung Dienstag den 16. und Mittwoch den 17. Juni, jedesmal vormittags 9 und nachmittags 2*/a Uhr beginnend, versteigere ich in dein Hause Nordanlagc 7, im Hinterhaus, lachverzeichnetc Warenbestände: Porzcllanwarcn: Kaffeeservice, Taffen, Töpfe rc., Waschtrüge, Waschgarnituren, große Quantität (SmmUclVanil, ^'aus- und Küchcngerät- schaften, Bilder, Spiegel, Biergläser, Bierservicc, Kuchentcllcr und diverse Glaswarcn, vcffere Herren-, Damen- und Knaben-Stiefel, sowie sonstige Rcstbcstände eines früheren Warenhauses. ■ Prämie: Mk. 5. - „ 10.— Heugras-Verfteigerung der Stadt Gießen. Montag, den 22. und Dienstag, den 23. Juni 1903, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, soll das Heugras von dar städtischen Wiesen, von Dem Friedhof und von den Anlagen- vor oem Friedhof meistbietend oer|teigert werden und zwar: Montag, den 22. Juni 1903: a) an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, sowie das Gras von einer Wiese auf dem Sellersberg, b) am Neueuwegertor von den Wiesen im Heegstrauch und in der Stephansmark, e) an Ort und Stelle vom Friedhof (Abteilung 1—8), von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesen im Rußland, d) im Philosophenwald, nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im Fürstenbrunnen, im Wiesecktal und von 2 Hospitalwiesen, sowie 2 Pfarreiwieien in der Gemarkung Wieseck, und um 5 Uhr von ca. 16 Morgen Wiesen in der Schmarzlach. Dienstag, den 23. Juni 1903 : e) von den Ochsenwiesen, einer Hospitalwiese, von den Wiesen im Stolzen morgen, Ulersbrumien und Altentisch, f) nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen, g) nachmittags */,3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Alten-Bujeck, h) nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großen- Buseck. Die Zusammenkunft ist am 22. Juni am Neustädtertor, am ^8. Juni in den Ochsenwiesen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu lassen. Gießen, den 12. Juni 1903. 4723 Der Oberbürgermeister. Mecum. Ziehung bestimmt 20. Juni 1903. J. Stürmer, Strassburg i. B. Je VlUI III Vl y üU ütroUUl L B, ■ iGeneralagentjLangestr.lOT.S Telephon 390. Markt 15. Prim LauMer zum Einkochen 4760 Pfund 85 Pfg. empfiehlt H. E. 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Mai dahier verstorbenen Kunstmalers Otto Fritz sind bei Meidung vorläufiger Nichtberucksichtig- ung alsbald bei dem Unterzeichneten anzumelden. Gießen, 13. Juni 1903. Römheld [4745 Rechtsanwalt und Notar. .ßeugraSLerstkigervilg dcrGräfl.Oberförfterei Arnsburg. Donnerstag d. 18. Juni, beginnend 9 Uhr vormittags im Kloster, sollen die Wiesen der Gemarkungen Arnsburg und Kolnhäuser in Losen von 1 bezw. 2 Morgen nach näher bekannt zu gebenden Bedingungen aus 9 Jahre verpachtet werden. Anfang für Koln- hausen gegen 10 Uhr. [4676 Versteigerung. Dienstag, den 16. d. MtS., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 2 Bettstellen mit Matratzen, Geratschrank m.Aufsatz, 6Rohr- stühle, 1 Spiegel, Göthes, Schillers, Lenaus, Lessings und Shakespeares Werke, 4 Bände Weltgeschichte, Brockhaus Kon- servations-Lexikon, 1 Pserd, 2 Wagen und sonstige Möbel aller Art. 4737 Born, Gerichtsvollzieher. Eine Anfrage sine ira et Studio an Hmn Okkmmklüt Schiente. Einsender möchte Sie daran erinnern, daß Sie nicht allezeit von dem landwirtschaft* lichen Notstand — ohne zwischen dem Osten und Westen und der Art der Betriebe zu unterscheiden — durchdrungen waren. In Ihrem meist nur dem Notschrei geöffnete» agrarischen Herzen fand einst in Anerkennung der reichlichen staatlichen Zuwendungen outline Dankbarkeit Raum gegenüber unserer Regierung. Diesem Dank, gaben Sie anläßlich der ersten Ausstellung der Hessisch-Naffauischen Herdbuchgenossenschaft als Festredner in fröhlicher Tafelrunde im Hotel Einhorn in warmen Worten Ausdruck und betonten ausdrücklich (dies Ihre eigenen Worte, für deren richtige Wiedergabe Einsender jederzeit einfteht): „Wir hessischen Landwirt«' stehen wunschlos da." Eilt anwesender preußischer Landrat äußerte im Laufe der Unterhaltung seine großt Befriedigung über die gewonnenen Eindrücke mit dem Bemerken, daß an eine staatliche Fürsorge für die Landwirtschaft in Preußen — auch nur in ähnlicher Weise — nicht r i denken sei. (Die betr. Zuschüsse in Hessen und in Preußen sollen im Verhältnis von etwa 43 zu 23 stehen.) Auf alle Festgcnossen machte Ihre Festrede den wohlthuendsten Eindruck. Die außerhalb der Landwirtschaft stehenden Teilnehmer sagten sich, daß die Million doch nicht umsonst hinausgegeben sei, womit dem Uebermaß auch dieser Liebesgabe wenigstens im Hessenlande fernerer Begehrlichkeit ein Riegel vorgeschoben sei. Man gab sich der trügerischen Erwartung hin, daß nun auch auf Seilen der bcgnaöetcn Landwirtschaft sich em Verständnis für das Wohl und Wehe der übrigen Erwerbsstände, der Hauptträger der staatlichen Lasten, die wahrlich auch nicht auf Rosen gebettet sind, einstellen werde, man genug sein lasse des grausamen Spiels auf Kosten der Allgemeinheit. Und nun zum zweiten Kapitel, Herr Oekonomierat! Welchen Umschlag hatte Ihre Stimmung erlitten, welche Wandlung war mit Ihnen vorgegangcn, als Sie wenige Wochen später — am 15. September — berufen waren, anläßlich der aus Staatsmitteln aufs Großartigste angelegten landwirtschaftlichen Ausstellung Darmstadt die Eröffnungsrede zu halten? Dort, wie kurz zuvor hier in Gießen, hätte cs Ihnen — zumal Se. Kgl. Hoheit ) die Ministerien anwesend waren — als nunmehriger Hesse als ein Bedürfnis erscheinen sollen, in Ihrer Eigenschaft als Festredner in gleicher Welse diesem Tankgefühl unb der Be- friedigung über die Lage der hessischen Landwirtschaft Llusdruck zu geben. Das hätte Ihnen als hervorragendem Repräsentanten der hessischen Landwirtschaft zur großen Ehre ge- reicht, paßte aber wenig in das Programm des dominierenden Landwirtschaftsbundes. Es mußte vielmehr der gewohnte Notschrei ertönen, der das Doppelte der bestehenden Getreidezölle verlangte rc. Die „Kölnische Zeitung", eine gewiß zuverlässige Berichterstatterin, brachte im Anschluß an Ihre Festrede unterm 17. September eine wohl auch Ihnen bekannt gewordene herbe Kritik betr. der darin enthaltenen maßlosen Vertretung agrarischer Sondermtereffen, sowie ferner in Zurückweisung einer von Ihnen dieser Zeitung zu Unrecht gemachten Beschuldigung. Den Kladderadatsch, mit dem die Sozialisten drohen (denen Ihre Partei fortgesetzt das beste Agitationsmaterial liefert), betrachtet der Einsichtsvolle als ein Gespenst, das ihn nicht schreckt. Aber der Kladderadatsch, welchen die von Ihnen verfolgte MrtschastS- Politik — gelangt sie zum Siege — im Gefolge haben muß durch den Niedergang unserer Handelsvertragspolitik, ist gleichbedeutend mit dem Niedergang mrserer volldwohlfahrt. Dann wird das deutsche Volk die Herren vom Circus Busch mitsamt ihren Aposteln, die das falsche Evangelium verkündet und ihren Gläubigen statt heilsamer Lehren eine das Gemüt vergiftende Arznei geboten haben, zur strengen Rechenschaft ziehen. 4763 Nur das harmonische, selbstlose Zusammenwirken aller Erwerbsstände kann zur Gesundung unserer vaterländischen Jnteresien führen. In dieser Beziehung seien Sie, Herr Oekonomierat, der Verbündete der Wohlgesinnten, nicht ferner der Fürsprecher eines nur Sonderintcressen huldigenden, seiner Pflicht als Abgeordneter so »venig bewußten Mannes! Zozelsgaffe 9. 2492 haben in allen Restaurationen Mttb tzases. ist die Beste! Sommnbluintn starke Pflanzen, verschied. Sorten und Farben, ä 100 Sluck 1 Alk. Karl Berger Kirchenplatz 9. [4570 ^J.G.HOUBEN SOHN CARL, AACHEN^ rrospecte gratis- Vertreter fin fast Allen Plätzen Bilz-fiidU AcNes alkoholfreies Grstilchungs Helränk Empfohlen von ersten Autoritäten Teutschlaud». 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