Nv. S«8 Erlchetvt tü-ktch au Bei Sonntags. Dem (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem befstschen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in bei tlKod>e beuielegt tR«iunon4bcuu u, Verlag der Brühl *ld)en llnwed.'^ud)' n. Stein» vracterritAreÜchSrden- Rrdaknon, ftrpebtttoB Mnb Drucieieit Gchal-eade 7. Vdreiie tüi Depeichen» vu-etger Gietzen. ^mill>rrd)an1d)liiB 51. Erstes Blatt. 153. Jahrgang Samstag L 4. November 1 »03 - Jfcufc, monatlich 75 Pt oiettel» M A jährlich Mk. 8L0 durch Gietzener Anzeiger General-Anzeiger & — 3h . . a a jp® 9 * ^.eti V ö 111 f • i tüt Amis- und Anzeigeblatt sm den Kreis «ichen §MZ Auflage §886. DeKannlmaltiung. Die Markt st raße wird wegen Vornahme von Um» Pflasterungsarbeiten von Diontag, den 16. l. Mts. bis auf Weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 14. November 19O3. Grotzyerzvgiicpes ^ouzeiamt Gießen. _______________Hechler.____________________ Das Teufelslustgärtchen wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute ab bis auf weiteres für den Fuhrwerkst und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 13. November 1903. Großherzoglicdes 'buli^eiamt Gießen. _____Hechler.____________________ Bekunntmachunfl. In bft: Zeit vom 7. bis 14. November wurden in hiesiger Stadt gesunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 goldenes Armband, 1 Mantelrad, 1 Regenschirm, 1 Kindersportwagen, 1 Patentwagenkapsel, 1 Sturmlaterne und 1 Ofenrohrreiniger; verloren: 1 rotbraunes, ledernes Portemonnaie mit Inhalt (etwa 23 Mark und 1 goldener Ring), 1 kleines rotledernes Darnen-Porternonnaie mit etwa 55 Mk. Inhalt, 1 Zwanzig-Markstück, 1 goldener Manschcttenknops mit grünen Steinchen und 1 Ge- bund (5 Stück) Schlüssel. Entlaufen: 1 brauner Jagdhund (Hündin). Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 14. November 1903. Großherzogliches 'boi^eiamt Gießen. ______Hechler.___________ Amtliche Nuchrichtcn übet Viehseuchen. Die in einem Gehöfte zu Leusel (Kreis Alsfeld) ausgebrochene Schweinerotlausseuche ist erloschen und die über dieses Gehöfte verhängte Sperre wieder aufgehoben. Z)ie preußischen Lanbtagswaylen. Die werter eingelaufenen Nachrichten über den Ausfall der Landtagswahlen vermochten an dein Gesamtbilde des neuen Landtages nichts zu ändern. Cs blerbt rm großen und ganzen bei der bisherigen Zusammen- ießuna der preußischen Volksvertretung. Dre Konservativen haben Aussicht, die stärkste Parker des Landtages zu bleiben. Ihre Mandatsziffer (bisher 144) dürste ich nicht verschieben. Bisher haben sie 4 Sitze verloren und 4 gewonnen. Die Freiko n s er vativen (bisher 58) erleiden 6 Verluste. Die beiden konservativen Parteigruppen werden also auch fernerhin für sich allein eine Mehrheit im Landtage nicht bilden können. Dagegen werden Konservative und Zentrum nach wie vor über dre absolute M e y r - bett verfügen. Das Zentrum (bisher 100) scheint seinen Besitzstand bis aus 2 Mandate behauptet zu haben, ^re Nationalliberalen (bisher .5) gewannen 9 Sitze von den Freiton servativen und der freisinnigen Bolkspartei. Diese (bisher 25) muß Wiesbaden und Görlitz-Lauban verloren geben. Breslau ist noch zweifelhaft. S;ier ist auch die freisinnige Vereinigung (bisher 10) beteiligt, die im übrigen brvher ihren Besitzstand zu wahren verrnvchte. Dre beiden Danen sind wiedergewählt. Die Polen (bisher 13) gaben bis jetzt nur einen Verlust zu verzeichnen. Den Sozialdemokraten ist es, wie gesagt, nicht gelungen, in irgend einem Wahlkreis einen Sieg aus eigener Krast zu erringen. Aui gunpigsten scheinen ihre Ausiiaüen in Hannover-Luiden zu stehen, doch fehlen von dort noch genaue Ziffern. In Breslau werden sie, falls nickst etwa die konservativ-klerikale Bereinigung für ich allein über die Mehrheit der Wahlmänner versagt, die Entscheidung über die drei Kandidaten (bisher 2 srs. Bp. und 1 frs. Bg.) in der Hand haben. Ebenso durste in Eharlottenburg-Teltow der bisherige konservative Man- datsbesitz gesichert sein, wenn die Sozialvemotraten die Liberalen in der Stichwahl nicht unterstützen, ^n aiidern Wahlkreisen kommen sie dagegen nach den bisherigen Nachrichten nirgends ernstlich in Betracht. Das Ergebnis aller sozialdemokratischen Anstrengungen ist in dem für sie besten Falle, da.tz vielleicht zwei ihrer, Streiter m den Landtag kommen. Es wird interessant s.ern, das Wirken dieser Vorkämpfer zu beobachten, aber vor irgend welchem Einfluß aus den Gang der Tinge kann natürlich keine Rede sein. In letzter Zeit hat übrigens die sozialdemokratisch^.' Presse selbst die Hofjnungen, die sich regten, her ab zu slim men gesuckst: trotzdem dürste die Enttäuschung noch den Pes.imis- mus überbieten. Als fast sicher war in soziLldemokranschen Kreisen wenigstens die (Äoberung des dritten Berliner Wahlkreises an o es eh en worden. Bei der in Aussicht stehendem Stichwahl ^mit der Freisinnigen Volkspartei geben jedoch die Konservativen zweifellos den Ausschlag jur den Kandidaten der letzteren. Von den 433 Mandaten, die für das preuß'sche Abgeordnetenhaus im Ganzen zu vergeben sind, erhalten die Konservativen 113 Sitze. Ferner sind gewählt 43 Freikonseroa- tive, 88 Zentrum, 74 Nationalliberale, 22 freisinnige, Volkspartei, 7 freisinnige Vereinigung, 12 Polen, 2 Dänen, 4 Wilde. In Filehne ist es zwerselhaft, ob ern Konservativer oder ein Freitonservativer gewälstt wird. Außerdem sind die Ergebnisse noch unentschieden in Barnim, Lingen, Biele- jew, Marburg, St Goarshausen und Neuwied. Soweit die bis jetzt vorliegenden Nachrichten über den Ausfall der Wahlen einen Ueberblick gestatten, werden außer den bereits gestern genannten in das Abgeordnetenhaus wieder eintreten u. a. die Führer der Nationalliberalen, Dr. Sattler und Walbreckst, der Führer des Zentrums Dr. B a che m, Brück (frk.), Eckels (nL), Graf Kanitz, die Freisinnigen Dr. Hirsch-Berlin, Kreitling, Träger, Goldschmidt, Schulz-Berlin, Dietrich, Kindler, Peltasohn; ferner v. Strombeck, Wcmchof, v. Savigny, Schmidt-Elberfeld, Dr. Schulz-Bochum, Fuck)s, Tvimborn, Roeren, Dasbach Aus- s ckieiden werden u. a.: der bisherige Alterspräsident v. Boß, die bisherigen Schirrskfübrer Busch (t), Jan Walle (Zentr.), Gördeler (frk.), ferner der Führer der sreis. Bereinigung Dr. Barth, Fritzen (Ztr.), und Dr. Weihe. Von neuen Persönlichkeiten sind zu erwähnen der in Saar- brücken-Ottweiler-St. Wendel gewählte Schwiegersohn beS verstorbenen Freiherrn v. Stunrm, Generalleutnant a. D. Schubert, der Bergarbeitersührer Brust (Ztr.), der frühere Reichstagsabg. Jakobskötter (kons.) für Ersurt. In H e r s s e l d dürste der Antisemit Werner mit etwa 25 Stimmen Mehrheit gewählt werden. Jn Bieden- k o p s ist die Wiederwahl des Landrats v. H e i m b u r g (k.) zweisellos, ebenso in Weskerourg-Unkerwester- w ald kreis die Wiederwahl von Dr. Dahlem (Ztr.-, ^n Frankenberg-Kirchhain (bisher frk.) wurden durch- weg tonieriMttoe und feeitonjertiatioe Wahlmanner ge- roählt. Das endglltige Resultat der Wahlmännerwahlen im Kreise Hanau ist folgendes: Es sind gewählt 169 Wahl" männer für Junghenn (nL), 71 für Klemann (k.) rmd 44 sur Stein (Soj.) .Jungjhenns Wahl tst gesichert. ,Er hat 26 Stimmen über die Absolutmajorität. Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen sech mäßig, auch bei den Sozialdemokraten. In Weilburg fvurden bei sehr geringer Beteiligung 16 Kompromißwahlmänner (11 Zentrum und o nationallib.) ziemlich einstimmig gewählt. Im Unterlahn kreis ist die Wiederwahl von Schaffner (nL) srcher. Im ganzen genommen will die k l e i n e V e r j ch i e b - ung nach lints, zu Gunsten hauptsächlich der Nationalliberalen, wenig bedeuten. Man schreibt den Verlust der Freikonservativen dem Kampfe gegen die Kanalpläne zu. Aber darum werden diese Projekte, soweit nickst eine Verständigung mit der Regierung statt gesunden hat, nicht aussichtsreicher. Mit Befriedigung konstaUerr die „Kreuzztg.", daß der Zusammenschluß der Liberalen gegen die „Reak- :ion" keinen greifbaren Erfolg von einiger Bedeutung gehabt habe. Die agrarische „Deutsche Tagesztg. erklärt, der „Bund der Landwirte" könne nut dem Ergebnisse im allgemeinen zufrieden sein. Als ge- sictu'rt betrachtet das Blatt die Wahl des BundesdirektorS Dr Hahn. Die „Nakionalztg." bemerkt über den Ausfall der Urwahlen il a.: „Je älter das Landtags Wahlrecht um so sicherer giebt es automatisch ünmer wieder dasselbe reaktionäre Abgeordnetenhaus her." Lehren aus den Wahlen zieht das „Berb Tagebl.", indem es auf den Rückgang der freisinnigen Ziffern in Berlin hmweist. Der Verlust vou etwa tauseud Wahlmännerii zeige, bah der Freisinn in Berlin an Boden verloren habe. Das Organ des Zentrunis, die „Gerrnania", nimmt als sicher etwa 95 Mandate an. Die freikonservative „Post" benutzt auch diese Wahlen zu einem Appell an die Regierung, endlich dem terroristischen Uebermut der immer anmaßender ausrreten- den Sozialdemokratie mit kräftiger Hand zu steuern". Me die Regierung über öen Ausfall der Wahlen denkt, verrät die offiziöse „Nordd. Allg. Ztg." noch nicht. _ Deulsches Aeilh. Berlin, 13. Nov. Das heute vormittag über das Befinden des Kaisers ausgegebene Bulletin lautet: Ta die Heilung der Wunde in völlig befriedigender Weise fortschreitet, wird das näcoste Bulletin erst am Sonntag ausgegeben werden. —.Gestern nachmittag arbeitete der Kaiser längere Zeit allein. — Tie „Nat.-Ztg." bezeichnet gleichfalls die Meldung der Wiener „N. Fr. Pr.", wonach Kaiser -Wilhelm den Winter imSüden zubringen solle, als geschmacklos e Erfindung^ , , — Aus Befehl des Kaisers trat am' Mittwoch im landwirtschaftlichen Ministerium eine Versammlung von Vertrauensmännern zusammen, um über das Eingreifen tonlosen Vortrag nahm sie eine allzu passive Haltuna ein und ließ diese Rolle, an der Schiller mit Liebe gearbeitet hat und die er anfänglich neben dem König zur ersten Hauptrolle gestalten wollle, fast gänzlich ausscheiden. Das mußte Herrn Linz en ziemlich unglücklich berühren, der als König Philipp von vornherein eine kleine Indisposition mitbrackste, die in späteren Akten im Laufe seines anstrengenden Auftretens fia). zu deutlicher Heiserheit entwickelte. So kam es, daß man mitunter seine Worte nickst aut verstehen konnte. Den spanischen König Schillers wird man sich denn doch etwas jünger und straffer vorgestellt haben. Besonders den Monolog „Jetzt gib nur einen Menschen" gab der Darsteller zu schwach und gebrochen wieder, und der in der Dichtung mehrmals wiederkehrende Passus „Noch bin ich König" mußte auch in der ganzen Haltung des Herrschers bis zuletzt zur Erscheinung kommen, sogar dann noch, als er den königlichM Sck-muck von sich wirft. Tas Spiel des Herrn Achter berg als DonCarloS bot vieljack) recht gute Leistungen, und wenn er auch einige Stellen nicht gründlich genug durchdacht zu haben schien, so hat er doch gestern abend am meisten das Semrge getan, die ideale Begeisterung und das Temperament, mit der Schiller sein Trama erfüllt hat, lebendig werden zu lassen. Ter rasche Schritt über die Mhne ist noch nichr ganz io, wie er sem sollte, und die Art, wie er nach dem kurzen Gefecht mit Herzog Alba sich vor der Königin niederwirft, ist etwas gezwungen und mutet seltsamer an, als es Herzog Alba hi bet Dichtung erschien, der, von Hrn. Tc l e k Y dargejtellt, diese Berrvunderung, indem er sie ziemlich unausmerkjam mit dem Einstecken des Degens begleitete, ziemlich nnrk- ungslos wiedergab. Ueberhaupt war die Ruhe des Herzogs zu übertrieben, und auch Domingo, der Beichtvater deS Königs, wurde von &cnm Haag, der den Charakter des Königs im übrigen gut zeichnete, zu steif und unbewegt dargestellt. , _ . _, Der Maquis von Posa des Herrn Sandorfs war, besonders in der großen Szene, wo er dem Könige gegcnübersteht, eine recht gute Leistung; nur hätten wir Gießener Madttyealer. Don Carlos. Dramatisches Gedicvt von Fr. v. Schiller. Mr schätzen dieses g-voße Drama unseres!SchMer ^besonders hoch, weil es vom Werden des Dichters das wert- vollste Zeugnis ablegt, weil es den liebergang zur jchen Periode seiner Kunst bilbet und wir bann icho« den hohen Gedankenflug und die Maiestat der Sprael,« smden, die die folgenden Tramen auszeichnen. Freilich, auf der dramatischen Höhe eines „Teil" steht das Stuck noch nicht Und die Ausführung stößt in der Lange der TAung auf Schwierigkeiten, die auch mit bedeutenden Streiuhungen, ohne die die Aufführung^ kaum möglich! fein wurde, nicht völlig beseiitat sind. „ , . . Die Darsiel/ung unseres Stadttheaters in der ßtftngen Bolksvorstellung wurde dieser Schwierigkeiten auch.utch^ ganz Herr. Der Pomp und vie Vornehmheit des spanisch^ Königs Hofes ließen sich aus dem engen Raum unserer Bühne nur unvollkommen zur A'Uschauungbrmgen. Viel- leiwlt trug das dazu bei, daß die Mehrheit der Mit^ wirkenden gestern nicht mit der vollen Begeisterung und Frische in ihren Rillen standen, wie sie vie Darstellung eines Schillerschen Dramas verlangt. W kam^ein anderes hinzu. Die Köni^n Elisabeth hatte m Hrl. Loser aus Kassel, die hi.er eine Probe ihres Könnens bestehen wollte, nirht die Kertreterin gefunden, die ux emew vvll- eudeten Gesamkspiel hinreißei: Sonnte. Und breMrsken ans den Thronen drucken den Zuständen ihres Landes den Stempel au£ Schwache Fürsten — durstiges, kein einheit- ^^Bci^dem freinden Äaste vermißten wir cllles, was ewe Königin auszelchnet. Frl. Löser hatte keine königlichen Bewegungen und führte auch fern königliches kW hat sie in anderen Stollen Vorzüge — der Elisabeth sie keinen mit Mit ihrer Unbewegtheit und ihrem gern noch e twas mehr Ternperament, gepaart mit vornehmer, geschlossener Rnhe, gesehen. lieber das Spiel des Frü Hohl Häven wir uns gestern abend gefreut. Sie hatte inderPrinzessinvonEboli eine Rolle inne, in der sich ihre Begabung gut bewähren konnte. In dem locke,nden Spiel der Prinzessin, als Don Carlos ihr Kabinett betrat, erschien FrL Hohl mit guter Slatürlichteit und warmer Hingebung, und der Beifall deS Publikums war allgemein. Auch die spätere Reueszene hatte den besten Erfolg. . Die übrigen Mitwirkenden wurden iM großen und ganzen ihren Ausgaben gerecht Bedauerlich war, daß einige teckmische Störungen vortamen, die öfters Eindruck und Genuß des Zuschauers schädigten. Man sollte hinter der Bühne etwas vorsichtiger und achtsamer sein. Die Volksvorstellung war wieder bis auf den letzten Platz und viele Stehplätze besetzt, und das Publikum folgte mit Interesse bis zum Schluß, der sich bis nach 1/2^2 Uhr hinauszog. 2l. G. „Hundert Meister der Gegenwart in farbiger Medergabe, Lieferung 11—14. (Einzelpreis der Lieferung 3 Mk., Supskriptionspreis der Lieferung 2 Mk.). Leipzig, Verlag von E. A. Seemann. Das 14. Heft der „Hundert Meister der Gegenwart" enthält fünf charakteristische Werke Menerischer Kunst. An der Spitze marschiert der jetzt 92- jährige Rudolf X). Alt, ber mit der „zittrigsten aller Hände noch Silber malt", und von dem eine Figurenstudie aus dem Jahre 1843 in vortrefflicher Weise imedergegeben ist. R. v. Alt ist der Maler des Wiener Stefansturms; zum erstenmale porträtierte er diesen Altwiener im Todesjahre Goethes, 1832, als Zwanzimähriger. Seitdem hat er ihn wohl hundert- und mehrmal abgebildet. Als Kolorist par excellence ist Hans Makart vertreten mit der StackMdung emes Gemäldes „Faltenjägerin", desseil treffliche Wiedergabe die Sage vom schnellen Süuviuden ^Matartjchen Farbenzaubers glänzend widerlegt. Daß die FarbenprackZt der Malerei seit Makarts Tagen in Wien nicht erloschen deS preußischen Staates zu Gunsten der Reform im Rennbetriebe und in der Bollblutzucht zu beraten. Tie Versammlung bestand aus dem Minister v. Pod- bielski, Oberlcmdstallmerster Gras Lehndorsf, General von der Planitz, Generalleutnant v. Mackensen, Generalmajor v. Tamnitz (Ches der Remonte-Jnspektion), Fürst zu Dohna, Gras Tschirschky-Renard, Graf Seydlitz-Sandretzki, Frhrn. v. Oppenheim und Herrn v. Oertzen. Es wurde eine Reihe von Beschlüssen a-efaßt, die dem Vorgehen der Behörden als Richtschnur dreuen werden, doch soll über Einzelheiten zunächst noch nichts an die Oeffentlichkeit gebracht werden, bis die entscheidenden anrtlichen Wege eingeschlagen sein werden. — In der heutigen Sitzrmg des Bundesrates wurde die Vorlage betr. dre Grundzüge sür die zur Regelung desRadfahrverkebrs aus öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen zu erlassenden Polizeiverordnungen dem Ausschüsse überwiesen. Dem Entwürfe des Gesetzes wegen Kontrolle des Reichshaushaltes und des Landeshaushaltes von Elsaß-Lothringen und des Landeshaushaltes der Schutzgebiete für das Rechnungsjahr 1903, sowie dem Ausschußberichte über die Vorlage betr. Verleihung von Kvr- porationsrechten an die mit dem Sitze in Hamburg gegründete „Teutsch-Westasrikanische Handelsgesellschaft" wurde Zustimmung erteilt. Stettin, 13. Roo. Harrdelsminister Möller folgte heute abend einer Einladung des Obervorstehers der Kaufmannschaft, Geh .Kommerzienrat Schlntow, in der Börse, wo dre Spitzen der Behörden und der Kaufmannschaft ver- sammeU waren. Rach einer Begrüßung seitens Schlutows führte der Minister ungefähr folgendes aus: Er sei vertraut mit den Schwierigteiten des Handels Stettins und weise darauf hin, daß es sich daber um eine Erscheinung in dem wirtschaftlichen Leben handle, die nicht nur in Teutschlarrd, sondern auch im Auslande die Entwicklung des Weltverkehrs mit sich brachte. Tie Regierung sei bereit, soweit es in ihren Kräften liege und soweit es mit den Interessen der anderen produktiven Stände zu vereinen sei, zur Beseitigung dieser Schwierigkeiten mll^u- wirken. Die Ausführungen des Ministers gipfelten in der Mahnung, durch Anspannung der eigenen Kräfte und durch organischen Zusammenschluß den Schwierigkeiten zu begegnen und die Grundlage für eine glückliche Fortentwicklung zu schaffen. München, 13. Nov. Wie wir erfahren, ist in das Reorganisatiousprogramm des neuen Verkehrsministeriums auch die Einführung der vierten Wagenllasse auf den Staatsbahnen und eine Ermäßigung der Telephon gebühren ausgenommen worden. Ausland. Brüssel, 13. Nov. Der Londoner Korrespondent des ,Petll bleu" hatte eine Unterredung mit dem Afrikasorscher Stanley über die Kongofrage. Stanley erklärte, er glaube nicht an die Berechtigung der gegen die Kongoregierung gerichteten Anklagen. Kein Staat werde den Kongo besser verwalten rönnen, als dies von König Leopold geschehe. Es sei bekannt, daß die meisten angeblichen Greueltaten nichts weiter als Erfindung feien, die neuen Ankömmlingen in Aftika aufgebunden würden. Er habe bei seinen Asrikareisen mehrfach erlebt, wie derartige Behauptungen entstehen. Stanley drückte die Ansicht aus, daß das Vorgehen gegen die Kongoregierung nur durch Eifersucht veranlaßt worden fei. Paris, 13. Nov. (Deputiertenkammer.) Das Haus genehmigte die Vorlage, welche die Wirksamkeit des Gesetzes über die bedingte Verurteilun g auch aus die Kriegsgerichte erstreckt. — Berry (Nationalist) beantragt die Anstellung von Nachforschungennachder Mitschuld politischer Persönlichkeiten in der Humbert-Angelegenheit. Er geht dabei aus Einzelheiten des Prozesses ein und macht Aarbeutungen über oas Vorhandensein solcher Mitschuldigen. Der Justizminister erklärt, die Regierung könne sich dem Antrag Berry, der einen Eingriff in die Rechtspflege bedeute, nicht anschließen; gleichwohl stelle sie der Kammer die Entscheidung anheim. Darauf wird der Antrag Berry mit 360 gegen 203 Stimmen angenommen. ~ — Infolge einer zwischen den Abgg. Berthoulat uni) Berteaux in der Deputiertenkammer vorgekommenen Ren- kontres, bei welchem sie sich mit Schimpfworten wie: „R e n e g a t", ü g n e t", „Feigli n g" re. belegten, fand zwischen beiden Abgeordneten ein Zeug en austau sch statt. P r e t or i a, 11. Nov. Vier Eingeborene wurden wegen Ermordung eines Burensarmers im Februar ist, ja, daß sie der tiefen, asphältigen Dämpfungen, die Makart aus der Pilotyschule mitgebracht, en traten kann, zeigen uns zwei andere koloristische Kunststücke der Wiener Sezession: eine int Zwielicht gemalte gedeckte Abendtafel von Karl Moll (Original in der Dresdener Gemäldegalerie) und ein Bild vom Wiener Fasching von Josef Engelhart. Und daß das Skizzenhafte nicht ein Charakteristikum der modernen Malerei ist, lehrt die Nachbildung, der „Eis- männer" von Karl Mediz, dessen Werk kürzlich der Wiener Modernen Galerie eiuverleibt worden ist. Mediz ist ein Meister der Detailausführung; die Härchen des Filzes, die Maschen eines Strumpses, die Risse der Baumrinde malt er mit der größten Peinlichkeit. Welche Gegensätze bei der modernen Malerei zutage treten, zeigen die uns vorliegenden Hefte 11—13 der ovenerwähnren Publikation, die u. a. Stuttgarter, Münchener, Düsseldorfer und Worpsweder Malerei vorsührü Hier werden die verschiedensten Töne angeschlagen: Landschaften, Figurenbilder, Seebilder von Nord und Süd, Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Alter und Jugend wechselt in bunter Fülle. Das Werk, das jetzt schon siebzig Proben moderner Malerei darbietet, zeigt sich so reich und vielgestaltig, daß es falt eine ganze Kunstausstellung, zu überbieten vermag. Und dies alles in möglichst getreuer F arb en er s cheinun g der Originale, für den Preis von 2 Mk. das Heft, in einer Qualität, die technisch kaum zu überbieten sein wird. Was im Farbendruck sich überhaupt erreichen läßt, das ist in diesen Reproduktionen erreicht, die als vollendete Musterleistung unserer hoch entwickelten Technik bezeichnet werden dürften. Dresden, 13. Nov. Der Schriftsteller Wilhelm von Polenz ift nach kurzer Krankheit aus seinem Schlosse Obertunewalde (Bez. Bautzen) gestorben. (W. v. Potenz, geb. 1861, war einer der talentvollsten jüngeren deutschen Romanschriftsteller. Am bekanntesten war sein Roman „Der Büttnerbauer". Auch als Dramatiker war der Verstorbene viel versprechend. Polenz war ein vermögender sächsischer Ritterguisbefttzer. D. Red. d. Gieß. Anz.) Paris, 13. Nov. Ter impressionistische Maler Camille Pissaro ist heute Nacht im Alter von 73 Jahren gestorben. Pissaro war in St. Thomas auf den däullchen Antillen geboren. 1900 zum Tode verurteilt. Sie verteidigten sich damit, daß sie auf Befehl ihres Häuptlings, der wiederum von den britischen Militärbehörden angewiesen sei, alte einzelnen Buren sortzunehmen, gehandelt und den Bur getötet hätten, well er sich widersetzte. Das Gericht war der Ansicht, die an den Häuptling ergangene Weisung habe nur für fein Gebiet gegolten. Die Angeklagten hätten die er* haltenen Befehle überschritten. Der Frojeß wegen Kindesunterschlevuug gegen die Kräsin KwilecLi. XIV. Berlin, 13. Nov. Heute soll eine Reihe von Zeugen vernommen werden, die bekunden sollen, daß Hedwig Anduszewska wiederholt geäußert habe, wenn der Prozeß sür den Grasen Hektor gewonnen werde, werde sie gut versorgt fein. Aus die Aufforderung des Vorsitzenden, sich zu besinnen, und freimütig zu sprechen, gibt Hedwig zu, daß der Gras ihrer wohl gedenken werde, wenn der Prozeß zu seinen Gunsten aewonnen werde. Mehrere Zeugen sprechen sich ähnlich aus. Schneidermeister Kowalski sagt aus, er habe einmal im Jahre 1897 einer Unterhaltung der Hedwig Andruszewska mll ihrer krankliegenden Mutter beigewohnt. Letztere habe Aerger bekundet, daß Hedwig die bösen Gerüchte über die Gräfin nachspreche. Der Staatsanwalt bemerkt, die Mutter habe der Hedwig das Geheimnis schon ftüher anvertraut gehabt, wollte aber nicht, daß bei ihren Lebzeiten davon gesprochen werde, aus Angst vor gerichtlicher Verfolgung. Hedwig bestätigt, daß es so fei. Die Zeugin Le- wandowska aus Wronke, welcher Hedwig Verpflegungsgeld schuldete, sagt, Hedwig habe geäußert, toenn sie sich an den Grasen wende, erhalte sie Geld, soviel sie brauche. Hedwig habe auch Rachsucht gegen Wroblewo geäußert. Ein Zeuge sagt aus, Hedwig habe erzählt, Graf Hektor habe ihr 20 000 Mk. im Falle des Gewinnens des Prozesses versprochen. Hedwig bestreitet dies zuerst, gibt Dann aber zu, [ie habe es nur gesagt, weil sie den Zeugen um 20 Mk. anborgte und dieselben dadurch leichter zu erhalten hoffte. Ein Zeuge Namens Steinmetz aus Berlin, ein Verwandter Hedwigs, gibt ebenfalls den Hintveis Hedwigs wieder darauf, Gras Hektor werde gut bezahlen Weiterhin kommt zur Sprache, die Gräfin habe einmal gesagt, sie wolle Hedwig verklagen, den Knaben habe sie ja nur zu Hause gehabt für den Fall, daß sie ein Mädchen gebären sollte. Die Angellagte bestreitet lächelnd diese Aeußerung. Nach der Pause wird zunächst provisorisch festgestellt, daß am Montag die medizinischen Sachverständigen ihre Gutachten abgeben und am Dienstag und Donnerstag die Plaidoyers gehalten werden sollen, sodaß der Schluß des Prozesses am Samstag, 21. d. M., zu erwarten ist. Sodann wurde der Gutsbesitzer v. Gu11ry-Posen, ein entfernter Verwandter der (Ääfin, vernommen, 1898 bis 1902 Administrator von Wroblewo. Er jagt aus: Hedwig Anduszewska fei nach dem Tode ihrer wiutter Wirtschafterin geworden und stets anormal und streitsüchtig gewesen. Die Gräftn nahm sie wieder aus das Schloß, war aber mit ihr unzufrieden und entließ sie auf den Rat des Zeugen. Hedwig habe ein Attest unterschreiben müssen, daß sie keine Lohnansprücbe mehr habe. Hedwig versichert dagegen, sie habe unterschreiben sollen, daß die Gräsin kein Kind untergeschoben habe. Die Gräfin gibt zu, Hedwig habe etwas auf die angebliche Verleumdung Bezügliches unterschreiben sollen, bestreitet aber, daß dabei überhaupt von einem Kinde die Rede war. Die Zeugin Sofia Kaczmarck, die Amme des kleinen Grafen in Berlin, sagt aus: Die Gräfin habe bloß im Bett gelegen und den Eindruck einer Wöchnerin gemacht. Tas Kino selbst sah neugeboren aus und habe erst nicht trinken können, weshalb ihm das Zungenbändchen gelöst wurde. Tie angebliche Mutter, die Weichenstellerfrau Meyer, gibt aus Befragen an, sie habe bei ihrem Sohn Leo von einem Zungensehler nichts gemerkt. Sachverständiger Prvsessor Tuehrsen er Härt, Dr. Rosins ki habe die Zungenoperation vorgenommen. Er sei von der Sllckwendig- tell der Operation nicht sehr überzeugt gewesen und habe nur auf Drängen der Damen gehandelt. Die Zeugin Ob er Heu sagt aus, sie habe die Gräfin massiert. Tie Anschwellungen der Adern haben denjenigen der Frauen entsprochen, die geboren haben. Tie Zeugin v. Koczo- rowska aus Rybes jagt, die Gräfin fei am Tage vor der Geburt sehr erregt gewesen. Sie sagte, es sei Zell, Depeschen abzusenden an ihren Mann, ihre Tochter und Tr. Rosinsli, und tat dies auch; die Zeugin sei bis 5 Uhr wach geblieben, dann eingeschlasen. Als sie erwachte, habe ihr die Hebamme Atoll das Kind, das gewickell war, gezeigt. Tie Zeugin bestreitet, daß Dr. Rosinski den Wunsch aussprach das Kind zu untersuchen und bekundet, das Kino wäre ein Neugeborenes, denn es habe noch die Nabelschnur. Tie Zengin bleibt unvereidigt, weil ein Meineidsverfahren gegen sie schwebt. Frau Anezewska-Warschau erklärt, den Besuch Hechelskis empfangen zu haben. Als Jie ihm nichts jagte, als was sie wußte, deutete er an, sie könne etwas verdienen, ein Anerbieten, das sie nicht annahm, well jie sonst hätte lügen müssen. Tie Sitzung wird hierauf auf Montag vertagt. Aus Stadl und Land. Gießen, den 14. November 1903. — Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Dekan Dr. Paul Wurster zu Blaubeuren zum zwecken Professor am evangelischen Predigerseminar und zum Pfarrer zu Friedberg ernannt. — Mit Wirkung vom 12. November d. Js. wurde der Steuerkommissariatsgehilfe Martin David Singer zu Seligenstadt auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treuen Dienste aus dem Staatsdienste entlassen. •* EinsührungdesGeistlichenderMarkus- gemeinde. Durch Verhinderung unseres Berichterstatters verspätet machen wir noch einige nähere Mitteilungen über die am vorigen Sonntag vollzogene Einführung des Pfarrers Schwabe in sein neues Amt als Pfarrer der Markus- gemeinde. Die Gemeinde hatte ihre lebhafte Teilnahme daran durch ihr zahlreiches Erscheinen bekundet. Kwchengesang- verein und Knabenchorschule schmückten den Gottesdienst mit ihren Gesängen. 9!ach dem von Pfarrer Schlosser geleiteten Altardienst stellte Pfarrer Dr. Naumann als Stellvertreter des Dekans unter Assistenz der Pfarrer der Atathäus- und Lukasgememde den neuen Pfarrer der Gemeinde vor, legte ihm und ihr die Bedeutung des evangelischen Predigerauckes ans Herz und verpfltchtete ihn mit Handschlag, worauf die anderen Geutlicyen mit kurzen Segenswünschen den neuen Amtsbruder begrüßten. Dann hielt Pfarrer Schwabe seine Antrittspredigt, in der er auf Grund von Matth. 9, 35 bezeugte, daß er seiner Gemeinde allezeit mit Ernst und Treue das Evangelium von Jesu Christo verkünden wolle. Die warmherzigen und ernsten Ausführungen werden sicher den Weg zum Herzen der Gemeinde gefunden haben, der neue Pfarrer wird von der Gemeinde mit gutem Vertrauen willkommen geheißen. * * Evangelischer Bund. Wir wollen nicht nnter- laffen, unsere evangelischen Leser nochmals auf den morgen Sonntag abend im Neuen Saalbau (Steins Garten) stattfindenden Familienabend des Evangelischen Bundes ganz besonders aufmerksam zu machen. Der Eintritt steht allen Evangelischen frei. * *Aus dem Militär-Wochenblatt. Seebold, Oberleutnant vom 2. ostasiatischen Infanterie-Regiment, aus der ostasiat. Besatzungs-Brig. ausgeschieden und im Jnf.- Regiment Kaiser Wilhelm (2. Grvßh. Hess.) Nr. 116 an- gestellt. * * Kun st verein. Die Gemälde - Ausstellung am Brand, welche seit gestern, Freitag, geschlossen ist, muß leider wegen zu spätem Eintreffen der Gemälde des Schlachtenmalers Faber du Faur noch einige Tage geschlossen bleiben. Außer dieser Kollektion werden, wenn die Zeit gekommen ist, noch zirka 12 Gemälde einer hiesigen Künstlerin mit ausgestellt. * * Ober hessisch er Geschichtsverein. Die Ausgrabungen auf dem Trieb haben nunmehr ihren Abschluß gesunden. Eine aemaltige Erdbewegung mußte stattsinden, ehe die Sohle des gewachsenen Bodens erreicht wurde. Wesentlich gefördert wurde diese Arbeit durch eine Feldbahn mit Kippwagen, die das Gailsche Donwerk zur Verfügung stellte. Die Anlage des Hügels war besonders interessant durch seine mantelförmige Steinpflasterung und seine untere, teilweise Umgrenzung durch einen Steinkranz. Vier Gräber der älteren Bronzezell mit reichen Beigaben und ein Einzelfund einer späteren Periode wurden freigelegt. Ein Teil der Beigabeii war ein neuer Typus für das Gräberfeld des Exerzierplatzes: Ein geschweiftes Bvonzemesser und ein kleines Gesäß mit vier Nuppen oder 91ajen sind il a. gesunden worden. Mit Ausnahme eines Grabes, in dem die Ober-und Unterschenkelknochen zum Teil noch vorhanden waren, deutete außer der dunkel gefärbten, fettigen Erde nichts auf die Bestattung eines menschlichen Körpers hin. Zahlreiche Werkzeuge, Viesser, Sck)aber, größtenteils aus Feuerstein angefertigt, sowie ein Steinbeil aus Quarzit lagen zerstreut im Hügel umher mit vielen Scherben vorrömischer Gesäße, verschiedenen Zell- perioden angehörend. Als Einzelsuill) ist nock) eine Bronzeplatte mit Gürtelhaken und zwei Hohlringe zu erwähnen, Die auf einer Unterlage von Leder lagen, von welch letzterer noch kleine Stücke erhalten jind. Der obere Teil des Gurtel- hakens zeigt en face den Kops eines bartlasen Menschen. Die Platte selbst ist mit Linearverzierungen versehen. Der Fund stammt aus der früh la Töne-Zell, also etwa um 400 vor Ehr. Die Bronzebeigaben selbst sind äußerst brüchig und konnten nur mll Gipsumguß und der größten Behutsamkeit dem Boden entnommen werden. In absehbarer Zell werden die in der Erde noch ruhenden Reste einer! altersgrauen Kultur durch die ungünstige Bodenbefchassen- hell ausgelöst fein. Es wäre deshalb zu wünschen, daß eine Anzahl Altertums freunde aus Stadt und Provinz f ich oereinigen würden, um dem Verein die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, damll noch von den unterirdischen Schätzen gerettet werden kann, was noch zu retten ift Die Funde werden voraussichllich zu Ende Dieses Monats den Sammlungen des Vereins eiuverleibt werden. * * Bazar. „Wer vieles bringt, wird manchen etwas bringen" — das scheint sich bei dem bevorstehenden Bazar bewahrhellen zu wollen. Me wir von wohlunterrichteter Seite vernehmen, sind eine ganze Menge geschmackvoller, praktischer und origineller Dinge dabei zu haben Ein reifender Wechnachtsmarkt, der uns den bis jetzt noch fehlenden Muter mit Schnee und Eis, mit Tannengrün und Kerzenschein bringt, bietet Gelegenheit, schon jetzt für Christkind- leius Festtag zu sorgen Da ist's rätlich, den Wunschzettel für Weihnachten auszustellen, um nicht nur schön und vorteilhaft eiuzukoufen, sondern auch noch dabei der guten Sache zu dienen So gerne wir uodji mehr ausplauderu möchten von allen Herrlichikellen, die wir ahnen, fürchten wir doch zu sehr den gestrengen Knecht Rupprechh der am Eingänge zum Weihnachtsmartte Wache hält und mit ernsthaftem Gesichte uns hindert, ollzuwell vorzudringen in die geheimnisvollen Einzelheiten. — Darum ab märten und selbst schauen, wenn's Zeit ist! * ♦ Die Aulagemusik am Sonntag mittag um 12 Uhr bringt folgendes Programm: 1. Ouvertüre zu „Frau Luna" von Lincke, Simplicius-Quadrille von Strauß, »Als ich wiederkam", Lied von Rodominski, Phantasie über das Lied „Home, sweet Home“, von Voigt. * * Aus dem Bureau des Stadttheaters. Noch^ mals sei auf die beiden Sonntags-Vorstellungen aufmerksam gemacht: Nachmittags halb 4 Uhr als FremdenvorsteUung ^Versunkene Glocke" zu ermäßigten Preisen, abends 8 Uhr als 5. Sonntags - Abonnementsoorstellung ^Alt- Heidelberg". * ♦ „Vier Jahreszeiten". Heute Samstag den 14. und Sonntag den 15. Nov. finden im genannten Lokale große Vorstellungen der Truppe Carello statt. Auftreten der Opern- und Liedersängerin Fräulein Schwarz, der Fräulein Wenzel, Chansonette, des Humoristen Herrn Martin, der Chanteuse Exentrique Frl. Wattros, und Soubrette Fräulein Letoi. Die heutige Vorstellung beginnt abends 8 Uhr, und morgen Sonntag nachmittags 4 Uhr, und abends 8 Uhr. (Alles Nähere in Annoncen und Plakaten). * * Festgenom men wurde gestern abend der Lehrjunge einer hiesigen Firma, der sich Unredlichkeiten hat zu Schulden kommen lassen. * * Die Ortskrankenkasse Gießen hielt gestern abend im „Postkeller" Ufce statutengemäße ordentliche Generalve rsammlung ab, zu der von Arbeitnehmern 71 und von Arbeitgebern 9 Herren erschienen waren. — Punkt 1: Wahl des Ausschusses sür die Prüfung der Rechnung des lausenden Jahres, ergab die Wahl der HerrenWilh. Schmidt, W Sickert (Arbeitnehmer), K. Wigandt (Arbeitgeber). Die Entschädigung für ihre Mühewaltung wird von 210 Mk. aus insgesamt 300 Mk. erhöht. Bei der Ergänzungswahl des Vorpandes loerden die ausschieidendell Arbeitgeber Atzbach und Winu, sowie Arbeitnehmer Will). Schnridt, Wilh. Sickert, Will). 9tau und Joseph Gentner wiedergelvählt. Hieran schließt sich der Bericht der 10 Generalversammlung des Zentral-Vervandes deutscher Ortskrankenkassen zu BrcA- mrg cl n. x. grucrncy gercrrcv^r. Me Noi Pretoria, 14. Noo. Gestern abend drangen zwischen ein 4% Oesterr, Goldrente das Rohj dem 31. D' Tendenz: fest. seinen Arzt. 8142 92 gende Löwin. vorgenommen. 8% 8V.% 3°/o 878% 103.65 64.00 32.00 37.00 145.60 44.40 41.60 . 102.05 . 90.65 . 101.80 . 90.65 . 100.30 . 100.00 . 102.70 zahlt wird. , v Ms. 5 erfahren, indem die Angehörigen des in einem Krankenhause Unter geb rächten nicht mehr wie bisher die Hälfte des Krankengeldes, sondern die Hälfte des durchs seynittlichen Tagelohnes erhalten sollen. Gegen 1 Uhr murde die Versammlung geschlossen. ** Schlägerei. Heute früh 4 Uhr entstand in der ^Zalltorstraße zwischen einigen jungen Leuten eine Schlägerei, und Manschetten blieben aus dem Tatorte liegen. )( Grünberg, 13. Nov. Aus Veranlassung des hiesi- gen Ortsgewerbevereins hielt heute abend Herr Landeswohnungsinspektor Gretzschel im Gasthaus zum »Wilden Mann" einen interessanten Vortrag über den Zweck der gemeinnützigen Bauvereine und deren Bedeutung sür das allgemeine Wohl. Zum Schluß schritt man zur Gründung eines gemeinnützigen Bauvereins: 25 Anwesende zeichneten sich in eine Liste, und einem Komitee wurden die nötigen Vorarbeiten zur konstituierenden Versammlung übertragen. R. B. Darmstadt, 13. Nov. Der Ges etzgebungS- Ausschuß der zweiten Kamnrer tagte heute wiederum bis 7 tthr abends. Gegenstand der Beratung waren die Gesetzentwürfe über ein neues F o r st st r a f g e s e tz und ein neues F e l d st r a s g e s e tz, mit welchem auch eine Vorlage über die Abänderung des Gesetzes bezüglich des Verfahrens! in Forst- und Feldrügesachen verbunden ist. Die heutige Verhandlung fand in Gegenwart mehrerer Regierungsvertreter statt. Obgleich die MeinungsVerschiedenheiten zwischen Ausschuß und Negierung sich nur auf mehr neben- ächtiche Punkte beziehen, kam die Beratung heute noch nicht zu Ende. So viel steht jedoch schon jetzt fest, daß der Regierungsentwurf in allen seinen Hauptbestimmungen vom Ausschuß genehmigt und danach auch von der zweiten Kammer zum Gesetz erhoben werden wird. Der Ausschuß tritt wahrscheinlich erst am Donnerstag nächster Woche wieder zusammen. «Z» Lützellinden, 13. Nov. Das Feuer, welches Scheune und Stallung des Landwirts Karl Luh zerstörte, hat das achtjährige Pflegekind des Luh an gezündet. Der Junge hatte mit anderen Kindern in der Scheune gespiell und wollte ein »Feuerchen anzünden". Wetzlar, 13. Nov. Nach dem »Wetzl. Anz." dürste ,chon jetzt unbedingt feststehen, daß der Kandidat der konservativen Partei, Regierungsrat a. D. Stackmanu, jedenfalls die relative Mehrheit der Wahlmänner hinter sich hat. Ob diese relative Mehrheit am entscheidenden Wahllage sich in die notwendige absolute Mehrhell verwandeln wird, bleibt abzuwarten. Die Wahlbeteiligung war, dem gesteigerten Jnteresie entsprechend, vielfach, so namentlich in der Stadt Wetzlar, beträchtlich größer wie früher. Wetzlar erhaftungen in dieser Affäre sclMahrtögesellschaft zu Berlin, der gestern früh um 9 Uhr leine Luftreije unternahm, ist nach sechsstündiger Fahrt in wählte 36 liberale Wahlmänner und 1 konservativen Wahlmann. Zwei Wahlmännerwahlen kamen nicht zustande, weil ein Urwähler der 1. Klasse, welcher allein 2 Wahlmänner zu wählen hat, zurzeit auf der Reise befindlich ist. -st Dillenburg, 12. Nov. Um im Lause des Winters mehrere Vorstellungen der S t a d t t h e a t e r G i e ß e n- Mardurg und des Großh. Kur-Theaters Bad Nauheim im hiesigen Kurhause zustande zu bringen, haben sich die ersten Kreise unserer Stadt zur Schaffung eines Garantiefonds vereinigt. Die gestrige erste Vorstellung mit »Komtesse Guckerl" war von der hiesigen Bevölkerung, aus den Nachbarstädten Herborn, Haiger und aus dem Dietzhölztale so zahlreich besucht, daß das Unternehmen als sicher anzu- 8% Mexikaner 4%Q/o Chinesen . Electric, ßchuckeri Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Dißkonto-Kcnnmandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges, Oesterr. Ötaatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . « . Harpener . . . wobei es blutige Köpfe setzte. Verschiedene Stöcke, Hüte 4% Ungar. Goldrente, . < 4°/o Italien. Rente , . , 47,-6 Portugiesen . . . 3% Portugiesen. . . . 1% 0. Türken . . . Türkenlose ...... 4% Grieoh. MonopoL-Anl. 41/, % äussere Argentiner Konsols . do. . . Hessen Oberhessen Telephonischer Kursbericht Fran kl art a. 14. November 1903. . . 26.55 . . 91.15 . . 113.50 . . 104.70 6 . 212.30 . . 195.70 . . 144.30 . . 157.00 . . 164.10 . , 143.20 . . 18.00 . . 190.50 . . 238.50 . . 187.40 . . 202L5 Forman (Schnupfenäther) klinisch erprobt und ärztlichersells mehrfach als geradezu ideales Schuupfenwittel bezeichnet I Bei leichtem Schnupfen Fonnan- Walle (Dose 30 Pf.) Bei starkem Schnupfen Form an - Pastillen (50 Pf.) zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant: Bei beginnendem Schnupfen fast unfehlbar. In allen Apotheken. Man frage Bau vonlä:-------------,------------- - - , . . ar toter in fr.er Provinz Hessen-Nassau. Es erhielt den 1. Preis Architekt Heinr. Stumpf-Darmstadt, den 2. Preis Vrof. Sire hl-Kassel, den 3. Preis Architekt Felix Krae- ^er-Berlin. Die Arbeiten sind hier im „Römer" ausgestellt. Y ,rr Berlin, 14. Nov. Nack den bisherigen Ergebnchen der Ur wähl en zum preußischen Landtage vermögen die Sozialdemokraten im ganzen auf das Schicksal von neun Mandaten, drei freisinnigen, fünf konservativen und ein national liberales Einfluß aus- zuüben. Im „Vorwärts" veröffentlicht das sozialdemokratische Zentral-Wahlkomitee folgende Wahlparole für die Ab-' geordnetenwahlen: In Wahlkreisen, in denen zwe: ober drei Abgeordnete und in denen sozialistische Wahlmänner zwischen Freisinnigen und Wetter rechts stehenden Parteien ausschlaggebend sind, haben die Sozialdemokraten für ihr Eintreten zu Gunsten der Freisinnigen die Wahl eines sozialistischen Abgeordneten zu verlangen. Mrd diese Forderung abgelehnt, so haben sich die sozialistischen Wahlmänner bei den Stichwahlen der Stimmabgabe zu enthalten. — Geheimrat Professor Moritz Schmidt, der den Kaiser wegen seines Stimmlippen-Polypen operiert hat, erschien gestern in der Berliner laryngologischenGe- sellschäft. Der Vorsitzende begrüßte den Geheimrat Schmidt und sprach ihm die Glückwünsche zu dem guten Erfolge der von ihm ausgeführten Operation aus. Geheimrat Schmidt bemerkte, was er geleistet, sei nichts Besonderes gewesen. Derartige Eingriffe mache jeder Laryngologe in seiner Praxis. Das Besondere an der Krankheit sei ihr Träger gewesen. Geheimrat Schmidt fügte hinzu, er habe fick ganz besonders gefreut, daß von der ganzen Angelegenheit nichts vor der Zett in die Öffentlichkeit gedrungen sei, trotzdem er den Kaiser wegen seines Leidens bereits vor 2 Monaten zum ersten- male gesehen und untersucht habe. Man habe sich eben vorgenommen, mit jeder Veröffentlichung zu warten, bis die mikroskopische Untersuchung des Tumors vorliegen würde. — Wie die „Voss. Ztg," meldet, sprach Prinz Heinrich in Bonn vor jeiner Abreife nach Kiel ich Gegenwart vieler Herren mit dem Bürgermeister Spiritus über das Befinden des Kaisers. Er erklärte die Erkrankung für ganz harmlos. Münster r. W., 14. Nov. In dem benachbarten Roxel wurde an der 53jährigen Taubstummenlehrerin Anna Fiege ein Lustmord verübt. Der MÄrder ist noch nicht ermittelt. F r e i b e r g i. S., 14. Nov. Das Landgericht verurtellte den Volksschullehrer Bachmann aus Berlin wegen jahrelanger Sittlichkettsverbrechen an Schulkindern zu 3i/2 Jahren Zuchthaus. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garteustratze 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis Hal die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jealicher Art, Dienstboten nnd Lehrlinge«) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 8 Uhr geöffnet k ES können eingestellt werden: 8517 1 lcmdnnrtfck. Knecht, 1 Schlaffer, 1 Spengler, 1 Schmied, 1 Bau-- und Möoelfchremer, 1 Küier, 3 Holzbildhauer, 1 Schuhmacher, 2 Schneider, 1 Friseur, 3 Glaser, 5 Erdarbeiter, 3 Hausburschen von 14—16 Jahren, 8 Dienstmädchen sür hier und auswärts, 2 Lauffrauen, 2 Zeitungsträgerinnen. Lehrlinge: 1 Friseur. HS suche« Arbeit: 2 Pferdeknechte, 5 Dau- u. Kunstschlosser, 1 Schmied, 1 Spengler, 2 Installateure, 1 Buchbinder, 2 Küfer, 1 Wagner, 2 Schreiner, 1 Bäcker, 2 Metzger, 1 Flickerm, 1 Büglerin, 1 Wasch- oder Putzfrau, 1 Glaser, 3 Hausburschen, 1 Kutscher, 1 Kellner, 1 Dienfl- mädchen, 5 Lauffrauen, 2 Lauf mädchen, 2 Bureaugeyilfen, 1 Kranken- bezw. Wochenpflegerin. wird heute die Nachricht bestätigt, daß der Großherzog in hochherziger Weise einen neuen Fonds zum fetten der Künstlerkolonie ins Leben gerufen hat, der den Namen Ernst-Ludwig-Stiftung führt. Ter Fonds ist von einem Stifter mit einer ansehnlichen Summe dotiert worden. Durch die Zinsen des Kapitalbestandes sollen die Ziele und Aufgaben der Kolonie gefördert werden. w. Frankfurt, 14. Nov. (Eigener Drahtbericht.) Ter Verein zur Förderung des Arbeiterwohn- ungswesens und verwandter Bestrebungen veranstaltete Preisausschreiben zur Erlangung von Entwürfen für den i von ländlichen Anwesen für Steinmauern und Industrie-- 4XL% Oesterr. Silberrente 101.05 ‘ ~ ~ ' 99.90 Waldung Z Die meisten Naobahmnngen von Dr. Hommels Haematogeu werden, um das D. R. P. No. 81,391 zu umgehen, mit Zuhütenahme von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetberfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommel’s Haematogen und achte auf die Schutzmarke „Säu- Tritt OG Gieße«, 14. Nov. Marktbericht. Auf heirttgem Wockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00—1,15 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Vfg., • Berlin 14 Nov. Der Postbote Heider vom 2 Stck. 00-00PW, Gänseeier00-00 Pfg., Enteneier8-4) W, Käse wr, ; eLUn<#.v-ho tnpnJ nnt -»Vscklaauna vr.Stck. 5—8 Pst Käsematte2Stck. 5—6Psg., Erbsen pr.Ltter 21 Pfg., Postamte Fnedrrchsberg wurde wegen Unterschlagung ^nsenpr.Liter32Pfg^Taubenpr.Paar0,70-09,OAlstHühnerpr.St. verhaktet. Er soll auch 300 Mk. aus der Postkasse ent» lf3o-i/8o Mk., Hähne pr. Stück 0,70—1,50 Alst Enten pr. Sttick wendet haben. — Beim Neubau des Charlottenburger 1,70—2,20 All., Gänse pr. Pfd. 56—65 Psg^ Ochsenfleisch pr. Pfund Krankenhauses wurden rwei Arbeiter durch niederstürzende 68-78 Pfg., Kuh- und Rirrdfleifch pr. Pfund,62-66 Pfg., Schweine- fP rouröen f «dreck er fleisch pr. Pstmd 66—76 Pfg., Schweineflepch, gesalzen, pr. Pfund Gerüstbalken schwer verletzt. — Nachts drangen Einbrecher j Kalbfleisch pr. Pfd. 70—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund in die Sophienkirche und erbrachen die Türen zu allen165—74Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,00—5,50 Alst Weißkraut per Räumen. Da der Küster die Wertsachen in seine eigene Stück 5-7 Pfg^ per Zentner 1.30-1.60 Mk., Zwiebeln pr. Zentner ”7« ______LL dessen von zahlreichen Personen umringt. Hierbei entfiel dem 6 iGiaener Drnbtvprickf) Mädcken die Bückie und ervlodirte. 12 Personen, R. B. Darmstadt, 14. Nov. (Eigener Drahtvertcht.) • Brussel, 13. Nov. Der Sohn eines im Oesang- & todtere faie hiesige Hvfbühne verpslichtet niffe verstorbenen Mörders namens Smellmskl machte der st ^rden. — J-n die Künstlerkolonie ist als neues hiesigen Polizei die Mitteilung, daß sein Vater nut öwer Greiner ausgenommen worden. Er war Komplizen, die er nicht näher bezeichnet, die Urheber emes jrüI)ier Theologe und hat sich in Paris in der Bildhauerkunst vor Aiöei Jahren an einem Rentner begangenen Mordes ge- ausbilden lassen. — Der Luftballon der deutschen Lu,t- wesen seien. Es wurden bereits 5; $ie ' <5 L Ld'Ä auetT 'lati e cnee3itätboib- ÄS ebVS Di-Az. t buTdi* ^urde. Vuxd) eine &>Ih5 Unwert S'leSsu«b mit reickm \ei" »r TW S S »6er eines «choiM Teil wch ■ duM gefärbten, menschlichen TeUer/ Echüber, ■ '.Wie ein Stein- Hügel umher mit verschiedenen Zeil- ' noch eine Bronze- W erwähnen, - vvn welch letzterer M Teil des Gürtelbartlosen Menschen, ngen versehen, k Jett, also etwa im süid äußerst brüchig der größten dehul- m. Kl absehbarer -enden Reste einer e Menbescha/'sen- ;u wünschen, öaß und Provinz sich orwendchen Mütt den MUttMchM l zu. retten ist Die düses Monats den »erden. mrd numchen etwas evorstehendeu Vazar n wohlunterrichteter M geschmackvoller, tu hch-en. Ein reifen* je^t noch sehlenden Lngrün und KerM jetzt für Christkind- p, den Wunschzettel ^ir schön und Dow ^idergutensch usMdernE l, ftt chttn ttM >t ber am*9e y! in bü Mmnrs "9m5«ußuna- ? .Als ich Ä das Sieb Ze« auimer lom SibenDOtite* Wellung .Al' !Ute S°mMI |Wtt- bei 3räu,em w°"' ®ariin, » H-rrn X%täu(ew gollb.t utunb abcnd- 8 ^t, ,nb abenbS abenb » gelben .z-nhi-vK ' iLiun9 ^110^ Kandel und Verkehr. Uolkswülschafl. Berlin, 13. Nov. Wie die »B. N. N." aus guter Quelle Horen, ist von den zuständigen Stellen bejchloffen worden, sowohl ' ' zucker- wie das Raffinerie-Syndikat mtl _______ _)ezember d. Js. aufhören zu lassen. Europäischer Petroleumtrust. Wir haben bereits vor einigen Tagen auf die Gründung dieses Trusts aufmerksam gemacht. An der Spitze soll die Deutsche Bank stehen. Gegenwärtig finden in Berlin Verhandlungen der österreichischen Petroleumraffinerien statt, die den Abschluß dieses Trusts oder doch einer europäischen Jntereffengemeinschaft gegenüber dem ametttanischen Trust bezwecken. Von deutschen Banken ist neben der Deutschen Bank die Diskontogesellfchaft beteiligt. Von österreichischen Banken sind in erster Linie iuteressirt die Oesterreichische Kreditanstalt, die Ungarische Kreditbank und der Wiener Bankverein. Weiter kommen in Betracht: eine französische und eine englische Gruppe, die Deutsch-Russische Naphta-Jmportgesellschast und die Rothschild- r.h.n I Unternehmung in Baku. Immerhin soll eine Verständigung mit wyen lit. - , A der Standard Oil Co. herbeigeführt werden, gleichviel ob bez. des Wiesbaden, 12. Nov. Heute vormittag kurz vor P^oleums' eine selbständige llsterreichffche Ausfuhr- 12 Uhr stürzte unter donnerähnlichem Krachen das Haus gesellschaft oder eine deutsche Einfuhrgejellschast ins Leben gerufen Marktstraße 25 in sich zusammem Das Fundament des wird. — Neuesten Meldungen aus Wien zufolge sind die Verkaufes wurde einem Umbau unterzogen und dabei dem Handlungen wegen Organisattmi der österreichrschm Petroleum- yau,es wuroe cuicm 9 ausfuhr noch nicht ganz abgeschlosien, da sich Schwierigkeiten er- Hause die Stutze entzogen. Die dann beschäftigten Arbeiter nächste Woche will man roeiter verhandeln. konnten sich, durch laute, schußahnuche Detonanonen aus- Türkenlose-Treffer. Nach den von der Dette publique mitmerksam aemacht, rechtzeitig retten. Ebenso wurde das geteilten Daten sind bisher ca. 16 400 gezogene Türkenlose nicht Publikum auf der außerordentlich ftequentierten Straße ge. “^b warnt. Eine Frau wurde durch den £uftbruc£ gu ^oden befinden. Der Gesamtbettag dieser 16 400 Restanten, geschleudett, erlitt aber nur unerhebliche Hautabschürfungen, i denen die Verjährung droht, beträgt ca. 16 500 000 Frks. u,....i■ —---- ---------------------- Märkte. Budapest, 13. Nov. Großes Aufsehen erregt der RoMnVucg a. v. ^UMcygeurrw^r. Selbstmord des Großgrundbesitzers Ernst ^^dren^mrl^^ W i l d n e r, der sich auf fernem Gute erschoß. Er soll an ausländischen Börsen gespielt und dabei über eineMillion syaO/o^Reichsanleihe do. lau, erstattet von Herrn Wigandt. In länger ent Vortrags entwickelte er ein genaues Bild über den Gang der dort ge>- pfloaenen Verhandlungen. Die höchst lehrreichen Vorträge, die dort gehalten wurden, sowie ine Verhandlungen über- UU5>luUMl|vyt,„ ^v^r.. a.ir_____________-_________ Haupt werden demnächst gedruckt erscheinen und auch bei »rünen verloren haben. ■ der hiesigen Verwaltung zu haben sein Ms nächster Tag- . mretoria 14. Noo. Gestern abend drangen zwischen ungsort oes Zentrab-Verbandes ist München bestimmt wor- »n» den Beifall bekundete die Zufriedenheit der Versammlung. Petersburg und Nylstroom zwei Mmner m emm Zm weiteren Bericht über die Gener a Iver s ammlun g der bahn wagen, als der Zug emen Abhang hinabfuhr,über- Fr eien Vereinigung hessischer Krankenkassen zu FÄedberg ver- waltigten die Begleitung und raubten IO 000 Pfund, nn.es Herr Gg. Schmidt mehrfache aus die Aenderungen in | die für die Standardbank in Pretoria bestimmt waren, den heute vorliegenden Statuten, welche wohl den Hoi,pt- — »———— ■ ■■-■?!== ■■ ; 1 ■ ■■■ ■— gegenständ der dorttgen Verhandlung bildeten. — Die bei der Statutenberatung an mehreren Paragraphen vorgenom- ™ 1 A * c. sangreichere Tattgkett der Verwaltung. Sämtliche vom Vor-! . en uuter Jahren schuldig gemacht haben soll, findet bei stände vorgesch>lagenen Aenderungen werden angenommen, verschlossenen Türen statt und endet mit der Verurteilung des An- Erne wesentttchie Aenderung erfährt § 14 Abs. 3, inbem vom geklagten zu 9 Alonate Gefängrus abzüglich 2 Monate erlittene Inkrafttreten dieses Statuts (1. Januar 1904) an auch auf Untersuchungshaft. — Der Schrütsetzerlehrlmg W. S., der seither alle Feiertage, welche in die Woche fallen, Krankengeld ge* in der Buchdruckerei von Damm in Friedberg Beschäftigung fand, Eine weitere wichtige Aenderung hat auch § 15 erhielt eines Tages von dem Agenten Damm, dem Vater des - • ~ ■ - - • ■ ' Buchdruckereibesitzers, den Auftrag, m Rhemheffen Versicherungsprämiengelder in Höhe von 800 Mk. einzukaffieren. Er kaffierte solche auch im Betrage von 653 Mk. ein; anstatt diese nun an seinen Auftraggeber abzuliefern, machte er eine Vergiiügimgsreise nach der Schweiz und veranlaßte feinen etwas älteren Bruder Georg, ihn zu begleiten, was dieser auch tat. In der Schweiz kaufte W. S. seinem Bruder eine Uhr und versah ihn mit etwas Geld: von Heimweh gepackt kehrte Gg. nach Deutschland zurück und lieferte die Uhr und den geringen Geldbetrag an Damm ab, während W. S. es vorzog, noch einen Abstecher nach Paris zu machen; aller Mittel entblößt kehtte er von hier in die Heimat zurück, wo er verhaftet wurde. Das Urteil lautet gegen den jugendlichen Angeklagten W. S. aus 8 Monate Gefängnis wegen Unterschlagung, gegen G. S. auf 2 Atonale — abzüglich 2 Wochen Untersuchungshaft — wegen Hehlerei. — Die 15 Jahre alte K. W. von Alsfeld hat dem in demselben Hause wohnenden Straßenwärter Jung von Alsfeld etwas Cervelatwurst aus dessen Speisekammer und einige kleine Geldbeträge aus dessen Wohnzimmer entwendet. Zutritt zu den Räumlichkeiten des Jung hat sie sich dadurch zu ver- ! schaffen gewußt, daß sie den Schlüffel des Wohnzimmers ihrer Eltern zur Eröffnung des Zimmers des Jung benutzte. Die Angeklagte erhält wegen Atundraubs und eines einfachen Diebstahls je einen gerichtlichen Verweis, wegen einer dritten Tat, die als schwerer Diebstahl aufgefaßt wttd, 5 Tage Gefängnis. — Die Dienstknechte I. N und L. standen beide in Dienst bei dem Pächter Rode auf dem Fiedörfer Hofe bei Düdelsheim. Gelegentlich des Nachtessens am 2. August l. I. kam es zwischen den beiden, die einander nicht besonders hold waren, aus geringfügigen Ursachen zu einem Streit, wobei &, der diesen Streit provoziert hatte, eine Eßschüssel nach N. warf, dre tiefen aber nicht traf, und sodann einen Teller, der dem N. an den Kopf flog. Hierüber erbost versetzte N. dem L. einen 7 Zentimeter tiefen Stich in den Oberarm, der diesen 3 Wochen lang arbeitsunfähig machte. Das Utteil lautete gegen L. auf 6 Wochen Gefängnis wegen Körperverletzung, gegen 91 auf 3 Monate Gefängnis; auch wird auf Einziehung des gebrauchten Messers erkannt. — Der Fuhrwettsbesitzer I. E. von Alombach war von dem Schöffengericht Vilbel wegen Diebstahls zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Er soll im November v. Js., als er mit feinem Bruder in Nieder-Eschbach vorher bestellte Kartoffeln mit einem mit zwei Pferden bespannten Wagen abholte, gegen den Willen seines Kartoffellieferanten, diesem gehöriges Heu für feine Dferde mitgenommen haben. Das Berufungsgericht spricht den Angeklagten von der Anklage des Diebstahls frei, da ihm das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit seiner Handlungsweise nicht uachgewiesen werden konnte. — Die Strafsache gegen den Ziegeleibesttzer S. von Schlitz wegen Tierquälerei wird auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Gera, 13. Nov» Aus Anlaß des zu Anfang dieses Jahres ansgesprochenen Stteikes der in der Textil-Bettiebskrankenkaffe hier angestellten Aerzte hatte der Vorsitzende dieser Kaffe, F a b ri k a n t A . n o L u b o l d t und Dr. med. Hirsch ein unblutig verlaufenes Pistolenduell ausgefochten. Jeder der Duellanten hatte drei Monate Festungshaft erhallen, die Luboldt, der sächsischer Reserveoffizier ist, am L Oktober auf der Festung Königstein angetreten hatte. Heute ist ihm im Wege der Gnade der Rest der Strafe erlassen worden. mjii MW Ä Wj'. K N M M M ■liN^.i L S Mr sc E D :■*■■ J Berli Met; Der * bnti ] • Mf' i',,«‘‘ »"r, 6* <7^ p«ü' 141 II r-'L° Itn ’W Mlind' ,°HN »“ MG°nd, M i® ®n9 ruhe" "> nicht nm. Imdmn kl» Mwiss- m ein®««' werden. 3[ in denen I entwidelt lischen und ofrtfa es I men im € llnzufrsi reit. ® der betreff einen Teil Gedmlen ' mmthen ( meinen G gen Der Pfahl an' ihrige be meint off1 Schutzti den und zu könne betrachtet Lissabon nebmigun Mch^ft Deutsche Um bii regungen i ^Ndtage ^^tszas ?ahn v kwer $5, Lr Inders ^Kere < bleh au- St1 SN fe 8523 im 53. Lebensjahre. Im Namen der tieffrauerndon Hinterbliebenen: Ernestine Saclt, geb. VaupuL Giessen (Grosse Mühlgasse 5), Port-Said, den 13. November 1903. Die Beerdigung findet Montag den 16. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des nmien Friedhofes aus, statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute abend 108/4 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber, guter, treuer, fürsorgender Mann, unser \ ater, Bruder und Schwiegersohn asm 8526 Damen-, lädche- und Kinderhüte wegen vorgerückter Saison zu bedeutend ermässigten Preisen in grosser Auswahl. üloeSewarenlaaiis A. 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Die Kannen sind infolge Einführung der elektrischen Beleuchtung entbehrlich geworden. Morgen Sonntag den 15. November 1903: Grosse T anzbeBustigung Kaufmännischer Verein und OrtsgewerbeVerein Giessen. Montag den 16. November 1903 abends 81/, Uhr pünktlich im Kaufe des Kaufmännischen Vereins. Zweiter Vortrag Kcrr Dr. V. Pohlmeyer, Berlin: Stellung und Bedeutung Auslands in der Gegenwart. Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind zu 50 Psg. abends an der Kasse zu haben. 8500 Die Vorstände. Einzelne Joppen und Hosen in allen Preislagen. »Rest© billig Ernst Bloedner Blockstrasse L. (8522) Telephon 867. M Mmm iWMIGN 7821 j bei Emil Fischbach. I 9 W ratLH«yn>l»mlwrBwS Schirme werden schnell und dauerhaft repariert und überzogen in dem Schirmgeschäft von 8487 Heinrich Sack, Gieße», Marktstratze 19. Bürsten, Besen Korb- null ßolMen Telephon 384. L. KOulermann IV., Bleichstratze 12. J^Hamhrkettek! 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