'Nr. 2N3 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt dre Siebener Familien» blätter olennol in der Woche bergelegt. Rotationsdruck n. Verlag bei Brüht 'sehen Untvers.-Buch-u.Stem- druckeret (Pietsch Erden- Redaktion. Expedition und Druckerei: Schalsteatze 7. Adresse für Depeschen: «uzetger (Sieben. ^rrnsprkchantchluß Nr. 61. Erstes Blatt. 153. Jahrgang Montag 14.Dezember 1903 jnu.„RrJ.jir ä _ _ VezngSpreid» O XRk W C9 monatlich 7b Pn viertel» £*2% 7 W ” _ jährlich Ml. 2.20; durch GietzenerAnzeigerW ** Senerat-Anzeiger v ** m-ms. Amis- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen KWZ ________ v " vJy zetgenteil: HanS Beck. Deutsches Reich. Berlin, 13. Dez. Tas Kaiserpaar begab sich gestern nachmittag vom Neuen Palais nach Berlin, und -ort nach Ankunft aus dem Potsdamer Bahnhofe nach der niglichen Akademie der Künste, um dort Gemälde besichtigen, die für den neuen Tom bestimmt sind. Als ■ c Kaiser gestern abend der Vorstellung im Schau- » »ielHause beiwohnte, erhob sich das Publikum bei j -incm Eintritt, und brachte ihm eine begeisterte Ovation -l ir, der Kaiser, der sehr gut aus sah, dankte erfreut. Bei dem Besuche der Kunstakademie fiel es angenehm auf, daß der Kaiser wieder laut und vernehmlich sprach und die Stimme den alten sonoren Klang hatte. — Nach einer Meldung der „Köln. Volksztg." hatte Prof. Schmidt bei der ersten Untersuch- mg sofort die Gutartigkeit des Leidens erkannt und ^egen einen Aufschub der Operation aus diesem Grunde nichts eingewendet. Außer der Kaiserin und dem Leibarzt wußte nur ein Flügeladjutant von dem Leiden. Daß die Heilung langsamer, als erwartet, vor sich ging, hatte seinen Grund in dem Umstande, daß der Kaiser sich bei seinem Temperament nicht genügendSchonung auf- crlegen wollte. — Nach dem Besuche des Schauspielhauses begab sich as Kais er paar nach deur Neuen Palais zurück. Zur steigen Jrühstückstajel waren geladen: Generalstabsarzt v. Leuthold, Professor Orth und Dr. Spieß. Tie Aerzte wohnten auch der Vorstellung und dem Souper im Schauspielhause bei. — Wie aus Kopenhagen telegraphiert wird, gedenkt der König von Dänemark am 16. Dezember nach Emünden zur Teilnahme an der Feier der siw-ernen Hochzeit des Herzogs und der Herzogin von Cumberlagnd zu reisen und unterwegs Aufenthalt in Berlin zu nehmen. — Der Kaiser sollte nach dem „Reichst." den Wunsch ausgesprochen haben, den Wmiral Evans, den Höchstkommandierenden des amerikanischen Geschwaders in den asiatischen Gewässern, auf dessen bevorstehender Heimreise zu empfangen. Wmiral Evans wird Anfang März k. I. nach Ablauf seiner zweijährigen Dienstzeit zur See auf dem Schlachtschiffe „Kentucky" durch das Mittelmeer nach der Heimat zurückkehren. Bei dieser Gelegenheit, so hieß es, werde der Wmiral dem Kaiser einen Besuch abstatten. Vom Marinedepartement zu Washington wird diese Nachricht jetzt als unzutreffend mit dem Hinzu fügen beschnei, daß die dem Wmiral für die Zurücklegung jeiner unreife gestellte Frist einen Aufenthalt in den deutschen b ewässern überhaupt nicht gestatte. (Sollte sich das Frag e- md Antwortspiel, das den Tagen des Besuches der ameri- . mischen Flotte in Kiel voraufging, wiederholen?) — Für den verstorbenen Geheimrat Adolf von Hanse- Mann fand in dessen Palais eine Trauerfeier statt, an der die Minister von Rheinbaben, Möller, Schönstedt und Budde sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus der Finanz- Bank- und Handelswelt teilnahmen. Ws Vertreter auswärtiger Finanz-Institute waren u. a. der Sohn des Barons Nataniel Rothschild aus Men und Direktor Kornfeld von der Ungarischen Kreditbank erschienen. Ter Kaiser hatte sich durch seinen Wjutanten vertreten lassen. Unter den zahlreichen Kranzspenden befand sich auch ein prachtvoller Kranz des Kaisers. Tie Beisetzung fand un Han,e- mann'schen Erbbegräbnis auf dem Matthäi-Friedhofe statt. h- Der Vorstand der nationalliberalen Reichstagsfraktion hat sich endgillig konstituiert., Vorsitzender ist der Abg. Tr. Sattler. Außerdem gehören dem Vorstande an die Wgeordneten: Dr. Blankenhorn, Tr. Paasche, Frhr. Heyl von Herrnsheim, Boltz, Tr. Hie- ber, Krämer, Münch-Ferber, Patzia, Sieg und Wallbrecht. Geschäftsführer sind die Abgg. Graf Oriola urw Tr. Seniler. — Wegen der Regelung der Entschädigung unschuldig Verhafteter ist jetzt in der Hauptsache eine Verständigung zwischen den Bundesregierungen erzielt worden. — Bei der Schnelligkeit, mit der sich die Etatsdebatte abwickelt, hofft man, daß der Reichstag bereits Dienstag abend die Ferien beginnen kann. — Wie eine offiziöse Korrespondenz meldet, ist die Finanzlage in Preußen wenig günstig; die Bilanzierung des Etats werde sich nicht ohne Schwierigkeiten bewerkstelligen lassen. — In den Bureaus für Sozialpolitik fand gestern abend unter dem Vorsitz des Freiherrn von Berlepsch eine zahlreich besuchte Sitzung des Ausschusses der Gesellschaft für soziale Reform statt. Auf der Tagesordnung stand in erster Linie die endgiltige Beschlußfassung zum Zehnstund entag der Fabrikarbeiterinnen. Berichterstatter war Generaldirektor Dr. Pieper. Seine Resolutionen wurden mit tleinen Abän- derungen genehmigt. Ter Verein wird sich mit seinen Anträgeu über den Zehnstundentag an den Bundesrat wenden. lieber die Erhöhung desSchutzalters der jugendlichen Arbeiter in Fabriken berichtete Generalsekretär Professor Fraucke. Der Ausschuß beschloß die Fortsetzung und Ausdehnung der Untersuchungen über diese wichtigen Fragen, lieber die Beschlüsse der Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz betr. gewerbliche Nachtarbeit der Frauen, ferner über die Verwendung von Phosphor zur Zündholzfabrikation berichtete v. Berlepsch. Die Vorbereitungen sind im Gange, welche zur Berufung einer internationalen Staatenkonferenz über diese Fragen führen soll. Ferner wurde beschlossen, die nächsteGeneralversammlu ng für Sozialreform im Herbst 1904 in Mainz abzuhalten. Aus die Tagesordnung kommen: Konsumvereine und Arbeiterämter. Schließlich wurde der Vertrag mit dem Institut für Gemeinwohl in Frankfurt a M. betreffend die Errichtung des Bureaus für Sozialpolitik in Berlin genehmigt. — Tie Gesamtorganisation der deutschen Juden soll nunmehr zur Tatsache werden. Schon hat in Berlin ein engerer Ausschuß getagt. Man war hier allgemein der Ansicht, daß die Verteidigung der staatsbürgerlichen Rechte der Juden nicht allein bestimmten politischen Parteien überlassen, sondern von den Juden selbst in die Hand genommen werden müsse. IN den ersten Monaten des Jahres 1904 soll die konstituierende Telegiertenversammlung der Israeliten Deutschilands stattsind en, die zunächst der neuen Organisation ihren Namen geben, sowie ihre Befugnisse und Aufgaben anweisen soll. — Tie elsässischen Abgg. Blumenthal und Rifs haben mit Unterstützung' der beiden freisinnigen Gruppen einen Antrag eingebracht, worin ein Gesetzentwurf gefordert wird, der für Elsaß-Lothringen eine aus allgemeinen, gleichen, direkten und g eh ei- men Wahlen hervorgehende Volksvertretung einführt. Kiel, 13. Tez, Die Kaiserjacht „Meteor erhielt Befehl, mit den Vorbereitungen zu ihrer Indienststellung, die im nächsten Jahre erfolA, zu beginnen, um frühzeitig eine Auslandsreise anzutreten. Dresden, 12. Dez. Die Konservativen beantragen in der zweiten Kammer jetzt die Aufhebung der viel angegriffenen steuergesetzlichen Bestimmung, welche das landwirtjchaftliche Betriebskapital steuerfrei läßt int Gegensatz zum industriellen Betriebskapital. — Tie Regierung fordert vom Landtag 10 000 Mark für ein Gen darmerie aus gebot in Crimmit- s chau. München, 12. Tez. Jü einer Sitzung des Gemeindekollegrums wurde gestern der Beschluß des Magistrats, vom Mai bis einschließlich August völlige Sonntagsruhe imHandelsgewe rbe einzuführen, und in den übrigen Monaten eine zweistündige Sonnrags- arbeit zu gestatten, ab gelehnt, ebenso ein klerikaler Antrag aus unbedingte Sonnkr^ruhe. Angenommen wurde mit großer Mehrheit ein Antrag von Professov Quidde (d. Vp.), welcher oahingeht, daß die Handels-Angestellten nur von 10 bis 12 Uhr an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden dürfen und ihnen jeder zweite Sonn- und Feiertag fteizugeben seü Stuttgart, 13. Tez. Der Minister des Innern hat die Bestimmungen für die königliche Zentralstelle für Gewerbe und Handel dahin geändert, daß die Lohnarbeiter unter die Beiräte der Zentralstelle enw geführt werden. Kolomalpost. — Die „Ehemn. Allg. Ztg." erfährt aus Reichstags- kreisen, daß zum Nachfolger des Gouverneurs von T e u t s ch - S ü d w e st a f r i l a Oberst Leutwein, der deutsche Generalkonsul in Kapstadt, von Lindequist ausersehen sei- — Irovinzial-Ausschutz. Gießen, 14. Dez. Me wir bereits berichteten, sand am Samstag eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt. Ter erste Punkt der Tagesordnung betraf den Leichenbeschauer in der Gemeinde Atzenhain im Kreise Alsfeld. Der Sachverhalt ist folgender: Nachdem der ftühere Leichenbeschauer Johannes' Seng II. zu Atzenhain gestorben war, wurde Johannes Hahn von da als Leichenbeschaueü von der Gemeinde Atzenhain in Vorschlag gebracht und unterm 4. Dezember 1882 als solcher verpflichtet. Hahn besitzt in Atzenbain ein Gut, das er bis zu dem Tode seiner Ehefrau oronungD- mäßig bewirtschaftete. Seit dieser Zeit hat er jedoch sehr nachgelassen und foft vollständig aufgehört, in der Landwirtschaft tätig zu sein. Wenn er schon bei Lebzeiten seiner Ehefrau dem Alkohol gerne zugesprochen hat, so tut er es jetzt, nachdem die Aussicht, die seine Frau über ihn geführt hatte, weggesallen ist, in einem solch erhöhten Maße, daß er die meiste Zeit nicht nüchtern ist und infolge des Alkoholgenusses nichts arbeitet. Der Ortsarmenverband Atzenhain sah sich daher veranlaßt, beim Großh. Amtsgericht Grünberg Antrag aus Entmündigung des p. Hahn zu stellen, welchem auch unterm 16. Juli d. I. stattgegeben und die Entmündigung ausLesprochen wurde. Die Bürger- Kroßherzogi» Alice. Zum 14. Dezember. Ter heutige Ta.g ist ein vaterländischer Gedenktag für as GroßhevMgtum tz-s,en. Tie Mutter unseres erhabenen Monarchen, Guvßherzogin Alice ist heute vor einem tierteljahrhundert, am 14. Dezember 18/8, in noch sehr iunaen Jahren gestorben. Sie starb damals gewissermasjen e Natürlichkeit des Entgegenkommens, die Helle des geistigen Veiüänbniffes g>keill)i nlles ous. , ^ Strauß folgte wiederholt der Emlodung der Prm- zeilin und versichert, daß die jedesmal stundenlangen Unterhaltungen „Quellen der wolst-tatigsten Anregung und E?Mschuug lür beide Teile waren." Strauß trreb danmls Boltaire-Studien. Die Prinzessin erfuhr davon sre wünschte Strauß möchte ihr aus dem Manuskript vv-rlesem Es sollte anfänglich! ein erlesener Zuhärerkreis den Vorträgen beiwohnen, twch erkrankte der Gemahl der Prinzessin an Tiphtheritis, wodurch dieser Plan vereitell wurde. „Sie bat mich zu sich", so schreibt Strauß, „sofern ich mich vor Ansteckung nicht fürchte, und eröffnete mir dann, da sie sich nun für Wochen so einsam sehe, so würde es chr von besonderem Werte sein, wenn ich mich geneigt sinden ließe, für meine Vorträge über Voltaire mit ihr allein als Publikum vorlieb zu nehmen. Tazu war ich sehr gern bereit." In sieben Stunden wurde das Voltaire-Manuskript vorgelesen, wobei sich der Vortragende ,church bic immer gleiche lebendige Aufmerksamkeit" der fürstlichen Zuhörerin gelohnt sah". „Mittlerweile ging einerseits", so berichtet Strauß, „der Truck der Schrift weiter, andererseits der fteuudliche Verkehr mit der Prinzessin fort, die eines Tages in der ihr eigenen liebenswürdigen Art der Empfindung Ausdruck gab, wieviel sie in den zwei Jahren unseres Umgangs mir an Klärung ihrer^ Einsichten und Festigung ihrer Grundsätze schuldig geworden." Mit aufrichtiger Ueber- zeugung hob Strauß dagegen hervor, wie erftrschend und anregend ihr Verkehr auf ihn gewirkt und wie er „die Lust und den Mut zu seiner Arbeit ihr verdanke". Wie ihre Schwester Viktoria, die spätere Kaiserin Friedrich, in Preußen, so hat sich die Großherzogin Alice in ihrer neuen Heimat um die Verbesserung der Erwerbsverhältnisse der Frauenwelt besonders verdient gewacrst, ebenso auch um die Armenpflege. Sie ist dre Urheberin und Mutter aller mit ihrem Namen heute gezierten gemeinnützigen Uuternehm- ungen im Lande. Ern Bum über Armeicpjlege vori der berül-mten englischen Philantropin Miß Ocravia Hill wurde auf rhre Anregung ins Teutsche übertragen und von ihr mit einem Vorwort versehen. Wie chr Tod damals wert über die Grenzen des Landes schmerzlich, empfunden wurde, so wird der heutige Tag von vielen Tausenden als ein Tag treuen und innigen Gedenkens in stiller Weise andachtsvoll begangen weroen. B. C." Kouzertverem. Gießen, 14. Dez. Das gestrige dritte Konzert des Konzertvereins machte die zahlreich erschienenen Musikfteunde mit drei in Gießen noch nicht gehörten Neuigkeiten bekannt, von denen die beiden ersten mit dem Hauptwerk des Abends, „DeA Heilands Kindheit" von Hektor Berlioz namenllich texllich zusammenpaßten. An erster Stelle des interessanten Programms stand der Marsch „Die heiligen drei Königs" aus dem Oratorium „Christus" von Franz Liszt, dessen größere Kompositionen durchgängig für großes Orchester geschrieben sind. Herr Musikoirektor Traut mann hat mit der Wahl dieses Marsches einen glücklichen Griff getan. Unter seiner verständnisvollen Leitung kam das tonschvne Werk, in dem sich übrigens die Mechmusik weniger bemerkbar machte, wie es z. B. in den symphonischen Dichtungen der Fall ist, in schönster Weise zur Geltung^ Das Orchester folgte allen Anweisungen des geschätzten Dirigenten rmit großer Hingebung und trug damit viel zum Gelingen des Werkes bei. Alles übrige waren Kompositionen von 5^ektor Berlioz zur Feier von dessen hundertsten Geburtstag. Ein bisher nicht veröffentlichter, 1832 in Rom komponierter „Chor der Magier" für gemischten Chor und Orchester brachte den Beweis, daß er namentlich in der Behandlung biblischer Stoffe verständliche Musik zu schreiben weiß. In seinen beiden großen Schöpfungen Symphonie phantastique und Lelio kennt man ihn gar nicht wieder. Dirigent, Chor und Orchester gaben auch hier ihr Bestes, sodaß auch diese Aufführung als eine musterglltige gelten kann. Mele Konzertbesucher werden gestern sicherlich an die vor Jahren im Klubsaal stattgesuudene Aufführung der Flucht nachi Egypten von demselben ZÄ>mponi.sten gedacht haben. Das Hauptwerk des gestrigen Abends war die Erzählung von „des Heilands Kindheit", die der Komponist gleichfalls mit einer Fülle schöner und verständlicher Ätelo- dieen auszustatteu gewußt hat. Es sind an der Aufführung beteiligt vier Solisten, gemischter Chor und Orchester, und das ganze Werk zerfällt in drei Teile: der Traum des Herodes, die Flucht nach Egypten und die Ankunft in zu bessern beginnen. Märkte. -Anl. . 103.80 . 64.00 . 82.45 . 37.40 . 141 60 45.00 42.90 Reichsanleihe do. Konsole . do . . Hessen . 102.40 . 91.75 . 102.30 91.75 . 101.75 . 100.00 . 102.90 Paul Becker aus Worms, Karl Bock aus Jugenheim, Hermann Braun aus Herbstein, Will). Brücket aus Lang-Gons, Gg. Degen aus Auerbach a. d. B., Herm. Engelhardt aus Duderstadt, Ernst Gallus aus Darmstadt, Jean Gruber aus Gießen, Ferd. Haberkorn aus Alsield, Karl Joseph aus Eberstadt, Gustav Knaus aus Gießen, Wilhelm Kochs ans Heuchelheim, . . 26.30 . . 92.80 . . 112.10 . . 106 GO £ 217.30 199.70 . 149.30 . . 160.40 165 60 . . 146.40 . 17.80 . 189.50 242.00 . 191.60 . 205.75 fest» Fritz Stumps aus Flonheim, Wilhelm Thomas ans Mainz, Hermann Usinger aus Mainz, Theodor Weber aus Lieh, Otto Zentgraf aus Eberstadt. 4°/o Unech. Monopo> 4*/,% äussere Argentiner 8*/t% 3’7 o 3V,°/o 5°A) Bu/u Mexikaner 4t/s /o Chinesen . Electric, bet ackert Nordd Lloyd . . hreditaktien lh Skonto-Korn mandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Ber iner Haudelsges Oestorr Staatebahn Lorn Barden . . Uotthar ibahn . . Laura।lütte . . . Bochum .... llarponer Tendenz: Aus Stadt und Land. Gießen, 14. Dezember 1903. Telephonischer Kursbericht. fcraJMHiiiri «*. - 14. Dezemuer »bo3 Gerichtssaal. — Wegen wissentlichen Meineids wurde der Polizeisergeant Otto Gerl ach aus Dirsckau vom Schwurgericht m Danzig, wie von dort gemeldet wird, nach mehrtägiger Verhandlung zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jähren Ehrverlust verurteilt. Prag, 12. Dez. Im Prozeß gegen die Verwalter der St. Wenzels' Vorschußkasse wurden Peter ^rozd und Direktor Kohout zu je 7 Jahren, Hertzka zii 3 und Peckelander zu 19 Monaten Z u ch t h a u s verurteilt. —— daß der fragliche Wald Gemeindeeigentum sei und da,, die beantragte Verteilung den: Gesetze widerspreche. In seiner Sitzung vom 6. Mai d. I. erkannte der ProvinA'ial- Ausschuß zu Recht, daß die Entscheidung ausznsetzen und in einer der nächsten Sitzungen zu verkündigen sei, was in heutiger Sitzung, wie anfangs erwähnt, geschah. Schluß folgt. •* Der Kreisausschuß hat heute vormittag in öffentlicher Sitzung beschlossen, daß der Rekurs der Gg. Weber Erben gegen den Polizeibefehl der Bürgermeisterei Gießen wegen der Niederlegung des Hauses 9t eiten baue 20 (Krachenburg) zu verwerfen sei, der Rekurent die Kosten des Verfahrens zu tragen und eine Verhandlungsgebühr von 45 Mk. an die Kreiskaffe zu entrichten habe. - Juristische Jakultätsprüfung. An der am 12. Dezember d. I. abgeschlossenen juristischen Fakultätsprüfung beteiligten sich 37 Kandidaten. Nach Beendigung der schriftlichen Prüfung werden zwei Kandidaten wegen ungenügenden Ausfalles ihrer schriftlichen Prüfung zurückgewiesen. Ein Kandidat trat zurück. Von den im Examen verbliebenen 34 Kandidaten erhielten 3 die Note 2 (gut), 12 die Note 3 (im ganzen gut), 15 die Note 4 (genügend), 3 die Note 5 (ungenügend). Die mündliche Prüfung eines Kandidaten wurde wegen Erkrankung des Kandidaten bis zum Januar k. Is. verschoben. — Folgende Kandidaten haben das Examen bestanden: Ludwig Oppel aus Rüsselsheim, Karl Pistor aus Darmstadt, Karl Rau aus Darmstadt, Hemrich Schmitt aus Mainz, Ernst Schneider aus Heuchelheim, Ludwig Schneider aus Darmstadt, Joh. Bapl. Schurgens aus Bingen Ludw. Schwebet a.Auerbach a./B. Wilh. Schwörer aus Osthofen, Manfred Scriba aus Alsield, Sais. Die ersten Szenen spielen in Jerusalem im Palast des Herodes. Tie Wahrsager, ein Mannerchor, bestätigen ihm seinen «.llnächttlichen Traum, daß ein Kind geboren sei, das ihm Reich und Macht nehmen würde. Diese Kunde gibt dem ftiönig Veranlassung, die Ermordung aller Erstgeburten in Bethlehem anzuordnen. Maria und Joseph werden durch Engelstimmen vom Himmel gewarnt und zur Flucht nach Egypten ausgefordert, wozu sie .ich eiligst rüsten. Unter vielen Entbehrungen erreichten sie endlich Sais, wo es schwev hielt, Unterkommen zu finden. Nachdem sie und das Jesuskind sich erholt, ziehen sie mit Dank gegen ihre Wohltäter weiter. Hier schließt das Werk ab mit der Kunde, daß nach zehnjährigem Aufenthalt die drei in die Heimat zurückkehrten. Außer dem Wahrsagerchor und den hinter der Szene singenden Eugelstimmen ist für den Ehor im ersten Teil nichts zu tun. Im Zwecken Teil singen die Hirten, gemischter Ehor, einen jachnen Abjchiedsgesang. Im dritten Teil hat der Chor auch noch einige Nummern zu singen. Die Solopartien hatten bewahrte Kräfte übernommen. Fräulein Marie Busjäger aus Bremen war eine ausgezeichnete Maria, die mit ihrem schönen, wohlklingenden Sopran, dem auch die üo^geu Vorzüge nicht fehlten, diese Partie mit bestem Erjolg zu Gehör brachte. Ihr Partner, Herr Leime r, der außer dem Joseph noch den Herodes sang, hat seine in Gießen schon oft bewahrte Kunst als Konzertsauger auch diesmal wieder im schönsten Lichte erscheinen lassen. Heber einen kräftigen Baß verfugt Herr Dr. Hans Weilhammer, der sich mit den Partien des Polydor und des Hausvaters ebenfalls einen schönen Erfolg ersang. Dasselbe berichten wir, last not least, von dem Tenoristen Herrn Willy Schmiot, der als Eeilturio und als Erzähler eine große Ausgabe übernommen hatte, die er mit Geschick und Glück ü>|ie. Das größte Verdienst an der ganzen Aufführung hat unser geschätzter Musikdirektor Herr Gustav Trautmann, dem wir für das wohlgelungene Konzert, das ihm restlichen Beifall ein- brachte, herzlich danken. Auch Ehor uno Orchester haben dank der vorzüglichen Einsiudierunü nur vollenoete Lcip- ungen geboten. Handel und Verkehr. UMswirlschasst 3proz. deutsche Anleihe und der Geldmarkt. Die an der Samstagsöörfe hervorgetretene Nachfrage nach ^n 3proz. deutschen Reichsanleihen und den Preußischen Konfols gab dem Markt das Gepräge, bildete sogar die Hauptstütze desselben und war für dte feste Tendenz der bestimmende Faktor. Als Ursachen dieser Erscheinung werden bezeichnet, daß die Lage des heimischen Geld- narktes' zusriedenstellend bleibt und bi». Erfordernisse für den Jahresschluß bisher noch keine nennenswerte Einwirkung auf den offenen Markt gehabt haben. Der Privatdiskont ist am Schluß der ersten Tezemberwoche um V» auf 3', Proz. hmausgegangen und ist auf diesem Stande geblieben, obwohl die Monatsmitte unmittelbar bevorsteht und damit bereits ein größerer Austausch von Barmitteln beginnt. Alan erwartet deshalb, daß die Versteifung zum Jahresschluß keine einschneidende Aenderuna der Zinssätze ergeben wird, und im Zusammenhang mit diesen befriedigenden Aussichten des Geldmarktes macht sich Begehr nach heimischen Anleihen bemerkbar, da bei flüssigem Geldstande ein größerer Anlagebedarf zu erwarten ist. Gefördert wird die Bewegung auch durch die Festigkeit der Renten an der Londoner Börse, die als ein Anzeichen dafür gelten, daß die Verhältnisse dieser Börse sich meisterci Lltzenhain berichtete nnterm 12. August d. I. dem Gr. Kreisamt Alsfeld diesen Vorfall, woraus dieses vev- fügte, daß p. Hahn einstweilen vom Dienst zu dispensieren sei, und beantragte nnterm 4. September d. I. bei dem ProvinzialaussckMß in Gemäßheit des § 53 der Gewerbeordnung die Zurücknahme der Bestellung des Joh. Hahn. Aus dem Beschluß des Ortsgerichüs Grünberg, durch welchen Hal-n wegen Trunksucht entmündigt worden sei, erhelle, daß dem Bestallten jetzt diejenigen Eigenschaften fehlten, welche bei der Bestallung vorausgesetzt werden mußten. Nachdem der in der heutigen Verhandlung vernommene Bürgermeister der Gemeinde Atzenhain bestätigte, daß die vorgetragenen Verhältnisse noch beständen, erkannte der Provinzial aus schuß nach geheimer Beratung zu Recht, da-ß die dem Johs. Hahn zu Atzenhain erteilte Bestallung als Leichcubescyauer ^urila genommen wird. Die Kosten des Verfahrens hat p. Hahn zu tragen. Tann wird das Urteil in Sachen Verteilung des Kapitalvermögen s der Hohenrnark-Forst- kasse verkündigt, dahingehend, daß unter Aufhebung des Urteils des KreiSauöfchusses des Meises Friedberg vom 5. Januar 1901 den von den Ortsvorständen Dortelweil und 'Nieder-Erlenbach! gestellten Anträgen auf Verteilung des Ueberjchusses der Hohenmarkkasse stattzugeben sei. Die baren Auslagen des Versahrelis fallen den Gemeinden Dortelwell und Nieder-Erlenbuch zur Last. Aus den Ver- j Handlungen vom 6. Mai d. I. tragen wir über den Such»- , verhalt folgendes nach: Für den Hohenmardvald, der den Gemeinden Dortelwell und Nieder-Erlenbach hessischerseits «und den Gemeinden Bonames und Meder-Ursel preußischer- 'seits gehört, besteht ein besonderer Markwald, ein beson- , derer Rechner und wird auch eine besondere Rechnung geführt. Tas Recht auf Holzverteilung in Natur ist an das Ortsbürgerreck)>t geknupjh und daher muß jeder als Or.s ärger Aufgenommene ein diesem Los Holzbezug entsprechendes Einzugsgeld bezahlen. Da die Erträgnisse des H o y en mar llvald es den Wert des an die Onsourger zu liefernden Losholzes um ein Erhebliches über.uugt, dieser Reinertrag aber nicht verteilt wird, hat sich sell einer Reche von Jahrzehnten ein Kapital äuge sammelt, welches im Jahr 189? ca. 70 000 ML betragen host Däeses ist dann unter Zurückbehaltung eines Reservefonds im Jahre 1898 unter die vier Atarier gerne luden verteill worden, und auf die Gemeinde Dortelwell kam der Betrag von 12 452,09 Wit., auf die Gemeinde Nieder-Erlenbaa)der Betrag von 17 334,17 Mark. Bon den genannten Gemeinden wurden nach Auszahlung dieser Kapitalien die Auffassung Oertreten, daß die Zinsen dieser Kapitalien unter die Ortsbürger zu Der- teilen feien. Von Gr. Kreis amt wurde dieser Verteilung widersprochen mit ber Begründung, daß die von den Gemeinden beabsichtigte Verteilung der Zinsen den Vor- fchrifteu des Gesetzes vom 22. Nov. 1872 w rsprechen würde, da die Gemeinden gegen diese Anordnuiig des Kreisamts remonstrierten, erfolgte die Vorlage der Akten an den Kreis aus schuß des Kreises Friedberg, und von diesen wurde durch Urteil Dom o. Januar 1901 zu Recht erkannt, daß die Don den Ortsvorständen Dortelwell und Nieder-Erlenbach beantragte Verteilung des Ueberjchusses der Hohenmarksorsrkasse als dem Gesetze zuwider nicht zu genehmtgen sei. Der Kreisausschuß gelangt zu dieser Entscheidung zunächst, indem er ausführt, die Ausdehnung der 9kutzungsrea>te der Ortsbürger finde statt zum Nachteil der Steuerpflichtigen, widerspreche also dem Art. 2 Abs. 2 des zit. Gesetzes, da die Gemeinden Umlagen erhöben, dann aus der Erwägung, daß der fragliche Waldanteil nicht Privateigenllun ber Märker, sondern Gemeindeeigentum sei. Gegen biese Entscheidung hat ber Vertreter ber zwei Gemeinden Rekurs an den Provinzialausschuß verfolgt mll bem Antrag, die angefochtene Entscheidung auszuheben und den Anträgen der Ortsvorstände Dvrtellvell uni) Nieder-Erlenbach vom 28. Aprll und 8. Mai 1899 bie Genehmigung zu erteilen. Zur Begründung seines Antrages machte er gellend, es sei nicht erwiesen, daß der fragliche Waldantell Eigentum ber Gemembe jei, sie hätten nur verschiebentlicy bie Vertretung bes Waldes in bie Hand genommen, niemals aber dessen Eigentum erworben. Das Voihandensein eines Markvorslandes, eines besonderen Rechners und einer besonderen Rechnung spreche gegen die Annahme, ber Wald sei Gemeindeeigentuin. Die Ansammlung des Kapitals jei nur erfolgt, well' früher die Berechtigten aus eigenen Mitteln bie Kosten ber Wald- kultur hätten bezahlen müssen, auch sei durch die Anträge ber Gemeinden Art. 2 des genannten Gesetzes nicht verletzt, im Gegenteil spreche Ws. 1 des Art. 2 für bie Rechtsaussajjung ber öemeinben. Der Vertreter bes Großh. Kreisamts Friedberg vertrat bemgegenüber die Auffassung, Heinrich Kühii aus Gießen, Ludwig Letzr aus Darmstadt, Wilh. Müller aus Westhosen, •* Dilettanten - Konzert. Eine Anzahl hiesiger Studenten beabsichtigt, wie wir erfahren haben, am Mittwoch den 13. Januar 1904 im Neuen Saalbau zu Gunsten des Reservefonds für das warme Frühstück armer Schulkinder ein originelles Dilettanten-Konzert abzuhalten, wobei die verschiedenartigsten Instrumente (Bumbaß, Mandolinen, Guitarre, Klavier, Streichinstrumente rc.) Mitwirken. Eine große Anzahl von hiesigen angesehenen Bürgern haben schon für dieses Unternehmen zu gutem Zweck ihre Sympathie ausgesprochen, so daß auf eine starke Teilnahme aus allen Kreisen der Bevölkerung, auch aus Familienzuspruch, mit Sicherheit gerechnet werden kann. Die Vorbereitungen sind schon seit einiger Zeit in regem Gange. ** Vortrag des Evangelischen Arbeitervereins. Gestern sprach der zweite Vorsitzende des Vereins, Jakob Ritsert, über bie wirtschaftliche Bedeutung des Frankfurter Arbeiterkongresses. Siachdem der Redner festgestellt hatte, welche Organisationen sich am Kon- greß beteiligt hatten, besprach er die vom Kongreß aufge- lellten einzelnen Forderungen, welche in den gefaßten Resolutionen Ausdruck gefunden haben. Was zunächst das Vereinsgesetz betrifft, so richten sich bie Hauplbeschwerben auf bie Verhältnisse in Preußen, wo eine Reform bringend geboten erscheint. Beispiele aus der Praxis lassen das leicht erweisen. Die zweite ber in Frankfurt gestellten Forderungen betrifft bie Errichtung von Arbeitskammern, welche berufen fein ollen, vorhandenen Schäden entgegen zu wirken, Verständigungen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern Herbeizuführen ujw. Em kleiner Ansatz für solche Einrichtungen ist in Hessen schon vorhanden, indem das Alinisterium, Abteilung für Handel und Gewerbe, einen Arbeiter-Beirat von 9 Mitgliedern, aus jeder Provinz 3, berufen hat. Eine ersprießliche Wirksamkeit wäre jedoch nur zu erwarten von frei gewählten ^lrbeitskammern für kleinere Bezirke. Diese Kammern würden sich zu gliedern haben um eine Reichs-Arbeitskammer. Diese Angelegenheit wird voraussichtlich in nächster Zeit auch den hessischen Landtag beschäftigen. Der Kammer-Ausschuß, welcher diese Frage bearbeitete, wird voraussichtlich dem Landtag vorschlagen, die Regierung zu ersuchen, im Bundesrat für Errichtung von Arbeitskammern im ganzen Reiche einzutreten. Auch im Reichstag ist ber Antrag einer Gruppe von Abgeordneten eingegangen, welcher sich verwendet für Einführung von Arbeitskammern. Zu den Antragstellern zählt auch der Reichstagsabgeordnete des Wahlkreises Gießen. Die dritte der in Frankfurt gestellten Forderungen betrifft die Gewährung voller Koalitionsfreiheit für Arbeiter. Es bestehen in dieser Hinsicht Beschränkungen, welche als unbillig empfunden werden, aus den auch in Frankfurt besprochenen Gründen. Bedauert wurde gestern der schwache Besuch des Abends. Man wünschte, daß die Arbeiter größeres Interesse für ihre Angelegenheiten zeigen würden, so daß eine öftere Besprechung genieinsamer Angelegenheiten veranstaltet werden könne. ** Jubiläum. Der Samstag Abend vereinigte das gesamte Personal der Th. Brückschen Rl öbelfabrik und, insoweit, die verheirateten Arbeiter in Betracht kamen, and) Deren Frauen, zu einer einfachen, aber gelungenen Feier im Restaurant Schneider, um das 45 jährige Bestehen der Fabrik zu begehen. Gleichzeitig verband mit diesem der Senior der Firma Th. Brück seine 70. Geburtstagsfeier. 91ach einem einfachen Essen begrüßte Herr Brück fen., herzlich dankend für die ihm übersandten Blumenspenden, die Anwesenden, worauf einer ber Vorarbeiter eine längere Ansprache hielt, in ber er auf baS gute Verhältnis zwischen Prinzipal und Personal hinwieS und ber rastlosen Tätigkeit bes Herrn Th. Brück sowie besten Frau gedachte, die aus bescheidenen Anfängen heraus das Geschäft, unterstützt durch ihren Sohn, zu der heutigen Stellung gebracht haben. 9lad) noch weiteren Toasten, bei denen Herr Brück jun. den Haupterfolg des Geschäfts auf bie tüchtige Mithülfe eines anhänglichen treuen ’ Arbeiterpersoncsts grünbete, einigen Musik-Vorträgen, Tänzchen 2c. trennte man sich in ber Frühe mit dein Bewußtsein, . einen schönen Abend verlebt zu haben. — Die Geschäftsgründung erfolgte 1858 luUer sehr mäßigen Verhältnissen. Oberhessen 4% Oesterr. Go drente 41 b% Oesterr. oiiberrente 101.30 4% Ungar. Uoldrente . . 100.50 4" Italien Rente . . 4» ,56 Portugieser » . o, «.rtug.eern. . . 1 % C. Türken . . . 1 urkenlose .... Vermischtes. • Würzburg, 13. Dez. OberamtsrichterHallein von Ochsenfurt, der 15 bis 20 000 Mündelgelder unter- schlagen und nach Bekanntwerben ber Verfehlung sich selbst in bie Kreisirrenanstalt Werneck begeben hatte, inbem er Geistesstörung simulierte, ist nach mehrwöchiger Beobachtung in bas hiesige UntersuchungsgefängntS emgeliefert worden. _ , _ , „ * Vardoe, 13. Dez. 2ln Bord des Dampfers „Orion* aus Bergen brach gestern nachmittag, als das Schiff sich zwischen Makur und Syltefjord befand, Feuer aus. Das Schiff wurde nach vergeblichen Versuchen, es an Land zu etzen, zerstört. 26 Personen von ber Mannschaft unb ben an Bord befindlichen Passagieren konnten sich in Booten retten, sechs kamen in den Flammen um. Von den Geretteten erlitten drei schwere Brandwunden. * Marseille, 13. Dez. Die Vergiftungs-Affäre der Frau Massot, die ihren Gatten gemeinsam mit ihrem Geliebten vergiftete, wird weitere lireise ziehen, da, wie verlautet, mehrere Personen aus der Bekanntschaft der Frau Massot ihre Absicht gekannt haben ohne etwas dagegen 5 » Madrid, 13. Dez. Zwischen Baena und Alcaudete (Provinz Cordoba) entgleiste ein von Malaga nach Madrid fahrender Postzug. Der Zug stürzte den 15 Meter hohen Bahndamm hinab. Zwölf Personen wurden getötet. * Nizza, 13. Dez. Hier wird viel über eine Erb - schafts-Angelegenh eit von über 100 Millionen Franks gesprochen, bie von einem Kapitän zur See, Costa, herstamint. Der Kapitän war aus Corsica gebürtig unb Harb in Italien. Er hinterließ keine direkten Erben. Em Priester bemächtigte sich seines Vermögens. Die ^lngelegenheit wurde erst jetzt bekannt. Der Priester wird vor Gericht gestellt und als eine ber Hauptzeugen in ber Sache wird eine höhere Persönlichkeit genannt, die kürzlich einen hervorragenden Posten aufgegeben hat, um sich ausschließlich dieser Angelegenheit zu widmen. * Trient, 12. Dez. Der Gemeindesekretär von Nomi fand im Hausflur des Gemeindehauses eine Bombe, deren Lunte er auslöschte. Der Täter ist nicht ermittelt. te. Frankfurt a. M., 14. Dez. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktprei,e: Weizen All. 16.25—00.00, Kurheffsicher Mk. 16.50—00.00, La Plata Ml. 17.00—18.00, Kansas All. 17.00—18.00, 'Roggen (hiesiger) Mark 13.25—00.00, Gerste (Wetterauer) All. 15.25—15.50, t?ranfen- ieldcr All. 16,00-16,25, Hafer All. 13.00-13 75, Mais Mk. 12.25-12.75 Weirenmebl 0 All. 25.75—26.25, 2. Qualität Mk. 23.2o bis All. 24.25, 3. Qualität Mk. 21.75-22.25, Ochggenmehl 0 Mk. 22.00-22.50,1. Qualität All. 19.25-20.25, Weizenkiele Mk 8.7o bis Atk. 9.00, Äoggenkleie All. 9.75-10.25, Maiskeune Mk. 10.25 bis All. 0.00, Franken, Pfalzer, Ried Atk. 00.00—000.0. Alles per >?. Frankfurt a. M., 14. Dez. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz.">. Amtliche Notierungen der heutigen Ri e hm arkt- preise. Zum Verkaufe standen: 462 Ochsen, 162 aus Oestreich, 43 Bullen, 1 aus Oestreich, 711 Kühe, tferfen, Stiere und Rinber, 0 aus Oestreich, 240 Kälber, 319 ©ebafe und Hummel, 1499 Schweine. 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflammer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1.Qualität71 73Mk., 2. Qual. 66-68 All., 3. Qual. 61-64All.; Bullen 1.Qual. 65 bis 67 All., 2. Qual. 62—64 All.; Kühe 1. iQual. 62 64 All., 2. Anal. 58—60 All., 3. Qual. 48—50 Alk, 4. Qual. 4v 47 iiC., 5. £tucü. 00—00 Alk. Kälber: 1. Qualität82—84Pfg., "obendgewicht 48—49 Pf? 2. Qual. 73—76 Pfg., Lebendgewicht 43—46 Pfg., 3. Quai. 57—60 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 66 68 Pfg., 2. Qual. 52-56 Pfg., 3. Qual. 00-00 P,g.; Schweine 1. Quast 54—00 Pfg., Lebcndgew. 49 Pfg., 2. Qual. v0--53 Pfg., Lebendgewicht 41-00 Pfg., 3. Qual. 44-46 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg. - Hornvieh gedrückt. Üeberstand bedeutend. Kleiiivieh gut. Keiii lieber stmid. _____________ - Kirchliche Müirichten. Evangelische Gemeinde. Montag, den 14. Dezember, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Äanfmnanöenjaal der JohannesUrche. Text: Joh. 1, 26 ff. Pfarrer Eule r. Neueste Meldungen, vrrginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 14. Dez. Der Reichskanzler Graf Bülow hat gestern vormittag eine Deputation vom deutschen Arbeiter-Kongreß in Frankfurt am Main empfangen, weiche beauftragt war, die Beschlüsse des Kongresses dem Reichskanzler zu unterbreiten. Auf eine Ansprache des Sprechers der Deputation erklärte der Reichskanzler, ein dauernder Fortschritt der Arbeiter sei nur auf gesetzlichem Wege, unter Schutz, der Monarchie und auf dem Boden der Solidarität aller Staatsbürger möglich Nur auf diesem Boden sei an eine sachliche Prüfung der auf dem Frankfurter Kongreß gefaßten Resolutionen zu denken. w Ber lin, 14. Dez. Zur Verhütung von Soldatenmißhandlungen ist gestern vom Kommandeur des Garde Korps an alle Regimenter desselben ein Befehl- ergangen, in welchem die Hauptleute angewiesen werden. in öfteren Zeiträumen genaue körperliche Untersuchungen der Mannschaften vornehmen zu lassen, ohne daß die Leute vorher hiervon Kenntnis erhalten haben. Hierbei ward insbesondere auf Spuren von Schlägen und Stößen geachtet lucrb en London, 14. Dez. Ter „Standard" schreibt, daß den deutschen Kaiser bei seinem ersten Erscheinen in der OefsentUchkeit nach der jüngst erfolgten Operation bie herzlichen Sege nswünsche der En gländ er/oe- gleiten. Tas Blatt hebt hervor, der Kaiser sei in höch- tem Grade einer der erfahrenen Herrscher, die Gewähr Ur die Fortdauer des Friedens bieten. Tas ganze englische Volk sei auftichtig erfteut über seine W-iederher- 'teNUNL _ „ r r Madrid, 14. Dez. Einem Telegramm zufolge tft zwischen Baena und Alcahde ein Postzug von einem hohen Bahndamm h er ab g e stürzt. Details fehlen noch. Angeblich sind 15 M ens cheu umgekommen und viele verwundet worden. Madrid, 13. Dez. Ter Ministerrat beschloß, Mr Befriedigung der Gesellschaft, die das Tabakmonopov gepachtet hat, dieser einen Vorschuß von 55 MUlronew d^L^Mani^a"' 14, Bei der Sprengung eines mächtigen Felsens im tzasen von Manila unter Verwesung von 45 Tonnen Pulver und IV2 Tonnen Dynamit entwickelten sich plötzlich große Mengen Gase, unter deren Wirkung der leitende Ingenieur und seine zwots Assistenten das Bewußtsein verloren. Pwmere wurden zur Rettung der Berwundeten beordert, v»n denew mehrere den Wirkungen der Gase erlegen sind. L. San Franzisko, 14. Dez. Aus Honolulu wird gemeldet, daß nahe bei Hawaii eine N atur er sch ernenn g beobachtet wurde, die aus einen heftigen vulkanijchen Ausbruch hinwies. Gleichzeitig überschwemmte plötzlich eine 30 Fuß hohe Flutwelle den Ort Oahu aus der gleich namigen Insel und zerstörte zahlreich Wohnhäuser und die Eisenbahn. Yazar zum Vesten der Alice-Zchule. Nachdem unser Bazar, dessen Abhaltung sich zeitweise so mannigfache Umstände hindernd in den Weg gestellt hatten, so schön und harmonisch verlaufen ist und voraussichtlich noch einen Ueberschuß in solcher Höhe ergeben wird, daß wir der Sorgen für eine gedeihliche Weiterentivickelung unserer schule für dre nächste Zeit enthoben sein werden, drängt es uns, allen denen öffentlich Dank auszusprechen, die ihre Zeit, Mühe und Geld in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Wir danken also herzlich allen Damen und Herren, die sich der mühevollen Einrichtung der Verkaufsstände unterzogen, die Stände mit ©eföentat ausgcstattet oder als Verkäuferinnen in rastloser Arbeit ihr Vergnügen gefunden haben; wir danken ferner den Behörden, der Regimentsmusik und der Feuerwehr für chre Unterstützung und möchten schließlich auch nicht versäumen, den Herren Drescher und Schrödel für chr allezest hstfsbereites Entgegenkommen unstre Anerkennung und Dank auszusprechen. Der Vorstand des Alsce-Lranenvererns wesentliche Preisermässigung 3 rin C. ROHR & Co 9125 Weichholz. ^ebers^e^ Kunsthandlung Volksbad 56 Otto Schaafs Gießen, Sonntag den 13. Dez» 190s. Z, XjUölw. Uöll arzer ' riechend 6 29 18 2 62 67 11 17 4 32 6000 2250 330 Tischdecken Kaffeedecken Bettüberdecken Bettvorlagen m großer Auswahl. [9126 C. Röhr & Co. Marktslraße 32. 9012 VelMUlmachung. Forderungen an den Nachlaß des verstorbenen Herrn Rentners Heinrich Schreiber in Gießen srnd bei Meldung der Gefahr vorersliger Nichtberücksichtigung binnen vierzehn Tagen bei mir geltend zu machen. [9226 Rosenberg, Rechtsanwalt. Zur ^dimüekun^ eines 06110 finden für, die Folge immer an Ort und Stelle statt. Gießen, 12. Dezember 1903. Grotzh. Bürgermeisterei Greßen. Ate cum. 9277 Konkursverfahren. Ueber das Vermögen des Landwirts Konrad Noll von Allendorf a. d. Lumda wird heute am 12. Dezember 1903, vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der Kaufmann Jean Boeck , in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssorderungen sind bis zum 1. Januar 1904 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfasiung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschufses und eintretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände auf Smnstag den 9. Januar 1904, vormittags 10 Uhr — und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf den gleichen Tag vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, ^vird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedig- ung in Ansprrlch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 1. Januar 1904 Anzeige zu machen. 9297 Großherzogliches Amtsgericht Gießen. ^Lebertran feinst. Medizinal, empfiehll [6356 Emii Fisc&hbaci». Durch die Geburt eines prächtigen Jungen wurden hocherfreut 06113 I Wilhelm Kinzenbach und Frau Johanna, geb. Schäfer. Zu beachten! Größte Auswahl in Herren-, Damen- und Kinderstiefeln in allen Fa^ons zu den billigsten Preisen. 9233 Franz Neumeier, Sonnenstr. 20. Sonnenstr. 22. 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