»er Zweites Blatt. Donnerstag 1903 153. Jahrgang Vezog-Prei», r. 3>ie Heutige Yummer umfaßt 10 Seiten. rr 1m rttl} hetiroa Hiu, F, Sobubtrt, F, Schobert. F. Behübert. 1). BwW«. K Bohumua, I. ßiihmk Sr. 3, , d, op. 73 . J< 8. Bich, . Job, Haydn. । L. Tin lieethor । Fii-dar , in H-moll . Waaneti i -inkauf zu haben Pslitische Tagesschau. Hofhaltung in Posen. Man schreibt uns aus Posen: Die geplante Errichtung eines königlichen Residenz- schlosses in Posen, für die hn neuen preußischen Etat 50 000 Mk. zu Vorarbeiten gefordert werden, ist hier begreiflicherweise Gegenstand des Tagesgesprächs. Die bereits anläßlich der vorjährigen Kaisermanöver aufgetauchte Vermutung findet iviebcr Boden, der Kronprinz werde später in Posen, wenigstens für einen Teil des Jahres, Hof halten. Besonders Fantasiebegabte rechnen sogar mit der Möglichkeit der Begründung einer Statthalterschaft für die Ostinarken und deren Uebernahme durch den Kronprinzen. Einstimmigkeit besteht darüber, daß ein öfteres und längeres Verweilen von Mitgliedern des Hofes in Posen den kräftigsten gesellschaftlichen Impuls geben und auch in geschäftlicher Hinsicht für die Deutschen von großem Nutzen sein wird. Da schließlich der Glanz des Hoflcbens erfahrungsgemäß auf die polnische Aristokratie erziehend wirkt, erachtet man als keineswegs unmöglich, daß die Spannung zwischen Polen und Deutschen im Bannkreis des künftigen Residenzschlosses nach- lasien wird. Die Bewilligung der für Vorarbeiten geforderten Summe durch den prcuß. Landtag, d. h. durch die beiden konservativen Parteien und die Nationalliberalen, steht außer Zweifel. ■Vertin Konzert Januar 1903 > hr fesellschaftsvereim, nde: ■ehmann, 1 B (KUner). am. izelsiipi"1 glichst Frankfurt, 14. Jan. (Frankfurter Stadt- theater.) Mit einer gewissen Spannung sah man hier dem Auftreten der Mme. Maeterlinck-Leblane als Monna Van na entgegen, verbindet man doch mit der Gattin des Dichters du Empfindung, keine andere fei berufen, diese Frauengestalt zu verkörpern, als gerade sie, die das Werk entstehen sah. Tie gehegten Erwartungen wurden nun, dem ,M). l£." zufolge, in hohem Maste befriedigt, wenigstens was die Vertreter der Hauptrollen^ Vanna und Prinzioalli betrifft. Tic übrigen Tarsteller sind Vertreter der antiquierten Rhetorik französischer Tragödie, ihr Pathos ist unseren!, an Realistik gewöhnten Ohr un-4 angenehm, wir stehen dem schmerz Euido Eolonnas (M. Germain.« kalt gegenüber. Ter Vater Eolonnas (M. Tulac) ist viel zu jung und lebhaft in der Geste, um glaubhaft zu erscheinen. Erft mit dem Augenblick, in welchem Monna Vanna die Bühne betritt, erwacht das Interesse. Mme. Maeterlinck ist eine gut gewachsene sympathische Persönlichkeit, deren Züge hauptsächlich, wenn sie lächelt, ungemein anziehcno wirken. Tao Organ ist voll und weich, sehr modulationsfahig. Jede Bewegung ist edel und durchdacht, man hat sofort den Eindruct, eine bedeutende Künstlerin vor sich zu haben. Sie arbeitet mit den einfachsten Mitteln, ihre Mimik ist außerordc.ltlich ausdrucksvoll. Iw der Szene, in welcher sie den Entschluß faßt, sich dem Wohle des Volkes zu opfern, ist sie von erschütternder Größe. Tie große Sz.ne zwischen Prinzivakti und Vanna im zweiten Akt gestaltete sich zu einem durch nichts beeinträchtigten Genüsse. Ehr. Dumont blieb in Erscheinung, rt Fis-du i , Fr, Cboph. d’Älbtirt. Feuilleton. Babel und Bibel. Im Anschluß an einen im vorigen Jahre um diese Zeit gehaltenen Vortrag über das Thema „Babel und Bibel" hielt Prof. D. I. Delitzsch vorgestern in der Singakademie zu Berlin einen zweiten Vortrag über das Thema in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserin, des Reichskanzlers, mehrerer Minister und einer glänzenden Versammlung von Gelehrten und aus der Gesellschaft. Der Redner, der seine Worte durch Vorführung von Lichtbildern erläuterte, wies zuerst auf die Schwierigkeiten hin, die bogmatiiuje Rücksichten den reichen Ergebnissen bereiteten, die uns die Erforschung der altbabhlonischen Kultur lieferte. Man halte für das Alte Testament an dem Begriffe der Uroffenbarung fest, obwohl dieser Begriff sehr strittig sei. Es sei auf die Sprache des Alten Testaments gerade durch die Keitschrislsorschung vielfach erst ein neues Licht gefallen. Als Beispiel nannte der Redner die Stadt Ro-aum, deren Zerstörung ähnlich wie die des egyptischen Thebens im Mten Testament erzählt werde, und die bis fetzt vollkommen rätselhaft geblieben sei, das zehnseitige Lonprisma Assurbanipals, das von dieser Stadt sprach und das man aufgefundcn habe, habe das Rätsel gelöst. Ferner sei das Tier Re-en im Men Testament allgemein fiir eine Antilope erklärt worden, in Wahrheit fei der Wildochs gemeint, den man auf zahlreichen assyrischen Retiefs finde, zum Beispiel auf solchen des berühmten Jstar- Tores, das die Deutsche Orient-Gesellschaft bis zu 14 Meter Liefe auSgcgraben habe. Hier habe man auch auf Reliefs den Drachen entdeckt, von dem du Bibel gleichfalls spricht. Aach den Erzählungen der babylonischen Keilschriften müssen luic viele unserer herkömmlichen biblischen Legenden uachprüsen: die Erzählung z. B. von dem Wahnsinn Nebu- lladnezars findet sich schon in einer alten chaldaischen Sage und sie wird darin als eine vorzeitige Prophezeiung ckeö Königs von dem einstigen Untergange semes Reiches । t , R flchaniion. * , . , B. Bohominn. ‘ , K Qrieg. ü. jMx'n » W J*"* 4 m der Muiikalienhandküg'°° n nnd ibeudi an der Kaeso, IQt »verwalte, Stork h . q haben. gionsgeschichtlichen Vorganges, aber eine Offenbarung ist es nicht. Man solle daher nicht an veralteten Lehren festhalten, alles Irdische fei im Flusse uub Stillstand sei der Tod. Auch die Reformation sei nur eine Stufe auf oem Wege der Erkenntnis, das Ziel aber, dem zuzustreben und das allen gesteckt sei, wäre die Weiterbildung der Religion. Strasse i einem * Nr. 12 •rfftet«t täglich auuei Sonmag». Dem (Slehenei Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesstschen Landwirt dir Siebener Familien» blätter viermal in der Woche betgelegL RolalionSdruck u. Verlag bei Brüh l'schen Umved.'^ud)- u.Stetn- brucfeiet (Pietsch Erden) lUbafnon, Exveduw« und Druckerei: Schul st ratze 7. Übrelle tfit Depeschent Anzeiger Gtetzeu. FerniprechanIchtutzAr 51. Der preutzische Etat. Unerfreulich ist, wie männiglich bekannt, die Finanz* tage des Reiches wie der Einzelstaaten. Der Chef des heutigen Finanzwesens hat in seinem großen, unseren Lesern wohlbekannten Exposs die finanziellen Verhältnisse Hessens klar vorgelegt, nnb wir haben in mehreren Artikeln unS darüber geäußert. Gestern hat nun auch der preußische Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben eine Einführung utf den neuen Etat des größten deutschen Bundesstaates gegeben. Auch er, der übrigens nach den uns vorliegenden Berichten über die gestrige Sitzung des preuß. Abgeordnetenhauses besonders von den Konservativen wiederholt Zustimmung und Beifall erhielt, entwarf ein ungünstiges? Bild von den Finanzen, immerhin kein verzweifeltes und ganz des Lichtes entbehrendes. Interessant war die Mitteilung, daß das Defizit statt 72,7 Millionen den kolossalen Betrag von 231 Millionen Mark erreicht Haven würde, wenn die angemeldeten Forderungen der einzelnen Ressorts voll berücksichtigt worden wären. Herr v. Rheinbaben, auch in dieser Hinsicht ein Schüler Miquels, hat diese Forderungen also ganz gehörig zusammenge- ftrichen, und das dabei angewendete Maß von Energie wird aus der mit Heiterkeit aufgenommenen Bemerkung! des Ministers begreiflich: „Jedes Ressort kämpft für seine Forderungen wie eine Löwin für ihre Jungen." ...... Mit Besorgnis äußerte sich Frhr. v. Rheinbaben über die Konkurrenz der bereinigten Staaten. „Amerika ist der dunkle Punkt am Horizont unseres Wirtschaftslebens." Es sei z. B. mit der Möglichkeit zu rechnen, daß bei einem Nachlassen des amerikanischen Verbrauchs die Vereinigten durch Perser berichtet. Die babylonisch-assyrische Literatur ist der alttestamentlichen am nächsten verwandt und zeigt in vielen Einzelheiten, die der Redner nachwies, auffallende Gleichgänge. Tie Feuersäule, die Gott den Israeliten in der Wüste den Weg zeigen ließ, wird auch von der babylonischen Göttin Jstar berichtet, es sei demnach ein gewaltiger Irrtum, die Ueberreste der althebräischen Literatur, wie sie im Mten Testament enthalten seien, für einen bindenden religiösen Kanon zu halten. Wie sei dies auch möglich, da z. B. das Buch Hiob ganz blasphemisch, andere Teile — wie das Hohe Lied — ganz weltlich seien? Zudem finde sich eine Fülle von Widersprächen in den Erzählungen des Alten Testaments. In dem babylonischen Gesetzbuch, das König Hamurakis aus der Hand des höchsten Gesetzgebers Samas empfing, und das, auf einen Tioritblock eingegraben, neuerdings aufgefunden worden ist, erinnere vieles an die Art und Weise des mosaischen Gesetzes; nachweisbar sei die Einrichtung des Sabathtages, dessen Ursprung die Juden selbst nicht mehr kannten, aus Babylonien, wo er Schabachu hieß. Unhaltbar sei ferner die Theorie von dem Monotheismus und der überragenden sittlichen Kraft des Judentums. Ter Name Jahve oder Jahu als der eines einzigen Gottes sei bereits 2000 Jahre vor Christus von semitischen Beduinen angerufen worden, Ueberreste der babylonischen Götteranschauung finden sich bei dem Propheten Habakuk, der von dem Gott mit den Stierhörnern spricht; der Stier war den Babyloniern Sinnbild der Kraft, schließlich auch ^chNichel Angelos berühmter Statue. Israel stand aUi» auch durchaus nicht auf höherem sittlichen Standpunkte als Babylonien; seine Kriege zur Eroberung Kanaans waren äußerst blutig, seine Könige oft ungerecht und gewalttätig; die Stellung der Frau war eine ganz niedrige. In seinem Monotheismus lag zudem ein starker Eigennutz, der alle anderen Völker unbeachtet ließ, daher konnte eine wahrhafte neue Bewegung durch die Welt gehen, als Paulus Christi Cvauge- lium verbreitete. Das Alte Testament behält seine hohe Bedeutung als einziges Denkmal eines gewaltigen reli- Sim Ouuilitttifhfc »cr^rouplinz^stn von Sachsen ßiebt die „Kreuzztg." vermutlich von einem Eingeweihten, ss heißt bann: „Man Uuui die Persönlichkeit der Kronprinzessin nicht besser tcnnzcichnen ais durch den Hinweis, dun ihr das Wort ^Pflicht" em unbetamiter Begriff war. Sie wußte ihre gluuzeuoe äußere uuo innere Begabung nicht in den Tiensl einer Sache, sondern stets nur in den ihrer stets wechselnden periönlicyen Neigungen uiw Bedürfnisse zu stellen. Es ist anzuertmnen, daß |ie auch auf diese Wei,e dem sächsischen t^ose, namentlich in den ersten Jahren, unschäpdure Dienste geleistet hat. Ihre unvergleichliche Anmut und Liebenswüioigteit, die Lebendigkeit ihres Wesens, Schönheit und Klugheit |üyrten ihr im sturme die Herzen des -Volkes zu, wo immer sie sich zeigte. Auch ernsthajte Männer, Gelehrte, Künstler, hoye Beamte, wußte sie uxvi widerstehlich für sich einzunehmen, und auch außerhalb Sachsens hat sie dis zu den hohen, und höchsten Stillen volle Sympathie für sich zu wecken verstanden. Aber in den näherstehmden Kreijen zeigte sich schon seit Jahren eine unverAnnvare Wandlung. Tie Unbeständigkeit ihrer Urteile, das Unbedachte und Unzuverlässige ihrer Aeuße- rungen, d^s man anfangs ihrer Lebhaftigkeit zu gute geschrieben harte, sühne allmählich dahin, daß man ihren Worten überhaupt weniger Gewicht beilegte. Man nahm bie Prinzeß Luise nicht mehr ernst. Man ertannte die tiefe ll.nwahicha,ugUit ihres Wesens, die sie, nebenbei gejagt, auch in den letzten Wochen ihres TreSdener Aufenthaltes in einem Maße betätigt hat, das weit über den beabsichtigten Zweck einer Vertuschung ihrer Pläne huiausging. Tiefe Wanolung mag namentlich innerhalb ihres hohen Werwanotenkceises )eibft der Prinzessin deutlich geworben jein. Tie setzt verwitwete Königin Carola, die, selbst tinoerloS, der jungen 'Nichte und prä,umtiven Nachfolgerin mit einem Herzen voll mütterlicher Liebe enigegengekonimen tuar, zog stch resigniert rpit jebem Jahr mehr von ihr zurück. Ter verewigte König Albert ließ die Prinzessin in den letzten Jahren oollig gewähren, o.hne ihr die mindesten Hindernisse in den Weg zu legen. Schon daraus läßt sich ermessen, was es mit den Vorwürfen, gegen die „Beengung des Hoflebens" nsw. aus sich hat, mit denen der Schritt der Prinzessin erklärt wird. Tem Zeremoniell des Hofes hat sie sich stets zu entziehen gewußt, soweit ihr dasselbe unbequem war. Immerhin läßt sich nachsühleu, daß die Umpfmbung von dieser Abwendung ihrer Umgebung, von der ^rgebucsiosigkeit ihrer Bemühungen^ sich überall un- bcbüigte Geltung und Bewunderung zu verschossen, ihr selbst wiederum ein siarAs Gefühl des Unbesriedigiseins gegeben hat. Gewohiit, ihren Neigungen oijue Besinnung nachzugehen, unnngeschrankt durch die Rücksichten, die Gewissen und Herz gegenüber bem Laube Sach An, gegenüber Mann inib Kindern ihr vorzuschreibeu hatte, bedurfte sie nur einer starken, die sinnliche Veranlagung ihrer Natur gefangen* nehmenden Neigung, um aUes über Bord zu werfen, was »ui 20 Nach einer Schweizer Zeitungsnachricht wäre Polizeo- rat Schwarz im Hotel „Augleterre" in Genf bedeutet worden, die Schweiz ehestens zu verlassen. Wie bestimmt verlautet, haben die Bundesbehörden sich mit der Sache nicht befaßt. Ob die Regierung von Genf Schritte tat, ist nicht bekannt. Hofes, an dem sich für jeden und für jede hätte leben lassen, die den obersten Daseinszweck dieses Hofes, das Gebot königlicher Pflichterfüllung, auf sich zu nehmen gewillt waren." G i r o n hat die Darlegungen des „Dresdener Journals" über feine Person zu ergänzen für nötig befunden, und die „Frankf. Ztg." giebt diese Erklärung weiter. Danach hat Giron erklärt: Er entstamme einer katholischen, aber politisch-liberalen Familie und habe persönlich antiklerikale Anschauungen. Tie Nachricht, daß er in klerikalen Schulen seine Erziehung erhalten habe, ist unrichtig. Er besuchte die weltliche „Ecole Athönöe" in der Brüsseler Vor stabt -Jxelles, bie von liberalen Lehrkräften geleitet wird. Diese verließ er im Jahre 1895, und er besuchte dann durch zloei Jahre bas ebenfalls nichtilerikale Privatinstitut Ra- maekers in Brüssel, eine Spezialschule für Mathematik, daraus ein Jahr lang das als antiklerikal bekannte Institut Verbrughen in Brüssel. Hieraus bezog er im Jahre 1898 die Berg schule in Lüttich, die er, wie alle früheren Schulen, mit vorzüglichem Erfolge absolvierte. Nach Verlassen bei Bergakademie trat er bie Er zieh er stelle in Dresden an. Er glaube, daß sich au- diesem von jedermann zu kontrollierenden Lebenslaufe auch schon das Gerücht widerlege, daß er jemals ein Bummel- ober Glücksritterteben geführt habe. Nichtsdestoweniger wünscht er, daraus hinzuweisen, daß man ihm „Schürzenjägerei" und „Glücksritterei" nur in ganz allgemeinen Redensarten vorwirft, ohne auch nur ein einziges Faktum dafür vorgebracht zu haben oder Vorbringen zu können. Tie ihm von toskanischer Seite in dem Artikel des „Kurier" vorgeworfene Erpressung bezeichnet er als absolut unwahr. Mit der Oberhofmeisterin yabe er kein Wort über derlei Tinge geredet. Von Geldsachen war nur einmal die Rede, und zwar als der Oberhofmeister von Tümpling vor der Abreise $u Giron sagte: „Sie haben Ihre Studien begonnen; vielleicht ist es Ihnen erwünscht, die Mittel zur Beendigung derselben zu erlangen. Fixieren Sie selbst die Summe, die Sie hierfür benötigen." Er habe auf dieses Anerbieten mit keinem Worte erwidert; er „fand es nicht einmal nötig- es erst abzulehnen." (!) Bezüglich der Dlättermeldung- daß Erzherzog Josef Ferdinand es abgelehnt habe, mit ihm zu sprechen, möchte er konstatieren, daß der Erzherzog ihm sehr liebenswürdig gegenübertrat und ihm sowohl bei der Aiikunst, als auch beim Abschiede die Hand reichte. Ferner erklärt er, daß sein von den Eltern geerbtes Vermögen säst unangetastet bei seinem Notar in Brüssel liege. Daß Giron den Vorwurf der Gewissenlosigkeit und der Schürzenjägerei noch mit Beweisen belegt haben will, nachdem er selbst mit einem der nichtswürdigsten Skandale diesen Beweis erbracht hat, und noch täglich erbringt, ist doch dem Gipselpuuki harmlosester Unverschämtheit nahe. Uebrigens wird erwähnt, daß die Königin-Witwe Carola von Anfang an gegen Giron eine eigene Abneigung gehabt hat und nicht sehr viel auf feine Kenntnisse als Lehrer hielt. Gegen den Kronprinzen hatte Giron ein unterwürfiges, unangenehm devotes Benehmen. Aus Genf besagt die neueste Meldung der Schweizerischen Tepeschen-Agentur vom 14. Januar: Justizrat Körner reifte heute abend nach Nizza ab, von wo er nach Dresden zu reifen gedenkt. Die Unterhandlungen mit der Kronprinzessin von Sachsen und ihr,en Vertretern, welche übrigens, wie verlautet, guten Fortgang nehmen, sollen nötigenfalls schriftlich fortgesetzt werden. Auch Dr. Zehme wird am 15. ds., nachdem er in Gegenwart Lachenals —7a aiebl v -|(|M M 0 jl o»O»l . |ii sie besaß. Tos Verständnis der ganzen beklagenswerten Geschichte läßt sich nur gewinnen, wenn man in die Tiefen Person-» lichen Atenschentums einzubrrngen versucht. Hier allein, in ben ewig neuen Rätseln individueller Veranlagung, speziell weiblicher Statur, liegt das Geheimnis des Geschehenen, , _ nicht in raffinierten kirchlichen oder politischen Jntriguen, noch eine Unterredung mit der Kronprinzessin gehabt nicht in den angeblichen Absonderlichkeiten eines Fürsten-1 haben wird, abreifen. ri baS bei Mlgcuzur/r ( tzchMrflraße b 1903. let faui». GletzeimAmeigerW W Eeneral-Anzeiger SS” v für den polil xl allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen ZWZ ________ jeiqenteil: öan« Beck, Mr. Morgan. Aus d.m Ueriiner Aarlument. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt ferner unten* 14. Januar: Im Reichstag hat wieder die Periode der Beschlußun. fähigkeit begonnen. Das preußische Abgeordnetenhaus nahm )eute die Inhaber von Doppelmandaten nur bis em Uhr mittags in Anspruch. Wer von dort sich zum Reichstag begab, empfing zwei entgegengesetzte Eindrücke. Im Abgeordneten.» )aus die Fülle, im Reichstag die Leere. Unglücklicher tonnte gai nicht disponiert werden, als daß die Etatsdebatten, näch'ti Woche beginnend, im Reichstag und Landtag zusammcnsalten. Tas Abgeordnetenharis hätte ganz gut dem Reichstag mindestens ein paar Tage Vorsprung lassen können. Doch es besteht immer etwas wie Eifersucht zivischen den beiden Parlamenten. Zumal die Mitglieder des Abgeordnetenhauses, die nicht dem Reichstag angehören, wachen eifrig darüber, daß dem Reichstag „keine überflüssige Konzession" gemacht wird. Das hindert nicht, daß im Landtag häufig des Langen und Breiten Dmge zur Sprache kommen, die zur Kompetenz des Reichs- tages gehören. Damit beweisen die Herren, die nicht im Reichstag sitzen, das Talent zu solcher Berufung, das unbegreiflicher Weise noch nicht gewürdigt worden ist durch eine Wahl._____________ _ und Güterwagen. . Für Herstellung von Garuisonsemrichtungen in Wreschen und Scyrimm werden nahezu 3 Million en verlangt. Zu Vorarbeiten für die Errichtung eines tö nig- l ich en Residen -schloss es in Posen werden 50 Ouu Mark angewiesen. Ter dem Finanzetat beigesügten Denk- schcist betreffend Zuwendungen an die Beamten in der Provinz Posen iulo den gemischtsprachigen Meisen Westpreußens ist zu entnehmen: Tie Gewährung von Gehaltszulagen an die mittleren, Kanzlei- und Unterbeamten gehör: zu den auf Stärkung des Deutschtums und Zurüctd rängung der deutsch- uiiib, staatsfeindlich en polnischen Agitation gerichteteii politischen Maßnahmen. Die Grundsätze sind: Gtatsmäßig angestellte mittlere, nanzler- und Unterbeamte, welche in den Provinzen Posen und West- Preußen, ausschließlich den Kreisen Dauzig^tadt und -Niederung, Elbing-Stadt und -Niederung und Marienburg fünf Jahre tätig gewesen sind, erhalten eine widerrufliche Gehaltszulage von 10 Prozent. Ter Bedarf an Gehaltszulagen wird aus Mk. 1300 000 veranschlagt, die Zulagen zu den Pensionen auf 50 000 Mk. Zur Gewährung von Erziehungs- beihilfen an höhere Beamte sind 150 000 Mk. im Etat eingestellt. — Tie dem Kultusetat beigefügte Denkschrift betreffend Gewährung persönlicher Zulagen an Volksschul^ lehrer und -Lehrerinnen in den ehemals polnischen Landesteilen sieht eine gleichmäßige widerruf- Oraan und Temperament nichts schuldig. Kostüme, Dekorationen waren streng stilgerecht, äußerst harmonisch uiid schön. Tas Publikum gab seiner Begeisterung enthusiastischen Ausdruck. c , Aus Frankfurt a. M. schreibt man uns: In den Hermes'schen Sälen sind für kurze Zeit neu ausgestellt zwei der ausgezeichnetsten Gemälde von Arnold Bock- lin, „Die Nacht" und „Ruine am Meer". — Intendant Jensen, von der hiesigen Oper, der von der Kölner Theaterkommission zur Bewerbung um den Direktorposten der Kölner Theater ausgefordert worden ist, hat nach Köln das Ersuchen gerichtet, von einer etwaigen Erwählung seiner Person Abstand zu nehmen. — Der Berliner „Bors en kurier" meldete- dieser Tage, daß Herr Wilhelm Diegelmann, Mitglied des Frankfurter LLycmspiels und uns Gießenern wohl bekannt durch seinen uns neulich im Theaterverein gebotenen prächtigen „Erbsorster , infolge künstlerischer Differenzen seine Entlastung eingercicht und auch erhalten habe. Nach den von der „Kl. Presse eingezogenen Erkundigungen ist die Nachricht irrtümlich. Herr Diegelmann wird die Frankfurter Buhne nicht ver- Die Kaiserin und die Berliner Hofbühnen. Wie die „Frkf. Ztg." von besonderer Seite erfährt, hat die Kaiserin aus Anlaß der bekannten Vorgänge, die zu dem CntlajsungSgesuch des Grafen Hochberg führten, den Wunsch geäußert, in die für die Hofbühnen angenommenen No v i- iüten vor ihrer Ausführung Einsicht zu nehmen. Es soll dadurch jedenfalls verhindert werden, daß Werke zur Ausführung gelangen, die das sittliche Empfinden der Kaiserin verletzten. Ob der neue Generalintendant auf diesen Wunsch eingegangen ist, wurde Nicht mitgeteilt. Botschafter vor. . — Der Kaiser hatte heute vormittag im Reichskanzler- palais eine Unterredung mit dem Grafen Bulow, hörte später im königlichen Schloss- den Vortrag bes stelloer re enben Chess des Zivilkabincts und empfing dann den Unterstaalsekretär im Justizministerium Dr. Küntzel. — Der Kronprinz ist heute morgen aus Bonn hier einaetrofsen. Derselbe wird, einer Korrespondenz zufolge, auf einer Mittelmeerreise außer Konstantionop-l auch Jerusalem besuchen. Di- Rückreise soll über Egypten und Italien erfolgen. Di- Dauer der Reife 'st °uf s'-b-n bis acht Wochen berechnet. - Der Kronprinz reiste nut Ge. folge heute abend um 11 Uhr mit Sonderziig nach Peters, bürg ab. Der Kaiser begleitete den Kronprinzen bis zum Waggon und verabschiedete sich auf das Herzlichste. Auf d^n? Bahnhof- waren di- russischen Botschafter und das Bot. ^"^^DcrSpielplan der preußischen Klassenlotterie soll wie im Etat vorgesehen ist, eine Abänderung erfahren. Es 'hat sich das Bedürfnis herausgestellt, den Spielplan ins- besonders bezüglich der mittleren Gewinn- günstiger zu g-- Halten und zu diesem Zwecke unter Herabsetznng deu Loo. vrcises für jede Klass- eine fünfte Klass- einzusuhre», die der Einsatzgewinne und bamit der Freilose herabzusetzen und die Zahl der Stammlos- entsprechend zu vermehren. Die sich hieraus ergebende Mehreinnahme des Staates von 300 ouo Mk. soll den Spielern IN Form einer Prämie zu Gute komnten. Der hiernach ausgestellte neue Plan wird nut bet im Lause des Et-tsiuhres bcgmnenben 209. Lotterie in Wirksamkeit treten. — Die auf heute im Reichsjustizamt anberaumt ge» wefene Konferenz zur Reform der Str afproze ßord- nung ist auf den 10. Februar verschoben worden. Ausland. Paris, 14. Jan. eRn nationalistisches Blatt meldet, daß mehrere Mitglieder d-er Patr io te n lr g a zum Zeichen des Protestes gegen die Wahl des Sozialisten Jaurös zum Vizepräsidenten der Kaznme heute nacht die Straßburg-Statue mit ^nem Traue l umhüllten. Die Polizei entfernte heute morgen den Traue flor Libre Parole" veröffentlicht em Telegramm u liche Zulage von jährlich 120 Mk. nach fünfjähriger, 200 Mark nach zehnjähriger Tätigkeit in diesen Landesteilen vor. Ter erforderliche Bedarf für 1903 wird aus eine Million Mark veranschlagt. — Im Etat der Justizverwaltung siird zur besseren Ausbildung der Dolmetscher in der polnischen Sprache neu eingestellt 30000 Mark. Im Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung süid u. a. an außerordentlichen Aufwendungen in Ausficht genommen: 500 000 Mark zum 9Leitbau eines Tienstgebäudes für das Landwirtschaftsministerium in Berlin, 300000 Mk. als erste Slate zur Errichtung einer l and w i r t sch a ftl ich eu Versuch s st a t i o n in Bromberg. Aüs den einzelnen Etats des Kultusministeriums ist hervorzuheben, daß die Begründung einer königlichen Akademie in Posen in Aussicht genommen ist, um einen Mittel- und Förderungspunkt für die geistigen Bestrebungen in den östlichen Landesteilen zu bilden. Tie Unterhaltung der Akademie wird 57 070 Mark an laufenden Aufwendungen erfordern. Für die Akademie sind in dem in Posen zu erbauenden deutschen Vereinshause Räume vorgesehen. Zur Errichtung einer technischen Hochschule in Breslau werden 250000 Mark angewiesen. Eine besondere Tenkschrift macht über die neue Hochschule ausführliche Mitteilung. Für Veranstaltung einer Unterrichtsaüsstellung auf der Weltausstellung in St. Louis 1904 werden als erste Rate 120000 Mark ausgesetzt. _ Staaten ihre Eksentvaren zu billigsten Preisen nach Deutschland werfen. Ob diese Ausführungen nicht doch die „amerikanische Gefahr" einigermaßen überschätzen und all- zu pessimistisch sind? Bei der mit größter Kühnheit und größten Mitteln geplanten inißglückten amerikanischen Kohleneinfuhr hat sich gezeigt, daß nicht alles gelingt, was die smarten Yankees für erreichbar, oder gar für eine Kleinigkeit halten. Die Rechte, die auf die Vereinigten Staaten wegen des landwirtschaftlichen Wettbewerbs nicht ont zu sprechen ist, — im Reichstag wollen die entschiedenen Agrarier die Absetzung der Forderung für die Be» teiligung des Reiches an der Weltausstellung in St. Louis beantragen — gab der düsteren Prophezeiung des Ministers Recht. Ebenso versteht sich von selbst, daß die Ver- ftcherung, die Landwirtschaft müsse nach wie vor das Kind besonderer Sorge und Fürsorge fein, rechts mit Befriedig- ung vernommen wurde. Auf weitere Erhöhung der Beamtengehälter darf man sich bei der schlechten Finanzlage keine Hoffnung machen. Die Zulagen in den Ostmarken, zur Unterstützung der Polenpolitik, werden den höheren Beamten nicht zu gute kommen. Lebhafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen lösten die Worte aus: „Der preußische Adler wird die erworbenen Landesteile nie mehr loslassen!" Zum Etat 5er Eisenbahnverwaltung stellte Frhr. v. Rheinbaben den anerkennenswerten Satz auf: Nichts sei gefährlicher, als notwendige Ausgaben von' heute auf morgen zu verschieben. Hoffentlich findet diese These volle Berücksichtigung insbesondere oei denjenigen Einrichtungen, die der Betriebssicherheit im Eisenbahnwesen dienen. Hier ist das Sparsamkeitsprinzip ui der Tat das gefährlichste und verhängnisvollste. Frhr. von Rheinbaben brachte erneut die Schaffung eines Eisenbahn-Aus gleichfonds, ausgestattet mit etwa 260 Millionen, in Vorschlag. Für die Reichsfinanzreform, Miquels altes, aber gescheitertes Lieblingsprojekt, trat der Minister mit Wärme ein. So wie jetzt, könne es nicht weiter gehen, daß das Reich an die Bundesstaaten immer größere Ansprüche stelle. Der Reichsgedanke müsse darunter leiden. Nach dieser entschiedenen Auslassung muß man erwarten, daß den Reichstag die Neichsfinanzreform nochmals beschastigen soll. Eine solche Vorlage ist aber bisher nicht angekündigt worden. welche in die Welt gefegt wurden. Sie ersucht energisch zu dementieren, daß Interviews, wie sie Berliner, Brüsseler und italienische Blätter veröffentlichten, stattfanden. Was die Beziehung des Grafen Lonyay mit dem Kaftno in Monte Carlo anlangt, so versichert dieser, noch gar nicht in den Spielsälen gewesen zu sein, und bezüglich der täglichen häuslichen Szenen, von welchen Telegramme berichteten, erklärt der Graf, daß das eheliche Einvernehmen nie besser gewesen sei als jetzt. Tie Personen aus der Umgebung des gräflichen Paares bestreiten formell die von den Journalisten ihnen zugeschriebenen Mitteilungen. Sie stellen in Abrede, jemals Auseinandersetzungen beigewohnt zu haben. Kommandatore Fprreri, der Eigentümer der von Gras Lonyay in San Remo gemieteten Villa, betätigte, daß die Gräfin ihren Gatten besucht und Herz- lich mit ihm verkehrt habe. Die Nachrichten über enorme Geldausgaben erklärt Gräfin Lonyay für gehässige Vei> eumbungen und Aufbauschungen von Journalisten und bittet dringend, jedes Gerücht von einem ehelichen Zerwürfnisse für durchaus unrichtig zu bezeichnen. Graf Lonyay beauftragte den Budapester Advokaten Dr. Fehcrpatacy, Nachforschungen nach dem Urheber der über ihn verbreiteten falschen Gerüchte einzuleiten und gegen denselben unverzüglich die Klage anzustrengen. In konservativen hai^-H dem Vernehmen nach, nicht die Absicht, auf die vom Abg. Graf Ka n i tz seinerzeit eingebrachte, aber vertagte Interpellation wegen des Schisfahrtstrust im Laufe des gegenwärtigen Sessionsabfchnittes zurücchukommen. Man hat sich überzeugt, daß nationalivirlschafiliche Jntercsseu durch den Trust nicht beeinträchtigt werben; bestehen bleiben lediglich Be- oenken über die finanzielle Wirkung des Trustvcrtrages aus die beteiligten deutschen Rhedereien. Toch mit diesen W- denken sich zu befassen, ist Sache der Rhedereien. Für die Oefsentlicykeit in Teutschlauo ist Mr. Morgan nicht mehr der frühere „schwarze Mann"; man hat sich der Befürchtung entschlagen, baß er eine Art von Diktatur über den gesamten transatlantischen Verkehr begründen werde. Deshalb sind die Gerüchte von neuen Morganschen Trust- ptänen in Deutschland skeptisch ausgeiiommen worden, und die Haltlosigkeit der Gerüchte hat sich auch alsbaid heraus- gestellt. Es lag weder der Meldung etwas Tatsächliches zu Grunde, Morgan beabsichtige, die Handelsflotten in kleineren Staaten Europas zu einem Trust zu vereinigen, noch erweist sich die dieser Tage aus Brüssel verbreitete Angabe als zutreffend, Morgan plane die Bildung eines von Antwerpen aus zu dirigierenden Trusts, der alle den Verkehr zwischen Europa und Südamerika vermittelnden deutschen, englischen, französischen und italienischen Schiff- sahrtgesellschasten umfassen soll. Namens der deutschen Rhedereien dementiert Direktor Ballin von der Ham- burg^Amerika-Linie diese Nachricht soeben aufs entschiedenste (vgl. unsere gestrigen Handelsnachrichten) und die französischen Rhedereien haben sich dem Trustgedanken von Anfang an ablehnenb gegenübergestellt. Dasselbe gilt von den italienischen. Was England betrifft, so sei auf ine Bestrebungen verwiesen, auf der nordatlantischen Fahrt dem Morgantrust einen Gegentrust an die Seite zu stellen. Daß Geneigtheit für die Eingliederung der engllsch-sudatlanti- schen Linien in einen Schiffahrtstrust vorhanden sem sollte, ist darnach kaum anzunehmen. Ueber den bisherigen Rahmen wird der Morgan^Trust allem Anschein nach nicht bin auswachsen. Auch der außerordentliche Unternehmungsgeist dieses amerikanischen Milliardärs findet ferne Einzelheiten aus dem preußischen Etat. Die „Berliner Korrespondenz" meloet: Im preußischen Etat für 1903 sind die ordentlichen Einnahmen auf 2 602 205 930 Mark, die Ausgaben im Ordmarmm auf 2516 369 633 Mark, im Extraordinarium auf 158 536 29 ( Mark, zusammen auf 2 674 905 930 Mk. veranschlagt, mithin die Ausgaben von 72 700000 Mark höher als die Einnahmen. Ter Fehlbetrag wird durch Aufnahme einer Aai- leche zu decken sein. Ter Betrag der letzteren ist behufs Balanzierung int Etat der allgemeinen Finanzverwatlung als außerordentliche Einnahme eingestellt. Gegenüber den Veranfcylagungen jur 1902 vermuidern sich die Einnahmen um 11961 ^14 Mark, während die Ausgaben des Ordina- riums ein Mehr von 48 912 459 Mk., die des Extraorduia- riums ein Meyr von 11826 327 Mk. auf weisen. Bei den staatlichen Betriebsverwaltungen ist im Ordinarium ein Minderuberfchun von 44 691890 Mk. veranjchlagt, indem 7 761480 MÜ Wiehrüberfchüsfen 52 453 3<0 Mk. Mindestüber- jchüffe gegenüber liegen. Von den Mindeftüberfchufieu entfallen 4/o95 661 Mk. auf die Eifendahnverwaliuug. Das Extraordinarium des Eifeubahnetats fordert 91663 uUO Mk., davon 15 Millionen für Auswechfelung leichter Schienen durch schwere und 15 306 000 Mk. jur Be|chafsung von etwa 250 Lokomotiven, 550 Personenwagen und 3382 Gepäck- $raf und Krästn Lonyay. Gräfin Lonyay empfing cinen Journalisten m b-er Milla Kabn auf Kap Sun Martin. Sw ist fchrnerzlich rührt von den lügenhaften, phantastifchen interviewst IWto®ie%ny[ifd)e Gesandtschaft teilte dem maroK-mischen Minister mit, daß, wenn die Unruhen rn der Nahe von Tanger sortb-st-hen, eine Intervention notwendig werde. Tie -Nachricht vom Tode des Kriegs Ministers ist um begründet Tie Nachricht entstand >n>oige eines Ren k/ntresmit d em Hv sm ar s ch all, wobeiderKriegs - Minister verwundet wurde. — tot 9. Januar Heften der d eu t s ch e B iz e ko n I ul und dce beuftchen »aukeute Sei, die übrigen Europäer rcstieu am i^lgeiM^u ßage - Ter Präteiivent sord-rt- di- Z°Ueinuehm-r m Melllla aus, die Geider ihm auizubewcchren, weil,em Swg ihm sicher sei. - Die Risskabhlen verjagten dem Sultan blC „Liberal" erhält T-l-gramm- au^F-z, wonach die Truppen des Sul tuns bic L 7n1^pU°n'behufs -inmütig-n aus T-tuan be- sagen daß infolge der unter den Kvbylenstammen m Nachbarschaft der Stadt herrschenden Erregungdie wohn er die Stadt befestigen, daß, wenn der Prätendent siegreich sem sollte, die Kvoyien die Stadt mit Stu>.* nehmen. . - • Temvs' nAri) aus Algier gemeldet, daß zwei Bataillone" der ^in Sidi-Welabbes liegenben fränkischen Fremdenlegionäre sich bereit halten, an die marokkanisch- Grenze abzugehcn. Schranken. Zu den Vorzäugen in Marokko meldet die ,-Lvss. Ztg." aus Tanger: Tie Voiksstämme in der 9lähe von Tanger kämpfen fort. Es heißt, daß oer Streit wegen Viehroubs entstanden ist. Ter Pa,cha voii Tanger rückte vor die Tore der Stadt, sah sich jedoch zur Rückkehr gezwungen. Die Stadt ist ruhig, da die Kampfe vor ihren Nlauern nur totale» Charakter zu tragen scheinen. Für alle Fälle jvuoden jedoch starke Wachen ausgestellt. Tie Europäer, die in Tanger weilen, sind nicht uv Gefahr. Tie Kabelgesellschaft ergrqf Maßregeln, um eme etwaige Zerstörung der Telegraphen zu verhindern.—■ Cme 'Meldung besagt: Es ist ein Wass enstillstand ge- schlvssen worden. Tie Frauen, Kinder und schwächeren Ka- byleu flüchteten innerhalb der Stadttore. Ter Pafcha ist untätig. Tie Europäer sind durchaus sicher, da sich m Fez keine Europäer mehr befinden. Tre von Arabern gebrachten Nachrichten widerfprechen einander und sind un- ParlameururifcyeS. Berlin, 14. Jan. Dem preuß. Abgeordnetenhause ging ein Gesetzentwurf zu, welcher den Finanzminister er- mäcljtigt, deii Fehlbetrag des Lahres 1901 rm Aule i h e w e g durch Veräußerung von 3/ 503 562 Mk. Schuldverschreibungen zu verschaffen. — Dem Hause ging ferner ein Gesetzentwurf zur Wanderung des Gesetzes betresfend Wohnu ngsgeldzuschüsse der unmittelbaren Staatsbeamten zu. Danach soll ab 1. Oktober 1902 bei der Pensionsbemefjung der DurchschncktSsatz des Wohn- uugsgeldzuschufses für die Servisklassen 1 bis 4 angercckmet werden und die bezüglichen Tarife für die Servisllasse 5 fortsallen. ____________ — Deutsches Deich. Berlin, 14. Jan. Der Kaiser empfing gestern bib Offiziere, welche den Kronprinzen nach Rußland begleiten nämlich den (Seneralabjutanten, Generalleutnant ü Moltke, den Konimandeur des Alexander-Regiments U Sch-uck, ben Kommanbeur bes Husaren-Regiments .Kaiser Nikolaus von Richlanb' Frhr. Lynck-r. ben Kommanbeur beä Küraisier.Regiments .Kaiser Nikolaus 1. non Richlanb-, o. Schwerin, unb ben Flügelabjutanten Major °. Friebe. bürg. Gestern nachmittag sprach der Kaiser beim russischen Arlicilcrdemegung Telephonischer Kursbericht. meldet: 4% Ungar. Ooldrvnte . . 101.95 V er freier: Uh Ludwig Thoma», Bahnhofwir 37. 625 geboten. Märkte. Nur echt in blauen Carton» ä 1 Mk,, niemals lose. H Oberlieen'-e . . 4% Oesterr. Go drehte 4'i,% Oesterr. hilberreete 103.50 50.— 31.25 29 70 125.40 45.— . 103.25 101.20 87.% 8’/. 37,% »% d7,% . . 102.95 . . 91.65 . . 102.70 . . 91.60 . . 101.— Reicheanleihe do. Konsole . do . . Rraten und versuchten mehrmals die Versammlung durch Zwischen- rufe zu stören, aber der Versuch wurde von der Versammlung entschieden zurückgemiesen. Rechtsanwalt Win deck er hielt zum Schluß eine Ansprache, worin er sich u. a. gegen die Sozialdemokraten und ihre Bestrebungen wandte. — Zwei Leute im Alter von etwa 20 Jahren verübten vorige Woche mehrere Ein bruch S d i eb stä hle, wobei sie u. a. mehrere Enten, Wäsche und Gebrauchsgcgenstände entwendeten. Bei der Haussuchung fand man das meiste mitAuS- nahine der schon verzehrten Enten wieder. Die Diebe ivur- den verhaftet. Darmstadt, 13. Jan. Durch daS hesiische Handelskammergesetz, das im vorigen Jahre beschlossen worden ist und das in seinen Grundzügen dem preußischen entspricht, wurde den in ländlichen Bezirken wohnenden Gewerbetreibenden, deren Jnteresien durch die städtischen Handelskammern bisher nicht genügend vertreten werden konnten, das Wahlrecht zu den Handelskammern der Städte zugestanden. Die Mitglicderzahl der Darrnstädter Handelskammer wurde durch die Wahl zu Anfang Dezember des vorigen Jahres von 15 auf 22 erhöht. Die hiesige Handelskammer hat nun auch ihre Organisation geändert. Tas Sekretariat bleibt zwar unter der bisherigen Leitung bestehen, doch ist außerdenl in der Person des Herrn Tr. Huhmann, der seither an der Handelskammer in Offenbach tätig war, ein Syndikus gewählt worden. — Hier wurde vorgestern abend in einer Vertrauensmännerversalnmlung der freisinnige Verein neubegründet. Der Verein bekennt sich zum Programm der freisinnigen Volkspartei, will jedoch alle Schattierungen deS liberalen Bürgertums von der freisinnigen Vereinigung bis zur Deutschen Volkspartei mitumfassen. 2)1 ain3, 14. Jan. Aus der Stadtverordnetensitzung. Tie Aufhebung des Oktroi war von verschiedenen Vereinen bei der Stadtverwaltung nachgcsucht worden. Stadto. 2)1. 2)1. Mayer teilte mit, daß der städtische Finanzausschuß sich gegen die Aufhebung des Oktrois ausgesprochen habe. 2?ad) dein Beschlüsse des Reichstags werde mit dem Jahre 1910 das Oktroi ohnedies aufgehoben. Die Stadt müsse darauf bedacht sein, Ersatz zu finden. Die Stadtverordneten stimmten dem Einträge gegen Aufhebung zu. UMS. prmß. Lbgeordnetenhause )CT den Finanznmsler eres Wahres 1901 im Ln- von 31 503 562 Mk. Ahold- - Tem Hause ging ferner lng des Mcs dellcjsend der unmittelbaren ch soll ab 1. -Oktober 1902 )urWnittssah des Wohn- fiaijen 1 bü 4 angerechnet i e für bit ^Mafje ö Heer und Flotte. Berlin, 14. Jan. Die Nachricht des Temps von zunehmenden Desertionen beim 16. Armee-Korps in Lothringen und von Maßregeln des Grafen Häseler zu deren Verhütung wird den Berliner Neuesten Nachrichten vom General-Kommando des 16. Armee-Korps als unbegründet bezeichnet. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst in der Ztznagoge, tzudanlage. Israelitische Neligionsgemeinde. Samstag, den 17. Januar 1903. Vorabend 4.30 Uhr. Morgens 9 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterttäruug. Eabbathausgang 5.40 Uhr. SüoameriLitNlschiS. Willemstad, 13. Jan. Trotz der Blockade wird für Sie Aufständischen täglich Munition aus Curacao fortgeschafst. Caracas, 13. Jan. 1100 Aufständische griffen am 6. Januar Cumana an, daS durch 500 Mann Negierungstruppen verteidigt wurde. Nach einem siebenstündigen Gefechte, daS von dem britischen Kreuzer „Tribüne" auS beobachtet wurde, zogen sich die Aufständischen unter Zurücklassung von 200 Gefangenen, 300 Gewehren und 29 000 Patronen zurück. Caracas, 14. Jan. Die Aufständischen verloren in einem Gefecht bei Cumana 80 Tote. Die Vorräte an Proviant in Caracas sind knapp. Mehl ist nur für sechs, Fleisch für zehn Tage vorhanden. Newyork, 14. Jan. Ein Telegramm auS San Domingo besagt: Die Regierung benachrichtigte den amerikanischen Gesandten, daß sie der Forderung auf sofortige Zahlung von 6 500 Pfd. Sterling an die Clyde-Steamshiplinie nicht nachkommen könne. Lai seh berpasrete. Trüffeln, Hummer, Jit-yonnaise, Kheinsalm, Wildp-et. f umpuddirg sivd schwer verdauliche Speisen, die aber der BOhwächs « Mac en br llant v. rt ägt, wenn er nach Tisch regelmässig e n Gläschen .^äntls“ von Dr. W. Knecht &. Co. n Frankl uri a. 31. zu »icn n mmr. 5*änt<» ist nämlich ein ärztlich ai.erB-n nter, aubgeze chneter 11 ttgen bilter von vorzüglichem Gesci.mack, cer die V ''Weiten * Mjufttenjtn b 8 * Vetzdorf (Rheinland), 14. Jan. Die „Betzdorfer Zeitung" ...ULet: Seit gestern früh ist die ganze Belegschaft des Stahlwalz- wertes „Wehbach" der Bergbau- und Hüttenaktiengesellschast Friedrichshütte und eine Abteilung der Firma Carl Stein, die etwa 800 Mann stark ist, wegen Lohnstreitigkeiten ausständig. HottesdinrK ber israelitischen Keugionsyesellschast. Sabbathseier am 17. Januar 1908. Freitagabend 4.30 Uhr. Samstag Vormittag 8.80 Uhr. Nachmittags 8.30 Uhr. Sabbathausgang 5.40 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 7,00 Uhr, abends 4.30 Uhr. Limburg a. d. L., 14. Jan. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.30 Alk., Weißer Weizen 00.00 2)1 f., Korn 10.36 Alk.. Gerste 8.46 Mk., Hafer 6.89 All., Erbsen 0.00 Alk., Kartoffeln 0.00 Mk. fljttb eine Entehrung mehr sein für bad entehrte und entehrend st e aller Regime". TaS Telegramm schließt mit den Worten: Nieder mit der Republik des Parlamentarismus, es lebe die Republik des Volkes. Wien, 14. Jan. Wie man der „Neuen Freien Presse" mitteilt, war Prinz Johann Georg von Sachsen nur au dem Zweck in Wien ein getroffen, um bem Kaiser für die ihm verliehene militärische Würbe zu banken. Unrichtig sei es daher, daß er mit irgend einer Mission des sächsischen Hofes in Angelegenheiten der Kronprinzessin betraut sei. Prinz Johann Georg stattete dem Kaiser einen längeren Besuch ab und reifte heute nachmittag nach Prag, um dort als neuernannter Oberst Inhaber des 11. Infanterieregiments die Vorstellung des Offizierkorps entgegenzunehmen und baS Regiment zu besichtigen. Morgen nachmittag wird der Prinz nach Dresden weiter reifen. Petersburg, 14. Jan. Tie Nachrichten von einer Hefen Gemütsbedrückung der Kaiserin sind falsch. Augenzeugen erzählen, daß die Zarin in Stoabia wohl anfangs unb vorübergehend leideitd gewesen ist, sich aber bald vollstänbig erholt und mit ihrem Gatten unb ihren muntern Kindern ben Aufenthalt in bem herrlichen Landsitz vollauf genossen hat. Tas Kaiserpaar gab sich voll bem Vergnügen hin, ber Hauptstadt und den Verpflichtungen des Hofes entzogen zu sein unb seinen Kindern leben zu können. Nach seiner Rückkehr konnte man in Petersburg bei ben Festlichkeiten, die Aum Jubiläum des Pagenkorps stattfanden, mit Freude das gesunde Aussehen der Kaiserin bemerken. Der Zar war frisch und munter, sprach mit kräftiger lauter und fester Stimme, als er die Pagen in längern Reden begrüßte. Auch der Thronfolger Michael Mexandrowitsch strafte durch fein Aussehen die Gerüchte von seiner Krankheit Lüge. Militärisch ftraff tat er Flügeladjutantendienst bei seinem Bruder, dem Zaren. Johannesburg, 13. Jan. Chamberlain besuchte heute zwei Minen, in denen er sich die Vorgänge 6Ri der Goldgewinnung erklären ließ, und fuhr sodann zur Minenkammer, wo er eine Besprechung mit den Vertretern der Mineninteressenten abhielt. In einer Ansprache bat der Minister die Leiter der Bergwerke, patriotischen Geist zu zeigen, und wies sodann, auf die Arbeiterfrage übergehend, auf die Schwierigkeiten und Nachteile bei Beschaffung von Arbeitern aus den Gegenden nördlich des Zambefi oder aus Indien oder China hin, wobei ei die Gefahr der Einführung ber „Schlafkrankheit" aus Uganda anführte. Während Chamberlain die Anwerbung chinesischer Arbeiter als möglichen Ausweg annahm, warf er jedoch die Frage auf, öS dadurch ausreichender Ersatz geschaffen werden könne. 3e/0 Mexikaner . . 4I/2 /q Chinesen . . . Electric, bet ackert . . Nordd Lloyd . . . Kreditaktien . . . Diskonto-Komm andit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Beniner Handelsges. Ocsterr. Staate bahn . . Lombarden * • • » Uottbar ibahn .... Laura ütte..... Bochum...... liarpener ..... Tendenz: f» t. ^11'111'111' yU'ivutuji’iL. Originaldrahtmelduttgcn des Gießener Anzeigers. Berlin, 15. Jan. Ter Kaiser hat dem Zaren eine Aufmerksamkeit erwiesen, intern er ihm einen wo Hk zubereiteten Wildschweinskopf übersenden ließ. Tie Delikatesse wurde von den lästerlichen Köchen hergestellt und in einer verlöteten Blechkiste nach Petersburg geschickt. Berlin, 15. Jan. Der Gesetzentwurf, betreffend die KaufmannSgerichte, ist, wie ein parlamentarischer Berichterstatter meldet, im Bundesrate durch Beschlußfassung noch nicht erledigt. Es wird dies aber in allernächster Zeit geschehen. Die Vorlage dürfte in etwa 14 Tagen an den Reichstag kommen. — Dem Reichstage ist die Bekanntmachung, betreffend die Einführung von Lohnbüchern für die Kleider- und Wäsche-Konfektion zugegangen. — Wie das „Berk. Tagebl." hört, ist der deutsch-konseroatwe Abg. Prätorius am 16. Dezember v. Js. aus der konservativen Fraktion ausgeschieden. Berlin, 15 Januar. Unter ber Spitzmarke: ,AuS dem Sumpfe der Berliner politischen Polizei" veröffentlicht der „Vorwärts" einen langen Artikel, in welchem eingehend mitgeteilt wird, wie Kriminalbeamte einen RedaktionSboten des „Vorwärts" durch Geld-Entschädigungen zur Uebermittelung von NachriHten aus der sozialdemokratischen Partei an die politische Polizei zu oeranlaffen suchten. Berlin, 15. Jan. Im Neuen Theater erzielte gestern abend der dreiaktige französische Schwank „Die Fliege" von Antony Mars einen großen Lacherfolg. Hannover, 15. Jan. Das spanische Jesuitendrama „Patermdad" (Elternliebe) von dem Priester Segismondo Pey Ordeix erzielte bei feiner Erstaufführung am hiesigen Residenz-Theater einen durchschlagenden, von Akt zu Akt sich steigernden, zum Schluß stürmischen Erfolg. Ey dtk uh nen, 15. Jan. Der Kronprinz kam in Wirr^ ballen heute mittag 12 Uhr 10 Min. an und reifte um 12 Uhr 50 Min. weiter. T resden, 15. Jan. Zur Affäre der Kronprinz zessin wird mitgeteilt: Tie Gerüchte von einer güt- lichen Aus tr agung des Ehestreites mehren sich und werden unterstützt durch die Veröffentlichung sachärztlicher Ansichten über den Gesundheitszustand der Kronprinzessin und durch den Hinweis intimer Kenner der Verhältnisse am Tres-dener Hofe auf die schon seit Jahren bei der Prinzessin auffallende Unbeständigkeit ihrer Urteile. Jn^ dessen steh-t nur soviel fest, daß man sich von hier aus im Unverständnis mit dem Wiener 5Aofe bemüht, der ver-< irrten Frau für ihre Umkehr goldene Brücken zu bauen. Eine Rückkehr in ihre früheren Verhältnisse ist aber völlig ausgeschlossen. Stuttgart, 15. Jan. Der Direktor der Heilbronner Gewerbebank, Fuchs, ist im Zuchthause zu Ludwigsburg gestorben. London, 15. Jan. In Algier wurde die Gattin deS dortigen venezolanischen Konsuls in der vorletzten 2tacht auf der Straße überfallen, niedergeschlagen und beraubt. Genf, 15. Jan. Dienstagnacht traf von Dresden ein Kammerdiener der Kronprinzessin Luise ein, welcher ihr zwei Koffer überbrachte, Die verschiedene Kleidungsstücke und Wäsche enthielten. Derselbe brachte auch eine Geldtruhe, in welcher sich verschiedene Schmuckstücke befanden. Der Poliz-eikommissär Schwarz aus Dresden reiste gestern nach dort zurück. Um 5 Uhr nachmittags stattete er der Kronprinzessin einen MschiedSbesuch ab, bei welchem sie chn auf das Liebenswürdigste empfing und ihm für seine Diskretion und feinen Takt, ben er während feiner Anwesenheit in Genf bewiesen habe, dankte. Am Mittwochvormittag begab sich die Kronprinzessin nach dem Hotel Bergues, wo sie mit Dr. Zehme von vormittags 10 Uhr bis mittags eine Unterredung hatte. Im Hotel Angleterre sand alsdann zwischen der Kronprinzessin, Zehme, La-- chenal, Körner unb Bothe, dem deutschen Konsul in Genf wiederum eine Unterredung statt. Zwischen dem Anwalt des Kronprinzen und demjenigen der Kronprinzessin wurde eine Frist festgesetzt, während welcher noch verschiedene kleinere Punkte auf dem Korrespondenzwege erledigt wer- den sollen. Landrat Görschen auS Altenkirchen ist zu einer Besprechung mit dem Arbeiteralisschuß hier eingetroffen. Tie Ausständigen oer- btiltcn sich ruhig. Zlinöel und Uerlretzr. Aolkbivirlschast. — Die Zigarettenfabrik A. G. Masaltzi u. Eomp. in Dresden hat dcn Konkurs angemeldeü Mannheim, 14. Jan. Tie Meldung der „N. Bad. LdSztg." von der Gründung einer Hamburgischen Aktieu-Gesellschaft für Naphtaprodulle, die mit 6 NilUionen Mark Aktienkapital auS- geslallet sei, ist nicht z»,trcssend. Es handelt sich, rote das Blatt jetzt meldet, nur um einige kleinere Uuternehtnttngen der Shell Transport anb Trading Company, welche diese an eine Gesellschaft m. b. £>. mit unbedeutendem Kapital abgetreten hat. Bukarest, 14. Jan. Tas Amtsblatt veröffettllicht da? Gesetz, betr. Verlängerung des Handelsübereirtkommens mit Bulgari en bis zum 1. Januar 1904. Stockholm, 14. Jan. Ter Verroaltungsrat der Stockholmer Handelsbank beschloß heute die Erhöhung des Aktienkapitals um 3 Millionen Kronen. Tie neuen Aktien roerben den alten Aktionären zu einem Kurse von 220 Prozent zur Zeichnung an- Ml. aiiit m n«i) Ml«"1 bl‘ Ltanlm, tarulM««» bei ^atenW«»18>ft* nndet, d-i>5-i«°»d°"° “ itolauS 1; * ’ Ä"- au8 Bon« h« ute «i«9en “ jolg(, auf eftorwiponbenj jur B fionftantton iireife 6 ... „• fieben er 5ronpnN) MerS- 6,'.ne u „ MeiDinnc v s.e§ TntiP=*\ i -SsEß «tu“1.'tei SsKÄ Um unser Lager zu räumen, gewähren wir von heute ab bis Samstag den 31. Januar auf sämtliche 0 Glessen. Fernsprecher 356. 545 Wieseck, den 15. Januar 1903. 3. I Orpheum per Pfund 70 Psg. im Ausschnitt per Pfund 2 Mt. per Pfund 25 Pfg. 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