jährlich Mk. ÜLO; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel» jähr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür die TageSnummer DtS vormUtagS 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12 Pf^ auSwärlS 20 Pfg. Beraatwortltch für den poltt und allgem. Teilr P. Wtttto: für , Stabt und ßanb4 und .Gerichts! aal*: August Götz; für den Anzeigenteil: £an« Beck. Zweites Blatt. 1S3. Jahrgang Montag 14. September 1903 monatlich 7bPf., viertel» Siehener Anzeiger w General-Anzeiger v ** Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Nr. 215 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Giehener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'fchen Untverf.-Buch- ».Stein- druckeret (Pietsch Erben- Redaktion. Expedition und Druckeret: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Komische Tagesschau. Miquel und die Sozialdemokratie. Die „Dtsch. Tagesztg." schreibt im Anschluß an die bo- famtte Meldung, daß Ntinister v. Miquel kurz vor seinem Tode geäußert Hube, es sei ihm früher ,-die der französischen Regierung vor der Revolution nachgesagte Schwäche unbegreiflich erschienen, rber jetz^ wo er sitzen müsse, wie die deutsche Reichsregierung verfahre, sei er anderer Ansicht" geworden, folgendes: Minister Miquel war in Fragen der Reichspolitik außerordentlich zurückhaltend. Er pflegte diese Zurückhaltung vielfach damit zu begründen, daß er sagte: „Gott sei Dank, ich, habe damit nichts zu tun, das geht mich nichts id'Ti." Richtig ist, daß Minister Miquel die Gefahr der Sozialdemokratie nicht unterschätzte, sondern richtig erkannte und würdigte. Er war der Auffassung, daß die Sozialdemokratie durch ihre anti-rnonarchiscbe Gesinnung sich selbst außerhalb der Verfassung gestellt habe und daß deshalb der Staat nicht nur das Recht, sondern and} die Pflicht habe, sie anders zu behandeln, als die auf dem Boden der Verfassung stehenden anderen Parteien. Ter sächsischen Regierung, die eine Zeit lang nach diesem Grund^- fatze zu verfahren schien, zollte dr volle Anerkennung und deutete an, daß dies vorbildlich sein könne. Er war ferner der festen lieberzeugung, daß die Sozialdemokratie nicht zu überwinden sei, wenn es nicht gelinge, den selbständigen Mittelstand, insbesondere den Bauernstand, zu halten. Ein Ausspruch von ihm lautete ungefähr so: „Wenn die Sache so weiter geht, wenn die Bauern sich nicht mehr yalten und die Hand wer ker nicht mehr konkurrieren können, dann müssen wir uns sachte auf den Zukunstsstaat einrichteu." Deutsches Keich. Berlin, 13. Sept. Der Kaiser hörte gestern vormittag im königlichen Schloß zu Merseburg die Vorträge des Chefs des Militärkabinets, Grafen Hülsen-Häseler, des Chef des Zioilkabinets, v. Lucanus, und des Vertreters des Auswärtigen Amtes, Gesandten von Tschirschky, und reiste dann nach Ungarn ab. In Fünfkirchen traf er heute mittag ein und reiste nach kurzem Aufenthalt nach M o h a c s weiter. — Das „Dr. Jl." veröffentlicht folgendes Handschreiben des Kaisers an den König von Sachsen: „Allerdurchlauchtigster Fürst, sreundwilligster Vetter und Bruder! Es gereicht mir zur aufrichtigen Freude, Ew. Majestät bei Beendigung der von mir abgehaltenen Manöver meine vollste Anerkennung über den vortrefflichen Zustand der beiden königl. sächsischen Armeekorps erneut zum Ausdruck zn bringen. Die hervorragenden Leistungen der Truppen, ließen bei allen Gelegenheiten erkennen, daß das Auge ihres Königs, des im Krieg und im Frieden rühmlichst bewährten Führers, ihre Ausbildung sorgfällig überwacht. Mich aber erfüllt es stets mit hoher Genugtuung, daß ich mich mit Ew. Majestät in vollkommener Heber- einstimmung weiß über die Ziele, die zur Erhaltung und Förderung der Schlagfertigkeit des Heeres a n z u st r e b e n sind. Ew. Majestät bitte ich, Ihren Truppen und deren Führern von meiner lebhaften Anerkennung KenMnis geben zu wollen. Zugleich ist es mir ein Bedürfnis, Ew. Majestät auch bei dieser Gelegenheit meinen wärmsten Dank für die herzliche Aufnahme zu wiederholen, die mir in Ew. Majestät Haus und in Ihrem Lande in so wohltuender Weise bereitet wurde. Mit der Versicherung der vollkommensten Hochachtung und wahren Freundschaft verbleibe ich Ew. Majestät freundwilliger Vetter und Bruder Wilhelm I. R." — Der Kaiser richtete an den Rat der Stadt Dresden folgendes Handschreiben: Ter glänzende Empfang, der mir in der Haupt- und Residenzstadt des sächsischen Landes 'bereitet wurde, hat mich mit hoher Freude erfüllt. Es ist daher mein lebhafter Wunsch, allen Beteiligten für die wohltuenden Beweise aufrichtiger Zuneigung meinen herzlichen Dank zum Ausdruck zu bringen. Ich bitte Sie, dies in entsprechender Weise bekannt zu geben. — Die Prinzessin Friedrich Karl vonPreußen, geborene Prinzessin von Anhalt, vollendet am Montag, 14. d. M., ihr 66. Lebensjahr. Prinz Alexis von Hessen- Philippsthal-Barchfeld, preußischer General der Kavallerie, heute, am Sonntag, sein 74. Lebensjahr. Dresden, 13. Sept. Der sozialdemokratische Parteitag ist sehr stark besucht. Abg. Kaden erinnert in seiner Begrüßungsansprache daran, daß man in rotem Lande und roter Stadt tage. Bebel, stürmisch empfangen, dankt. Auch er spricht von den sächsischen Reichstagswahlen als einer moralischen Depossedierung der Machthaber. Nirgends sei die Sozialdemokratie so gehudelt und gebüttelt worden, wie in Sachsen. Jetzt endlich kam der Denkzettel. Wir wollen aber nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Ueber die inneren Differenzen bemerkte Bebel: „Wir wollen eine sehr gründliche Aussprache". Zu Vorsitzenden wurden Singer und Kaden gewählt. — Am Schluß des Parteitags findet eine Konferenz der preußischen Delegierten über die Landtagswahl statt. Ausland. Tr eg ui er (Frankreich), 13. Sept. In Gegenwart des Ministerpräsidenten fand die Einweihun g eines Denkmals für Ernst Renan, des berühmten Verfassers des „Lebens Jesu", hier statt. Während der Festrede traten die Katholiken, welche der Messe beigewohnt hatten, aus der Kirche heraus und versuchten pfeifend die Truppen- reihen, welche den Festplatz umgaben, zu durchbrechen. Auf Befehl des Unterpräfekten drängte eine Infanterie-Abteilung nach der gesetzlichen Aufforderung zum Ansein and ergehen die Teilnehmer an der Kundgebung in die Kirche zurtm. Während das Festmahl stattfind, wohnten die Klerikalen dem Vespergottesdienst bei Danach begaben sie sich von der Kathedrale aus, mit Stöcken bewaffnet, unter Pfeifen uiti> heftige Rufe ausstoßend, in dichtgeschlossenem Zuge durch die Straßen der Stadt vor das Gebäude, in dem das Festmahl abgehalten wurde. Hier stießen sie mit den Republikanern zusammen. Es kam zu einer großen Schlägerei Ein Offizier, der von einem Hänfen Ruhestörer unter feindseligen Rufen umzingelt wurde, zog den Säbel. Die Menge wurde schließlich, nachdem die Gendarmerie in starker Anzahl einschritt, aus- einandergetrieben. Tiflis, 12. Sept. Wie die Zeitung „Kawkas" meldet, versammelten sich am 11. September unweit Jellssawetpol bei einer armenischen Kirche einige Tausend Armenier, um gegen die Uebergäbe der armenisch-gregorianischen Kirchengüter an die Staatsverwaltung, wie es ein kaiserlicher Befehl vom 25. Mai bestimmte, zu protestieren und zum offenen Widerstand gegen die Ausführung des Gesetzes aufzufordern. Die Ermahnungen der Polizei, auseinanderzugehen, blieben fiucht- los. Die Menge warf mit Steinen und drängte die Polizei ins Zentrum der Stadt zurück. Inzwischen war Militär eingetroffen. Einen nochmaligen Versuch, die Menge zu zerstreuen, beantwortete diese mit einem Steinhagel und Revolverschüssen, durch, die Polizeibeamte und ein Soldat verwundet wurden. Als auch das Militär feuerte, verlief sich die Menge bald. Soweit bisher festgestellt wurde, sind 7 Personen getötet und 27 verwundet worden. Aom Hrientörande. Die Gefechte zwischen den Aufständischen in Mace- bonien und den türkischen Truppen werden immer verlustreicher und es treffen fortgesetzt weitere Meldungen über an gezündete Dörfer und neue Metzeleien ein. Bei Kruschewo sielen bei einem Zusammenstoß von 200 Aufständigen 90 Mann, ebenso wurden bei Klipvva unweit Monastir von 300 Insurgenten 108 getötet. Bei dem Grenzdorfe Tekendsche sind, wie aus Sofia telegraphiert wird, 300 bulgarische Flüchtlinge eingetroffen, die Türken sollen hier die Grenze überschritten und einige Schafherden weggetrieben haben. In Kirkilisse schlugen die fanatisierten Türken die Fenster des französischen Konsulats ein. Aus Trawick wird gemeldet, daß dort das Standrecht verhängt worden ist, weil erwiesen ist, daß der kürzliche Brand von Türken gelegt und der Versuch gemacht worden ist, das dortige Kreisamt mittels Dynamit in dieLustzu sprengen. Auch haben die Türken den BahnhofLasva in Braud gesetzt, um die aus Serajewo und Zeniea zu Hilfe eilenden Feuerwehren auszuhalten. Türkisches Militär massakrierte ferner in den Ortschaften Eotzitza und Rauophoska in der Nähe von Monastir 90 Bulgaren. Der „Frkf. Ztg." wird aus Konstantinopel gemeldet: JU den Vilajets Monastir und Adricmopel dauert die Pazifizierarbeit der türkischen Truppen fort, welcher im Laufe der letzten Woche 84 bulgarische Ortschaften, meistens durch Einäscherung, sowie eine große Anzahl Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Im hiesigen Stadteil Kiazim Pascha, dem Herde der armenischen Massakres vor 7 Jahren unternahmen mehrere hundert Polizisten eine umfassende Razzia und konfiszierten bei der muselmanischen Bevölkerung alle Waffen, selbst große Küchenmesser. Zum Konflikt im serbischen Offizier korps wird telegraphiert: Die Ueberführuug der in Nisch verhafteten Offiziere erfolgte ebenso gegen den ausgesprochenen Willen des Königs, Wie die weiteren Verhaftungen von Offizieren in verschiedenen Garnisonen. Immer wieder gelang es dem ersten Adju- tanten Damjan Popowitsch, der als eigentlicher Führer der Königsmörder gilt, König Peter zum nachgeben zu zwingen. Dadurch rückt aber auch der seit 'Tagen gefürchtete Zusammenstoß der beiden feindlichen Of- fizier lager immer näher in Sicht und ein Gern etzel erscheint unabwendbar. Einstweilen suchen die ehemaligen Verschworenen den Pöbel für sich zu gewinnen und durch Ausschreitungen die ihnen durchweg gegnerische Intelligenz des Landes einzuschüchtern. In den letzten Tagen wurde allerlei sonst für Maeedonien bestimnites Mordgesin- del nach Belgrad gebracht,^ das ein ehemaliger Kassierer des Ministeriums des Aeußeren befehligt, der seit Jahren als Agent oes jetzigen Königs bekannt war. £te landwirtschaftliche Movinzial - Ausstellung, vm Prämiierungen. Schweine. Klasse 1. 2. Preis (40 Mk.) Georg Kasper, Schwalheim. Klasse 2. I. Henrich XIII., Langgöns, Ehrenpreis der Fleischerinnung (50 Mk.). 2. Preis: Wilh. Weil, Langgöns. 3. Preis: Gutspächter Weiß. Anerkennungen: August Schmidt, Strebendorf, und Peter Häuser, Nieder-Weisel. Klasse 3: Ehrenpreis (50 Mk.) K. Joh. Frey, Langgöns. 2. Preis: Joh. Henrich XIII., Langgöns, Gutspächter Weiß, Hof Groß. 3. Preis: K. I. Frey, Langgöns, Wilh. Faber, Kirch-Göns. Anerkennungen: Wilh. Weber Langgöns, Wilh. Weil, Langgöns, Konr. Heß, 9lieder- Weidenbach, Joh. Merte, Strebendorf. Klasse 4. Ehrenpreis (50 Mk.) Gutspächter Weiß, Hof Groß. 2. Preis: Joh. Henrich, Langgöns, Heinr. List, Strebendorf. Anerkennungen: Gutspächter Weiß, H. List, Gustav Lang, Romrod. Klasse 5. 1. Preis: I. Henrich XIII., Langgöns. 2. Preis: Wilh. Faber, Kirch-Göns. 3. Preis: Heinrich List, Strebendorf. Klasse 6. 1. Preis: Schweinezüchterei Langgöns (Sieger-Ehrenpreis der Gr. Heff. Staatsreg. 2. Preis; Schweinezuchtverein Strebendorf. 3. Preis: Gutspächter Weiß. Klasse 7. 1. Preis: Fürst!. Gutsverwaltung Lich. 2. Preis: Gutspächter Schuch, Hof Schleifeld. 3. Preis: derselbe, Fürst!. Gutsverwaltung Lieh. Schafe. In Klasse 3 erhielten 2 Preise von 30 und 25 Mk. die Fürstl. Gutsverwaltung Lich. — Die übrigen Klassen fehlen und weitere Preise wurden nicht vergeben. Vogelsberger Rind. Klasse 1. (Bullen bis zu 2 Jahren.) Ehrenpreis (120 Mk.): Georg Müller, Betzenrod, Kr. Schotten, Fr. Weller, Atzbach, Kr. Wetzlar. 1. Preis: Fr. Jlge, Groß- Rechtenbach. 2. Preis: Heinrich Müller, Nieder-Dieten, Kr. Biedenkopf. 3. Preis: Gemeinde Monshausen, Kr. Biedenkopf, Ferd. Völk, Wetzlar, PH. Pfeil, Heskem, Kr. Marburg, Balthaser Steinhaus, Heskem, Kr. Marburg. Anerkennungen: Gemeinde Rudingshain, Kr. Schotten, Jakob Thomas I., Rushausen, Kr. Biedenkopf, Wilhelm Lenz II., Klein-Linden, Joh. Keßler IX., Großen-Linden, Balthaser Philipp IIL, Steinberg, Konrad Schneider, Gontershausen, Karl Keil, Grünberg. Klasse 2. (Bullen über 2 Jahre.) 1. Preis: Gemeinde Wismar, Gemeinde Großen-Linden. 2. Preis: Fr. Weller, Atzbach. 3. Preis: Gemeinde Steinbach, Gustav Winter, Elmshausen, H. Faber, Hochelheim, Gem. Rudingshain. Anerkennungen: Paul Haubach, Friedendorf, Gemeinde Betzenrod, Karl Müller, Bromskirchen, A. Gieß, Neustadt, Gemeinde Homberg, Gemeinde Klein-Linden, Landw. Verein Hallenberg, Heinrich Jung II., Niederkleen. Klasse 3. Ehrenpreis (100 Mk.): Ludwig Velten, Atzbach, Christian Pitz, Lauter, Bürgermeister Arnold, Berghofen, Georg Volk HI., Großen-Linden. 2. Preis: Adam Thomas II*, Niederhörlen, Christian Sänger, Hohensolms, Balthaser Steinhaus, Heskem. 3. Preis: Karl Schütz, Betzenrod, Jakob Schmand XUL, Steinberg, Heinrich Schmidt IL, Sellnrod. 4. Preis: Adam Tasch, Atzbach, Bürgermeister Gerlach, Silberg, Bürgermeister Peil, Heskem. Anerkennungen: Theodor Cellarius, Schotten, Gutsbesitzer Winter, Elmshausen, Heinrich Weber, Atzbach, Wilhelm Rind IV., Hatzfeld, Wilhelm Hartmann II., Heuchelheim, Karl Geiß, Ulrichstein, Ludwig Jöckel HI., Grünberg. Klasse 4. Ehrenpreis (100 Mk.): Adam Thome, Oberdieten, Heinrich Achenbach, Quotshausen, Christian Pitz, Lauter. 2. Preis: Dietrich Scholl, Höingen, Ludwig Jockel, Grünberg, August Reichholdt, Bobenhausen. 3. Preis: Wilhelm Amand, Großrechtenbach, Hartmann Volk, Wetzlar, Johannes Stein II, Weikartshain. 4. Preis: Friedrich Schmidt Ww., Großrechtenberg, Dietrich Schmerz, Niederwald, Georg Deucker, Großseelheim. Anerkennungen: Ludwig Haber IV, Groß- Linden, Joh. Phil. Kröck, Heuchelheim, Rendant Pauly, Hallenberg, Adam Tasch, Atzbach, Ludwig Velte, Atzbach, Bürgermeister Peil, Heskem, Ludwig Menges VII, Groß-Linden. Klasse 5. Ehrenpreis (100 Mk.): Karl Pfeffer, Grünberg, Bürgermeister Schleuning, Feldkrücken. Ehrenpreis der Gr. Hess. Staatsregierung (85 Mk.): Karl Keil, Grünberg, 2. Preis: Wilh. Amand, Groß-Rechtenbach, Ludw. Magnus, Groß-Linden, Peter Schneider, Münchholzhausen. 3. Preis: Karl Schäfer II, Michelbach, Heinrich Mank, Atzbach, Karl Jöckel V Wwe., Grünberg. 4. Preis: Ludwig Keißer I, Groß-Linden, Bürgermeister Arnold, Berghofen, Heinr. Koch, Atzbach, Karl Bill IV, Nauenheim, Joh. Thomae, Wiesenbach, Heinr. Haas XIII Steinbach. Anerkennungen: Heinr. Menget, Tiefenbach, Adam Jung, Sinn, H. Krug II, Ober- Dieten, G. Michel, Hornsheim, H. Stein III, Ulrichstein, Heinr. Lotz, Bechlingen, Heinr. Ludwig, Großseelheim, Joh. Stein IV, Unter-Seibertenrod, Heinr. Dambmann, Rudingshain, Karl Schneider, Lardenbach, Theod. Cellarius, Schotten. Klasse 6. Preise von 100 Mk.: Philipp Peil, Heskem, Christ. Pitz, Lauter; Preis von 80 Mk.: Theodor Cellarius, Schotten. Klasse 7. 1. Preis (200 Mk.): 5. Sammlung, Zucht» verein Grünberg; 2. Preis (150 Mk.): 4. Sammlung, Ortszuchtverein für den Grund Breidenbach, 11. Sammlung, Zuchtverein Atzbach; 3. Preis: 3. Sammlung, Ortszuchtverein Groß-Linden. Vorschläge für etwaige Medaillen. 6. Sammlung, Zuchtverein Schotten, 9. Sammlung, Zuchtverband Kirchhain. Klasse 9. Preise von 150 Mk. und 120 Mk.: Adam Pfeifier, Wiesenbach, Wilhelm Kunkel, Eschenrod. Klasse 10. Preise von 120 Mk. und 60 Mk.: Karl Fischer, Hos-Zwixsalten, Julius Zimmer, Bingmühle. Klasse 11. Preis von 100 Mk. Karl Fischer, Hof- Zwiefalten. Klasse 12. Preise von 120, 100 und je 2 vor: 75 Mk.: Wilhelm Kunkel, Eschenrod, Julius Zimmer, Bingmühle b. Lauter, Gottfried Repp V., Homberg a. d. Ohm, Adam Pfeiffer, Wiesenbach, Wilhelm Kunkel, Eschenrod, Karl Fischer, Hof-Zwiefalten. Klasse 13. Preis von 60 Mk.: Adam Pfeiffer, Wiesenbach. Klasse 14. Preise von 200, 120 und je.2 von 80 M.: Karl Fischer, Hof-Zwiefalten, Adam Pfeiffer, Wiesenbach, Julius Zimmer, Bingmühle, Gottfried Repp V., Homberg. Simmentaler Rind. Bullen ohne Schaufeln. Ehrenpreis von 120 Mk. des iandw. Bezirksvereins Lauterbach: Gemeinde Burggräfenrod. Ehrenpreis der Stadt Gießen (100 Mk.): Gemeinde Atten- burg. 2. Preis: Gemeinde Gettenau. 3. Preis: Gemeinde Rodheim, Moritz Müller, Ober-Hörgern, Freiherrl. Riedeselsche Gutsverwaltung Sickendorf. Anerkennungen: Konrad Frick, Hutzdorf, Wilhelm Eißner, Haubenmühle. Klasse 3. Ehrenpreis der Fleischerinnung Gießen (120 Mk.): Gemeinde Okarben. 2. Preis: Freiherrl. Riedeselsche Gutsverwaltung Sickendorf. 3. Preis: Gemeinde Angersbach, Georg Bert, Londorf, Gemeinde Maar, Gemeinde Reichelsheim. Anerkenmmgen: Gemeinde Oberhörgern, Stadt Alsfeld. Klasse 4. 1. Preis (100 Mk.): Wilhelm Fenchel, Ober-Hörgern. 2. Preis: Heinrich Specht, Leusel, Moritz Müller, ^Ober-Hörgern, Joh. Heinrich Müller II., Ober- Hörgern. 3. Preis: Wilhelm Fenchel, Ober-Hörgern, Karl Pfannstiel, Angenrod, Wilhelm Holler, Ober-Hörgern, H. F. Rodemer, Angersbach. 4. Preis: Konrad Müller, Angersbach, Fürstliche Guts Verwaltung Lich, Karl Pfannstiel, Angenrod, Gustav Korell, Leusel. Anerkennungen erhielten: Pachter Schuch, Hof-Schleifeld, Karl Pfannstiel, Angenrod, Gustav Korell, Leusel, Justus Scharch, Windhausen, August Specht, Leusel, Nikolaus Möller II., Helmsmühle, Otto Drillmann, Melbach, H. W. Suppes, Maar, H. Backhaus, Rudlos. Klasse 5. 1. Preis (100 Mk.): A. Schmidt, Streben- oorf. 2. Preis: Karl Pfannsttel, Angenrod, Otto Völzing, Gr^-Felda, Joh. Heinr. Müller II., Ober-Hörgern. 3. Preis: Balth. Holl, Rodheim v. d. H., Bürgermeister Koch, Stockheim, Pachter Schuch, Hos-Schleifeld. 4. Preis: Johannes Scharch III., Windhausen, Georg Heinrich Keil, Sttebendorf, Heinrich Euler, Maar. Anerkennungen erhielten: Heinrich Watther III., Maar, Karl Simon, Zell, Heinr. Moscherofch, Burg-Gräfenrod, Phil. Gemmer, Zell, Johs. Kaspar Hoffmann, Rodheim v. d. H., H. Backhaus, Rudlos (2 mal), Gust. Korell, Leusel, W. H. Schäfer, Reichelsheini, Wilhelm Hanack, Reichelsheim, A. Schneider, Ostheim, Pachter Schuch, Hof-Schleifeld. Klasse 6. Ehrenpreis des Bezirkszuchtvereins Lauterbach und Zujatzpreis des Bezirkszuchtveceins Büdingen (150 Mk.): H. Backhaus, Rudlos. 1. Preis: H. F. Rodemer, Angersbach. 2. Preis: Jean Fauerbach, Okarben, Peter Gemmer, Zell, H» Backhaus, Rudlos. 3. Preis: Karl Simon, Zell, A. Lepper, Zell, Ehr. Kalbfleisch, Billertshausen. 4. Preis: Fr. Binding, Reichelsheim, Wilh. Klein, Burg-Gräfenrod, I. Gg. Alles, Ober-Hörgern, H. Steten- Reichelsheim, Gustav Korell, Leusel, K. Christ. Schmidt, Angersbach. Anerkennungen: Hrch. Euler L, Maar, tz. F. Rodemer, Angersbach, Hrch. Schrimpf, Maar, Peter Pfann- müller, Maar, A. Schmidt, Sttebendorf, Balth. Holl, Rodheim v. d. H., Joh. Scharth III., Windhausen. Klasse 7. 1. Preis (150 Mk.): H. F. Rodemer, Angersbach. 2. Preis (120 Mk.): Gustav Korell, Leusel. Klasse 8. Ehrenpreis des Heff. Landwirtschaftsrates (300 Mk.): Ortszuchtverein Zell. 2. Preis: Ortszuchtverein Angersbach, Ortszuchtterem Leusel. 3. Preis: Ortszuchtverein Ober-Hörgern, Ortszuchtverern Maar, Lokalzuchtverein Windhausen. Klasse 9. Siegerehrenpreis der Großh. Hess. Staats- cegierung (400 Mk.): Bezirkszuchtverein Alsfeld. 2. Preis: Landeszuchtverem Lauterbach. Ehrenpreis des Bezirkszuchtvereins Alsfeld für die besten selbstgezogenen Kalbinnen aus der in Klaffe 9 ausgesteltten Sammlungen (100 Mk.): Bezrrkszuchtverein Lauterbach. Silberne Staats-Medaillen: Herdbuchgesellschaft des Kreises Gießen, Wetzlar, Biedenkopf und Schotten. AetaUlifteu-Aerbandstag. R. B. Darmstadt, 13. Sept. Der Verband süd- und westdeutscher TataiUrsten Berettre hielt heute hier seinen Verbandstag ab, der sehr zahlreich besucht war. Vertteter der Detaillistenvereine waren erschienen aus Darmstadt, Frankfurt a. M., Friedberg, Gießen, Höchst, Karlsruhe, Mainz, Nürnberg, Offenbach, Wetzlar und Worms. Nachdem der Vorsitzende Wilh. Klappert die Delegierten und die behördlichen Vertreter begrüßt hatte, hieß Kreisamtmann Kirn berg er die Versammlung namens der Abteilung für Handel und Gewerbe,Negierungs- ungsrat Noack namens der Zenttalstelle für Handel mrd Gewerbe willkommen. Beigeordneter Dr. Glässing begrüßte die Anwesenden namens! der Stadt und des Gewerbegerichts, Herr Ludwig Tr ie r namens der Handelskammer und des Verkehrsvereins, Handelskammersetretär Engelmann namens der Handwerkerkammer. Es entspann sich zunächst eine längere Debatte über das Verbandsorgan, dessen kräftigere Unterstützung von allen Seiten als notwendig anerkannt wurde. Ten wichtigsten Punkt der Beratungen bildete das Gesetz zur Bekämpfung des un- lauterenWettbewerbes. Ter Verbandssekretär Otto I. Wolff beleuchtete die Wirkung des Gesetzes im allgemeinen, das jetzt von dem reellen Handel durchaus gebilligt werde, wenngleich noch manches daran auszusetzen und vielem zu verbessern nötig sei, besonders die Bestimmungen über das Ausverkaufswesen. Ter Hauptfehler liege darin dnß das Reichsgerill)t daran festhält, daß ein „verhältnis- mäßiger" Nachschub von Waren ber Ausverkäufen nicht gegen das Gesetz verstoße. In den Motiven zu dem Gesetz sei das Gegentell ausgesprochen, der Richter kümmere sich aber nicht darum, rveil es nicht im Gesetz selber stehe. Es müsse mit allen Kräften dahin gestrebt werden, daß der Nachschub von Waren streng verboten werde. Man verlange damit nur eine Äeschränttmg der Auswüchse und der Su-wiudel- ausverkäufe. :\?crr Hugo Hirschfeld - Frankfurt spricht sichg egen jede BcrsaMfung des Gesetzes aus, sie habe sich in seiner letzigen H-aflung aufs Beste bewährt. Ein absolutes Verbot der Rcachschübe würde der größte Schade jür viele Geschäftsleute sein. Tie Herren Landauer und B o l ä n d e r - Karlsruhe, Wille- Nürnberg, Langen- bach-Tarmstadt, Ehrhardt-Marburg u. cl stellten sich im allgemeinen auf den Standpunkt des Referenten und die Versammlung nahm schließlich mit allen gegen eine Stimme folgende Resolution an: „Der am 13. September in Darmstadt tagende Verbandstag des Verbcutdes süd- und westdeutscher Detaillistenvereine spricht sich dahin aus, daß das Gesetz zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes vom 27. Mai 1896 sich in der Hauptsache bewährt hat, daß es aber zur wirksamen Bekämpfung der ttügerischen Ausverkäufe nicht ausreicht. Der Verbandstag richtet deshalb an die Regierung und den Reichstag das Ersuchen, mit möglichster Beschleunigung eine Abänderung bez. Ergänzung des genannten Gesetzes zu beschließen, und dabei za bestimmen, daß 1. Verschiebungen von Waren bei Ausverkäufen unbedingt verboten stttd, 2. Ausverkauf nur angezeigt werden darf, wenn beab- sichttgtist,das ganze Warenlager oder eine bestimmte, näher bezeichnete Warengattung gänzlich zu räumen/ ohne sie wieder neu zu beschaffen, 3. die Tauer eines Ausverkauss die Zett nicht überschreiten darf, welche durchschnittlich während einer bestimmten, gesetzlich festzulegenden Zeit in dem Geschäft, dessen Warenbestände geräumt werden sollen, gebraucht würde, um eine Warenmenge zu veräußern, wie sie bei Beginn des Ausverkaufs vorhanden war. lieber die Frage der einheitlichen Regelung! der Sonntagsruhe im Reiche referierte Herr Rud. Supp, Vorsitzender des Detattlistenvereins Darmpadt. Ter Redner befürwortete eine Resolution, in welcher die Reichsregierung um Verkürzung der Sonntagsarbeitszeit und einheitliche Festlegung der Stunden ersucht wird. Aus Wider- pruch des Herrn Trier namens des Handelsvereins wird jedoch die Resolution zurückgezogen und beschlossen, den Vorstand zu ersuchen, sich mit den übrigen deutschen Te- taillistenvereinen in Verbindung zu setzen und nach gemein- amer Beratung der Reichsregierung geeignete Vorschläge zu einer einheitlichen Regelung der Sonntagsruhe für das ganze Deutsche Reich zu unterbretten. Ueber das Verhängen der Schaufenster an Sonn- und Feiertagen referierte Herr Theodor Oesterreich -Frankfurt; seine Ausführungen gipfelten darin, daß die Bestimmungen über das Verhangen aufgehoben und es dem freien Ermessen des Geschäftsmannes überlassen bleiben müsse, seine Schaufenster offen zu lassen oder zu verhängen. Herr Lo h n st ein-Worms trat aus allgemeinen Verrehrsgründen ebenfalls warm für die Offen- Haltung ein, ebenso Herr Herbert-Gießen, der speziell noch auf die bekannte Petition derGießener Stadtverordnetenversammlung an Regierung und Landtag hinwies. 9dur der Vertreter des Offenbacher Vereins wünschte die Schließung der Rollläden am Sonntag, während sich die Darmstädter Vertreter für die Offeuhatt- ung aussprachen. Ein Beschluß wurde von der Versammlung nicht gefaßt, doch war die allgemeine St.mmung für die Ojfenhaltung. Ueber das Thema: Ladenschluß und Ruhe- ) aus en der Angestellten in offenen Verkaufsstellen referierte Herr H. F. Nassauer-Gießen. Er sprach sich unter Zustimmung der Versammlung für den 8 Uhr-Laden- chluß im ganzen Reich aus; von einer Beschlußfassung wurde abgesehen. „Petroleummonopol und Tankanlagen" bespricht der Sekretär der Handelskammer Darmstadt, Dr. Hum an n. Die Tetaillisten hätten ein Interesse daran, daß die jetzige Konkurrenz aufrecht erhalten würde und ein Zusammenschluß oder Mangel in nröglichste Ferne gerückt werde. Mit der Verweigerung von Tankantagen werde nichts erreicht. In der Debatte betonten verschiedene Redner, daß sie mtt dem russischen, galizischen und rumänischen Pettoleum die besten Erfahrungen gemacht hätten. Ueber den letzten Punkt, Kaufmannsgerichte, referierte Herr W. Hoffmann-Bang aus Frankfurts Er trat für den Anschluß an die Gewerbegerichte ein und machte Abänderungsvorschläge. Im Hinblick darauf aber, daß der Gesetzentwurf im Reichstag zurückgezogen wurde und in der Versammlung eine scharfe Meiuungsverschiedcn- heit über die Angliederung an die Amtsgerichte oder die Gewerbegerichte zu tage trat, wurde die Debatte abgebrochen und die Versammlung mit Tankesworten geschlossen. Aer alldeutsche Aerband. Plauen t V., 13. Sept. Am 11. d. M. begann unter großer Beteiligung aus verschiedenen Teilen des Deutschen Reiches, aus Oesterreich und auch aus Uebersee der Verbandstag des Alldeutschen Verbandes mit den Beratungen des geschäftsführenden Ausschusses und des Vorstandes. In beiden Sitzungen wurde eine Reihe von verttaulichen und geschäftlichen Angelegenheiten verhandelt. Von den erfolgten Wahlen im Vorstand dürste von Interesse sein, daß Generalleutnant z. D. von Siebert Exz. dem geschäftsführenden Ausschuß zugewählt wurde. Ein Aufruf, von Verlagsbuchhändler Lehmann-München angeregt, wurde mit mehr als 50 Unterschriften versehen und der Hauptver- sammlung vorgelegt, in dem sich die Unterzeichner verpflichten, 1/2 Prozent ihres Einkommens, 1 Prozent von ihnen zufallenden Erbschaften und nach Besinnen 1 pEt. ihres Nachlasses einem besonderen alldeutschen Wehr sch atz zuzuwenden; aus dem das um seinen nationalen Bestarü) kämpfende Deutschtum in und außerhalb des Reiches unterstützt werden soll. Gestern begann der Verbandstag, zunächst mit einer geschäftlichen Sitzung, in der insbesondere der Auftuf zur Selbstbesteuerung der Mitglieder verlesen und besprochen wurde. Während der Versammlung konnte man über 80 Mitglieder unterzeichnet zählen, die sich zur Besteuerung verpflichtet hatten. Den ersten Bericht erstattete Rechtsanwalt Elaß-Mainz über die Wandlungen in Deutschlands Stellung seit dem Jahre 1890. Regierungsrat Schöl-Ratibor berichtete über die Polenfrage in Schlesien, Tr. Theodor Förster-Groß-Lichter selbe über das Konzessionsunwesen in den deutschen Kolonien. Im Anschluß an den letzteren Vorttag wurde folgende Beschließung gefaßt: „Tie Hauptversammlung verurteilt die Politik, lvelche die deutschen Schutzgebiete durch Vergebung von Kronregalen wtttschastlich zu erschließen vermeint. Die bestehenden Konzessionsge;ellschafteu haben eine solche Er- fchließung eher verhindert als befördert, das Reich aber unter spekulativer Ausnützung seiner wirtschaftlichen Tätigkeit in die Stellung des Uiliernehmers gedrängt. Das Reich muß daher von nun an die Schutzgebiete in eigene Regie nehmen und darf keine neuen Konzessionen mehr erteilen. Tie bestehenden Gesellschaften sind auf chre Rechte zu prüfen, zu besteuern und bei weiterer wirtschaftlicher Untätigkeit zu beseitigen. Insbesondere wird von der Regierung und Kolonialverwaltung bei Ueberweisung herrenloser Ländereien die sttengste Befolgung der bestehenden Landverordnungen unter Zugruiidelegung unumftößllcher Verttäge gefordert." Ferner begründete Prof. Dr. Samassa-Berlin folgende Entschließung über das Deutschtum in Ungarn: „Die Hauptversammlung gibt ihrer unverbrüchlichen Treue zu dem so schwer aus eigener Kraft um die Behauptung ihres Volkstums kämpfenden Volksgenossen in Ungarn Ausdruck; sie hofft, daß die neuerdings mit be- önderer Härte einsetzende Verfolgung der Vorkämpfer des ungarischen Deutschtums, die zweifellos in ursächlichen Zu- ammenhang mit der Erklärung des Grafen Bülow im deutschen Reichstag steht, nur zur Stählung und Stärkung des nationalen Empfindens der ungarischen Deutschen beitragen wird. Die Erhaltung des ungarischen Deutschtums ist nicht nur eine selbstverständliche Forderung alldeutscher Gesinnung, sondern auch ein realvolitisches Interesse der reichsdeutschen Polotik, da die jüngsten (Äeignisse wohl zur Genüge bewiesen haben, daß die Madjaren, bie die Wehrkraft und Großmachtstellung der östreichisch?-ungarischen Monarchie untergraben, als Stützen des Dreibunos nicht betragt et werden können." Am Abend vereinigten sich die Alldeutschen im Saale des Prater. Pros. Dr. Gras Richard du Moulin-Eckart-Mün- chen, der an den Bericht des Rechtsanwalts Elaß-Mainz aus der Hauptversammlung anknüpste, den er eine deutsche Tat nannte. Bismarck habe es nicht so gut gehabt wie Graf Bülow, dem von seinem Kaiser die herrlichsten Anregungen gegeben werden. Er verbünde sich mit dem Ultramontanis- lnns, dem schwarzen Pudel, der gegenwärtig sehr manierlich vor ihm Männchen mache, sich aber bald zum Mephisto auswachsen werde, und dem sich der Graf bald mit Lerb und Seele versa-reiben müsse. ' Es sprachen hierauf noch Rechtsanwalt Elaß auf die Ortsgruppe Plauen, Dr. Hops- Tresden aus die Deutschen außerhalb des Reiches, Pros. Sama,sa-Berlin auf das Deutschtum in Ungarn. Rechtsanwalt Tr. von Mühlwerth aus Krems a. D. dankte für die Begrüßung, die den Deutschen Oesterreichs zu teil geworden sei. Heute sand ein gemeinsamer Spaziergang zu Plauen und ein Frühschoppen statt, am Nachmittage ein Volksfest, das durch die kühle Witterung nur wenig beeinträchtigt wurde. Aus Stadl und Land. Gießen, 14. Sept. 1903. Nachrichten über bemerkenswerte Vorkommuiffe in Stadt und Land werden stets gern entgegengenommen und angemessen honoriert! Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Ministerialrat und Vorsitzenden der Abteilung des Großh. Ministeriums des Innern für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe Ernst Braun die Goldene Medaille für Landwirt- chaft 2C. verliehen, dem Großh. Kreisrat des Kreises Lauterbach und zweiten Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Pro- vinzialvereins für Oberhessen, Dr. Eduard Wallau, sowie dem K. Preuß. Landrat Fritz v. Heim bürg die Sllberne Verdienstmedaille für Landwirtschaft, dem Bürgermeister Adam Back zu Hofheim im Ried das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste^ am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. — Der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Dannstadt I, Geheimer Justizrat Alexander Röm Held wurde auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen und ersprießlichen Dienste in den Ruhestand versetzt und ihm das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Nidda Jakob Do sch wurde zum Gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober an ernannt. — Ernannt wurde ferner der Hoboist im Infanterie-Regiment 9tt. 118 August Bredow in Beerfelden zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Beerfelden. — S. K. H. der Großherzog haben verliehen: das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Oberstleutnant Frhrn. v. Waldenfels, Kommandeur des 2. Großh. Dragoner-Regiments Nr. 94, das Ritterkreuz 1. Klasse desselben Ordens dem Major v. Geldern-Crispendorf von demselben Regiment, dem Major v. D Ücker, aggregiert dem 4. Großh. Infanterie-Regiment (Prinz Karl) Nr. 118, dem Major z. D. Wolff, Vorstand des Attillerie-Depots Darmstadt, dem Oberstabsarzt Dr. Ger lach, Regimentsarzt des 2. Großh. Feldartillerie-Regiments Nr. 61 dem Nitt- meister v. Wilms, Eskadronchef im 1. Großh. Dragoner- Regiment (Garde-Dragoner-Negiment) Nr. 23, den Hauptleuten Wolter und Frhrn. Gugel v. Brandt und Dippoltsdorf, Kompagniechef im 4. Großh. Infanterie- Regiment Nr. 118, den Hauptleuten Großmann und Krause, Kompagniechefs im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 und dem Hauptmann Breidenbach von der Reserve des 1. Großh. Feldartillerie-Regiments Nr. 25 ; das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Oberleutnant Pennrich im 4. Großh. Infanterie-Regiment Nr. 118 und dem Oberleutnant Künkler, seither im vorgenannten Regiment; das Silberne Kreuz desselben Ordens dem Feldwebel und Zahlmeister-Aspiranten Neuling im 1. Großh. Jn- fonterie-Regiment Nr. 115 und dem Feldwebel Hohmann im 4. Großh. Infanterie-Regiment Nr. 118. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 50 000 Mk. auf Nr. 22251 (nach Worms, ein Gewinn von 10 000 Mk auf Nr. 65425 (nach Neustadt), zwei Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. 14086 (nach Oldenburg) und 94115 (nach Darmstadt), Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 4611 5933 12795 17189 39702 43650 46930 59963 64165 70926 87403 92275, Gewinne von 2000 Mk. auf Nr. 32536 40031 51504 56075 56142 59846 64071 66214 67489 72786 73287 74493 75559 83829 86813 96481 99580 99860. (Ohne Gewähr.) ** Aus dem Mi litär w 0 ch en b la tt. v. Holtzen- dorsf, Oberlt. im 1. Großh. Hess. Inf.- (Leibgarde-) Regit. Nr. 115, unter Versetzung in das 2. Garde-Regt. zu Fuß zum Hauptmann befördert und zum Komp.-Ehef ernannt Tie Oberlts. v. der Osten im Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Leibgarde-) Regt Nr. 115, Ewald im Jnf.-Leibregt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117 zu überzähl. Hauptleuten, Pyhrr, Lt. rm 0. Großh. Hess. Inf.-Regt Nr. 168, zum Oberktt. befördert — Bauer v. Bauern, Oberlt im 1. Großh. Hess. Ins. (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, zur Dienstleistung bei der Gewehr-Prüfungskommission kommandiert. — v. St r zem ie e zn h, Lt. im Lehr-Regt. d-er Feldart.-Schießschule, in das 1. Großh. Hess. Feldart.Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps), Arretz, Oberlt. im Schles. Mon.-Bat. Nr. 6, in das 5. Großh. Hess. Jns.-Regt. Nr. 168 versetzt. — Sch o tt, OberstlL z. D. und Kommandeur des Landw.-Bez. Rastenburg, mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Jnf.-Leib-Regts. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, der Abschied mit Pension bewilligt. () Vom Manöver. Nachdem sämtliche Regimenter am 10. Sept, im Manövergelände eingetrosfen waren (115er Hirzenhain, 116 er Wetter-Sarnau, 168 er Straßebersbach, 117 er Weilmünster und 118 er Braunfels-Burgsolms), begannen am 11. d. M. die Brigadenmanöver. Tie 115 er und 168 er marschierten über Ober- und Niederhörlen, Nie- der-Eisenhausen/5-ammertshausen, wo sich das Gefecht entwickelte und sich bis Friedensdorf a. d. Lahn hinzog. Hier bezogen die Bataillone Quartier. Am 12. war Gefecht bei Wartzenbach und Treisbach, an dem sich auch die 116 er und 24 er Dragoner beteiligten. Die 116 er lagen am 11. in und um Wetter, sie wurden am 12. in Battenberg und Battenfeld einquartiert. Die 50. Brigade (117 er und 118 er, 23. Dragoner) manöverierten ernt 11. bei Altenkirchen, die 118 er hatten bei Ehringshausen Abkochen. Die 117 er liegen in der Gegend Ehringshausen-Katzenfurth. Heute (Montag) rücken die beiden Brigaden gegeneinander vor. Von der 49. Division marschieren die 116 er über Tmnshausen und Gladenbach, die 115 er und 168 er über Ockershaufen, Kernbach, Erdhausen, Hartenrod nach Süden, während die 50. Brigade über Hohensolms, Frankenbach, Krumbach, bezw. über Niedweidbach und Offenbach nordwärts vorrückt. Die Gefechte finden vom 16.—18. Sept, in der Gegend Gladenbach, Weidbach und Offenbach statt. Am 18. Sept, haben die 115 er, 168 er, 117 er, 118 er, 116 er, die Artillerie und Dragoner Biwack. Am 19. Sept, findet Konzentration der 25. Division um Wetzlar statt. ** Zur Landw. Ausstellun g. Unserem Berichte über Maschinen usw. fügen wir noch an, daß die Firma Carl Buß in Wetzlar auch anerkennenswerte Sachen ausgestellt hat. Besonders in Pflügen, Wieseneggen und Jauchepumpen hat die Firma recht beachtenswertes aus den Platz gebracht. () Friedberg, 12. Sept. Eine reiche ameri- nisHe Erbschaft von 400 000 Mark soll nach allgemeinem Stadtgespräch einer hiesigen kinderreichen Arbeiterfamilie zugesallen sein. Darmstadt, 12. Sept. Seine Königliche Hoheit der Groß Herzog gedenken Sich nach der „D. Ztg." am nächsten Mittwoch abend zur Vornahme der Taufe des Linienschiffes „G" nach Kiel zu begeben. Darmstadt, 12. Sept, Nach dem „D. TM." wird nach erfolgter Vermählung Se. Königl. Hoheit Prinz Andreas von Griechenland mit seiner jungen Gemahlin im hiesigen Alten Palais bis zum Mai n. I. Wohnung nehmen, bis zu welcher Zeit der Prinz im hiesigen Garde- Trag oner-Regunent verbleiben wird. Alsdann wird sich das hohe Paar nach Griechenland begeben. r. Mainz, 13. Sept. An die hiesige Handelskammer ist vom Ministerium des Innern in Darmstadt die Anfiage gerichtet werden, in wie weit in den diesseitigen Handels- tammerbezirk für das Offen halten der Schaufenster an den Sonn- und Feiertagen ein Bedürfnis vorhanden ist und die Besürchfimg. einer Beeinträchtigung der Sonntagsruhe des Personals begründet erscheint. Die Handelskammer hat die Anfiage dahin beantwortet, daß sie schon vor einer Reche von Jahren aus Gründen der Zweckmäßigkeit und mit Rücksicht auf die Konkurrenz mit den Nachbarstädten es auf das Dringendste empfohlen habe, das Ofienhalten der Schaufenster au Sonn- und Feiertagen zu gestatten. Eine Beschränkung der Sonntagsruhe der Geschäftsangestellten hält die Handelskammer in jeder Beziehung für ausgeschlossen, da die Zahl der Stunden, in welchen das Personal au Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden darf, genau festgelegt ist. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ein schrecklicher Familien Vorfall ereignete sich in Ober-Seibertenrod. Wie von dort berichtet wird, wurde in einer Familie das sechste Kind geboren, aus welchem Grunde die Mutter von der Großmutter mit Vorwürfen überhäuft wurde, worauf die wohl in allzu große Erregung geratene Mutter ihrem Neugeborenen den Hals durchschnitt. Vermischtes. * Amsterdam, 13. Sept. Der heute früh 7% Uhr von Berlin abgegangene Schnellzug ist bei Barneveld zwischen Amerfoort und Apeldoorn entgleist. Drei Schwerverletzte wurden in das Krankenhaus zu Apeldoorn gebracht, etwa 15 sollen leicht verletzt sein. ♦ Paris, 13. Sept. Dem „Petit Journal" wird aus Calais von einer außergewöhnlichen Reise im Luftschiff berichtet, an der der belgische Luftschiffer Goosens und ein deutscher Gras teilnahmen. Sie seien am Donnerstag in Berlin aufgestiegen, hätten Holland, Belgien und Nordfrankreich passiert und, nachdem sie nahe an Paris vorbeigekommen seien, Sables d'Olonne erreicht. In Jersey seien sie während des Sturmes wieder aufgestiegen uüd schließlich 6 Kilometer von Calais entfernt gelandet. Das Luftschiff sei vom Winde fortgerissen und die Insassen leicht verletzt worden. * Lori ent, 13. Sept. Die Polizei entdeckte Spionagenumtriebe einer Russin namens Alexandra d'Abazza, die hier und in Toulon thätig war, wo sie jetzt die Polizei überraschte. Bei einer Person in Lorient, die im Dienste des Staates steht, mit der die d'Abazza in Beziehung war, wurden Haussuchungen vorgenommen; durch dabei gefundene Briefe vurde sestgestellt, daß dieselbe häufig aus dem Auslande, namentlich Russisch-Polen, Gelder empfing. • Bruneck, 13. Sept. Der Student Hans Blieter aus Hamburg ist in den Amffolger Alpen abgestürze und trug schwere Verletzungen davon. * Lemberg, 12. Sept. In Zablotow verbreitete sich gestern nachmittag während des Jahrmarktes das Gerücht, daß im Hause eines Juden eine Frau aus Baline, die den Kaufpreis für einen Ochsen erhoben hatte, ermordet sei. Obgleich sich die Ortsbehörden bemühten, die Grundlosigkeit des Gerüchtes nachzuweisen, griff eine Anzahl Bauern mehrere Juden an, von denen drei schwer und mehrere andere leicht verletzt wurden. Auch wurden in den Häusern von Juden mehrere Fensterscheiben zertrünunert. * Bukarest, 13. Sept. In Rumänien wurden heute Vormittag starke Erdstöße verspürt. die Zur industriellen Lage. Als ein weiterer Beweis für Telephonischer Kursbericht. Franktnrt -Aul. 41/,% äussere Argentiner Schlenke. 6903 in allen weiblichen Handarbeiten 6829 372% 3% 3V8°/o 3°/o 372% «7.% 4% Italien. Rente 41/2 96 Portugiesen 3% Portugiesen. . 1% C. Türken . Türkenlose . . . 4% Grieoh. Monopol Der Direktor: Schwalb. 101.35 89.30 101.40 89.20 100.15 99.20 101.60 100.05 99.30 102.50 50.50 31.05 34 80 128.80 43.50 42.20 4% Oesterr. Goldrente . 47s 96 Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . Reichsanleibe do. Konsole . do. . . Hessen Oberhessen a. 31., 14. September 8% Mexikaner . . , Chinesen . . . Electric. Schuckert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit, . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden . . . . Gotthard bahn .... Laurahütte ..... Bochum ...... Harpener..... Tendenz: fest. Oest. Kredit. . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Schluß-Tendenz: schwächer. * Sied loe (Russisch-Polen), 14. Sept. Heute Nacht wurde die Elsbeter Zuckerfabrik durch eine Feuersbrunst zerstört. Der Schaden ist sehr beträchtlich. • Pest - Meldungen. Blättermeldungen aus Mar- eille zufolge scheint der Epidemie endgültig Einhalt geboten zu sein. Dr. Pron, Mitglied des Instituts Pasteur, erklärte auf Befragen, daß, welcher Art die Krankheit auch ei, die Fälle vereinzelt blieben und eine Weiterverbreitung unmöglich sei. Wie das „Echo de Paris" meldet, hätten jedoch die fremden Konsuln die Behörden benachrichtigt, daß ie für die nach ihren Ländern bestimmten Schiffe keine reinen Gesundheitspässe mehr ausstelleu. — Einer Havasmeldung zufolge ist in Marseille weder eine neue verdächtige Erkrankung noch ein neuer Todesfall unter den Erkrankten vorgekommen. Der allgemeine Gesundheitszustand in Marseille ist ausgezeichnet. Die Sterblichkeitsziffer ist seit einigen Tagen unter dem gewöhnlichen Durchschnitt. — Eine Meldung, daß in Blidah (Algier) die.Pest ausgebrochen sei, wird für falsch erklärt. * Eine Unterschlagung im Vatikan? Wie in Rom perlautet, ist in der Kasse der Propaganda fide ein Fehlbetrag von 100000 Lire entdeckt worden. 1903. . 26,85 . 92.20 . 97.20 . 00.00 . 207.70 . 186.80 . 136.00 . 140.30 . 152.60 . 130.00 . 17.20 , 188.75 . 228.00 . 184.50 . 183.50 Landwirtschaftliche Ausstellung in Kießcu 1903. Dienstag vormittag gegen %11 Uhr soll auf dem Aussteüungsplatz, beginnend in der Obsthalle, ein Quantum Obst, Butter usw. an den Meistbietenden versteigert werden. Der geschäftssührende Ausschuß: Universitäts-Nachrichten. — Wir lesen im „Protestantenblatt": Geh. Kirchenrat Prof. D. Kattenbusch hat bekanntlich einen Ruf nach Göttiqen erhalten, dem er am 1. April Folge leisten wird. Es gilt, für ihn einen geeigneten Nachfolger zu suchen. Vielleicht erfüllen sich die Hoffnungen weiter theologischer Kreise unseres Landes, daß Lie. E ct dazu ausersehen wird. Er wäre hier am rechten Platz. Mag auch eine Tätigkeit in Darmstadt eine bedeutende sein, und die Zahl seiner Freunde sich hier allsonntäglich mehren, so würde ihm doch der Lehrstuhl an der Landesuniversität einen weiteren Wirkungs-- platz sichern, den er mit Ehren zum Segen der hessischen Landes- kirche behaupten würde. und der Intimität. Tie Freundschaft mit Italien knüpfe sich enger durch gegenseitige Zeichen aufiichitiger Herzlichkeit. Die Besserung der Beziehungen zu England nehme zu. Wir sehen jenseits der Grenze, so schloß der Minister, nur lächelnde Gesichter. Der Horizont gehört dem Frieden, die Republik wird sich bemühen, ihn zu bewahren. Sie hat sich von der ersten Stunde an dem edlen Gedanken angeschlossen, die Lösung internationaler Streitigkeiten einer schiedsgerichtlichen Entscheidung zu übertragen. Der so erreichte Frieden wird niemanden demütigen. Ich hoffe, wir werden bald die Morgenrötp des allgemeinen Friedens aufgehen sehen. (Lebhafter Beifall.) Wien, 14. Septbr. Mit der Reise des Kaisers nach Ungarn wird die Reise dreier italienischer Anarchisten in Verbindung gebracht, welche sich mit zwei Studenten nach Ungarn begeben haben sollen. Die italienische Regierung hat die ungarische hiervon verständigt und es ist infolgedessen in Mohacs die Polizei um zweihundert Mann vermehrt worden. Mo ha cs, 14. Sept. Der d eutsche Kaiser ist am 13. September nachmittags mittels Hofsonderzuges hier eingetroffen. Er wurde am Bahnhofe vom Erzherzog Friedrich begrüßt. Der Kaiser und der Erzherzog umarmten sich herzlich. Aus dem reichgeschmückten Bahnhofe war ein prächtiges Kaiserzelt errichtet. Hier hieß den hohen Gast der Obergespan Graf Fejervary namens der Bevölkerung der Baranper Komitats willkommen, die sich glücklich schätze, den innigen Freund und mächtigen Bundesgenossen des Königs begrüßen zu können. Der Kaiser sprach seine Freude aus, wieder einige Tage im Gebiete des Komitats weilen zu lönnen, nach dem er stets gerne komme. Rach der Vorstellung der Behörden und des Gefolges begab sich der Kaiser, für die begeisterten Eljenrufe der spalierbildenden Menge freundlichst dankend, mit dem Erzherzog Friedrich zum Donauufer, von wo mittels Dampfers die Fahrt nach Prokopsok angetreten wurde. Dort trafen der Kaiser und der Erzherzog um 3 Uhr 30 Minuten ein und begaben sich zur Pürsch ins Kärapancraer Jagdgebiet. Um 7 Uhr 30 Minuten abends sand auf dem Karapancraer Jagdschloß Diner statt. L New-Port, 14. Sept. Die „World" veröffentlicht allgemeines Aussehen erregende Mitteilungen über ein Einschreiten des Präsidenten Roosevelt bei dem vornehmen Sewan Haka Nachtklub, um übermäßige Ehrungen englischer Gäste zu verhindern. Roosevelt, der Mitglied des Klubs ist, nötigte den Vorstand, an Srr Thomas Lipton, den Herzog von Iife und den Earl of Schaftesburg erlassene Einladungen zu einem Festmahl zurückzunehmen, wobei er dem Vorstand mitteilte, die Herren seien seine Gäste bei den amerikanischen Flottenmanövern. Sie dürsten aber gerade deshalb dem Festmahl des Klubs nicht beiwohnen, da er, Roosevelt, den Eindruck zu vermeiden wünsche, daß er in seinen Aufmerksamkeiten zu weit gehe. Newyork, 13. Sept. Der deutsch-amerikanische Nationalbund trat in Baltimore zu seiner ersten Tagung zusammen. 23 Staaten hatten Abgeordnete entsandt. Der interessanteste Punkt der Tagesordnung ist der Vorschlag, zur 1 Weltausstellung einen alldeutschen Kongreß nach , St. Louis zu berufen. '. m M Laildmm Gießen, Südanlage 7. Beginn des Unterrichts Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 12. September 1903. (Mitgeteüt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 33/< Prozent. Der Rechner: Schmidt. 6880 Bekanntmachung. Auf Beschluß des Vorstandes und Aufsichtsrates der Spar- und Leihkasse, E. G. m. u. H., in Großerr-Buseck sollen alle eingelegten Kapitalien bei rubr. Kasse vom 1. Januar 1904 ab mit 33/4 Prozent verzinst werden, welches wir hierdurch den Interessenten bekannt geben. tatsächliche Besserung auf vielen Gebieten der deutschen Industrie wird angeführt, daß die Transmissionsbranche schon seit Monaten aut beschäftigt ist. Eine Spezialität des Eisenwerks Wülfels sind Transmissionen und dasselbe ist kaum in der Lage, die einlaufenden Aufträge zu bewältigen. Der Umsatz ist um 4 pCt. gestiegen. Auch die Preise haben eine wesenlliche Besserung erfahren. Zur Revision des Börseugesetzes. Die „Berl. Pol. Nachr." widmen dieser Frage einen längeren Artikel, der wie folgt schließt: ^Jn Wirklichkeit hat das Verbot des Terminhandels in dem Börsengesetze die von oem Gesetzgeber gewollte Wirkung in vollem Umfang gehabt; ja, es sind dadurch vieliach auch dem zulässigen handelsrechtlichen Lieferuugsgeschäft ernstliche Schwierigkeiten erwachsen. Nicht auf diesem Gebiete liegt daher das Bedürfnis einer Reform der bestehenden börfengesetzlichen Vorschriften, vielmehr wird sich diese wie etwaige Revision des Börsensteuergesetzes in der Richtung zu bewegen haben, daß sie die Börse und chren Verkehr von Hemmungen unb Beschränkungen befreit, welche der Gesetzgeber in dem tatsächlich durch die bestehenden Vorschriften hervorgerufenen Umfange selbst nicht gewollt hat und welche auch das reelle, vollswirtschaftlich notwendige und gesunde Börsengeschäft in einer für die innere und internationale Entwickelung unseres Erwerbslebens höchst unerwünschten Weise lähmen." Kohlen. Es notieren: Ruhr-Fettnuß Körnmrg 1 u. 2 Mk. 180 bis 185, Nußschmiedekohlen AÜ. 170—175, Deutsche Anthracit- Nußkohlen Mk. 300—305, Englische Anthracit-Nußkohlen Mk. 370 bis 380, Ruhrflammennuß Llörnung 1 und 2 Mk. 175—180, Ruhrflammennußkohlen 3 Air. 170—175, Fettschrot Mk. 140—145, Ruhr- Bruchkoks Mt. 220—225, Ausftebgries Mk. 115-120. Markttage ruhig bei festen Preisen. Markte. Grünberg, 12. September. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 10.00 bis 00.— Mk., Korn 13.50, bis 00.00 Mk., Gerste 13.00 bis 00.00 Hafer 12.00 bis 12.50 Alk., Erbsen 00.00—00 ML, Linsen 00.00 ML, Lein 00.00 ML, Wicken 00.00 Mark, Samen 21.50—00 Mk^ Kartoffeln 8.00 bis 00.00 Mk. fc. Frankftlrt a. AL, 12. SepL (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtllche Skotierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 459 Ochsen, 3 aus Oestreich, 75 Bullen, 3 aus Oestreich, 736 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Oestreich, 263 Kälber, 165 Schafe und Hämmel, 1334 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1.Qualität 73—75 ML, 2. Qual. 69—71 M., 3. Qual. 66—68 ML; Bullen L Qual. 65 bis 67 ML, 2. QuaL 62—64 Mk.; Kühe L Qual. 68—70 ML, 2. Qual. 65—67 ML, 3. Qual. 55—57 All, 4. Qual. 52—54 ML, 5. Qual. 00—00 ML Kälber: 1. Qualität85—86 Pfg., Lebendgewicht 52—55 Pfi 2. QuaL 80—84 Pfg., Lebendgewicht 48—50 Pfg., Schlachtgewicht 70—73 Pfg., Schafe: L QuaL Schlachtgewicht 70—73 Pfg., 2. QuaL 66—69 Pfg., 3. QuaL 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 61—62 Pfg., Lebendgew. 48 Pfg., 2. QuaL 60—00 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Pfg^ 3. Qual. 52—57 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gut, kein Ueberstand; bei Kleirwieh gut, kein Ueberstand. fc. Frankfurt o. M., 12. SepL (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise: Weizen All. 16.50—90.00, Kurhessischer Ntk. 16.50—00.00, La Plata Mk. 16.75—17.75, Kansas All. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mark 13.25—13.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.50—15.75, Frankenfelder ML 16,25—00,00, Hafer Mk. 13.25—13.75, Mais Mk. 12.00—13.13, Weizenmehl 0 Mk. 25.75—26.25, 2. Qualität Alk. 23.75 bis ML 24.25, 3. Qualität Mk. 21.75—22.25, Roggenmehl 0 Mk. 22.00—22.50,1. Qualität Alk. 19.25—20.25, Weizenkleie Mk. 9.00 bis Mk. 9.25, 9ioggenkleie ML 9.75—10.25, Maiskeime Mk. 10.25 bis ML 00.00, Franken, Pfälzer, Ried ML 00.00—000.0. Alles per 100 Kg. ab hier. Ururste Meldungelu Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Dresden, 14. Sept. Der Konflikt Bebels mit dem Vorwärts wegen der Nichtveröffenttichung seiner Einsendung ist nach einer persönlichen privaten Aussprache zwischen den Beteiligten so gut wie bei gelegt. — Der nation al-soziale Verein beschloß nach einem Vortrage des Reichstagsabg. v. Gerl ach einstimmig den Anschluß an den liberalen Wahlverein. Tregurer, 13. SepL Im Verlaufe seiner Rede auf dem heutigen Festmahl führte Ministerpräsrdent Combes aus, das Land erachte die Aera der Eroberungen für beendet, aber man müsse die Forthauer des Friedens sichern und daher müsse das uatimrale Heer einen festgefügten Truppen körper und g.eiibte Soldaten besitzen, die eintretenden Falles zu kraftvoller Offensive befähigt sind. Das Bündnis mit Rußland habe mehr und mehr einen ausgesprochenen Charakter pes Vertrauens Dienstag den 15. September 1903. Alice-Schule Der Unterricht in der Alice-Schule beginnt 6866 Montag den 5. Oktober. Die Aufnahme findet Samstag den 3. Oktober, morgens 10 Uhr statt. Anmeldungen nimmt an und nähere Auskunft erteilt L« ßffloeserj Oberlehrerin, Gartenstraße 30« Anfangs- u. Schlußkurfe. 201.25 201.37 211.80 211.87 136.00 136.00 184.90 183.40 182.30 182.37 oaaoaoaooaOOOOQOOOO^OOQOÖOOlOOOOOOOOOiOOOOOOOO^QQOO^ÖOOOOOOOOOOO Hochachtungsvoll Anton Geissner QOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOIOOOOOOOCIOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOÜÖL o S Geschäfts-Eröffnung und -Empfehlung. g □ Dem verehrten Publikum von Gießen und Umgegend beehre ich mich ergcbenst anzuzeigen, daß ich q 122 Sehersweg 22, Konditorei und Cafe | Q ncu eröffnet habe. 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