Zweites Blatt« 153 Jahrgang die Post Mk.2.— vleriel- jährl. au«|d)L Bestellg. Annahme von Anzeigen füt öte tagesnummet bto pxxrmtttogfl 10 Uhr. Zetlenpret». total ISP^, au»rodne W Pig. iöecaru$eetilld> «üe den polU. airL aUflcm> Teil. H. Witiko kür .Stadt und 8anö* und ,®ertct)tB|aalei August ®dQi fih den Anzeigenteil: $>an< Beck. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger " Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Mittwoch 14. Oktober 1903 ve-rrgSpretSi monatlich 75 tßl, viertel- jährlich Mk. 2,20; durch Abhole- »t. Zweigstellen monatlich 65 Pt.- durch Nr. Ml Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kessischen Landwirt die Gießener gamtlicth blätter viermal in der Woche dergelegl. Rotationsdruck tu Berka« der Brühl'lchen Untvert.-Guch- u. Stein- drucket« (Pietsch Erden) Redaktton, Expedition und Druckerei! Schalstraße 7, Adresse sÜr Depeschenr Anzeiger Sieben. Kerusprrchanschluß Nr. 5L Ale heutige Yummer umfaßt 10 Seiten. Politische Tagesschau. Etat und Rotstift. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 13. Oktober: Dre Negierung erläßt in der ihr nahestehenden Presse wieder einmal einen Hinweis darauf, daß bei Aufstellung des ReichseLats für 1904 im Neichsschatzamt der Notstift nachdrücklich gehandhabt werde, daß also mit anderen Worten der Volksvertretung nicht mehr viel Gelegenheit zu Streichungen übrig bleibe, da das Prinzip der Sparsamkeit von der Regierung selbst bereits „bis zum Mußersten" in Anwendung gebracht sei. Dieser erneute Hinweis dürfte aber nicht lstndern, daß die Volksvertretung über das „bis zum Aeußersten" anderer Meinung ist, als die Regierung. Das Zentrum z. B wirb gutem Vernehmen nach die bereits signalisierten Forderungen für den dem 6. Armeekorps überwiesenen Truppenübungsplatz Neuhammer, der schon bedeutendeEtatsüberschreitungen verursacht hat, diesmal a b l e h n e n. In der letzten Session erlangte bekanntlich der ftühere preußische Kciegsnrinister v. Goßler mit knapper Not die Bewilligung der hohen Kosten für diesen UebungZPlatz. Falls Staatssekretär Frhr. v. Stengel der neuen Forderung der Militärverwaltung nicht mit den: Rotstift zu Leibe geht, wird also wohl der Reichstag besagtes Instrument an dieser Stelle handhaben. Der italienische Königsbesuch in Paris. Anläßlich des Besuches des italienischen KönigspaareS in Paris strengen sich die lieben Freunde Deutschlands wieder einmal an, „Beklemmungen" in Deutschland wahrzunehmen. Man will glauben machen, je mehr der Besuch! gefeiert werde, umsomehr werde sich Deutschland vom Aerger erfaßt fühlen über das Abspenstigmachen seines Verbündeten. Paris scheint in der Tat von der Absicht solcher Demonstration beherrscht; es scheint den Empfang überbieten zu wollen, den der König von Italien in Berlin gefunden hat. Die Stimmung, so wird aus Paris telegraphiert, erinnert an den ersten Zarenbesuch im Jahre 1896. Die Wogen der Begeisterung werden also hoch gehen, trotzdem die Klerikalen sich bemühen, durch Enthüllungen über die militärische Aufgabe Italiens in einem oeutsch- französischen Zukunftskriege ernüchternd zu wirken. In deutschen Landen kann man indes dem Schauspiel mit aller Ruhe und Gelassenheit entgegensehen. Dem Herrscher Italiens gönnen wir alle nur möglichen Aufmerksamkeiten von Herzen. Der Festjubel ist eine vorübergehende Erscheinung. Das Bleibende vom unveränderlichen Wert sind die bestehenden Abmachungen zwischen Deutsche landund Italien, welche eine Bekräftigung empfangen durch die Erneuerung der Handelsverträge, wofür die Aussichten durchaus befriedigen d sind. Wenn sich Frankreich und Italien über ihre Mittelmeer-Jnteressen schiedlickpftiedlich auseinandersetzen, so läßt sich dagegen vom deutschen Standpunkt nicht das mindeste einwendEN. Eine solche Verständigung würde sogar, als den Friedenstendenzen förderlich, zu begrüßen sein. Von irgendwelcher Besorgnis, daß der Pariser Besuch zu anderen Vereinbarungen führen könnte, die den Zweck des Dreibunds beeinträchtigen, kann im Ernst keine Rede sein. An der Aufrichtigkeit und Herzlichkeit der Gesinnungen der italienischen Regierung und des italienischen Herrscherhauses zu zweifeln, ist nicht der geringste Grund vorhanden. Die ft an ko-italienisch en Feste wurden bereits am 12. d. M. in Paris durch ein von der französisch-italienischen Liga dem italienischen Botschafter und der Presse veranstaltetes Festessen eröffnet. Der Marineminister nebst ^Gemahlin, sowie zahlreiche amtliche Persönlichkeiten, u. a. der Minister des Auswärtigen und der Präsident des Gemeinderates nahmen an dem Diner teil. Später fand eine 'Galavorstellung statt, während welcher Hochrufe auf Italien ausgebracht wurden. Zu den Alarmnachrichten aus Ostasien äußerten sich soeben die japanischen Gesandten in Wien und in London, daß die derzeitigen Beziehungen zwischen Japan und Rußland durchaus nicht den Ausbruch e i n e s Kr i e g e s b e f ü r ch t e n lassen. Die Verhandlungen wegen Korea würden schon in nächster Zeit zu einem befriedigenden Ergebnis führen und auch der Konflikt wegen Räumung der Mandschurei werde auf gütlichem Wege beigelegt werden, da Rußland es deswegen auf einen Krieg nicht auskommen lassen würde. In einem gewisien Gegensatz dazu steht eine Meldung aus London, wonach die dort aus Ostasien eingetrossenen Nachrichten eine große Spannung, zwischen Rußland und Japan bekunden, ohne jedoch die Möglichkeit einer Verständigung auszuschließen. Die japanische Presse ist sehr kriegerisch gestimmt. Während Rußland aber große Drup- penmassen nach dem Osten entsendet und die beurlaubten Offiziere einberuft, hört man nichts von einer Mobili- jierung der japanischen Landmacht. Weiter wird aus London gemeldet, daß nach Berichten der „Times" aus Odessa eine starke Abteilung " russischer Truppen mit der Bahn von Eharkow nach dem Osten abgeht, und daß ferner das russische Kriegsschiff „Zesarewitsch" und eirr, Kreuzer auf dem Wege nach Ehina in Port Said cingetroffen sind. Zeutschrs Keich. Berlin, 13. Okt. Der Kaiser verlieh dem Erzherzog Friedrich von Oesterreich die Kette zum Schwarzen Adlerorden, dem Oberhofmeister Fürsten Liechf- tenstein die Brillanten zum Schwarzen Adlerorven und dem Erzherzog Leopold Salvator von Oesterreich den Schwarzen Adlerorden. Ferner wurden noch eine große Reche anderer Ordensverlechungen an östveichischnngarische Offiziere bekanntgegeben. — Der Kaiser hörte gestern im Jagdschloß Hubertusstock die Dorträge des Stellvertreters des Chefs des Zivilkabinetts, des Staatssekretärs des Reichsmarineamts und des Chefs des Marinekabinetts. — Der ,^>Lreuz^g." zufolge findet die Einsegnung der Prinzen August Wilhelm und Oskar von Preußen Samstag, den 17. d. M in der Friedenskirche zu Potsdam durch den Oberhvfprediger Dry ander statt. — Der antisemitische Reichstagsabg. Krösell gibt in einem Phritzer Blatt seinen Wählern bekannt, daß er sein Pfarramt niedergelegt habe, um zur politischen Arbeit frei zu werden. — Gegenüber einer „Times"-Meldung, wonach die Rückkehr des Grasen Bülow nach Berlin im Zusammenhang mit der Lage in Ostasien stehe, wo Deutschland wegen eines geheimen Abkommens mit Rußland interessiert sei, erfährt die „Nat.-Ztg." von unterrichteter Seite, daß es keinen deutsch-russischen Geheimvertrag gebe, durch welchen die deutsche Politik in Ostasien irgendwie gebunden wäre. Ueberhaupt gebe es keine Abmachungen Deutschlands mit einer anderer: Macht, durch welche die neutrale Haltung Deutschlands in Ostasien nach irgend einer Seite eingeschränkt werden könnte. Ebenso unsinnig sei die Meldung, wonach Deutschland die Feindseligkeiten schüre. — Heute abend fanden 16 sozialdem akratische Versammlung en statt, worin die Protestresolution gegen die Festlegung der Urwahlen zum Landtag auf zwei Uhr nachmittags angenommen wurde. Die Proteste sollen dem Magistrat eingereicht werden. Hamm, 13. Okt. Die Stadtverordneten bewilligten einen Platz zur Errichtung des D e n k m a ls für den Kultusminister Dr. Falk. Kirche und Schule. — Zum Nachfolger des Armeebischvss Dr. Aß mann ist der bisherige Generalvikar des Militärbischoss, Voll- mar, in Berlin bestimmt. Derselbe legt heute vor dem Nuntius in München das feierliche Glaubensbekenntnis ab. Die Bischofsweihe dürfte nächstens erfolgen, nachdem die päpstliche Ernennung vollzogen ist. Ausland. Nom, 13. Okt. Sämtliche Mütter bedauern, daß der Besuch des Zaren verschoben wird. „Dribuna" zufolge scheinen die Auffassungen auswärtiger Blätter unrichtig, nach! welchen der Aufschub durch eine sozialistische Kampagne veranlaßt sei, die dahin ging, den Kaiser aus- zuzrschen. „Patria" verlangt die Anwendung des Straf- gesetzes gegen diejenigen, welche die guten internationalen Beziehungen störten, und fugt hinzu, daß man in Italien dem beabsichtigten Auszischen keine Bedeutung beilegte. „Giornale 'Italia" und „Messagero" greifen die Regierung anläßlich der Verschiebung der Reise des Zaren an. Die klerikalen Blätter „Osservatore Romano" und „Voce della Verita", die ebenfalls ihr Bedauern äußern, behaupten, der Aufschub der Reise beweise, daß der Papst nicht ftei sei, well die Agitation einiger sozialistischer Deputierten ihn daran verhindern könne, den Kaiser von Rußland zu empfangen. „Messagero" zufolge wurde der italienische Botschafter in Petersburg aufgefordert, nach Rom zu kommen. Er wird hier am 26. Okt. erwartet. Pisa, 13. Okt. Der König und die Königin sind in Begleitung des Ministers Morin und des Gefolges heute nachmittag n a ch P a r i s a b g e r e i st. Am Bahnhöfe hatten sich die Spitzen der Behörden zur Verabschiedung eingesunden. Eine große Menschenmenge hatte sich ange- sammelt und brachte den Majestäten stürmische Huldigungen dar. Konstantinopel, 13. Okt. Heute vormittag erschien Fehim Pascha, der Chef der Spionage-Abteilung, im Aildiz mit seinen Leuten in einem der größten Cafes von Pera und ließ dort den angesehenen russischen Untertan Ladgikow gewaltsam ergreifen und in den Hausflur schleppen. In dem Cafe entstand eine Panik und Ladgikow, der mit Fehim Paschas Leuten im Korridor rang, flehte laut um sein Leben. Andere Gäste eilten herzu und nun ließen die Bedränger von Ladgikow ab. Dieser reichte schnell seine Gold- und Wertsachen einem der Umstehenden und protestierte laut als Rrrsse gegen seine Verhaftung und verlangte zur russischen Botschaft gebracht zu werden. Obwohl Ladgikow als den besseren russischen Gesellschaftsklassen angehörend bekannt ist, nahm ihn Fehim Pajcyp, gewältsam in einem Wagen in den Aildiz mit. Die russische Botschaft wurde von der Verhaftung benachrichtigt. Es ist zloeifellos, daß dem Sultan durch dieselbe neue große Unannehmlichkeiten bereitet werden. Belgrad, 13. Okt. Der Gerichtshof erster Instanz verlängerte den Anmcldungstermin für die Forderungen an der Nach laß mässe des Königs Alexander mit Wckjicht auf die Forderungen ausländischer Gläubiger bis zum 9. November. Aus Krüöl uni) KmrS. Gießen, den 14. Oktober 1903. ** Offerten au f A n str e ich er a r b e i t e n. Bei der gestern stattgehabten Subnnssion auf Weißbinderarbeiten für die Zentral-Waschanslalt der neuen Kliniken wurden folgende Angebote gemacht: Karl Nikolaus: Mark 1376,91: — C. Dörr: Mk. 1298,20; — G. Belitz: Mk. 1268,80; — Ed. Kohlermann: Mk. 1021,51; — Degen-Großen-Linden: Mk. 964,70; — Leucht u. Klippel: Mk. 937,85; — Petri III.: Mk. 920,50; — W. Euler: Mk. 890,50; — Schäfer u. Neuling: Mk. 874,30; — G Nauheimer: Mk. 852,58; — L. Petri II.: Mk. 850,60; — H. Launsöach: Mk. 848,75; — A. Wagner: Mk. 800,33; — I. Fink: Mk. 764; — Schäfer u. Größer: Mk. 729,85; — Karl Marx: Mk. 636,20. ** Verhaftung. Der Agent I., von dessen Verhaftung wir gestern berichteten, ist, wie wir hören, wieder auf freien Fuß gesetzt worden. ** Selbjtmord. Am westlichen Eingänge des Fried- hofts am Nahrungsberg wurde heute morgen die Leiche eines unbekannten Mannes mit einem Schuß in der Brust aufgeftmden. Neben der Leiche lag der Nevolver. An Legitimationspapieren -oder sonstigen Erkennungszeichen fand sich bei der Leiche nichts vor und es hat den Anschein, als ob der Selbstmörder sich vorher dieser Sachen entäußert hat. Die Leiche wurde nach dem Leichenhause gebracht und photographiert, auch sind die Kleider behufs Agnoszierung beim Großh. Poli^eiamt aufbewahrt. ** Schützen verein. In der Generalversammlung am vergangenen Montag abend wurde Herr Karl Müller, Prokurist der Firma Friedel u. Asprivn, anläßlich seiner 25 jährigen Zugehörigkeit zum Verein und als Gründer desselben als Anerkennung seiner bisherigen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Zur Ueberreichung der Ehrenurkunde soll eine besondere Festlichkeit demnächst veranstaltet werden. ** Ein en wirklich „treuen" Abonnenten nennt das „Schilettst. Tagebl." sein. Alljährlich werden den Redaktionen die ersten Schmetterlinge, die ersten oder letzten Maikäfer, die größten und allergrößten Strohhalme, die letzten Obstbaumblliten von den Abonnenten dargebracht und diese Tatsachen werden im Blatt gebührend vermerkt. Daß aber der erste Hase der giedaktwn überreicht wird, dürste zu den Seltenheiten gehören, solches geschah aber dem genannten Matte, dem ein alter, treuer Abonnent und Weidmann seinen ersten diesjährigen Hasen zuschickte, ein „Eingesandt", das berellwillige Aufnahme sand. ** Phantasievolle Berichterstattung. In der Dienstagnummer des „Frks. Gen.-Anz.", dessen Gewährsmann ein Nä-Berichterstatter ist, las man von einem Ausflug, den die Darmstädter Fürstlichkeiten am Sonntag nach König im Odenwald unternommen hätten. Der Berichterstatter, der wohl glauben machen wlll, daß er mit im 5)>ofzuge gesessen hat, schilderte in satten Farben den Landschaftlichen Zauber" der Gegend, wie sie sich „zur Zeit der Obstblüte und im milden Glanz der Herbstsonn^ so schön präsentiert. Er schilderte das Schlößchen selbst, das, „von der Bahnlinie aus nicht sichtbar", hinter dem Dorfe König liegt und „in seinen Jnnenränmen interessante Familienbilder" birgt usw. uslv. Und dann kommt der begeisterte Empfang seitens der Einwohner von König, für die der Tag „gleichfalls ein Festtag" war. „Der Somrtag hatte auch viele Schaulustige aus den nächsten Ortschaften herbeigelockt. Als Wirt der hohen Gäste fungiert in dem Bericht der Erbprinz Alexander von Erbach-Schiöuberg, dem infolgedessen noch eine ausführliche Schilderung zuteil wird. All diesen Phantasiegebilden gegenüber ist zu bemerken, daß die Herrschaften nicht in König, sondern, wie wir in unserer Dtontag-Nummer berichteten, in Schön b erg bei Bensheim gewesen, also eine ganz andere Strecke gefahren^ sind, und daß der Besuch nicht dem erbprinzlichen Paare, das sich aus diesem Anlaß allerdings auch nach Schönberg begeben hatte, sonderrr in erster Linie dem Fürsten und der Fürstin zu Erbach-Schönberg galt. Wir sind mit den „N. Hess. Volksbl." auf weitere erheiternde „Moment- Photographien" gespannt. n. Lich, 13. Okt. Für die morgen hier stattfindende Beigeordnet enwahl sind der seitherige Beigeordnete Sparkasserechner Dürmer und der Ziegeletpächter Heinrich Schmidt VIII. als Kandidaten ausgestellt. — Am vergangenen Sonntag brach in dem Stall der Witwe des Fürstlichen Gärtnereigehilfen Hermann Süffel durch Verschulden des dreijährigen Söhnchens der Letzteren ein Brand aus, dem der ganze Heu- und Strohvorrat und zwei Ziegen zum Opfer fielen. Der Kleine hatte kurz vorher beim Anzünden von Kartoffelkraut auf dem Felde seinem größeren Bruder geholfen imb hat wahrscheinlich an einem Strohhaufen int Stall das Gleiche tun wollen. Leider ist die Beschädigte nicht versichert. — In der „Hungener Landpost" lesen wir noch: Der armen schwer geprüften Familie, die infolge des langen Leidens des Ernährers (der Verstorbene lag längere Zeit in der Klinik) fast am Hungertuche nagt, und der der Brand erheblichen Schäden zufügte, da sie nicht versichert ist, wendet sia> das allgemeine Mitleid zu und soll, wie wir hören, eine Spende für dieselbe veranlaßt werden. Gaben von außerhalb nimmt die Expedition des Blattes, sowie in Lich Bürgermeister Heller entgegen. Wie man noch mitteilt, beteiligten sich der gerade hier hi Ferien weilende Prinz Ferdinand und zufällig in der Nähe weilende oder rasch herbeigeeilte andere Leute tatkräftig an den Löscharbeiten. Die Schwester der Frau« Süßel verbrannte sich bei dem Versuch, die beiden Ziegen zu retten, stark am Kopse. k. Friedberg, 14. Okt. (Privattelegramm d. Gieß. Anz.) Der Schriftsetzer Wilhelm Schäfer aus Ilbenstadt taffierte in Meder-Wöllstadt 7 00 Mark für den-Agenten Damm in Friedberg und entfloh nach Basel. Sein Bruder wurde als Mitwisser bereits verhaftet. sc. Schotten, 13. Okt. Der hier verstorbene Kaufmann Karl Doneaer vermachte seinem Geburtsort Katzenelnbogen testamentarisch 11)000 Marr zur Errichtung eines Krankenhauses. R. B. Darmstad t, 13. Okt. Infolge der verflossenen Festwoche bleit»en für bic Agitation der Parteien für die Darmstädter Landtags-Er s ahwahl nur die drei ersten Lage dieser'Woche übrig. Und diese werden von den Freisinnigen dreimal, von den Nation allibcralen zweimal und von den zum erftenmol in die Arena eintretenden Sozialdemokraten einmal zur öffentlick)-en Agitation benutzt. Die gestrige erste freisinnige Versammlung im Hanauer Hof war nur sehr schwach besucht, trotzdem die beiden Kandidaten Langenvach und Saeng in ausführlicher Weise ihr parteipolitisches Programm entwickelten. Die heute abend im selben Lokal veranstaltete, von ca. 300 Personen besuchte Versammlung der dtationallibe- ralen bot injrfern ein Unihun, als der sozialdemokratische Kandidat Friedrich mit in die Debatte ein griff; er wurde aber von den Herren Dr. Nestling und Rechtsanwalt Osann II. grurtdlich widerleeft. Die Versammlung schloß mit dreimaligem Hoch auf die beiden rrationalliberaten Kandidaten. Frankfurt a. M, 13. OLt. Das Denkmal z-ur Ehrung der Vor kämpf er d eutscher Ein h eit in den Jahren der Vorbereitung von 1815—1863, das auf dem Paulsplatz errichtet ist, wird am 18. Oktober mittags 12 Uhr feierlich enthüllt werden. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Falsche Fünfzigpfennigstücke befinden sich zurzeit im Umlauf. Die Verbreitung der Falsifikate ist um so leichter, als der Heinen Wert- münze von den meisten Geschäftsleuten nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dre Fälschung tragt das Münz- Zeichen C uni) die Jahreszahl 1876. Das Geldstück zeigt die große Wertzifter, ist von bläulicher Färbung, unterscheidet sich jedoch weder im Klang nocl) im Gefühl von echten Fünfzigpfennigstücken. — In Lanbach trug man in vergangener Wott/e den ällesten Mann der Stadt, den Landwirt Woll, der im 92. Lebensjahre stand, zur letzten Ruhestätte. Der Verstorbene, der bis zu seinem 91. Geburtstage bei guter Gesundheit in seinem Berufe noch tätig jein konnte, erfreute sich bis zuletzt der treuesten Er- nmerungen aus seiner Kindheit; mit L^hastigkeit erzählte er von den Durchzügen der Ko sack en im Jahre 1815, besonders wie er als tleuier Junge den Durchreitenden nach- gelaufen sei. — Wie aus Wimpfen berichtet wird, hat S. K. H. der Grostherzog der Darstellerin der „Wimpina" beim Wimpfener Festspiel, Frl. Eck, Sein mit diameus- uuterschrift versehenes Bild durch, die Großh. Kabinetts- Direktion übersenden lassen. Zur gesl. Beachtung. Durch unsere Zeitungsträger lassen wir im Laufe des morgenden Tages sämUichen hiesigen Geschäften einen Fragebogen zwecks Aufnahme in das Branchen-Verzeichnis des Akeßbllches Ütr etaht nn) öes Kreises ließen zugehen mit der ergebenen Bitte um gewissenhafte Ausfüllung. Die Aufnahme im Kreis-Adreßbuch erfolgt unentgeltlich. Vermischtes. ♦ Koblenz, 14. Okt. Ein von Trier nach Koblenz fahrendes Automobil erlitt bei Quint einen Radbruch. Fünf Personen wurden auf die Straße geschleudert, vier davon schwer verletzt. * Berlin, 13. Okt. Während der Vorst ellung im Zirkus Busch wurde die Löwenbändigerin Miß Heliot von einem widerspenstigen Löwen durch einen Hieb am Arm verwundet. Infolge des großen Blutverlustes wurde Miß S^eliot ohnmächtig nach der Garderobe gebracht, wo sie sich bald erholte. * Bre slau, 13. Okt. Das kürzlich neu eröffnete Warenhaus Rogalski wurde plötzlich geschlossen, angeblich wegen der ungenügenden Anzahl der Aus gange. * Paris, 13. Okt. Die geschiedene Gattin des Präsidenten der Pariser italienischen Handelskammer und 'Obmanns des Empfangs komitees für den König, Trezza, versuchte gegen denselben ein Revo lver attentat aus offener Straße; die Waffe wurde chr jedoch noch' rechtzeitig entrissen. * Einen b em Proz eß Dippold in gewiss em Sinne psycholo gisch ähnlichen Fall teilt Ndax Nordau in seinem Buche „Entartung" mit. Im Herbst 1884 starb in einem schweizerischen Gefängnis die Massenmörderin Mari e Jeanneret. Nach einer guten Erziehung hatte sie sich der Krankenpflege gewidmet, nicht nn Drang eines wohltätigen Gemütes, sondern zur Be^ ffiediguiig einer wahnsinnigen Leidenschaft. Die Schmerzen, das Stöhnen und die Geftchhsverzerrungen der Kranken bereiteten ihr geheime Wollust. Auf den Knieen und mit Tränen bat sie die Aerzte, gefährlichen Operationen bev- wohnen zu können, um ihr Gelüst stillen zu können. Der Todeskampf eines Atenschen bot ihr den höchsten Genuß. Unter dem Vorwande einer Augenkrankheit hatte sie sich Belladonna und andere Gifte zu verschaffen gewußt. Ihr erstes Opfer war ihre Freundin, andere folgten, ohne daß die Aerzte, denen sie sich als Pflegerin empfahl, Verdacht schöpften, zumal sie die Statten ihres Wirkens häufig wechselte. Ein vereitelter Versuch in Wien führte zur Enl- deckung; sie hatte -nicht weniger als neun Aöenschen vergiftet, fühlte aber darüber weder Neue noch Scham. Im Gefängnis war ihr eiftigfter Wunsch, schwer zu erkranken, um sich, an den eigenen Gesichtsverzerrungen im Spiegel weiden zu können." Dieser Fall Jeanneret wird auch von Krafft-Ebing (Lehrbuch der gerichtlichen Psychopathologie) angeführt. Für die Erziehung wichtig sind folgende einem Lehrbuch-e entnommene Kennzeichnungen solcher seelisch Kranken. Der Schwachsinnige ist raffiniert in seinen Verfolgungen und zwar bewußt. Er lieot es, leiden zu sehen. Er schindet einen lebenden Bogel, lachet, wenn er ihn schreien hört und zappeln sieht. Er reißt einem Frosche die Beine aus, sieht einen Augenblick zu, wie er sich quält, dann zermalmt er ihn plötzlich. Der Schwachsinnige ist gegen Menschen ebenso grausam wie gegen Tiere, selbst in seinen Scherzen. Er lacht boshaft und spottet über einen Kameraden, der zum Büppel wird." Nvrdau erwähnt auch noch »als Beispiel für 'eine solche Wollust des Schmerzes ben Fall eines reichen Fabrikanten, der einen jungen Mann auf Freiersfüßen fälschlich beschuldigt, an einer ansteckenden Krankheit zu leiden, und seine Behauptung „um des Vergnügens willen" aufrecht erhält. Kunst und MUenschast. — In Weimar hielt auf dem zweiten Kunsterzieh- angstag u. a. Dr. Heinrich Hartl-Berlin einen Vortrag -über „Das dichterische Kunstwert in der Schule, seine Auswahl". Das dichterrsche Kunstwerk, so führte er aus, solle nicht mit Nebenzwecken, seien diese nun religiöser, patriotischer oder philologischer Art, verquickt werden, es solle weniger an den Verstand des Kindes appellieren, denn das Gefühls- und Phantasieleben anregen. In der Erziehung sei darauf zu achten, solche Stoffe zu wählen, welche den verschiedenen Wersstnfen entsprächen, das Wünschen und Sehnen des Kindes möge man perwerten.. Daß dem Humor ein viel zu geringer Raum in der Schule angewiesen sei, bleibt sehr zu bedauern, Wilhelm Busch sei ein wahrer Erzieher unseres! Volkes. Das spezifisch Moderne wünsche er jedoch nicht hn Unterricht. Reicher Beifall lohnte diese Ausführungen. — Pros. Dr. Rudolf Lehmann-Berlin sprach über „Das dichterische Kunstwerk in der Schule, seine Behandlung". Er behauptete, daß man Dichtungen erklären könne, ohne dem Kunstgenuß einen Eintrag zu tun, daß eine Erklärung meist sogar notwendig sei, toemt mau bei der Erziehung natürlich abzusehen habe, ästhetische Kritik in den Vordergrund zu stellen. Für die oberen Klassen unserer höheren Lehranstalten verlangt er, daß die Dichtung in Hinsicht auf Geschichte und Charaktere betrachtet werde. Das Vorsprechen endlich sei ein ünentbehrliches Surrogat für das Verständnis. — Der bekannte Violinvirtuose Willy Burmester hat, wie wir in einem Stockholmer Briefe der „N. Hamb. Ztg." lesen, vor seinem letzten dortigen Konzert in einer in gutem Schwedisch vorgetragenen Apostrophe gegen die von dem Referenten des Blattes „Dagens Nyheter" an seinen Leistungen im allgemeinen und seiner Persönlichkeit im besonderen ausgeübte Kritik Verwahrung eingelegt. Sämtliche Stockholmer Kunstberichterstatter er- llären in ihrer Besprechung des Vorfalles, daß Burmester in seiner Anklage weit über das zulässige Aiaß hinausgegangen sei. Um dieser gemeinsamen Auffassung auf journalistisch-künstlerischer Seite verstärkten Ausdruck zu geben, wurde von den Feuilleton-Redakteuren der hauptstädtischen Blätter eine außerordentliche Sitzung des „Publizistenklubs" einberufen, auf welcher nach kurzer Debatte ein korporativer Beschluß angenommen wurde. Das (von Burmester) goutierte Verfahren so heißt es u a. in der Resolution —, einem Referenten, der sich in Ausübung seines Amtes und im speziellen Auftrage seiner Redaktion als Zuhörer im Konzertsaale eingefunden hat, den Zutritt zu seinen Prästen- tationen zu verweigern, ist ein solches, daß sich der Publizistenklub veranlaßt sieht, allen Zeirungsherausgebern und Verlegern hiermit die dringliche Ermahnung zu unterbreiten, „künftighin von einer Berichterstattung über solche Darbietungen künstlerischer und ähnlicher Art abzusehen, deren Veranstalter zufolge ihrer persönlichen Eigenschaften nicht die geeignete Gewähr für eine der journalistischen Berufswürde angemessene Form des öfsenllichen Auftretens zu leisten im stände sind." Gerichtssaat b. Gießen, 13. Okt. Strafkammersitzuntz. Der Taglöhner P. K. P. von Blüingen wußte sich die Leichtgläubigkeit seiner Mitmenschen zu Nutzen zu machen und prellte einen Wirt in Friedberg und noch andere Leute um kleine Beträge, indem er sich bald als Streckenarbeiter, bald als Schwiegersohn eines Bürgermeisters il s. w. ausgab. Urteil: 1 Jahr 6 Atonate Gesängnis und Aberkeimung der bürgerlichen Ehrenrechte aus 5 Jahre. — Die Berufung des Angeklagten W. M. von Angenrod gegen das Urteil des Schöffengerichts Atsseld, das ihn wegen Körperverletzung zu 5 Atonalen Gesängnis verurteilte, wird verworfen; er behält seine Strafe, die der kürzlich vom hiesige« Schwurgericht ausgesprochenen Strafe in Zusatz gebracht wird. — Der Zimmermann O. W. von ©rünberg hat ohne Wissen feiner Frau em Bittgesuch um eine Geldunterstützung, das er mü dem Namen feiner Frau unterschrieb, an den Großherzog eingereicht und es der Wahrheit zuwider mit großer finanzieller Bedrängnis der Familie begründet; er hat ferner seine Famllie mit Totschlägen bedroht, da diese chm einen geladenen Revolver wegnahm und in Sicherheit brachte. Das Urteil lautet unter Einbeziehung einer anderen vom Schöffengericht Grünberg erkannten Strafe auf 15 Monate Gefängnis wegen Bedrohung und Betrugsversuchs, von der Anklage der schweren Urkundenfälschung wird der Angeklagte freigesprochen. — Die Ehefrau des Schreiners 9JL D. von Butzbach hat von Dezember 1902 bis April 1903 einer Frau S. in Butzbach, mit der sie m einem Hause wohnte, eine Reihe von Gegenständen gestohlen, indem sie ihren Küchentürschlüssel zur Oeffnung der Korridortür der Frau benutzte. Die in strafrechtlichem Rückfall besindliche Angeklagte erhält hierfür eine Gefängnisstrafe von vier Atonalen. — Der Landwirt K. E. von Großen-Buseck soll den Deutschen Kaiser und den Großherzog von Hessen gelegentlid.) eines Frühschoppens in einer Wirtschaft in Großen-Buseck beleidigt haben. Die Strafkammer hält den Angeklagten der Tat dringend verdächtig, aber nicht für überführt und spricht ihn daher von der Anklage der M a j e ft ä t S b e l e i b i g u n g frei. — Der Kaufmann K, K. von Orleshausen erhält wegen Vergehens gegen d i e Konkursordnung, das in der unordentlichen, keine Ueber- sicht über den Vermögensstand gewährenden Buchführung der Haudelsbücher und in dem Unterlassen einer ^Bilanzziehung gefunden wird, unter Einbeziehung einer früheren Strafe eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren, 3 Monaten und 10 Tagen. Mainz, 13. Okt. Vor dem Landgericht kam eine Rechtsangelegenheit zur Verhandlung, welche in ihrer Eigenart und der scharfen Streiflichter auf Verhältnisse in anderen Orten interessant ist. Im November vorigen Jahres hatte ein Streit um das Binger Hospital, das B e s i tz r e ch t an demselben und seinem Fonds die Gemicker sehr erregt. In der Stadtverordnetenversammlung standen sich zwei Parteien gegenüber, eine, die das Hospital als Eigentum der Katholiken Bingens und eine, die es für die gesamte Bürgerschaft, ohne Unterschied der Religion, beanspruchte. Zu bemerken ist hier, daß das Spital für städtisches Geld in Höhe von etwa 750000 Mark um gebaut und neu eingerichtet wurde. Die Einleitung war zum Verständnis des folgenden notwendig. In den Zeitungen zu Burgen enspann sich natürlich rasch eine Polemik. Der „Binger Anz." (Zentrum), welcher um die genannte Zeit aus dem Besitztum des Landtagsabg. Pennrich durch Kauf m den Besitz des früheren Redakteurs Steinhäuser überging, griff in einem Artikel die Mehrheit der Stadtverordneten an, ihnen „Begehrlichkeit nach dem Hospitalver mögen" vor- werfend. Natürlich ließ sich die Mehrheit diesen Vorwurf nicht gefallen und in einer folgenden Sitzung der Stadtverordneten erklärte der Stadtv. Simon diesen Vorwurf als b o d e n 1 o s e Gemeinheit, als Verhetzung und Verlogenheit. Der Stadtverordnete war dabei sehr erregt, vermutete, wie noch mehr Leute, eine bestimmte Persönlichkeit hinter dem Artikel und fragte: „Wer steckt dahinter?" Zweifellos waren nun diese Ausdrücke für den Verfasser des genannten Artikels auch beleidigend. Der „Binger Anz." sühlte sich denn auch getroffen und prompt erschien ein Artikel „In eigener Sache", welcher noch in bedeutend verstärktem Maße auf Siinon losschlug. Natürlich ließ sich nun Simon diese Mißhandlung iiicht gefallen und lief zum Kadi. Der verantwortlich zeichnende Redakteur Dieffenbach und der Verleger Steinhäufer des „Binger Anz.", welche verklagt wurden, erhodeii Widerklage. Tas Schöffengericht verurteilte Dieffenbach und Simon zu je 80 Alk. Geldstrafe und Publikaiionsbefugnis. Steinhäuser wurde mangels Beweis freigesprochen. Damit nicht zufrieden, legte Simon Berufung ein und gestern kam vor dem Landgericht ein Vergleich zu stände. Dieffenbach erklärt die in dem Artikel des „Binger Anz." eiithallenen Beleidigungen zuriickzunehmeii uiid die gaiizen Kosten des Verfahrens zu tragen. Simon erklärt seinerseits, daß er mit den u. er Versammlung gesprochenen beleidigenden Worten nicht ben sJiu. uitcur und nicht den Verleger, auch nicht den „Binger Anz." selbst gemeint hat, sondern daß er den Verfasser des Artikels gemeint habe. Damit ist die Sache erledigt, wenn nicht der von Simon mit der Frage: „Wer steckt dahinter?" gemeinte Herr Veranlassung nimmt, klagbar gegen ihn vorzugehen, was er allerdings wohl kaum tun wird. Leip z i g, 13. Okt. Gegen die Redakteure Seger und Jäckel von der „Lsipz. Volksztg.", die Auskunft über die Verfasserschaft des Artikels, worin das Vorgehen der Leipziger Justizbehörde gegen öen in dem Majestätsbeleidigungsprozstß verhafteten Redakteur kritisiert wird, abgelehnt haben, ist das Zeugniszwangsverfahren in Aussicht gestellt. Prenzlau, 13. Okt. Z u Tode mißhandelt hat eine Arbeiterfrau ihr eigenes Kind, die deshalb vor dem Schwurgericht in Prenzlau zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Die Arbeiterfrau Sophie Heiner aus Wildenberg war der Tötung der fünfjährigen Frieda angeklagt; die Frati war in zweiter Ehe mit dem Tagelöhner H. verheiratet, der aus erster Ehe vier Kinder besaß, darunter Frieda, welche die Angeklagte mit fanatst schein Haß verfolgte. Im Nlai erkrankte das Kind infolge der Mißhandlungen, die es von der Stiefmutter tagtäglich zu erdulden hatte. Das entmenschte Weib zwang das Kind, aus dem Bett aufzustehen ; als die Kleine zu Boden fiel, band die Frau der Frieda die Füße mit einem Stricke zusammen und hing das arme Wesen so an einem Ofenhaken aus. Als das Stöhnen des Kindes immer arger wurde, nahm die Rabenmutter das Niädchen wieder herab imd warf eS auf das Bett, diese Prozedur wiederholte sich mehrere male, so daß die Kleine vor Angst und Schmerz einer Ohnmacht nahe war. Jetzt besah! die Furie dem 5llnde, das sich kaum auf den Beinen halten konnte, sich an den Ofen zu ftellen, als dieser Befehl nicht prompt ausgeführt wurde, wurde das Kind an dem Bettpsosten festgebunden. Noch in derselben Nacht starb das Kind unter Qualen, nachdem es nöch kurz vorher von der Stiefmutter mit einem dicken Stocke geprügelt worden war. Die Beweisaufnahme ergab, daß das kleine Mädchen fystematisch zu Tode gequält ist; die ärztliche Untersuchung hat einen Rippenbruch und zahllose Verletzungen durch Schläge testgestellt, die in Verbindung mit der mangelhaften Ernährung das Ende des Kindes herbei- führten. Spott. -t Gießen, 14. Okt. Die Schliefen, veranstaltet vom Verein Hundesport, gingen am Montag zu Ende und hatten folgendes Resultat: Teckel auf Fuchs, offenes Schliefen: Moritz und Waldmann von Wetzstein (beide im Besitz von Ferd. Schmidt-Gießen) sowie Toni von Hangelstein (Bef. Forstwart Lotz- Wieseck) 1. und Ehrenpreise. — Waldmann von Spiegelslust (Besitzer Peter Meißner-Gießen), .Schnock (Besitzer Alb. Rübsamen- Gießen), EDloenne v. d. Neustadt (Besitzer Ed. Noll-Gießen), 2. und Ehrenpreise. — Waldmann (Besitzer Vizefeldwebel Reitz-Gießen), 3. Preis. — Harras-Baumgartner (Besitzer Baumgartner Frankfurt a. M.) und Max v. Paradies (Besitzer Earl Blum-Frankfurt a. M.), Höchstlobende Erwähnung. — S i e g e r j d) li e f e n : Jopp (Besitzer Louis Benner-Gießen), Loni v. d. Seilbach (Besitzer H. Hinimelreich 1. und Ehrenpreis. Siegeschliefen (auf Dachs): Jopp (Besitzer Louis Benner-Gießen), 2. und Ehrenpreis. Kandel und Uerkeyr. Voiuswittschaft. Berliner Börse vom 13. Oktober 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Pnvat-Diskont 3 7* Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit .... 205.00 205.10 Deutsche Bank . . . 215.40 215.37 Darmstädter Bank . . 144.00 141.— Bochumer Guß . . . 185.75 185.10 Harpener Bergbau . . 192.40 193.25 Schluß-Tendenz: Fest. — Ans der Tabakindnftric. Die Zigarren- und Tabakfabriken sollen demnächst durch mehrere sozialpolitische Verordnungen beglückt werden. Es liegen drei Entwürfe zu Verordnungen betr. EinrichMngen und Betrieb der zur Herstellung von Zigarren, Zigaretten, Rauch-, Kau- und Schnupftabak bestimmten Fabrikanlagen und Werkstätten vor. Tie erste Verordnung soll erlassen werden auf Grund des § 154 Abs. 4 der Gewerbeordnung, und soll die §§ 135 bis 139 b der Gewcrbeordnung auf Werkstätten für anwendbar erklären, in denen zur Herstellung von Zigarren, Zigaretten, Rauch-, Kau- und Schnupftabak erforderliche Verrichtungen vorgenommen und fertige Tabaksfabrikate Sortiert werden. Die zweite Verordnung betrifft die Einrichtung und den Betrieb der zur An- fertigung der genannten Waren bestimmten Anlagen, und die dritte Verordnung betrifft die Herstellung von Zigarren in der Heimarbeit. Zu den drei Entwürfen hat der deutsche Tabakverein Stellung genommen und dem Reichsamte des Innern seine Beschlüsse mit entsprechender Begründung in einer Denkschrift überreicht. — Amerikanische Getreideernte. Wie bei so vielem, wo es amerikanische Wirtschastsverhällnisse betrifft, ist auch bei den Getreideschätzungen ausreichend gelogen worden. Das Ackerbaubureau der Vereinigten Staaten bringt wieder einmal einen langen Bericht mit vielen Ziffern. Die früheren Berichte wußten von einer ausgezeichneten Ernte zu melden, die jetzigen Ziffern lassen sich dahm zusammenfaffen, daß die Weizenernte auf 642 Mill. Bushels zu schätzen ist, während im vorigen Jahre die endgültige Schätzung 670 Millionen Bushels betrug. Die Maisernte wird auf 2307 Mill. Bushels geschätzt, gegen 2524 Mill. Bushels desinitiv im Vorjahr. Der Hafer auf 787 Mill. Bushels, gegen 987 Mill. Bushels. Danach ist sowohl die amerckanische Welzenernte, als auch die des Atais und Hafers wenn auch nicht sehr wesentlich, so doch immer geringer als im Vorjahr. Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Professor B. Wir bestätigen Ihnen, daß Sie sofort nach Erscheinen des betreffenden Berichtes uns persönlich mittcilten, 1) daß die fragt. Versammlung als nicht öffentlich bezeichnet wurde, Veröffentlichungen also wider Ihren Willen erfolgten; 2) daß der Bericht Ungenauigkeiten enthalte und Anlaß zu Attßdeutunden geben könne; 3) daß Sie in Fachbtättern auf den Bericht zurück- t'ommcn würden. Dilettantenkouzert. Wenn eine Ausnahme gemacht werden soll, so muß das zureichend begründet werden. Für Verschweigimg Ihres Nameiis der Redaktion gegenüber liegt gar keine Ur- fache vor. ______________________________ Neueste Meldungen. Origittaldrahtmeldungerr des Gießener Anzeigers. Berlin, 14. Okt. Die „Nat.-Ztg." meldet: Bei der in Aussicht genommenen Abänderung der bestehenden Maß- und Gewichtsordnung handelt es sich gutem Vernehmen nach im Wesentlichen darum, den Begriff der Aichpflichtigkeit anders zu fassen. Nach der jetzigen Lage der Gesetzgebung sind der Aichpflichtigkeit die Gegenstände unterworfen, die zum Messen und Wägen im öffentlichen Verkehr dienen. In Zukunft soll der Aichpflichtigkeit unterworfen sein Messen und Wägen im Verkehr, sofern da^ durch der Umfang der Leistung bestimmt wird. Berlin, 14. Okt. Der im Kriegsministevium angestellt gewesene Geh. Kalkulator und Rechnungsrat Franz Mülheim wurde geflern vom Schöffengericht wegen Diebstahls in einem hiesigen Warenhause zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Paris, 14. Okt. Gestern abend wurde ein Bankett der s r a n z ö s i s ch - i t a l i e n i s ch e n L i g a veranstaltet. In den ausgebrachten Trinksprüchen wurde die Erwartung ausgesprochen, die R e i s e d e s Kö ii i g s werde den Bun o der beiden Nationen besiegeln." Ein Erispis Politik angreifender Redner wurde lebhaft unterbrochen. Die zahl- Telephonischer Kursbericht* 27.101 3% Mexikaner 4% Oesterr. Goldrente . . 101.60 co Pianlnos 0503C Echte 3. 4. 5. 6. 7717 Jedermann herzlich eingeladen. 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Türkenlose..... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 41/,% äussere Argentiner Der Postdampfer „Vaderland" der Red Star Linie in Antwerpen ist laut Telegramm am 12. Oktober wohlbehalten m 4,/s°/o Chinesen . . Electric. Schuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Hondelages. Oesterr. Staatebahn . Lombarden .. . Gotthardbahn . . . Laurahütte .... Bochum ..... Harpcner .... Tendenz: fest 101.00 99.70 103.50 51.70 31.65 37.15 135.80 44.00 41.40 Kieler Bücklinge in fetter, frischer Ware ernpfiehlt M. Simon, Asterweg 1. Ingenieur Kister»^ Fertsch; Giessen, Gas-, Wasser-, Elettro-Aulagen. Zeichen Italiener wolltet« für und gegen ihn das Wort ergreifen. Die Rufe: „Es lebe Italien", „Cs lebe Frankreich!" beendeten jedoch den Zwischenfall. Paris, 14. Oft Die offizielle Ausschmückung der Hauptstraße, welche das italienische Königspaar durchfahren wird, ist beendet. Ueber den Boulevards schweben zwischen Bannermasten riesige bunte Kronen, die mit Lämpchen besetzt sind, und Transparente mit Bewillkommnungs-Aufschriften. Aehnliche Dekorationen findet man auch in verschiedenen anderen Straßen und Plätzen. Rom, 14. Okt. Dre Audienz des Fürsten Dol- goru cki, der das Hand sch! reiben des Zaren an den König Viktor Emanuel überbrachte, dauerte über eine Stunde. Auf der Eousulta hat man mehrere gründe für den Aufschub der Reise des Zaren. Man erklärt die sozialistische Agitation nicht für den letzten Grund. Die Vorbereitungen zum Empfange waren bereits in umfangreicher Weise getroffen. Mit der Ausschmückung der Einzugsstraße war bereits begonnen worden. Alle diese Vorbereitungen sind natürlich sofort aufgehoben. Es geht das Gerücht, Zanardelli habe den ßünig um seine Demission gebeten. Auf der Eonsulta hüllt man sich in Schweigen. Wien, 14. Okt. Zur bevorstehenden Ankunft des Königs der Belgier erfährt man, der König habe vor- . 91.80 . 104.40 . 102.50 . 206.20 . 190.90 . 14L40 . 149.50 . 157.00 . 140.00 . 16.30 . 191.20 . 227.50 . 183.50 . 194.80 Modes. W Hüte dE _ werden elegant garniert. [05005 M. Seng, Ludwigstraße 6, L Auigel von Mk. 900.— an. Lager von 150—200 Instrumenten der besten Fabriken. 9 SalxlxLaxg-sezleiclitervi.n.gr. ZEZöclxster ZBa/rTatoatt 1O jaixrig-e O-a,xa,zxtle. — F*xeie ZE-iiefei'o.TXg-« Gespielte Pianos von Ak. 50.— an. Pianos ZU vermieten, auch Harmoniums. . 101.55 . 90.05 . 101.60 . 90.10 . 100.05 . 99.50 Monatliche Mietpreise: 2—12 Mk. Tadellose Ausführung jeder Reparatur tn eigener Werkstätte. Anfpolieren von Pianos. Klavierstimmen im Abonnement und auf Einzelbestellung. Wito. Giessen, Pianoforte- und Harmonium-Lager, Seltersweg 9L Lager in zweiteiligen hölzernen Riemenscheiben Alle normalen Größen sofort lieferbar. MtenL- Watrahen bewährter Systeme, für jede Holzbettstelle lieferbar. 7674 0. 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Diese Gehaltsklassen sollen sich auf alle Privatangestellte ohne Unterschied der Gehaltshöhe erstrecken und Alters-, Invaliden-, Witwen- und Waisenrenten gewähren. Die Einzahlungen sollen im Verhältnis zu den Gehaltsbezügen stehen. Die Prämien sind von Arbeitgebern und Angestellten zu gleichen Teilen zu entrichten. Das Recht der Selbstversicherung in den höchsten Gehalts- klassen sowie das der Weiterversicherung für selbständig werdende Angestellte muß den Versicherlen gewahrt bleiben. Das Heilverfahren der Landesversicherungsanstalten hat die Pensionsanstalt für Privatangestellte ebenfalls auszuüben. Angestellte, die bei einer vom Reichsaufsichtsamt für die privaten Versicherungen zugelassenen Kasse versichert sind, sind von der Zugehörigkeit zur staatlichen Pensionsanstalt für Privatangestellte befreit, sofern jene Kasse die Mindestleistungen der staatlichen Anstalt erfüllt. Am 15. Oktober d. I. soll nun eine Umfrage veranstaltet werden. Bis zu diesem Tage liefern die beteiligten Verbände ihren Mitgliedern sowie den ihnen nahestehenden Nichtkorporierten gleichlautende Fragebogen aus, die von den Angestellten sofort auszufüllen und zurückzusenden sind. , . . or . An alle Privatangestellten ergeht somit die dringende Aui- forderung, sich an der Beantwortung der Fragebogen zu beteiligen. Von dem Umfange, in dem dies geschieht, hängt es ab, ob bte ganze hoffnungsvolle Bewegung zu praktischen Maßnahmen mhren wird oder nicht. Im Reichstage hat die Forderung einer ausreichenden Pensionsversicherung der Angestellten zahlreiche Sympathien, und auch die Regierung wird sich von ihrer zwingenden Notwendigkeit überzeugen, wenn wir imstande sind, ihr ein umfangreiches Material zur Beurteilung der Frage zu unterbreiten. "Kartoffeln Prima Magnum bonum (Wetterauer Ware) sind eingetroffen und empfehle dieselben zu ganz billigen Preisen. Weisel, 7382 Sonnenstraße 6. 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Von offizieller Sette wird bestritten, daß die bulgarische Regierung von der Pforte ausgiebige Genugtuung für die Grenzverletzungen bei Eara- maniza verlangt hat, und bis zur Erfüllung der Forderung jede Verhandlung über hie Abrüstung ableynt. Newy ork, 13. Okt. Einer Depesche aus Panama zufolge glaubt man, daß Nicaragua und Guatemala nn Begriff sind, Sansalvador und Honduras den Krieg zu erklären. kttigel. Ziizliizs- uni) MmMrein Kießen. Sonntag den 18. Oktober: Sechzehntes Iahresfest. Vormittags 9l/2 Uhr: Gottesdienst in der Johanneskirche. Von nachmittags 31/, Uhr an: Feier im Saale der Kleinkinderschule (Diezstraße 15). I Spazierstöcke g Letzte Neuheiten CassekrSchirmlabrik D fed Giessen M Was steht aus dem Spiet? Ein Mahuwort au die dentscheu Privat-Angestellten. In kurzer Frist werden zwei Jabre verflossen sein, seitdem sich in den Kreisen dec deutschen Privat-Ängeslellten die Ueberzeiigimg Bahn gebrochen hat, daß die Schaffung einer ausreichenden staatlichen Pensums- urrd Hinterbliebeneu-Versicherung ein unerläßliches Erfordernis für ihren Stand bildet. Die Sicherung gegen die Unibilden des Alters und die Fürsorge für die Zukunft der Hinterbliebenen waren für die Angestellten plötzlich eine brennende Frage ! geworden. Deshalb traten am 1. Dezember 1901 die Vertreter .zahlreicher Verbände von Handlungsgehilfen, Techniker, Fabrik- und j.Grubenbearnten und sonstiger Berufskreise in Hannover zusammen. >Man einigte sich in dem Beschluß, daß em gemeinsames Vorgehen zu gunsten der staatlichen Invaliden- und Alters-, Witwen- und Waisen-Versicherung wünschenswert sei, und setzte sofort einen Aus- schuß ein, der die wetteren Schritte in der Angelegenheit einleiten sollte. Der Gedanke der staatlichen Pensions-Versicherung zündete unerwartet schnell und nachhaltig. In der Presse und in zahlreichen Versammlungen wurde die Frage zur Erörterung gestellt, in 20 Städten bildeten sich eigene Kommissionen als Träger der lebhaft einsetzenden Agitation, und dem iit Hannover gewählten Ausschuß gelang es, sich nach und nach über 30 Verbände und Vereine anzugliedern, die zusammen mehr als 300000 Privatangestellte aller Kategorien umfassen. Als eine ungemein zahlreich beschickte Ver- tretertaguug dieser Organisationen am 1. März d. I. tn Berlin stattfand, konnte man bereits daran denken, die Ziele der Bewegung näher festzulegen. Die Vertretertagung will den Anschluß an die staatliche Versicherung gewahrt wissen. Sie unterbreitet folgende Leitsätze den Verbänden der Privatangestellten zur Erörterung: 1. Es ist die Schaffung einer besonderen Kasseneinrichtnng für die Privatangestellten gemäß § 10 des Jnvalidenversicherungs- gesetzes erforderlich. Dieselbe Ljat für die von ihr gewährten Alters- und Invalidenrenten, soweit sie sich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen hatten, den Reichszuschuß in Anspruch zu nehmen (§ 8 Absatz 2 J.-V.-G.), richtet indessen daneben eigene Gehattsklassen mit erhöhten Leistungen und I Ja i-L ♦ Sonnenstraße 25. Stricken von Strümpfen, Röcken re. wird billigst besorgt, auch stehen Musterröcke z. Abstricken gratis zur Verfügung. Hilssemm fit iit Wßckmkei iüßeftii Gemäß § 28 der Satzungen beehre ich wich, die aktiven und die früher aktiven Vertrauensmänner und ebenso die jetzigen und die früheren Mitglieder des Kuratoriums zu der am Montag dem 16. Yovember l. A. stattfindenden und mittags 12 Uhr beginnendeii Achten General-KersanuulANg der Vertraueusmänner „ach Mainz, Kasino Hof zum Gutenberg, Große Bleiche 29, hiermit ganz ergebenst emzuladen. Näheres brieflich. .. Die Versammlung ist öffetiilich und Gäste smd willkommen. Beim 3. Bataillon Jnf.-Regts. Kaiser Wllhelm 9tt. 116 soll die Lieferung der im Küchenbetriebe erforderlichen Lebensmittel vom 1. November l. tz. ad aiif 1 Jahr vergeben iperdeu. Vertrags-Bedingungen ' liegen auf dem Geschäftszimmer des Bataillons zur Einsicht auf. 7698 Desgl. sollen die in der Küche getvonlienen Abfälle für die vor- genamlte Zeit verdungen werdem Offerten sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen der Küchen - Verwaltung zum 19. Oktober l. Js., vormittags 10 Uhr, einzureichen, rvoselblt die Oeffnung der eingegaugenen Offerten vorgenommeri wird. 111 Kaiser Wilhelm. Versteigerung Donnerstag den 15. d. Alts., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Marktplatz 20, zum Adler 1. Möbel aller Art, 2. größere Posten Schuhwaren, 3. eine Ladeneinrichtung usw. versteigert werden. 05060 Seipel, Gerichtsvollzieher. 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