Montag 14. September 1903 153. Jahrgang Erstes Matt. EB3 Nr. 214 Vrfchetut täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien» blätter viermal tn der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh Ülchen Univers.-Buch- n. Steindruckerei (Piets ch Erben) Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprechanlchluß Nr. 51. - _ Ä Bezugspreis, O monatlich75P^viertel* Gießener Anzeiger General-Anzeiger w v den poltt und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MUZ Cz zeigenteil: Hans Beck. Are landwirtschaftliche Krovirrzial-Ausstellung. VH. Gießen, 14. Sept. Die Preisvertellung für frte am höchsten zu bewertenden Ausstellungsstücke ist vorüber und> die glücklichen Preis träger haben teils am Samstag bereits ihre Preise persönlich in Empfang nehmen können, teils haben sie — und das ist für das preisgekrönte Großvieh, Pferde und Rinder der Fall — die Zusendung der ihnen zu er kannten Geldbeträge iu einigen Lagen zu erwarten. Gestern morgen dauerte die Vorführung der prämiierten Tiere noch fort Das im Programm vorgesehene Festessen der Preisrichter verlief würdig mit schön. Oekonomierat Schlenke sprach dabei über die Verdienste und von Erfolg gekrönten Bemühungen der Preisrichter und brachte ihnen ein Hoch aus, und zahlreiche Toaste, von denen besonders eine lange, von gutem Humor durchwehte Ansprache des Regierungs- verträers, Ministerialrats Braun bemerkenswert ist, brachten eine gute Stimmung, hervor. Samstag nachmittags war es für viele Preisrichter und sonstige an der Ausstellung Beteiligte interessant, der Sitzung der Herdbuch gesellsch aften für das Vogelsberger Rind beizuwohnen. Hierbei war der große Saal des Restaurants zur Liebigshöhe voll besetzet. Der Vorstand des Verbandes der Herdbuchgesellschaften zur Zucht des Vogelsberger Rindes, Landrat v. Heimburg aus Biedenkopf, führte den Vorsitz und erteilte nach den üblichen Begrüßungsworten dem Tierzucht-Inspektor Müller das Wort zu längeren kritischen Ausführungen über das, was die Ausstellung in den die Versammlung angehenden Gegenständen hervorgebracht und dargelegt hat. Dieser Vortrag enthebt uns eigentlich der Mühe, eingehend über den Wert und die Resullate der Ausstellung für das Vogelsberger Rind zu berichten, denn von sachkundiger Seite wurde vom Redner und von der sich daran anknüpfenden Diskussion alles zu tage gefördert, was in dieser Beziehung interessiert. Tierzuchtinspettor Müller-Köpler aus Diez an der Lahn schickte voran, daß er in früheren Jahren nich^ Gelegenheit gehabt habe, Vogelsberger Tiere zu beurteilen. Er sei darum bei der Beurteilung des jetzigen Standes der Zucht des Vogelsberger Viehes nicht in der Lagei, Vergleiche mit dem früheren Stande zu ziehen, auch kenne er die wirtschaftlichen Verhältnisse des Zuchtgebietes nur aus Beschreibungen. Er glaube aber nicht fehl zu gehen, wenn er die landwirtschaftlichen und klimatischen Verhältnisse des Vogelsberges mit denen des höheren Westerwaldes in Parallele stelle und danach sein Urteil über die Tiere der Ausstellung fälle. — Aus der reichen Beschickung der Ausstellung mit eingetragenen Vogelsberger Tieren gehe hervor, daß die einzelnen .Herdbuchgesellschaften mit großem Eifer an der Erreichung ihres Zieles arbellen und diesem schon erheblich nahe gerückt sind. Die 315 zur Schau gestellten Tiere bieten in ihrer Gesamtheit in Bezug aus Entwicklung, Wüchsigkell, Körperschwere, Gängigkeit und auch auf die Zeichen der Milchergiebigkeit ein überaus gutes, recht befriedigendes Bild. Die Ausstellung liefert neuerdings den Beweis, daß die allen Landrassen unter gewissen, allerdings vielleicht verhältnismäßig beschränkten örtlichen Verhältnissen vollauf existenzberechtigt sind und ihre Verdrängung aus diesen Gebieten durchs eine andere Rasse einen wirtschaftlichen Fehler bedeuten würde. Daran kann auch durch die Tatsache nichts geändert werden, daß bei der Gießener Ausstellung nur die besten, besonders ausgewählten Tiere zur SchM gestellt wurden. Denn wenn auch der Gesamtviehstand der Vogelsberger Rasse hinter diesen ausgesuchten Tieren — wie es ja auch tatsächlich der Fall sein muß — nicht unbeträchtlich zurücksteht, so zeigen die Ausstellungsllere doch, was man aus der Vogelsberger Rasse bei richtiger Zuchtwahl, Züchtung, Fütterung und Haltung machen kann unb' weiterhin wird machen Eännen und machen müssen. Die vorgeführten Tiere zeigten, so erklärt der Sachverständige, daß in dem schon auf anerkennenswerter Höhe stehenden Material eine sichere Grundlage zu dem erfolgreichen Wellerausbau der ganzen Zucht gegeben ist. Wenn es irgendwo fehlt, so liegen die Mängel in der Fütterung, Haltung und Pflege der Tiere, in der frühesten Jugend. Lobenswert sei, daß die Mehrzahl der ausgestellten ni~BnB■ an111, um rniiMnii im ■ Tiere nicht in dem überllieben angefleischten Zustande sich befinden, der in früheren Jahren bei Ausstellungen von Vieh üblich war und gegen den jetzt mit Recht mit aller Energie angekämpft wird. Müller-Kögler unterzieht dann die einzelnen Tiere in den verschiedeneil Klassen einer eingehenden Kritik und gießt dabei Belehrung, wie man es zu machen habe, um die noch vorhandenen Mängel an den Tieren auszumerzen. Zum Schlüsse erklärt der Redner, es sei nicht zu verkennen, daß unter den hiesigen Verhältnissen gerade die Aufzucht es sei, die oft alle anderen züchterischen Maßnahmen zur Hebung der Viehzucht wieder zu Grunde richte, und daß es wohl noch eine Zeit dauern werde, bis der einzelne Züchter hier in dem Maße eingreife, als es notwendig sei. Mit der Zell werden auch noch die vorhandenen Mängel an den Tieren ausgemerzt werden. Tie Züchtervereniigungen haben das große Verdienst, eine Viehrasse für bestimmte Gegenden erhalten und zweckentsprechend verbessert zu haben. Tie Beantwortung dieser kritischen Bemerkungen und eine Stellungnahme dazu ließ der Versammlung darauf Oekonomierat Leithiger zuteil werden. Er erklärte sich im großen und ganzen vollständig mit dem einverstanden, was der Vorredner vorgebracht habe, und sagte, er erkenne dankbar die Anregungen an, die in dem'Referat niedergelegt seien. Er führte dann weiter aus, daß, wenn er 25 Jahre sich zurückeriunere und den heutigen ©taub der Tinge mit dem damaligen vergleiche, so müsse er sagen, daß ganz erhebliche Fortschritte zu verzeichnen seien. Damals hatte man ein rasseloses Mischmasch von Rindern, und den Be- sttebungen der Gesellschaft, das Reine zusammenzufafsen und auf die Zuchthöse zu bringen, zollte man wenig Ermunterung, indem man allgemein glaubte, daß dem Vogelsberger Rind nicht mehr zu Helsen sei. Sehe man aber jetzt um sich, so müsse man sich sagen: wir haben eine Rasse und können das schaffen, was auch der Vorredner verlangte, einen Viehschlag, den der Bauer bei uns braucht. Wenn der Vorredner, so juhr Oekonomierat Leithiger fort, betonte, die Tiere müßten größer werden, jo könne er erllären, daß die Gesellschaft während all der verflossenen Jahre nach dieser Richtung auch fortdauernd weitergehende Ziele sich gesteckt habe, daß man jetzt bestrebt sei, das Gewicht der Rasse bis 8 Ztt. zu heben, und daß man so wohl dazu kommen werde, die Forderungen des Vorredners zu erfüllen. Tie Landrassen nehmen, so er Härte der Redner, sicheren Fortgang als Zuchtrassen, bei denen man immer wieder neues Material beschaffen muß. Beipflichten müsse er dem Vorredner, wenn er behaupte, das Vieh werde jetzt noch in den Jugendjahren zu wenig gefüttert. Das trage nicht dazu bei, die Rasse zu heben, Man gebe außerdem auch, wenn die Tiere im Wachstum begriffen seien, vielfach zu wenig Eiweißfütterung, die für die Bildung des Knochengerüstes sehr wesentlich sei. Aus diesen Ursachen sei die gerügte falsche Entwicklung des Knochenbaues herzuleiten. Ferner sei es falsch, schon nach 10—12 Monaten die Kalbinnen zum Bullen zu lassen; solches Verfahren erzeuge keinen großen, kräftigen Viehschlag. Ter Vorsitzende erkannte danach dankend an, daß man nun über diese Fragen einmal klaren Wein eingeschenkt habe, und fordert aus, den Ratschlägen der Vorreoner zu folgen, damit ähnliche Vorwürfe, wie man sie heute gehört habe, für die Zukunft nicht .wiederkehrten. Man werde, so sagte der Redner humoristisch- wenn die Bestrebungen der Gesellschaft einmal weiter fortgeschritten seien, auch zuwege bringen, daß der Bulle seine eigene gute Neigung behalten dürfe und statt einer ausgezwungenen Gattin eine, die ihm besser passe, sich erwählen könne. Landrat v. Heimburg fuhr fort, die Führung und den Ausbau der Herdbücher zu ernpfehlen. Die Leistungen eines jeden Tieres, vorzüglich auch, was die Nachkommenschaft anlangt, müßten aus den Herdbüchern klar zu ersehen sein. Die deutsche landwirtschaftliche Gesellschaft arbeite solche Bücher aus. Für die Zucht sei diese Buchführung ganz unentbehrlich Im Kreise Biedenkopf habe man 803 im Herdbuch eingetragene Tiere. Für den Kreis Dillenburg berichtete Landrat v. Heimburg, daß der Kreis jetzt auch ein eigenes Herdbuch besitze. Für die 2. Großh. Hess. Herdbuchgesellschaften berichtete Oekonomierat Leithiger. Man habe jetzt ca. 3000 ein- Feuilleton. Kaiser Wilhelm als Jäger. Wie bekannt, begibt sich Kaiser Wilhelm am 12. September nach Ungarn, um als Gast des.Erzherzogs Friedrich von Oeesttreich in den ausgedehnten Jagdrevieren von Bellye, wo er im Jahre 1891 zum letzten Male gepürscU hat, einige Tage zu jagen. Aus diesem Anlaß bringt der „Pester Lloyd" interessante Mitteilungen aus dem Jägerleben unseres Kaisers: So vielseitig Kaiser Wilhelm sonst im Leben in allem, was den Geist beschäftigt, so ernst es der Herrscher mit seinen Regentenpflichten nimmt, so ganz und vollständig wird er zum Jäger, sobald es die "Ausübung der Jagd gilt: die kraftvolle, elastische Gestalt spottet jeder Witterung, kennt keine Anstrengung, kein Hindernis und keine Bequemlichkell, wenn einmal ein Jagdzug beschlossen ist. Fröhlich geht es hinaus ins Revier und unermüdlich strebt der Waidmann seinem Ziele zu. Ein irischer, gesunder Humor würzt fast ausnahmslos das ^agdvergnügen des Kaisers, der auch bezüglich der,ihm im ireicn Felde gebotenen Kost durchaus nicht wählerisch ist. fröhlich überjprudelnd äußert sich das Temperament des hohen Jägers, meint esl ihm gelungen ist, eine ganz außergewöhnliche Trophäe zu erbeuten. So telegraphierte der Kaiser, nachdem er am 28. September 1896 in Rominten. einen kapitalen Geweihträger zur Strecke brachte, sofort in freudigster Stimmung an den Fürsten von Pleß: „Heute habe ich einen Zwanzigender geschossen, gegen den Deine Plesser 5^irsche Waisenknaben sind." Der Kaiser richteit seine Büchse nie auf einen Edelhirsch unter zehn Enden. Wird aber die schwere Büchse einmal in Anschlag gebracht, und das geschieht immer blitzschnell, dann verfehlt die Kugel beinahe nie ihr Ziel und sitzt immer dort, wohin fie zu setzen die Absicht bestand. Kaiser Wilhelm bringt das Hochwild und> Merhaupt alles, „was auf der Schale geht", lediglich mit der Kugel zur Strecke. Die bei solchen Gelegenheiten benutzte Waffe ist das deutsche Jnfanterie- gewehr 88. Freilich wird es nur wenige Jäger geben, die sich auch nur annähernd einer ähnlichen Fertigkeit rühmen. Mll seinem Achtzehnender, den Kaiser Will)elln am 19. September 1897 in Bellye streckte, ist ein reizendes Geschichtchen verbunden, das hier ins Gedächtnis gerufen werden soll: Der auf weite Distanz und bei noch mangelndem Büchsenlicht abgegebene Schuß wirkte nicht sofort tödlich und auch die zwelle, auf noch größere Entfernung entsendete Kugel hatte, wiewohl auch> diese traf, nur den Erfolg, daß der schwerkranke Hirsch mit letzter Kraft sich in die dortigen schier endlosen Schilfbestäude zurückzog. Dem reckenhaften Wilde dor/ll)in zu folgen, war aus idem Grunde unmöglich, weil ein Kahn nicht zur Verfügung stand. Um die kapitale Trophäe nicht zu verlieren und einer schwierigen, vielleicht erfolglosen Nachsuche vorzubeugeu, veranlaßte der Kaiser seinen Leibjäger, den einzigen dort vor- sindlichen Baum zu besteigen, von welchem^ erhöhten Standgettagene Tiere und könne sagen, daß zurzeit durchschnittlich etwa 400 dazukämen. Man besitze 4 Zuchthöfe und veranstalte regelmäßig Leistungsprüsungen. Alle 14 Tage werde die Milch nach ihrer Beschaffenheit geprüft. Auch die Weiterentwicklung der Einkaujskommissiou zu fördern, sei man eifrig bestrebt. Der Redner erklärte den Nutzen der Provinzialjungotehweiden. Aus sterilen Huwiehweiden bemühe man sich im Vogelsberg Gemeindejungviehweiden herzurichten. Gegen eine geringe Gebühr kann dann der Landwirt sein Jungvieh aus der Weide tummeln. Oekonomierat Leithiger erörterte sehr richtig den Nutzen von Geldzuschüssen für die Anschaffung von Bullen für Privatbesitz, Durch die reichliche Inanspruchnahme dieser Vergünstigung komme man in die Lage, größere Anforderungen bezügl. der Beschaffenheit der Tiere machen zu können und könne damit die Förderung der Zucht besser in die Hand nehmen. Darauf bertchtete Landrat v. Heimburg noch kurz für andere preußische Kreise. Für den Kreis Wetzlar besorgte dies Landrat Sartorius. Zum Schluß dieses Gegenstandes der Tagesordnung konstatierte Landrat v. Heimburg, daß man aus den Berichten nur Erfteuliches vernommen habe. Wir wollen, so sagte er, mit unserer heimischen Rasse unfern Mann stellen und mit allen anderen deutschen Schlägen sie so entwickeln, daß wir unser gutes, altes deutsches 5zöhenvieh wieder bekommen. Zum weitern Punkt der Tagesordnung, Beschickung der Ausstellung in München, beschloß man, sich zu beteiligen, die Konkurrenz innerhalb der Gesellschaft möglichst auszuschließen, um geschlossen auf den Plan zu freien. Zum Schluß der Versammlung wird auf Antrag des Vorsitzenden beschlossen, die nächste Generalversammlung in Bi edenkopf abzuhalten. Am Samstag, abend hatte sich, obwohl das Wetter kühl und regnerisch war, die Festhalle zum Konzert unserer Militärkapelle und den Gesangsvorträgen des Bäuerischen Gesangsvereins beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt. Man verbrachte bis in den späten Abend hinein recht angenehme Stunden. Die Leistungen des Gesangvereins waren unbestritten gut und fanden viel Anerkennung. Ebenso die Vorträge der Militärkapelle und, wenns erlaubt ist, geistige Genüsse so mit materiellen zu verquicken, die Leistungen der Wirte Trescher und Schrötel, die Gäste mit Speise und Trank zu versorgen. Das musikalische Programm umfaßte 16 Nummern, deren Erledigung bis nach 12 Uhr dauerte. Ter gestrige Sonntag war ürdessen erst der Tag, der den Unterhaltungen und Vergnügungen einen brellen Raum zuwies. Trotz des noch immer schlechten Wetters strömte mittags und abends eine ungeheure Menge auf den Festplatz; man schätzte den Besuch in den Nachmittagsstunden auf etwa 20 000 Personen. Und abends, wo sonst die Gäste zum Abendessen den Festplatz zu verlassen pflegen, war ein ungeheures Menschengewoge da draußen auf dem Trieb zu beobachten. In der Festhalle konnte man nur sehr schwer Platz bekommen. Dieser große Besuch hat wenigstens die nicht unbeträchtlichen Verluste, die sellher das schlechte Wetter mit fick brachte, zum Teil wieder gut gemacht. Auch die bis dahin recht geschädigten Schau- budenbejitzer des Juxplatzes kamen gestern gut auf ihre Kosten. Von dem Schaustück des doppelköpfigen Mädchens haben wir schon berichtet; großen Zndrang hatte auch der recht sehenswerte Kinematograph von Steiner, der sein Publikum hoch zuftieden stellte. Besonders die humoristischen Nummern des Programms, der seltsame Vorgang des Toilettemachens mll den wegen immerwährender störender Zauberei damit verknüpften Selbstmordanwandlungen waren sehr heiter und interessant. Uebrigens ist in den Abendstunden das übliche Tänzchen zu seinem Rechte gekommen. Allerdings hat von Zell zu Zell ein leichter Regen immer wieder eingesetzt und die Vergnügungen zum Teil beeinträchtigt. punkte aus der schwerkranke Recke vielleicht den Fangschuß erhalten könnte. Vergebens versuchte der Leibjäger die starke, knorrige Eiche zu ersteigen, da der dicke, astlose starke, knorrige Eiche zu ersteigen, da der dicke, astlose Stamm das Emporklimmen unmöglich machte. Rasch entschlossen beorderte Kaiser Wilhelm nun den Leibjäger, die Schulter des Kaisers als Stützpunll für den Ansstteg zu benutzen. Tatsächlich vollzog sich der Aufstieg in dieser Weise und der Lerbjäger, der dem Achtzehnender von seinem erhöhten Standpunkte wirklich den Fangschuß geben konnte, mag wohl mit heftigem Herzklopfen die schweren Wassersttefel auf die Schulter des fürstlichen Jägers gesetzt haben, zumal der brave Grünrock sich selbst eines ziemlich bedeutenden Körpergewichts erfreute. Der rasche Entschluß und die sofort ausgeführte Ordre hatten zur Folge, daß der Edelhirsch nicht zu Holze geschossen wurde und das kapitale Geweih wirklich in den Besitz des Kaisers gelangt ist. Kaiser Wllhelm II. ist der einzige lebende Jäger, dem es, und zwar im Jahre 1897, gelungen ist, einen ungraden Vierundvierzigender zu strecken und mit diesem Schüsse einen Erfolg zu erzielen, der sich überhaupt kaum je mehr wiederholen wird. Durch Erbeutung dieser Trophäe ist der der Jägerwelt fast sagenhaft gewordene, tatsächlich aber in Moritzburg in, Sachsen existierende berühmte Sechsundsechzigender insofern saft übertroffen, als der Vierundvierzigender Kaiser Wilhelms, was ausgesprochene Endenbildnng airbelangt, das vorgenannte historische Geweih überflügelt- Kervesserungsvorschläge für den c 7 eren Kögelsberg. Die Untersuchung der lokalen Verh Itnisse hat zu der Erkenntnis geführt, daß eine sichere und dauernde Förderung der Landwirtschaft im oberen Vogelsberg mir durch sorgfältige Anpassung an die von der Statur in ftli.na und Boden gegebenen Unterlagen, sowie au bisher bewährte Erfahrungen und Einrichtungen erreichbar ist. Grasbau, Viehzucht und Holzbau bilden die hervorragendsten Erwerbszweige. Eine erfolgreiche Verbesserung der Landeskultur muß sich auf der sachverständigen Ausgestaltung dieser Erwerbszweige aufbauen. Für die Verbesserungsvorschläge waren deshalb folgende Gesichtspunkte maßgebend: 1. Aufforstung. Aufgesorstet sollen diejenigen Flächen werden, welche sich wegen der rauhen ungeschützten Lage, wegen der großen Entfernung vom Wohnorte, wegen der schwierigen Zugänglichkeit und dem geringen Boden nicht zu einer lohnenden landwirtschaftlichen Ausnutzung eignen. Ferner sollen Waldungen zum Schutze von Ortschaften und Kulturgelände vorgesehen werden. Die zur Aufforstung vorgeschlagenen Flächen umfassen: 1541 Hektar Ackerland, 2117 „ Wiesen und 1883 „ Viehweideri, im ganzen 5541 Hektar. Hiervon sind im Besitz der Gemeinden . 1505 Hektar , des Fiskus . . 175 „ Fideikommißbesitz . . 55 „ bäuerlichen Besitz . . 3509 „ 2. Verbesserung der Gemeindeviehweiden. Nachdem der landwirtschaftliche Verein für die Provinz Oberheffen seit 1896 Gemeindeviehweiden mit großem Erfolge melioriert hat, kann die Verbesserung der nach Ausscheidung der aufzuforstenden Flächen noch verbleibenden 789 Hektar Viehweide zur Erreichung einer billigen und gedeihlichen Ernährung des Viehes nur empfohlen werden. 3. Feldbereinigung. Die vielfach unzweckmäßige Ausscheidung und Begrenzung des zu Gärten, Ackerland, Wiesen, Viehweide und Wald geeigneten Geländes, der Mangel an Zugangswegen zu den einzelnen Grundstücken, die vielfach unwirtschaftliche Form und Größe der Grundstücke, die im allgemeinen sehr geringen Erträge der Wiesen, sowie der Mangel einer Parzülenvermessung in 35 Gemarkungen machen die Feld- bereinigung für eine rationelle Ausgestaltung der hoben* wirtschaftlichen Verhältnisse des oberen Vogelsberges durchaus notwendig. 4. Anlage von Sammelweihern. Die Anlage von Sammelweihern im Gebirge bezweckt, den Abfluß des Wassers in Bächen und Flüssen mjofern zu regulieren, als das bei Hochwasser ungenutzt abfließende Wasser zurückgehalten und zur Vermehrung der Niederwassermengen benutzt werden soll. Im oberen Vogelsberge erscheint die Anlage kleinerer, mehr lokalen Interessen dienender Sammelweiher oder Teiche als Aufgabe der Gemeinden, des Fiskus oder der Fidei- kommißbesitzer. Größere Sammelweiher mit sog. Talsperren dienen vorzugsweise der Wasserversorgung von Städten oder den Interessen der an den Bächen und Flüssen liegenden industriellen und gewerblichen Unternehmungen und erfordern sehr große Kapitalanlagen. Ihre Herstellung würde also vorzugsweise im Interesse der Bewohner der tiefer gelegenen Gebiete und weniger im Interesse des oberen Vogelsberges liegen. 5. Kulturkosten. Die Ausführung der vorgeschlagenen Verbesserungen würde voraussichtlich folgende Kosten veranlassen: a. Aufforstung von 1505 Hektar Gemeindegelände und 3509 Hektar bäuerlicher Besitz mit durchschnittlich 120 Mark für den Hektar . . . 601 680 Mk. b. Melioration von 789 Hektar Viehweiden mit 400 Alk. zur Melioration und Einfriedigung auf den Hektar 315 600 , c. Feldbereinigungsverfahren: 20 000 Hektar Ackerland, Wiesen rc. mit 90 Mark für den Hektar ... 1 800 000 , d. Leitung und Unvorhergesehenes . 282 720 „ im ganzen 3 000 000 Alk. 6. Erlaß eines Ausführungsgesetzes. Ein so großes Unternehmen wie die in Aussicht genommene systematische Verbesserung der bodenwirtschaftlichen Verhältnisse in 45 Gemarkungen des oberen Vogelsberges läßt sich nicht durch eine freiwillige Tätigkeit der dabei beteiligten Gemeinden und Privateigentümer zur sachgemäßen Durchführung bringen. Auch liegt das Unternehmen im Interesse der Gesamtheit. Zur Erreichung des seit länger als 60 Jahren erfolglos angestrebten Zieles erscheint deshalb der Erlaß eines Spezialgesetzes notwendig, welches die Grundzüge für die Durchführung der in Aussicht genommenen Maßregeln festlegt. Bei Erlaß eines solchen Gesetzes wird dann auch in Erwägung zu ziehen sein, wie die erforderlichen Mittel aufzubringen sind, sowie ob und in welcher Weise sich der Staat an den Kosten zu beteiligen haben wird. Politische Wochenschau. —o. Gießen, 14. Sept. In den Ausstellungen spiegeln sich die erreichten Fortschritte und die Bedürfnisse des praktischen Lebens wieder, zur Richtschnur für das vorwärts strebende Geschlecht der Gegenwart. Tas gilt im besonderen Maße auch von der jetzigen Ausstellung aus dem Trieb zu Gießen, die nicht nur von landwirtschaftlicher, soridern von allgemein wirtschaftlicher Bedeutung ist und in Ihren einzelnen Tellen, namenllich aber in der wissenschaftlichen Abtellung anschauliche Kunde gibt von der praktischen Wirtschaftspolitik in Hessen. Jedenfalls hat sich das gesamte Ob er Hessen hier ein schönes Denkmal seines Fleißes und feiner Tatkraft, seiner rührigen Geschicklichkeit und seiner Gründlichkeit gesetzt. Nicht nur die oberhessische Landwirtschaft, für die schon allein die Zahl der ausgestellten Tiere eine beredte Sprache führt (315 Vogelsberger und 175 Simmentaler Rinder, 60 Pferde, 75 Schweine, 10 Schafe, 116 Ziegen, 400 Stück Nutzgeflügel und 31 Bienenvölker), sondern auch die Berwaltnngsbehörden und die Lehrerschaft, Industrie und Gewerbe, nicht zum wenigsten auch der o b c r h e s s i s che Kaufmann haben hier ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Denn auch unter dem Gesichtspunkte eines kaufmännischen Unternehmens hat man in gewisser Weise die landwirtschaftliche Slusstellung zu betrachten, und man sieht, was alles zu seinem großen Vorteil der oberhessische Landwirt von dem oberhessischen Kaufmann gelernt hat, bcHen unbeirrbare Solidität und Reellität mit seiner Kulanz, über die dieser Tage aus angesehenen Handelskreisen zu unserer Verwunderung ein Wort der Kritik laut wurde, u. E. durchaus Hand in Hand geht. Der Landwirt und der Kaufmann Oberhessens arbeiten, manchmal vielleicht unbewußt, unermüdlich für einander nach gleichen gediegenen Grundsätzen, wie sie der treuen Kernhastigkeit und dem wackeren Biedersinne des oberhcssischen Voltscharakters eigen sind. Tie Ausstellung d a oben läßt den rastlosen Eifer erkennen, mit dem nicht nur die oberhessische Landwirtschaft, sondern das ganze mit ihr zusammenhängende Gewerbe — und welches wohl gehört nicht dazu — den Forderungen der Zeit gerecht zu werden und allerwärts auf der Höhe zu bleiben suchen. Möge dieses Streben, das allen obeehessifchen Ständen'gemeinsam ist, fort und fort anhalten, der Provinz Oberhessen und dem gesamten Lande zu Stutz und Ehre. Große Reden sind während dieser Ausstellung nicht gehalten worden und hätten auch keinen besonderen Zweck gehabt, denn die Ausstellung spricht für sich selber. Und auch sonst haben wir von bedeutenden Reden aus dem Laufe der vergangenen Woche der Abwechselung halber nichts zu berichten. Unser Groß he rzog ist, wie Theodor Fontane, kein Freund des gar so Feierlichen, kein Freund so großer als unverbindlicher Programm- und Gelegen- hellsstimnrungsreden, und in dieser Zeit der Manöver war es natürlich, daß auch der Kaiser in seinen zwei kurzen in der v er gang en enl Woche gehaltenen Reden, die man in Halle hörte, vornehmlich, des friedlichen Schutzes der Waffen Erwähnung tat, urller dem Halle sich so glänzend entwickelt habe. Gegenüber dem Rektor der dortigen Universität hob er (biatui, wie erst jetzt bekannt wird, den religiösen Charakter der Höllischen Hochschule hervor. Doch waren, wie die „Saaleztg." wörtlich schreibt, diese Worte so leicht hingeworfen und schlossen sich so eng an die religiös gefärbte Anrede des Rektors an, daß sie jedenfalls zu dem Gesamtbild der zahlreichen im religiösen Geist gehaltenen Kundgebungen des Kaisers keinen wesentlichen Zug hinzusügten. Inzwischen hörte man lln Reiche von allerlei Majestätsbeleidigungsklagen und Verhaftungen von Sozialdemokraten aus diesem Anlasse. Mit dem angeblichen Erlaß des preußischen Justizministers zur schärferen Behandlung der Majestätsbeleidigungen Halle sich freilich die sozialistische Presse zu ihrer famosen Kaiserinselgeschichte nur einen neuen Bären aufbinden lassen. In Sachsen sind die Redakteure von drei sozialdenwkratischen Müttern in ein unb derselben Sache verhaftet worden — einer ist mittlerwelle wieder sreigelassen worden. Ebenso ist der wegen der Kaiserinsel-Geschichte verhaftete „Vorwär^"-Redakteur Leid schließlich auch wieder entlassen woroen. Die Verhaftung des Berichterstatters Rehbein in Berlin, der außer dem „Vorwärts" auch bürgerlichen Blättern Nach- richten lieferte, wegen Zeugniszwangs verfahrens hat in allen Parteien bis in die Regierungskreise Mißbilligung erfahren. Tas Gesetz hat der Anonymität des deuftchen Preßwesens schon dadurch volle Rechnung getragen, daß es den verantworllichen Redakteur für Beleidigungen durch die Presse haftbar macht. Daß die Gerichte trotzdem auf den eigentlichen Urheber beleidigender Artikel fahnden, mag ihnen unbenommen sein. Wenn aber die Rechtsprechung jenen muf der einen Selle anerkannten Charakter der Anonymllät des Zeitungswesens auf der anderen Selle selber wieder dadurch durchbricht, daß sie den Redakteur durch Gefängnishaft, die früher unbeschränkt war, heute aber immer noch auf 6 Monate ausgedehnt werden kann, zu zwingen sucht, die Anonymität preiszugeben und den Verfasser einer Notiz zu nennen, so ist das inkonsequent und unlogisch. Der Zeugniszwang, verlangt von dem Redakteur zudem eine Verletzung seiner Berufspflicht, ohne doch in den allermeisten Fällen seinen Zweck erreichen zu können. Siehbein hatte, ehe er seine Mitteilung über Sol- datenmiß Handlung en in die Presse brachte, sie offen zur Untersuchung dem Regimentskommandeur übermittelt. Ta behauptete der Kommanoeur, er könne die Untersuchung nicht führen, ohne den Namen des Berichterstatters zu kennen. Gerade hier war aber die Nennung, sicher nur unter dem Schutze der Anonymität erfolgt, weil derartige Anzeigen beim Militär schmerzliche Folgen für den Betreffenden zu haben pflegen. Vermutlich lverden Rehbein ebenso wie der früchere Stationalsoziale Hildebrandt, falls sie nicht früher entlassen werden, chre 6 Vlvnate absitzen und Märtyrer werden für eine Pflicht die von unserer.heutigen Zeit — darunter in besonderer Scharfe kürzlich von einem so bedeutenden Rechts gelehrten wie Professor Sohrn — als eine selbstverständliche Pflicht eines modernen Publizisten anerfamit worden ist. Rehbein muß jetzt lediglich wegen tadelloser Berufserfüllung im Gefängnis schmachten. Jedenfalls verspricht die Debatte über diese Frage fruchtbarer zu werden (denn alle Parteien scheinen sich über die Unhaltbarkell des gegenwärtigen Zustandes einig zu sein) als die Erörterung der „elenden Vizepräsiden t e n fr a g e", die in der sozialdemokratischen Presse eigentlich durch dre Bebelsche Philippika in der „Neuen Zeit" schon jetzt zu Ungunsten der Revisionisten entschieden worden ist. Nicht, daß Bebel die Herren Heine und v. Vollmar und Bernstein tot zu machen verstände. Sie werden noch kräftig ihre Ellbogen gebrauchen. Aber so lange er lebt und die Massen dem Glauben an den „Sieg des Proletariats" anhängen, dem auch die Revisionisten schließlich Gefolgschaft geben, wird aller „Geistestampf" um die Grundsätze der Partei Spiegelfechterei. sein. Neuerdings kündigt Kautsky an, daß die sozialistische Propaganda eng verknüpft werden muß mit den Gewerkschaften. Die Gewerkschaften sollen mehr und mehr in den Dienst der Parteiagllation gestellt werden. Die Zersetzung der Partei steht jedenfalls für den diesmaligen Parteitag in Dresden keineswegs in Aussicht. Man wird wieder ohne sozialdemokratischen Vizepräsidenten bleiben — und alles wird sein wie zuvor! Schneller und sichtbarer schreitet in Oesterreich- Ungarn der Zerfall alter politischer Institutionen fort. Ter Ruf,^os von Ungarn", das die österreichisch-ungarische Reichseinheit schon längst nur noch als eine Firma in Liquidation betrachtet, aus deren Masse es sich selbst noch so lange bereichert, als noch ettvas vorhanden ist, wird immer allgemeiner unter den deutschen Parteien Oesterreichs. Fast scheint es, als ob die Lösung der chronischen Krise in Ungarn nur provisorisch sein könne mrd nur mit der Personalunion enden kann. Den Magyaren liegt nichts an der Schlagfertigkeit des Heeres, sondern nur noch an der politischen Alleinherrschaft ihrer Nationalität in Ungarn. Sie beanspruchen, daß alle aus Ländern der Stephanskrone rekrutierten Truppenteile nicht mehr die deutsche, sondern die magyarische Dienstsprache verwenden sollen. Diese sind aber keineswegs rein magyarischer Zusammensetzung. Bon den 102 Jnfanterieregimentern entfallen nach einer Ausstellung der „Köln. Ztg." 47 auf ungarische Ergänzungsbezirke, 12 haben gar keine Magyaren, in 18 sind andere Nationalitäten zu 90 bis 50 Prozent vertreten. Tie sechs kroatischen Regimenter können gar nicht zur magyarischen Dienstsprache gezwungen werden, da ber Versuch schon die größte Erregung hervorbringen würde, in vier von ihnen steht kein Magyar. Dagegen gibt es vier rein magyarische Regimenter, drei zu 90 Proz., sechs zu 80, zwei zu 70 und drei zu sechzig Proz. Es entspricht dies der Verteilung der Nationalitäten int uugariscyen Reiche, das nur 45 Proz. Magyaren hat. Darum will auch Kaiser Franz Josef noch immer nichts von der magyarischen Ann ec spräche wissen. Vielleicht trägt die Rührigkeit der Deut scheu Oesterreichs, die jetzt den Magyaren ihren garten Bettel vor die Füße warfen und erbittert sind, da,, une u u g a risch e Armee errichtet werden soll, die von Oesterreich bezahlt wird, .dazu bei, den Magyaren den Star darüber zu stechen, was sie als „unabhängige Nation" in der Welt noch zu heberten haben. In ber Angelegenheit ber serbi en Königsmörder berichtet man, baß hinter b( 24 verhafteten Offizieren aus Scisch, bie nun nach Belgrcw gebracht worben sind unb deren Akten dem Kriegsminister unterbreitet wurden, die von Rußland inspirierte radikale Partei stehe, wodurch« die Bewegung gegen ibic Mörder an Bedeutung gewinne. Die'Sache dränge zu einer Entscyeidung unb werbe sich nicht bis zum Zusammentritt ber Skupschiina vertagen lassen. Falls König Peter nicht bie Kraft besitzt, gegen bie Königsmörber vorzugehen, werde er zu Gunsten seines Sohnes abbanten müssen (?), ber den Königsmörbern keinen Dank schulbe. Dann werbe es Sache ber ihm zur Seite stehenben Regentschaft sein, in Serben Orbnung zu schaffen. In Dubapest wird eine Konstantinopeler Depesche viel besprachen, bie Rußlanb bireit beschulbigt, baß es auf beni Balkan ein Doppelspiel treibe unb die Aufständischen mit Waffen und Munition versehe. Nach der Depesche soll bas Wiener auswärtige Amt iu dieser Frage Aufilärung von Rußlanb geforbert haben. Nach ben neuesten Nachrichten ist eine Ausdehnung berBalkanwi rren zu erwarten, unb ein bulgarisch-türkischer Konflikt bürste kaum mehr zu vermeiben sein, sei es, daß Fürst Ferbmano sein Volk nicht mehr zügeln könne, sei es baß bie Türkei gegen Bulgarien vorgehe. Tie Mächte werben aller Wahr,cheinlichkeit nach auch diesen Konflikt sich abspielen lassen, ohne einzugresien. Nur im äußersten Falle bei direkter Bedrohung der Interessen der Mächte dürfte eine Intervention wahrscheinlich werden. In einem Gefechte der türkischen Truppen mir iJO omsitänoischen bei Kruscyewö fielen von den letzteren 90 Mann, von ben Türcen blieben brei tot, fünj wurden verwundet. Bei Klipvva unweit Monastir wurden eoenso von UJO Insurgenten 108 getötet. Der Rest floh und warf bie Gewehre weg. Die Türken hatten ebenfalls Verluste. Siachrichten aus Adria- nopel zufolge begingen albanesische Rebifs auf bem Vdarsch von Adrranopel nach Kirkllisse arge Ausschreitungen, be- jonbers in Jenidze, wo sie die Kirche p l ü n o e r t e n. Auch in Kirkllisse plünderten albanesische Rebifs unb zündeten auf dem Marsche nach Tirnow-o Knröoi^an. Auf dem Marsche zur Besetzung von Wasilkiwo am schwarzen Meer erlitten zwei Rebifbataillone Verluste burch eine Klomllee- banbe, bie eine Dy namitbombe warf. Aus bem Innern bes Sandschaks treffen zahlreiche beuuruyigenbe Nachrichten in Kirkllisse ein. Beispielsweise sollen bie Dörfer Älmabzik unb Erekler von einer Abtellung verwüstet und in Älmabzik 2 20 Bulgaren in Gegenwart ihrer Familien enthauptet worben sein. Unwetter-Nachrichten. In Eber stabt hat das Unwetter fast die ganze Obst» ernte vernichtet. Der anhaltende Sturm schlug Blätter, Aeste und das dickere Obst von den Bäumen. In den Obstgärten sah es aus wie bei der Kartosselernte: ganze Säcke voll Früchte standen da. Die Aepsek müssen meistens gekeltert werden. Von Bord des Notierdamer Dampfers der Ost» afrifalinie ,Gouverneur" schreibt uns ein Gießener Herr unterm 12. d. M.: „Um 4*/z Uhr ftranbete auf ber Mole vor Rotterdam bei schwerer See der norwegische Dampfer „Leander" von Bergen. Wir sahen, wie die Leute mittelst des Raketenapparates gerettet wurden. (Bruch des Steuers.) In Belgien hatten die meisten Eisenbahnzüge infolge des Sturmes erhebliche Verspätungen. Unweit der Stadt Brüssel schleuderte der Sturm einen Schleppkahn an einen Brückenpfeiler. Der Kahn ging unter. Die Kleinbahnen stellten , den Betrieb ein. — In Schottland ist heftiger Schneefall eingetreten. Infolge der starken Kälte kam das Wild dis in die Ebene. — In Havre drang^ bei einer Flutwelle das Wasser einen Meter hoch in das Stadtviertel am Schlachthaus und setzte die Straßen und Häuser unter Wasser. 12 Fischerboote sind gesunken. — In Bonlogne wurde die Brücke und der Wellenbrecher auf eine lange Strecke weggerissen. Das Dampfboot von Etapeles ist gesunken. Vier Mann der Besatzung sind umgekommen. Ein englischer Dampfer wurde gegen die Küste bei Ambleureuse geschleudert. — Das Lootsenboot Nr. 21 von Havre ist vom Sturme auf die hohe See geschleudert worden. Drei Matrosen wurden von Bord gespült, während der Lootse und ein Matrose noch rechtzeitig gerettet werden konnten. — Am Freitag abend wurde während des Sturmes der Dampfer „Aiar- guerite" durch das Panzerschiff „Admiral Trehouat" geschleudert. Der Dampfer erlitt schwere Havarie und mußte in den Hafen von Lonent gebracht werden. Der Luftballon „Kranich" der kgl. bayerischen Luftschiffer-Abteilung wurde bei Velim in Böhmen ohne Gondel aufgefangen. Alan befürchtet, daß die Insassen der Gondel infolge des Orkans verunglückt sind. Vermischtes. * Liebeswerbung im Chrysautemenreich. Eine Weltreisende schildert in einer Serie interessanter Artikel d-as Leben der modernen Japanerin. Obwohl bie holden Töchter des Mikadoreiches schon seit längerer Zeit das Bestreben zeigen, sich nach> europäischen Sitten und ganz besonders nach Pariser Moden zu richten, werden sie doch voraussichtlich nicht so bald von den etwas eigenartigen, aber recht poetischen Gebräuchen lassen, die bei ihnen mit einer Brautwerbung und Trauung verbunden sind. Wenn ein japani . ;cr Jüngling ein Mädchen nach seinem Geschmack gesunden hat, begiebt er sich eines schönen Tages zu ihrem elterlichen Hause und befestigt an irgend- - dazu geeigneten Stelle einen blühenden Zweig. TieK ist seine Liebeserklärung. Wird der Zweig von dem jungen Mädchen abgenommen und in eine mit Wasser gefüllte Base vor das Fenster gestellt, dann weiß der in banger Erwartung Harrende, daß seine Liebe erhört ist. Will die Schöne aber nichts von dem Freier wissen, daun läßt sie das Zeichen seiner Anbetung achtloD vertrocknen. Sobald die Hochzeit .festgesetzt ist, sendet der Verlobte seiner Erwählten Zahlreiche Geschenke, die so kostbar sein müssen, wie seine Mibtel es ihm erlauben. Diese Liebesgaben offeriert die Brauet sofort ihren Eltern, um ihnen damit ihre kindliche Ergebenheit und Dankbarkeit zu beweisen. Eine japanische Trauung findet stets arm Abend statt. Tie Braut legt zu der Zeremonie einen „Kimono" aus weißer, reich gestickter Seide an und hüllt sich ganz in einen langen, weißen Schleier. Tas Paar setzt sich neben zwei kleinen Tischchen in der Mitte des Zimmers einander gegenüber auf den Fußboden. Aus dem einen Tischchen prangt eine winzige Tanne, die das Sinnbild der körperlichen Kraft des Bräutigams vorstelleu soll, und ein Miniatnr-Pflaumenbaum — bas Symbol der weiblichen Schönheit. Auf dem andern Tischchen erblickt man einen Teekessel mit zsvei Tüllen, eine Flasche mit dem japanischen Getränk „Sali", einem Branntwein aus Reis, und so viele Tassen wie Gäste anwesend^ sind. Bei keiner Hochzeitszeremonie darf ferner ein künstlicher Storch fehlen, der neben den Brautleuten auf einer Schildkröte steht; er repräsentiert die verkörperte Glückseligkeit, während sein „Postament" ein langes, gesundes Leben versinnbildlicht. Die an dem Festmahl teilnehmenden Personen trinken je drei Tassen „Saki", und den ^Neuvermählten wird der mit demselben Gebräu gefüllte doppel- tüllige Kessel abwechselnd von zwei Dienern an den Mund geführt. Ebenso wie sie beide aus einem Gesäß trinken, sollen sie von dem Tage an Freuden und- Leiden miteinander teilen. Die junge Frau bewahrt ihren Hochzeitslimono nebst Schleier ihr ganzes Leben «lang, um dereinst damit begraben zu werden. Kunst und Wissenschaft. Dresden, 12. Sept. Bel der heutigen Prämiierung öer industriellen und gewerblichen Abteüung der deutschen Städ te- ausstellung wurden 37 goldene, 68 silberne, 80 Bronzemedaillen und 125 Ehrenurkunden verteilt. Davon erhielten goldene Medaillen Schiele & Eo., Maschinenfabrik in Frankfurt, Ludwig Tesdorpf- Stuttgart, die württembergische Uhrenfabrik in Buerk-Schivenningen, G. G. Kuhn-Stuttgart, die Geiger'sche Fabrik in Karlsruhe, die deutsche Steinzeugwarenfabrik in Friedrichsfeld in Baden; die silberne Medaille die Adlerfahrradwerke, die Allgemeine Städtereinigungsgesellschaft in Wiesbaden, die Fabrik Stolzenberg in Los. Köln, 12. Sept. Der deutsche Aerztetag hat heute feine Beratungen geschlossen. Vorher ivurden noch einige Beschluß- antrnge angenommen, darunter ein Antrag Neuberger-Nürnberg, der vorjchlägt, zur Berhütuiig der weiteren Ueber- f ü l l u n g des ärztlichen Standes eine Warnung in Form einer Broschüre an d i e Abiturienten der höheren L e h r a n ft a l t e n zu erlassen. Ferner wurde ein Beschlußantrag des Dr. Pfalz-Düsseldorf angenommen, welcher folgendes besagt: Der 31. deutsche Aerztetag erwartet von den dem deMschen Aerzte- vereins-Bunde angehörigen Vereinen, daß sie schleunigst und energisch alle Maßnahmen der Selbsthilfe zur Durchführung der Forderungen des Aerzteoereins-Bundes bei den Krankenkassen ergreifen ' und daß sie ihre Mitglieder verpflichten, sich jeglicher Stellungnahme gegen die freie Aerztewahl zu enthalten. In diesen Forderungen des Bundes ist freie Aerztewahl und slaiidesgemäße Stellung und Honorierung der Kassenärzte enthalten. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, welcher Beseitigung der zur Zeit m Deutschland noch bestehenden neun verschiedenen Arzneitaxen und Aufstellung einer einheitlichen Taxe für ganz Deutschland verlangt. Wild un gen, 13. Sept. Heute wurde die hier errichtete deutsche Volksheil st ätte für Blasen- undNieren- leidende in Gegenwart des Fürsten und der Fürstin Waldeck feierlich eröffnet. Der Fürst verlas ein Telegramm des Kaisers, das desseii Segenswünsche für die Anstalt zum Ausdruck bringt. Handel und Ierkehr. Volkswirtschaft- — Getreide. Die Stimmung im Getreidegeschäft war zu Anfang der Woche recht fest, wurde aber gegen den Schluß etwas ruhiger, da Rußland mit reichlicherem Angebot zu etwas billigeren Preisen an den Markt kam. Amerika und Rumänien haben ihre Forderungen kaum verändert. Ter Absatz an den Kursen war befriedigend. Roggen etwas matter. Gerste: Braugerste ruhig, Futtergerste matt. Hafer still. Mais unverändert. Tie heutigen Notierungen sind: Weizen. Red Winter II Kansas II Ulka-Weizen 9 p. “/M 10 P. _ Rumänischer, 80/81 Kilo „ 79/80 „ v 78/79 „ Roggen. Russischer 9 p. 15/20 Gerste. Rufs. Futtergerste 60/61 Kilo Hafer. Russischer 47/48 Kilo „ 50/51 „ Mais. mixed Laplata r. t Weizen, Pfälzer M. 17,25 - 00,00 Roggen, „ „ 14.25—00,00 Braugerste „ „ 15,25—16,50 Hafer, badischer „ 13,75—14,50 Schiffsnachrichten. Hamburg-Amerika Linie. Vertreter in Gießen S. Elsoffer, Marktstraße. Hamburg, 8. Septbr. Ter Hamburger Schnell-Post- Dampfer „Deutschland", Kapitän Barends, ist am 8^ «September, 2 Uhr morgens, wohlbehalten von Hamburg via Southampton und Eherboürg in Newyork angekommen. Hambur-g, 10. Sept. Der Hamburger Postdampfer „Graf Waldersee", Kapitän Kopff, ist am 10. Septembr, 1 Uhr morgens, wohlbehalten von Hamburg via Boulogne s/M. und Plymouth in Newyork angenommen. , per 100 Kilogramm frei hier. Mk. 137-- ■e „ 137-- „ 127—128 W „ 130-- 0 „ 134-137 „ 132—134 „ 130—131 „ 102-- „ 87- 88 0 „ 100—102 „ 104—109 5* „ 103-104 D 5 „ 95—00 Meratiir. Leid ich, Landwirtschaftslehre. Leitfaden für FortbildmrgS- fchulen. Zufammengestellt und praktisch erprobt von G. Leidich. 2. Teil: Pflanzenbau. Preis br. Mk. 1.—. Verlag von Emil Roth in Gießen. Der Leitfaden zeigt, daß der Verfasser aus der Praxis für die Praxis gearbeitet hat. Tie kurze und dabei klare Behandlung des Stoffes, die vom „Allgemeinen" zum „Besonderen" fortschreitet, wird nicht allein den Lehrern an Fortbildungsschulen willkommen sein, sondern auch weiteren Kreisen eine Anregung geben, an der Hand dieses Leitfadens ihre Kenntnisse aus dem Gebiete des Pflanzenbaues aufzusrischen, bezw. sie zu erweitern und zu ver- tiesen. MchrutliHk Wrrkcht der toeefälir iuötr Stobt 6ie§tn. 35. Woche. Vom 23.-30. August 1903. ^Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 (infl. 1600 Mann Militär. Sterblichkeitsziffer: 32,86, nach Abzug von 8 Ortsfremden: 17,40 n/co. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Lungenschwindsucht Älagenkrebs 2 (1) 2(1) 2(1) 2(1) — — Wassersucht 1 1 — — Schlagfluß des Kl) (Gehirns KD — — Lungenentzündung 1 1 — — Innerer Ein- Kl) klemmung 1(1) — — Ehromscher Nieren- entzündung 1 1 — *■ Verunglückung 2(2) 2(2) — — angeborene Lebens- 2(1) 2(1) schwäche — Brechdurchfall 1 — 1 — Rhachilis 1(D — 1 (1) — Krampfen Acagenkatarrh 1 — 1 — 1 — 1 — Summa: 17 (8) 11 (6) 6(2) — Anm.: Die m Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen Eine uns vorliegende Pofttarten-Serie (Schweizer Reise) der bekannten Teesirma Meßmer bringt Ansichten von Luzern, Rigi, Interlaken (Jungfrau) u. s. w. in solcher Vollendung, dag wir glauben unsere Leser speziell darauf hinweijen zu sollen. -Len Käufern von Meßmer's Tee werden die Karten gratis abgegeben._______6632 ist manche Mutter, wenn ihre lieben Kleinen durch Wundsem an dem Körperchen, sowie Hautausjchläge geplagt sind. Sichere Hilfe bringt Obermeyers Herba-Seue. Z. h. i. all. Apoth., Trog, u. Parf.59o6 Staatskommisaar. Hengstenberg’s Weinessigfabrik m Eßlingen . Neckar feierte schon vor 2 Jahren ihr 25;ähriges Jubiläum. 4286 । — TUtinng'isch.ea — 11 —p. Elektro- u. Maschinen- $3 Ä- tfr* G © Ci e h ÖS P •ä T* o N :ti jO ±5 p o eo o o p O 05 L LN SN C» P :p‘S^ § o Ä p .5 ? v * g sw « . Q «St «X# « ♦ fr# A S 5-# ?. I ’S *p2_^ H Q 5 'S s- fr» «ö« p oj u— -W -P C> «-> -t-t — -t* p p CO s CJ cd73 1/3 cD£±. S -9 5 jo p ~ P ö s « 5$ p CO TI o p/S CM ® e «j ‘tr P 8^® . 1-1 Z fr>£co - = u— o O "5 o P .ZPZLL^^ ä — § öS«' P C0LP".^9 PC et P Q3 <—. ' * —* Q q) —*P sP S P P «-* 4Co VD «R -H an 'S' O CO o 05 Ä 5 vd r-4 p ify» ° L p an ~ vO c St p O ‘o ST 5 P er co "o Q 2? CM CO T-l O «3 <5 p ckO CD an 5 o w — an — . P c: L Ö g S" —* a » 55 5 2 r-» o na s w 8 rrr w Ä C 55 P 22 P c p o p .Cü l» Z N o p PS5 *p 70 Ov tPl^ O co_, Xv — w d ” CO P — P x> — o ; ~ _2 S ~o p <=♦ p 13 *P" 'S s 70 H - p •Q >b L) 2 ? 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V an p “ an OJ O O —> P 4) P . q e -p P^'zrB o p p p o 'b _ P ^p.0^ an o 1X3 •6W « «l.TB 5#.5®p §£.püg pBp MeMch »erStadt mks Kreises Gießen Bestellungen auf das Adreßbuch _____ zum Vorzugspreise von M. 28- werden in unserer Geschäftsstelle und durch unsere Zcitungsträger entgegen genommen. — Wir weisen wiederholt darauf hin, daß unser llreiz-Adretzbuch das gesamte Adressenmaterial der statt Gießen xnb der sämtlichen Laudorte des Kreises in übersichtlicher und genauester Anordnung enthält. *£» ■ S- M'Ä Oochr ES« vd-ck'^ iwfE Ber mittag im be§ tyefß §jef beS Auswärtigci mittag röi weiter. schreibe ,Alli Bruder l bei Beendi Anerkennui sächsischen oorrageiiöe heilen erfen ^rieten ruf überwacht. ’ ich mich m i einstimm Haltung i Heeres q puppen uni Kenntnis ge SJlaiefto lui die Hern Vans und ir mteib Wer Wilh . " Tei Dresdens r,<.. ,^er giä'i 'M des fach, |We ersiiltt. Stuber , " Tie ft* hi ^iftenß,1 des o hr rrt 2 Die faimte M' Tode geau scheu Mie iwbeV^Ä deutsche t a^vordeu, Keichspol' Kmickhat sn nichts a n der kannte w Schaldevi sich selbst deshalb £ Wicht la Boden le sächsischen sche zu v Mete an der scher übem digen^ zu halt „Wenn nicht me f innerer kunftssta Vevlag des Gießener Anzeigers. Brühl'schs Druckerei.________ 'S' 4001 31 58 empfiehlt 5685 I.Hankel, Lchlchgche li ö 84 72 79 38036 39019 802 55 la. weißleuchtende ^MMWD Gas-Lyren u. Krone« « •» « Gas-Lüsters u. Ampeln » « Gas-Gloclen u. Cyliuder « « Gas-Koch- u. Bade-Apparate Gas-Leitungen «.Reparaturen Bade-Klosetts u. Heizanlagen Wasserleitungen «.Armaturen Auch Reparaturen billigst. Carl Graf, 6739 Sirck»envlatz 11. Schloßgasse. 45001 [400] 54 68 155 59 63 71 (2000) 84 219 30 41 70 320 24 39 44 410 771 835 49 46063 87 122 75 218 67 [1000] 342 [400] 402 [4001 69 549 621 88 [5000] 788 822 32 70 400] 80 963 11000] 47048 60 211 56 75 305 32 507 41 12000] 698 784 858 76 [4001 934 [3000] 36 57 48154 211 49 441 549 92 757 87 805 81 82 [3000] 927 36 46 [400] 49066 235 42 <400 313 35 56 85 [400] 481 530 627 400] 58 909 [400] »s A Me Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mark gezogen» 255 61 62 [1000] 85 360 95 426 32 529 45 641 [400] 49 726 56 87 896 [400] 974 9203 5 70 [400] 425 64 [5000] 89 93 546 69 74 710 [400] 54 819 23 [400] 954 96 [400] 10043 112 [1000] 201 330 406 [400] 21 [400] 53 67 504 42 [20001 601 11 72 705 78 917 80 11203 21 373 75 [400] 417 [400] 51 525 39 612 83 736 57 60 [2000] 91 825 [1000] 77 84 89 [400] 927 [400] 48 59 73034 39 [2000] 170 95 [2000] 200 31 396 500 11 59 640 77 [400] 725 W 28 40 50 808 20 94 901 6 30 58 91 74001 [400] 74 82 143 67 72 292 98 [1000] 431 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89 937 56 [2000] 97 85030 [400] 49 55 [400] 122 281 [400] 45 326 [400] 425 525 92 614 702 814 54 [400] 943 [400] 81 90 99 86059 95 [400] 125 [1000] 28 37 [400] 82 211 65 [400] 89 365 78 444 560 72 670 77 811 [400] 74 [1000] 962 92 87008 295 [400] 322 474 [400] 578 [400] 659 [400] 763 67 855 96 88082 221 24 303 68 90 480 [4001 632 71 733 94 863 [400] 66 921 63 89014 150 278 83 343 466 93 634 59 783 845 [400] 914 28 [400] 64 90072 75(2000| 156 248'400] 56 311 424 26 78 83 (400] 500 613 30 722 [400] 34 877 [400] 83939 110 000] 79 97 91116 97 [2000] 225 56 351 [4001 81 91 507 59 80 81 609 10 86 732 43 62 74 [400] 905 11 68 83 92010 [400] 131 233 39 311 [400] 26 451 604 47 75 [1000] 76 95 903 [400] 6 [20001 70 88 93039 49 145 [400] 64 [400] 205 19 65 87 11000] 302 51 76 87 492 597 610 75 744 65 838 95 969 90 94109 364 606 [400] 46 [400] 48 98 [400] 794 [400] 981 94 95001 13 [400] 63 74 165 70 91 201 35 64 [1000] 70 88 300 1 [1000] 59 [4001 474 99 690 92 759 [2000] 818 23 38 71 [1000] 80 92 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